soll. Der medizinischen Kunst hat sein Zustand bisher getrotzt. Abgesehen von diesen Absonderlichkeiten ist der unglückliche Ernest Gardner gesund und munter.
Der Luxusbau des Völkerbundes.
(rt) Genf.
Im Arianapark ist das neue Gebäude des sehr brü- chigen Völkerbundes jetzt im Rohbau fertiggestellt. Mit der Inneneinrichtung ist bereits begonnen worden, und sehr stolz wird berichtet, daß diese moderne Aktenbegräbnisstätte fast denselben Umfang habe wie das Prunkschloh Ludwigs XIV. in Versailles. Für die Inneneinrichtung hat die südafrikanische Union eine Holztäfelung für den Raum gestiftet, in dem die Ausschüsse tagen sollen' Australien schenkte den Präsidentenstuhl für den Plenarsaals Holland Furnierhölzer für das Zimmer des Generalsekretärs, Persien Tapeten und Rockefeller eine Bücherei von mehr als einer Million Bände. Die europäischen Grobstaaten aber stifteten — nichts.
Die gewaltigen Bauten flankieren den Hauptpalast mit dem Saal der Dölkerbundsversammlung, der Platz bietet für 600 Delegierte, Sachverständige und Sekretäre, für 500 Journalisten und 800 Zuhörer. Das Sekretariatsgebäude enthält allein 550 recht große Räume. Der Stil, in dem diese Gebäudemasse aufgeführt wird, ist halb klassizistisch, halb französisch und derart langweilig, daß die Fassade alles ist 'ünd die Räume sich nach der Fassade zu richten haben. Modern oder repräsentativ wirkt die Anlage jedenfalls nicht', und schon als dem Franzosen Ren- not der Bauplan abgekauft wurde, erfuhr er eine herbe und berechtigte Kritik, die jetzt, da die Gebäude fast fertig sind, allgemein und bissig ist.
Während viele Mitglieder des Dölkerbundes ihre Beiträge nicht entrichten und vier der großen Weltmächte mit dem Rumpfoölkerbund nichts zu tun haben, wird hier ein Gebäude fertiggestellt, das ungeheuere Summen verschlingt. Die Gesamtbaukosten wurden 1932 auf 25,2 Millionen Schweizer Franken veranschlagt, von denen noch drei Millionen durch Beiträge der Völkerbundsstaaten abzudecken sind. Aber schon jetzt wird behauptet, daß die wirklichen Baukosten bedeutend höher sein werden. Reben schweizer und französischen Firmen sind vor allem englische am Bau beteiligt. Es versteht sich, daß alle deutschen Firmenangebote unberücksichtigt blieben — zu einem Zeitpunkt übrigens, als Deutschland noch Mitglied des Völkerbundes war.
Das Wunderschwein.
(rb) Budapest.
Das Gericht in Kecskemet (Ungarn) hatte kürzlich eine eigenartige Klage eines ungarischen Bauern zu verhandeln, die dieser gegen die ungarischen Staatsbahnen angestrengt hatte, weil seine trächtige Muttersau dem zwischen Kecskemet und Fülöpszallas ver
kehrenden Motorzug unter die Räder gekommen und mausetot gefahren worden war. Der Bauer forderte von den ungarischen Staatsbahnen nicht weniger als 300 Pengö Schadenersatz. In seiner Klageschrift wies er darauf hin, daß einzig und allem die Staatsbahn an dem betrüblichen und unerwarteten Hinscheiden seiner Sau Schuld trage, denn das Tier habe sich schon viele Monate hindurch täglich sein Futter an der Böschung des Bahndammes gesucht gehabt und sei so intelligent gewesen, daß es den Fahrplan ganz genau gekannt habe.
Da der Todeszug an dem Unglückstage aber 20 Minuten Verspätung gehabt habe, sei die Sau jedenfalls der Meinung gewesen, daß er ihr Futterrevier bereits passiert habe. Sonst hätte sie nämlich, wie all die Monate hindurch, den Bahndamm überhaupt nicht betreten! Da der Lokomotivführer zudem versäumt habe, das arme Tier durch ein Signal zu warnen, könnten überhaupt gar keine Zweifel darüber bestehen, daß allein die Staatsbahn für den Unglücksfall verantwortlich zu machen sei.
Als der Richter die Klage des Bauern nicht nur abwies, sondern ihn auch darauf aufmerksam machte, daß er froh sein müsse, nicht selbst von der Staatsbahn eine Klage wegen fahrlässiger Gefährdung des Eisenbahnverkehrs aufgehalst erhalten zu haben, verließ der Bauer kopfschüttelnd den Gerichtssaal und beklagte sich bitter darüber, daß es in Ungarn keine Gerechtigkeit gebe.
Die Billa des Terentius Barro.
(d. d.) Rom.
In der Nähe von Cassino, dem antiken Casinum, sind in der letzten Zeit interessante Ausgrabungen gemacht worden: Ein mächtiges etruskisches Grabmal, ein römisches Theater, ein Amphitheater und endlich die Reste einer berühmten, prächtigen Römervilla wurden freigelegt. Die an einem lieblichen Flußufer gelegene Villa gehörte einst dem Gelehrten und Schriftsteller Terentius Varro (116 bis 28 v. Ehr.), der hier eine blühende Philosophenschule leitete. Der Landsitz war mit fürstlichem Luxus ausgestattet, enthielt üppige Thermen, ein riesiges Geflügelhaus, eine Fischzucht, Bienenhäuser in wundervollen Gärten und prächtigen Parkanlagen. Terentius Varro, ein treuer Freund Julius Cäsars, kam nach dessen Ermordung auf die Proskriptionsliste, sein Besitz wurde konfisziert, und doch gelang es ihm, feine Landvilla wiederzuerhalten, so daß er hier seine letzten Lebensjahre un- behelligt verbringen konnte. Im Frieden des Landlebens schrieb er sein Buch „De re rustica“, das heute wieder durchaus aktuell ist, weil darin das Großstadtleben verurteilt und das weit gesündere Landleben empfohlen wird. Das Buch enthält eine ausführliche Schilderung des schönen Landsitzes, dessen kostbare Trümmer nach Jahrtausenden nun wieder von der Sonne beschienen werden.
Wirtschaft.
* Reichstagung des Schuhhande ls. Der Reichsverband Deutscher Schuhhändler hält seine Hauptversammlung am 11. und 12. Juni in Frankfurt a. M. ab. Auf der Tagung, die im ersten Jahre des Neuaufbaues der deutschen Stände besondere Bedeutung hat, spricht u. a. Präsident Dr. Lüer, der Reichsführer des Handels, ferner der Führer der Reichsgruppe Schuhe, Albert Neumann (Berlin).
frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 7. Juni. Die Börse hatte größere Umsätze am Aktien- wie am Rentenmarkt, wobei Tauschoperationen von Aktien in Renten eine Rolle spielten. Durch verschiedene Hinweise in der Öffentlichkeit auf die hohe Rendite der Festverzinslichen und gestützt auf die aktive Anleihepolitik des Reiches standen Renten heute im Vordergrund. Neubesitz zog um 15 Pf. auf 22,90 an, die übrigen Reichsanleihen waren gut gehalten, nur Alt- oesitz eröffneten 0,50 v. H. leichter. Am Aktienmarkt erfolgte zunächst durchweg ein leichter Kursrückgang, später wurden die Anfangsverluste zum Teil wieder etwas ausgeglichen. Für die Gesamtbörse waren die Verlängerung des Hollandkredites, das deutsch-niederländisch-indische Abkommen über den Warenverkehr und schließlich eine Reihe günstiger Bilanzoor lagen und Gesellschaftsberichte zu beachten. Farbenindustrie eröffneten mit 143 (144,75) und lagen später bei 143,50 bis 144 wieder etwas freundlicher. Deutsche Erdöl zogen 0,50 v. H. an, dagegen lagen Metallgesellschaft 1 v. H. und Rüt- gerswerke 0,90 o. H. schwächer. Am Elektromarkt verloren Rhein. Elektro, Gesfürel und AEG. je 1 v. H., Schuckert 2 v. H., Siemens und Licht & Kraft je 0,50 v. H. Montanwerte notierten überwiegend etwas schwächer, so Rheinstahl um 2 d. H., Stahlverein und Klöckner je 1 v. H., Harpener 0,65 v. H., Gelsenkirchen 1,25 v. H., Mannesmann 0,40 v. H. Rhein. Braunkohlen waren zu 233 v. H., gut behauptet ebenso Kali Westeregeln mit 114,75 v. H. Don Schiffahrtswerten Hapag 0,25 v. H.,
Nordd. Lloyd 1 v. H. niedriger. Im einzelnen verloren Daimler, Reichsbankanteile und Deutsche Linoleum je 0,50 v. H., Conti Linoleum Zürich 1,40 d. H., AG. für Verkehr 1,25 v. H., Zellstoff Ascbaf- fenburg in Angleichung an Berlin 2 v. H., Aku 1,25 v. H.
Im Verlaufe schrumpfte die Umfatztätiokeil stark zusammen, lediglich in der Neubesitzanleihe waren die Umsätze zu unverändert 22,90 v. H. noch relativ groß. Die übrigen variablen Reichswerte zeigten keine Veränderung. Am Aktienmarkt waren die Kurse gegen das Anfangsniveau überwiegend um 0,50 bis 1 v. H. erholt, es kamen aber auch einige Papiere noch merklich schwächer zur Notiz, so z. B. Kali Salzdetfurth (— 2,25 o. H.), Ilse Stamm (—3,50 v. H.) und Scheideanstalt mit ca. minus 3 bis 4 v. H. Fest lagen dagegen Chade (plus 2 RM).
Am Pfandbriefmarkt lag ziemlich überraschend Angebot vor, was die Kurse sowohl für Gold- als auch Liquidationspfandbriefe um durchschnittlich 0,25 bis 0,50 v. H. drückte. Don Stadtanleihen zogen 7 v. H. Frankfurter nach Pause etwa 1 v. H. an, die übrigen lagen meist unverändert. Staatsanleihen waren ruhig. Don Auslandsrenten gaben Ungarn bis 0,50 v. H., Schweizer Bundesbahnen-An- leihen bis 3 v. H. nach. Tagesgeld unverändert 3,50 o. H.
Frankfurter Abendbörfe fester.
Frankfurt a. M., 7. Juni. An der Abendbörse setzte sich nach der vorübergehenden Unterbrechung sowohl am Aktien- wie am Rentenmarkt eine neue Befestigung durch und die Umsatztätigkeit war verhältnismäßig lebhaft. Neben Kauforders der Kundschaft betätigte sich auch die Kulisse etwas stärker am Geschäft, so daß gegen den festeren Berliner Schluß durchschnittliche Besserungen von 0,50 bis 1 v. H. eintraten. Am Aktienmarkt lag das Hauptinteresse bei Farbenindustrie, die 1,13 o. H. gewannen. Daneben waren Montan-, Kali- und einige Elektroaktien beachtet und im genannten
Ausmaße freundlicher. Daimler Motoren konnten sich um 1 v. H. und Mansfelder Bergbau um 1,25 v.H. erhöhen. Bei anhaltend freundlicher Tendenz ließ das Geschäft im Verlaufe etwas nach, ^chiff- fahrtswerte waren nochmals 0,50 v. H. hoher, während Farbenindustrie um 0,25 v. H. abbröckelten.
Am Rentenmarkt verzeichnete die Neubesitzanleihe wieder lebhaftes Geschäft und der Kurs stieg bis auf 23 v. H. Altbesitz lagen dagegen ruhig und unverändert und auch fönst traten keine wesentliche Veränderungen ein. Stahloerein-Donds lagen 0,40 v. H. höher, späte Reichsschuldbuchforderungen hielten sich bei 94,25 v. H. U. a. notierten: Neubesitz 23, Altbesitz 95,50, Stahlverem-Bonds 73,oO, Reichsbank 153,50, Gelsenkirchen 62,50, Harpener 98,25, Kali Aschersleben 117, Salzdetfurth 155, Westergeln 117,25, Mannesmann 65, Mansfeld 77,75, Phönix 49,25, Rheinstahl 95,90, Stahlverein 41 75 bis 42, Dekula 135, Bemberg 69,50, Daimler 47,75 bis 48, Scheideanstalt 202, Elektt. Lieferungen 96, IG. Farben 145 bis 144,75, Geffurel 101, Holzmann 62, Metallgesellschaft 83, Schuckert 92, Siemens 139, Zellstoff Waldhof 48,50,21®. für Verkehrswesen 65,75, Hapag 27 bis 27,50, Nordd. Lloyd 32 bis 32,50.
Fra :rter Pferdemarkt.
Frankfurt a. M., 7. Juni. Für den nächsten Frankfurter Pferdemarkt, der am 11. Juni stattfindet, rechnet man mit einem Auftrieb von etwa 200 bis 300 Pferden. Mittelschwere Arbeitspferde, die in letzter Zeit von der Landwirtschaft bevorzugt wer-
ruhig, ausverkauft.
den, werden in guter Dualität zum Verkauf stehen. Daneben werden auch ältere Pferde und Schlachttiere wie beim letzten Markt gesucht sein.
Frankfurter .marN.
Fr an kfurt a.M., 7.Juni. Auftrieb: Rinder insgesamt 103 (gegen 114 am letzten Donners- faamartt). darunter befanden sich 19 Ochsen 11
taamarkt), darunter befanden sich Bullen, 31 Kühe und 42 Färsen. Kälber 928 (893), fiammel 34 (32), Schafe 22 (20), Schweine» 580 (583). Rotiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 52 bis 53, b) 48 bis 51, c) 42 bis 47, d) 33 bis 41; Lämmer und Hammel bl) Stallmast- Hammel 37, c) mittlere Mastlämmer 32 bis 35; Schafe e) beste 34 bis 35, f) mittlere 28'-is 30, 6) geringere 24; Schweine b) 240 bis 300 Pfund 39 bis 41, c) 200 hjs 240 37 bis 41, d) 160 bis 200 35 bis 40, fette Ssteckjauen 34 bis 35, £2) an» dere 31 bis 33. Im Preisvergleich Zum letzten Donnerstagmarkt waren Kälber, Hammel und Schafe ziemlich unverändert, Schweine konnten sich um 1 bis 2 Mark befestigen. Morktverlauf: Kälber, Hammel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine
Schwerncrnarkt in Butzbach.
pb Butzbach, 7. Juni. Zum heutigen S ch w eine markt waren 289 Stück aufgetrieben. Es wurden gezahlt für Ferkel bis sechs Wochen 14 bis 16 Mark, von sechs bis acht Wochen 16 bis 19 Mark, von acht bis zehn Wochen 19 bis 24 Mark. Der Handel war lebhaft, der Markt wurde geräumt.
Oberheffen.
Kundgebung derNSDAp. in Butzbach.
4- Butzbach, 7. Juni. Die Ortsgruppe der NSDAP, hielt im großen Saale des „Hessischen Hofes" ihre Monatsoersammlung ab, die zugleich eine öffentliche Kundgebung darstellte. Sehr stark war der Besuch aus allen Bevölkerungsschichten. Ortsgruppenleiter Schneider erteilte nach kurzen Begrüßungsworten dem Hauptredner Kreisleiter Seipel das Wort, der etwa ausführte, daß die Geschichte aller Zeiten und Völker gezeigt habe, daß einer Revolution immer eine Gegenrevolution gefolgt sei. Auf die von 1918 sei die nationalsozialistische gefolgt und heute schon machen sich reaktionäre Strömungen bemerkbar, die unberechtigte Kritik an dem Nationalsozialismus üben wollen, und zwar geschehe dies meist aus durchsichtigen Gründen. Der Redner machte keinen Hehl daraus, daß wohl einige Fehler unterlaufen wären, aber nur ehrliche Kritik zum Zwecke der Besserung, am rechten Orte und auch von geeigneteren Leuten als seither sei zulässig. Diejenigen, aber, die das Volk einst in Sumpf und Schande gezogen haben, sie wollten ja nicht dem Volke helfen, sondern die Fundamente des neuen Staates unterwühlen und die Aufbauarbeit zerstören. Wer heute guten Willens fei, mitzuarbeiten, der soll jederzeit willkommen fein, denn Nationalsozialismus bedeute Arbeit. Es kommt nicht darauf an, welcher Herkunft ein Mensch sei, sondern darauf, was er Positives für sein Vaterland leiste. Im weiteren Verlaufe ging der Redner scharf mit denjenigen Feinden des Staates ins Gericht, die sich Parteigenossen nennen und doch keine Nationalsozialisten sind. Solche also, die nur ihre Mitgliedschaft erhalten wollten, um einen höheren Posten zu erlangen. Zur Frage, was es mit den Nörglern und unberechtigten Kritikern für die Folge gebe, äußerte sich der Redner, daß die letzte Revolution ohne Blutvergießen verlaufen, nun aber rücksichtslos gegen alle Saboteure vorgegangen würde, sofern die letzte Warnung ungehört verhallt fei. In solchen Fällen werde schon die richtige Strafe angewandt werden. Der neue Staat habe die Verantwortung für ein 65-Millionen-Dolk übernommen und keine Strafe erscheine deshalb zu hart. Mit einem letzten Appell wandte sich der Redner an alle Volksgenossen, mitzuhelfen, daß Deutschland wieder groß werde. Mit den Worten „Deutschland, Deutschland über alles" schloß Kreisleiter Seipel seine mit großem Beifall aufgenommene Rede. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil" wurde die Kundgebung beendet. Die Teilnehmer der Kundgebung fangen sodann das Horst-Wessel-Lied.
200 Jahre Bücking-Alsfeld.
Jubiläum einer allen hessischen Saufmamisfamilie.
LPD. Alsfeld, 7. Juni. Am 9. Juni dieses Jahres feiert die mechanische Kleiderfabrik Alsfeld, Georg Dietrich Bücking, ihr 200jähriges Bestehen. Alte Städtchen zeichnen sich meist aud) durch Bodenständigkeit ihrer Bewohner aus. In ihren alten Urkunden findet man Namen, die durch Jahrhunderte immer wiederkehren. Ein solches Geschlecht sind die Bückings im oberhessischen Alsfeld. Im Deutschen Gefchlechterbuch nimmt der Abschnitt „Bücking" nicht weniger als vierzig Seiten ein. Die Bückings gehören zu den ältesten der Sippen, die heute noch in den Städtchen wurzeln,
in denen vor Jahrhunderten schon ihre Vorfahren aßen. Jrn gleichen Hause, in dem die erste Generation den Grundstock des Geschäfts legte, betreibt es die fünfte weiter, die demnächst der sechsten Platz machen wird. Aus dem kleinen Geschäft des Jahres 1734 sind in den verflossenen 200 Jahren zehn neue einzelne Unternehmen hervorgegangen. 1500 Volksgenossen finden in dem jetzt wieder vor einer Erweiterung stehenden Bückingschen Unternehmen Arbeit und Brot. Und der Wahrspruch des Gründers: „Redlich im Handel, christlich im Wandel" wird heute so hoch gehalten wie vor 200 Jahren. *
Aus Anlaß des Jubiläums hat die Firma, eine „Georg-Dietrich-Bücking-Stiftung" in Höhe von 20 000 Mark ins Leben gerufen, die als Pensionskaffe für die Jubilare der Arbeit gedacht ist. Im Verlaufe der B e t r i e d s f e i e r wird die Ehrung von 48 Judilaren der Arbeit durch Herrn Bücking fen. stattfinden. Die Betriebsfeier wird in dem fast fertiggestellten etwa 1800 Quadratmeter großen Fabrikneubau gehalten, durch den die Firma nicht unwesentlich zur Behebung der Arbeitslosigkeit beigetragen und da- mit die Bestrebungen der Reichsregierung wirksam unterstützt hat.
Kreis Schotten.
W. Schotten, 7. Juni. Dekan Widmann wurde in der gestrigen Sitzung der Landessynode zu Darmstadt durch den Landesbrschof Lic. Dr. Biet» r i ch zum Mitglied der neugebildeten nassau-hessischen Handessynode berufen.
Kreis Alsfeld.
st. Kirtorf, 6. Juni. Dieser Tage trat die hie- sige Milch ab satz genossen schäft zur Ab- Haltung einer außerordentlichen Generalversammlung zusammen. Direktor Wilh. Erb begrüßte die Mitglieder. Zum Verkauf von Milch ab Hof direkt an Verbraucher wurde darauf hingewiesen, daß die Mitglieder reelle Angaben in der Lieferung vorzu- nehmen haben, damit nicht bei einer Kontrolle für den einzelnen Unannehmlichkeiten entstehen und bei unrichtigen Angaben die Anwendung der gesetz- lichen Maßnahmen erforderlich wird. Im weiteren Verlauf der Versammlung verpflichteten sich die Mitglieder einstimmig, ihr Schlachtvieh nur noch an die Viehverwertungsgenossenschaft zu liefern. Zur Statutenänderung wurde beschlossen, das Einheitsstatut, das von der Genossenschafts-Druckerei herausgegeben worden ist, anzunehmen. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil" auf den Führer schloß der Direktor die Versammlung.
ss. Grebenau, 7. Juni. Durch die Bauzu- schüfst für Instandsetzung von Wohnungen und Her- tellung von Neubauten zur Arbeitsbeschaffung sind amtliche Arbeiter hier in unserer Gegend beschaf- tigt. In unserer Gemeinde werden allein zwei neue Wohnhäuser, ein großer Kaufladen mit Lagerraum, drei Scheunen und noch verschiedene Umbauten ausgeführt. Gleichzeitig sind zur Zeit noch zwei Notstandsmaßnahmen beim hessischen Forst- amt Grebenau im Gang mit über 10 000 Tagewerke. 80 Mann werden augenblicklich beschäftigt. Don diesen 80 Notstandsarbeitern sind 42 Mann aus dem Kreise Lauterbach, die schon seit Juni voriges Jahr bis jetzt ununterbrochen be- fchäftigt werden.
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102
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128
—
SchrUthets Patzenhofer .......
0
—
—
105,5
106
Äku (Allgemeine Kunstseide) ..
Bemberg ................
0 0
62,75
69,5
61,5
69,5
62,25
69,25
61,25
68,75
Aellstoff Wakdhos ..........
0
49
48,5
48,5
48
HeHttoU Aschassenhurtz .......
Dessauer Gat ..............
0 7
42
42
125,75
42
124,4
Daimler Motoren ...........
0
47
48
47,25
47
Deutsch- Pin oleum ....... . _
0
62
62,5
62,25
62,75
Orenstein L Koppel.........
0
63,9
62,65
Leonhard Tietz .............
0
19,75
19,25
19,65
19,5
10
183
186
184
187
fccru HTU1 atomu FabrU.......
0
177,5
177
176,5
177
Innri-tBawnU ..............
c
140
1 137,5
141
137
01 rinnet...........-_____—
1 24
| —
I -
1 —
Mainvaftwerke Höchst L-«-...
-
75
—
Süddeutsch« Zucker
1
1 175,5
1173,25
1 175
1 175
6-Iuni
7.3unl
Amttiche Dotierung
Meld | 25rte'
Amillche Rotierung
Geld | Arie
Buenos Airec-
0,608
0,612
0,613
0,617
Brüssel.....
58,56
58,68
58,56
58,68
Rio de Ian.
0,155
0,157
0,155
0,157
Sofia ......
3,047
3,053
3,047
3,053
Kopenhagen.
56,49
56,61
56,74
56,86
Danzig.....
81,60
81,76
81,60
81,76
London .....
12,665
12,695
12,705
12,735
HeljingsorS..
5,589
5,601
5,604
5,616
Paris ......
16,50
16,54
16,50
16,54
Holland ....
169,73
170,07
169,73
170,0?
Italien.....
21,72
21,76
21,76
21,80
Japan ......
. 0,755
0,757
0,755
0,757
Jugoslawien
5,664
5,676
5,664
5,676
£310.....:
63,61
63,73
63,84
63,96
47,55
11,54
65,37
47,45
47,55
Lissabon ....
1L52
11,56
11,58
Stockholm...
65,23
65,48
65,62
Schweiz ....
81,32
81,48
81,49
81,65
Spanien....
34,30
34,36
34,32
34,38
Prag.......
10,43
10,45
10,43
10,45
Budapest ...
——
—
——
Reu York ...
2,509
2,515
Sanknoten
2,507
2,513
Serlin, 7-Juni
Geld


