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M. 156 Erstes Blatt

Samstag, 7.)uli

18<. Jahrgang

Giehener Anzeiger

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mtematisch Gerüchte über bevorstehende politische Umwälzungen in Deutschland verbreiten lassen und

Dagegen kam es im nördlichen Stadtteil

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Paris, 6. Juli. (DNB.) Vor dem Auswärti­gen Ausschuß der Kammer erklärte Außenminister B a r t h o u, daß- er sich weigere, in eine Erörte­rung der gegen Frankreich gelegentlich der letzten deutschen Ereignisse geführten Kampagne einzutre­ten. Nichts von alledem, was über die ihm zugeschriebene persönliche Rolle behauptet werde, s e i w a h r. Er würde sich herabwürdigen, wollte er solche lächerlichen Angaben ernst nehmen.

Der Politik Frankreichs liege der Wille zu Grun­de, nach Möglichkeiten und Garantien für den Frieden zu suchen. Sie bleibe m i t dem Völkerbund verwachsen als dem einzigen Hort des Rechtes gegen die Gewalt. Diese Politik habe die Noten und Handlungen der fran­zösischen Regierung beeinflußt. Frankreich bleibe der These der Rüstungsbeschränkungen und der Herabsetzung der Rüstungen treu, die von einer wirklichen Sicherheit begleitet würden.

Der Minister sprach hieraus über seine Rei­sen nach Rumänien und Südslawien. Es handele sich um eine Ergänzung der Besuche, die er zuvor Polen und der Tschechoslowakei abge­stattet habe. Ueberall seien die Bündnisse

und freundschaftlichen Beziehungen enger gestaltet worden. Sie dienten dem Frieden im Rahmen des Völkerbundes. Eine solche Politik sei weder exklusiv nach aggressiv. Sie ver­folge nicht dep Zweck, einen Mächteblock einem anderen Block gegenüberzustellen, sondern arbeite für die europäische Zusammenarbeit. Die Formel von den Möglichkeiten und Garantien für den Frie­den, die überall gesucht und entwickelt werden müß­ten, wandte der Außenminister auch auf die Ver­handlungen an, die mit Sowjetrußland und anderen interessierten Staaten geführt werden. Diese Verhandlungen, so erklärte er, seien noch nicht soweit gediehen, daß sie Angaben im einzelnen gestatteten. Er sei am 7. Juni von Macdonald eingeladen worden, nach London zu kommen, um dort das Einvernehmen zwi­schen beiden Regierungen, das sich in Genf ge­zeigt habe, zu festigen und auszubauen. Wenn man von diesen Besprechungen auch keine unmittelbaren Ergebnisse erwarten könne, würden sie doch bewirken, das gute Einvernehmen zu be­kräftigen, das eine der wichtigsten Bedingungen für den Frieden sei.

lament oder seinen Kabinettskollegen gegenüber das Bestehen irgendwelcher Bindungen oder gar Ver­pflichtungen abstreiten konnte. Denn er wußte ge­nau, wie ungemein empfindlich die öffentliche Mei­nung seines Landes trotz des von der britischen Presse kräftig geschürten Deutschenhasses auf die Wahrung der Entschlußfreiheit im Falle eines po- litischen Konflikts der Festlandsmächte bedacht war. Daß dies heute nach den Erfahrungen des Welt- krieges in noch verstärktem Maße der Fall ist, er­leben wir ja in diesen Tagen. Es fragt sich nur, ob die Kritik der öffentlichen Meinung in Eng and heute mehr Gewicht hat, als damals. Jedenfalls wird sie die Augen offen halten müssen, wenn sie verhindern will, daß das Britische Reich durch die Vertraulichkeiten seiner Militärs mit Generalstaben anderer Länder über Nacht seine Handlungsfreiheit einbüßt.

IN ililär st reifen in die Häuser ein und nahmen verdächtige Elemente fest, die sich auf den Dächern aufgehalten hatten. Bei mehreren verhaf­teten wurden Schußwaffen gefunden. Infolge des starken INilitär- und Polizeiaufgebots gelang es dem Pöbel nicht, die Straßenbeleuchtung zu zer­stören. Die Straßen waren so gut wie menschen­leer, da überall der energische Befehl, ruhig in den

A m st e r d a m, 7. Iuli (DNB.) In den Abend­stunden des Freitags wiederholten sich an verschiedenen Stellen der Stadt die Ausschrei­tungen aufrührerischer Elemente. So wurde in der Spaardammer Straat ein Stra­ßenbahnwagen umgeworfen und auf ihm die rote Flagge gehißt. An anderer Stelle wurde ein Straßenbahnzug zum Entgleisen gebracht, herbeigeeilten Polizeistreifen gelang es aber sofort, die aufsässige INenge zu zerstreuen.

Das allgemeine Interesse konzentrierte sich auch am Freitagabend wieder auf den I o r d a a n , in dem jedoch diesmal fo starke INilitär- und Polizei­kräfte zufammengezogen waren, daß die Behörden im Gegensatz zum Vorabend der Lage völlig Herr waren. Nur einmal mußte in der Nähe des Noordermarkt das INafchinengewehr eines INi- litärautos in Aktion treten. Wiederholt drangen

in dem eine Abteilung INarine-Infanterle Pa- trouillendiensie ausführte, im Laufe des Abends zu heftigen Straßenkämpfen zwischen einer zahlreichen INenge und der Polizei, die bald durch INilitärabteilungen verstärkt wurde. Sanitätsauto­mobile fuhren hin und her, um die Verwundeten zu bergen. Auch hier wurde aber amfpätenAbend der Widerstand gänzlich gebrochen.

Seit INitternacht beherrschten INilitär und Polizei das Strahenbild vollkommen. Zur Niederkämpfung der Aufrührer hat der Umstand wesentlich beige­tragen, daß INilitär und Polizei rück- fichtslos von den Waffen Gebrauch machten. Bis zur ersten INorgenstunde des Sams­tags zählte man zwei Tote und elf Schwerverletzte. Auf Anordnung des Bürgermeisters wurde die Bürgerwehr alarmiert, die zur Bewa­chung der öffentlichen Gebäude und Werke eingesetzt ist. Ferner wurde eine Kompanie Infanterie aus Amorsfoort nach Amsterdam dirigiert, um hier vor­läufig in Reserve gehalten zu werden.

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Wer jemals gelaubt hat, daß mit der Anerkennung der Sowjetunion und der Einführung nor­maler diplomatischer Beziehungen zwischen Moskau und zahlreichen Hauptstädten der Welt gleichzeitig auch der Gedanke der b o l- schewistischen Weltrevolution begra­ben worden wäre, der hat sich einer schlimmen Selbsttäuschung hingegeben. Gerade in letzter

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Frankreich sucht nur Sicherheitsgarantien.

Barthou vor Dem Auswärtigen Kammerausfchuß über seine politischen Reisen.

sondern auch der Besuch Weygands in England keinerlei politische Bedeu­tung habe und daß bei diesen Besuchen keiner­lei Ehrenverpflichtung eingegangen wor­den sei, wie dies bei den Besuchen vor 1914 der Fall gewesen sei. Baldwin erwiderte, daß hinter diesen Besuchen nichts verborgen sei.

Echo de Paris" warnt vorübertriebenenHoffnungen.

Paris, 7. Juli. (DNB.-Funkspruch.) Im Hin­blick auf die bevorstehende Londoner Reise Bar- thou's warnt dasEcho de Paris" nochmals vor übertriebenen Hoffnungen ober übertriebenen Plä­nen. Barthou müsse sich hüten, in London irgend­welche Wünsche vorzubringen. Er müsse sich auf eine Darstellung der französischen

zutreten, um zu begreifen, daß sein Schicksal mit dem der Völker verbunden sei, die sich dem All­deutschtum in den Weg stellen. Barthou möge den Versuch unterlassen, England zu einer Zusammenarbeit z u zwingen. Der ein­zige Wunsch Frankreichs sei, daß England aufhören möge, sich der Verteidigungspolitik in den Weg zu stellen, deren Lasten es selbst nicht tragen wolle.

Riesengewinne einer französischen Sprengstofffabr'k

Paris, 7. Juli. (DNB. Funkspruch.) Das Oeuvre" teilt aus dem Jahresbericht der franzäsi-

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Erneute schwere Straßenkämpse in Amsterdam

Polizei und Militär am Freitagabend überall Herr der Lage.

London in Erwartung Barthous

Kampf um die Handlungsfreiheit Englands.

Die Rebellen hatten sich nicht gescheut zur Durch- schrung ihrer Pläne dem Verbrechen des Hochver- rcts auch das des Landesverrats hinzuzufügen. Hier fd eint vor allem der von maßlosem Ehrgeiz und nicht minder großer Selbstüberschätzung gepackte Qi tri gant Schleicher seine Finger gerührt zu hcden. Er hat durch Mittelsmänner im Ausland

London, 7.Juli. (DNB. Funkspruch.) Die be­vorstehende Reise des französischen Außenministers nach London hat eine Anzahl von Blättern veran­laßt, Betrachtungen über den Zweck und die vor­aussichtlichen Ergebnisse dieser Reise anzustellen. Daily Hera Id" warnt erneut vor der Ge­fahr.eines zu weiten britischen Ein­gehens auf die französischen Bünd­nis w ü n s ch e. Das Blatt erkennt an, daß bis zum gegenwärtigen Augenblick keine endgültige Entschei­dung über eine Äenderung der Grundlagen der britischen Außenpolitik gefallen sei, sieht aber die Gefahr noch nicht für behoben an. Das Blatt ist der Ansicht, daßengesZusarnrnenwirken mit Frankreich auf allen Gebieten" sehr ernstlich mit Barthou erörtert werden werde. Es werde Barthou jedoch zu verstehen gegeben werden wie dies ihm bereits vor einem Vier­teljahrhundert erklärt worden sei daß alle Vereinbarungen Gentlernen-Abkornrnen sein müßten,damit dem Parlament stets die notwendigen Ableugnungen gegeben werden können." (!)Daily Mail" schreibt, trotz Baldwins Unterhaus-Erklärung über den Charakter des Besuches Barthous würden in amtlichen Krei­sen angesichts des zugegebenen Fehlschlages der Ab­rüstungskonferenz umfangreiche Vorberei­tungen für diesen Besuch getroffen.

DieTimes" verleiht dem Besuch des franzö­sischen Außenministers nicht die Bedeutung, die einen Teil der französischen Presse zu übertriebenen Hoffnungen und einen Teil der englischen Blätter zu übertriebenen Befürchtungen veranlaßt. Wenn Times"unformelle" britische Besuche in Paris alsaus geographischen Gründen unvermeidlich" bezeichnet und bemerkt, es gehöre sich, daß London zurAbwechslung" die Ehre des Besuches eines französischen Außenministers erhält, so geschieht dies, um zum Kern der Frage unverblümt zu be­merken, jedes Gerede von einem Bünd - n i s zwischen Großbritannien und Frankreich sei völlig abwegig. Weder die britische Regierung noch die britische öffentliche Meinung sei, so betont das Blatt, für irgendwelche Bündnisse zu haben. Bei dem augenblicklichen Zustand Europas könne kein Bündnis als rein defensiv an­gesehen werden. Barthou komme in voller Kenntnis des britischen Standpunktes an. Er komme, um die französischen Pläne darzulegen und vielleicht einen Bericht über feine eigene kürzliche Tätigkeit in Mittel- und Osteuropa zu geben. Nach der Feststellung, daß Barthou zweifellos versuche, Sicherheit durch eine Wiederbelebung der politischen und militärischen Bündnisse zu suchen, bemerkt das Blatt, es sei nicht genau bekannt, w i e weit das neue Einvernehmen mit Rußland gehe. Es hätten vielleicht militärische Beratungen stattgefunden, vielleicht auch nicht. Aber alles in allem scheine eine An­näherung an Rußland erfolgt zu fein. Die britische Politik scheine auf jeden Fall dazu bestimmt zu sein, ihre Passivitätnoch einige Zeit beizuhalten. Es sei mogllch, daß bei der augenblicklichen Ungewißheit Europas ein anderer Weg gangbar sei.

Oie Besuche der Militärs.

Baldwin bestreitet politische Hinterftriinde.

Barthous politische Vergangenheit ist eng verknüpft mit der diplomatischen und militärischen Rüstung Frankreichs für den Revanchekrieg. Als Minister hat er mehrfach Kabinetten angehört, deren außenpolitisches Ziel die Mitarbeit an der Einkreisung Deutschlands war, als Ministerpräsi­dent war er eifrigster Verfechter der dreijährigen Dienstzeit. Diesem Greis von 72 Jahren spiegelt sich die Welt heute im gleichen Licht wie vor zwei Jahrzehnten. Und er kennt auch keine anderen Mittel, seinem Lande die europäische Vormachtstel- lung zu erhalten, als die, mit denen sie erobert wurde: Bündnisse und Rüstungen. So erneuert er überall dort die schon etwas in Ver­gessenheit geratenen Freundschaften, wo man aus verständlichen Gründen an der Verewigung des Systems von Versailles interessiert ist. Aber dar- über hinaus glückt es ihm, als Ersatz für den wan­kelmütig gewordenen und v'elleich't einmal ganz ausfallenden polnischen Verbündetem die alte Vor- Iriegsallianz mit Rußland- erneuern und da­mit gleichzeitig für Polen sowohl wie für die Kleine «Entente und nicht zuletzt auch für Japan die fran­zösische Freundschaft wieder wertvoll zu machen. Aber der wichtigste Knoten in diesem komplizieren Mtz vov BiuMiffcOr Verträgen und Absprachen

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bleibt noch zu knüpfen. Die Wiederherstellung der Entente mit England bleibt das Hauptziel der französischen Außenpolitik, ihrer Vorbereitung gilt die Londoner Reise Barthous. Die Militärs haben schon vorgearbeit. Der ,ranzos,sche Genera - stabsches General W e y g a n d war bereits zu suns- tägigem Besuch in London und hat seine Z-'t ge­wiß nicht mit Golsspi-l-n oder Angeln totgeschla- aen Sein englischer Kollege hat den Besuch mi einer Reihe englischer Eeneralstadsofsiziere aus dem Fuße erwidert. Der Reise aus die nordfran- zölischen Schlachtfelder. die kaum nur der Erinne­rung an die gemeinsamen Kampfe der Vergangen­heit gegolten haben wird, hatte sich auch der Kriegs­minister Lord Hailsham angeschlosien.

Diese Beteiligung des Zivilisten und Kablnetts- rnitglieds ist die einzige Variante in dem sonst sich peinlich genau wiederholenden Schauspiel militäri­scher Fühlungnahmen und Absprachen zwischen Frankreich upd England, die zumindest seit dev

ersten Marokkokrisis 1906 das militärische Zusam­menwirken beider Armeen auf dem Festland bis ins Einzelne für den Kriegsfall vorbereitet hatten. Vielleicht ist die Erinnerung nützlich, daß der spä­tere britische Generalstabschef der britischen Feld­armee, Sir Henry Wilson, seitdem er 1910 Leiter der Operationsabteilung des Generalstabs geworden war, alljährlich Informationsreisen in das belgisch- französische Aufmarschgebiet unternommen hat und zum Zeichen, daß neben seinem Verstand auch sein Herz für Frankreichs Sache sprach, der Stutue der France" in Mars la Tour, hart an der deutschen Grenze, ein Stück der Generalstabskarte mit dem vertraglichen Aufmarschgelände der britischen Trup­pen zu Füßen gelegt hat. Der britische Außenmini­ster Sir Edward Grey hat sich um diese symboli­schen Temperamentsausbrüche führender britischer Militärs indessen bewußt so wenig gekümmert wie um die sachlichen Absprachen der beiden General­stäbe, damit er jederzeit «reinen Herzens/ im Par-

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London, 6. Juli. (DNB.) Im Unterhaus bat ein Mitglied der Arbeiterpartei Baldwin, er möge das Unterhaus über den kürzlichen Besuch des eng­lischen Kriegsministers Heilshorn in Frankreich sowie über den bevorstehenden Besuch des franzö­sischen Außenministers B a r t h o u in London un­terrichten und mitteilen, ob die britische Regierung, ohne den Völkerbund zu befragen, eine Regelung zu treffen beabsichtige, die sich auf eine g c m e in­fame 21 ttion für den Fall erstrecke, daß m Europa Feindseligkeiten ausbrechen wurden.

Baldwin erwiderte, der kürzliche Besuch Hailshams in Frankreich habe keinerlei politischen Hintergrund Vielmehr handle es sich um eine Studienreise über die Schlachtfelder des Welt­krieges, die auf Wunsch englischer Offiziere unter­nommen worden sei und wie sie m der Vergangen* beit schon mehrfach stattgefunden habemDer Be uch Barthous in London werde die Möglichkeit bieten, die Frankreich und England gegenseitig interessieren- vu .........................

den Fragen zu erörtern. Die Antwort auf den letz- $äufcrn JU bleiben, befolgt wurde.

ten Teil der Anfrage war n e g a t' v Der Abgeord- $agcgcn es im nördlichen Stadtteil ^:f:ur°7er'B°!uch°H°ll!h°m:ÄF7°nkreich^ auf der anderen Seite deo Amsterdamer Hafens,

durch feine Beziehungen zu Regierungsstellen und treffe im Ausland dort den Eindruck erweckt, als V die Tage des Hitlerregirnes in Deutschland ge- chlt seien. Es nimmt nicht Wunder, daß diese tirnmungsrnache in allen mißtrauischen und bös- illigen Kreisen des Auslandes offene Ohren fand lab daß sie namentlich in Paris eine Atmosphäre c-günftigte, in der der Gedanke einer deutsch-fran- ffischen Verständigung sich nicht durchzusetzen ver- ochte. Nun fällt es uns wie Schuppen von den :ugen: die ehrlichen Bemühungen des Führers, den sieben Europas burch eine direkte Aussprache mit stankreich zu sichern, mußten vergeblich bleiben, so- enge drüben systematisch die absurde Vorstellung enahrt wurde, baß irgendwelche Verhandlungen iit einem vor dem Sturz befindlichem Regime ja loch zwecklos seien. Mit dieser skrupellos zynischen välkerverhetzenden und landesoerräterischen Brun- lenoergiftung aus zügellosem Geltungstrieb und Lltachtrausch hat zweifellos das perfide Verbrechen ter Rebellen feinen Gipfel erreicht und man müßte sch ehrlich wundern, woher vor allem die in mora- lschen Dingen sonst so empfindliche englische fresse den Mut nimmt zu ihren ebenso gehässi- cen wie unaufrichtigen Kommentaren der deutschen Geschehnisse. Aber die frankophile Tradition des F o r e i g n Office, die seit den Tagen der Ni- olfon, Hardinge und Tyrrell alle parlamentarischen Wechselfälle ebenso überdauert hat, wie weltpoli­tische Veränderungen, verbindet sich hier mit den französischen Sympathien der konservativen T l t r a s um Chamberlain, Churchill und den Kriegsminister Lord Hailsham mit dem der glei- d)en, einseitigen Hinneigung zu Frankreich sroh- nenben Generalstab zu einer mächtigen Cli­que, bie in Abwesenheit bes erholungsbebürftigen Premierministers Macdonalb gegen Eben und bie b efonnenen Mitglieder des Kabinetts alle Minen lipringen läßt, um für den Besuch des französischen , Außenministers Barthou in London die rechte Stimmung für freundschaftliche Besprechungen zu «chasfen, in der man die GenferMißverständnisse" vielleicht ausbügeln und eine Verständigung im Pariser Sinne vorbereiten könnte.

Bedenkliche parallelen.

Die ein sommerliches Gewitter, das sich über- laschend am Horizont zusammenzieht und nach hef- ligen Entladungen ebenso schnell wieder klaren Him­mel und reine Luft schafft, ist die Revolte des Muni von der großen Mehrheit des deutschen Lölkes empfunden worden. Nicht ein Augenblick der Unsicherheit ober gar ber Panik, als der Führer unter Einsatz seiner eigenen Person zu rücksichts­losem Durchgreifen entschlossen freimütig die Wur­zeln der Verschwörung aufdeckte, alle Welt in den 'ilbgrunb moralischer Verworfenheit unb politischen Lqrbrechertums hineinschauen ließ unb bann ohne Ahsehen ber Person bie Frevler an Einheit unb Zukunft von Reich unb Volk bem oerbienten Straf­gericht überantwortete. Das deutsche Volk weiß sei­nem Führer Dank für die verantwortungsbewußte Lllffchlossenheit, mit der er zugepackt hat, um eine Mm ter ei schon im Augenblick des Entstehens mit stumpf und Stiel auszurotten, die, wenn man ihr zur Entfaltung Zeit gelassen hätte, unsagbares Ün­al ck über Deutschland hätte bringen müssen. Das R ichskabinett hat daher mit Recht für alle Maß- n )men, die der Führer aus dem Zwang zum sc lellen und überraschenden Handeln aus eigener B rantmortung getroffen hat, den Grundsatz der S aatsnotwehr proklamiert. Die Säuberungsaktion ist abgeschlossen, wer sich jetzt auf eigene Faust eine ®roalttat zuschulden kommen läßt, wird nach einer A' Ordnung des Führers der normalen Justiz zur ^Beurteilung übergeben. Abgeschlossen ist damit dizweite Revolution", von der trotz aller War- nmgen durch Regierung und Parteispitze wieder iri> wieder geraunt und gewispert worden war, di die Rebellen nun in wahnsinniger Verblendung hie) Ueberheblichkeit heraufführen wollten, weil sie hrzfichtig und selbstsüchtig sich von der ersten Re- wöution die Erreichung anderer Ziele versprochen jlitten, als sie der Führer in klarer Erkenntnis der Nitwendigkeiten und Möglichkeiten gesteckt hatte.

schen Gesellschaft zur Herstellung von Cheddit-Explo- sivstoffen mit, daß diese Firma, die über ein Stamm­kapital von 1 600 000 Franken verfüge, im Berichts­jahr über sechs Millionen Franken Ab­schreibungen vorgenommen hat, 1 800 000 Auffassung von der Lage beschränken. Nur. Franken Gewinn verzeichnet. Dies würde die Der- die Ereignisse konnten das englische Volk bestimmen teilung einer Dividende von 100 v. H. ge« aus seiner Isolierung und passiven Haltung heraus-. statten.

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