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Döif Klrschennnls, tnff einigen Löffeln kn Milch angerührtem Mehl binden.

Bei der Bereitung von Holundersaft wer­den die mit der Hand entkämmten, gut ausgereiften und gewaschenen Beeren mit ganz wenig Wasser gekocht bis sie genügend Saft abgegeben haben und zusammenfallen, dann gießt man den saftigen Brei in einen Stoffbeutel und läßt den Saft aus dem aufgehängten Sacke in ein untergestelltes Ge- äß ablaufen. Wenn kein Auspressen stattfindet, ließt der Saft klar ab und kann in Flaschen ge- üllt und sterilisiert, der Brei im Sack aber, wie oben angeführt, zu Mus verarbeitet werden. Der Saft eignet sich als Zugabe zu Mehlspeisen ganz vorzüglich.

In gleicher Weise wie aus allen anderen Beeren­früchten wird aus Holunderbeeren auch Gelee und Marmelade bereitet, wobei man auf den Liter Saft oder Brei etwa ein Pfund Zucker rech-

Volk,fliege wieder, und Du wirft Sieger durch Dich allein!

Werde Mitglied im Deutschen Luftsport-Verbandl

net. Dagegen kann aus dem ungesüßten Saft durch langsames Einkochen eine Latwerge bereitet wer­den, die als Arznei bei Halsentzündung, Husten, Verschleimung eine gute Wirkung zeigt.

Das S t e r i l i si e r e n der Holunderbeeren er­folgt auf die gleiche Weise wie das anderer Beeren­früchte. Ebenso kann man sie auch trocknen und d ö r e n. So können sie wie Heidelbeeren oder ge­trocknete Kirschen für den Tisch zubereitet werden. Die Konservenfabriken, welche den Sammlern die Holunderbeeren gern abnehmen, bereiten daraus einen guten wohlschmeckenden Sirup. Jedenfalls lohnt es sich, die Holunderbeeren zu sammeln und zu verwerten. Or.

Los von Versailles!

Immer und immer wieder, warum die deutsche Fliegerei dich braucht und deshalb sucht! DerFrie- dens"vertrag von Versailles, der, sich aufbauend auf einer infamen Lüge, ein ganzes Volt für alle Zeiten knebeln wollte, zerschlug nicht nur auch die Fliegerei als einen der stolzesten Teile der deutschen Waffenrüstung. Nein, die Furcht vor demFlieger- aeist", dem Geist eines Richthofen, eines Boelcke ließ unseren Feinden keine Ruhe, so daß sie in dem Versailler Schanddiktat auch die Verpflichtung fest­legten, daß Deutschland keine staatlich getragene oder aus staatlichen Mitteln geförderte Fliegerei mehr unterhalten dürfe.

Und weil man fürchtete, daß deutscher Flieger­geist doch einen Ausweg aus dem unwürdigen Zu­stand der Versklavung finden könnte, mußten Zu­satzverträge von Paris und London herhalten, um nicht allein Motorstärke, sondern auch bestimmte Bauarten von Flugzeugen nach unten zu begren­zen. DieSieger" kannten einem waffen- und wehrlosen Deutschland gegenüber nichts anderes als: Sicherheit!"

Fliegergeist fand doch einen Ausweg: ging es nicht mit Motoren, dann mußte es eben ohne Motore gehen! So erstand die Segelfliegerei und eroberte sich in der Welt eine Spitzenstellung! Und in zahlreichen sportlichen Flugkonkurrenzen der Nachkriegszeit belegten deutsche Flieger mit ihren schwachen Maschinen oft genug die ersten Plätze. Fliegergeist siegte, der Geist, der Mann für Mann beseelt, die am Steuer sitzen oder sonstwo in der Fliegerei ihren Dienst tun!

Die Weltgeltung eines Volkes ist heute mit­bestimmt von der Gröhe seiner Luftfahrt! So­lange Versailles, Paris und London dem Staat eine staatliche Fliegerei verbieten, mußt auch du, deutscher Volksgenosse, sie tragen helfen! Deine Mitarbeit ist Dienst am Volke! Wann bist du Mitglied im Deutschen Luftsport-Ver­band?

Anmeldungen bei der Fliegerortsgruppe Gießen (Kreisamt), Fernruf 2951, 2952.

Die Sammlung für»Mutter und Kind" im Kreise Gießen.

Die am vorigen Sonntag durchgeführte Samm­lung für das HilfswerkMutter und Kind" hat im Kreise Gießen insgesamt 2104 Mk. ergeben. In die­ser Summe sind die im Stadtbezirk Gießen gesam­melten 1112,10 Mk. einbegriffen.

Zuschüsse zum Iestanzug sind kein »Entgelt".

In den vom Wirtschaftsprüfer Hermann Will (Gießen) herausgegebenenAktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Nr. 14) lesen wir folgendes:

Angesichts der Tatsache, daß immer mehr Unter­nehmer dazu übergehen, ihrer Gefolgschaft den Festanzug der Deutschen Arbeitsfront entweder völlig kostenfrei zu spenden oder wenigstens Zuschüsse zur Beschaffung des Festanzugs zu gewähren, war die Frage ausgetaucht, ob derartige Zuschüsse oder Geschenke als Entgelt im Sinne des § 160 der Reichsversicherungsordnung zu bewerten seien und also die Höhe der einzubehaltenden Sozial­versicherungsbeiträge, Abgabe zur Arbeitslosenhilfe usw. beeinflussen. Der Reichsstand der Deutschen Industrie hatte in dieser Angelegenheit eine An­frage an den Reichsarbeitsminister gerichtet. Der Reichsarbeitsminister hat in seiner Antwort fest­gestellt, daß er die unentaeltliche Lieferung des Fest­anzuges der Deutschen Arbeitsfront oder die Ge­währung von Barzuschüssen hierzu nicht als Entgelt im Sinne des § 160 RBO., sondern als einmalige freiwillige Unterstützung ansehe. Diese Zuwendungen, so erklärt der Minister, sind daher bei der Bemessung der Versicherungsbeiträge in der Sozialversicherung und der Abgabe zur Ar­beitslosenhilfe nicht zu berücksichtigen."

Lernt stenographieren!

Von der Deutschen Stenographenschaft, Orts­gruppe Gießen, wird uns geschrieben:

Jeder Deutsche ist sich heute darüber klar, daß die Beherrschung der Kurzschrift zur zwingenden Notwendigkeit geworden ist. Es gibt heute keinen Geistesarbeiter mehr, für den die Kurzschrift nicht zum selbstverständlichen Rüstzeug gehört. Beson­ders unserer Jugend kann die Erlernung gar nicht dringend genug anempfohlen werden. In der Pestalozzischule, Wernerwall, eröffnet die Deutsche Stenographenschaft, Ortsgruppe Gießen, wiederum einen Anfänger-Lehrgang. Man beachte die heutige Anzeige.

Obsternte und Obstverkauf.

Wichtige Anordnungen des Reichsnährstandes.

LPD. Dom Reichsnährstand als Gebietsbeauf­tragter für den Gau Hessen-Nassau für Regelung des Absatzes von Gartenbauerzeugnissen bestimmt, bringe ich hiermit folgende Anordnung zur Kennt­nis:

Die Verbrauchermärkle sind zur Zeit noch der­art mit leicht verderblichem, wohlschmeckendem Herbstobst überfüllt, daß es unverantwortlich erscheint, seht schon haltbare Winteräpfel und Dirnen überhaupt zum verkauf zu bringen.

Dabei ist der Begriffhaltbar" so aufzufasien, daß darunter sämtliche Aepsel und Birnen fallen, die erst nach Ablauf von frühestens 3 bis 4 Wochen ihre Genußreife erhalten. Daraus ergibt sich, daß die Ernte erst erfolgen darf, wenn das Obst tatsächlich pflückre if ist. Ich warne daher, Winteräpfel und Birnen zu pflücken oder zu schütteln, bevor die normale und natürliche Pflückreife eingetreten ist. Besonders beauftragte Vertrauensleute werden die Märkte und Derkaufs- plätze daraufhin beobachten und insbesondere bei gepflücktem Tafelobst sich davon überzeugen, daß )ie Stiele der Früchte nicht beschädigt sind, wie es beim Pflücken und Schütteln unreifer Früchte die Regel ist. Soll also das bei normaler Reife ge­pflückte und geschüttelte Obst die Märkte jetzt nicht unnötig belasten, so hat dieses zur Voraussetzung, daß das Obst nach erfolgter Ernte für kurze Zeit zweckmäßig gelagert wird.

S ch ü l t e l o b st (Mostobsi) für Kellerzwecke, das noch fest am Baume hangt, zu einer Zeil zu schütteln, in der überhaupt noch kein lleber- blick über den Preis vorliegt, muh dieses Jahr besonders vermieden werden. Solches Obst wird besser, wenn es seine volle Reife am Baum hat und vor der Kelterung noch einige Zeit ab­lagert. 0 b ft zum Frischgenuh muß vor der Lagerung entsprechend sortiert werden, da­mit nur vollwertige Früchte der besonderen Behandlung unterliegen.

Dieses besteht darin, daß das Obst in Grasgärten und auf Feldstücken, beim Hause oder Hofe, auf Haufen geschichtet wird. Wo Grasflächen nicht vor­

handen sind, wird der Boden mit einer Strohschicht abgedeckt. Das Obst kommt auf Haufen von etwa 3/< bis 1 Meter Höhe, mit einem Fußpunkt von etwa 2 Meter, so daß der Haufen nach oben spitz ausläuft. Die Länge des Haufens kann beliebig sein. Das Obst gewinnt bei dieser Lagerung an Wohl­geschmack, Haltbarkeit und Aussehen. Derartig ge­lagert kann das Obst selbst mehrere Kältegrade überdauern und kann im übrigen vor leichten Frö­sten durch leichte Strohdecken geschützt werden. Es wird voraussichtlich nur wenige Wochen in den September hinein dauern, bis die Ueberfüllung der Märkte mit wenig haltbarem Obst aufhört, so daß bann mit dem Verkauf des auf Haufen gesetzten Winterobstes begonnen werden kann. Erscheinen die Marktverhältnisse dem einzelnen nach diesen Wochen noch nicht genügend geklärt, so wird dieses Obst sich vorzüglich dafür eignen, in geeigneten, frostgeschütz­ten Lagerräumen noch weitere Wochen aufbewahrt zu werden.

Die Verhältnisse sind für eine längere Lage­rung für die kommenden Monate wesentlich günstiger wie in anderen Jahren, weil die Aepfelernte in llebersee außerordentlich knapp ausfällt, Deutschland also nicht wie in anderen Jahren mit der starken Uederschwemmung von dieser Seite her zu rechnen braucht, hierdurch schon dürfte sich eine größere Wirtschaftlich­keit der Obsteinlagerung ergeben.

Der Reichsernährungsminister legt Wert darauf, daß der Waggonoersand unter Durchführung der eingeführten Kontrolle, soweit irgend möglich, durch- aesuhrt wird. Die Landesbauernschaft ist in der Lage, die Kontrolleure für diese Kontrolle zu stel­len und dem Handel und dem Erzeuger damit zu dienen. Mit Rücksicht auf die ungleichen Auswirkun­gen des trockenen Sommers sehe ich davon ab, für die einzelnen Obstarten und -sorten Pflücktermine zu bestimmen. Die Vertrauensleute sind jedoch be­auftragt, alle Obsterzeuger mir sofort zu melden, welche vor Eintritt normaler Pflückreife das Win­terobst ernten.

Gez.: Trui Gebietsbeauftragter für die Regelung von Gartenbauerzeugnissen.

.!

AG-Lehrerbnnd Gießen.

Fachschaft 2 (höhere Schule).

Zu Beginn der Sitzung am Mittwoch machte der Fachschaftsleiter einige Mitteilungen, denen wir fol­gendes entnehmen:

Die Zeit des politischen Kampfes, der grundsätz­lichen Auseinandersetzung und aufbauenden Organi- ation ist vorüber. Zwar wird die nationalsoziali- tische Gedankenwelt immer die Grundlage des ge- amten Unterrichts und der Facharbeit bilden, aber die politische Schulung liegt in der Hand des NSLB. als solchen, der als Gliedstelle der Partei das Primat in allen politischen Fragen hat. Auf­gabe der Fachschaften ist es, die praktischen Folge­rungen für ihr engeres Arbeitsgebiet zu ziehen. Jedes einzelne Mitglied hat persönlich mitzuarbeiten und sich gemäß den Richtlinien des Gaufachleiters die Frage oorzulegen: welche Sinndeutung erhält mein Fach von dem grundlegenden Gedankengut des Nationalsozialismus aus? Es ist nicht etwa so vor­zugehen, daß man fragt: wie finde ich von meinem Fach aus, in dem im übrigen alles beim alten bleibt, den Anschluß an den Nationalsozialismus, wie schlage ich von meiner alten, mir lieb gewor­denen und festgefügten Welt aus Brücken zu den neuen Ideen, sondern: wie wirb mein Fach vom Na­tionalsozialismus her aufgewühlt, gelockert, umge­wälzt? Wie wirkt sich die neue Zielsetzung umbil- benb auf meine ganze Lehrtätigkeit, ja auf mich elbst als Lehrer aus? Waren die alten Ziele richtig, ober müssen sie preisgegeben, umgebaut, einem neuen, höheren Ziel bienftbar gemacht werden? Wie verhält es sich mit dem Stoss? Ist er umzu- ormen, zu erweitern, ober zu beschränken? Welche Methobe muß ich anroenben, um ben Stoff an die Kinder heranzubringen und sie dem vorgesteckten Ziel entgegenzuführen? Dieser dreifachen Aufgabe: Zielsetzung, Stoffgestaltung, Lehrverfahren ist die Arbeit der Fachschaften für die nächste Zeit gewid­met. Es wird dabei vorausgesetzt, daß das natio­nalsozialistische Ideengut zum festen Grundbestand der Erzieherwelt geworden ist. Doch wird das Studium grundlegender Schriften die pädagogische Einsicht vertiefen. Die kommenden Gesamtsitzungen der Fachschaft 2 werden in der Hauptsache der praktischen Auswertung der Facharbeit, der gegen­seitigen Befruchtung der einzelnen Fachgebiete, so­wie der Herausarbeitung verbindender Gesichts­punkte dienen.

Die hier skizzierte Arbeit ist innerhalb der Gie­ßener Kreisfachschaft bereits im Gang. Sie muß nur noch vertieft und schärfer auf die praktischen Ziele hin abgezweckt werden. Dabei hat sich ge­zeigt, daß mit der rein theoretischen Durchbenkung fachlicher Möglichkeiten noch nicht bas Letzte getan ist und daß die ganze, schwere Gedankenarbeit so­zusagen in der Luft hängt, wenn sie nicht praktisch geprüft und am lebenden Modell durchgeprobt wird. So wie ein neues Exerzierreglement nur im Gelände mit der Truppe selbst erarbeitet werden kann, so muß sich auch die neue Unterrichtsform in der lebendigen Wirklichkeit bewähren. Die Fach­schaft 2 wird daher dazu übergehen, Lehrproben auszuarbeiten und ganz konkret Schule zu halten, damit am anschaulichen Beispiel klar werde, worum es sich handelt, damit jeder einzelne Lehrer noch unmittelbarer in fein Arbeitsgebiet hinekngestoßen werde und die neue Idee leibhaftig Gestalt ge­winne. Es wäre zweckmäßig, schon bei der nächsten Tagung mit solchen Vorführungen zu beginnen.

Mitarbeitertagung der Deutschen Angestelltenschaft in Marburg.

u t5orÄ9C.1} Sonntag hatte die Deutsche Ange- stelltenschaft ihre Mitarbeiter aus ben Unterbezw- ken Mtttel- und Niederhessen zu einer Tagung in die Stadtsale der Stabt Marburg eingelaben. 300 Teilnehmer aus ben verschobenen Ortsgruppen dieser Unterbezirke waren so berichtet man uns dem Rufe gefolgt, um dort Anweisungen für die Berufserziehungsarbeit des kommenden Win- terhalbjahres entgegenzunehmen.

Im festlich geschmückten Saale eröffnete der Un- terbezirksleiter R o t h a a r die Tagung. Nach Be­grüßung der Vertreter der Wirtschaft, der Partei, der Teilnehmer und des Bezirksleiters der Deut­schen Angestelltenschaft, Pg. Stein, erteilte er diesem das Wort. Pg. Stein führte ben Mit­arbeitern die Notwenbigkeit der Verbandsarbeit vor Augen. Kämpfer, schöpferische Menschen müssen

denken können, d. h. sie müssen zur geistigen Hoch­leistung erzogen werden. Gerade weil das der Ge­samtheit dienende Denken zugunsten eines Zweck­denkens in weitestem Umfang in Vergessenheit ge­raten war, einer wurzellosen asozialen Geisteshal­tung Platz gemacht hatte, müssen wir uns daran erinnern, daß es zu diesem Gesamtdenken einer Folgerichtigkeit, eines Willens zur Meister­schaft bedarf. Diese Erziehung zur geistigen Hoch­leistung wird neben charakterlichen und körperlichen Ertüchtigungen unsere Aufgabe fein.

Nachdem der Referent des Bezirksbildungsamtes zu der allgemeinen Ausgestaltung des Winter- Bildungsplanes grundsätzliche Ausführungen ge­macht hatte, wurden die einzelnen Berufsgemein­schaften der Kaufmannsgehilfen, der Büro- und Behördenangestellten, der Techniker, der Werk­meister und der weiblichen Angestellten in Sonder­beratungen erfaßt und hierbei die in Angriff zu nehmende Arbeit der einzelnen Berufsgemeinschaf­ten besprochen. Die Bezirksreferenten der Fach- und Betriebsgruppen führten die Notwendigkeit der Facharbeiten für alle Berufsgemeinfchaften vor Augen. Der Leiter der Bezirksstellenvermittlung machte Ausführungen über die Notwendigkeit der Zusammenarbeit der Bildungsämter mit der Stel­lenvermittlung, denn jeder muß an den Platz ge­stellt werden, wozu er die höchsten Fähigkeiten besitzt.

Der Appell, der zum Schluß von dem Bezirks­leiter Pg. Stein an die Erschienenen gerichtet wurde und diese zur tatkräftigen Mitarbeit an der Gestaltung des Berufswissens der Zukunft auffor- berte, dürfte nicht nutzlos gewesen f.in, denn eine Reihe von Arbeitsplänen, die aus den Unterbe­zirken vorliegen, zeigt deutlich, mit welchem Eifer diese Pläne aufgestellt wurden und wie vielseitig die in Angriff zu nehmende Bildungsarbeit in dem Winterhalbjahr 1934/35 sein wird.

Daten für Freitag, 7. September.

1533: Königin Elisabeth von England geboren (gestorben 1603); 1654: der schwedische Staats­mann Graf Axel Oxenstjerna in Stockholm gestorben (geboren 1583); 1838: der Nordpolfahrer Karl Weyvrecht zu König im Odenwald geboren (gestor­ben 1881).

Bornonzen

Tages kalender für Freitag. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Die Csardasfürstin". Aquarien- und Zierfischverein: 9 bis 21 Uhr, Hotel Köhler, Werbeschau.

Der Gemeindetag der Lukasge- m e i n d e findet am kommenden Sonntag auf der Liebigshähe" statt. Näheres siehe Anzeige.

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** Justizpersonalien. Auf Grund des § 5 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufs­beamtentums vom 7. April 1933 wurden der Ober­justizinspektor in Gießen Ludwig Steller und der Bürobirektor beim Amtsgericht Worms Jakob Neff mit Wirkung vorn 1. September ab in die Stelle eines Oberjustizinspektors bei dem Amtsgericht Offenbach bzw. beim Amtsgericht Friedberg versetzt.

** Baulandumlegung. Eine Bekannt­machung der Bürgermeisterei gibt in unserem heu­tigen Anzeigenteil Kenntnis von der Bildung eines Umlegungs-Ausschusses für die Baulandumlegung zwischen Wilhelmstraße, Aulweg und Wartweg. Der Ausschuß arbeitet unter dem Vorsitz von Bür­germeister Dr. Ham m. Näheres in der Bekannt­machung. Eine weitere Bekanntmachung betrifft das Verzeichnis der für die Baulandumlegung in Betracht kommenden Grundstücke und Eigentümer.

** Das Ergebnis der Schweinezwi- fchenzählung. Bei der am 4. September in der Stadt Gießen und in der Gemarkung Schiffenberg durchgeführten Schweinezwi'schenzählung wurden insgesamt 561 Schweine gezählt. Unter diesen Tieren befinden sich 4 Zuchteber, 14 Zuchtsauen unter einem Jahr alt, 25 Zuchtsauen über 1 Jahr alt, 79 Ferkel unter 8 Wochen und 9 Schweine über 1 Jahr alt. An Kälbern wurden im Juni 11, im Juli 13 und im August 9 geboren.

** Das Auto abgeholt. Das gestern morgen im Straßengraben zwischen Heuchelheim und Atzbach herrenlos angetroffene Personenauto ist gestern vormittag von dem Eigentümer abgeholt worden. Der Kraftwagen hatte am Abend vorher bei der Fahrt Schaden erlitten, durch den das Weiterfahren unmöglich geworden war-

" ** Fllmvo?suhrvngen für die SchuleK im Lichtspielhaus. Gestern und heute be­suchten die Schüler der Stadtschule, der höheren fiepranftalten und der Volksschulen der Orte Heuchel­heim, Klein-Linden und Wieseck das Lichtspielhaus, um der Vorführung zweier Kulturfilme beizuwoh­nen. Im ersten Film wurde den Kindern ein neu­zeitlicher Tiergarten gezeigt. Während in vielen zoologischen Gärten Die Tiere fremder Erdteile heute noch in engen Käfigen gehalten werden, zeigten die Bilder aus dem neuzeitlichen Tiergarten, wie wohl sich die Tiere in großen Gehegen fühlen, die ihren Eigenheiten und ihrem Leben nach der Natur angepaßt sind. Der zweite Film brachte Bilder aus der deutschen Nordsee. Von Hamburg mit seinen Hafenanlagen wurden die Besucher in Gedanken mit Dem Schiff vorbei an Cuxhaven und den Leuchtschiffen nach Helgoland geführt. Die Bil­der von der Insel ließen u. a. erkennen, wie infolge des Schandvertrags von Versailles sämtliche Be­festigungen völlig geschleift wurden. Weitere Bilder zeigten das Wattenmeer, Teile der Küste, vor­gelagerte Inseln, Die interessanten Arbeiten Der staatlichen Biologischen Versuchsanstalt von Helgo­land, die Fischdampfer, die schwere Arbeit beim Fang von Fischen aller Art und die Verwendung Der Fische. Beiden Filmen wurde größtes Interesse entgegengebracht.

** Fahrpreisermäßigungen der Reichsbahn zur Frankfurter Messe. Zur Frankfurter Messe vom 16. bis 19. September gibt Die Reichsbahn von allen Fahrkartenausgaben im Umkreis von 100 Kilometer um Frankfurt Sonntagsrückfahrkartn aus. Gültigkeit: Hinfahrt vom 15. September 12 Uhr bis 19. (September 24 Uhr; Rückfahrt vorn 15. September 12 Uhr bis 19. September 24 Uhr (Antritt Der Rückfahrt). Die Karten gelten nur dann zur Rückfahrt, wenn sie auf Der Rückseite von der Messekasse abgestempelt sind. Fahrpreis ab Gießen für Hin- und Rückfahrt 2. Klasse 5,20 Mark: 3. Klasse 3,60 Mark; bei Be­nutzung von Schnell- und Eilzügen ist außerdem Der tarifmäßige Zuschlag zu zahlen. Schnellzug­zuschlag: 2. Klasse 1 Mark, 3. Klasse 0,50 Mark; Eilzugzuschlag: 2. Klasse 0,50 Mark, 3. Klasse 0,25 Mark.

** Pflichtanmeldung für Schokola« gen-, Kaffee- und Teespezialgeschäfte. Der Reichsverband Der SchokolaDengeschäftsinhaber Deutschlands (Schokoverband) macht alle ihm nicht als Mitglieder angehörenden Inhaber von Schoko­laden-, Kaffee- und Teespezialgeschäften darauf auf­merksam, daß sie bis spätestens 15. September die Pflicytanmeldung entweder bei der zuständigen Kreisbauernschaft, oder bei der zuständigen Bezirks­stelle des Refokei zu vollziehen haben. Für Mit­glieder des Schokoverbandes erübrigt sich die Ein- zelanmeldung, da sie insgesamt bereits durch die Leitung des Schokoverbandes zur Refokei angemel­det worden sind.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt Die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Zur Frage: Gefallenen-Ehrenmal in Gießen. In der letzten Woche erließ Herr Valentin Frey im Gießener Anzeiger Nr. 199 vom 27. August einen Ausruf zur Errichtung eines Denkmals unserer Gefallenen im Weltkriege. Der Einsender ist uns persönlich bekannt und wir können daher aus Er­fahrung sagen, daß dem Einsender alle persönliche Ehrhuberei abgeht und daß seinEingesandt" aus reinem Herzen kommt. Es ist ausgeschlossen, daß hier ein Hervortreten einer Person vorliegt, Die gern eine Rolle in Der Öffentlichkeit spielen möchte. Wir fassen seinEingesandt" so auf, wie es gemeint war: einen Stein ins Rollen zu bringen, Der eigent­lich schon längst am Ziele sein müßte. Gießen ist eine Stadt von nahezu 40 000 Einwohnern, ist Provinzialstadt, Kreisstadt, hat Garnison, Univer­sität, Theater usw. Kommt man heute durch das kleinste Dorf in Den ärmsten ©egenDen, so sieht man mit besonderer Freude, daß überall der Helden in z. T. außerordentlich finniger Weise gedacht wurde und daß oft mit sehr schwachen Mitteln Gedenksteine, Heldenhaine und Anlagen errichtet sind, die in schönster Weise zeigen, daß die Pflicht Der Dankbarkeit Doch nicht überall ein leerer Wahn ist.

Es sind in unserer Stadt zwei Denkmäler vor­handen: Das der 116er und das des Marinevereins. Die beiden Vereine sollen stolz darauf sein, daß sie eines solchen Mahnrufes nicht bedurften. Wir sind aber auch überzeugt, daß auch sie sich bei der Arbeit für ein künftiges Ehrenmal beteiligen werden. In Gießen gibt es eine ganze Reihe von Militär­vereinen. Alle Gefallenen, die zu anderen Truppen­teilen zählten und ihr Leben für Deutschlands Freiheit und Größe ließen, haben ebenso ihre heiligste Pflicht getan. Sie sollen und dürfen nicht Der Vergessenheit anheimfallen. Es ist uns schon ge­sagt roorDen, Daß Die Zeit zum Sammeln sehr schlecht gewählt ist. Das können wir unD mit uns Die meisten FelDsolDaten, Die Geschwister und Eltern der gefallenen Helden nicht anerkennen. Es soll ja, wie Der Einsender ausdrücklich betont, nicht eine Sammlung bevorzugter Mitbürger fein, die in der glücklichen Lage sind, auch heute noch größere Sum­men zu zeichnen, sondern der Einsender legt ja

Die Technische Nothilfe

ist ein Machtmittel des Staates.

gerade den Hauptwert -auf Die kleinen Beiträge aller Volksgenossen, so wie es heute von Der überaus großen Mehrzahl Der Deutschen verstanDen wird.

Es wäre nun doch das Richtige, wenn die Stadt­verwaltung, die Behörden, Die Krieger-, Militär- und alle, alle Vereine den Gedanken des Ehrenmals für unsere Gefallenen in einer Versammlung zur Sprache bringen und die Berufenen zu einer internen Aussprache zusammentreten würden. Dort würden dann schon die Schritte beschlossen werden. Die unbeDingt getan werben müssen, wenn die An­regung nicht wieder einschlafen soll. Unsere Meinung ist Die: Zwanzig Jahre sind Zeit genug, es muß jetzt endlich etwas geschehen. Herr Valentin Frey hat sehr vielen aus Dem Herzen gesprochen und wir halten es für Pflicht aller Derer, Die Brüder, Söhne und Verwandte zu betrauern haben, nicht still­schweigend an dem Mahnruf vorbeizugehen. Die zahlreichen Frontkämpfer und Kriegsteilnehmer werden in Erinnerung Der unsäglichen ßeiDen, die der Weltkrieg mit sich brachte, derer gedenken, die nicht das Glück hatten, die Heimat wieder sehen zu dürfen und einem gütigen Geschick, das es Jo gut mit ihnen meinte, dadurch zu danken, daß sie sich an einer so ehrenhaften Sache mit Wort und Tat beteiligen. Das ist wahre Kameradschaft, die auch über das Grab hinaus lebt. Der Gedanke, den der Einsender ausspricht, darf nicht zur Ruhe tommem Mitbürger tut eure Pflicht!

Verein ehemaliger. Pioniers Gießet