Nr. 210 Erstes Blatt
184. Jahrgang
Samstag, 8. September 1934
(Er)d)ernt täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis:
Mil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt
üernsprechanschlüffe
unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn
Postscheckkonto:
$ranffurt am Main 11688
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Druck und Verlag: vrühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7
Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Dormittags
Grundpreise für 1 mm hohe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von70mm Breite 60 Rpf..Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr
Ermäßigte Grundpreise:
Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B
Der Kongreß der deutschen Nation.
Mit den unzähligen Sonderzügen, die in diesen Tagen Hunderttausende von Volksgenossen, Angehörige aller nationalsozialistischen Organisationen, nach Nürnberg bringen, wandern auch Blicke und Gedanken der Daheimgebliebenen nach des Deutschen Reiches Schatzkästlein, in dessen Mauern nun zum vierten Mal der Parteitag der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei zusammengetreten ist, um aus dem Munde des Führers und seiner engsten Mitarbeiter Berichte über die erfolgreiche Arbeit des vergangenen Jahres und richtungweisende Parolen für die Zukunft entgegenzunehmen. Aber wie aus der Partei das Volk, aus dem Parteiführer das Staatsoberhaupt geworden ist, so aus dem Parteitag der Nationalkongreß der Deutschen oder mit einem Wort von Rudolf Heß ein politisches Konzil, das dank Heiner aus dem Vertrauen des Volkes erwachsenen Autorität, dank des ihm vom Volk gewordenen Auftrags als Führerhierarchie des neuen Staates das gegebene Forum ist, vor dem der Führer und Reichskanzler in Rückblick und Ausschau das Grundlegende der Partei und Staat tragenden Weltanschauung eindeutig und bindend herausstellt, um daraus die Aufgaben obzuleiten, deren Inangriffnahme das kommende Jahr von Volk und Führung erwartet.
Hier auf dem nationalsozialistischen Parteikongreß erfährt bas Volk die Richtlinien seines künftigen politischen Lebens. Diese Richtlinien aber gibt der Führer. In lapidarer Kürze und nicht zu überbietender Klarheit hören wir mit diesen Worten aus dem Munde des Stellvertreters des Führers das Staatsgrundgesetz des neuen Reiches, dessen selbstverständliche Ergänzung das Gesetz der Totalität ist, das alle Maßnahmen der nationalsozialistischen Führung leitet. Aber dieses Gesetz begründet keine Diktatur. In der ständigen Wechselwirkung zwischen Volk und Führung liegt das Geheimnis dieser neuen Verfassung, die eine echte Volksherrschaft begründet, denn das Volk herrscht durch seinen einmütig erkorenen Führer, dem es Vollmacht erteilt hat, in seinem Namen das Regiment auszuüben. ,Zhre Stärke gab dem Volk neuen Glauben — des Volkes Glaube macht Sie stark. Sie find Deutschland: Wenn Sie handeln, handelt die Nation. — Wenn Sie richten, richtet das Volk!" Diese Worte aus der Eröffnungsansprache des Stellvertreters des Führers künden das Einssein von Volk und Führung, das aus der bezwingenden Persönlichkeit Adolf Hitlers erwuchs, nun aber zum tragenden Prinzip des neuen Staatsgebäudes erhoben worden ist.
Hier liegt ein wesentlicher Punkt für den lieber* gang von der Revolution zur Evolution, von dem der Führer zu Beginn seiner weitgespannten und eindringlich formulierten Proklamation sprach. Klar und scharf betonte er, daß die nationalsozialistische Revolution als revolutionärer Vorgang abgeschlossen sei und alles erfüllt habe, was von ihr erhofft werden konnte. Die Revolution habe nur die Voraussetzung für neues Leben zu schaffen, den Weg zu einer neuen dauernden und besseren Ordnung zu ebnen. Wenn nicht eine Idee der Revolution ein Ziel setzt, führt sie zur Anarchie. Wie diese Idee nicht der Einsicht der revolutionären Masse, son- dern der intuitiven Erkenntnis eines Einzelnen entspringt, so haben nach dem Sieg der Revolution auch dieser Einzelne und der engste Kreis seiner Mitarbeiter die Aufgabe, die Idee in die Wirklichkeit umzusetzen, für die die revolutionäre Masse gekämpft und geopfert hat. Hieraus leitet Adolf Hitler mit Recht den Auftrag der Nation her, das nationalsozialistische Programm Tat werden zu lassen. „Der Nationalsozialismus ist eine Weltanschauung. Ihre Verwirklichung steht meilenweit über jedem Akt einer reinen Inbesitznahme der Staatsgewalt... Die letzte Verwirklichung des nationalsozialistischen Staates ist daher leider abhängig von der Durchführung der nationalsozialistischen Erziehung unseres Volkes." In diesen Feststellungen des Führers schwingt wiederum mit als Grundakkord nationalsozialistischer Staatsführung das unwägbare Fluidum der wechselseitigen Befruchtung zwischen Volk und Führung. „Alles irdische Glück liegt nur im Menschen selbst, es ist daher falsch, von dieser Well mehr zu erwarten, als wir selbst zu geben bereit sind." Um diese Bereitschaft geht es und so wird der Führer zum Erzieher seines Volkes.
Wie ernst und umfassend der Führer diese Aufgabe der Erziehung des Volkes zu neuen Lebens- formen nimmt, zeigt seine große Rede auf der Kulturtagung des Parteikongresses. Aus her unbeirrbar sicheren Erkenntnis des wahrhaft künstlerischen Menschen entwickelte hier der Führer die kulturelle Linie des neuen Reiches. Die Larve, die sich eine an sich selbst irre gewordene, unsichere und damit unfruchtbare Zeit mit der Ausplünderung vergangener Jahrtausende in Mode und Stil vorgebunden hatte, muß einer Kultur weichen, die aus der durch Blut und Rasse bedingten völkischen Eigenart den Antrieb zu künstlerischem Schaffen empfängt. Hier fielen die goldenen Worte „Deutsch sein, heißt klar sein" und „Kunst verpflichtet zur Wahrhaftigkeit." Was dem inneren Wesenskern des einzelnen Künstlers wie des Volkes entspricht, ist wahr und echt. Aufgabe einer nationalsozialistischen Kunsterziehung ist es zwar nicht, Genies zu züchten, die nur die Vorsehung den Völkern schenkt, aber wohl muß her gesunde Instinkt unseres Volkes in Schutz genommen werden, sowohl vor den Maniriertheiten unfähiger Stümper, als auch vor dem Stil-Firlefanz, den man heute als „teutsche Kunst" dem Volk ^aufdringlich anpreist. „Der souveräne Geist", so sagte
,/Alle für einen und jeder für alle!"
Oes Führers Parole. — Großartige Demonstration für die Geschlossenheit der Partei.
180000 Amtswalter vor dem Führer.
Nürnberg, 7. Sept. (DNB.) Bis zum Freitagmittag brachten rund 200 Sonderzüge aus allen Teilen Deutschlands die politischen Leiter der Parteiorganisation nach Nürnberg. Vom Gauleiter bis zum Hauswart sind 180 000 Männer des gewaltigen Parteiapparates erschienen, jene Männer, deren oft unbeachteten Kleinarbeit, deren stets opferbereitem, unermüdlichem Einsatz das Werden des großen Ganzen mit zu verdanken ist, ohne die, das darf man wohl sagen, der Nationalsozialismus niemals jene, das ganze Volk umspannende Bewegung geworden wäre. Denn sie sind in vorbildlichem Pflichteifer und in unerschütterlicher Treue, getragen von dem Gedanken und geleitet von dem Willen des Führers, in den langen Kampfjahren treppauf, treppab gelaufen. Sie haben in den Betrieben und in ihren Wohnbezirken, stets umlauert von marxistischem Gesindel, jene Kleinpropaganda getrieben, die das Gedankengut des Nationalsozialismus zum Gedankengut des ganzen Volkes werden ließ. Sie haben oft Stellung und Brot verloren, und unter den Todesopfern des deutschen Freiheitskampfes ist mancher Träger der hellbraunen Uniformen, die heute dem Stadtbild Nürnbergs eine besondere Note geben.
Nun stehen die unabsehbaren Kolonnen, nach Gauen geordnet, auf der Zeppelinwiese. Mitten durch das gewaltige Aufgebot schreitet der Füh - r e r zu der von Scheinwerfern übergossenen Tribüne, auf dem ganzen Wege von Kundgebungen begeisterter Verehrung begleitet. Dann schallt ihm der Gruß der 181 000 Amtswalter entgegen. Unter den Klängen des bayerischen Fahnenmarsches ziehen die 21 0 0 0 Fahnen in 13 Säulen in die frei- gelassenen Felder zwischen den Aufmarschierten. Wie sich in den blinkenden Spitzen der Fahnen die Abendsonne spiegelt, und das Meer der Fahnen beim Gedenken an die Toten des Krieges und der Bewegung senken, während die Hunderttausende stumm und ergriffen die Häupter entblößen — das ist ein Augenblick, der diese treuen Friedenssoldaten Adolf Hitlers die Mühsal dieses Tages vergessen läßt.
Der Führer spricht.
Der Stabsleiter der PO., Dr. Ley, bittet den Führer, seiner PO. die Marschrichtuna für das neue Jahr zu geben. Im grellen Lichtkegel der gewaltigen Scheinwerfer steht nun Adolf Hitler vor den 181000 Männern, die nach den eigenen Worten des Führers nichts als der Drang ihres Herzens nach Nürnberg rief. Ihnen erklärt der Führer:
Politische Leiter! Vor einem Jahre trafen wir uns zum erstenmal auf diesem Felde, zum ersten Generalappell der politischen Leiter der nationalsozialistischen Bewegung und nationalsozialistischen Partei. Ein gewaltiger Anblick und ein gewaltiger Eindruck war es damals. Seit diesen zwölf Monaten hat sich das Gefüge der Bewegung, die in Ihnen ihre Leiter sieht, mächtig g e • f e ft i g t. Nicht nur zahlenmäßig ist sie gewachsen, sondern auch innerlich ist sie erhärtet wvr- jben. Ich weiß, daß dieses gewaltige Werk nur ge- ■ lingen konnte dank b e r Mitarbeit s o vieler bisher unbekannter Volksgenossen, die in ihrem Kreise denselben Lebens
weg beschritten haben, den auch wir hinter uns zurücklegten: Aus dem Unbekannten, Namenlosen hinein in das Volk zu einem Namen, der in seiner Zelle, in seinem Block, in seiner Gruppe, in seinem Gau nicht nur bekannt ist, sondern in Ehren genannt wird. Ich danke all diesen Männern für ihre Arbeit, und insoderheit Ihnen, Parteigenosse Ley, für Ihre unermüdliche idealistische Tätigkeit im Dienst des Aufbaues einer wirklich das ganze deutsche Volk umfassenden und es festhaltenden Bewegung. (Stürmische Beifallsrufe.)
Wenn wir die unermeßliche Arbeit überdenken, die geleistet werden mußte, um vom Nichts zu diesem heutigen Bild zu kommen, das Sie hier vor sich sehen, bann verstehen wir die Gröhe
der Verpflichtung, die uns die Verheißung dieses Gewordenen, so mühsam Erkämpften auferlegt. Es würde ein Frevel sein, wenn wir jemals sinken liehen, was mit so viel Arbeit, so viel Sorgen, fo viel Opfern und so viel Not erkämpft und errungen werden muhte. (Stürmische Heilrufe.) Nein! Die Bewegung, sie lebt und steht felsenfest gegründet. Und so lange auch nur einer von uns atmen kann, wirb er biefer Bewegung seine Kräfte leihen unb für sie eintreten, so wie in ben Jahren, bie hinter uns liegen. 2Nan kann nicht bem untreu werden, was einem ganzen Leben Inhalt, Sinn unb Zweck gegeben hat. (Brausende Beifallsrufe.)
Treue und Kameradschasthaden uns groß gemacht
Es war eine große Not und ein gewaltiges Gebot, die uns ergriffen. Es wird so etwas nicht aus Nichts getan, wenn diesem Werk nicht ein großer Befehl zugrundeliegt. Und den Befehl gab uns kein irdischer Vorgesetzter, den gab uns der Gott, der unser Volk geschaffen hat, (tosender Beifall) und der nicht wollen kann, daß sein Werk zugrundegeht, nur weil ein Geschlecht schwach geworden war. Zu sehr hängen wir alle an dieser unermeßlichen Arbeit und ihrem herrlichen Ergebnis, als daß wir in unserer Pflichterfüllung in der Zukunft wankend werden könnten. Aber es ist notwendig, daß wir in äußerster Klarheit und über dieser zum Bewußtsein bringen, was uns groß gemacht hat, auf daß wir nie das vergessen, was uns allein groß erhalten kann. (Minutenlange Beifallskundgebungen.)
Es war bie grenzenlose Treue z u unser em Volk unb aus ihr abgeleitet bie Treue zu unserer Bewegung. Es war bie Treue untereinanber, es war eine nie zer- brechenbe Kameradschaft, es war Gehorsam, Folgsamkeit, Bescheidenheit, es war Aufopferung, Bereitwilligkeit für unser 3beal, benn sonst wäre biefes Wunder nie gekommen. (Heilrufe) Wir stehen heute hier, 200 000 von ben fast einer Million sind versammelt. 200 000 Männer, bie nichts hergerufen hat, als bas Gebot ihres Herzens. (Stürmischer, sich immer erneuernder Beifall.)
Es war die große Not unseres Volkes, die uns einst ergriffen hat und die uns zusammenführte im
■
:?
w
MM
Z-'if v.z.
«MW NW s
Der Führer begrüßt den Reichswehrminister von Blomberg.
der Führer, „wird tief hineingreifen in die Gesamtsumme einer artmäßig verwandten Kulturleistung der Jahrtausende und wird dennoch feinem künstlerischen Willen und Wollen geschlossen Ausdruck verleihen." „Das künstlerische 'Schaffen eines produktiven Zeitalters kennt keinen Stil. Es findet aus blutmäßig verwandten alten oder aus weltanschaulich verbundenen Zeiten unb wenigen assimilierten Fremden die Brücke zu neuen Ausgaben". Von Gott begnadete schöpferische Geister brauchen keine Bevormundung und keine Rezepte. Pflicht des nationalsozialistischen Reiches ist es nur, wenn Gottes Gnade in einem solchen Genie sichtbar wird, ihm auch die Aufträge der Nation zu geben, um die Kunst wieder in'lebendige Beziehung zum Volk zu bringen. Das Volk wird auch hier wieder in den Mittelpunkt gerückt. Ihm eine neue Welt der Schönheit zu erschließen, die der Führer prophetisch ankündigt, ist Sinn und Zweck der Kulturpolitik des Dritten Reiches.
Erzieherisch sind auch die politischen Aufgaben, die der Führer sich und seinem Volke für das kommende Jahr gestellt hat. Das Zusammenwachsen von Partei und Staat legt den zur Führung Berufenen nach den Worten des Führers die Verpflichtung auf, dem Volk Vorbild zu sein in Treue und Gehorsam, Opferwilligkeit und Bescheidenheit. Die Gliederungen der Partei sollen eine einzige verschworene Gemeinschaft werden, deren unerschütterliche Treue und Loyalität der unverrückbare Eckpfeiler des nationalsozialistischen Staates ist. Und von diesem Bollwerk aus soll der Angriff Dorgetragen werden zur Gewinnung jener Volksgenossen, die noch nicht den Weg zum Nationalsozialismus gefunden haben. Von hier aus soll auch die Vertrauensbasis im Volke gestärkt und verbreitert werden. Glaube an sich selbst, Zähigkeit und Beharrlichkeit, die Tugenden, die den Führer selbst groß gemacht und seine Bewegung trotz.
Not und Enttäuschung, Verrat und Abfall in beispiellosem Anstieg zum Sieae geführt haben, es sind die gleichen Tugenden, die der Führer heute seinem Volke predigt, um es stark zu machen für den Weg, der vor uns liegt.
Wenn die ausländischen Gäste von diesem deutschen Nationalkongreß in Nürnberg die Erkenntnis mitnehmen möchten, daß das deutsche Volk mit seinem Führer zusammengeschweißt ist auf Gedeih und Verderb, daß Haß und Verleumdung jenseits der Grenzen die Schicksalsgemeinschaft aller Deutschen nur fester kittet, so würde man das schon als Gewinn buchen. Aber leider scheint es noch lange nicht so weit zu fein. Freilich in einigen Hirnen dämmert schon etwas von den Zusammenhängen zwischen außenpolitischer Bedrückung und dem inneren Reinigungsbad, dem sich Deutschland unterworfen hat. So schreiben z. B. die „Basler Nachrichten": „War es eine verhängnisvoll kurzsichtige Politik, dem demokratischen Deutschland sein nationales Recht fünfzehn Jahre lang zu versagen, mit dem Resultat, daß die deutsche Demokratie daran kaputt gemacht wurde, so ist feine Verweigerung gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland nicht minder kurzsichtig. Hier liegt eine der stärksten Quellen der Macht des Nationalsozialismus. Je mehr die Aussicht auf eine anständige, ehrenhafte Bereinigung des deutschen Verlangens verdaut wird, je feindseliger die Welt sich dagegen stellt, je einsamer es um Deutschland wird, um fo stärker bäumt sich dagegen das nationale Gefühl auf, um so mehr schweißt man damit das deutsche Volk zusammen, um fo mehr sammelt man damit seine ungeheure Mehrheit, fo kritisch sonst Einzeldinge beurteilt werden mögen, um die nationalsozialistische Führung als den Repräsentanten der Nation, der nationalen Ehre und Gefühle." — Aber solche Stimmen der Einsicht sind selten genug. In der großen Presse Englands und
Frankreichs feiern auch heute noch Mißtrauen und Uebelwollen, Unverstand und offener Haß wahre Orgien der Völkerverhetzung. Des Führers Worte, daß die deutsche Nation ohne Haß und Rachsucht gegen Andere Friede und Freundschaft auch mit denen suche, die uns vor 15 Jahren noch als Feinde gegenüberstanden, werden totgeschwiegen oder argwöhnisch bekrittelt. Statt dessen muß die stramme Disziplin der in Nürnberg aufmarschierenden Massen dazu herhalten, um für ängstliche Gemüter unter den französischen und englischen Zeitungslesern das Gespenst eines kriegslüsternen Germaniens mit grellen Farben hinzumalen. Selbst der Arbeitsdienst mit seinen geschulterten Spaten erregt Argwohn. Man faselt von Ersatz für die allgemeine Wehrpflicht, wenn man sich auch des ausgezeichneten Eindrucks nicht zu entziehen vermag, den unsere jungen Pioniere der Arbeit, wahre Soldaten des Friedens, auf jeden Beobachter machen. Aber es ist schon so, wie der Führer in seiner Proklamation gesagt hat: „Es sind nicht die Völker, die Streit und Krieg wünschen, sondern kleine Elianen internationaler Hetzer, deren Interesse es ist, Kriege zu machen, an Kriegen zu verdienen, aber niemals in Kriegen zu kämpfen". Wir empfehlen Engländern und Franzosen, die sich von ihrer Presse in Argwohn und Mißtrauen gegen das seiner friedlichen Aufbauarbeit nachgehende deutsche Volk hineinhetzen lassen, die Lektüre der Berichte über die Untersuchungen des amerikanischen Senatsausschusses über die internationale Verfilzung der Rüstungsindustrie. Sie sind in mancher Beziehung interessant und lehrreich. Das „Geschäft mit dem Tode" blüht heute mehr denn je. Es wäre dem Weltfrieden sicherlich mehr damit gedient, den Handlangern dieses schmutzigen Geschäfts auf Die Finger' zu klopfen, als friedliche Demonstrationen innerer Gesundung und nationalen Aufbauwillens ebenss töricht wie böswillig zu verdächtigen.


