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Schwimmenerlernen und Schwimmferügkeit.

Von 3. Ö Mertens, Gießen.

Jedes Tier kann sich auf Grund seiner Körper­beschaffenheit ohne weiteres im Wasser fortbewegen. Wenn auch einige Tiere, wie z. B. Affen und Katzen eine starke Abneigung gegen das nasse Ele­ment haben und ihm entwöhnt sind, so könnten sie infolge einer übergroßen Angst darin zu Grunde gehen. Doch würde dies an der Eingangs erwähn­ten Tatsache nichts ändern. Ausnahmen bestätigen die Regel. Alle Tiere würden sich schwimmend im Wasser fortbewegen können, wenn sie unter den gleichen Umständen, wie auf dem Lande ihre Be­wegungen und ihre Atmung fortsetzen. Betrachten wir z. B. den Hund beim Schwimmen, bei ihm fällt uns kaum ein Unterschied zwischen der Be­wegung des Laufens und des Schwimmens auf, außer, daß er feine Bewegungen in letzterem Falle kräftiger ausführt. Und doch ist hier eine Ab­weichung vorhanden. Während der Hund sich am Lande vom Boden abdrückt, ähneln die Bewegun­gen im Wasser mehr einem Parademarsch. Fast alle Säugetiere schwimmen mit vorgestreckter erho­bener Nase, wie ein witterungsnehmender Jagd­hund, aber nicht etwa, weil [je bas andere Ufer wittern, sondern damit kein Wasser in die Nase dringt. Die Nasenschleimhäute, besonders die des Hundes sind noch empfindlicher als beim Menschen, der das Eindringen von Wasser in die Nase schon als äußerst unangenehm empfindet.

Man beachte, da die Körperlage des Hundes beim Schwimmen genau dieselbe ist als wie beim Lau­fen. Hier liegt die Schwierigkeit für das Schwim­men beim Menschen. Fällt ein Hund ins Wasser und erläuft weiter" schwimmt er auch gleichzeitig. Anders beim Menschen.

Selbstverständlich könnte auch der schwimm­unkundige Wensch unter gewissen Voraussetzun­gen ohne besondere Schwimmfertigkeit sich über Wasser halten, d. h. statisch schwimmen.

Setzt der schwimmunkundige Mensch die gleichen Bewegungen wie auf dem Lande fort, taucht der Körper durch die Fallgeschwindigkeit unter, kommt durch den Auftrieb wieder hoch und schreit um Hilfe, indem er die Arme aus dem Wasser hebt, um in­stinktmäßig nach einem Halt zu suchen. Hierdurch und durch das Suchen mit den Beinen nach einem Grund, wird der Auftrieb geringer. Der Körper geht wieder unter, kommt aber bald wieder hoch, da er spezifisch leichter ist als Wasser. Die Arme find wieder aus dem Wasser gestreckt und der Ruf nach Hilfe erfolgt weiter. Die Beine gehen wie­der unbewußt nach unten. Das wiederholt sich so­oft, bis Speiseröhre und Magen sich mit Wasser gefüllt haben. Die Lubge ist durch das viele Ein­atmen und das zu wenige Ausatmen mit Luft voll- gepumpt. Durch den nun verstärkt auftretenden Stimmenritzenkrampf tritt eine Erstickung ein. Der Kältereiz, der Druck des Wassers auf die Organe, das Angstgefühl, reflektorische Nerveneinflüsse, das mit Gewalt zum Herzen strömende Blut spielt bei den Ertrinkungsvorgängen eine große Rolle. Je­doch soll dies, sowie die verschiedenen Arten des Ertrinkens hier nicht näher erläutert, sondern Wege gezeigt werden, die ein Ertrinken verhüten.

Die beste und einfachste Hilfe ist das Schwimmen selbst, das gut erlernt werden will.

Der nur bis zu den knieen oder halben Kör­per ins Dasser geht, wird niemals schwimmen lernen.

Das schwierige bei der ganzen Schwimmerei ist eben, daß der Mensch eine andere Haltuno als beim Gehen einnehmen muß, gerade diese Umstellung ist nicht so leicht wie mancher sich das vorstellt.

Wichtig ist zunächst, sich mit dem nassen Element vertraut zu machen.

Man hole zuerst Luft und tauche in seichtem Wasser mit dem Kopf unter ohne die Nase zuzu­halten. Beim Schwimmen wird immer durch den Mund geatmet. Einmal kann man die Luft vom Wasser besser trennen, zum anderen ist es erforder­lich, daß recht viel Luft die Lunge füllt. Wenn diese Tauchbewegung sitzt, mache man dasselbe noch ein paarmal mit geöffneten Augen. Es ist sehr wichtig, sämtliche Tauchbewegungen mit offen ge­

haltenen Augen durchzuführen. Kommt einem Anfänger beim Schwimmen eine Welle über den Kopf, so schließt er unwillkürlich die Augen und fängt an zu wischen. Die Hände die dem Anfänger unentbehrlich sind, werden dadurch in Anspruch ge­nommen. Auch hier muß gelernt werden, daß es ohne wischen aeht. Das Augenzukneifen wird auch von manchen Anfängern als lästig empfunden. Man sieht, wie wichtig es ift, wenn bei den ersten Tauch- versuchen die Augen unter Wasser geöffnet wer­den. Eine weitere schöne Hilfe ist, sich in seichtem Wasser aufzuftellen, tief durch den Mund Luft zu holen und sich nach vorne ms Wasser fallen zu lassen.

Wenn man Ruhe bewahrt, schwimmt der Kör­per, den man so lange treiben lassen kann, bis die Luft langsam ausgeatmet ist.

Dann zieht man die Beine an den Bauch, drückt mit geschlossenen Händen gegen das Wasser und richtet sich unter gleichzeitiger Aufstellung der Füße auf den Boden wieder auf. Läßt man sich nach hinten fallen, kann man auf zwei Arten wieder auf­stehen. Einmal wälzt man sich auf den Bauch und macht es so wie eben erwähnt, oder man rollt seinen Körper nach vorne zusammen, als ob man sich setzen wollte. Wenn man dann die Füße auf den Boden stellt, kann man sich leicht aufrichten. Dies alles sind Hebungen, die einen Anfänger mit dem Wasser vertraut machen. Das muß neben der Atmung als Hauptsache beim Schwimmenlernen beachtet werden. Was nützen die schönsten Bewe­gungen, wenn ich nicht weiß, wie ich mich im Wasser verhalten soll. Die kleinste Unregelmäßig­keit in der Bewegung des Wassers bringen den Anfänger in größte Verlegenheit. Hat er sich aber vorher mit dem Wasser vertraut gemacht und weiß, wie es unter Wasser aussieht, kann schon so leicht nichts passieren.

Wäre die Atmung nicht, gäbe es keine Schwierig­keiten beim Schwimmenerlernen. Der Wasserdruck auf den Brustkorb beträgt etwa 5 bis 7 Pfund. Der Anfänger ist nun bestrebt, mit voller Lunge diesen Druck zu Überwinden. Dadurch atmet er zu wenig aus. Zu. der in den Lungengefähen aufge­speicherten verbrauchten Luft wird immer wieder neue Luft hinzugeatmet. Hierdurch aber wird die Lunge mit Luft überfüllt, es entsteht Sauerstoff­mangel. Dadurch macht sich eine allgemeine Atem­knappheit bemerkbar. Mattigkeit und Schwindel­gefühl treten auf, das Herz fängt an zu rasen, trotzdem nur eine kurze Strecke zurückgelegt ist.

Wenn der Anfänger durch fleißige Schwimm­übungen richtig atmen gelernt hat, merkt er, wie leicht doch eigentlich das Schwimmen ist.

Jetzt wäre es aber ein großer Fehler, nachdem das Schwimmen zur Fertigkeit geworden ist, mit den Hebungen aufzuhören. Tägliche Tauchversuche im tiefen Wasser, Abstößen von der Beckenwand und Treibenlassen des Körpers, einfache Sprünge bis 3um Kopfsprung gehören unbedingt zumFrei­schwimmen". Selbstverständlich darf bei all diesen gesunden und schönen Hebungen das Ausdauer­schwimmen nicht vergessen werden. Jeder gesunde Mensch kann schwimmen lernen, er braucht nur zu wollen.

Die sportliche Betätigung ist zur Erhaltung eines gesunden Körpers für jeden werktätigen Menschen eine Selbstverständlichkeit. Hnser Führer Adolf Hitler sagt in seinem BuchMein Kampf", 2. Teil:

So wie lm allgemeinen die Voraussetzung geistiger Leistungsfähigkeit in der rassischen Qualität des gegebenen Wenschenmaterials liegt, so muß auch im einzelnen die Erziehung zu allererst die körperliche Gesundheit ins Auge fassen und fördern: denn, in der Masse ge­nommen, wird sich ein gesunder kraftvoller Geist auch nur in einem gesunden kraftvollen Menschen befinden."

Don allen Leibesübungen ist das Schwimmen eines der besten und gesundesten Mittel zur körper­

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für Öen übrigen Teil: I. D.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An- zeiaen: Theodor Kümmel. DA. V. 34: 11 000. Druck uno Verlag: Brühl'sche Hniversitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G.. sämtlich in Gießen.

lichen Ertüchtigung. Regelmäßiges Schwimmen stählt den Körper und macht ihn widerstandsfähig. Es müßte eigentlich jeder SA.- und SS.-Mann schwimmen können. Hitler-Jugend und Jungvolk müßten das Schwimmen pflichtmäßig treiben. Ein Sportsmann, der nicht schwimmen kann, ist kein ausgebildeter Sportler. Lerne Schwimmen, damit

du dir selbst helfen kannst! Das während der Reichsfchwimmwoche erscheinende Heftchen Schwimme richtig" wird ein wertvoller Beitrag für jeden Schwimmer, wie auch für diejenigen Volksgenossen sein, die die Schönheiten des Schwim* mens erst kennenlernen wollen.

Das Rudols-Heß-Krankechaus in Dresden.

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Das Stadtkrankenhaus in Dresden-Johannstadt wird künftig den NamenRudols-Heß-Kranken- haus, ärztliche Forschungsanstalt für natürliche Heilweise" tragen.

Kunst uni) Wissenschaft.

Internationale Zusammenarbeit der Komponisten. Eine Anregung von Richard Strauß auf dem Wiesbadener Rlusikfest.

In Wiesbaden ist im Rahmen des T o n k ü n st­ier f e st e s 1934 die Gründung des Ständi­schen Rates für d i e internationale Zusammenarbeit der Komponisten voll­zogen worden. Auf die Einladung des Führers des Berufsstandes der deutschen Komponisten, Dr. Rich. Strauß, und des Vorsitzenden des Allgemeinen deutschen Musikvereins, Geheimrat Dr. Sigmund von H a u \ e g g e r hatten sich in Wiesbaden die Vertreter von Deutschland, Oesterreich, Dänemark, Finnland, Frankreich, Groß-Britannien, Island, Italien, Polen, Schweden, Schweiz und Tschecho­slowakei versammelt und nach einer allgemeinen Aussprache einstimmig die nachstehenden Grundsätze einer internationalen Zusammenarbeit gutgeheißen: 1. Internationale Zusammenarbeit der Kompo­nisten, um das Hrheber-Persönlichkeitsrecht zu schützen und den Schutz dieses Rechts zu entwickeln. 2. Internationale Zusammenarbeit der Kompo­nisten zum Schutze der berufsständischen Interessen der Komponisten. 3. Internationale Zusammen­arbeit der Komponisten für einen künstlerischen Austausch im größten Umfang von Nation zu Na­tion. Zur Verwirklichung dieser Grundsätze wurde derStändische Rat für die internationale Zusam­menarbeit der Komponisten" gegründet, zusammen­gesetzt aus je einem Delegierten für jedes Land. Dr. Richard Strauß, von bem die Anregung zur internationalen Zusammenarbeit der Kom­ponisten ausgegangen war, wurde einstimmig zum Präsidenten des Rates gewählt. Ebenfalls ein­stimmig erfolgte die Wahl von Dr. Julius K o p f ch zum Generalsekretär. Auf Vorschlag des italieni­schen Vertreters L u a l d i wird die nächste Zusam­menkunft des Ständischen Rats in Venedig ge­legentlich des Dritten internationalen Musikfestes im September d. I. stattfinden.

Bogoljubow gewinnt auch die 24. Partie.

Die 24. Wettkampfpartie in Mannheim war wie­derum ein Damengambit. Bogoljubow führte ein glänzendes Angriffsspiel. Aljechin machte in gefährdeter Stellung einen Fehler, der Boaolju- boros Vorteil unmittelbar verstärkte, so daß der Weltmeister im 39. Zuae a u f g e b e n mußte. Bo» goljubow hat also bei Den drei Mannheimer Par» tien 21/» Punkte gewonnen. Mannheim ist über» Haupt der einzige Kampfort, wo Bogoljubow über­legen war. Der Gesamtstand des Weltmeisterschafts­kampfes ist 14:10 zu Gunsten von Dr. Aljechin.

Wettervoraussage.

Obwohl der Luftdruck von der Biskaya her kräf­tig anfteigt, führt eine Kette flacher Störungen von Irland über Norddeutschland bis nach Polen hin immer noch zu wechselhaftem Wetter mit vereinzel­ten schauerartigen Niederschlägen gewitterhafter Natur.

Aussichten für Freitag: Dunstig und be­wölkt mit Aufheiterung, mild, stellenweise geroitt« rige Niederschläge.

Aussichten für Samstag: Fortdauer der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 6. Juni: mittags 17,5 Grad Celsius, abends 10,6 Grab; am 7. Juni: morgens 9,5 Grab. Maximum 18 Grab, Minimum 3 Grab. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Juni: abends 15,2 Grab; am 7. Juni: morgens 12,1 Grab. Nie- berschläge 5,7 mm. Sonnenscheinbauer 2,4 Stunben.

Lichtfpielhaus Giefaen

Zu SlfiW

Heute Donnerstag

täglich 4, 6 u. 8.30 Uhr:

Das irofje volkstümliche Schauspiel aus der schweren Zeit unseres Bruderlandes:

auldeiSdianz

Hauptrollen:

Ursula Grablev, Hans Slawe

Cyl Vofit, Mart Kupier, Hany Hardt

Die Sehnsucht nach der Feme und die Liebe zu Heimat und Boden aus diesem Zwiespalt ekeln sich die Ereignisse dieses spannenden und schönen Films,

Im Vorfilm-Programm: Die von Millionen Schall­platten und unzähligen Kundfunkvorträgen in der ganzen Welt bekannten C00IEDIAN HARMONISTS singen Volkslieder

aus dem Hauptfilm. 34Uc

Ferner: Ufa -To n - Wo ehe

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