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Oer neue Gpielplan des Gießener Giadttheaters.
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns die folgende Vorschau auf den S p i e l p l a n der Spielzeit 1934/35 zur Verfügung gestellt. Danach sind folgende Aufführungen vorgesehen:
Opern: „Der Freischütz von C. M. von Weber, „Tiefland" von Eugen d'Albert, „D e r Kuhreigen" von Wilhelm Kienzl.
Größere Konzerte mit namhaften Solisten: Musik im dritten Reich (Chorwerke), Richard Strauß-Abend (anläßlich seines 70. Geburtstages), Oberßesfische Musik.
Revuen: „Ela hop", eine Zirkus-Revue in 30 Bildern. Eine Revue unter noch zu findendem Motto.
Operetten: „Der Zigeunerbaron von Strauß, „Drei alte Schachteln" von Kollo, „P o l e n b l u t" von Redbal, „Gräfin Mariza" von Kalman, Orpheus in der Unterwelt" von Offenbach, „Ein Walzer- trau m" von Strauß, „Die G e i s h a" von Jones. Außerdem eine Erst- oder Uraufführung.
Im Schauspiel sind vorgesehen an Klass i - fern: „W aNenstein" von Schiller (anläßlich des 175. Geburtstages), „G ö tz von Berlichin- n e n" von Goethe, „Richard II." und „Sommernachtstraum" von Shakespeare, „T a r - t u f f e" von Moliöre, „Die Freier" von Eichen- borff, „Diener zweier Herren" von Gol- doni, „Das Kätchen von Heilbronn von Kleist „Der Traum ein Leben von Grillparzer, ",Der Revisor" von Gogol.
Von vaterländischen Dichtungen: „Der Ä ö nig " von H. von Bötticher, „D e r S i e g e r (Uraufführung) von W. Burggraf.
Aeltere und neue Werke der Weltliteratur: Ei n D o l k s f e i nd" von Ibsen, „D ie l a n g e I u l e von Carl Hauptmann, „Spiel von den heiligen drei Königen" von Timmermanns, Gert Brügge" von G. Frenssen „Munken V e n d t" von 'Hamsun-Schwenzen, „H e im kehr des Mathias Bruck" von S. Graff, „D e r Einsame" von H. Iahst, „Di e Ho s e n des Herrn vonBredo w" von Paul Beyer, „I a n d e r W u n d e r b a r e" von Kayßler.
j Komödien, Lustspiele und Volks- stücke: „Mein Leopold" von l Arronge, K r e u z e l s ch r e i b e r", „Der G'wlssens- , rö u V4H", „D o p p e ls e lb stm o r d" von Anzen-
Mittwoch, 6. Zunll93§
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)
KrU29 Zweiter Blatt
Aus der Provinzialhauptstadt
sichern.
Vornotizen.
die
Hedwig unglück-
die die die die der der
Silben) Hucke
der Name einer der Teilnehmerinnen (80 nicht Anneliese Mucke, sondern Anneliese heißen.
** Unfall. Die 19jährige Haustochter
Dem Herrn Oberkoch scheint die Sanftmut des Jour-Unteroffiziers irgendwie verdächtig zu fein. Er zwinkert einmal, er zwinkert zweimal, er reibt mit
die Augen, über die Stirn, gähnt, indem er so lange das Maul aufreißt. bis der Krampf allmählich nachstöhnt, reckt die Brust, reckt den Arm, ballt die Fäuste, wälzt den Bauch, krault sich die Läuse aus der Frisur, bis ihm sein gelecktes Bräumeister- Sardellchen als Wiedehopf-Schopf vom Scheitel steilt, dann urplötzlich ist er nüchtern, ist er wach, tut, als blende ihn der Morgen, sucht seine Fußlappen, unterm Bett, schlüpft in seine Schlappen ... Ein Diplomat, der Herr Oberkoch!
Halb bekleidet huschen die Leute zu den Waschtrögen ins Freie, Ablauftischen aus Blech, die an der äußeren Lagergasse, gegen das Flugfeld zu, unter den Pumpbrunnen prasselnd von Wa,sergüssen strahlen.
Taufeucht perlen die Wiesen, näßt die Heide, weit hinaus an den Lech; überm Flußbett sticken Bodennebelflore, schon entschwert, schon körperlos, aufzuwehn in das erste Taubengrau, das sich rosig am Himmel kündigt.
Das Lager schläft noch, das Lager erwacht. Nun müßten längst die Motoren dröhnen.
Lechfeld-Lerchen sind schon am Werk.
Zwei Frauenzimmer?
„Das sind die Schlamp'n, die im Tirolerhaus logieren", erläuterte Hillinger, weniger dienstlich, „die spitz'n wieder auf Samstag — Sonntag."
Samstag? Richtig, heut ist Samstag. Gibt's denn so was auch im Krieg?
Baracke 26 beherbergt das Revier. Ich will es nicht ohne den Arzt begehen.
Nebenan im Arrestlokal brummt der Herr Pionier Schöferl.
Hillinger, der unruhig auf seine Taschenuhr blickt, meldet, er müsse Küchenmannschaft und Hallenbautrupp wecken.
Bitte!
Wir kommen schon zu spät. In Jägerhemden und Unterhosen schlappen die Leute bereits um ihre Hocker, nehmen verwundert Haltung an, da sie den Besuch bemerken. Nur der Herr Oberkoch genehmigt sich noch ein bescheidenes Schläfchen, dreht sich unwirsch auf die Seite, da ihn der Unteroffizier peinlich mit dem Finger betupft.
Die andern haben Spaß. Mit verbogenen großen Zehen, wildbehaarten Esaubeinen, sich juckend und kratzend vor Vergnügen, sehen sie sich das Spektakel an.
örtl. Wirtschaftsführer, Gaubetriebszellenobmänner, Gauamtsleiter der NS.-Hago, Bezirksobmann des ständischen Aufbaus, Treuhänder und seine Sachverständigenbeiräte, Kreisbetriebszellenobmänner mit Stab
Gehirnerschütterung und eine Armverletzung und mußte sofort in die Chirurgische Klinik eingeliefert werden.
** Der Bauersche Gesangverein hielt dieser Tage bei Mitglied Wallbott in Annerod einen Kommers ab. Bei dieser Gelegenheit wurde eine Reihe Mitglieder geehrt. Zu Ehrenmitgliedern wurden ernannt Hch. Benk und Hch. L i ch. Mit dem goldenen Sängerring für 5jährigen regelmäßigen Singstundenbesuch wurden ausgezeichnet: Fr. Lotz und W. G e i l f u s. Außerdem erhielt eine größere Anzahl Mitglieder die goldene Sängernadel. Mit der silbernen Mitgliedsnadel für 30jäh» rige Mitgliedschaft wurde ausgezeichnet Gg. Götz, desgleichen für 20jährige Mitgliedschaft Gg. I o - ch u m, für 15jährige Mitgliedschaft 6 und für 10jährige Mitgliedschaft 8 Sänger. Außerdem wurde Ehrenpräsident Gg. Todt -für 60jährige aktive Mitgliedschaft geehrt.
** Fahrt zu den Kriegergräbern. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge unternimmt wieder Mitte Juli eine lOtägige Reise an die ehemalige Westfront und besucht fast sämtliche deutschen Kriegerfriedhöfe in Frankreich und Belgien. Mitreisende Mütter und Frauen stehen unter der besonderen Obhut einer an der Fahrt teilnehmenden Dame. Wer die Gräber seiner Gefallenen besuchen will, wolle umgehend unter Beifügung von Rückporto Anfragen richten an die Ortsgruppe Dresden des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, zu Händen von Präsident i. R. Geheimrat Dr. Haenel, Dresden-Blasewitz, Elbstraße 3.
*♦ D i e Preuß. Südd. Klassen-Lotte- r i e teilt mit, daß die Ziehung der dritten Klasse am 13. und 14. Juni stattfindet. (Siehe gestrige Anzeige.)
Große Strafkammer Gießen.
Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen den H. W. und W. K. aus Bad-Nauheim verhau- beit, denen die Anklage Sittlichkeitsverbrechen zum Vorwurf machte. Beide Angeklagte wurden freigesprochen.
Wegen Verbrechens gegen den § 176 Z. 3 StGB, befaßte sich bann das Gericht ebenfalls unter Ausschluß der Oeffentlichkeit mit dem Einwohner I. Z. aus Gießen, der in zwei Fällen Kinder unter 14 Jahren belästigte. Das Gericht erkannte auf eine Gefängnis ft rase von 9 Monaten. Der Anklagevertreter hatte eine solche von 10 Monaten beantragt.
In der Flugschülerbaracke fehlen drei Mann. Der Unteroffizier vom Dienst, der sich eben die Waschschüssel über den Kopf stülpt, meldet: „Pionier Scho- rer krank, Pionier Schöferl im Arrest. Gefreiter Kammlath wegtzn Familienverhältnissen beurlaubt.
„Keine Meldung vom Gefreiten Weber?"
Nichts.
„Sie heißen?"
Unteroffizier Hillinger.
Ein flotter Bursch. Er trocknet sich gar nicht erst lange ab, haut die Hände durch die Luft, wirft sich in den Waffenrock, schnallt um. Tschako über die Sommersprossennase.
„Besondere Neuigkeiten?"
„Pionier Steichele hat die Nacht über mehrmals erbrochen und dadurch den Rayon verunreinigt.
„Dem Arzt mit der Morgenmeldung. Ferner ...?" „Außenwache meldet wieder die zwei Frauens- Personen nach (Eintreten der Dunkelheit in der Nähe des Wafserturms. Er hat sie verwarnt und weggewiesen."
— Tageskalender für Mittwoch: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Rosl vom Traunfee". — NSLB., Fachschaft „Höhere Schule", 15.30 Uhr, Turnsaal der Oberrealschule, Sitzung; anschließend Bezirksversammlung. — NSLB., Bezirk Gießen-Stadt, 17 Uhr, Turnhalle der Oberrealschule, Bezirksversammlung. — NSLB., Arbeitsgemeinschaft Musik, 15.30 Uhr, Studienanftalt, Zusammenkunft. — KDAJ., Bezirksleitung Gießen, 20 Uhr, Lichtspielhaus Seltersweg, Lichtbilder-Vor- trag; Redner: Dr. Jng. Schliephake und Ober- ingenieur K u r z.
— Das dritte Konzert der Reichswehrkapelle in der Bergschenke, das für heute abend vorgesehen war, findet erst am Mittwoch, dem 13. Juni, statt.
*♦ Beförderung in der S S. Der seither mit der Führung des hiesigen SS.-Sturrnes 1/1. 83 beauftragte SS. - Obertruppführer Paul H a i n - bad) wurde zum SS.-Sturmführer ernannt und in dieser Eigenschaft gleichzeitig mit der Führung des SS.-Sturmbannes I der 83. SS.-Standarte beauftragt. Sturmführer Hainbach hat sich stets unter Hintansetzung seiner eigenen Person voll und ganz für die Bewegung Adolf Hitlers eingesetzt.
'Zeitschriften.
— Im Juniheft der von Paul A l v e r d e s und Karl Benno v. Mechow herausgegebenen neuen Zeitschrift „D a s Innere Reich" (Verlag Albert Langen/Georg Müller, München), die sich um die Vermittlung der starken, gegenwärtigen, innerlichen und aufbaüenöen Kräfte des deutschen Schrifttums und des deutschen Lebens bemüht, lesen wir u. a. bedeutsame Gedichte und Sprüche aus dem Nachlaß von Paul Ernst. Ferner eine Fortsetzung des Romans „Das Riesenspielzeug" von Emil Strauß. Der österreichische Dichter Richard Billinger, der vor allem als Lyriker und Dramatiker bekannt wurde, steuerte mit seinem im Frühjahr urgesende- ten Hörspiel „Der Herzog und die Baderstochter" eine volkstümlich-mundartliche Neufassung der alten Geschichte der Agnes^Bernauerin bei. Von einem bisher unbekannten jungen Dichter, Curt Sangen» deck, lesen wir Szenen aus einer Alexander-Tragödie, die im kommenden Winter in Stuttgart uraufgeführt werden soll. Alverdes fetzt sich in einer grundsätzlich ausholenden Besprechung mit zwei neuen Büchern, „Lüderitzland" von Hans Grimm und „Wer einmal aus dem Blechnapf frißt" von Hans Fallada, auseinander. Der Berliner Pädagoge Eduard Spranger spricht über das zeitlose und dennoch auch heute wieder gegenwärtige Thema „Vom Wandel des Lebens und der Werte". Dazu lyrische Beiträge von Peter Hüchel, Eberhard Meckel, Georg von der Bring und Hans Thyriot.
Frühmorgens im Fliegerlager
Von Richard (furinger.
Sochschulnackncktten.
Der Privatdozent Dr. H. R. Rosemann an der Universität München ist zum ac. Professor für Kunstgeschichte an der Technischen Hochschule in D a r m st a d t ernannt worden.
Der o. Professor Dr. Edwin Hauberrisser von der Universität Göttingen hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl für Mund-, Zahn- und Kieferheilkunde an der Universität Bonn angenommen.
Professor Dr. Martin Staemmler von der Universität Leipzig hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl für pathologische Anatomie an der Universität Kiel angenommen.
Der namhafte Vertreter der englischen Philologie an der Universität in München, Geh. Hofrat Professor Dr. Max Förster, ist auf sein Ersuchen von der Verpflichtung zur Abhaltung von Vorlesungen unter Anerkennung feiner vorzüglichen Dienstleistung befreit worden.
Durch diese (Ernennung ist wieder einem alten Kämpfer die verdiente Ehrung zuteil geworden.
** Ein Gießener Füyrer der Hessen in Berlin. Am Freitag fand die außerordentliche Hauptversammlung des Vereins der Hessen in Berlin e. V. statt. Darin wurde einstimmig der in weiten Kreisen Hessens bekannte Oberfinanzrat Adolf Schäfer bei der Hessischen Vertretung in Berlin zum Führer des Vereins gewählt. Oberfinanzrat Schäfer ist ein gebürtiger Gießener.
* * Verkauf von Backwaren von 6 Uhr an. Die Polizei direktion teilt mit: In der Zeit vom 1. April bis 30. September 1934 ist die Abgabe von Backwaren jeder Art aus offenen Verkaufsstellen von 6 Uhr an zugelasien.
* * Die Sprechstunden des Kreisfchul- a m t e 5 fallen am heutigen Mittwoch aus. Der nächste Amtstag findet am kommenden Freitag (9 bis 12 Uhr) statt.
** Bestandene Stenographenprüfungen. Bei der dieser Tage durchgeführten Geschäftsstenographenprüfung haben im Bezirk der Gießener Handelskammer die Prüfung bestanden: 240 Silben Willi Brückmann, Gießen; 180 Silben: Ernst Eckhardt, Gießen; 150 Silben: Walter Bende, (Emma Reitz, Elly Immel, Gießen.
* * In der Ergebnisliste des Wettschreibens der Stenographen mußte
Reichsbetriebsgruppen,
' örtl. PO.-Dienststellen,
Professor Dr. Emil Heuser t-
Am 4. Juni ist eine in weiten Kreisen der Gießener Bürgerschaft bekannte und angesehene Persönlichkeit, der Oberbibliothekar i. R. Professor Dr. Emil Heuser, nach einem Schlaganfall und nur kurzem Krankenlager im Alter von 73 Jahren geworben. Er ist am 3. April 1861 zu Remscheid geboren, früh verlor er seinen Vater. Nachdem er die Volksschule und von 1870 bis 1877 die Realschule seiner Vaterstadt besucht und dann durch den von ihm hochverehrten Pastor P o st in Solingen sich privatim hatte weiterbilden lassen, trat er im Herbst in die Oberprima der Realschule 1. O. zu Elberfeld ein und bestand Ostern 1880 an dieser Anstalt die Reifeprüfung. An der Universität Marburg studierte er sodann neuere Sprachen, der bekannte Romanist E. Stengel regte ihn zu einer Arbeit über ein altfranzösisches Epos, die Chanson des Loherains, an, mit der er 1884 zum Dr. phil. promovierte.
Schon seit Herbst 1882 hatte er sich als Volontär an der Marburger Universitäts-Bibliothek betätigt, am 2. Mai 1883 war er wissenschaftlicher Hilfsarbeiter an dieser Anstalt geworden. Hermann Haupt, der im Oktober 1885 als Bibliothekar der Universitäts-Bibliothek zu Gießen berufen worden war, nahm im Dezember dieses Jahres Heuser als Hilfsarbeiter mit dem Titel Kustos an. Seine (Ernennung zum ersten Kustos erfolgte 1888. Mit größtem Eifer widmet sich der in Marburg gut vorgebildete Beamte dem laufenden Dienst auf dem neuen Arbeitsfeld: die großen Bestände an noch unbearbeiteten Geschenken werden katalogisiert; um die Mengen der jährlich einlaufenden Dissertationen und Schulprogramme bewältigen zu können, wird dafür eine vereinfachte Katalogisierungsart nach Marburger Muster und ein Schlagwort-Verzeichnis ein- und bis zum Jahr 1900 fortgeführt: viele Taufende von Zetteln, von Heusers Hand geschrieben, zeugen von der hingebenden Sorgfalt, die er diesem Zweig seines Dienstes widmete. Seine praktische Begabung kam ihm bei der Organisation und Durchführung des großen Tauschverkehrs der Bibliothek und der ihr angeschlossenen wissenschaftlichen Vereine, zugute. Lange Jahre lagen das Rechnungswesen, die Bibliotheksstatistik und der Verkehr mit den Buchbindern in seiner Hand. Als das Referatsystem eingeführt wurde, übernahm Heuser die medizinischen und juristischen Fächer. 1899 begannen die Vorarbeiten für den Bibliotheksneubau, der endlich 1904 zur Ausführung kam. Die Berechnungen für den Umzug und die Aufstellung der Bücherbestände im neuen Magazin waren eine Arbeit, die ihm besonders lag und der er sich mit größter Sorgfalt widmete. (Er hat darüber im Zentralblatt für Bibliothekswesen 1905 berichtet.) 3m selben Jahr wurde der Amtstitel „1. Kustos" durch „Oberbibliothekar" ersetzt.
Als im Weltkrieg die jüngeren Beamten und Angestellten im Feld standen, muhten an die in der Heimat Zurückbleibenden noch größere dienstliche Anforderungen gestellt werden. Oberbibliothekar Dr. Heuser widmete sich unermüdlich der Orga- nisation und Aufrechterhaltung der laufenden Bibliotheksarbeit, daneben war er aber auch noch im Dienst des Roten Kreuzes, als Führer der Liebesgabenstelle des Kreises Gießen usw. tätig. Als Anerkennung wurde ihm 1916 das Kriegsehrenzeichen verliehen. 1917 erhielt er den Professortitel.
Am 1. Juli 1924 wurde Pros. Heuser in den vorläufigen, am 1. August 1926 in den endgültigen Ruhestand versetzt. Das Scheiden von der ihm so lieb gewordenen Arbeitsstätte und aus dem gewohnten Dienste wurde ihm sehr schwer. Er nahm bis zu seinem Tode herzlichen Anteil an der Weiterentwicklung der Anstalt, der er fast vier Jahrzehnte mit dem Einsatz seiner besten Kraft gedient hatte.
Neben seiner täglichen Berufsarbeit lief eine rege wissenschaftliche und gemeinnützige Tätigkeit. Zunächst verfolgte Heuser seine französischen Studien weiter, dann wandte er sich mehr der Erforschung der Geschichte der Bibliothek zu. 1891 konnten, als
gruber, „Meine Frau, d i e Hosschauspie- l e r i n" von Möller und Sachs, „Parole: Heiraten!" von Lindt, „I u n g g e f e [ l e n ft e u e r" von Cornelius und Klinger, „Lampenschirm" von Curt Götz, „Der Hammelsprung" von Nagel.
Von Stücken mit landschaftlicher Verbundenheit, wie z. B.: „Schneider Wibbel" von Müller-Schlösser (Rheinland) und „Der Datterich" von Niebergall (Hessen), die bei uns gegeben wurden, sind als Neu- Aufführungen geplant: Ludwig Thoma- Abend und „Die I ä g e r" von Dingler (Bayern), „K a - ter Lampe" von Rosenow (Schlesien), „Krach um Jolanthe" von Hinrichs (Wasserkante, Oldenburg) und „E rde" von Schönherr (Oesterreich).
Schuchardt von hier erlitt durch einen liehen Sturz vom Soziussitz eines Motorrades eine
nach außen sind ihm wichtige Aufgaben zugefallen. Die amtliche Verlautbarung der Reichsregierung sagt hierüber:
„Das Deutsche Rote Kreuz ist Träger der völkerrechtlichen Aufgaben, die das Deutsche Rote Kreuz auf Grund der Genfer Convention zu erfüllen hat. Diese besondere Lage erfordert die wirksame amtliche Förderung des Roten Kreuzes."
Darum ist es Pflicht jedes Volksgenoffen, das Rote Kreuz nach Kräften zu unterstützen. Der Mindestbeitrag im Jahr soll 2 Mark betragen, kann jedoch für Unbemittelte noch ermäßigt werden. Darum werdet Mitglied des Roten Kreuzes und spendet reichlich am Rotkreuztag!
Die dritte große nationalsozialistische Geldlotterie.
Die Offensive gegen die Arbeilslosigkeil.
Gewaltig hat die deutsche Frühjahrsoffensive gegen die Arbeitslosigkeit eingesetzt. Unser Führer kämpft mit eiserner (Energie, um jedem deutschen Arbeiter sein Brot zu geben. Und es ist wahrlich keine leichte Aufgabe, Millionen Menfchen wieder in den Rhythmus der Arbeit zu bringen und viele Millionen Familien damit wieder zu versorgen. Aber unser Führer braucht nicht nur unser Vertrauen, sondern er benötigt auch unsere Mitarbeit.
Jetzt hat sich eine Front gebildet, die jung, frisch, lebenstüchtig den Kampf gegen die nervenzermür- bende Arbeitslosigkeit ausgenommen hat. An ihrer Spitze marschiert die dritte große nationalsozialistische Geldlotterie für Arbeitsbeschaffung, die es sich auch dieses Mal zur besonderen Aufgabe gemacht yat, nicht nur dem deutschen Volke einen neuen Arbeitsfundus zu schenken, sondern auch dem vaterländischen und kameradschaftlichen Empfinden gemäß vielen Deutschen die Aussicht auf einen Gewinn zu geben. Der Gewinnplan zeigt nicht mehr den übermäßig hohen Hauptgewinn, sondern viele, recht beträchtliche mittlere G e - winne an. Die Gewinnzahl ist darum um fast 50 v. H. gegenüber den vorjährigen Lotterien vermehrt worden und vielen kann sich nun eine Glückstür öffnen.
Zunächst sind die braunen Lose überall zu haben. 1,5 Millionen Mark werden ausgelost. Vielen Deutschen ebnet damit die neue NSDAP.-Geldlotterie den Weg zum Glück und allen bietet sie eine gute Möglichkeit, im Sinne der nationalsozialistischen Idee das ihre zur deutschen Aufbauarbeit beizutragen.
Der Trompetenruf zu dieser Offensive wird wohl darum keine tauben Ohren finden. Das neue braune Los mit den stattlichen Inschriften: „Dem deutschen Volke für Arbeitsbeschaffung!", wird alle Streitkräfte zum sieghaften Kampf ums deutsche Glück
teilnehmen.
Es ergeht an die Gießener Volksgenossen die Bitte, Freiquartiere für die auswärtigen Teilnehmer bereitzustellen und diese umgehend an die Kreisbetriebszellenabteilung, Gießen, Schanzenstraße 18, mitzuteilen.
Heil Hitler!
Hahn, stellv. Kreisbetriebszellenobmann.
Das 'Hofe Kreuz im Dienst der Nation
Das Rote Kreuz ist nützlich und unbedingt notwendig für das Wohlergehen des Deutschen Volkes, es ist national und hat ungemein wichtige Aufgaben im Gefüge des Deutschen Reiches zu erfüllen. Aber auch bei der Vertretung unseres Vaterlandes
Beiheft zum Zentralblatt für Bibliothekswesen, feine auf sorgfältigen Urkundenstudien beruhenden „Beiträge zur Geschichte der Universitäts ■ Bibliothek Gießen" erscheinen. Auch einige kleinere Aufsätze über bibliothekarische Fragen brachte das Zentral- blatt aus seiner Feder. In den Mitteilungen des Oberhesftschen Geschichtsvereins 1894 bis 1898 veröffentliche er des französischen Lektors „Fr. Thom. Chastels Tagebuch über die kriegerischen Ereignisse in und um Gießen vom 6. Juli bis 18. September 1796."
Seinen treuen christlichen Sinn bewies er durch eifrige Mitarbeit in kirchlichen Greinen und Körperschaften: der Kirchengemeindevertretung, dem Oberhessischen Verein für innere Mission mit seiner Herberge zur Heimat, dem Evangelischen Kirchengesangverein u. a. Der Evangelische Arbeiterverein, defsen Leiter er viele Jahre hindurch war, ernannte ihn in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden. Die studentische Verbindung Wingolf verliert in dem Heimgegangenen einen treuen Philister. Jahrzehntelang war er ein eifriges tätiges Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr; seine Arbeit im Roten Kreuz ist schon erwähnt. Dem Gesell- fchaftsverein diente er in den letzten Jahren als Bibliothekar. Wiederholt erfüllte er auch als Geschworener seine Staatsbürgerpflicht. Der Freund O. Böckels und Anhänger Stöckers schloß sich nach dem Krieg der Deuttchnationalen Volkspartei an und entfaltete auch hier eine eifrige vaterländische Tätigkeit.
Während Heuser sich früher einer vorzüglichen Gesundheit erfreuen durfte, mußte er sich in den letzten Jahren oft schonen; aber wiederholte Kur- aufenthalte in Wörrishofen und die Pflege feiner treubesorgten Gattin stellten ihn immer wieder her. Eine große Freude bereitete ihm noch vor wenigen Wochen die ehrende (Erneuerung seines Doktor- diploms durch die philosophische Fakultät der Uni- oerfität Marburg, worüber an dieser Stelle schon damals berichtet worden ist. Nun hat ein rascher, leichter Tod seinem arbeitsreichen Leben ein Ende gemacht. Er ruhe in Frieden!
Aus parieianstlichenBekanntmachungeu
Die Arbeitsgemeinschaft zur Pflege des deutschen Volksliedes im NSLB. Kreis Gießen gibt be- könnt, daß die nächste Singstunde am Donnerstag, 7. Juni, 16.45 Uhr, in der Goetheschule stattfindet. NSDAP - Kreisbetriebszeltenleitung
Am Samstag, 9., und Sonntag, 10. Juni 1934, findet in Gießen eine Tagung unter Leitung des Landesobmannes der NSBO. und Bezirkswalters der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Willy Becker, MdR., Frankfurt a. M., statt, an der die Führer der Hauptwirtschaftsgruppen und Bezirkswalter der
Richard Euringers „Fliegerschule 4", aus der wir mit freundlicher Erlaubnis des Verlages Albert Langen / Georg Müller in München den nachfolgenden Abschnitt entnehmen, ist eines unserer männlichsten Kriegsbücher. In straffer Form erzählt hier der Träger des Stefan George-Preises aus tiefem Erleben heraus von dem täglichen Schaffen und ijiviiuen omuui, u r1"““*,,“
Leben in der Kriegsfliegerschule, das beherrscht Handrücken und Arm über die Kartosselna e, über ist von dem unsterblichen Geist deutscher solda- 'A'"~ K"* '***' " Xrmno
tisch er Zucht und Pflichterfüllung.


