nahe sind?
(Ernft Wesner.
und die Geständnisse der Verhafteten bestätigen in vollem Umfange den Verdacht, daß die Farmerrevolte von Anfang Juli nur ein Teil in der Reihe der geplanten Aufstände war, die auf die B o l - chewisierung Chiles abzielten.
dique wußten und daß sie infolgedessen keines- wegs belastet sind?"
»Nein, die SA. braucht sich wirklich nicht zu schämen, weil ein kleiner Kreis ihrer bisherigen Führer zu Verrätern wurde. Sie sollte von jenen nur mißbraucht werden, steht aber heute makellos da. 2Nit Stolz kann ich sagen, daß die gesamte S2L sauber ist und demnächst wieder mit erhobenem Haupt das Braunhemd tragen kann. Der Führer steht selbstverständlich treu zu ihr und liebt sie. Wäre sein Verhältnis zu ihr auch nur ein bißchen getrübt, er hätte sie ja auflösen können. Oder er hätte nicht die alte Garde damit beauftragt, dort, wo noch etwas faul sein sollte, für gründliche Säuberung zu sorgen.
Auf die Frage, ob von der ehemaligen obersten SA.-Führung nicht absichtlich politisch unzuverlässige Elemente von den Kommunisten, Sozialdemokraten, Deutschnationalen und aus dem Stennes-Lager in der SA. ausgenommen worden sind, erklärt der Chef des Stabes, daß er dies nicht unbedingt bejahen möchte. Er fei allerdings der Meinung, daß einige der nun gerichteten früheren SA.-Führer die Aufnahme solcher Elemente gewünscht hätten, um dadurch Unzufrie- dene in der SA. zu sammeln.
„Wie wird sich nun in Zukunft dasVerhält- nis zwischen der SA. und den Schuß- staffeln gestalten?"
„Es soll wie bisher zwischen diesen Formationen ein rein kameradschaftliches Verhält- n i s herrschen. Beide werden auch zukünftig getrennt ihren Aufgaben nachgehen und sie getrennt zu lösen haben."
Heber die Neuorganisation der SA. kann der neue Chef des Stabes heute natürlich noch keine näheren Angaben machen. Er gibt allerdings mit aller Bestimmtheit seiner Ueberzengung Ausdruck, daß eine Neuorganisation durchgeführt werden muß und durchge- .
Was wir- aus -er GA?
Eine Unterredung mit dem neuen Ehef des Stabes.
Zett haben sich überall kommunistische Aufstandsversuche in erschreckendem Maße gehäuft, und man muß denjenigen recht geben, die die Regelmäßigkeit und Planmäßigkeit dieser Bürgerkriegsoersuche au die Anweisungen der kommunistischen Zentrale, der Komintern in Moskau, zurückführen.
Mit Vorliebe scheinen sich die roten Hetzer neuerdings jene Staaten für ihr blutiges Gewerbe auszusuchen, die bis heute allgemein als Hort der liberalen Demokratie und des Parlamentarismus gelten. Die Schweiz, Spanien, Frankreich wurden heimgesucht, und nun ist es das reiche, ruhige Holland, dessen Bürger überraschend durch die knatternden Salven der Polizei aus dem nächtlichen Schlaf gerissen wurden. Daß ausgerechnet das behäbige A m - ft e r d a m zum Schauplatz wütender Straßenkämpfe wurde, ist um so bezeichnender, als die Niederlande eine starke kommunistische Bewegung bisher nicht gekannt haben. Das hatte einmal seinen Grund in dem allgemeinen Wohlstand, dessen sich das Land infolge seines reichen Kolonialbesitzes und der angesammelten materiellen Reserven erfreuen konnte, und andererseits in der zahlenmäßigen Stärke des marxistischen Rivalen, der Sozialdemokratie, die hier, wie in allen Demokratien des Westens, eine weit größere Bedeutung gewann, als die Moskauer Internationale.
Die Tatsache, daß die holländischen Kommunisten die bevorstehende erstmalige Kürzung der Arbeitslosenunterstützungen zum Vorwand ihrer Aktion nehmen konnten, ist aber ein beredtes Zeichen dafür, daß auch die Niederlande die tiefgreifende Wirkung der Weltwirtschafts- k r i s e verspürt haben. Der Außenhandel ist stark zusammengeschrumpft, wozu nicht am wenigsten das Dumping der japanischen Ausfuhrhänüler beitragen hat. Die kluge Staatsführung der holländischen Regierung konnte bisher eine dramatische Zuspitzung der innerpolitischen Verhältnisse vermeiden. Aber es mußte schon bedenklich stimmen, daß sich der sonst bewährte Ministerpräsident Dr. C o l i j n dazu bereit fand, bei seinem Vorgehen gegen radikale politische Bewegungen den Kommunismus mit dem Faschismus auf die gleiche Stufe zu stellen.
Die Liste von Parteien, denen Staatsangestellte nicht angehören dürfen, umfaßt kommunistische und syndikalistische Gruppen ebenso wie die „National- Sozialistische Bewegung" des Ingenieurs Mustert und die „Dinasos". Der Holländer ist von Natur aus Individualist. Aber auch er verfiel, als er das Wehen einer neuen Zeit verspürte und sich zur Verhütung von „Verstößen" gegen die Gesetze der parlamentarischen Demokratie zu schärferen autoritären Maßnahmen gedrängt sah, in denselben Fehler, dem auch die Schweiz und andere Hochburgen der Demokratie unterliegen: Er wollte den Liberalismus verteidigen, aber er führte diese Weltanschauung durch seine eigene Handlungsweise ad absurdum. Er kämpfte gegen den Kommunismus, aber er unterdrückte gleichzeitig jene Geisteshaltung, die diesen Kampf zuerst und wegen ihrer inneren Ueberlegenheit mit Erfolg ausgenommen hatte. Auch Holland muß den geistigen Umschichtungsprozeß durchleben, der heute fast alle Völker der Erde ergriffen hat.
nern. Er hat fast immer in der Stille gearbeitet, er war dabei seiner Zeit um vieles voraus. Das hat seine Gründe in der besonderen Art der wissenschaftlichen Arbeit; schädlich daran war die Tatsache, daß eine gewisse Zersplitterung der Kräfte eintrat, daß für den besonderen Zweck nicht immer die erforderlichen und passenden Mittel eingesetzt werden konnten, so daß viele Arbeiten notgedrungen im Theoretischen erstickten. Wir werden es fortan besser machen, werden die Forscher und Forschungsanstalten innerhalb unserer Grenzen planmäßig ansetzen, sie in den Dienst zeitgemäßer Aufgaben zu stellen. Die Funktionen der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt und diejenigen der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft sind so auszuüben, daß sie für unser Vaterland wirksam werden.
Wir haben die Mittel, um unsere großen Aufgaben Lurchzuführen, wir beschreiten die Wege, die zum gesetzten Ziel führen. Der eine ist sehr schnell zu begehen: ich beginne mit üer Organisation ei nes Fün f ja h resplans der deutschen Wissenschaft. Alle vorhandenen Stellen, die heute noch, jede für sich, zersplittert und daher vielleicht mit Verzögerung arbeiten, fassen wir zusammen und stellen ihnen die Aufgabe. Durch die Mittel, die uns aus der Notgemeinschaft ebenso wie aus der Physikalisch-Technischen Reichsanftalt zur Verfügung stehen, werden wir auch langwierige, zeitraubende und nicht immer gleich aussichtsvolle Arbeiten in Angriff nehmen können, die bisher unausgeführt blieben, obwohl jeder unserer Mitarbeiter spürte und wußte. Laß er Ergebnissen auf der Spur sei, die für die Menschheit von überaus großer Bedeutung sein könnten.
Ein zweiter Weg, zu unseren Zielen zu gelangen, wird der sein, durch einen Neubau der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt eine Stätte zu schaffen, in der unsere Arbeit besonders wirksam gefördert werden kann. Wir errichten die neue Physikalisch-Technische Reichsanstalt — bet München wird sie stehen —, die das größte wissenschaftliche Forschungsinstitut der Welt sein dürfte. Aber das wäre ja nur eine Aeußerlichkeit. Wichtig ist es, für die Erfüllung unserer Aufgabe, daß wir in diesem Neubau alle Kräfte so einsetzen können, wie es der Zweck gebieterisch erfordert. Das zentrale Forschungsinstitut holt alle Mitarbeiter heran, die jetzt verstreut in Deutschland arbeiten, auch die Kaiser-Wil- Helm-Gesellschaft wird in den Dienst unserer Aufgabe mit einbezogen und nach Maßgabe besonderer Verhältnisse, nach besonderen Abkommen, ihre Erfahrungen und den Fleiß ihrer Forscher in einer großen Organisation einsetzen können.
Die Pläne für den Neubau sind bereits abgeschlossen; wir werden unter der tatkräftigen Führung von Reichsminister Rust unverzüglich mit den Bauarbeiten beginnen, damit in spätestens fünf Jahren in etwa fünfzig großen Jnsti- tuten mit insgesamt dreihundert Laboratorien rund sechshundert wissenschaftliche Hilfskräfte und ebenso viele technische Kräfte mit den besten Einrichtungen durch Forschung und Prüfung der Wissenschaft und Wirtschaft dienen können. Wir wollen vor allem deutsche Web - st o f f e , also Faserstoffe, schaffen, die den ausländischen Erzeugnissen nicht nur gleichwertig, sondern überlegen sind. Ja, die technischen Vorarbeiten sind heute so weit gediehen, daß wir unseres Erfolges sicher sind. Die planmäßige Herstellung von neuen Webstoffen in großen Mengen durch deutsche Fabriken wird voraussichtlich bis zum Jahre 1939 durchgeführt sein, also auch wieder in rund fünf Jahren. Dann werden wir in der Lage sein, jährlich auf etwa eine Million Tonnen Rohstoffe für Webwaren, die bisher aus dem Ausland kamen, zu verzichten.
Ein Künfjahresplan -er -eutfchen Forschung.
Zusammenfassung aller Kräfte -er Wissenschaft für Lösung -es Rohstoffproblems. — 3n Ernährung nn- Beklei-nng, Treibstoffen nn- Schmierölen unabhängig vom Anslan-. - Ein neues großes wissenschaftliches Zentralforschungsinstitut bei München.
(Sin Gespräch mit Professor Dr. Johannes Stark, Präsidenten der Physikalisch-Technischen Neichsanstali und der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft.
Weiter: Wir können heute feststellen, daß es uns gelungen ist, Treib stosse und Schmieröle aus deutschen Rohstoffen, Len ausländischen Pro. butten gleichwertig, herzustellen. Die Aufgabe ist bereits praktisch gelöst. In fünf Jahren wer- den wir damit vom AuslanL unabhängig sein. Dann haben wir Deutschland mit einem Netz von Produktionsstätten überzogen, die jede erforderliche Menge von Treibstoffen und Schmierölen Herstellen.
Endlich: Die dritte Aufgabe stellen wir der b i o. logisch-landwirtschaftlichen Forschung, Ihre Ergebnisse sind praktisch anzuwenden: das ist ja immer das Ziel unserer wissenschaftlichen Arbeit. Ich trete in meinem Aufgabenkreis dafür ein, daß Wissenschaftler und Praktiker zu, sammenarbeiten, hier also die Physikalisch, Technische Reichsanstalt und die Notgemeinschaft für die deutsche Wissenschaft zusammen mit dem Reichsnährstand. So gehen wir planmäßig ans Werk, um die landwirtschaftliche Produktion Deutschlands weitgehend vom Ausland freizumachen, um die Ansprüche unseres Volkes zur Ernährung und zur Erledigung der für die Industrie bestimmten Ar- beitsgebiete möglichst aus Eigenem zu befriedigen."
„Sie lassen erkennen, Herr Präsident, daß sehr wesentliche Vorarbeiten für die Durchführung des Fünfjahresplanes der wissenschaftlich- technischen Forschung bereits gediehen sind. Die kommt es dann, daß nicht schon früher diese großartige Synthese zwischen wissenschaftlich- technischer Forschung und praktischer Arbeit verwirklicht wurde?"
„Das ist dem Nationalsozialismus vor, behalten geblieben. Er hat durch Adolf Hitler zusammen mit Reichsminister Dr. Rust die Der» treter der Forschung, der Industrie und der Land- wirtschaft zu gemeinsameH Tätigkeit eingesetzt: Eine Gruppe stellt die Aufgabe, die andere erfüllt sie; die Forschung findet die Lösung eines Problems, und die Wirtschaft macht sie für Deutschland nützlich. Sie erkennen daraus, der Nationalsozialismus ist nicht wissenschaftsfeindlich. Allerdings ist er theorienfeindlich! Und aus dieser Einstellung heraus gelingt es ihm, auch das abgelegenste Forschungsgebiet des Wissenschaftlers für die Nation wichtig und nützlich zu machen."
„Liegt darin nicht eine Gefahr für die Geisteswissenschaften, die am Ende behaupten könnten, sie würden stiefmütterlich behandelt?"
„Ich kenne Adolf Hitler seit 1923; seit 1924 stehe ich mit ihm in persönlicher Verbindung. Aus dieser Kenntnis heraus darf ich es sagen: Deutschland wird sich auch für die Geisteswissenschaft mit gleicher Kraft, mit gleichem Willen einsetzen, unter der selbstverständlichen Voraussetzung, daß sie in Beziehung zum deutschen Volkstum stehen. Darauf kommt es an!"
Das Wort eines Mannes, der in unermüdlicher Tätigkeit der ganzen Welt Respekt vor seiner Leistung abnötigte — im Jahre 1919 wurde ihm der Nobelpreis verliehen — ist der Abschluß eines Gespräches, dessen Inhalt stärkend und anspornend wirken muß. Dr. Johannes Stark hat viele Jahre an Hochschulen als Forscher und Lehrer gewirkt; er war wissenschaftlicher Berater großer industrieller Werke, Eigentümer und Leiter von Fabriken, er betätigte sich auch als Land- und Forstwirt und verband so in seiner Lebensarbeit stets die Forschung mit der Praxis. Ist sein Vorbild nicht geeignet, Vorstellungen von einem neuen deutschen Gelehrtentyp in uns zu erwecken, Vorstellungen von Männern, die alle wissenschaftliche Forschung zur Praxis werden lassen und daher volks- und lebens-
,Hch danke Dir herzlich für Deine Glückwünsche. Immer war Ler SA.-Mann treu und ift heute noch der alte, nachdem die Verräter gerichtet s i n d. So wie wir beide in den ersten Anfängen der Partei zusammenstanden, so werden wir auch in Zukunft immer zusammenstehen zum Wohle der Bewegung und all ihrer Gliederungen. Ein Block des Willens! Eine Geschlossenheit des Zieles! In treuer Verbundenheit Heil Hitler!
Dein Viktor Lutze."
Ueberraschend für die Allgemeinheit, aber auch für die wissenschaftliche Welt ist die Nachricht da: die Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft erhält einen neuen Leiter. Fast zur gleichen Zeit fällt uns ein Bericht auf, der von dem Besuch des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung, Rust, in der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt erzählt, deren Präsident Professor Dr. Johannes Stark, der neue Leiter der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft ist. Zusammenhänge müssen ergründet werden. Und so kommt der Besuch bei dem Leiter der beiden wissenschaftlichen Institute im Berliner Stadtschloß zustande. Professor Dr. Stark, der eben seinen 60. Geburtstag beging, ist bereit, Aufklärung über die Absichten zu geben, die zu seiner Berufung führten und ihm damit aber zugleich seine Aufgabe stellen.
„Was bedeutet es, Herr Präsident, daß Sie zur Leitung der Nolgemeinschaft berufen wurden? Läßt sich aus dieser Berufung der Schluß ableiten, daß die Notgemeinschaft fortan stärker als bisher für besondere deutsche Forschungen eingesetzt werden soll?"
Sie müssen das so verstehen: Die Physikalisch-Technische Reichsan st alt hat ihre besondere Aufgabe, die für die Praxis sicher recht bedeutungsvoll geworden ist, gut erfüllt. Fast neunzig Prozent aller Forschungen dieser größten deutschen wissenschaftlichen Anstalt sind für den Dienst an der Wirtschaft eingesetzt worden. Unsere deutsche Ausfuhr hatte gute Erfolge mit all den Erzeugnissen, die uns vorher zur Begutachtung eingereicht wurden. Ein Zeugnis der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt gilt zu meiner Freude und der aller meiner Mitarbeiter als ein Dokument, das im Ausland unbedingtes Vertrauen genießt. Diese Arbeit verdiente, ja forderte es im Interesse Deutschlands, noch fruchtbarer als bisher gemacht zu werden. In unserer Notzeit ist es von ungeheurer Wichtigkeit, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß die Ergebnisse unserer Forschungen einheitlich für den Dienst an Deutschland eingesetzt werden."
Zwei Aufgaben sind mir von unserem Führer gestellt worden, die ich mit den beiden Instituten zu erfüllen habe. Wir müssen einmal wertvolle Heimstoffe — so wollen wir in Zukunft die heimischen Rohstoffe nennen — unter Mitarbeit der deutschen Forschung finden und gebrauchsfähig machen. Der Grund dazu? Wir wollen unabhängig vom Ausland werden. Schon dieses Arbeitsgebiet, dessen Dringlichkeit jeder Beobachter unserer Wirtschaft sofort bestätigen wird, ist so ungeheuer bedeutungsvoll, daß eine einzige treibende Kraft dahinter stehen und verantwortlich sein muß. Dazu hat mich Adolf Hitler mit dem Reichsminister Dr. Rust ausgewählt. — Keinesfalls geringer zu schätzen dürfte die andere Aufgabe sein, die nämlich, unserer Industrie wissenschaftliche Mittel in die Hand zu geben, die sie befähigen, mit wirksamen Neuheiten der technischen Forschung auf dem Weltmarkt aufzutreten, die bisher noch nicht in der Welt erdacht oder gefunden worden sind. Und weiter: die deutsche Wissenschaft soll dazu eingesetzt werden, um unübertreffliche Qualitätsarbeiten zu erzeugen, die sonst nirgends auf dem Erdball zu erhalten sind."
„Das alles klingt so einfach und so selbstverständlich, Herr Präsident, daß es schon wieder etwas gefährlich ist. Läßt sich das alles — ich möchte sagen — aus dem Boden stampfen, oder wird es nicht viel mehr unendlich langwieriger Vorarbeiten bedürfen, ehe das eine oder: das andere Ihrer Ziele zu erreichen ist?" „Dazu muß ich Sie an eine besondere Eigenschaft des deutschen Forschers und Wissenschaftlers erin-
Dr. Goebbels an -en Ehef -es Stabes -er SA.
Berlin, 6. Juli (DNB.) Zwischen Reichsminister Dr. Goebbels und dem Chef des Stabes der SA. Viktor Lutze, die beide schon in den ersten Anfängen der Bewegung im Ruhrgebiet zusammen gegen Den roten Terror gekämpft haben, and folgender Telegrammwechsel statt:
„Ich freue mich. Dich als neuen Chef des Stabes der SA. begrüßen und beglückwünschen zu können. Ich sehe Deine erste Aufgabe darin, dafür Sorge zu tragen, daß nicht offene oder getarnte Gegner die Möglichkeit haben, ihre Abneigung gegen den Nationalsozialismus an unserer im Kern und in der Masse braven und tapferen SA. auszulassen. Denn die SA. in ihrer Gesamtheit, vor allem die alte Garde, mit der wir beide schon vor zehn Jahren im Ruhrgebiet Schulter an Schulter kämpften, hat mit dem Treuebruch der beseitigten Hochverräter nichts zu tun. Sie ist anständig und intakt geblieben und wird unter Dir als Chef des Stabes mit alter Bravour und Hingabe die Aufgaben meistern, die der Führer ihr, wie so oft in der Vergangenheit, so auch in der Zukunft stellen wird. Dazu wünsche ich Dir und allen SA.-Kameraden Glück und vollen Erfolg. In alter Kameradschaft Heil Hitler
Dein Joseph Goebbels."
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Der Verfassungsausschuß -er Deutschen Evangelischen
Kirche.
(Erfurt, 6. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Am 6. Juli trat in Erfurt der Verfassungsausschuß der Deutschen Evangelischen Kirche zusammen. Auf Einladung des Reichsbischofs waren die Führer der Deutschen Landeskirchen, ihre Juristen und Professoren der Theologie erschienen.
Um 16 Uhr eröffnete der Rechtsanwalt, Ministerialdirektor Jäger im Namen des Reichsbischofs die Tagung. In seinen grundsätzlichen Ausführungen stellte er fest, daß die Kirche im letzten und tiefsten, in dem, was ihr Leben ist, in der Ver- kündung Les Evangeliums keiner Verfassung und keines Gesetzes bedürfe .In der äußeren kirchlichen Ordnung, die in der Praxis notwendig sei, habe das Gesetz, die Verfassung, dem Leben der Kirche zu dienen. Es sei selbstverständlich, daß die im Ausschuß besprochenen Fragen ebenso wenig bindende Verhältnisse für die Teilnehmer darstellten, wie die Teilnahme an den Besprechungen eine Billigung der kirchlichen Entwicklungen der letzten Zeit sei. Wie unter diesen Bedingungen d i e kirchliche Opposition ihr Fernbleiben rechtfertigen könne, sei unerfindlich. Die Aufgabe des Verfassungsausschusses sei ver- trauensvolle Arbett zur Beratung der Verfassung.
Professor Hirsch brachte sachliches Material über die kirchengeschichtliche Entwicklung der Derfassungs- frage, der Frage der kirchlichen Ordnung und des Verhältnisses zwischen evangelisch-lutherischer Kirche und der Staatsgewalt. ,
In der Diskussion, die eine Fülle ernster Gesichtspunkte zu allen gegenwärtigen Problemen der kirchlichen Lage brachten, wurde immer wieder in positivster Form d i e Frage nach dem Verhältnis zwilchen Bekenntnis und Verfassung, Kirchenverfassung und Staat, Autorität Der kirchlichen Führung und vor allem die Notwendigkeit des inneren Zusammenklangs zwischen der Dynamik des Nationalsozialismus und der Dynamik des evangelischen Christentums betont.
Die Eingliederung der Evangelischen LandeskircheBadens in dieReichskirche abgelehnt.
Karlsruhe, 7. Juli. (DNB.) Am Freitagnachmittag hat im früheren Landtagsgebäude in Karlsruhe die zweite öffentliche Sitzung der badischen evangelischen Landessynvde stattgefun- den. Das Programm sah in erster Linie Beratung und Abstimmung über das GesetzzurEinglie- be.rung der badischen Evangelischen Landeskirche in die Reichskirche vor. Nach etwa zweistündiger Aussprache stimmten 36 Abgeordnete für, 27 gegen die Eingliederung. Da die Zweidrittelmehrheit nicht erreicht ist, gilt der Antrag als abgelehnt. Nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses stellten die Deutschen Christen den Antrag auf Einberufung des erweiterten Oberkirchenrates, der in seiner Sitzung die Auflösung der Landes- synode verfügte.
Kommunistische Aufstandsversuche in Chile.
N e u y o r k, 7. Juli. (DNB. Funkspruch.) In Santiago Le Chile wurden 200 Teilnehmer einer kommunistischen Versammlung verhaftet. In den Bureauräumen der Zeitung „La Opinion" wurde umfangreiches Belastungsmaterial gefunden. Die beschlagnahmten Dokumente
Berlin, 6. Juli. (DNB.) Der Chef Les Stabes der SA., Viktor Lutze, wurde von einem Vertreter des „Angriffs" über die Zukunft der SA. befragt:
„Mein Chef des Stabes, wußten Sie ebenso wie der Führer, Hermann Göring, Dr. Goebbels und einige andere aus der Umgebung des Kanzlers schon vor Wochen von der bevorstehenden Rebellion der ehemaligen SA.-Führer?"
„Ich erfuhr von dem verräterischen Treiben Röhms und seiner Umgebung erst, als sich die Lage wirklich zugespitzt hatte. Ich wurde dann als einer der ältesten SA. - Führer Deutschlands, der übrigens auch schon seit langem Front gemacht hatte gegen die Linie der obersten SA.-Führung, vom Führer hinzu- gezogen, um bei der Niederschlagung der Rebellen mitzuwirken. Zu dem Kreis der Vertrauten und Freunde Röhms gehörte ich nie."
„Kam die ehrenvolle Berufung zum Chef des Stabes der SA. für Sie überraschend?"
„Ja, das war schon eine Ueberraschung für mich. Ich hatte niemals daran gedacht, daß ich einmal Chef des Stabes werden würde, vor allem deswegen nicht, weil ich auch nicht den Ehrgeiz hatte, es zu werden."
„Glauben Sie, daß die Verräter mit ihren verbrecherischen Plänen bei der SA. irgendwie Aussicht auf Erfolg gehabt hätten, wenn der Führer dem Spuk nicht im letzten Augenblick ein jähes Ende gemacht hätte?"
Der Chef des Stabes erklärt mit aller Entschiedenheit, daß kein SA. - Mann zu dem Verräter Röhm gestanden hätte. Bei dem ganzen Spuk handelte es sich lediglich um eine reine Führerrevolte. Und auch von den Führern war es nur ein ganz kleiner Kreis, der die Rebellion mitmachen wollte.
„Ls ist also tatsächlich so, daß der einfache und unbekannte SA.-Wann und seine Führer nichts von dem seit Wochen vorbereiteten verräterischen Unternehmen der obersten Führer-


