Ausgabe 
8.2.1934
 
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Donnerstag, 8. Februar 1934

184. Jahrgang

Nr. 33 Erstes Blatt

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Die Frontkämpfer fordern Auslösung der Kammer

war er Handelsminister, 1909/10 Unterrichtsmlmster. Im Jahre 1910 wurde Doumergue zum Senator gewählt. 1913/14 war er erst Ministerprasl- deut, bann Außenmini st er und anschließend daran drei Jahre lang K o l o n i a I m i n i ft e_r. 1917 wurde er in besonderer Mission nach Ruß­land geschickt. Als die Neuwahlen 1924 zur Niederlage des nationalen Blockes gegen das Lmks- kartell führten und Poincare als Ministerpräsident und Millerand als Präsident der Republik zuruck- traten, wurde Doumergue am 13. Juni 1924 Präsident der Republik, und zwar als neutraler Kandidat zwischen der Mehrheit und der Minderheit. Er bekleidete sein Amt die vorgeschne- denen sieben Jahre und zog sich dann ins Privat- leben zurück.

werden von den Anstaltsleitern im Anschluß an die bestandene Reifeprüfung an den Oberpräsi­denten weitergereicht. Jedoch hat der An­staltsleiter unter eigener Verantwortung in jedem Falle zur Frage der'besonderen Hochschulreife aus- sührlich gutachtlich Stellung zu neh­men. Der Oberpräsident wird von den Anträgen dem zuständigen Gauleiter der NSDAP. Kenntnis geben mit der Bitte, etwaige Be­denken gegen die politische Zuverlässigkeit des An- tragstellers mitzuteilen.

Den Oberpräsidenten liegt die Sorge ob, öffent­liche und private höhere Lehranstalten angemessen zu berücksichttgen. Eine schematische Unter- Verteilung auf die einzelnen Lehranstalten ist nicht zulässig. Der Oberpräsident wird viel­mehr den besonderen Verhältnissen der einzelnen Schulen Rechnung zu tragen haben und deren Lei­stungshöhe bei der Verteilung berücksichtigen müs­sen. Die Zubilligung der Hochschulreife an Herbst­abiturienten und Nichtschüler, die während des Jah­res 1934 die Reifeprüfung bestehen, wird eben­falls nicht außer acht zu lassen sein. Der Erlaß ermächtigt die Oberpräsidenten, das Zeugnis der Hochschulreife e r ft dann zu erteilen, wenn sich ergibt, daß die volle Zahl der zugebilligten Hochschulreifezeugnisse voraussichtlich nicht in An­spruch genommen werden wird.

die Auflösung der Kammer zu verlangen und eine starke, saubere Regierung mit anständigen Männern zu bilden, um die Kammer und das Ansehen Frankreichs zu retten.

Der bourbonische Thron- prätendeni meldet sich.

Paris, 8. Febr. (DNB.-Funkspruch.) Der im Exil lebende Anwärter auf den Thron von Frank­reich Herzog Johann von Guise richtete durch dieAction Franchise" einen Aufruf an die Franzosen, in dem es heißt:

Jetzt seht Ihr, wohin Euch 60 Jahre repu­blikanischer Herrschaft und Partei- wirtschaft geführt haben. Franzosen aller Par­teien und aller Lebensstellungen! Die Stunde ist gekommen, den monarchistischen Grundsatz bei­zutreten, auf dem die Größe Frankreichs beruht und jahrhundertlang gedauert hat. Nur dieser Grundsatz kann den Frieden, die Ordnung, die Gerechtigkeit und die Kontinuität der Absichten und Handlungen sichern.

Gegeben im Exil den 7. Februar 1934.

Pläne folgendes erklärt:

Ich bin fest überzeugt, daß sich noch alles ins Reine bringen l ü ß t, doch müßte die Kammer von sich aus alles für eine Eini­gung und Entspannung tun. Wenn sie die Führer aller großen Parteien und die ehemaligen INinisterprafiden- ten auffordern würde, zusammenzulreten und ihre Streitigkeiten zu begraben, wenn sie die Verpflichtung übernähme, diese Männer zu un­terstützen, dann würde die Ordnung schnell wie­der hergestellt sein. Aber ich betone, die Kam­mer muß diesen Schritt von sich aus tun. Ein derartiges Kabinett, dem beispielsweise ein Waffen st ill st and bis Ende dieses Iahres gewährt werden könnte und das von den Führern der großen Parteien und den ehe­maligen Ministerpräsidenten gebildet wäre, würde im wahrsten Zinne des Wortes e i n Kabinett der nationalen Eini­gung sein. Es mühte sich einzig und allein mit der Verabschiedung des Staatshaushalts, der Wiederherstellung der Lage und der aufmerk­samen Prüfung der äußerst ernsten auhenpoli- tischen Lage befassen.

Nach OaladiersRückirittübernimmiDoumergue die Bildung eines Kabinetts der nationalen Einigung. Günstige Aufnahme in der Preffe.-Wird man um eine Auflösung der Kammer herumkommen?

Wiederum eine unruhige Nacht.

Schwere kommunistische Ausschreitungen. - Dreihundert neue Derhastungen.

Bildungswesens in Deutschland in die Wege geleitet werden kann.

Oie Hochschulreifezeugnisse in Preußen.

Ein Erlaß des Kultusministers.

Berlin, 7. Febr. Der preußische Kultusminister Rust hat in Durchführung des Gesetzes gegen die Uebersüllung deutscher Schulen und Hochschulen und des Erlasses des Reichsinnenministers für das Land Preußen die Zahl der Abiturienten und Abiturientinnen, denen im Jahre 1934 d i e Hochschulreife zuerkannt werden darf, auf 10 7 3 4 f e st g e s e tz t (darunter 1048 Abiturien­tinnen) und die Regelung der Zuerkennung der Hochschulreife getroffen.

Nach diesem Erlaß erfolgt die Ausstellung der Hochschulreifezeugnisse im Rahmen der den einzelnen Provinzen zugewiesenen Zahlen durch den Oberpräsidenten. Nur auf Antrag d e s Abiturienten wird das Hoch­schulreifezeugnis erteilt. Der Antrag ist mit der Ein­willigungserklärung des Erziehungsberechtigten und mit Angabe des erwählten Studiums dem Lei­ter derjenigen Schule einzureichen, an der die Reifeprüfung abgelegt werden soll. Die Anträge

P a r i s, 8. Febr. (DNB.) In den Abendstunden des Mittwoch spielten sich auf dem Boulevard des Capucins, also zwischen dem Opernplatz und der Madeleine, wieder heftige Zwischenfalle ab Die Zahl der Demonstranten war nicht be­sonders groß, aber ihre Dorgangsweise besonders charf. Es handelte sich um etwa 8 0 0 Kommu­nisten, die alle großen Schaufensterscheiben bis nach dem St. Lazare-Bahnhof hin einschlugen alles brennbare Material Bretterbuden, Banke usw. abrissen und anzündeten, sowie außerdem an etwa sechs Stellen die Wasser­leitung auf trugen, so daß die Straße überflutet wurde. Einige Gasleitungen wurden ebenfalls aufgeschlagen und das entweichende Gas angezündet. Die Kundgeber haben daran die Holzstücke entflammt, mit denen sie dann die Bretterscheiterhaufen in Brand steckten. Infolge dieser Vorkommnisse griff die Polizei energisch ein, und man trug eine ganze Anzahl von Verletzten

Auf der Rue Royale wurden zwei Polizisten zu Rad von der Menge angehalten und ihrer Räder beraubt. Die Demonstranten zerbrachen die Fahr­räder und streuten die einzelnen Teile umher. Auf dem Opernplatz haben Mitglieder der Patrio-

Grunde ist eine Zusammenfassung notwendig, die mit der Reichsschaft der Studierenden auf Öen deutschen Hoch- und Fach schu- l e n geschaffen ist, und die eine einheitliche Richtung der gesamten studentischen Erziehungsarbeit gewähr­leistet. Die Reichsschaft übernimmt die Durchfüh­rung der gemeinsamen Aufgaben (z. B. politische Schulung, Arbeitsdienst usw.), der Führer der Reichsschaft, der selbst vom Reichsinnenminister er­nannt wird, ernennt die Führer der Studentenschaft und der Fachschulschaft. In der Bewegung bestand die Reichsschaft schon durch eine Verfügung des Reichsjuqendführers vom Sommer des vorigen Jahres. Damit, daß sie nunmehr eine staat­lich anerf annte Drganija tion ift, ift ihr Aufgabenkreis wesentlich erweitert, das Recht der Bewegung aber dadurch garantiert, daß der T - ger der gesamten politischen ^ö^hung der N - tionalsozialistische Deutsche Studen- ^Mtt"der Verkündung der Reichsschaft ist elne lange Entwicklung innerhalb der Studentenschaft abgeschlossen und zugleich die Grundlage der künftigen Arbeit vollendet Das Ziel dieser Arbeit ist klar: es gilt, die gesamte Stu- dentenschaft zu einer so entschiedenen einsatzfähigen sozialistischen Truppe zu formen daßt vori ihr aus die Umgestaltung des Studien- und

Daß Männer, aus sämtlichen Parteien genommen, die Ordnung wiederherstellen müßten, ist auch die Auffassung desMatin", der, wie die meisten Blat­ter nach einer Regierung der nationalen (Einigung ruft Das Blatt ist davon überzeugt, daß das Ka­binett schon heute gebildet werde. Wenn das Lieber gefallen sei, könne man daran denken, Neuwahlen auszuschreiben. Andere Blätter glauben allerdings daß mit dieser Kammer überhaupt nichts anzufangen ist und daß sie sofort a u f g e l ö st werden müsse. Das Volk, erklären diese Organe, werde sich mit dem Rücktritt des Ka­binetts Daladier-Frot nicht begnügen. Dem Ab­tritt der vorausgegangenen Regierung wird von kei­nem Blatt eine Träne nachgeweiht. Selbst die radi­kale Presse zieht es unter den obwaltenden Um­ständen vor, die Betrauung Doumergues zu be­grüßen, weil sie in dieser Lösung immer noch eine bessere Garantie für die Wahrung der Verfassung erblickt, als m der Fortführung eines sehr unkartellistischen Exveriments. Größte

Der Rücktritt des Kabinetts Daladier wird als logische Folge der Ereignisse bezeichnet und mit einem Gefühl der Erleichterung be­grüßt. Die Betrauung Doumergues mit der Re­gierungsbildung löst, wenn man von den extremen linksstehenden Kreisen absieht, allgemeine ®e_s n u g t u u n g aus, da sie als alleinige Möglichkeit der Beruhigung der Geister angesehen wird. Dou­mergue wird als rechter Mann auf dem rechten Platz gefeiert, von dem man die Her- tellung des Friedens und die Bildung einer Regie­rung der nationalen (Einigung erwartet. Die An- ichten über eine Auflösung der Kammer und die Ausschreibung von Neuwahlen gehen hingegen auseinander.

Der künftige Ministerpräsident hat einem Mit­arbeiter des'Jntransigeant" telephonisch über seine

Paris, 7. Febr. (DNB.) (Eine Abordnung ehe­maliger Frontkämpfer und Kriegsopfer hat sich ins Elysee begeben, um dem Präsidenten der Republik eine einmütig angenommene Ent­schließung zu überreichen, die folgenden Inhalt hat:

Ehemalige Frontkämpfer, zumeist Verwundete aus der Kriegszeit, waren friedlich zusammenge­kommen, um gegen die schädlichen Skan­dale, die alle Tage auf gedeckt w e r d e n, zu protestieren und die so sehr ersehnte Aus­lösung der Kammer zu verlangen. Sie wur­den ohne Grund von der mobilen Garde um­stellt, verwundet, z u r ü ck g e t r i e b e n , geschlagen, ja sogar getötet, und dieses alles auf Anweisung des Innenministers und des Polizeipräfekten ohne irgendwelche Provozierung seitens der Frontkämpfer. Die Entrüstung ist groß. Gestern sind sie friedlich und ohne Waffen auf die Straße gegangen, aber angesichts dieser Heraus­forderung werden sie morgen mit Granaten und alten Kriegserinnerungen be­waffnet auf die Straße gehen. Dann wird man sie nicht zurückhalten können. Wir bitten Sie, Herr Präsident, um die Wiederholung dieser schmerzlichen Zwischenfälle zu vermeiden, vom Senat

Empörung herrscht jedoch auf der äußer st en' Linken. Der sozialistischePopulaire" wirst dem zurückgetretenen Kabinett vor, daß es trotz aller UnterstützungsbereitschaftderSozla- l j st e n die Regierungsgewalt an die nationale Einigung ausgeliefert und vor der faschistischen Meuterei kapituliert habe.

Oer neue Mann.

Gaston Doumergue ist am 1.August 1863 geboren. Nach Abschluß des juristischen Studiums wurde er Rechtsanwalt in Nimes. Er war als Richter in Cochinchina und in Algerien tätig. Im Jahre 1893 wurde er zum ersten Male zum Abgeordneten gewählt. In den Jahren 1905/06 leitete er das Kolonialmini st erium. 1906/07

emn und Ausgabe der studentischen VeMung. Von Or. Staber, MdX, Führer der Reichs­schaft der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen.

Inmitten der Kräfte, die für die Gestaltung der Zukunst eingesetzt werden können, hat die Studenten­schaft eine Verpflichtung übernommen, die nicht von heute stammt, sondern schon Jahre hindurch das wesentliche (Element studentischer Arbeit und studen­tischen Geistes bildet. Es ist die Verpflichtung, aus dem Volke heraus unabhängig von Stand und Stellung eine Generation von Männern zu erziehen, die als einzige Ordnung die der Leistung anerkennen und denen das größere Maß des Wissens nur Antrieb zu höherer Leistung und härterer Pflichtauffassung ist. Dabei wurden alle Gegensätze der Zeit innerhalb der Stu- dentenschast mit besonderer Wucht ausgetragen, und im Kampf der Weltanschauungen selbst wurde schon frühzeitig manches sichtbar, was noch heut als Aus­gabe besteht. Diese Klarheit der Zielsetzung und der entschiedene Einsatz gegen ein System der Ver­schwommenheit wurden deshalb von den Macht­habern des Novembersystems bald genug als eine Gefahr erkannt, der man nur dadurch begegnen zu können glaubte, daß man der Deutschen Studenten­schaft die staatliche Anerkennung entzog und ihr da­mit wesentliche Rechte nahm. Wie überall waren aber auch hier die Verbote nur ein Ansporn z u verstärkter Tätigkeit, und als der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund die Führung in der Studentenschaft an sich riß, war hier für den Nationalsozialismus eine Stellung er­obert, die im großen Kampf um die politische Macht keine unbeträchtliche Rolle gespielt hat.

Mit dem politischen Umbruch trat nun auch die Studentenschaft in eine neue Epoche ihrer Ar­beit ein. Durch ein neues Studentenrecht wurde ihr die staatliche Anerkennung zurückgegeben, und es galt nun, auf dieser Basis eine studentische Verfassung zu schaffen, die in ihrer Gestaltung der neuen politischen und geistigen Wirklichkeit des Reiches gemäß war. Es ist einsichtig, daß hier aus den Versuchen und Erfahrungen gelernt werden mußte, und wenn nunmehr auf Wunsch des Füh­rers durch den Reichsinnenminister die neue Ver­fassung der Deutschen Studentenschaft verkündet wurde, so ist in sie eine Reihe von Erfahrungen aus der Arbeit selbst eingegangen. Sie hat in kurzen Umrissen folgende Gestalt gewonnen.

tischen Jugendorganisation sich um einen Fahnen­mast mit der blauweißroten Trikolore versammelt und die Marseillaise angestimmt. Auf den Straßen herrscht in den Abendstunden (Erregung, und es kommt auch an mehreren Punkten zu Zusammen­stößen, besonders da, wo nicht Polizei, sondern M o b i l g a r b e den Ordnungsdienst versieht. Heber« all fahndeten Polizeistreifen auf herumstreifende Gruppen von Kommunisten, denen sich viele lichtscheue Elemente in der Erwartung auf Peute angeschlossen hatten. Von einer Polizeistreife wurden im Tuileriengarten zehn Kommunisten überrascht, die im Schutze der Dunkelheit einen Schützengraben auszuheben versuch­ten und die Hüter der Ordnung mit Revolver­schüssen empfingen. Sie wurden nach heftigem Widerstand festgenommen. Der polizeiliche Ord- nungsdienst ist um 2 Uhr zurückgezogen worden. Bei den Unruhen in der Nacht zum Donnerstag ist auch der Direktor der städtischen Polizei Mar­chand schwer verletzt worden. Insgesamt wurden 300 Verhaftungen vorgenommen. Zehn Polizisten werden als verletzt gemeldet. Das C a f e W e b e r an der Madeleine war wieder a l s Verbands st eile eingerichtet worden.

Die verantwortliche Leitung liegt beim Führer d e r D. St., dem zur fachlichen Be­ratung zwei Gremien beigegeben find: der A r - b e i t s t r e i s , der die engeren Mitarbeiter umfaßt, und die Kammer, in der die Mitglieder der Reichsleitung des NSDStB. und die Kreisleiter vertreten find. Im Arbeitskreis befinden sich auch der Obmann des V e r b ä n d e b e i r a t s und der Führer des Allgemeinen Deutschen W a f f e n r i n g e s , der die Aufgabe hat, den stu­dentischen Ehrbegriff aus feiner kastenmäßigen Ab­sonderung zu lösen. Weiterhin stehen dem Führer der D. St. die beiden A e 11 e st e n zur Seite, von denen einer stets der ordnungsgemäß aus seinem Amt geschiedene Führer ist. Sie haben ledoch nicht mehr große Einflußmöglichkeiten, da der Füh­rer der D. St. nicht mehr (wie in der vorigen Ver­fassung) von ihrem Vertrauen abhängig ist. Ihre Aufgabe besteht lediglich darin, in der Führung eine bestimmte Kontinuität zu wahren und Aufsichts­rechte guszuüben. Das entscheidend Neue dieser Ver­fassung besteht darin, daß s o w o h l i in A r b e i t s- krei^wie in der Kammersich Vertreter der N S B 0. befinden, die die enge Verbin­dung zwischen Arbeiterschaft und Stu­dentenschaft garantieren.

Aufbau der Deutschen Studentenschaft ist d a s großdeutsche Prinzip gewahrt, ftdoch ent­stehen durch die Zugehörigkeit zur D. St. für kei­nen Ausländsdeutschen Verpflichtungen die ihn mit den Gesetzen seines Staates m Konflikt bringen.

Fast von größerer Bedeutung als die neue Ver­fassung der Studentenschaft ift jebod) die D er - ünbung der F a ch s ch u l s ch a f t. (Es gibt in Deutschland kaum etwas Unübersehbareres a s das Fachschulwesen. Und doch ist gerade der Fachschüler vom nationalsozialistischen Standpunkt aus wert- nniior nl<5 ber Hochschüler: denn er kommt aus den SL Lr Arbeiterschaft und des Mittelstandes M« in ffiefen uÄt des Volkes dadurch einen tieferen Einblick als viele Hochschuler, denen nur der Geldbeutel des Vaters das Studium ermogltdjte, ker EÄÜng des eine ^befon-

wirkliche Durchdringung der Schuler mtt mthonn e?n1L al"°ma? gebrochen ist. Von jetzt ab ,ft auch nn/eefliebFachschülers£ schäft Mitglied von Arbeitskreis und Kammer ö Studentenschaft ist, wie auch der Fuhrtt der^ Deut­schen Studentenschaft zu den gleichen Gremien der Fachschulschaft gehört.

So stehen in Studentenschaft und Fachschulschaft zwei Organisationen nebeneinander, die zum 9 p Teil gemeinsame Ausgaben haben. Aus diesem

Paris, 7. Febr. (DRV.) Ministerpräsident Daladier Hal den Gesamtrücktritt der ranzösischen Regierung bekannlgegeben. Er wird damit begründet, daß man weiteres Blut­vergießen vermeiden und die Bildung einer R o t - tandsregierung (du salut public) ermög- ichen wolle. Um 19 Uhr wird bekannt, daß der rühere Präsident der Republik, Gaston Dou­mergue, sich bereit erklärt hat, den Auftrag zur Regierungsbildung zu überneh­men.