Freizeitgestaltung gewinnt somit Bedeutung für die Tätigkeit im Beruf, ja sie ist geradezu entscheidend für die Leistungsfähigkeit. In welcher Weise wir in der Zeit außerhalb unseres Berufes leben, gesund oder ungesund, harmonisch ober unharmonisch, welchen Genüssen wir nachgehen, welche Freuden und Leiden uns beschieden sind, von allen diesen Dinaen wird auch unsere Arbeit beeinflußt, gefördert ooer gehemmt, je nachdem.
Die nationalsozialistische Einstellung zur Arbeit hat gerade dieser Aufgabe eine außerordentliche Bedeutung zugemessen und deswegen in der Deutschen Arbeitsfront die Einrichtung „Kraft durch Freude" geschaffen. Hier werden die mancherlei Möglichkeiten ausgebaut und für jeden arbeitenden Menschen nutzbringend verwertet werden, die für ihn aus der Freizeit durch Freude Kraft schöpfen. Dazu gehören geistige Ablösung von den Sorgen und Kümmernissen des Tages und Befreiung von den Gedanken an die Arbeit. Auch hierher gehört
die Erziehung zu einer vernünftigen Lebensweise. Niemand will Asketen heranzüchten, wohl aber soll jeder zu der Selbstkritik seiner Handlungen auch im gesundheitlichen geführt werden und Selbstverant- wortung darin kennenlernen. Ein wichtiges Gebiet in der Freizeitgestaltung ist der körperliche Ausgleich durch freudebetonte Leibesübungen oller Art, dabei müssen wir es erreichen, daß Sport nicht nur den Jüngeren als entsprechende Tätigkeit zugebilligt wird, sondern daß auch der Aeltere, wie in Englond und Amerika, es nicht für unter seiner Würde hält, sich auf den Spiel- und Sportplätzen zu betätigen und sich damit wieder frisch macht und jung erhält.
Die Fähigkeit zur geistigen Sammlung und der richtige Einsatz der Kräfte ist aber auch von der Arbeitseinteilung abhängig. Wir müssen wissen in welchen Zeiten unsere Leistungsfähigkeit ihre Höhepunkte hat. Zeiten mit hoher Leistungsbereitschaft wechseln mit solchen, in denen man bei den geringsten Anforderungen stecken bleibt. Da helfen dann kein Zorn und kein Kaffee Nikotin oder Alkohol! Das heißt nun nicht, in dieser Zeit die Hände in den Schoß legen, denn mit beharrlichem Willen läßt sich auch jetzt vieles schaffen. Wenn man es aber einrichten kann, dann lege man wichtige Arbeiten, besonders solche, die eine eigene Produktivität erfordern, in Zeiten mit höherer Leistung und verschleudere sie nicht durch Vergnügungen, sondern sammle seine Kräfte für die wichtigeren Aufgaben.
Alle diese Dinge wirken zusammen, um dem Menschen einen freudigeren Gehalt seines Lebens zu schaffen, aber es auch zu verlängern. Diele glauben noch immer, daß es genüge, wenn sie monatlich ihren Beitrag an die Krankenkasse oder Lebensversicherung zahlen und meinen, daß sie damit aller Verpflichtungen enthoben seien. In Wirklichkeit kann weder der Arzt, noch eine dieser sozialen Einrichtungen die Gesundheit erhalten, sondern höchstens sie wieder herstellen! Ja, selbst die Schmerzen können sie ihm nicht abnehmen, wenn er durch Unachtsamkeit und falsche Lebensweise seine Gesundheit untergraben hat — und oft sind dafür die Ursachen nur eben „Kleinigkeiten". Die Verantwortung für die eigene Gesundheit kann keinem Menschen abgenommen werden! Wohl aber vermag er mit Hilfe dieser Einrichtungen die ihm anvertraute Familie für die Zukunft zu sichern, ganz besonders für den Fall, daß durch unvorhergesehene Ereignisse sein Leben vorzeitig beendet oder seine Leistungsfähigkeit in seinem Beruf vermindert wird. Die Verant
wortung vor der Nachkommenschaft sollte eigentlich alle Eltern dazu veranlassen, die Lebensbedingungen ihrer Kinder durch eine Lebens - oder Berufsausbildungsversicherung sicherzustellen. Hier entsteht für jeden einzelnen noch ein besonderer Vorteil. Wer in dieser Weise für die Seinen vorgesorgt hat, weiß sich den Wechselfällen des Lebens gegenüber viel sicherer, er fühlt es, wie sehr er von einer starken Sorge entlastet ist und sich viel froher dem ungetrübten Genuß des Lebens hingeben kann, als wenn er immer das drohende Gespenst der Unsicherheit für seine Familie verspürt. Damit aber werden Lebensenergien, die hier vorher gebunden waren, für andere Dinge frei und können sich beispielsweise auch in einer gesteigerten beruflichen Leistung ausdrücken.
Viele bilden sich ein, sie seien gesund und sind es doch nicht. Es kann sehr wohl eine Krankheit schlummern oder ein Defekt am menschlichen Motor bestehen, ohne daß dies bei der üblichen Lebensweise zu merken ist. Erst wenn besondere Anforderungen an den Menschen gestellt werden, wie dies durch un- gewönhliche Berufsarbeit oder sportliche Anstrengungen oder durch eine Krankheit geschieht, melden sich diese Fehler plötzlich. Niemand sollte sich so unangenehm überraschen lassen. So wie wir uns angewöhnt haben, halbjährlich unser Gebiß vom Zahnarzt nachsehen zu lassen, so sollten wir auch alle Jahre die ganze Maschine überholen lassen. Das ist der Sinn der Gesunden-Untersuchungen, wie sie heute von der HI., SA. und auch von einem Teil der Lebensversicherungsgesellschaften für ihre Versicherten durchgeführt werden. Sie werden die Grundlage für einen „Gesundheitspaß" bilden, der jeden auf seinem Lebensweg begleiten und mancherlei nutzen wird. Es wäre gut, wenn jeder aus seinem Gewissen gegenüber der Familie und dem Volk sich zu dieser Maßnahme entschließen würde und sich wieder einem richtigen „Hausarzt" anvertrauen
würde.
Jedem von uns ist von der Natur ein Kapital überantwortet worden, das pfleglich behandelt fein will. Dieses Kapital — Leistungsfähigkeit — i t eine Eigenschaft unseres Organismus, die durch ge chickte Ausnützung eine vermehrte Wirksamkeit er ahren kann, deren Maße aber — und das ist das Entscheidende — niemals vergrößert werden kann. Dagegen läßt sich fein Bestand durch unzweckmäßige Benutzung leicht verringern, und die Menschen geben sich im allgemeinen erdenkliche Mühe, diese Verminderung ihrer Leistungsfähigkeit zu erzielen. Die Aufgabe einer Leistungs steigerung wird in erster Linie zu einer Erhaltung der von der Natur verliehenen Leistungsfähigkeit, also $um Vermeiden der Schädlichkeiten, welche die Abnützung im unnötigen Maße beschleunigen.
Auf allen Gebieten des Lebens fetzt sich dieser Erfolg aus scheinbar vielen Kleinigkeiten und Nebensächlichkeiten zusammen. Wer aber gewillt ist, die Aenderungen in feiner allgemeinen Lebensführung folgerichtig durchzuführen, wird nicht nur eine größere berufliche Leistung buchen, sondern auch seine Freizeit mit mehr Freudegewinn ausnutzen können. Es ist kein nutzloses ober etwa eigennütziges Beginnen, sich barüber Klarheit zu verschaffen, welche Umftänbe einen Menschen in feiner Leistungsfähigkeit behinbern unb welche ihn förbern. Eigentum verpflichtet — in der Notzeit unseres Volkes verpflichtet uns bas Eigentum unserer Arbeitskraft hoppelt, es im Rahmen bes Möglichen zu entwickeln unb bamit uns selbst unb unserem Volke ben Weg zum Aufstieg zu bahnen.
Kamerun-Reise
zum FortLancy, hoch im Norden, unb in ber Trockenzeit sogar bis zum Tsabsee hinauf- fahren — eine ganz phantastische Sache, wenn ich mich baran erinnere, baß 1912 noch 64 Marsch- tage mit Träg" bis zum Resibenturbezirk, ber bas deutsche Tschad! >fer umfaßte, zuständig waren! Ich habe jetzt eine 'fahrt nach Samum, einst Re- sidenz des ber en Häuptlings Joja, vor, unb oon bort abwechselnd mit Auto und Bahn wieder hinunter nach Tiko. 1907 bin ich dieselbe Strecke, etwa 1200 Kilometer, mit ein paar Abzweigungen vierzig Tage mit zwanzig Trägern marschiert, und es waren für Afrika stramme Marschtage.
Einwanderungsbehörde ging die Meldung und die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis in durchaus liebenswürdigen Formen vor sich. Schön und gastfrei war es bei den deutschen Landsleuten in D u a l a. Leider ging der Zug nach Jaunde, — es verkehren drei Züge wöchentlich — schon am nächsten Morgen früh, aber es blieb doch Zeit für eine ausgiebige Rundfahrt, mit dem Eindruck: Hier ist wirklich gearbeitet worden!
Zur deutschen Zeit saß die Zentralverwaltung in Buea, am Kamerunberg, „in den Wolken"; der Bezirksamtmann in Duala war eine Art Vizegouverneur. Die deutschen Denkmäler im Garten des Bezirksamts sind unversehrt — auch der Löwe, der nach Buea am Berge hinüberblickt, wo Hauptmann d. Gravenreuth gegen die tapferen Bakwiris fiel, steht noch. Die Franzosen haben die Hauptverwaltung ins Innere, nach Jaunde, verlegt, etwa 300 Kilometer von Duala entfernt. Die Bahn, die zur deutschen Zeit etwas über halbwegs gediehen war, haben sie fertig gebaut. Die Linie führt durch dichten Urwald, aus dem nur die breite Lichtung für den Bahnkörper herausgehauen ist. Anfangs gab es nur eine Telegraphenlinie, die jedesmal gestört war, wenn ein Baum auf den Draht fiel oder ein Elefant einen Pfahl umwarf. Man fährt mit der Bahn zwölf Stunden. Anfangs hatten die Franzosen für die 1. Klasse Wagen mit Polsterung herausgebracht, aber man war bald klug genug, die Polsterbänke herauszureißen und bequeme Rohr- sessel und Liegestühle hineinzustellen, die sich besser für die Tropen eignen. Ein Speisewagen mit französisch-afrikanischer Küche und deutschem Bier geht mit. Das Billet 200 Franken, etwa 32 Mark, für Afrika nicht teuer.
Jaunde, das ich zum letzenmal 1912 gesehen habe, ist nicht wiederzuerkennen; es ist eine förmliche Stadt mit einem großen Gouverneurspalast, geworden. Hauptmann Dominiks Haus steht noch. Dominik war der (Eroberer von Südkame- run, bis hoch ins Grasland hinauf, lange Jahre der Herr von Jaunde, ein deutscher Afrikaner von echtem Schrot und Korn, gefürchtet und geachtet, wo immer er sich zeigte. Jede schwarze Jaundebub weiß noch heute, wer „Massa Dominik" mar! Man findet noch viele Schwarze, die etwas Deutsch v e r st e h e n ; Französisch hat vorläufig nur eine dünne Oberschicht gelernt. Deutsche Gastfreundschaft ist auch in Jaunde nicht ausgestorben.
Die Hauptleistung der Franzosen sind d i e Autostraßen, die heute ganz Kamerun durchziehen. Sehr vernünftiger Weise hat man dazu viel Eingeborenenarbeit herangezogen und die Wege daher billig gebaut. Man kann mit dem Auto bis
V.
Ins französische Mandatsgebiet.
Von Dr. Paul Rohrbach.
Jaunde, März 1934.
Ich will mich nicht mit Kleinigkeiten aufhalten, die Jo ober so aufgefafjt werden können, sondern gleich auf die Hauptursache gehen: Die Franzosen tun in ihrem Mandatsteil von Kamerun mehr, bedeutend mehr, als die Engländer im ihrigen. Das sei mit allem Vorbehalt unseres Rechts auf Rückforderung der Kolonien gesagt. Das Hauvt- verdienst der Engländer in „Cameroons unaer British Mandate“ ist, daß sie es d e n deutschen Pflanze r.n Ende 1925 stillschweigend ermöglicht haben, ihre Plantagen am Fuß des Großen Kamerunberges zurückzukaufen. Diese hatten in den Jahren seit dem Kriege alle stark gelitten, aber sie wurden wieder in Ordnung gebracht; neben den alten Produkten, wie z. B. Kakao, wurde die bedeutende Bananenkultur, die 1914 erst in den Anfängen steckte, neu begründet, und gegenwärtig ist es nur die allgemeine Wirtschaftskrise, die den endgültigen Wiederaufstieg des ganzen Pflanzungsgebiets verlangsamt. Englische Arbeit ist auf den an Britisch-Nigeria angeschlossenen Teil von Kamerun so gut wie aar keine verwendet worden. Der wichtige Straßenbau geht sehr langsam vorwärts; man kann z. B. immer noch nicht mit dem Auto von der Küste — Victoria, Buea, Tiko — ins Innere kommen. Nach etwa vier Stunden, vor dem Aufstieg aufs Hochland, hort die Autostraße auf.
Die Fr-anzosen haben bedeutend mehr gearbeitet. Wir fuhren von dem Bananenhafen Tiko mit einer schönen Barkasse von zwolf- Tonnen durch viele Mangrovenkrieks bis auf die offen« Wasserfläche des Kamerunbeckens hinaus — das Haff oder Aestuar, in das der Mungo, der Wuri und noch einige andre, vom Hochland herab- kommende Flüsse münden. Dort, wo sich der Wuri in einem breiten Trichter ins Becken ergießt, liegt Duala, aber das Becken ist selbst bei Hochwasser so flach, daß die nur einen Meter tief gehende Barkasse bis nahe an den Ausgang in den Ozean dampfen muß, um die Boje zu runden, die die Grenze zwischen dem flachen Wasser und der Fahrrinne bezeichnet. Nicht lange und man kommt an den melancholisch aus dem Wasser ragenden Mästender zwei ober brei kleinen Dampfer vorbei, die am Anfang des Krieges von ben Unfrigen im Fahrwasser versenkt würben, um das Herankommen ber Feinbe aufzuhalten. Es gelang nicht ganz, weil die Strömung bie angebohrten Fahrzeuge -»twas abtrieb. Neun starke Bojen bezeichnen jetzt die ganze Zufahrt nach Duala. Die Barre an der Stelle, wo der Wuri seinen letzten feinen Schlamm fallen läßt, ist jetzt fortgebaggert, so baß große Schiffe bis nach Duala hinaufkommen können. Duala selbst hat einen steinernen Landungskai bekommen, an bem aber der sehr hohen Abgaben wegen fast nur französische Dampfer anlegen. Diese bekommen das Hafengeld vergütet; frembe Schiffe anfern meist auf dem Strom und loschen unb laben mit Leichtern.
In Duala stehen viele Neubauten. Besonbers stattlich ist das neue Haus der Woer-,------ ------ ^1|UJtUuK.
mannlinie, durch deren freundliche Hilfe uns Heute ist es eine bequeme Autotour von die Landung sehr erleichtert wurde. Auch bei der i wenigen Tagen und das ganze Gepäck sind zwei
Tropenkoffer, zwei Feldbetten, etwas Kochgeschirr und eine große Ernaille-Badeschüssel. Notwendig sind überall Besuche bei den Behörden, anders als in englischen Mandatsgebieten und Kolonien, wo man sich um fremde Reisende wenig kümmert. Morgen kommt also die Visite beim Gou
verneur Bonnecarridre. Gesprächsweise horte ich, daß ich schon telegraphisch von Duala aus in Jaunde gemeldet worden bin. Man wundert sich etwas über die Umstände, aber die Form kann ja gerne erfüllt werden.
Der ReichsberussweMmps der Metallarbeiter.
Zu dem vom 9. bis 15. April stattfind end en Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend stellt die Gruppe Metallarbeiter eine beträchtliche Anzahl Wettkämpfer in den friedlichen Streit um die berufliche Ehre.
Nach den vorliegenden Meldungen der Kreisjugendleiter dieser Berufsgruppe betragen die Anmeldungen zum Wettkampf im Durchschnitt 7 0 v. H. der vorhandenen Jungarbeiter bes Metallgewerbes. In vielen Wettkampfabschnitten wurde sogar eine Beteiligung von 80 bis 100 v. H. erreicht. So sind allein im Verbandsbezirk Westfalen bisher 20 000 Teilnehmer der
beweisen. Durch die zusätzliche Berufsschulung, die in Verbindung mit ber Hitler-Jugend durchgeführt wird, sollen die Lehrlinge in die Lage kommen, auch das zu erlernen, wozu sie in ihrer Lehrfirma keine Gelegenheit finden. Der Reichsberufswettkampf soll das Signal zur Einführung dieser zusätzlichen Berufsschulung sein, an der auch bie jugendlichen Arbeiter, die keine Lehre durchmachen konnten, teilhaben werden. Sie sollen sich dann durch eine Prüfung zu Facharbeitern emporarbeiten können.
So steht jedem Volksgenossen ber Weg zur guten Fachausbilbung offen, unb sein ernsthaftes Streben wirb bazu beitragen, ben Ruf beut
Metallarbeiter-Jugend in Industrie und Handwerk An die Front am 12-April im Reichsberufswettkampfl
Stellt §uer Können unter Beweis!
Reichsbetriebsgruppe Metall gemeldet. Man rechnet für das ganze Reich mit 150 000 bis 180 000 Teilnehmern aus ber Metallindustrie unb dem Metall- Handwerk.
In den letzten sechs Wochen ist eine ungeheure organisatorische Vorarbeit geleistet worden. Für bas Metallgewerbe wurden in Deutschland 4500 Spar- ten-Wettkampfleiter aufgestellt, durchweg Leute aus dem Handwerk unb ber Industrie, bie sich freiwillig zur Verfügung gestellt haben, den Wettkampf leiten unb bie Beurteilung der Leistungen nachher vornehmen werden. Die Reichsbetriebsgruppe M e - tall ist in 11 Gruppen unterteilt worden unb umfaßt bie Former, Schmiede, Bau schlosser, Maschinenschlosser, Werkzeugmacher, Dreher, Klempner, Gas- unb Wasserinstallateure, Elektroinstallateure, die Lehrlinge der Schmuck- und Ebelsteinindustrie unb bie Schiffbauer. Die Ausgaben finb genau festgelegt nach vier verschiedenen Schwierigkeitsgraben, entsprechend den vier Lehrjahren der Lehrlinge. Jeder Lehrling, ber an dem Wettkampf teilnimmt, erhält vier Zeichnungen und kann bie Arbeit, bie seiner, Lehrzeit entspricht, ausführen. Er kann aber auch, wenn er sich bazu für fähig hält, die Arbeit ber nächst höheren Gruppe anfertigen.
Die theoretische Prüfung wirb in ben meisten Fällen in den Berufsschulen stattfinden. Auch hier stellt man keine Sonderanforderungen. Es werden Fragen aus der Berufspraxis gestellt, für einen kurzen deutschen Aufsatz wird ein Thema gegeben, außerdem sind einige Rechenaufgaben zu lösen.
Wer in seinem Berufe tüchtig ist, kann es heute
scheu Handwerks unb deutscher Industrie wieder in alle Welt hinauszutragen.
Auch in Gießen stellt sich eine Zahl von 106 Jungarbeitern aus ber Gruppe Metall unter die Aufgaben. Ein Wettkampfausschuß, bem eine Anzahl Berufsschullehrer, Ingenieure, Mechaniker- meister unb erfahrene Fachleute angehören, wirb bie Gewähr bieten für bie richtige Beurteilung der Leistungen. Die Firmen Schaf fstaedt GmbH., Ludw. Schmittgalt, Rudolf Rüdiger unb Heinrich Stroh haben bereitwilligst ihre Werkstätten zur Durchführung ber Prüfung zur Verfügung gestellt. In Lollar werden 34 Jungarbeiter in ben Buberusschen Eisenwerken sich ben gestellten Aufgaben unterwerfen.
Die Wettkampfteilnehmer ber Gruppe Metall bes Wettkampfabschnittes Gießen werden an dem von ber Hitler-Jugend am Sonntag, 8. April, stattfin- benben Werbemarsch geschlossen teilnehmen.
Die Wettkampfleitung ber Gruppe Metall macht es jedem deutschen Metallarbeiter zur Pflicht, bei ber am Sonntag, 8. April, 16 Uhr, in ber Volkshalle zu Gießen stattfindenden
Großkundgebung zum Reichsberufswettkampf anwesend zu sein. Es muß selbstverständlich fein, daß jeder Metallarbeiter mithilft, daß sein junger Berussnachwuchs aufs beste geschult wird. Auch der Metallarbeiter weiß, daß er mit allen anderen Berufen verbunden sein muß zum Wohle unseres Vaterlandes. Darum fehlt kein deutscher Metallarbeiter bei dieser Großkundgebung des deutschen Berufes!
Geschichten aus aller Welt.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Weshalb die Haie sie nicht fraßen ...
(u) San Franzisko.
Mitten in Streiks, NRA.-Kämpfen, Skandalen unb Jntriguen erzählt man sich einen „wahren Scherz", ber einem weltreisenden Amerikaner in diesen Tagen widerfahren sein soll: Er gondelte da irgendwo im mexikanischen Meer umher. Ein paar Neger hatten sich ein Gewerbe daraus gemacht, nach Münzen zu tauchen, die die Weißen ins Wasser warfen. Der Amerikaner stand neben dem englischen ober französischen ober beutschen Kapitän, schüttelte schließlich ben Kopf, warf wieder eine Münze hinein, beobachtete und schüttelte wieder den Kops: „Toll, einfach toll, bie Burschen tauchen unb scheinen gar keine Angst vor ben Haien zu haben. Und die Haie tun ihnen auch nichts!"
„Wunder?" murmelte der Kapitän, „sehen Sie sich die Burschen genauer an. Die haben eine Badehose mit dem Sternenbanner darauf und der Aufschrift: ,Wir haben ben Krieg gewonnen!* Unb bas wollen auch bie gefräßigsten Haie nicht schlucken!"
Der Amerikaner aber schwieg. Daheim erzählte er die Anekdote und setzte an feine Stelle einen Engländer. Ein Engländer, ber sie hörte, erzählte sie schmunzelnd einem Franzosen unb machte einen Franzosen daraus. So macht sie denn die Runde bei ben „Siegern".
Das Testament ans der Grammophonplatte.
(i) ß o n b o n.
ßorb Tennyson war tot. Mit geteilten Gefühlen hatten bie Verwandten unb Freunbe biese Nachricht empfangen. Der ßorb besaß sehr viele Verwandte und Freunde, und jeder von ihnen hoffte insgeheim, daß seine treue Zuneigung für den Verstorbenen jetzt ihren verdienten Lohn finden würde — der alte Tennyson galt als einer der reichsten Bürger des ßandes. Eine kurze letzwillige Verfügung des ßords besagte, daß alle Bestimmungen über feinen Nachlaß in einem ausführlichen Testament enthalten feien, das unter genau einzuhaltenden Vorsichtsmaßregeln ber Rechtsbehörbe feiner Heimat zugeleitet werben sollte. Am Tage der Testamentseröffnung traf eine umfangreiche Kiste bei ber Behörbe ein. Man öffnete sie unb fanb zum
allgemeinen Erstaunen — eine Grammophonplatte. „Mein letzter Wille" ftanb auf bem Etikett. Schon zu ßebzeiten war der alte Tennyson ein eigenartiger Kauz gewesen — bem Ernst ber Stunbe angemessen lächelte man bisfret über ben originellen Einfall des Verstorbenen. Als aber der herbeigeholte Grammophonapparat die Stimme des ßords ertönen ließ, wurden die Gesichter ber An- mefenben lang unb länger. Das ganze Vermögen sollte einer alten Jugendliebe des Lords zugute kommen; bie Verwanbten unb Freunde erhielten — nichts! Im Nu verwandelte sich bie Gemeinschaft der trauernden Hinterbliebenen in eine Schar ergrimmter Rebellen, die sich um ihr gutes Recht betrogen fühlten. Einstimmig wurde beschlossen, bie Gültigkeit bes Testamentes anzufechten. — Die Richter wiegten bie Köpfe. An ber Echtheit bes Testaments war nicht zu zweifeln, aber das Gesetz hatte sich bem Fortschrittssinn der Menschheit nicht genügend angepaßt — nirgends fand sich ein Paragraph, in dem von einem Testament per Grammophon die Rede war. Wer weiß, wie die Sache noch ausgegangen wäre, wenn nicht ein besonders verärgerter „Erbnefse" festgestellt hätte, daß die vorgeschriebene Zeugenbestätigung auf ber Platte fehlte. Das Etikett trug bie Unterschrift zweier Freunde des Lords, bie inzwischen selbst bas Zeitliche gesegnet hatten. „Niemand kann also beweisen, daß dieses aufgeklebte Etikett auch wirklich von ben Unterzeichneten für diese Platte bestimmt war. Wenn schon mündlich, dann auch gründlich..." schnaufte der Kleine erbost. Der hohe Gerichtshof schloß sich dieser Meinung an und erklärte bas Testament für ungültig.
Erkennungszeichen: Weiße Rose ...
(d) Bukarest.
Gregor trat ein. „Angela Petrowin" singt, las er irgendwo flüchtig. Was ging ihn bas an? Er war aufgeregt. Seine Finger spielten nervös mit ben zarten Blüttenblättern — „Erkennungszeichen: Weiße Rose im Knopfloch", hatte sie ihm geschrieben. Wo war bie Eintrittskarte? Gottseidank — in der Westentasche. Furchtbar peinlich, daß es so spät geworden war. Wenn er sich das verscherzte — Millionenerbin ... jung... blond... sportliche Erscheinung... — eine Frau, wie man sie sich


