niedergehenden Sonne den Eindruck gewaltiger Ku- lissen mit theatralischen Beleuchtungseffekten. Mit einbrechender Dunkelheit, die in den tropischen Ländern nach kurzer Dämmerung kaum einen lieber« gang von Nacht und Tag kennt, leuchten auf den Spitzen der Berge, aus vorgeschobenen Landzungen oder auf einsamen Inseln die Wegweiser für den Seefahrer auf: Leuchttürme, Leucht- und Blinkfeuer, die weite Lichtkreise in regelmäßigen Zeiten durch die Nacht senden. Man muß einige Nachtstunden an Deck verbringen, um die Schönheiten des tropischen Himmels auf sich wirken zu lassen, der durch die grenzenlose Weite des Meeres noch ge» wattiger und unergründlicher auf uns wirkt. Das uns so vertraute Sternbild des großen Bären steht dicht über dem Horizont, der Polarstern verschwindet in der Unendlichkeit. Dafür tauchen auf der anderen Seite neue Bilder aus dem Weltenraum auf: Das Kreuz des Südens, das südliche Dreieck, der gewaltige Canopus und der Skorpion. Unvergeßlich für den Ostasienfahrer sind aber die Nächte, in denen das Schiff im hellsten Grün leuchtende Wellen aufwirft unK in weiter Ferne alle Wogenkämme grünleuchtende Kronen tragen. Derartige Eindrücke lassen dann auch alle Mühseligkeiten der tropisch-feuchten Hitze, des Monsuns und des Samums vergessen, der die Fahrt durch das Rote Meer so unerträglich machte.
älls erfreuliche Steigerungen: und der Labskaus chmeckt ihm dann noch einmal so gut, wenn er für (inen sich wiegenden Magen bestimmt ist. Unver- tesserliche Landratten freilich werden nie das Der» ^eh->n und immer wieder zu Tee und Zwieback ihre Zuflucht nehmen.
Endlich kamen mir an die Nordspitze von Sumatra. Wir betreten dort gewissermaßen holländischen Boden. Wer sich eine Vorstellung von der Größe Niederländisch-Jndiens machen will, der pergegenroärtige sich, daß das Königreich der Nie- terlanbe in dem nördlichsten Zipfel Sumatras Zlatz hat und daß der gesamte holländische Besitz in Ostindien sechzigmal so groß ist wie das uropäische Mutterland.
Unsere Fahrt geht zwischen der Küste von Su- natra und der Insel hindurch, auf der sich der wich- rge Kohlenhafen ©ab ang befindet. Die sich wei- l2r nach Norden erstreckenden Inselgruppen der Mobaren und Andamanen, die im weiten Bogen ler Malakkastraße vorgelagert sind, gehören — wie lUc strategisch irgendwie wichtigen Punkte — den Engländern. Die Fahrt zwischen diesen Inseln und [er Küste gehört zu den schönsten Teilen der Reise rad? Ostasien. Die Inseln ragen wie gewaltige Serge mit starker Bewaldung aus dem Meere em- 'er und erwecken in ihrer Vielgestaltigkeit der Lüsten und ihrem Farbenreichtum der auf- und
M dem neuen Zeppelin ins Innere Brasiliens.
Großzügige Pläne für eine Forschungsexpedition Dr. Eckeners mit deutschen und brasilianischen Gelehrten in die Urwälder Südamerikas.
Don unserem P.B.-Korrespondenten.
Rio de Janeiro, August 1934.
Schon vor Fahren plante Dr. Eckener, den in Bau befindlichen Zeppelin in den Dienst i>r wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Jnter- t jen Brasiliens zu stellen, das als erstes Land die Bedeutung des modernsten Verkehrsmittels der Delt in ihrem vollen Umfange erkannt und die tun Deutschland eingeleitete Uebersee-Ver- kindung Brasilien —Europa nach Kräf- in gefördert hatte. Brasilien ist einer der wenigen kroß-Staaten, der auf seiner Landkarte noch recht tiifangreiche weiße Flecke hat. Ein großer teil der riesigen Bodenschätze, die das Land besitzt, i. deshalb heute noch völlig unbekannt. Den wirk- lil)en Reichtum der brasilianischen Flora an wirt- gastlich wichtigem Pflanzenmaterial kennt man i^halb noch nicht. Die Möglichkeiten der Verkehrs- i'chließung des zukunftsvollen brasilianischen Hin- rlanöes sind deshalb noch nicht erforscht. Rätsel c weben schließlich auch über den zweifellos vor- h ndenen steinernen und lebenden Resten der Vorgeschichte Brasiliens und Südamerikas, b» von entscheidender Bedeutung für die Borgest ichte der ganzen Menschheit sind.
Den Zeppelin für eine Erkundung dieses „un- bfannten Brasiliens" dienstbar zu machen, schlug I". Eckener vor mehreren Jahren schon interessier- tm brasilianischen Kreisen vor. Seine Idee steht fyiute vor der Verwirklichung. Im letzten Jahr ijtfcen die Bestrebungen wissenschaftlicher und wirkst,östlicher Zusammenarbeit zwischen Deutschland irib Brasilien sich besonders stark verdichtet. Unter F: hrung von Prof. V a g e l e r entsandte Deutsch- Icib eine wissenschaftliche Studien- li mrnission, um Möglichkeiten der deutschen Lrdlung in Brasilien und engerer Wirtschaftsde- ülhungen zwischen beiden Ländern zu untersuchen. %id) Beendigung einer langen Expeditionsreise bc Kommission durch Parana übernahm das bra- siianische Landwirtschaftsministerium den Leiter b~ Kommission als bodenkundlichen Sachverstän- i b;jen und Professor an der Landwirtschaftlichen i chschule in Rio de Janeiro. Die so erreichte enge £ chlungnahme zwischen deutscher und brasiliani- ; (ter Wissenschaft führte notwendig zu einer W i e- d raufnahme der alten Pläne Dr. Eckeners, st" die sich nun bei der brasilianischen Regierung G neral Rondon besonders warm einsetzte. ,®:neral Rondon ist als Leiter des Jndianerschutzes 1116 der Grenzkommission der brasilianischen Regierung zweifellos der beste Kenner des bra-
Aus dem Rückzug.
Don Karl Benno von Mechow.
Eben erscheinen in der bekannten „Kleinen Bücherei" des Verlages Albert Langen - Georg Müller, München, drei neue Bändchen, in denen das große Geschehen desKrieges dichterisch beschworen wird. Mit Erlaubnis des Verlages bringen wir aus der Erzählung „Sorgenfrei" von Karl Benno von Mechow das Anfangs-Kapitel.
Der Winter begann mit Stürmen, mit Regen und j icinee, indessen der Kriea in sich verfiel. War es r-zlich, war es vor dreihundert Jahren? Darum eit es hier nicht. Ein Krieg endete, er brach aus- runder wie ein mürbes Gefäß, das dem Schicksal tu.- den Händen gefallen war.
Uber um ihn geht es hier nicht, es geht um Men- i)in: Friedrich Ramm und seine in verborgener :tHe blühende Frau, sie lebten und sie starben am let en, wie es ihnen bestimmt war.
3oie Scherben des großen Krieges rollten über die Jcte, viel Schutt deckte die hoffenden Felder; aus I?t baltischen Ländern zogen die deutschen Trup- $?r ab.
&ie eilten ihrer Heimat entgegen und sahen sich lid:t mehr um. In großen und kleinen Haufen mar- foiftrten sie, flüchtend die einen, in soldatischer Zucht re anderen, alle jedoch eilend und von einem einig n Wunsche getrieben. Dieser Wunsch war das ^anmanbo ihrer armen und atemlosen Reise, ein n'zeres kannten sie nicht.
(üe sah eg vor sich, was das Ihrige war: Haus, sriu, Kinder und Leden. Was sie hinter sich ließen, kir werte sie nicht.
Ttzr Marsch war schwer, die Gefahren liefen hin- Lc ihnen her, kamen ihnen zuvor und fielen sie von lr Seite an. Die deutsche Grenze war noch fern, kcum ihrem sehnsüchtigen Gedanken erreichbar. Die flijen waren hinter ihnen her und bedrohten ihre Zcuken. Aufständrsche saßen in allen Dörfern und LicDten, schossen aus den Häusern und sperrten istm das Quartier. An der Küste Estlands beglei- tue ein Geschwader, das aus Kronstadt gekommen Jn„ ihren Zug und warf schwere Granaten weit N das Innere des Landes.
Eie trafen nichts, die dort auf ihren Schiffen, -leicht konnten sie mit ihren großen Kanonen t richtig schießen, die rotbemützten Helden der lÜchen Revolution. Nicht erinnerlich, daß auch noch in das fliehende Heer Wunden schlugen.
2bf- das Gurgeln und Poltern ihrer schweren Gra
silianischen Hinterlandes. Durch seine Vermittlung interessierte sich bald auch der brasilianische Generalstab für den vorgeschlagenen Forschungsflug des Zeppelin. Die Kontrollkommission für Expeditionen, die von der brasilianischen Regierung vor kurzem gegründet worden war, erteilte dem Flugplan daher im Juli dieses Jahres ihre volle Zustimmung. Der brasilianische Bundespräsident selbst nahm an der Idee so starken Anteil, daß er persönlich die sonst nicht übliche Gegenzeichnung der Expeditionslizenz vornahm.
Die Vorarbeiten zu • der Flugexpedition haben deshalb schon begonnen. «Da es die Reichweite des Zeppelin erlaubt, der Forschungsreise eine Ausdehnung zu geben, wie es ein derartiges Unternehmen bisher noch nie erreichen konnte, liegt ditz Reiseroute erst in ihren Grundzügen fest. Der Gesamtflug umfaßt etwa 26 OOO Kilometer und zerfallt in drei Etappen von 8000 bis 9000 Kilometer, die sämtlich in Rio de Janeiro ihren Ausgang nehmen. Die erste Flugschleife führt durch die unbekannten Regionen des Amazonas- ged i e t e s. Der Zeppelin wird dabei die auf jedem andern Weg völlig unzugänglichen Sumpfgebiete des Amazonas und feiner Nebenflüsse überfliegen. In dem weltberühmten Orchideen- Gebiet des Rio Madeira wird die Gondel zu bisher undurchführbaren Einzeluntersuchungen eine Landung vornehmen. Schließlich soll der Zeppelin in dem riesigen Anfluggebiet zwischen Bahia und dem Amazonas die dort vereinzelt schon entdeckten, aber bann nie wieder aufgefundenen alten Ruinen st ädte feststellen, so z. B. das bekannte S i n c p o r a. Durch die Einzeluntersuchungen von der Gondel aus können dabei kulturhistorisch entscheidende Festellungen über Alter und Entstehung dieser Stadtruinen gemacht werden.
Die Mittelschleife, die Zentralbrafilien umfaßt, wird zweifellos einen der Höhepunkte der Reise bringen. Der „Vater" des brasilianischen Jndianerschutzes, General Rondon, wird in Motto Grosso eine Zusammenkunft aller erfaßbaren Indianer st ämme durchführen Im Goldminengebiet Motto Grossos wird auch die Suche noch den sagenhaften Marthyrios begonnen, in denen der Forscher F a w c e 11 verschwunden ist. Man wird die Städte und Wohnsitze, die Faw- cett in diesen Regionen vermutete, zu finden suchen. Ein altes Volk soll dort sitzen, ferner befinden sich dort auch angeblich Steindenkmäler ähnlich denen,
naten herrschte gewaltig über dem Lande und erschütterte manches flüchtende Herz.
Der fliehende Mensch ist von allen armen Menschen der ärmste, — aus jedem Busch neben dem Wege wächst ihm eine Gefahr, der Schrei einer Krähe läßt seinen Atem stocken. Er bedarf keines Gewitters. Ihm genügt der leiseste Wind.
Ihm genügt, daß in den Lüften ein seltsamer Aufruhr ist und schwere Granaten ihre Wege rauschen. Er bezieht alles auf sich, er verstummt, er hastet gebeugt und augenlos über seine Straßen.
Schlecht steht es um den fliehenden Menschen, denn sein Herz ist ohne Trost. Sein Herz ist jeder Schönheit, jeder. Güte verschlossen, ist Kälte und Ichsucht wie erloschen. Wer ihm eine Blume wiese, über den würde er lachen. — Dennoch geschah es, daß in einer der einsam ziehenden Kolonnen ein Mann zu einem Manne von der Liebe sprach.
Es mar ein Trupp Reiter.
Er gehörte nicht zu denen, die ohne Anhalt und Besinnung eilten, immer nur eilten, nicht zu denen, die das von der Führung bestimmte Nachtquartier in wilder Sorge überliefen, die auf den Schlaf verzichteten, um nur immer im Laufen zu bleiben, die von jeder Minute verlangten, daß sie durch sie der Heimat um einige Schritte näher gebracht würden.
Es war ein Zug Dragoner, er ritt gemessen wie im Frieden, langen Schritt und kurzen Trab, auf Lucke und die Lanzen auf der Lende. Sie waren nicht fröhlich, aber es fielen Ihnen auch keine Tränen in den Bart. Sie waren auf dem Marsch, wie sie €5 oft gewesen. Es ist der Marsch durch das Leben: einmal vor, einmal zurück. Einmal wird er enden.
Der Führer, ein Leutnant, ritt mit dem Sergeanten an der Queue, denn hinten war der Feind. Sie waren Nachsicherung, sie waren die letzten des heimwärtsziehenden Heeres. Eine Brücke hatten sie gehalten und dann gesprengt. Nun holten sie langsam auf. Und im Winde ihres herbstlichen Reitens, auf einer leeren in Nässe ertrinkenden Straße, unter dem fern über die kahlen Länder brausenden Orgel- ton der Schiffsgranaten erzählte dieser Leutnant ein privates Stücklein seines Lebens. Er sprach zu feinem bärtigen Sergeanten von einer Liebe.
Nein, das tat er wohl nicht, und man konnte nicht finden,'daß er sich etwa schamlos entdeckte, sich als Führer lächerlich machte, sich als Mensch etwas vergab. Nichts dergleichen, das Wort Liebe kam gar nicht aus seinem Munde. Er redete dürre Sätze, einen nach dem anderen, wie man im Militärischen spricht, wie man Meldung gibt von einer Erkundung am Feind, von der Krankheit eines Pferdes. So sprach er, nachlässig und in kurzen Sätzen. Es
die man auf der Osterinsel gefunden hat. Neben den Spuren Fawcetts werden auch die des deutschen Jndianersorschers Schmidt verfolgt werden, der sich wie Dr. Ritter auf den Galapagosinseln von der Zivilisation freiwillig zurückzog, um mit den Indianern Motto Grossos zusammenzuleben. Er soll dort Häuptling eines kriegerischen Stammes fein und trotz seines Alters von mehr als sechzig Jahren schon die zweite Jndianerfrau geheiratet haben. Den Wohnsitzen von noch unbekannten Eingeborenenstämmen forscht die Expedition gleichfalls nach. Man wird versuchen, endlich das Rätsel der weißen Indianer zu löfem Im Gebiet zwischen den Flüssen Tingu und Taoajöz sollen die Zwergvölker der Pygmäen aufgespürt werden, deren Wohnsitze zwar ungefähr bekannt sind, die aber trotzdem noch niemals von einem Weißen aufgefunden wurden. Die Mittelschleife über Zentralbrafilien bringt schließlich die Ueberfliegung des reichsten Diamantengebietes der Erde am Rio dos Mortos, Rio Araguaya und am Rio Tocontins.
Die letzte Flugschleife über dem südlichen B r a s i l i e n , welche die Expedition abschließen wird, führt zwar zu einem großen Teil über bekannte und dicht besiedelte Gebiete, darunter auch die deutschen Siedlungen. Allein die zum ersten Male erfolgende Ueberfliegung sämtlicher Zonen des reichsten Kaffeegebietes der Erde wird ein ungewöhnliches Erlebnis darstellen, ebenso wie die Ueberfliegung der riesigen Wasserfälle Brasiliens, der Jguassu-Fälle, und der Sete Quell as, der schwer zugänglichen größten Wasserfälle der Welt, die eine Gewalt von 10 Millionen PS. besitzen. In interessante prähistorische Gebiete führt der Flug über die Kampflandschaften und die große Höhlen st adt bei Curityba. Weiter südlich werden im Innern auch noch wenig erforschte Gegenden berührt. Dabei soll hauptsächlich im Urwaldgebiet des Uruguay-Flusses nach einer dort vermuteten Siedlungsstätte gesucht werden, wobei es sich wahrscheinlich um die Reste einer alten I e s u i t e n st a ll t handelt. Die Spuren der Jesuitensiedlung in den Südstaaten werden auch in Parana verfolgt, wo der berühmten „Villa Rica" ein Besuch ab gestattet wird, die einstmals eine von den Jesuiten angelegte blühende Stadt mit 200 0 0 0 Einwohnern war.
Die Einzelheiten dieses „Fahrplanes" müssen in den kommenden Monaten erst ausgearbeitet werden, wobei die Erfahrungen und Wünsche des brasilianischen Generalstabs natürlich eine besondere Rolle spielen. Weiter muß für jede einzelne Schleife sorgfältig die technisch günstigste Anflugroute ausgewählt werden. Besonders bei dem Flug nach Motto Grosso hat der Zeppelin ganz außerorllent- liche Höhenunterschiede zu überwinden, wozu eine möglichst gleichmäßig langsam ansteigende Route ausfindig gemocht werden muß. Neben eingehendem Kartenstudium ist dazu eine Reihe besonderer Flugzeug-Erkundigungen notwendig. Endlich wird 'Ser Reiseplan sich auch nach den Sonderbedürfnissen der einzelnen Fachreferenten richten und auf die Erfahrungen und Ergebnisse früherer Expeditionen Rücksicht nehmen. Außerdem wird für den Flug ein besonderer Wetterdienst organisiert werden. In Südbrasilien werden auch in verschiedenen Flugplätzen entsprechende Vorkehrungen für Zwischenlandungen des Zeppelin getroffen.
Hessischer Evangelischer Kirchengemeindetag.
Lindenfels, 7. Sept. (LPD.) Am 1. und 2. September fand in Lindenfels eine vorn Hessischen Evangelischen Gemeindetag veranstaltete Kirchengemeindetagung statt. Von nah und fern waren die Vertreter der Kirchengemeinden herbeigeeilt. Den Vorsitz führte Professor Dr. Matthes (Darmstadt).
Den ersten Hauptoortrag hielt Pfarrer W e iß (Darmstadt) über „Die evangelische Kirche und die dritte Konfession'". Den zweiten Hauptoortrag hatte der Vorsitzende des Gemeindetages in Hessen, Professor Dr. Matthes, übernommen. Er sprach über „Das Wesen der Kirche und ihr Wirken zum Aufbau lebendiger Gemeinden und des Volkstums". In geistvollen und längeren Ausführungen ging der Redner auf das Wesen der Kirche und die kennzeichnenden Eigenschaften einer kirchlichen Ge-
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Selbftrdiuts!
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B^Wdies ist nationale n. PFLICHT!
meinschast ein. Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater unser aller. Einander dienen, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat. Kinder des einen Vaters im Himmel. Die selbst« verständliche Forderung: Herz und Herz vereint zusammen, zum Aufbau lebendiger, wahrer Gemeinden. Die anschließende Aussprache ergänzte die Gedanken der Vorträge.
Zugunfall bei Bahnhof Dieburg.
Dieburg, 7. Sept. (LPD.) Beim Ausfahren aus dem Bahnhof Dieburg entgleiste gestern nachmittag die L o k o m o t i v e des fahrplanmäßig um 17.34 Uhr den Dieburger Bahnhof verlassenden Personenzuges 3625. Der Packwagen wurde durch den heftigen Ruck, der durch die Entgleisung verursacht wurde, quergestellt, die anderen Wagen blieben in den Schienen. Die Lokomotive stürzte um unb grub sich in den Schotter des Oberbaus. Don den mitfahrenden Personen wurde niemand verletzt. Die Strecke war jedoch durch die umgestürzte Lokomotive bis in die Nacht hinem versperrt, so daß der Verkehr durch Pendelfahrten aufrechterhalten werden mußte. Die Ursachen des Unfalls bedürfen noch der Klärung. Fest steyt lediglich, daß das Personal keine Schuld trifft
Preußen.
Zwei Einbrecher in Frankfurt verhaftet
LPD. Frankfurt, 7. Sept. In den letzten Wochen wurden in Frankfurt mehrere Geschäftseinbrüche verübt. Die Ermittlungen ergaben, daß als Täter der als Einbrecher bei der Polizei bekannte 23jährige Leo G a tz und fein ebenfalls 23jähriger Bruder Anton Gatz in Frage kämen. Beide hielten sich feit Wochen unangemeldet in Frankfurt auf. Gestern abend konnten Polizeibeamte den langgesuchten „Leo" aufftöbern und ihn festnehmen. Der Verbrecher, der von den Beamten auf der Kaiserstraße gesehen wurde, versuchte zunächst zu fliehen und konnte erst nach einer aufregenden Jagd unter Beteiligung von Passanten festgenommen werden. Ebenfalls heute nacht wurde einige Zeit später Anton Gatz festgenommen. Beide haben bis jetzt jede Aussage verweigert und auch ihr bisheriges Versteck nicht angegeben, wo sie vermutlich die Beute ihrer letzten Raubzüge aufbewahren.
Kreis Marburg.
If Marburg, 7. Sept. Auf der Landstraße Cölbe — Bürgeln stießen zwei Motorradfahrer in voller Fahrt zusammen. Beide wurden mit z. T. erheblichen Verletzungen — einer erlitt einen schweren Schädelbruch — in die Marburger Klinik gebracht. Ferner wurde ein Autofahrer, der in der Nähe von Fronhaufen (Lahn) verunglückt war, mit schweren Verletzungen eingeliefert.
Daten für Sonntag, 9. September.
9 n. CH. (9. bis 11.): Schlacht im Teutoburger Wald; — 1737: der Naturforscher Luigi Galvani in Bologna geboren (gestorben 1798).
ist möglich, daß der Sergeant aus diesem Gerelle von Liebe gar nichts erfuhr. Er spitzte nicht die Ohren, er schmunzelte nicht; er schaute dienstlich llrein und sagte Jawohl.
Wir aber, die wir davon wissen, hören zwischen den Worten einen fernen, zarten Klang. Wir finden zwischen der Dürre eine fremde Lieblichkeit versteckt; ja, wir erbeben leise vor einem Gefühl und ahnen von seiner nachschwingenden Kraft und von einer jäh aufbrennenben Sorge.
Das war es, was d^r Sergeant an schlichter Tatsächlichkeit erfuhr:
„Bartels", sagte der Leutnant, „bald .kommen wir an einen Kreuzweg. — Kreuzweg, ein doppelsinniges Wort.
Unsere Straße geht geradeaus, wir haben da nichts weiter zu überlegen.
Wir biegen aber doch nach Norden ab und reiten ans Meer. So denke ich, Sergeant.
Wir reiten nur eine Stunde, nicht mehr, und dann sind wir am Ziel. — Da ist ein Gut am Meer, ein riesiges Haus, gewissermaßen ein Schloß.
Aber das ist nicht unser Ziel.
Auch der Herr, dem es gehört, geht uns nichts an. Nein, wir wollen fein Hungerstündlein und keinen Schritt abseits der Straße vergeuden, um einem reichen Manne sein Vermögen zu retten.
Sergeant, es geht hier nicht um Geld und toten Besitz. Um ein schutzloses Leden geht es.
Schutzloses Leven!
Wir sahen gestern, wie es endet.
Wir tarnen zu spät und ritten vorbei und konnten sie nicht einmal mehr begraben.
Was mar es in Erro dort? Nicht mehr und nicht weniger, als was jetzt überall geschieht in diesem Land, das wir verlassen müssen: die Aufständischen kamen, brannten das Haus nieder, hetzten das Vieh auf die Felder und erschlugen den Besitzer.
Auch seine Frau haben sie getötet und sein Kind.
Ein Menschenkind — und eine Frau, die nicht weniger schuldlos war...
Sochschulnacbnchten.
Geheimrat Professor Dr. Wilhelm W a e tz o l d t, bis Juli 1933 Generaldirektor der Staatlichen Museen in Berlin, ist als Ordinarius für Kunstgeschichte an die Universität Halle-Wittenberg berufen worden. Er übernimmt dort den durch den Abgang von Professor Frankel verwaisten Lehrstuhl, den er bereits von 1912 bis 1920, vor seiner Berufung als Vortragender Rat in bas Preußische Kultusministerium, innegehabt hat. Geh. Rat Waetzold tritt fein Lehramt in Halle mit dem kommenden Winter-Semester an.
Der Kampf mit dem Schwertfisch.
Angeln unb Fischen stehen im allgemeinen in dem Ruf des geruhsamsten Sports und sollen, was die Witzblätter aller Zonen gern zum Gegenstand ihres Spottes nehmen, geradezu geeignet fein, ungeduldige Gemüter mit Warten und Langeweile vertraut zu machen. Aber auch Angler haben neben den kleinen Freuden unb Leiden die ihnen täglich wiberfahren, ihre großen Abenteuer, die sich getrost mit den Sensationen einer Jagd auf dem Fe st Ian de messen konnten. So erlebte kürzlich ein Sportfischer in ber kanadischen Provinz Neuschott- lanb einen gefährlichen Zusammenstoß mit einem Schwertfisch, der ihn in eine äußerst bedrohliche Lage brachte, ja ihm um ein Haar bas Leben gekostet hätte. Nun sind Schwertfische, die Verwandten der harmloseren Makrele, allerdings beachtenswerte Gegner, die nicht mit sich spaßen lassen, wenn sie sich angegriffen fühlen. Der Schwertfisch verwendet seinen schwertförmigen, mit scharfen Rändern versehenen zahnlosen Fortsatz des Oberkiefers als gefährliche Waffe. Während der Fisch selber bet einem Gewicht bis über 300 Kilogramm eine Länge von drei bis fünf Metern erreicht, können Ujre „Schwerter" bis nahezu zwei Meter lang fein. Der kanadische Sportstscher hatte es mit einem derartigen Tier zu tun, das den Ruf eines äußerst geschickten Schwimmers besitzt. Der Angler war äußerst erfreut, als seine Harpune einen Prachtkerl von Schwertfisch getroffen hatte; ihm wurde aber bald unheimlich zu Mut, als sich sein Boot in rasender Fahrt vorwärtsbewegte, nachdem der gefangene Fisch die Leine festangezogen hatte. Eine Weile ging es in atemberaubendem Tempo über das Wasser dahin, bis die Seine riß. Damit war das Abenteuer aber nicht zu Ende. Plötzlich erzitterte das Boot in einem furchtbaren Stoß, und das schimmernde Schwert des ergrimmten Tieres bohrte sich durch die Seitenplanke. Dreimal versuchte der Schwertfisch, seinem Verfolger auf diese Weise zu Leibe zu gehen. Und beim dritten Mal war der Anprall tatsächlich so heftig, daß das kleine Boot zum Kippen gebracht wurde. In höchster Derz^n versuchte der Mann, sich auf den Kiel be r f j f ö f Don den Fahrzeugs zu retten, was ihm letzen wirb uns vielen Anstrengungen gelang, währens)!- der Landwirt- aufeerbem noch gegen seinen unermü-Tierzucht an un- wehren mußte. Nach einer Zeit, bie r a e m e r wurde eine Ewigkeit dünkte, schwamm der ©mnunq seiner dem von. Zum Glück konnte der hilflos a1 ausgezeichneten Treibende von Fischern aufgenommtftober 1934 an in zufällig des Weges kamen.
— -i Frankfurter it an der Unioer«


