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der viel mit der Reichszentrale zu tun hatte, wurde wegen angeblichen Nervenleidens mit seiner Frau und seinen beiden Kin­dern in das Erholungsheim am Wör­ther See verschickt. Gerlich gab zu seiner Verteidigung an, daß die Absicht bestanden hätte, den Amtmann zuU e b e r w a ch u n g s z w e ck e n" zu verwenden. Es wären Klagen über die Ober­schwester des Heims eingelaufen, deshalb hätte der erholungsbedürftige Amtmann einmal nach dem Rechten sehen sollen.

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Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, Reichsminister Dr. Goebbels, der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Ley, Reichsstatthalter Ritter von Epp und andere Parteiführer be­sichtigten die Landgewinnungsurbeiten und Deichbauten an der Westküste Schleswig-Hol st eins. Die Wagen passierten Freitag vormittag 9 Uhr Husum. Reichsminister Dr. Goebbels traf auf der Rückfahrt kurz vor 11 Uhr wieder in Husum ein. Der Minister wurde überall mit stürmischen Heilrufen begrüßt.

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Oie historischen Aufgaben der GA.

Rudolf Hetz fordert Wiederherstellung des altenBerhältnisses zwischenSA.undPartci.

Berlin, 6. Juli. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß gewährte dem Chef vom Dienst der NSK. eine Unterredung, in der er mit Nachdruck erklärte:Die Partei hat ihre alte SA. nicht vergessen, sie weiß, daß der. alte opfer­bereite kämpferische SA.-Mann nichts mit den gewissenlosen Meuterern an der Spitze der SA. zu tun hat. Ich werde als alter SA.Mann niemals zugeben, daß meine SA.- Kameraden von einst beschimpft und herabgesetzt werden." Rudolf Heß teilte mit, daß er an alle Or­ganisationen der Bewegung den strengsten Befehl gegeben hat, in keiner Weise derSA. entgelten zu lassen, was einige Unverantwortliche an der Spitze ver­brachen.

Eingehend befaßte sich nun der Stellvertreter des Führers mit den Aufgaben, die der SA. innerhalb der Partei.gestellt sind. Er geht dabei von dem Pflichtenkreis aus, den die alte SA. in der Bewegung ausfüllte, und erinnerte daran, daß es der ursprüngliche Sinn der SA. ge­wesen sei, die Bewegung zu untermauern, i h r Werkzeug und ihr Schutz gegen alle gegnerische Bestrebungen zu sein. Wenn in der letzten Zeit diese Aufgaben durch die bis­herige Führung gerade in ihr Gegenteil ver­kehrt worden seien, so sei heute die Zeit gekom­men, in der dieses alte historische Ver­hältnis zwischen der S2ll und der übrigen Par­tei wiederhergestellt werde. Es gilt heute, die SA. zurückzuführen auf ihre alten Aufgaben, in denen sie einst groß geworden ist, in denen sie sich ihren geschichtlichen Ruhm er­worben hat, und in denen sie für die nationalsozia­listische Bewegung Ungeheures geleistet hat.

Der SA.-Mann von morgen wird der Akti- pist der nationalsozialistischen Welt­anschauung sein, wie es der alte SA.-Mann seit je gewesen und bis heute geblieben ist. Er muß seinen weltanschaulichen Katechismus ebenso im Kopf haben wie er zum aktiven kämpferischen Einsatz für die Partei bereit ist. Er soll in seinem ganzen Leben und Handeln den Nationalsozialisten doku­mentieren. Er soll so Mitträger des natio­nalsozial i st ischen Gedankengutes gegenüber der kommenden Genera­tion und zugleich ihr Vorbild sein. Der junge Staatsbürger, der durch die erste national­sozialistische Erziehungsperiode, die Hitlerjugend, hindurchgegangen ist, soll in der SA. d i e l e tz t e Härtung im Dien st an der Bewegung erfahren, soll in ihr den Schmelztigel finden, der gerade in den Lebensjahren, in denen sich früher die Gegensätze zwischen den Klassen bei den Men­schen endgültig herausbildeten, das Band der na­tionalsozialistischen Kameradschaft mit der Opfer­bereitschaft für die Volksgemeinschaft verbindet. Da­zu wird die einheitliche politische Schulungsarbeit der Partei in Zukunft auch bei der SA. durch ge­führt werden. Die Partei wird in der SA. in Zukunft wieder das haben, was sie früher in ihr gehabt hat, ein machtvolles Instrument des Schutzes und der Kraft und dazu eine unersättliche Men­schenschule ihres Führernachwuchses.

Ltrlaubsbefehl!

3m Anschluß an die Anordnung des Chefs des Stabes der S2L vom 4. 3ult 1934 ordne ich an:

3m Rahmen der Gruppe Hessen besteht im allgemeinen für den llrlaubsmonat 3 u l i Verbot zum Tragen des D i e n st a n z u g e s. Davon werden nicht berührt diejenigen S2L- Zuhrer und -Männer, die während der Urlaubszeit dienstlich auf den $A.- Dienststellen tätig sind.

Die Brigadeführer geben über die dafür in Frage kommenden besondere Anweisung.

3ch lege Wert darauf, daß der Urlaub in dem gegebenen Umfang nach Kräften aus- genuht wird, damit alle $A.-Führer und -Män­ner mit frischen Kräften nach dem Urlaub den Reuaufbau der $A. im Sinne unseres Führers betreiben können.

Der Führer der Gruppe Hessen gez. 2L h. Beckerle, Gruppenführer.

schlechten wirtschaftlichen Lage der breiten Masse ein großer Mangel an Bedarfsgeaen- ft ä n b e n aller Ä r t eingetreten ist, oessen Deckung in den nächsten Jahren gefördert und er­reicht werden muß. So dürften sich die Senkung der Lohnsteuer und die Befreiung von der Arbeits­losenhilfe schon heute dahin auswirken, daß d i e Arbeitslosigkeit durch Belebung der betref­fenden Wirtschaftszweige weiter zurückgeht.

Ohne diese schon jetzt anerkennenswerte Hilfe zur Bestreitung der notwendigen Lebensbedürf­nisse einer kinderreichen Familie zu unter­schätzen, darf ich jedoch in diesem Zusammen­hang erneut darauf Hinweisen, daß es trotzdem auch weiterhin unser Bestreben sein und blei­ben muh, die Lebensbedürfnisse einer Familie mit ausreichender Kinderzahl durch Er­höhung des Rahrungsfpielraumes mehr und mehr sicherzustellen.

Gerade bei der breiten Masse der Volksgenossen mit kleinem Lohn- und Arbeitseinkommen ist ein Ausgleich der Familienlasten die einzige Möglichkeit, um die Kin­deraufzucht zu gewährleisten und die bestehende Rot in diesen Familien zu mildern. Wenn der Ausgleich in Prozenten des Ein­kommens geschaffen wird, so ist damit auch eine gewisse Gewähr geboten, dah eine Besser­stellung nur wertvollen Familien und Gliedern unseres Volkes zugute kommen wird. Dabei will ich keineswegs verkennen, daß nach wie vor die Eltern aus Liebe zu ihren Kindern Opfer und Entsagungen werden auf sich nehmen müssen, die den Kinderlosen und Kinderarmen erspart bleiben. 3mmerhin wird jede auch schon geringe wirtschaftliche Ent­lastung der Familie dazu angetan sein, die seelische Einstellung unseres Volkes im Sinne der Erhaltung der Art und Rasse zu wandeln. Rur so wird es uns gelingen, die deutsche Familie und unser Volk entspre­chend dem Ziel der nationalsozialistischen Bewe­gung mit der Heimat und dem deutschen Staat unlösbar zu verbinden.

Da wir diesem Ziel durch die beabsichtigte bevöl­kerungspolitische Steuerreform näherkommen, danke ich Ihnen für die entscheidende Unterstützung bei der Durchsetzung bevölkerungspolitischer Ziele und darf Sie gleichzeitig bitten, Pg. Reinhard diesen Dank zu übermitteln."

Bilder aus dem Hirtsiefer- Prozeß.

Was bei der Kinderverschickung als bedürftig angesehen wurde.

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Forschung- ation wich:

Der Herr Reichskanzler empfing einen der Begründer der Carl Schurz - Memoria Foundation und Oberlaender Trust, Henry Janssen, zu einer kurzen Unterredung. Nach der Unterredung über­reichte der Herr Reichskanzler Henry Janssen ein Werk über die Geschichte des deutschen Handwerks. Der Herr Reichskanzler empfing ferner den deut­schen Botschafter in Ankara Dr. von Rosen­berg zum Vortrag und den Präsidenten des Reichs- Wirtschaftsgerichtes Dr. Willecke zur Meldung.

An der Revolte unbeteiligt.

Berlin, 6. Juli. (DNB.) Im Zuge der Unter­suchungen wurde u. a. durch eine untere Stelle auch Obergruppenführer von Killin- ger in Haft genommen. Auf Befehl des Führers wurde Pg. Killinger sofort wieder aus der Haft entlassen. Die Feststellungen ergaben, daß er in keinem Zusammenhang mit der hochverräterischen Revolte stand.

Im Zuge der Untersuchungen anläßlich der hoch­verräterischen Revolte wurden u. a. verhaftet

Fritz Günther von Tschirschky und

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Friedrich Karl von Savigny

Margarete voy Stotzinges«

führt werden wird, weil sie eben unbedingt not­wendig ist. Ob in diesem Zuge eine zahlen­mäßige Verringerung der Sturm­abteilungen erfolgen wird, ist nicht ganz ausgeschlossen, wenn man sich vergegenwärtigt, daß der Ehef des Stabes Luhe aus den braunen Formationen ein unbedingt sauberes und was in diesem Zusammenhang von be­sonderer Bedeutung ist ein politisch zu­verlässiges 3nstrument der Bewe­gung zu machen entschlossen ist.

Wird dann zukünftig jeder SA.-Wann Mitglied der RSDAP. sein müssen?"

3ch bin der Meinung, daß es auf die Dauer unumgänglich sein wird, daß der SA.-Mann, in erster Linie aber der SA.-Führer, Partei­genosse ist. Schließlich muh er, wenn er Garant einer Weltanschauung sein will, dieser national­sozialistischen Bewegung mit haut und haar verschrieben sein."

Der von dem früheren Stabschef verliehene Ehrendolch darf nach Entfernung des Namens des Verräters wieder getragen werden; ge­nau so wie alle SA.-Männer ihren Dienftdolch tra­gen dürfen. Die Entscheidung darüber, ob die alten Kämpfer für ihre Verdienste einen Ersatz für den Ehrendolch erhalten, der dann von Adolf Hitler selbst und nicht wieder vom Chef des Stabes ver­liehen wird, liegt beim Führer selbst.

Berlin, 6.Juli. (DNB.) Im Prozeß gegen. früheren preußischen Wohlfahrtsminister Hirt­sief e r wurden Fälle erörtert, die die unberechtigte Verschickung von Kindern zum Gegenstand haben. Es stellt sich heraus, daß im Jahre 1930 auf Emp­fehlung des Angeklagten Peter sderzwölf- jährige Sohn eines Ministerialrats aus dem Wohlfahrtsministerium zum Kurauf­enthalt auf Kosten der Reichszentrale an den Rhein geschickt wurde. Obwohl der Vater des Jungen ein Monatseinkommen von 900 Mark bezog, wurde Hilfsbedürf­tigkeit angenommen. Die Reichszentrale bezahlte aber nicht nur die Fahrkarte des Zwölfjährigen, son­dern auch noch die Fahrt und die K u r k o st e n f ü r die Mutter des Jungen, obwohl beide bei Verwandten wohnten. Ein anderer Fall be­trifft eine ebenfalls recht eigentümlicheKinderver­schickung". Es wurde die 19jährige Tochter eines Kaufmanns, der mit Gerlich und Peter be­freundet war, auf Kosten der Reichszentrale m i t ihrer Mutter nach Davos verschickt. Die ganzen Kosten in Höhe von etwa 1000 Mark über­nahm auch hier die Reichszentrale. Ein Amt­mann aus dem Verkehrsmini ft erium,

Die bevölkerungspolitische Bedeutung der Steuerreform.

Oie Kaufkraft der Familie wird gestärkt. Ein Brief des Aeichsinnenministers.

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Die Untersuchung ergab, daß zwischen ihnen und den Hochverrätern keine Beziehungen be­standen haben. Ihre Enthaftung wurde daher unverzüglich veranlaßt.

Oie Verleihung der Amtskette an denReichshandwerksführer

Berlin, 6. Juli (DNB.) Reichspräsident von Hindenburg hat, einem Wunsche des deutschen Handwerks entsprechend, eineFührer-Amtskette des deutschen Handwerks" gestiftet (siehe Abbildung im gestrigen G. A.), die von dem Goldschmiede­meister Prof. Karl Berthold in Köln geschaffen worden ist und heute im Reichspräsidentenhause den Vertretern des deutschen Handwerks übergeben wurde. Im Auftrage des zur Zeit von Berlin ab­wesenden Herrn Reichspräsidenten empfing Staats­sekretär Dr. Meißner die Vertreter des Reichs­standes des deutschen Handwerks, den Reichshand­werksführer Klempnermeister Schmidt, die Landeshandwerksführer Bäckermeister Magunia, Schornsteinfegermeister K a tz m a n n, Tischlermeister Bätzner sowie Dr. Schild vom Stabe des Reichshandwerksführers. In einer Ansprache führte Staatssekretär Dr. Meißner u.a. folgendes aus:

Der Herr Reichspräsident habe sich entschlossen, eine Ehrenkette zu stiften, die vom Führer des deutschen Handwerks altem Brauche gemäß bei nationalen und dienstlichen Anlässen angelegt werden solle. Der Herr Reichspräsident habe weiter den Reichshandwerksführer ermächtigt, an ver­diente Handwerksführer als besondere Auszeichnung A m t s k e 11 e n zu verleihen, welche der von deutscher Künstlerhand geschaffenen Fuhrer- amtsfette nachzubilden sind. Diese Ehrenkette solle ein Ausdruck der hohen Achtung sein, die der Herr Reichspräsident, als Ehrenmeister dem deut­schen Handwerk seit vielen Jahren verbunden, dem Reichsstand des deutschen Handwerks und allen seinen Gliederungen stets entgegenbringt; sie solle aber gleichzeitig ein Sinnbild der hohen Bedeutung sein, welche das Handwerk für die gesamte deutsche Wirtschaft hat, und unsere Zuver­sicht kundtun, daß deutsches Handwerk wieder zu seinen alten Ehren kommt.

Der Reichshandwerksführer sandte nach der lieber» reichung der Führeramtskette an den Reichs- Präsidenten nach Neudeck folgendes Tele­gramm:

,Hochzuverehrender Herr Reichspräsident! Aus Anlaß der heutigen Uederreichung der von Ihnen geschaffenen und verliehenen Führer-Amtskette des deutschen Handwerks an den Reichshandwerksfuhrer durch Ihren Staatssekretär Herrn Dr. Meißner spreche ich Ihnen als dem Ehrenmeister des deut­schen Handwerks im Namen des gesamten deutschen Handwerks meinen tief empfundenen Dank und meine untertänigste Ehrerbietung aus. Das deutsche Handwerk, durch Jahrtausende mit der Geschichte des deutschen Volkes verbunden, wird es sich zur besonderen Aufgabe machen, n u r s o l ch e Handwerksführer Herausstellen, die würdig sind, die von Ihnen verlie­hene Führeramtskette zu tragen. Die deutschen Handwerksmeister werden mit Stolz auch in den kommenden Jahrhunderten durch die Fuhrer- Amtskette daran erinnert werden, daß der General­feldmarschall des Weltkrieges und Reichspräsident von Hindenburg als Ehrenmeister des deutschen Handwerks dem deutschen Hand­werk in feinen schwersten Zeiten der vergangenen Jahre ein unermüdlicher Schirmherr u n d B e s ch ü tz e r gewesen ist.

In Ergebenheit und Ehrerbietung

W. G. Schmidt, Klempnermeister.

Reichshandwerksführer."

Berlin, 6. Juli. (DNB.) Reichsminister des Innern Dr. Frick hat an den Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk folgendes Schreiben ge­richtet:Sehr verehrter Herr Reichsminister! Staatssekretär Pg. Reinhard bat in München die in Ihrem Ministerium geplante S t e u e r r e - formpläne bekannt gegeben. Dabei haben Sie den bevölkerungspolitischen Forde­rungen, die ich bei der ersten Sitzung des Sach­verständigenbeirats für Beoölkerungs- und Rassen­politik am 28. Juni 1933 gestellt habe, weit­gehend Rechnung getragen, wofür ich Ihnen als der für die bevölkerungspolitischen Maß­nahmen zuständige Minister meinen besten Dank auszusprechen nicht verfehlen möchte.

Ich erinnere dabei außer der-rderung der Eheschließung, bif von Jhr^m Ministerium schon im vergangenen Sommer in Angriff genom­men war, an die Erhöhung der Kinder­ermäßigung bei der Neuregelung der Ein­kommensteuer, wie an die Freibeträge für Kinder bei der künftigen Vermögens- und Erbschaftssteuergesetzgebung. Auch ist Staatssekretär Reinhard bereitwilligst einer Anre­gung des Leiters meiner AbteilungVolksgesundheit" gefolgt, Familien mit Kindern von der Abgabe zur, Arbeitslosen Hilfe zu be­freien, so daß schon heute Familien mit ein und zwei Kindern bei einem monatlichen Einkommen bis 500 RM. und Familien mit drei und mehr Kin­dern auch bei einem höheren Einkommen von 500 bis 3000 RM. monatlich von dieser Abgabe frei- gestellt sind. Dieser Weg, zunächst Abgaben ober Versicherungsbeiträge bei benjenigen zu sen­ken, bie burch ben Unterhalt unb bie Aufzucht von Kinbern für bas Weiterbestehen unb bie Zukunft unseres Volkes sorgen, scheint mir ganz besonbers wertvoll unb berechtigt zu sein, ba er zunächst vielleicht bie einzige Möglichkeit bar­stellt, die Familie unb insonberheit bie kinberreiche Familie wirtschaftlich zu stützen. Aus biefem Grunbe begrüße ich ganz besonbers bie von Pg. Reinharb verkünbete Absicht, ab Frühjahr 1935 bie Bei­träge für biß Arbeitslosenversiche­rung zu ermäßigen unb zunächst bamit zu beginnen, baß bie Arbeitnehmer mit einer größe­ren Kinberzahl, z. B. bei brei unb mehr Kinbern, vom Arbeitslosenversicherungsbeitrag ganz be­freit werben sollen.

Vor allen Dingen bin ich aber auch bavon über­zeugt, baß biefe bevölkerungspolitische Steuerreform geeignet erscheint, bie Kaufkraft bet Familie allgemein zu erhöhen unb so ben inneren Wirtschaftsmarkt zu stärken. Es ist zweifellos richtig, baß gerabe in kinberreichen Familien infolge ber

Der Bundesrat hat beschlossen, die Einfuhr und Verbreitung desAngriff", desVölkischen Beobachters" und derBerliner Bör­se n z e i t u n g" in der Schweiz vorläufig für 14 Tage zu untersagen.

Aus aller Welt.

Rekordhlhe in Amerika.

Die Ostküste Amerikas wird seit etwa 14 Tagen von einer Hitzewelle hei'mgesucht, die als die größte seit 19 01 bezeichnet werden kann. Am Freitag wurde in Neuyork bie höchste Temperatur mit 55 Grab Celsius in der Sonne bezw. 36 Grab Celsius im Schatten bei ungewöhnlich hoher Feuch­tigkeit der Luft erreicht. Demgegenüber herrscht in ben bisherigen Dürregebieten Dakota unb Minne­sota seit 14 Tagen Dauerregen, ber mit hef­tigem Sturm oerbunben ist. Der Sachschaden ist sehr beträchtlich. Nachts herrscht eine empsinblichs Kälte. In Michigan toben heftige Gewitterstürme. Fünf Menschenleben sind dem Unwetter dort be­reits zum Opfer gefallen.

DerTag der deutschen Rose" genehmigt.

Für bie am 14. unb 15. Juli ftattftnbenbe Aktion T a g ber beutschen R o s e", bie von ber Obersten Leitung ber PO., Amt für Volkswohlfahrt, in Verbinbung mit bem Reichsnährstanb unb ber Deutschen Gesellschaft für Gartenkulturen a l s Ausnahmefammlung b e s Deutschen Frauenwerkes für bas Hilfswerk Ä Mutter unb Kinb" durchgeführt wird, ist 1 nunmehr die Genehmigung des Stellvertreters des Führers, Reichsminister Heß, und des Reichs« finanzministeriums erteilt worden.

Mißlungener

Ausbruchsversuch dreier Schwerverbrecher.

Drei Schwerverbrecher unternahmen den Versuch, aus der Strafanstalt Marburg an der Drau (Steiermark) zu entfliehen. Zwei von ihnen gelang es, ihre Zellen zu verlassen. Als sie auf dem Gang mit dem Wärter zusammentrafen, schlug einer der beiden mit einem Stein, ben er in ein Handtuch gehüllt hatte, mit solcher Wucht auf den Kopf des Wärters, daß der Beamte sofort zusammenbrach. Die beiden Sträflinge nah­men darauf dem Wärter die Schlüssel und den Degen ab und versuchten, gemeinsam mit dem drit­ten Häftling zu entfliehen. Ihre Flucht wurde je­doch von der Wachmannschaft der Strafanstalt verhindert, worauf einer ber Schwerverbrecher aus dem dritten Stock in den Hof sprang, wo er mit einem Schädelbruch liegen blieb. Der schwerverletzte Wärter ist inzwischen seinen Verletzungen erlegen.

Eine Konservenfabrik durch Brandstiftung vernichtet.

In Mussidan im französischen Departement Dor- dogne ist eine Konservenfabrik ein Raub der Flam­men geworden. 4000 Kisten mit insge­samt 200 000 Konservenbüchsen wur­den vernichtet. Der Sachschaden beläuft sich auf eine Millionen Franken. Es liegt Brand­stiftung vor. Zwei Arbeiter sind verhaftet wor­den. Einer soll bereits ein Geständnis abgelegt haben.

Graf Zeppelin" in Friedrichshafen.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist am Freitag­abend von seiner dritten diesjährigen Südamerikafahrt, die bis Buenos Aires führte, nach Friedrichshafen zurückgekehrt und um 21 Uhr glatt gelandet Die Führung hatte Dr. Eckener. An Bord befanden sich 23 Passa­giere. Befördert wurden 253 Kilogramm Post und 41 Kilogramm Fracht.

Line ostpolnische Ortschaft eingeäschert.

Durch ein Großfeuer wurde am Montag inner­halb von zwei Stunden die ganze Ortschaft Raszkutany in Ost polen eingeäschert. Verbrannt sind 63 Wohnhäuser unb 157 Wirt» schaftsgebäube. Auch ein Teil bes Viehs konnte nicht mehr gerettet werben; u. a. finb 300 Schweine mitverbrannt. 340 Bewohner bes Dorfes finb obbachlos geworben.

Flugzeugunglück in England.

Nachdem bereits am Donnerstag ein britisches Bombenflugzeug bei Hebungen über bem Flugplatz von Northolk abgestürzt unb in Brand geraten war, wobei zwei Insas f e n getötet würben, ereignete sich am Freitag früh ein neues Unglück. Ein großes Bombenflugzeug neuesten Typs stürzte bei einem Probeflug aus noch unbe­kannter Ursache in ber Nähe bes Flugplatzes Hey- f o r b aus ziemlich großer Höhe ab. Einer ber Insassen fanbbenlob, währenb bie an» bereu vier Mitglieber ber Besatzung mit leichteren Verletzungen bavon tarnen.

Wettervoraussage.

Da sich der hohe Druck weiter gekräftigt unb ausgebreitet hat, wirb unter seinem Einfluß das heiße Sommerwetter fortbestehen.

Aussichten für Sonntag: Meist heiter« heiß und trocken.

Aussichten für MontQg: Noch keine wesentliche Aenderung.

Lufttemperaturen am 6. Juli: mittags 24,6 Grad Celsius, abenbs 17,8 Grab; am 7. Juli: morgens 16,8 Grab. Maximum 26,2 Grab, Minimum 11,3 Grab. (Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Juli: abenbs 25,2 Grad; am 7. Juli: morgens 19,4 Grab Celsius. Sonnenscheindauer 15,2 Stunben.

Hauptschriftleiter: Dr. Friebrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: 3. 23.: Dr. Fr. W. Lange, für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für ben Inhalt ber An­zeigen: Theobor Kümmel. DA. VI. 34: 10100. Druck unb Verlag: Brühl'sche Unioerfitäts«Buch- unb Steinbruckerei R. Lange, Ä.-©v sämtlich in Gießen«

OaS siamesische Königspaar in Potsdam.

Potsdam, 6. Juli. (DNB.) Das siamesische Königspaar besichtigte am Freitagnachmittag bie Sehenswürbigkeiten Potsbams. Zu­nächst ging bie Fahrt zur Arbeitsstätte bes Freiwilligen Arbeitsbien st es, wo prak­tische Arbeit beim Sieblungsbau gezeigt würbe. Legationssekretär von Mumm gab in Verbinbung mit ber Arbeitsbienstleitung bie nötigen Erklärun­gen. Anschließend) würbe bas Arbeitsbienstlager selbst besichtigt, wo bie Mannschaften im Hofe an­getreten waren. Darnach bestiegen bie Gäste bie Kuppel bes Astro-Physikalischen Obser­vatoriums unb besichtigten ben großen Doppel­reflektor. Durch bie Straßen Potsbams ging bann bie Fahrt nach Sanssouci. Nach einer Runb- fahrt burch ben Park besuchte bas Königspaar bas Schloß, wo es längere Zeit im Sterbezimmer unb in ber Bibliothek bes großen Königs verweilte. Nach einem kleinen Imbiß kehrte bas Königspaar in bie Reichshauptftabt zurück.

Kleine politische Nachrichten.

Der Herr Reichspräsident hat auf Vorschlag des Herrn Reichskanzlers im Zusammenhang mit der Ueberleitung des Freiwilligen Arbeits­dienstes vom Reichsarbeitsministerium auf das Reichsministerium des Innern den Reichsarbeits­minister Seldte von seinem Amt als Reichskom­missar für ben Freiwilligen Arbeitsdienst entbunden und ben Staatssekretär Hier! zum Reichskommissar für den Freiwilligen Arbeitsdienst ernannt-