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!tt. 81 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzriger für Vberhesfen)Samstag, 7. April MH

Oie Auferstehung der Schmetterlinge.

Von Fredrich Schnack

Die fügenden schönen Betrachtungen bil­den die Einleitung zu einem demnächst in der Insel-Bücherei erscheinendenKleinen Schmet­terlingsbuch".

Dem Eisesgrab des Winters entringt sich die le­bendige Seele. Das Gras steht auf, und die Blätter entrollen ihre grünen Osterfahnen. In den Bäumen stürmen die Säfte wie in den Fässern des Herbstes der neue Wein. Die Erde singt im Klang der Vögel und im Orgelton der befreiten Wasser die große Saga ihrer Leidenschaft, der Zeugungs­stunden und Geburten. Das bunte Falterjahr, zu­gleich das Jahr der Blüte, hat begonnen. Gepriesen fei das Licht, das uns oom Reich des Todes scheidet!

Bereits an frühesten warmen Tagen des Marz gaukelten erste vorwitzige Schmetterlinge, hochgelbe Zitronenfalter, durch ihre Ueberwinterungswalder unb an |onnenbc|d)ienenen Waldwegen auf der Liebesfahrt nach dem Zitronenfalterweibchem Flink durch die Gärten huschten andere Vorboten des na- b-mden Frühlings, die braunroten kleinen Fuchse oder andere Lichttraumwandler, die pfauenaugen- aeicbmückten samtbraunen Tagpfauenaugen. Diese verfrühten, sehr zeitigen Gäste sind keine Neulinge. Sie sind Ueberlebende aus dem alten Jahr, Kinder von gestern. An ihren Lieblingsorten haben sie den Winter verbracht: die Zitronenfalter in gewissen Kiefernwäldern, die Tagpfauenaugen und der K^ine Fuchs unter Dächern, in Kirchen Gewölben, Gar­tenhäusern, Bauerngehöften und Schuppen Hut­ten und Böden, der ihnen nah verwandte, oorsich- aere daher meist später aufflatternde Trauer­mantel im Laubwald. In den Eisgrotten und Kn- sM'sie frost erstarrt, otäj ÄXir ÄLrt-ü

strömende Frühlingslicht, belebte die Schlnsgebann-

Aus Oer provmz»alhaupMa0t.

Alle Vögel sind schon da!

So ganz ttimmt's ja wohl nicht. Aber die Kinder singen's auf der Straße, und da müssen wir es schon glauben. Draußen in der frischen Frühlings­luft trillern die Lerchen Du siehst nicht viele, aber die Luft ist voller Gesang. Eine kommt herunter, sucht sich Futter, aber schon erhebt sie sich von neuem. Schräg gegen den Wind fliegt sie, dann wendet sie, und im Zick-Zackflug geht es in die Höhe. Nun fängt sie ihr Lied an, ein Jubeln und Jauchzen, daß es nus warm in der Brust wird.

Die Stare, die Amseln, die Finken und Meisen, sie lassen ihren Gesang hören. Stimmen des Früh­lings! Noch fehlt der Kukuck, noch fehlen einige kleine Sänger, aber dankbar lauschen wir den ersten. Sie gehören ja zu uns. Wir können uns unsere Heimat nicht ohne sie vorstellen.

Wie im Herbst beim Abschied so richten sich auch eben die Blicke der Menschen nach dem Himmel, nach den Zurückkehrenden. Und ein Jubel herrscht im Dorfe, wenn der Storch wieder da ist. Singt er auch kein Lied, so ist er doch der deutscheste Vogel, der Vogel, den unser Volk nun einmal in sein Herz geschlossen hat. Mögen noch so viele gelehrte Leute kommen und uns vorrechnen, daß uns der Storch eigentlich Schaden bringt, so lächeln wir nur. Wir wissen es besser.

Die kleinsten Kinder schauen nach seinem Nest, schon viele Tage vorher, ehe er einzieht. Wenn er aber da ist, geht die frohe Kunde von Haus zu Haus. So verwachsen ist der Storch mit seinem Heimatdorf. Und es war ein trauriges Jahr, das empfanden alle, als er einmal ausblieb. Im folgen­den Jahre stellte er sich wieder ein. War es der­selbe? War es ein anderer? Wir machten uns nicht langes Kopfzerbrechen darüber. Die Hauptsache war, daß unser Storch wieder da war, und froh schau­ten wir Freund Adebar nach, wie er seinen ersten Erkundunqsflug in die Wiesen unternahm. Am anderen Tage kam das Weibchen. Oder war es das Männchen^

Die Wissenschaft sucht und forscht. Sie kennt die Wege, die unsere Störche bis zur Südspitze von Afrika nehmen, sie stellt fest, wo sie sich aufhalten, welche wieder zurückkehren. Aber alles weiß sie auch nicht Unermüdlich wird weiter geforscht, und das ist gut so. denn von Jahr zu Jahr gibt es weniger Störche Pessimisten prophezeien schon, daß es in absehbarer Zeit einen deutschen Frühling geben wird, in dem kein deutscher Storch mehr zurück­kehren wird.

Das wäre traurig, wenn Meister Adebar nicht mehr käme. Was sollen die Kinder mit ihren schönen Reimen machen?

Storch, Storch, bester, bring mir 'ne kleine Schwester! Storch. Storch, guter, bring mir 'nen kleinen Bruder! Oder:

Storch, Storch, Schnibel, Schnabel, mit der langen Heugabel, flieg übers Bäckerhaus, hol drei Weck heraus, mir an, dir an,

Nachbars Peter auch an.

(Aus Rheinhessen.)

Aber das ist schon richtig, die Zählungen, die jedes Jahr vorgenommen werden, bestätigen, daß der Störche immer weniger werden. Die Wander­züge, bis weit nach Süden, bergen viele Gefahren, die Eingeborenen in Afrika stellen den Störchen nach. (Man hat in Spanien einem Storch einen 22 Zentimeter langen Negerpfeil aus dem Rücken­gefieder gezogen.) Selbst in Europa gibt esJäger", die den Storch schießen Unsere Ueberlandleitungen mit den vielen Drähten sind ebenfalls sehr oft Tod- brmger für die großen Vögel. In den Feldern draußen, wo noch Sumpf und Moor ist, geht man nun daran, das Land trocken zu legen Auch dies hilft, daß es weniger Störche gibt.

Noch aber ist er da, der Adebar, der Glücksbrin­ger, der schon unfern Vorfahren heilig war. Und deshalb wollen wir ihn pflegen und ihm zujubeln. wenn er im Frühling erscheint.__

Sei kein Barbar an der schönen Natur!

Kaum ragen die gelben Blütendolden der Schlüsselblume aus der grünen Blattrosette, da inö auch schon die Hände da, die alles schonungs­los abreißen. Den Buschwindröschen und Hahnen­fuß, der Sumpfdotterblume, dem Wiesenschaum­kraut und vielen anderen Frühblütern ergeht es ebenso. Und dabei eignen alle diese Blumen sich kaum zum Mitnehmen, weil sie leicht welken. Wenn man bescheiden wäre und sich mit einigen Blumen begnügte, würde man nichts gegen ein Abpflücken sagen. Wenn aber ganze Hande voll abgerissen' werden, dicke Bunde die Körbe füllen, auf dem Wochenmarkt und an den Privatwohnungen zum Kauf angeboten werden, wenn man sogar die Pflanzen mit Wurzeln ausgräbt, bann ist das Naturraub und Pflanzenschändung, die verboten ist. Lehrer, Erzieher, Jugendführer, die lum Tier- unb Pflanzenschutz ermahnen, können burch Be­lehrung unb Aufklärung allein biesem Naturfrevel nicht steuern. Es find auch nicht immer Kinber unb Jugenbliche, bie beim Blumenpflücken bem Bauer bie Wiese zertreten unb ihn baburch um einen Teil bes Ertrages bringen, fonbern vielfach erwachsene Menschen, bie so gebanfenlos hanbeln Da ist es erforberlich, baß alle mithelfen! Diese grobe Be­raubung unb Verunstaltung ber Natur muß enblich aufhören! Zubem spenben biese frühblühenben Pflanzen auch Nektar unb Blütenstaub für bie Bienen, Hummeln unb anbere Insekten, bie im Haushalt ber Natur unentbehrlich finb Nun wissen wir, baß bie fleißigen Bienen fast ganz allein bie Befruchtung ber Obstbäume vermitteln. Es ist also

inbirett eine Schädigung der deutschen Volkswirt-! schäft, wenn die genannten Blumen massenhaft ab-1 gerissen werden.

©er Nachweis arischer Abstammung.

Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst unb Volkstum veröffentlicht bie nach- stehenbe Verfügung an bie unterstellten Behörden:

Versckiebene Fälle geben uns Veranlassung, barauf yinzuweisen, baß bei Anträgen auf Ein­stellung von Beamten, Angestellten unb Arbeitern ohne Ausforberung folgenbes nachgewiesen werben muß:

1. bie vorgeschriebene ober übliche Vorbilbung ober sonstige Eignung für bas Beschäftigungsver­hältnis',

2. bie Gewähr, baß ber Einzuftellenbe jeberzeit rückhaltlos für ben nationalen Staat eintritt;

3. bie arische Abstammung auch ber Ehefrau. Dieser Nachweis ist burch Vorlegung von UrEunben (Geburtsurkunbe, Heiratsurkunbe ber Eltern) zu erbringen.

Anträge, bie biese Nachweise nicht enthaUen, gehen künftig kurzerhanb zurück.

R i n g s h a u s e n."

Ein neuer Gammeisport.

Das Gaupresseamt teilt mit: Allenthalben finben bie künstlerisch ausgeführten Plaketten bes Winterhilfswerks ihre Liebhaber. Die Erinnerungs­zeichen einer großen Zeit, in ber ber Volksgenosse bem Volksgenossen half, werben sorgsam aufbewahrt,

damit noch Kinder und Kindeskinder sich über die große Tat des deutschen Sozialismus freuen.

Wem das eine ober bas anbere Stück fehlt, ber wirb bei ben Ortsgruppen ber NSV. bie fehlende Plakette leicht finden können. Auf jeden Fall hat eine vollftändiae Sammlung ber Abzeichen des Winterhilfswerks außer bem ibeeUen auch einen gewissen Sammelwert. Der neue Sammelsport ist sinnvoll unb nützlich zugleich.

An alle Kreiswarte

Kraft durch Irende" und alle Kre»sbetrieds»e>1enwarte.

Die Gaubetriebszellenabteilung ber NSDAP, teilt mit: Die Kreisbetriebszellenwarte bestimmen sofort mit ihren KreiswartenKraft burch 5reube,; einen geeigneten befähigten Partei­genossen, ber an ber R ü st w o ch e bes Amtes Volkstum unb Heimat" vom 10. bis 15. April in Mainz (Zitabelle) teilnimmt. Die Mel- bung hat mit genauer Namens- unb Abressenangabe unverzüglich zu geschehen. Bisher ist biese Melbung nur vom Kreis Gelnhausen eingegangen. Letzter Termin ist ber 9. April 1934. Die genaue Abfahrts- zeit wirb am Samstag unb Sonntag in ber Presse veröffentlicht werben.

Kreisleitung der NSDAP Gietzen.

Sämtliche Parteigenossen unb Parteigenossinnen nehmen an ber Groß-Kunbgebung zum Reichsberufswettkampf ber beutschen Jugenb am morgigen Sonntag, 8. April, 16 Uhr, in ber Dolkshalle teil.

Der Gießener Anzeiger in der Familie

Des Hausherrn Feierstunde kann beginnen So wie er's liebt, ist alles schon bereift: Der Tee, die pfeife und das Allerbeste Sein Oeblingsbiatt tu jeder Zeit

Einsenderin: Frau Marie Wagner, Langd bei Hungen

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Mit einer Vergütung von 25 Reichsmark bewertete Aufnahme aus dem Licht­bildausschreiben des Gießener Anzeigers. Eindringlich zeigt dieses Stilleben die Vervundenheit auf, die sich zwischen der oberhessischen Leserschaft und ihrer Heimatzeitung im Laufe von beinahe zwei Jahrhunderten herausgebildet hat. DerVers enthebt denWerbetachmanndesHeimatverlagesjedereigenenÄeigabe

fen, bas vereiste Falterblut. Nun sind sie da, und sie bleiben, wenn sie nicht neuer Frost tötet.

Als ber hochgelbe Zitronenfalter seinen Wald verlassen hatte unb burch bie Dorfstraßen unb Bau- ernqärten hintaumelte, einem gelben, vom Winb getragenen Blütenblatt gleich ber Dolksmund nennt ihn, da er fruchtgelb und fein wie ein Blatt geschnitten ist, Zitronenblatt als er, fliegende Farbe des Lenzes, seine ersten größeren Ausfluge unternahm, blühten gerade in ben Garten, wie zu seiner Feier, bie gelben Gartenzeichen (unb auch bie blauen): bie golbgelben Goldruten, ber gelbe Krokus bie gelben Trompetennarzissen, ber gelbe Märzenbecher unb bie gelben Primeln Strahlenbes Geld ist an ben Anbeginn der beiden Lebensläufe qe-setzt' den der Schmetterlinge und ben der Blu­men. Man darf sich oorstellen, allerdings nicht im wissenschaftlich genauen Sinn, baß mit Gelb Fal­terjahr unb Gartenjahr anfangen.

Wer kennt bie Blumen unb wer bie Schmetter­linge? Vielleicht finb bie Falter, fliegenbe Blüten, die gestaltgewordenen ruhelosen Sehnsüchte der an den Boden gehefteten unb nur im Luftzug flattern­den Blütenpflanzen. Innig sind sie mit den Blu­men vertraut unb befreunbet: narZissisch blicken beide einander an. Unb wie bie Fülle ber Blumen im wachsenden Jahr zunimmt, so mehrt sich auch, Monat um Monat, ber Reichtum bes Falterheeres, bas im Juni, Juli unb August seine größte Pracht entfaltet. Sein Leuchtschweif spielt burch bie Lüste über die Blumen hin

Zur gelben Farbe fügt sich Rotgelb, Ocker, Rot­braun, Braun, Erdfarbe. Heftiger zittern bie Schwingungen des Lichts, die Tönungen gewinnen an Tiefe. Gleichzeitig mit dem Zitronenoogel zecht der Kleine Fuchs Nektar im Wirtshaus zur köstlichen Weidenblüte. Der luftige Streuner ist weit verbrei­tet, jedes Kind, bas bie Augen in ber Natur auftut, kennt ihn. Mag ihn auch seine Vielzahl entwerten er ist ein feiner Tagschmetterling: bas fuchsige Rat feines Flügelstoffs schimmert; kräftige schwarze Lackflecken schweben am Flügelvorderranb über brennendem Ockergrund auf einer zimtgelben Spange. Eine Borte saphirblauer Mondsplitterchen säumt die Außenränder ber gezackten Schwingen. Ein leibenschaftlicher Blumenfreunb ist er, ein Ken­ner ber Säfte unb Dbffmöfte. Zu biesem inbianer- roten Gaukler gesellt sich das Tagpfauenauge mit feinen aufblinkenden, traumhaften Augenspiegeln, und Mitte Mai etma erscheint der Trauermantel, der dunkelsamtene, gelbbesäumte Geist, der schwer-

mutleisen Flugs über die Wiesen streicht und sich gern auf den Boden niederläßt, um ein Sonnen- bad zu nehmen.

Safran und Ocker mischen sich im Schuppen­schmelz der Perlmutterfalter. Sie sind frisch, para­diesesneu, unberührt sie stammen aus dem neuen Jahr, aus ber Puppe, ihrer Geburtswiege, darin sie ben kalten Winter geborgen unb unreif Verlagen, bis der Strohlenftoß des Lichtes ihre Ent­wicklung beschleunigte und sie, bie schlüpfenben Fal­ter, überzogen mit bem Gelb ber Pollen unb bem Gelbrot der Erdfarbe, prächtig geziert ins Dasein sandte. Schattenlinien übergittern ben Flügelschliff, wie sie ber erstarkte Sonnenschein burch bas Netz der Zweige wirft. Auf ihren Unterflügeln aber er­glänzt Perlmutter, wie Feuer im Kristall des Tau­tropfens Und wo Perlmutter erblinft, schimmern auch Amethyste unb Saphire: das finb bie Bläu­linge, bie blütenblattkleinen Elfen der Fluren unb Auen, wo bie Bäche gleich flammenbem Metall blitzen. Jrn aufprallenben Licht funkeln die Flügel dieser Neugeborenen blau, lila, juwelenhaft. Kleine Edelsteinfalter, schickte sie ber Farbengott in bie Wiesen unb Gärten. Wie zierlich ist ihre Gestalt, wie leuchtkräftig ihre Tracht. Wie wenn sie aus Azur unb Seide gesponnen unb geschnitten wären, so schimmern ihre Membranen in allen Abstufun­gen von Himmelsbläue und Regenbogenviolett. Selig burchsprühen sie bie Tage bes Frühlings und des Sommers. ~ e r, . t

Neue Flügler erstehen. Die Schöpfung schwelgt in Farben und Formen. Bald reihen sich bie Gel­ben Braunen, Braunroten, Blauen, Feuergolbe- nen' bie Weißen an, bie leuchtenden Flugstaffeln ber Weißlinge. Die meisten finb billige Schmetterlinge, schlicht, bäuerisch unb mißachtet weil bie Raupen des Kohlweißlings ben Kohlköpfen, bem Wirsing, bem Blaukraut schädlich sind. Sie wollen (eben. Ader ber Kohlweißling ahnt nicht bie Menschen- unb Gärtnerwelt. Die Natur hat ihn erschaffen. Sein Gestöber überstockt unb überschneit bie Felber unb Raine, wo bie stacheligen Ackerbistein ihn mit Blütenberzen voller Süße unb Duft erwarten.

Alle Schmetterlinge eilen heran, bie Wiesen-, Wald-, Berg- und Moorfalter. Der rasche Segel­falter 'reist zu uns, ber entzückenbe Schwalben­schwanz, ber frembländische Abmiral, ben bie breite Rotbinbe auszeichnet. Die Eisvögel unb Schiller- falter fehlen nicht. Sie unb andere nach wechseln mit ben Monaten, mit den Jahreszeiten. Unb uner­müdlich schenken die Blüten ihre Getränke cms...

Amt für Aolkswohftabrt.

Mitglieder und Amtswalter der NSV. haben an der am morgigen Sonntag, 8. April, 16 Uhr, in der Dolkshalle ftattfinbenben Groß-Kund­gebung der deutschen Jugend teilzu­nehmen.

Gez. Kloß, Kreisamtsleiter.

7IGOAP., Ortsgruppe Giehen-Nord.

Amt für Volkswohlfahrt.

In diesem Jahre wird erstmalig ein

Reichsberufswettkampf

von Jugendlichen aller Berufe durchgeführt.

Aus diesem Anlaß findet Sonntag, 8. April, 16 Uhr, in der

Volkshalle eine große Kundgebung statt.

Alle M i t g l i e d e r der NS.-Dolkswohfahrt wer­den hiermit aufgefordert, an dieser Kundgebung teilzunehmen.

Hell Hitler!

Gez.: Thomas, Ortsgruppenamtsleiter.

AuSparteiamtlichenBekanntmachunflen

In der Ortsgruppe G i e ß e n - O st findet heute, 20.15 Uhr, Zellenabend der Zelle 5 (Moltkestraße, Roonstraße, Großer Steinweg, Eichweg) bei Weber, Kaiserallee 52, statt. Alle Parteigenossen der Ortsgruppe sind zur Teilnahme an der Kundgebung zum Reichsberufswettkampf am Sonntag, 8. April, 16 Uhr, in der Volkshalle verpflichtet. Entschuldi­gungen werden nicht angenommen. Montag, 9. April, 20 Uhr, findet eine.Ortsgruppenversamm­lung im Saale des Caf6 Leib statt, in der über das Thema:Kampf um die deutsche Saar" ge­sprochen wird. Alle Parteigenossen haben zu er­scheinen, Gäste sind zugelassen.

In der Ortsgruppe Gießen-Süd findet heute um 20.15 Uhr in derStadt Wetzlar", Riegelpfad, eine Sitzung der politischen Leiter und Ausgabe neuer Mitgliedskarten statt. Vorher wird von Pg. Dr. Hecke überDie politische Lage in Südost­europa" gehalten. Montag, 9. April, 20.15 Uhr, im Katholischen Vereinshaus für die gesamte Orts­gruppe Schulungskursus mit bem Thema:Kampf um bie beutsche Saar". Für biefen Abenb werben Entschulbigungen nicht angenommen.

Die Ortsgruppe Gießen-Mitte hält am Montag, 20 Uhr, ihre Ortsgruppenoersammlung gemeinsam mit ber Ortsgruppe Gießen-Ost im

Noch ist es Frühling. Düfte, Harzgerüche, Honig- atem und Grashauch, gebraut in den wohlriechen­den Sonnenküchen des Landes, wölken empor, wie wenn heimliche Weihrauchfässer geschwenkt wur- den. Die himmlifchen Chöre der Vögel machen Mu­sik. Ueberrounben sind Schlaf unb Schwäche Die Schmetterlinge finb ihren Gefängnissen und Dor- zeit-Panzern, ben Puppenpergamenten, entschlüpft. Der Geist bes Lebens hat sie zu Tanz und Liebe in feinen Blumenanger gelockt.

Vierhundertjahrfeier für denKolumbus von Kanada".

Kanada trifft die Vorbereitung für ein großes Fest, burch bas bes Mannes gedacht werben soll, ber im Jahre 1534 als erster Weißer ben Boden biefes Lanbes betrat. Es war Jacques Cartier, ber berühmte französische Entbecker unb Seefahrer von St. Malo, ber vor 400 Jahren eine Schiffsexpe- bition nach ber neuen Welt führte, fast ganz Neu- funblanb umfuhr unb bann die Mündung des St. Lorenzstromes hinaufsegelte. Cartier hatte schon da­mals bie Ufergebiete bes St. Lorenzstromes als französisches Siedlungsland in Aussicht genommen unb 1541 auch bie ersten Kolonisten zur Weber- lassung bewogen, ein Unternehmen, bas jeboch auf­gegeben werben mußte, weil bie Ansiedler ben Ent­behrungen bes harten Winters nicht gewachsen waren. An ben Feierlichkeiten, bie zu einem großen Volksfest werben sollen, beteiligen sich in friedlicher Zusammenarbeit Großbritannien, Ka- naba, bie Vereinigten Staaten von Norbamerika unb Frankreich. Bei biefer Gelegenheit soll bas alte Fort Niagara, bas in ben englisch-amerikanischen Kriegen von 1812/1814 eine so große Rolle ge­spielt hat, zum Friebensmal erklärt werben als Zeichen ber endgültigen Versöhnung zwischen den beiden Ländern, deren Söhne vor einem Jahrhun­dert auf diesem Boden ihr Blut vergossen haben. Sowohl England wie Frankreich sind eingelaben worden, Abordnungen ihrer Regimenter, die an den amerikanischen Kämpfen teilgenommen haben, zu entsenden. Die Feier wird auf der Prince-Edward- Insel beginnen sich dann am Kap Gaspe fortsetzen, wo Cartier im Jahre 1534 das Kreuz aufpflanzte, ihren weiteren Verlauf in den Städten Quebec unb Montreal nehmen unb schließlich in ber Weihe bes Forts Niagaras einen Höhepunkt erreichen Für Toronto ist außerbem eine große National-Aus- ftellung vorgesehen.