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24 Zusagen zur Olympiade4936 Und Amerika?

Das Interesse für die Olympischen Spiele 1936 in Berlin und Garmisch-Partenkirchen steigert sich immer mehr. Nicht nur, daß man in den anderen Ländern sich in erhöhtem Maße mit den Spielen bzw. den Vorbereitungen darauf befaßt, auch die Zahl der endgültigen und offiziellen Nennungen wächst. Auf die Ende des vergangenen Jahres von den deutschen Organisationskomitees hinausge- sandten Einladungen haben außer den 20 Na­tionen, die die Annahme bereits erklärt haben, neuerdings vier weitere Länder, nämlich Polen, Holland, Kanada und Schweden, ihre Teilnahme zugesagt. Ferner haben auf der Tagung des In­ternationalen Olympischen Komitees in Achen die Vertreter von Japan, Norwegen, Rumänien und der Tschechoslowakei die Zusage ihrer Teilnahme ge- gegeben, wobei die Tschechoslowakei mit dieser Er­klärung ihre früher nur für die Winterspiele ge­machte Zusage ergänzte. Die ausführlichen Berichte und Unterlagen, die die Vertreter der beiden Olym­pischen Organisationskomitees den Ab-gesandten der Nationen vorlegten, haben sicherlich zu den schnel­len Zusagen beigetragen.

Unverständliche Amerikaner.

Während die Zahl der Nationen, die ihre Teil­nahme an den Olympischen Spielen 1936 in Ber­lin und Garmisch fest zugesagt haben, bereits auf 24 angestiegen ist, verharren die Amerikaner in un­verständlicher Weise noch weiter bei ihrer immer noch abwartenden Haltung. In Neuyork war am vergangenen Wochenend das Amerikanische Olym­pische Komitee zusammengetreten, um erneut über die Frage der Beteiligung der Staaten an den Spielen zu beraten. Aber auch diesmal wieder scheute man, anscheinend unter Rücksichtnahme auf den Druck einer gewissenöffentlichen Meinung", die endgültige Entscheidung, überließ diese vielmehr dem Präsidenten des Komitees, Avery Brun- d a g e, der nach seiner Rückkehr von einer Deutsch­landreise im August allein bestimmen soll, ob Amerika nun teilnimmt oder nicht. Dietrich Wort­mann, der Sprecher der deutschamerikanischen Sportler, verlangte vergeblich einen sofortigen Entschluß. Hingegen gelangte der Vorschlag be5 jüdischen Delegierten Örnstein, Brundage die alleinige Entscheidung zu überlassen, zur Annahme. Selbst ein Kabeltelegramm des Obersten May und des Generals Sherrill, die die Vereinigten Staaten in Athen beim Kongreß vertraten und noch einmal darauf hinwiesen, daß Deutschland in der griechischen Hauptstadt erneut erklärt habe, be- züglkch der Frage der jüdischen Teilnehmer genau den Bestimmungen gemäß zu handeln, vermochte an der Hinausschiebung des Entscheids nichts zu ändern. So wird also die Frage der Teilnahme der Amerikaner erst dann geklärt werden, wenn Avery Brundage von seiner Deutschlandreise in seine Hei­mat zurückgekehrt ist.

Nach dem Welttreffen der Turner.

Bei den Turner-Weltmeisterschaften in Budapest hat die Organisation fast auf der ganzen Linie nicht funktioniert. Neben der schleppenden Ab­wicklung der Kämpfe war die Mitteilung der Er­gebnisse an die Oeffentlichkeit und an die aus allen Teilen der Welt vertretenen Berichterstatter ein be­sonderes Kapitel. Den Ungarn fehlt die Erfahrung

in der Durchführung großer Ereignisse; am guten Willen mangelte es dagegen nicht. Die Funktionäre waren aber ihrer Aufgabe nicht gewachsen und be­sonders wurde dies natürlich von den deutschen Vertretern festgestellt, die bekanntlich gerade auf diesem Gebiete von jeher größtes Organisations­talent bewiesen haben. Man denke nur an die all­jährlichen Kreisturnfeste, deren Teilnehmer­zahlen in den verschiedenen Mehrkämpfen die in Budapest beteiligten Turner bei weitem übertra­fen, ganz zu schweigen vom 15. Deutschen T u r n f e st, wo trotz Teilnahme von vielen Tau­senden von Turnerinnen und Turnern die Ergeb­nisse mit größter Schnelligkeit errechnet und be­kanntgegeben wurden. Zur Zeit liegen noch nicht alle amtlichen Ergebnisse vor und man wird erst in einigen Tagen mit einer vollständigen amtlichen Liste rechnen können.

Kraft- und Sportklub 1893.

Am vergangenen Sonntag beteiligten sich einige Ringer des I. Kraft- und Sportklubs 1893 an einem Turnier in Alsfeld. Sie konnten schöne Er­folge erzielen. Die ersten Sieger in den einzelnen Gewichtsklassen haben die Berechtigung, an den Deutschen Kampfspielen in Nürnberg teilzunehmen. Der Gießener Funk hat sich diese Teilnahmeberechtigung erkämpft. Er wurde ohne Fehlpunkte erster Sieger im Federgewicht. Die Plätze belegten Hahn (Hersfeld) und Götz (Gießen). Der Leichtgewichtler Klotz wurde im Endkampf seiner Klasse von Steinbach (Als­feld) besiegt und wurde Dritter.

Kurze Sportnotizen.

R ei ch s i n n.e n mi n i ft e r Dr. Frick hat an Gottfried von (Tramm zu dem Siege über Crawford in der französischen Tennismeisterschaft ein Glück­wunschtelegramm gerichtet

Die Spielvereinigung Fürth hat in dem jungen Regensburger Slürmertalent Becher einen wertvollen Zuwachs erhalten. Außerdem ist auch Heinrich Auer nach seiner Tätigkeit beim Klub" und in Würzburg wieder in die Reihen der Kleeblättler" zurückgekehrt.

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Der vom Deutschen Schwimmverband einberufene Olympiakurs nahm am Montag im Sportforum im Grünewald seinen Anfang. 20 Schwimmer und 11 Schwimmerinnen nehmen an dem Lehrgang, der 14 Tage dauern wird, teil.

Deutsche Schwimmer werden am 1. Juli anläßlich des Länderkampfes Frankreich Belgien in Paris an den Start gehen. Gisela Ahrend, Fischer (Bremen), Küppers und Diebahn haben für ihre Disziplinen Meldungen abgegeben.

D ie 13. Etappe der Italien-Rundfahrt von Florenz nach Bologna über 120 Kilometer wurde im Endspurt von dem Italiener Olmo vor seinen Landsleuten Bertoni, Cazzulani, Gotti und Ca- musso gewonnen. Der bisherige Spitzenreiter (Buerra traf erst fünf Minuten später am Ziel an und mußte seinen ersten Platz in der Gesamtwer­tung abtreten.

Schwere llnwetterschäden in Starkenburg.

LPD. Darmstadt, 5. Juni. Die Wolkenbrüche, die am Samstag und Sonntag über große Teile der Provinz Starkenburg niedergingen, haben ver- schiedentlich beträchtlichen Schaden angerichtet. In Sprendlingen, wo mit dem Wolkenbruch Hagel­schlag verbunden war, ist im Feld und in den Garten, besonders an den Glaskulturen, viel ver­dorben worden. Da der Hengstbach über die Ufer trat, mußte die Feuerwehr verschiedentlich Keller auspumpen. Im Gersprenztal hat zwischen Groß- Bieberau und Wersau das Sonntagsgewitter, das sich unter prasselndem Regen entlud, die Straße mit einer dicken Schlammschicht bedeckt. In Groh-Bieberau schlug es zweimal ein, glücklicher- weise ohne zu zünden. Auch in Trebur traf ein Blitzstrahl die Scheune eines bäuerlichen Anwesens. Zum Glück war es ein kalter Schlag, der nur ein großes Loch in die Wand riß.

Generalversammlung der Deutschen Bau- und Siedlungsgemeinschast.

Darmstadt, 4, Juni. (LPD.) Die Deutsche Bau- und Siedlungsgemeinschaft e. G. m. b. H., eine der ältesten und größten Bausparkassen in Deutsch­land, hielt hier ihre 9. ordentliche Generalversamm­lung ab. Der Aufsichtsratsvorsitzende Heß hieß die Delegierten aus allen Teilen Deutschlands, die 35 000 Bausparer vertraten, herzlich willkommen. Direktor Bachmann sprach dann über die Ent­wicklung der DBS., worauf Direktor Lehmann den Geschäftsbericht für 1933 erläuterte. Der Mit­gliederbestand der Bausparkasse betrug am 31. De­zember 1933 = 34 581 Genossenschafter. Die Anzahl der Bausparer am Schlüsse des Geschäftsjahres be­trägt 18 475 mit 190 604 500 Mark vertraglicher Bausparsumme. Die Antragssummen der noch nicht zugeteilten Bausparer verteilen sich auf 18 435 Bau­sparer mit je unter 5000 Mark bis zu 20 000 Mark und 40 Bausparer über 20 000 Mark. Die Gesamt­antragssumme der zugeteilten Bausparer beträgt 243 597 000 Mark. Nach einem allgemeinen Spar­tarif der DBS. hätte das Aufkommen an Spar­einlagen betragen müssen für .161 Mill. Mark An­tragssummen der noch nicht zugeteilten Bausparer, auf die im Berichtsjahr Einzahlungen geleistet wur­den, 13 Mill. Mark Antragssummen der zugeteilten Bausparer, die noch nicht voll ausgezahlt sind, 174 Mill. Mark Antragssummen jährlich 1,8 v. H. Pflichtsparleistung - 3 132 000 Mark. Der Rein­zugang an Spareinlagen betrug demgegenüber im Berichtsjahr 4 522 000 Mark, demnach 35 v. H. mehr als die Pflichtleistung. Dieses Sparergebnis zeigt deutlich, daß die Genossenschaft sparfähige und sparwillige Mitglieder umfaßt, die jeden verfüg­baren Betrag auf ihr Sparkonto einzahlen, damit der Gesamtheit der Sparer Vorteile durch Verkür­zung der Wartezeit geboten werden können. Mit der künftigen weiteren Besserung der allgemeinen Wirtschaftslage dürfte auch mit einer noch weiteren Besserung dieses guten Sparergebnisses gerechnet werden können. Der Personalbestand der Bauspar­kasse betrug am Ende des Berichtsjahres 83 An­gestellte. Gegenüber dem Vorjahr konnten die per­sönlichen und sachlichen Unkosten auf Grund spar­samster Betriebsführung weiterhin gesenkt werden. Nach Erstattung des Bilanzberichts durch Direktor Griebel, nach dem sich ein Gewinn von 24 889 Mark ergibt, sprach Ministerialdirektor Wittich kurz über das Verhältnis der DBS. zu dem hessi- I schen Staat. Herr Staatsminister Jung unterstütze

die Bestrebungen der DBS. und erkenne sie an. Auch der Herr Reichsstatthalter unterstütze diese Bestrebungen. Der hessischen Regierung gebühre für diese Einstellung der Dank der DBS. Die General­versammlung beschloß einstimmig, Treuegelöbnisse an den Herrn Reichsstatthalter (Bauleiter Spren­ger, den Herrn Staatsminister Jung und an 5en Herrn Justizminister Kerrl in Berlin abzu- fenben.

Zu dem Autounglück bei Rüffelsheim.

LPD. Rüffels heim, 4. Juni. Zu dem gestern vom Landespressedienst gemeldeten schweren Autounglück bei Rüsselsheim wird von der gleichen Stelle berichtigend mitgeteilt, daß das Un­glück sich nicht bei Mönchsbruch sondern bei Mönchshof in der Nähe von Kelsterbach ereig­nete. Tote sind entgegen der ursprünglichen Mel­dung glücklicherweise nicht zu beklagen. Im ganzen sind 11 Insassen des Autobusses verletzt worden, darunter vier schwer. Die letzteren wur­den in das Höchster Krankenhaus eingeliefert. Le­bensgefahr besteht bei keinem der Verletzten.

Amtsgericht Gießen.

Ein Einwohner aus Lich fuhr mit feinem Kraft­wagen die Ludwigstraße hinauf und stieß durch die Geschwindigkeit, mit der der Angeklagte fuhr, an der Ecke der Wilhelrnstraße mit einem Motor- > radfahrer zusammen. Das Gericht verurteilte ihn zu 2 0 R M. G e l d st r a f e.

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