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Kür den Bücheriisch.

Drama und Laienspiel

Bettina auf der Schaukel.

Roman

Von der deutschen Sprache

Das

in

Politik und Geschichte

Horn gelebt und war Zeuge der Kämpfe um die Bahn, wodurch der Roman einen besonderen Reiz

kraftvollen Art, die ein _ kennt und schätzt. Die Stimmung lebendig, die großen Patrioten jenes schlesischen Winkels treten uns plastisch entgegen.

ihrer Ergebnisse noch heute fruchtbar find.

war für mich eine willkommene Gelegenheit, die ge­schichtlichen Gründe für meine Ansicht von der Gegenwart- und Zukunftgeftaltung der deutschen Sprache überhaupt und im besonderen der deutschen Weisheitsprache im weitesten Sinn genauer aufzu­zeigen, und so entstand eine umfangreiche Arbeit Der eigendeutsche Wortschatz der Weisheitlehre", deren ersterer kleiner Teil die Entwicklung des weis-

mans, ist die gegebene Heldin für ihn. Aber Höcker weiß genug vom Leben, um seinen Helden ernste Enttäuschungen nicht zu ersparen. Bettinas Herz kommt bei dem bunten Dasein einer Berichterstat­terin, in das sie hineinwächst, empfindlich zu kurz. Der extravagante schwedische Großindustrielle, den sie liebt, bringt nur Verwirrung in ihr Leben. Der zu strengen Formen erzogene norddeutsche Patri-

Deutsche Weisheitsprache, ihr Weg und ihr Ziel. Von Hans L. Stolten­berg, Professor an der Universität Gießen. Verlag von Moritz Schauenburg, K. G., Lahr in Baden, 1933. (419) In der Vorrede heißt es: Im Mai 1931 veröffentlichte der Deutsche Sprachverein ein Preisausschreiben:Es soll eine Geschichte der Bemühungen um eine deutsche philosophische Fach- \ halten spräche gegeben und dabei geprüft werden, welche |

römischen Streben nach Macht über alle Reiche der Erde; hier Heinrich IV., der königliche Mensch, der sich von jugendlicher Verstrickung läutert und sich durchringt zu seiner Aufgabe: herrscherliche Würde und staatliche Macht wiederzugewinnen, um der Freiheit und Herrlichkeit des Reiches willen. Einen ursprünglich dramatischen Stoff nahm hier ein Dichter auf, der ihn zu einem Drama voll Größe und ernster Strenge zu gestalten vermag. Ohne daß der Dichter versuchte, in billiger Ausnützung der Situation die gewaltigen geschichtlichen Ereignisse dem Geschehen unserer Zeit anzunähern, sind wir doch betroffen von der Gegenwartsnähe des historischen Vorgan­ges. In prachtvoller Steigerung führt der Dichter die Handlung zu ihrem Höhepunkt, der Begegnung Gregors und Heinrichs in Canossa. Mit tiefer historischer Schau und mit bedeutender Sprach- und Gestaltungskraft setzt Kolbenheyer sich ein für die Rückgewinnung einer der größten Epochen der glanzvollen deutschen Reichsgeschichte. Die deutschen Bühnen sollten dieser Schöpfung zur Wirkung auf das ganze Volk verhelfen.

Hans Henning Freiherr Grote: Stein. Ein Drama in 10 Bildern. Kart. 1,85 RM. Brun- nen-Verlag, Willi Bischoff, Berlin SW 68. (36) In zehn dramatisch wirksamen, am Rundfunk bereits erprobten Bildern rollen die historischen Begebnisse von dem unheilvollen Jahr 1806 bis zur Verfolgung der geschlagenen Franzosen nach der Schlacht von Leipzig vor uns ab. Immer steht Stein im Mittelpunkt als die Seele der Erhebung, als der eigentliche Genius seines Volkes, als einer der we­nigen großen politischen Feldherren, die die deutsche Geschichte bisher hervorgebracht hat. Ihm allein ist es an der Seite eines schwankenden Fürsten, umgeben von den Intrigen ultra-konservativer Höf­linge, die lieber ein Bündnis mit Napoleon eingehen wollten als etwas von den Rechten ihres Standes preiszugeben, und obwohl er am Ende von Metter­nich um den Sinn feines Lebens, die Befreiung des Volkes, gebracht wird, immer nur um Deutschland

die weite Welt mit ihrer schönen Schwarzwälder Heimat, weil sie reif genug ist, rastlosen Betrieb für sftlles Wirken einHutauschen und menschlichen Wert auch in rauher Schale zu erkennen.

Hans v. Hülsen: Freikorps Droyst. Ein Roman aus Preußens tiefster Erniedrigung. Geheftet 2 RM., Ganzleinen 3 RM. Verlag Scherl, Berlin SW. 68. (184.) Hans von Hülsen greift mit diesem Werk tief hinein in die schlesische Geschichte vor mehr als hundert Jahren. Das Rie­sengebirgsdörfchen Schreiberhau, wo der Verfasser lebt, ist der Schauplatz. Dort hat sich im unglück­lichen Kriege von 1807 ein preußisches Freikorps festgesetzt, um die Pässe nach Oesterreich zu sichern und den Franzosen und Rheinbündlern, die bereits

gegangen.

Das Passionsspiel in Oberammer­gau. Ein geistliches Festspiel in drei Abteilungen. Mit 20 lebenden Bildern. Mit Benutzung der alten Texte verfaßt von I. A. Daisenberger, geist­lichem Rat in Oberammergau. Offizieller Gesamttext für das Jahr 1934 überarbeitet und neu heraus­gegeben von der Gemeinde Oberammergau. Preis 1 RM. Auslieferung für den Buchhandel: Jos. C. Huber's Verlag, Diessen vor München. (181)

Auf d e m Markt. Ein luftiges Laientanz- fpiel. Von Ilse Berthold-Baczynski. Mit zwei Tafeln (20 S.). Verlag von B. G. Teubner :~ Leipzig und Berlin 1934. (198) Ein fröhliches, leicht groteskes Tanzspiel mit erzählendem Charak­ter, an dem Burschen und Mädchen in beliebig großer Zahl teilnehmen können. Aus drei Teilen fügt sich das Spiel zum Ganzen. Die einfache musikalische Begleitung verleiht dem Ganzen Schwung und Freudigkeit. Die Kleidung der Tanzenden läßt sich leicht und billig Herstellen. Das Büchlein ist für alle Spiel- und Tanzgruppen sehr geeignet; auch für den Bund deutscher Mädel, die Hitler-Jugend, für Spieloeranftaltungen in Kirchgemeinden und bet

ganz Schlesien überflutet hatten, nach Kräften Schaden zu tun. Die heroische Geschichte dieser kleinen tapferen, bunt zusammengewürfelten Schar und ihres Führres, eines jungen Leutnants, in des- Jen Herzen die Schmach des vergewaltigten Vater­landes brennt, erzählt Hülfen in der gepflegten und ......großer Leserkreis an ihm Stimmung der Zeit wird

Sprachwissenschaft und humani­st i s ch e Bildung. Don Hermann Amman, Professor an der Universität Innsbruck. Verlag Mo­ritz Schauenburg, Lahr (Baden.) (421) Am­mann weist auf die verwunderliche Erscheinung hin, daß die Sprachwissenschaft nicht entfernt die ihr ge­bührende und ihrer nationalen Bedeutung entspre­chende Auswirkung gefunden und nicht einmal den Unterricht an den Gymnasien, dem doch ihre Ver­wertung besonders nahe lag, merklich beeinflußt habe. Obgleich wir seit über hundert Jahren wis­sen, daß die auf dem Gymnasium gelehrten alten Sprachen uns eigentlich gar nicht fremd sind, werde der Gedanke der ursprünglichen Einheit der klas­sischen und germanischen Sprachen auch heute noch für den humanistisch Gebildeten nicht zum inneren Erlebnis. Bei der Erörterung der Frage, wie die Sprachwissenschaft für den humanistischen Bildungs­gang nutzbar gemacht werden könnte, gelangt Am­mann zu dem Ergebnis, daß der Aufbau der Gym- nafialbilbung dazu nicht genüge, daß vielmehr die Sprachgeschichte ihre feste Stelle im Lehrplan er­halten müsse.

uerfvhn, der um sie wirbt, ist ihr nicht gewachsen. Als der Schwede eines gewaltsamen Todes stirbt, gerät Bettina sogar in Mordverdacht, der sich immer gefährlicher verdichtet. Aber gerade in dieser Lage lernt sie ihre wahren Freunde schätzen. Bettina hält die Schaukel ihres Lebens an. Sie vertauscht

, .. ___________ Ganzleinen 3.80

RM. Verlag Scherl, Berlin SW. 68. (153.) Höcker versteht es, jung zu bleiben. Er liebt junge Menschen, die sich dem Zwang der Verhältnisse nicht fügen wollen und das Leben, ohne nach Vorbildern zu schielen, tatkräftig in ihre Hände nehmen. Ein entschlossenes Geschöpf, wie die Bettina dieses Ro-

E. G. Kolbenheyer: Gregor und gewinnt.

Heinrich. Schauspiel. Albert Langen / Georg , -

Müller, Verlag, München, 1934. (242) Mit von Paul Oskar Hocker, dem SchauspielGregor und Heinrich" schuf Kol- A A**f denheyer das erste Drama vom Reich der Deutschen. Wie in einem Spiegel sehen wir in diesem Werk das uralte deutsche Ringen um die Herrlichkeit des Reiches, das von keiner fremden irdischen Macht seinen Anspruch herleitet und herleiten darf. Nor­disches und romanisches Wesen kämpfen miteinan­der: dort Gregor VII., der gewaltige Streiter auf dem Stuhle Petri, der Priester-Herrscher mit dem

Heimabenden. v

Im Verlag Eduard Bloch, Berlm, sind zwei neue Stücke herausgekommen, deren jedes ein heute besonders aktuelles Problem behandelt und mit geringen Mitteln, zumal von Spielscharen und Laienspielern, leicht aufgeführt werden und zu volks­tümlicher Wirkung gesteigert werden kann: Deutschland Mutterland", ein Grenz- l'andspiel für deutsche Mädels. Von W. Jansen und L. Streckenbach, undVolk ans Werk" von Hans Mühle, das deutsche Drama vom Kampf um Arbeit. (206/207)

Deutsche Erzähler.

Wilhelm Pleyer: DerPuchner. Ro­man. In Leinen gebunden 5.50 RM. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München. 1934. (194.) Einer von den dreieinhalb Millionen Deutschen in der Tschechoslowakei, Georg Puchner aus dem Eger- land, erzählt hier feinen Lebensweg, den schicksals­schweren Weg eines Grenzlanddeutschen in den letz­ten wechselvollen Jahrzehnten. Gleich den packen­den Bildern eines Films zieht das ergreifende Ge­schehen dieses Lebenskampfes unserer Brüder an uns vorüber. Ein Tatschenbericht, aber geschrieben mit dem Mut, der die harte Wahrheit zu sagen sich nicht scheut. Wir im Reich wußten bis jetzt viel zu wenig, um was es bei den Tschechisierungsmaß- nahmen ging, von denen wir in Notizen und Zei­tungsberichten hier und da lasen. Pleyer hat uns in seinem Roman das Buch geschenkt, das uns über die Bedeutung des deutschen Kampfes vor unseren Grenzen unterrichtet. Was die beiden Sieben­bürger Dichter Adolf Meschendörfer in feinerStadt im Osten" und Erwin Wittstock in seinem Roman Bruder nimm die Brüder mit" uns gaben, das schenkt uns hier Pleyer für Deutschböhmen: Ein wahrhaftiges Dokument kämpfenden Deutschtums in der Welt. Sein RomanDer Puchner" reiht sich würdig in die Reihe deutscher Schicksalsromane, an deren Anfang Hans GrimmsVolk ohne Raum' ^te^ Wer baut die Bahn? Roman von Ru­dolph Stratz. Ganzleinen 4.50 RM. Verlag Scherl, Berlin SW 68. (185.)Wer baut die Bagdadbahn?" Diese Frage erregte in den achtziger Jahren in ganz Europa die Gemüter. Mehrere Großmächte kämpfen durch besondere Jn- dustriegruppen um diesen Auftrag, der von großer politischer Bedeutung ist, denn die Bagdadbahn stellt den ersten Teil des Landweges nach Indien dar. Deutschland siegt endlich! Aber welche Ranke, Listen und Leidenschaften hatten sich in den Weg gestellt, die alle erst überwunden werden mußten. Die' bunte Welt am Bosporus, die Kämme einer unterirdischen Machtgruppe gegen die Herrschaft des Sultans der Rassenhaß zwischen Türken und Armeniern das Nebeneinander der ver­schiedenen Religionen all dies laßt Rudolph Stratz ungeheuer lebendig werden. Als junger Offizier hat er in der Märchenstadt am Goldenen

Friedrich Maurer: Volkssprache. Abhandlungen über Mundarten und Volkskunde. Zugleich eine Einführung in die neueren For­schungsweisen. 135 Seiten. Mit 21 Kartenbildern im Text. (Fränkische Forschungen. Arbeiten zur Sprach­geographie und zur Volkskunde, besonders der rhein- und ostfränkischen Gebiete. Herausgegeben von Friedrich Maurer. Heft 1.) Verlag von Palm und Enke in Erlangen, 1933. (50) Der früher in Gießen, jetzt in Erlangen wirkende Ger­manist Professor Dr. Friedrich Maurer legt als ersten Band der von ihm herausgegebenen Frän­kischen Forschungen eine Sammlung eigener Auf­sätze und Vorträge zur Mundartforschung und Volkskundegeographie vor, die teilweise an entlege­nen Stellen erschienen sind und alle um die gleichen Probleme kreisen; angeregt wurden diese Abhand­lungen, wie das Vorwort betont, insbesondere durch Arbeiten von Theodor Frings, Hans Naumann und Adolf Spamer. Die Aufsätze, die sowohl von soziologisch-psychologischen, als auch von gramma­tisch-dialektgeographischen Gesichtspunkten ausgehen, verdienen über die wissenschaftliche Würdigung hin­aus, der an dieser Stelle nicht oorgegriffen werden kann, gerade hier ein allgemeineres Interesse, da die behandelten Themen überwiegend dem hessischen Raum entnommen und geeignet sind, in ihren Er­gebnissen auch für Schule und Unterricht ausge­wertet zu werden. Und auch der nicht rein wissen­schaftlich eingestellte, volks- und heimatkundlich in­teressierte Leser wird aus den hier zusammengefaß­ten Arbeiten Maurers wir denken besonders an die Untersuchungen über Volkssprache, Sprachbewe- aungen und Sprachschranken, über Brauchtum und Verkehr, über hessische Redensarten u. a. m. viel­fältige Belehrung und Anregung gewinnen.

größten politischen Gestalten unserer Geschichte un­serePolitischen Kräfte" dargestellt. Im zweiten zeigt Moeller an Persönlichkeiten unserer Geisteswelt die Geistigen Kräfte", die im Deuftchen ruhen. Ge­rade im Geistigen liegen Möglichkeit und Versuchung, Leistung und Irrtum des Deutschen eng beisammen. Darum beginnt der Band der in die Kapitel Verirrte, führende, oerschwärmte und entscheidende Deutsche" eingeteilt ist mit den Verirrten, den ge­nial-verkommenen Gestalten der Günther, Lenz und Grabbe. Moeller sieht sie wie alle anderen nicht als Einzelschicksale, sondern deutsch in ihrer Genia­lität, in ihrer Unzulänglichkeit und ihrem Schick­sal als Personifizierung der geistigen Situation des deutschen Volkes ihrer Zeit. Als führende Deut­sche folgen dann in drei glänzenden Bildern Luther, Schiller und Nietzsche, alsDerschwärmte", Ekkehard, Paracelsus, Böhme und Novalis. Eine kurze Ein­leitung über dasMystische" gibt in ihrem apho­ristischen Stil ein glänzendes Bild dieser für uns Deutsche verführerischsten Philosophie. AlsEntschei­dende Deutsche" folgen schließlich Lessing, Kant, Fichte und Moltke.

GeorgWeippert:Umrißderneuen Volksordnung". Kart. 1,80 RM. Hamburg. Hanseatische Derlagsanstalt. (75) Ausgehend von der Gesellschaftsverfassung im Zeitalter des Individualismus, wendet sich der Verfasser einer Darstellung der ständischen Formen zu als der Ord­nung, die den ganzen Menschen zu erfassen und in die Gesamtheit einzuordnen vermag. Klar werden die Unterschiede, zwischen der russischen Ordnung, der italienischen Ordnung und der deutschen Auffassung herausgearbeitet. Der nationalsozialistische Staat ver­zichtet keineswegs auf das selbstschöpferische Wirken des einzelnen; er will keine Staatssklaven, wie der russische Kollektivismus, er will aber auch nicht eine neue Trennung von Arbeiter und Unternehmer, wie im Korporationssystem Italiens. In Deutschland wird der Versuch einer tatsächlichen Gemeinschaft, die alle irgendwie arbeitenden Menschen umfaßt, gemacht.

I m Namen der Geschichte. Politische Prozesse der Nachkriegszeit." Don F. W. v. Oertzen. 196 Seiten. Kart. 3, RM. Hanseatische Verlags­anstalt AG., Hamburg. (172) Die Darstellung F W. v. Oer'tzens zeigt die verwundbarste Stelle des alten Staates. Hier standen sich am sichtbarsten zwei grundverschiedene Welten einander gegenüber. So gelingt es dem Verfasser, an Hand der großen Pro­zesse die Volksfremdheit des Weimarer Regimes auf* zuzeigen und die Kluft zwischen Staat und Volk deutlich zu machen. Da ist der Helfferich-Erzberger- Prozeß, der Münchner Hitler-Prozeß, der Feme- Prozeß; Angeklagte und Kläger sprechen dieselbe Sprache und können sich doch nicht verstehen. Sie müssen aneinander vvrbeireden, weil die Grund­lagen ihrer Anschauungen unüberbrückbar vonein­ander getrennt sind. Erst heute können wir die un­erhörte politische Bedeutung, die diesen Prozessen zukommt, ganz erkennen.

heitlich wichtigen Wortschatzes nach den einzelnen Forschern, deren zweiter bei weitem größere Teil diese Entwicklung nach den einzelnen Wortständen darstellt. Aus dieser vom Deutschen Sprachver­ein mit einer hohen Ehrengabe ausgezeichneten Ar­beit erscheint zuerst der allgemein verständliche erste Teil vollständig und von dem zweiten Teil eine kurze Zusammenfassung. Damit will der Verfasser die wichtigsten Ergebnisse seiner langjährigen Deutsch­forschung auch weiteren Kreisen zugänglich machen. Den Laien dürften vor allem der zweite Teil der Schrift, ferner Fachnam- und Wortverzeichnis interessieren

Deutsche Vor - und Frühgeschichte" in Einzelbildern. Vom ersten Auftreten des Men­schen bis zur Wiedergewinnung des deutschen Ostens. Von Universitätsprofessor Dr. Alb. Ki e k e - dusch, Direktor der vorgeschichtlichen Abteilung des Märkischen Museums in Berlin. Mit zahlreichen Ab­bildungen. Reclams Universal-Bibliothek Nr.7253/54. Geheftet 70 Pf., geb. RM. 1,10. (216) Liebe zru Heimat und zum Vaterland, Verehrung der Väter und Hochachtung vor ihren Leistungen weckt und fördert die Beschäftigung mit der Vorzeit. Vor­geschichte ist Volksgeschichte; sie gibt Kunde vom Wachsen und Werden der Gemeinschaft. Neben der Rassenkunde steht sie daher bei der Erziehung zum nationalsozialistischen Volksstaat in erster Linie. Einer der berufensten Kenner der deutschen Vorzeit schildert hier auf Grund der wichtigsten Ausgrabun­gen, an Hand zahlreicher Abbildungen die Entwick­lung auf deutschem Boden von grauer Urzeit bis zum Eintritt der Germanen in die Geschichte. Seine fachmännisch sichere, fesselnd und anschaulich ge­schriebene Darstellung bringt die Ursprünge unseres Volkes und unserer Kultur jedem Deutschen in leben­diger Weise nahe.

Gustav Freytag : D i e Ahnen, be­bilderte ungekürzte Ausgabe. (Dreis 4,80 Mark.) Kurt Wolff Verlag AG., Berlin NW 87. (49) Eine Zeit, die wie nie zuvor in der deutschen Ge­schichte das wichtigste Bildungselement für Jugend und Volk sieht und gleichzeitig den Sinn für die Erforschung der eigenen Sippengeschichte zu wecken sucht, kann nicht vorübergehen an diesem, man kann schon sagen einzigartigen Werk Gustav Freytags, das in der Form des historischen Romans aus den geschichtlichen Anfängen deutscher Vergangenheit den Gang einer Familie durch die Jahrhunderte deutschen Schicksals miterleben läßt. Manchem der älteren Generation wird Freytags Werk ein nach- haltenderes Interesse für die Geschichte des eigenen Volkes vermittelt haben, manchem das erste Be­greifen der tiefen Verwurzelung jedes einzelnen Volksgenossen, jeder deutschen Familie im geschicht­lichen Werden des ganzen Volkes gelehrt haben. Heute kämmen nunDie Ahnen" in neuem Ge­wände zu uns, vor allem zu unserer Jugend, die sich wie einst ihre Väter auch durch die oft behag­liche Breite des Erzählers nicht abschrecken lassen wird, die ereignisreiche Geschichte dieser Familie von der Zeit der Völkerwanderung bis in unsere Tage zu verfolgen. Die zahlreichen Bilder, mit denen der Verlag diese einbändige Neuausgabe ausgestattet hat, gehen meist auf zeitgenössische Vor­lagen zurück und bilden daher als Anschauungs­material eine wertvolle Ergänzung zu den Worten des Erzählers.

Moeller van Öen Bruck: Das Ewige Reich. (Die Deutschen) Band II. Die geistigen Kräfte. Herausgegeben von Hans Schwarz. Ganz­leinen 7 RM. Wilhelm Gottl. Korn, Verlag, Bres­lau 1. (195) Im ersten Band wurde an den

Nechiöliieraiur.

Dr. Carl Schmitt, Professor an der Uni­versität Berlin, preußischer Staatsrat, Mitglied der Akademie für Deutsches Recht: lieber d i e drei Arten des r e ch t s w i s s e n s ch a f t l i ch e n Denkens, 1934, 67 S. Hanseatische Verlags­anftalt AG., Hamburg. (174) Diese geistreiche Schrift des führenden deutschen Publizisten der Gegenwart enthält den Versuch, den großen politi­schen und geistigen Strömungen verschiedener Epo­chen unterschiedliche Arten rechtswissenschaftlichen Denkens zuzuordnen und für die heutige politische Struktur in Deutschland eine Art des juristischen Denkens als alleinadäquat" zu bestimmen. Schmitt kennt ein an der allgemeinen Regel, insbesondere dem Gesetz ausgerichtetes normativistisches Denken, wie es namentlich der Aufklärung als Ziel vor­schwebte, ein die diktatorisch ordnende Entscheidung an den Anfang stellendesdezisionistisches" Denken, als dessen konsequentester und glänzendster Ver­treter Hobbes anzusehen ist, und ein in Gestalten (wie Familie, Ehe, Führertum, Gefolgschaft, Reich) lebendeskonkretes Ordnungsdenken", das dem ganzen Mittelalter eigentümlich, in der Romantik, namentlich aber bei Hegel, wieder machtvoll her­vorbrechend heute erneut zu der ihm gebühren­den Anerkennung gelangt. Eine besondere Verbin­dung von Normativismus und Dezifionismus stellt der Positivismus dar, welcher bis in die jüngste Zeit als Korrelat einer liberal-demokratischen Ver­fassung herrschte. Die Schrift Schmitts ist zwar nicht frei von Einseitigkeiten (z. B. dürfte die Dar­stellung des normativistischen Positivismus einseitig unter Hinblick auf die rechts- und staatstheoretifchen Zerrbilder eines Kelsen konzipiert sein). Aber sie ist zweifellos sehr bedeutsam, und die in ihr gegebe­nen Anregungen werden sicher eine fruchtbare Dis­kussion entfesseln. Ein sachliches Bedenken wird sich wohl in der Richtung entwickeln lassen, daß es sich bei der bewußten Dreiteilung nicht um eine Unter­scheidung von Denkarten handelt denn wie alles Denken sich in Urteilen vollzieht, so alles juristische Denken in Sollensurteilen; insofern ist alles juri­stische Denken teils dezisionistisch, teils normativ, je nachdem, ob es sich in konkreten oder abstrakten Sollensurteilen vollzieht, sondern um eine Unter­scheidung grundlegend verschiedener Rechtsquellen­theorien ober auch um eine Unterscheidung wesent­lich verschiedener staats- oder rechtsphilosophischer Grundhaltungen. E.

®aupp Stein Ionas: Kom­mentar zur Zivilprozeßordnung i. d. F. der Bekanntmachung vom 8. November 1933, Liefe­rung VI, Tübingen (I. C. B. Mohr), 1934 (175) Die älteren Lieferungen des bedeutsamen und ausgezeichneten Werkes wurden hier in mehreren Besprechungen angezeigt. Die Lieferung VI er­läutert die §§ 704 bis 826 ZPO., also wichtige Teile des Zwangsvollstreckungsrechts. Das Werk nähert sich nunmehr feinem Abschluß, worauf mit Rück­sicht auf das dann eintretende Erlöschen des Sub­skriptionspreises (zweite Subskription ab 1. Januar 1934) besonders hingewiesen sei.

OReifen und Abenteuer.

Erich Dillinger: Flucht um d I e Erde. Abenteuer des Ostseefliegers im Welt­krieg. Mit 22 Abbildungen. Ullstein, Berlin. (189) Erich Killinger, 1914 Fähnrich zur See, dann auf seinen Wunsch zur Fliegerwasfe versetzt, wird bei einem Aufklärungsflug über der Ostsee abgeschossen. Er lernt als russischer Kriegsgefange­ner die berüchtigte Peter - Pauls - Festung kennen. Auf dem Transport nach Sibirien gelingt es ihm zu fliehen. Eine Odyssee voll der verwegensten Aben­teuer beginnt, eine wochenlange Fußwanderung durch völlig unbekannte Gebiete der Mandschurei, dann unter falschen Namen, in den verschiedensten Verkleidungen die Reise in die Heimat und zur kämpfenden Truppe. China, Japan und Amerika, jedes Land gesehen vom Gesichtspunkt des einzel­nen, der einer Welt von Feinden gegenübersteht, waren die Hauptetappen von Killingers Flucht um die Erde.

Tatjana Tschernawin: M i t Mann und Kind der GPU. entflohen. 228 S. Mit acht Abbildungen und einer Karte. Verlag Ullstein, Berlin. (208) Eine Frau, die nichts andres sein wollte, als Mutter ihres Kindes und Kameradin ihres Mannes, erzählt hier die Ge­schichte ihrer Flucht aus Sowjet-Rußland. Diele abenteuerliche Flucht ist der eigentliche Inhalt des erschütternden Berichts! Mit Lebensrnitteln für nur wenige Tage, ohne die nötigste Ausrüstung brechen die Fliehenden auf. Sie müssen alle mensch­lichen Behausungen meiden, haben keine Karte, die ihnen den Weg weist, nur einen Kompaß und auch der geht noch verloren! Durch Wälder und Sümpfe nördlich des Polarkreises, durch Einöden und Gebirge ohne Weg und Steg irren sie Tage und Nächte! Endlich, als Frau und Kind schon am Rande ihrer Kräfte sind, findet der Vater Men­schen Finnen! Sie find gerettet!

Arnold Hagenbach: Pilot Tex. Abenteuer eines kalifornischen Verkehrsfliegers. Mit 16 Abbildungen. 252 Seiten. Geb. 3,80 Mk. Im Ullstein-Verlag, Berlin. (165) Hagenbach, ein gebürtiger Schweizer, der in den Vereinigten Staa­ten Zeitungsmann war, wurde in den Geburts­stunden der Verkehrsfliegerei Pilot. Die bunten und abenteuerlichen Erlebnisse, von denen er erzählt, haben sich in den Weststaaten Nordamerikas abge­spielt, wo die Flugstrecken über die Bergketten der Sierra Nevada und über kaum bewohnte, sonnen­gedörrte Wildnis führen, aber auch über die glän­zende Scheinwelt Hollywoods und die Spieler- und Gangster-Nester jenseits der mexikanischen Grenze. Bei Tag und bei Nacht, in Sonne ober Schnee- sturm, fliegen diese Piloten ihre festgelegte Route mit der Genauigkeit eines Uhrwerks, daneben jeder­zeit bereit,Sonderaufträge zu übernehmen ober in Not befindlichen Kameraben zu Hilfe zu kommen.

Wolf von Dewa11:Die Insel ber Heiligen." Einbrücke aus Irlanb. Steif broschiert 1 Mk. Societäts-Verlag Frankfurt a. M. (79) Die kritische Lage, in ber sich die Be­ziehungen zwischen England und Irland befinden, berührt durch die Tatsache, daß eine uralte nor­dische Kultur hier um eine eigene Form ringt, ge­rade bas heutige Deutschland sehr stark. Die irische Unabhängigkeitsbewegung macht in einem Sonder- beispiel sehr deutlich, wie tief der geplante Wieder­aufbau Irlands in die politische Struktur Europas eingreift. Nicht nur, was De Valero politisch und pirtschaftlich will, macht Dewall in wenigen Seiten ersichtlich, sondern vor allem die Gründe, die auch hier in Irland den geistigen Frieden in der Welt beunruhigen.