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Nr. H Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)5rettag,8.ZlinNY3§

Vogelstimmen des Waldes.

Konzert ist heute angesagt Im frischen grünen Wald; Die Musikanten stimmen schon, Hört, wie es lustig schallt!

Das lautlose Schweigen im Walde, das leise Wehen und Flüstern und dann wieder das laute urgewaltige Sausen und Tosen gehören zu den eigenartigsten Reizen des Waldes. Die vielen Dogel- ftimmen, die den Wald bald mehr, bald weniger laut und in verschiedenster Weise durchschallen, ent­würfen und erfreuen den Naturfreund, besonders wenn er schon an der Stimme den Vogel zu erken­nen vermag. Das ist aber nur bei den wenigsten Wanderern im Walde der Fall. Im Frühjahr jubi­liert, musiziert und singt es in allen Winkeln und Ecken des Waldes, in den Bäumen und Gebüschen, die Sänger des Waldes feiern die Wiederkehr des Frühlings.

Als die ersten Frühlingsboten der Vogelwelt ha­ben sich schon in der ersten und zweiten Woche des Februars Star und Lerche eingefunden; dann im März kommen sie alle der Reihe nach wieder, die lieben Sänger des Waldes, zuerst die Bachstelzen, die Drosseln, Hohl- und Ringeltauben, die Rot­schwänze, das Rotkehlchen, die Herfenbraunelle, der Baumpieper, später erst im April der Kuckuck, der Wiedehopf, der Pirol, die Turteltaube, der Wende­hals, die Grasmücken, die Laubvögel und die Nachti­gall, wenn der Frühling vollends seinen Einzug gehalten hat.

Schon vor dem Walde begrüßt uns der laute schmetternde Frühlingsfinkenschlag,der Distelfink spielt keck vom Blatt die erste Violin, sein Vetter Buchfink nebenan begleitet lustig ihn". In den Baumgruppen der Aulandschaft, die zum Walde führt, lockt und singt der Grünling mit seinem kla­ren, klingendenGickgickgick", klappert das Müller­chen, die Zaungrasmücke ihrDidlidlidlidlidlid", läßt der rotrückige Würger oder Dorndreher sein zwitscherndes, an eine Reihe anderer Vogelsang­motive sich anlehnendes Lied ertönen. Von allen Seiten hört man den Ruf der Wildtauben, das Ge­lächter, Trommeln und Hacken der Spechte und den fleißigen, lauten und anheimelnden Kuckusruf, der uns erst so recht eigentlich an die Wiederkehr des Frühlings glauben macht. Don den Wipfeln der Waldbäume herab schwatzen und singen, pfeifen und schnalzen die Stare und rufen die Kirschkern­beißer ihr kurzes, kräftigesZicks" und milderes

Zieh".

Ein trauter Geselle ist uns der Buchfinke, der aus dem Walde heraus in unsere Anlagen und Garten kommt und uns mit seinem kurzen, hellen "Pink" undJrrpinkpinkpink, irrpinpink in den Wald lockt.

Viel ernster, melodischer, kunstvoller cst der Ge­sang der edleren Sänger des Waldes. Die Teno­risten sind die Amsel und die Singdrossel. In der Morgendämmerung schon schmettert die Amsel ihren melodischen Flotengesang in den Fruhl.ngswald hinein und in der späten Abenddämmerung ver- Nimmt man noch ihr herrliche- Lied Nicht klong- voU, dosür aber reicher an verschiedenen Motwen ist das Lied der Singdrossel deren herrliche- Sin- geil von den ersten mitten Herbsttagen bis in ben Hochsommer hinein andauert. Klangvoll flötend ist auch dasGidler" des Pirols, der Goldamsel, die sich mehr an den Waldrand hält. ..... m ,

Unter den Erd- und Laubsängern ßnd die Nachti­gall, der Sprosser und das Rotkehlchen die Meister. Die Nachtigall und der Sprosser oder die polnische Nachtigall, die beide mehr die Auen als den eigent­lichen Wald lieben, entzücken unser Ohr durch ihren wohltuenden, metallisch klingenden, kräftigen Ge­sang, der reich an langgehaltenen Schmettertouren

Aus Oer Provinzialhauptstadt.

Tage der 2Rofen.

Das Gesicht der Gärten hat sich nicht erst im letzten Menschenalter grundlegend geändert. Auch frühere Zeiten drückten bei der Gartengestaltung dem landwirtschaftlichen Bilde den Stempel ihrer Launen oder ihrer Geistesrichtungen auf. Von dem Schwetzinger Schloßgarten ober dem Park von Sanssouci bis zu einem neuzeitlichen Stein- ober Staubengarten liegen Welten von Liebhabereien. Diese Liebe zu Gärten betrachtet fast jebe Pflanze wie ein Schoßkinb, bas fein Betreuer unb Pfleger immer schöner, immer eigenartiger unb vollkommener haben möchte. Aus Den einfachsten Arten würben so Dutzenbe von Spielarten, bie häufig in ihrem Aussehen bie Stammutter beinahe nicht wiebererkennen lassen. Auch bie Rose, ober aerabe sie, war ein beliebter Gegenstanb von tau- fenberlei Züchtungsversuchen.

Von bem Winb- ober Heckenröschen bis zur Marschall-Niel-Rose ober bis zu ben Rosenneuheiten, bie in biesem Jahre zum ersten Male in ben Hcmbel kamen, liegen oft Jahrzehnte züchterischen Mühens. Die schöpferischen Möglichkeiten, bie in ber Pflanzenzucht weitesten Spielraum haben, locken zur Ergrünbung geheimnisvoller Vorgänge in ber Natur.

Duft unb Farbe haben ber Rose ben Ehrentitel einer Blumenkönigin eingetragen, ben ihr bis heute noch keine Rivalin streitig gemacht hat. Obwohl ber Duft ber Rose etwas Besonberes unb nur ihr eigenes ist, buffet fast jebe Rosenart anbers. Die biskrete Zurückhaltung, so möchte man es aus- brürfen, mit ber sie ben Hauch ihres Wesens ver­strömt, ist bas Anziehenbe an iyr, ist bas Geheimnis jeher Freunbschaft, trotz aller Dornen. Rosen in kristallenen Vasen finb wie bie zartesten Liedes- aebichte, in benen eine empfinbsame Seele Ausbruck finben kann.

Wie ber Duft ber Rose, ist auch bie Farbe ihrer Blütenblätter, auch wenn sie bie Sonne greller leuchten läßt, als sie in Wahrheit finb, von vorneh­mer Tönung. Balb wie Samt, halb wie Seibe, balb wie mit Pastellstiften gemalt ober in Del, balb als Topas, Saphir, Rubin ober Amethyst funkelnb ober in ben unwahrscheinlichsten Uebergängen von Ton au Ton schillernb unb boch nie kokottenhaft ge­schminkt, wirbt bas Lächeln ber Rose um unsere Gunst. Noch im einfachen Bauernröschen ist bie Grazie ihrer oerebelten Schwester. Wenn sich so ein Rosenstock mit seinen kleinen Blüten um ein Haus mit grünen Fensterläben, bunflem Fachwerk unb weißgekalkter Wanb ringt, bann ist bas, als ginge eines ber vielen Lieber um bas Gemäuer, in benen die Seele bes Volkes mit ber Blumenkönigin traute unb zärtliche Zwiesprache hält. Wo immer sich ein großes Gefühl ein Gleichnis schuf, ba war bie Rose fein Spiegelbilb. Wie bieRosen von Jericho", die Kreuzfahrer mit nach Hause brachten, unb bie verwelkt im Wasser roieber erblühten, so werben auch beim Anblick ber Rosen fast bei jebem Men­schen Erinnerungen wach anTage ber Rosen".

I.

Verteilung der Ehrendolche an die alten Kämpfer des Sturmbann 11/116.

Die mit bem Ehrenbolche ausgezeichneten alten Kämpfer.

ist. Manchem klingt bas schwermütige, feierliche Lied bes Rotkehlchens mit feinen vielen trillernden und flötenden Strophen und der klangschöne Gesang des Schwarzplättchens, reich an Flötentönen, fast schö­ner als der Nachtigallengesang. WieDibibi die düe dea bea büe beiba da" hört sich aus ben Fichten­kulturen heraus das Lied bes Fitislaubsängers an.

Wir haben aus ber großen Zahl ber fangeskunbi- gen Vögel bes Walbes bei weitem nicht alle er­wähnt. Alle wirken, jeder in seiner Weise, an bem vielstimmigen Waldkonzert mit. Ist die Zeit der Minne vorüber, dann wird es wieder stiller im Walde, einer nach dem andern stellt sein Singen ein, und ist der Hochsommer herangekommen, dann haben nach und nach alle Waldsänger zu singen auf- aehört. Jetzt hört man fast nur mehr vereinzelte Lock- und Warnrufe, das krächzendeRäätsch" des Eichelhähers, das kurze, lauteKja" der Dohle, das Kuwitt" des Walbkauzes, das rasche, hoheKuwisf, kuwiff" und das behaglichereGiwkuck, giwkuckuck, aewkuckuck des Steinkauzes, das dumpfe ,^)u" der Waldohreule, das HelleGäthgäthgäth" des Baum­falken, das langgedehnteHiah" des Mäuse­bussards.

Recht eigenartig hört sich bei einer nächtlichen Waldwanderung her Ruf der Eulen an, der zur Balzzeit am lebhaftesten und häufigsten, aber auch zu anderer Jahreszeit zu vernehmen ist.

Ausgiebiger Lärm herrscht das ganze Jahr, so­lange diese Vögel hier sind, in den Siedelungen des Fischreihers und der Saatkrähen. Weithin hört man das zweisilbigeChröa" und das kurze, höhere, ein­silbigeChräth" der Fischreiher, etwa wie miß­glückte Trompetentöne oder die Schreie einer auf­gescheuchten Gänseherde klingend. In großer Zahl siedeln sich die Saatkrähen nebeneinander an. Je­der Baum trägt da oft mehrere Nester. Das rauhe, Kroah" undKrr" der einzelnen Individuen ver­einigt sich da zu einem ohrenbetäubenden Lärm.

Bei den verschiedenen Vogelstimmen des Waldes dürfen wir auch der Balzlaute verschiedener Vögel nicht vergessen. Wer den Auerhahn mit der nötigen Geduld und Vorsicht am frühen Morgen bei ein» tretender Dämmerung anzuschleichen versteht, kann, genügend nahe gekommen, sein schwaches, wie mit Holzstäbchen verursachtesJlipp-ilipp-ilipp" hören,

Am Dienstag abend waren die alten Kämpfer des Sturmbann 11/116, die vor dem 31.12.31 in bie SA. eingetreten waren unb feit biefer Zeit ununter­brochen Dienst getan hatten, in den Räumen der Standarte 116 angetreten. Der Führer des Sturm­bann 11/116, Sturmführer Walter, übergab den­selben im Auftrag von Stabschef Röhm den von diesem gewidmeten Ehrendolch. Er ermahnte die alten Kämpfer genau wie in der Vergangenheit auch in der Zukunft sich für den Führer und seine Idee einzusetzen und nicht zu rasten und nicht auf den

Lorbeeren des errungenen Sieges auszuruhen, son­dern alles daranzusetzen, daß auch die SA.-Männer, die erst später zur SA. gekommen wären, im revolu­tionären Geiste erzogen würden.

Durch Handschlag verpflichtete sich jeder alte Kämpfer gemäß des Wahlspruchs, der auf der Klinge des Ehrendolches steht,

Alles für Deutschland!"

einzusetzen und unserem Führer Adolf Hitler ge­treue Gefolgschaft zu leisten.

Die VerkehrLerziehimgswoche in Gießen.

praktische Belehrungen auf der Straße. - Das Kind im Straßenverkehr.

Unter Führung des Reichsministeriums für Volks­aufklärung und Propaganda im Einvernehmen mit dem Reichsverkehrs- und Reichsinnenministe­rium findet in der Zeit vom 9. bis 16. Juni 1934 im ganzen Reich die Verkehrsficherheits- und Er­ziehungswoche statt. Die Maßnahmen und Ver­anstaltungen, die aus ihrem Anlaß an allen Orten durchgeführt werden, stehen unter dem Motto: Kampf dem Verkehrsunfal l". Hierbei darf jedoch darüber kein Zweifel fein, baß ber Kampf gegen bie Gefahr, bie nun einmal aus bem Verkehr zwangsläufig entsteht, nicht so geführt werben kann und darf, daß der Verkehr dadurch beeinträchtigt wird oder gar zum Erliegen kommt. Die Maßnahmen, die zur Einschränkung der Der- kehrsaefahren führen sollen, müssen daher von dem Grundsatz getragen sein:

Gegenseitige Rücksichtnahme aller auf alle!"

Darum ist ganz besonders die nationalsozialistische Bewegung dazu berufen, den ersten Generalangriff auf die Verkehrsgefahren zu führen, weil alle An­griffsmittel dieses Kampfes dem einen einzigen Grundmotiv entspringen unb in bem einen einzigen Ziel enben, bas unser Ziel auf allen Gebieten ist, in bem ZielVolksgemeinschaft".

Aus diesem Gemeinschaftsgedanken heraus haben sich Polizei unb Gendarmerie, Schulen, Verkehrsvereinigungen und RS.-Organisatio- nen in Stadt und Land zu gemeinsamer Arbeit an dem segensreichen Velehrungs- und Lr- ziehungswerk zusammengeschlossen.

Zunächst wirb in ber hiesigen Stabt burch P o - I i 3 e i unb in ben größeren ßanbgemeinben bes Kreises

am 8. Juni eine Belehrung ber Kraftfahrer, am 9. Juni eine Belehrung Der Rabfahrer unb am 10. Juni eine Belehrung ber Fußgänger innerhalb bes allgemeinen Straßenverkehrs statt- finben.

Des weiteren wirb bie Gießener Polizei in an­erkennenswerter Weife in ben ersten Tagen bie Be­völkerung burch eine Reihe sinnvoller Veranstal­tungen auf bie Derkehrsgefahren unb bie Möglich­keit ihrer Verhütung aufmerksam machen.

Es werben ferner im Laufe ber fommenben Woche in ben Ortsgruppen ber NSDAP, unb in ben Schulen Belehrungsvorträge mit Lichtbilbern über Verkehrsregeln uno Unfall­verhütung abgehalten werden. Insbesondere wird Ende nächster Woche ein namhafter Verkehrsfach­mann einen äußerst lehrreichen Lichtbildervortrag über den modernen Stadtverkehr halten. Hierauf feien schon jetzt alle Berufskraftfahrer hin­gewiesen, deren vollzähliges Erscheinen erwartet wird. Zeit und Lokal dieser Veranstaltung wer­den noch bekannt gegeben. Schließlich sei noch ein Hinweis gemacht auf die durch Schulen und Organe der NSV. zum Verkauf gelangenden Broschüren ,Kampf dem Verkehrsunfall." Die sehr inhaltsreiche und interessante Schrift, die zu dem geringen Preis von 10 Pfg. vertrieben wird, darf in keiner Familie fehlen. Es ist Pflicht eines jeden Volksgenossen, mitzuhelfen an der Verwirklichung der Idee, bie sich bie NSV. Abt. Schabenverhütung als Trägerin ber Veranstaltungen gesetzt hat, nämlich

Erhaltung der Volkskraft unter Ausschaltung aller vermeidbaren Verluste an Lebens- und Sachwerten!"

bem bann das eigentliche Balzen beginnt. Der Balz­ruf des Birkhahns besteht aus einem hohlen Pfei­fen, dem ein Zischen und dann ein truthahnartiges Kollern folgt, dabei führt er die tollsten Tänze auf. Bekommt man in der Abenddämmerung den Strich der balzenden Waldschnepfe zu sehen, so hört man dasSchiepen", hohe, scharspseifende, jäh abgebro­chene Töne, wiePsip, psieb" und ein dumpfes Knurren,Murksen".

So gewähren dem einigermaßen aufmerksamen Wanderer im Walde die Vogelstimmen eine ange­nehme Abwechselung, und wenn dazu noch die fleißige Musik der Zikaden, Grillen und Laubheu- schrecken, das Summen und Brummen der Käfer, Fliegen, Bienen, Wespen und Hummeln sich bemerk­bar macht, so herrscht im Walde, der manchen Leu­ten einsam und langweilig erscheint, ein reges Le­ben und Treiben,es musiziert, es singt und pfeift und klingt im frischen grünen Wald". Gr.

Bekanntmachungen res Personalamtes

Der Assistenzveterinärarzt an der tierärztlichen Fa­kultät der Landesuniversität Gießen, Dr. Karl Buhl, wurde mit Wirkung vorn l.Mai 1934 unter Be­rufung in das Bearntenoerhältnis zum Amtsoeteri- närarzt in Mainz mit der AmtsbezeichnungVete­rinärrat" ernannt. Der Justizinfpektor beim Amtsgericht Alsfeld, Friedrich Rudolf La hl, zur Zeit beim Amtsgericht Lich, wurde mit Wirkung vom 1. Juni 1934 zum Justizinspektor beim Amtsgericht Nidda ernannt.

AusparteiamtlichenBekanntmachungeri

Die Arbeitsgemeinschaft der technischen Lehrerin­nen im NSLB. des Kreises Gießen hält ihr nächste Arbeitsstunde am morgigen Samstag, 15,30 Uhr, in der Mädchenberufsschule (Kirchstraße 16) ab.

Die Lotterie

der nationalsozialistischen Idee.

Demnächst sind die braunen Lose mit bem symbo­lischen Bilb ber beulschen schaffenben Aufbauarbeit unb ber gewichtigen InschriftDem Deutschen Volke" überall zu haben. 1,5 Millionen Mark werben aus­gelost. Dielen Deutschen ebnet damit bie neue

NSDAP.-Geldlotterie ben Weg zum Glück, und allen bietet sie eine gute Möglichkeit, im Sinne der natio» nalsozialistischen Idee das ihre zur deutschen Aufbau­arbeit beizutragen.

tfnfer neuer Koman.

In ber morgigen Ausgabe bes Gießener Anzei­gers werden wir den mit außerordentlichem Erfolg zum Abdruck gebrachten RamanUnd nun, Ellen?' von Käthe M e tz n e r beenden. In der gleichen Nummer unseres Blattes werden wir mit der Ver­öffentlichung eines neuen großen Romanwerkes beginnen, mit dem wir wiederum einen Publikums­chlager allerersten Ranges erworben zu haben alauben. Die Autorin ist unseren Leserinnen unb Lesern als die Verfasserin der RomaneIch hab dir verziehn",Deiner Hände Werk" undB. 518. Pvonnes Geheimnis" bereits seit längerer Zeit wohl bekannt. Ihr jüngster Raman erschien unter Dem Titel

Was mein einst war"

von Klothilde von Stegmann

und dürfte als ein glänzend geschriebenes, unerhört spannendes und dramatisch gesteigertes Werk vom . ersten bis zum letzten Kapitel die Aufmerksamkeit ihres Lesers aufs Höchste fesseln. Die sehnsüchtige Spieluhrweise des alten LiedesAus der Jugend­zeit, aus der Jugendzeit" mit dem wehmütigen Re- frain was mein einst war" gibt das musika­lische Leitmotiv einer leidenschaftlich bewegten Handlung. Der Kampf zweier jungen Menschen um das Glück ihrer großen und reinen Liebe wird von Klothilde von Stegmann in packenden Szenen ergreifend und lebenswahr geschildert. So sind wir gewiß, auch mit dem morgen beginnenden neuen Roman der beliebten Autorin allen unseren Lese- rinnen und Lesern in Stadt und Land eine wirk­liche Freude zu bereiten.

Anordnung zum Schuh der Mindest­leihgebühren des Leihbüchereigewerbes

Zur Sicherung der Kulturaufgaben des Leih« büchereiaewerbes ordne ich auf Grund des § 25 der Ersten Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammergesetzes vom 1. November 1933 (RGBl. 1933 Bl. I S. HKH.) hierdurch folgendes an:

Die von den Vertretern der Leihbüchereien im Börfenverein und von den Obleuten ber Fach­schaft Leihbüchereien unter dem 20.4.34 (11. Dtsch. Bchh. 1934 Nr. 37 und 47; Ztschr. d. Leihbücherei 1934, Nr. 4) festgesetzten Mindestleihgebühren sind für jeden Inhaber einer Leihbücherei verbindlich.

Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen ziehen Ordnungsstrafen nach sich und können im Wiederholungsfälle zum Ausschluß aus der Reichs­schrifttumskammer gemäß § 10 der genannten Verordnung führen.

Der Präsident der Reichsschrifttumskammer.

I. V.: gez.: Dr. W i s m a n n.

Festsetzung von preisen für Eier im Wirtschaftsbezirk Hessen.

Der Reichskommissar für die Vieh-, Milch- unb Fettwirtschaft hat unter dem 30. Mai gemäß § 14 der Zweiten Verordnung über die Regelung des Eiermarktes vom 3. Mai 1934 mit Wirkung vom 1. Juni 1934 für den Wirtschaftsbezirk Hessen den Mindesteinkaufspreis für Eiererzeu­ger auf 1,15 Mark je Kilo festgesetzt. Dis bevorstehende Regelung gilt bis auf weiteres. Die Einhaltung ist sorgfältig zu überwachen.

^ornvtucii.

Tageskalender für Freitag: Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Zu Straßburg auf der Schanz".

Der Gustav-Adolf-Frauenverein veranstaltet am kommenden Sonntag, 10. Juni, in der Turnhalle am Oswaldsgarten einen Spiel-, Mu­sik- unb ßieberabenb unter bem GebautenBrüber in Not". (Siehe heutige Anzeige.)

Eine Milchviehauktion finbet am Freitag, 15. Juni, veranstaltet von ber Nutzviehbe- schaffungs e. G. m. b. H. Frankfurt a. M., in bem Anwesen Robheimer Straße 50, statt. (Siehe bie heutige Anzeige.)

* Straßensperrung. Wegen Vornahme von Gleisumbauarbeiten wirb ber Erbkauterweg zwischen Schisfenberger Weg unb verlängerter Sie» bigstraße vom 7. bis 16. Juni 1934 für jeglichen Fahrzeugverkehr gesperrt.

** Das Melbeamt für ben Freiwilli­gen Arbeitsdienst, Liebigstraße 16, ist am Montag, dem 11. Juni 1934, geschlossen.

** D i e Museen im Alten unb Neuen Schloß finb am Sonntag zwischen 11 unb 13 Uhr geöffnet.

** Offenlegung ber Schlachthof-Ge- bührenorbnung. Die Bürgermeisterei Gießen gibt bekannt, daß die Gebührenordnung für den Städtischen Schlachthof zur Einsichtnahme bei der Schlachthofverwaltung offenliegt. Auf die Bekannt­machung sei besonders hingewiesen.

** Hessischer Iagdklub Gießen. In Bad Homburg v. d. H. fand dieser Tage die Jagd- ausstellung 1934 statt, die von unserm Klub mit einem Hirschgeweih, 33 Rehstangen, einem Auer­hahn und einem Birkhahn beschickt wurde. Der beste Bock der Ausstellung, geschossen von unserem Mitglied Herrn Forster Butteron, Röthges, erhielt eine goldene Medaille und einen silbernen Becher, weitere silberne Medaillen ebenfalls Herr Forster Butteron, Herr H. K e i ß n e r - Gießen; Broncemedaille Herr H. K e i ß n e r - Gießen. Zwei weitere silberne Medaillen für einen Auer- unb einen Birkhahn erhielt Herr ftub. jur. Karl Klein» Gießen.

** Sonntagsrückfahrkarten zum Kreis-Turnfest in Großen-Linben. Zu bem Kreis-Turnfest in Großen-Linben werben von ben Bahnhöfen ber nachftehenb genannten Strecken Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben: Friebberg (Hes­sen)Nieberwalgern, AlsfelbGießen, Amöneburg Burg- unb Nieber-Gemünben, Grünberg (Obh.) LollarWetzlar, HaigerGießen, Weilburg (Lahn) Gießen, GrävenwiesbachAlbshausen, Dillenburg Straßebersbach, HerbornNieberwalgern, Nibba Gießen, MückeHungenFriebberg unb Schotten Friebberg. Die Fahrkarten haben folgenbe Gel­tungsbauer: Hinfahrt: 9. Juni 0 Uhr bis 10. Juni 24 Uhr; Rückfahrt: 9. Juni 12 Uhr, bis 11. Juni 12 Uhr.

** Deutsche Luftpost nach Sübame» rika. Das LuftschiffGraf Zeppelin", bas so­eben von seiner ersten biesjährigen Sübamerika- fahrt zurückgekehrt ist, wirb am fommenben Sams­tag bie zweite Fahrt von Friebrichshafen aus an­treten. Das Luftschiff nimmt roieber ßuftpoftfen» bungen (Briefe unb Pakete) für Argentinien, Bo-