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mild, leicht schäumend, ganz wundervoll ttn GetchmocL

Die Ermordung der polizeihauvileuie Anlauf und Lenk vor Gericht.

Einblicke in die kommunistischen Vorbereitungen zum bewaffneten Aufstand.

Genießt HitlersMein Kamps" Ltrheberrechtöschutz in Frankreich?

Ein interessanter Prozeß in Paris.

Start wird in Iour-Harvelle bei Hoyet in Belgien erfolgen. Der Ballon ist ungefähr der gleiche, den Cosyns bei seinem Aufstieg in der Schweiz benutzt hat. Die Gondel ist diesmal ganz aus Aluminium und zweifarbig. Cosyns will Strahlenforschungen und Untersuchungen über die Richtung der kosmi­schen Strahlen, ihre Intensität und ihre Durch­dringungskraft vornehmen. Das genaue Datum des Aufstieges steht noch nicht fest. Cosyns will die günstigsten meteorologischen Bedingungen abwar­ten. Er rechnet damit, daß sich der Ballon m Richtung Frankreich bewegen und in der Rahe des Mittelmeeres niedergehen wird.

Aus aller Welt.

Neunköpfige Familie verbrannt.

Die höhengemeinde Aichhalden bei Schram­berg in Württemberg wurde heute kurz nach 3 Uhr von einem außerordentlich schweren Vrandunglück heimgesucht. Das Anwesen des Besitzers Kart Lam- brecht brannte vollständig nieder. Die ganze Familie mit neun Köpfen. Vater, Mutter und sieben Kinder im Alter von 2 bis 14 Jahren, kamen in den Flammen um. Was. scrmangel erschwerte die Löscharbeiten. Das Feuer wurde erst sehr spät bemerkt, da dichter Nebel die Sicht behinderte. Die Eltern versuchten noch die Kin­der zu retten, sind jedoch imZimmerimRauch e r st i ck t. Kurz vor 10 Uhr konnten die Mutter und vier Kinder aus den Trümmern geborgen werden.

Hyänen der Wirtschaft.

Bor der IV. Großen Strafkammer des Berliner Landgerichts begann der Prozeß gegen die früheren Direktoren der Metallwerke Schweitzer & Öppler AG., Berlin, Ernst Wohlgemuth und Walter Tag sowie gegen den ehemaligen Proku­risten Heinrich Ostrodzki wegen fortgesetzten Be- truges und handelsrechtlicher Untreue in meyreren Fällen. Rach der Anklage hat die Schrottfirma Schweitzer & Oppler von 1928 bis 1931 hohe Kredite ausgenommen und an die Gläubiger zur Sicherung ihrer Ansprüche Kundenforderungen ab­

getreten, die teils schon getilgt, teils überhaupt nie entstanden waren. Neben diesem Kreditbetrug wird der Angeklagte Wohl­gemuth weiter beschuldigt, die Firma Schweitzer & Oppler an einem bereits konkurs- reifen französischen Unternehmen be t e i l i g t zu haben, das Schweitzer & Oppler schon damals 5 Millionen französische Franken schuldete. Durch den Zusammenbruch der franzö­sischen Gesellschaft war auch die hohe Beteiligungs­summe von 4 Millionen französische Franken rest­los verloren. Weiter soll Wohlgemuth ohne Ermächtigung im Namen seiner Gesellschaft für eine andere Firma Bürgschaften von 350 000 Mark übernommen haben, für die sein Unter­nehmen einstehen mußte, ohne daß Aussicht auf Ersatz des Verlustes besteht. Tag und Wohlgemuth bezogen ein festes Monatsgehalt von je 6 0 0 0 Mark; dazu kamen noch Tantiemen von 5 v. h. des jährlichen Reingewin­nes. Trotz dieser Rieseneinkommen entnahmen Wohlgemuth nach der Anklage 190 000 Mark und Tag 42000 Mark widerrechtlich aus dem Gesellschaftsvermögen für ihre privaten Zwecke. Wohlgemuth, Tag und Ostrodzki befinden sich seit Mai 1933 in Untersuchungshaft.

Matern, beauftragt, nach der Tat zu berichten. Bei einer Zusammenkunft am Vormittag des Tages der Tat in einem Lokal habe Klause gesagt, heute müsse Anlauf daran glauben. Auch die zur Er­mordung bestimmten Kommunisten Ziemert und Mielke seien in dem Lokal gewesen. Matern habe den Angeklagten Max Thunert in dem Lokal eine Pi st ole gegeben.

Thunert will in die Angelegenheit verwickelt wor­den sein, ohne die Tragweite seines Auftrages be­griffen zu haben. Er habe Matern als seinen Vorgesetzten betrachtet, der ihm den Befehl zum Mitmachen mit folgenden Worten übermittelt habe:Max, da hast du eine Kanone, heute wird es ernst." Matern habe ihm gesagt, daß er zur Deckung bestimmt sei, falls die Polizei schießen sollte, müsse er auch schießen. Er selbst habe nicht geglaubt, daß Hauptmann Anlauf getötet werden sollte. Er sei der Ansicht gewesen, daß man dem Offizier einen Denkzettel habe geben wol­len. Zu seinem Entsetzen habe er plötzlich aus kur­zer Entfernung gesehen, wie die Hauptleute e r - schossen zu'Boden sanken. Aus Angst, daß die Polizei bei ihm eine Waffe finden könnte, habe er seinen Revolver über einen Bauzaun geworfen. Er selbst sei in eine leere Wassertonne gekrochen, und habe den Deckel über sich ge­legt. Mehrere Stunden habe er in der Tonne zuge­bracht und gehört, wie die Mordkommission gekom­men sei. Die Beamten hätten seine Pistole gefun­den und ein Beamter habe schließlich den Deckel von der Tonne gehoben, und ihn festgenommen. Auf der Polizei habe er erklärt, er sei nur unter­wegs gewesen, um die Abstimmungsergebnisse über den Volksentscheid zu hören, die vom Karl-Lieb- knecht-Haus bekanntgegeben werden sollten.

Die Angeklagten Holz und Wiechert spielten sich bei ihrer Aussage als Unschuldslämmer auf. Wiechert bekundete außerdem, daß er eine Pistole erhalten hatte. Er wollte aber nur geglaubt haben, daß er zum Schutze eines Demonstrationszuges be­waffnet worden fei. Die Angeklagten Br oll und Balzer geben zu, zu den Mitgliedern des berüch­tigten Ordner-Dienstes gehört zu haben, die zur Deckung der eigentlichen Mordschützen am Bülow- platz bestimmt waren.

Mitglieder. Großen Beifall fand die Mitteilung, daß der Präsident der Reichsmufikkammer, Dr. Richard Strauß, Geheimrat von Hausegger wieder zum Präsidenten des Allgemeinen Deutschen Musikvereins berufen hat. Präsident von Hausegger berief feine bisherigen Mitarbeiter erneut in den Vorstand. An den Reichskanzler Adolf Hitler wurde ein Huldigungstelegramm gesandt.

Der italienische Archäologe Eorrado Ricci f.

In Rom ist Senator Corrado Ricci im Alter von 76 Jahren geftorben. Er war ein berühm­ter Archäologe. Seiner Arbeit ist die Wiederher­stellung der wichtigsten Denkmäler des antiken Rom zu verdanken, vor allem die der Kaiserfora.

Element 93. Aufsehenerregendes Experiment eines italienischen Gelehrten.

Der italienische Professor der Chemie Fermi hat in der Königlichen Akademie von Lincei in An­wesenheit des Königspaares ein neuartiges Expe­riment der Atomzertrümmerung vor­geführt, durch das er ein neues radio­aktives Element durch Atomumwandlung ge­wonnen hat. Die Atomzertrümmerung ist in der modernen Chemie durchaus etwas Alltägliches. Professor Fermis Erfindung ist insofern etwas Reuarttges, als er durch Zertrümmerung des Urans ein neues Element erhalten hat, von dem ein Gramm eine Energie von 60 000 Kilowattstunden enthalten soll. Das käme einer Wärmemenge von rund 52 Millionen Kalorien gleich. Da die Um­wandlung eines Gramms Wasserstoff in Helium etwa 200 000 Kilowatt ergeben würde, waren schon 50 Kilogramm Wasserstoff ausreichend, um die zehn Milliarden Kilowatt elektrische Energie zu schassen die Italien in einem Fahr verbraucht. Fernu hat den neuentdeckten StoffElement 93" genannt.

Cosyns plant einen neuen Stratosphärenflug.

Der belgische Ingenieur Cosyns, der seinerzeit Professor P i c c a r d auf feinem ersten Flug m die Stratosphäre begleitete und vor zwei Fahren zu einem neuen Versuch in Dübendorf in der Schweiz aufgestiegen war, wird noch im Laufe dieses Mo­nats einen neuen Aufstieg unternehmen. Die Vorbereitungen sind ziemlich abgeschlossen. -Der

Die AusstellungDeutsches Volk Deutsche Arbeit* schließt ihre Pforten.

DerVölkische Beobachter" meldet: Adolf Hit- l e r besuchte Dienstagabend in Begleitung von Reichsminyler Dr. Goebbels die große Schau deutschen Schaffens am Kaiferdamm,Deutsches Volk Deutsche Arbei t", die nach diesem Besuch ihre Tore schloß. Aus Anlaß des Abschlusses der Ausstellung fand eine große Schlußkund­gebung des Gaues Berlin der Deutschen Ar­beitsfront statt. Der Landesobmann der NSBO., Staatsrat Johannes Engel, wies darauf hin, das Bedeutsamste an dieser Ausstellung sei ge­wesen, daß sie lediglich den Zweck gehabt habe, den Wert und die Sauberkeit der deutschen Arbeit dar­zutun, nicht aber der Reklame einzelner Firmen zu dienen. Der Abschluß der Ausstellung lege jedem Deutschen die gewaltige Aufgabe auf, mit erhöhtem Eifer daranzugehen, auch in Zukunft durch feine eigene Arbeit das Ansehen des deutschen Volkes zu steigern. Fedes Volk habe so viel Wert, wie es seiner Arbeit Ehre zuteil werden lasse. Und ein Volk, das feine Arbeiter nicht ehre, habe auch keinen Anspruch auf Achtung der anderen Völker. Wenn diese einzigartige Ausstellung deutscher Ar­beit und deutscher Kraft jetzt geschlossen werde, so doch mit dem Willen, in Zukunft noch Besseres zu leisten. Zum Schluß dankte der Redner Adolf H -i t l e r als hem Mann«, der uns allen wieder einen neuen Glauben an die Zukunft und neue Freude an der Arbeit gegeben habe.

Auf der Suche nach frostfreien Kartoffeln.

Der Dozent am schwedischen Landwirtschaftlichen Forschungsinstitut Professor Carl Hammarlund ist jetzt von einer längeren Forschungsreise nach Südamerika wieder in die Heimat zurückgekehrt. Professor Hammarlund hat es sich zur Lebensauf­gabe gemacht, eine Kartoffelsorte zu finden bzw. zu züchten, die selbst den stärksten Frö st e n standhält. Von dieser seiner letzten Reise, die ihn nach Bolivien und durch das Gebiet der Anden führte, hat er sechshundert verschiedene wildwach­sende Kartoffelsorten mit nach Hause gebracht, mit denen er seine Untersuchungen anstellen will. Die Reise war, wie er einem Zeitungsvertreter erklärte, sehr mühsam und mit Strapazen verbunden, ins­besondere herrschte eine Hitze, die sogar in jenen Gebieten von den Einheimischen als ungewöhnlich bezeichnet wurde. Unter ihren Einwirkungen hat der Gelehrte innerhalb von sechs Tagen zwanzig Pfund feines Körpergewichts verloren.

75 Tote bei einem vergwerksunglück in China.

Nach einer Meldung aus Tanschasichan ist in einer Grube, in der vor kurzem schon eine Explo­sion stattfand, eine weitere Explosion erfolgt, wobei der Schacht in Brand geriet. Nach den bis­herigen Meldungen sind 75 Bergleute ums fieben gekommen.

Von einer Eule angegriffen und schwer verletzt.

Der Besitzer eines bei Oberlahnstein gelegenen Ausflugslokals wurde, als er sich im Garten be- fand, bei Einbruch der Dunkelheit von einer Eule überfallen und im Gesicht übel zu- gerichtet. Das Tier brachte dem älteren Mann mit feinen Krallen und mit dem Schnabel schwere Verletzungen bei. Der Gastwirt hatte schon feit einigen Tagen die Eule, ein ungewöhnlich großes Tier, beobachtet, die ihn täglich zu verfolgen schien.

Der verhinderteRegenbogen.

Das französische dreimotorige FlugzeugRegen­bogen", dessen Flug über d e n Südat- lantiE von Dakar nach Natal die französische Presse in der vergangenen Woche als einen Sieg der französischen Luftlinie über die deutsche hin» stellte, und bei welcher Gelegenheit man mit Stolz darauf hinwies, daß derRegenbogen" unterwegs den Zeppelin Überholt habe, liegt immer noch in Natal und kann wegen ungünstigen Witte- rungsbebingungen nicht zum Rückflug starten. WährendGraf Zeppelin" inzwischen wohl­behalten in Friedrichshafen eingetroffen ist, wurde die französische Poft auf einen Aviso verladen und wird nunmehr auf dem Wasserwege nach Dakar gebracht werden. Der Zeitverlust ist natür­lich beträchtlich.

Wettervoraussage.

Die Störungstätigkeit hat sich über dem Festlande wieder etwas stärker entfaltet. Da es zur Entwick­lung mehrerer flachen Wirbel gekommen ist, herrscht verschiedenartige Luftzufuhr, wodurch der Witte­rungscharakter etwas wechselhaft gestaltet wird. Vereinzelt ist auch mit leichten Niederschlägen zu rechnen, und die Temperaturen bleiben für die Jahreszeit zu niedrig.

Aussichten für Donnerstag: weiter- hin wechselhaftes und mäßig warmes Wetter, ver­einzelte Niederschläge.

Lufttemperaturen am 5. Juni: mittags 17,1 Grad Celsius, abends 11,7 Grad; am 6. Juni: morgens 8,9 Grad. Maximum 18,5 Grad, Minimum 8 Grad Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Juni: abends 18 Grad; am 6. Juni: morgens 14,1 Grad Celsius. Sonnenfcheindauer 9,3 Stunden. Niederschläge 0,9 mm. ______________

Der Wittenberger Gchloßhof als evangelische Feierstätte.

Ein Vorschlag.

Nachdem erst vor kurzem der Vorschlag gemacht worden war, die evangelische Kirche möge i n Eisenach im Angesicht der Wartburg eine evan­gelische Thingstätte einrichten, wird jetzt von an­derer Seite angeregt, an die große Ueberlieferung von Wittenberg anzuknüpfen und den Schloß­hof in Wittenberg zu einer würdigen Feierstätte auszugeftalten. Der Direktor der Wittenberger Luther-Halle Lic. Thulin schreibt im Evangeli­schen Deutschland" zu dieser Frage:

Wir haben schon den eindrucksvollen Schloßhof mit der Schloßkirche. Verhandlungen zur Ausge­staltung als Thing st ä 11 e sind mitten im Gange. Wie Schweden neben Stockholm Upsala, wie England neben London Canterburn, wie Dänemark neben Kopenhagen Roskilde, so braucht die deutsche Kirche neben Berlin, leicht erreichbar und für Deutschland zentral gelegen, eine Lu- t h e r st a d t Wittenberg, in der an den histo­rischen Lutherstätten Tagungen und Schulungen, Kundgebungen und Entscheidungen, abseits vom Getriebe der Großstadt, von den Quellen her ge­troffen und bis zu den Herzen hingeleitet werden können. Wir Protestanten sind nicht arm, wir sind reich an symbolstarken Stätten, an de­nen Luther zu uns spricht. Laßt uns nicht blind an der Stätte vorbeigehen, die die ganze protestantische Welt als d i e Stadt der lutherischen Re­formation kennt und die in nichtprotestantischer Kirche oder im politischen Staatsaufbau längst eine heilige Stätte geworden wäre, zu der das ganze Volk wandert. Laßt uns das anvertraute Pfund nicht, wie so oft in vergangener deutscher Geschichte, vergraben, sondern damit arbeiten, daß es tausend­fältig neues Leben wecke!"

Eröffnung

der Fuldaer Bischofskonferenz.

In Fulda fand an der Grabstätte des Heiligen Bonifatius die feierliche Eröffnung der Fuldaer Bischofskonferenz statt. Alle deutschen Bi­schöfe sind in diesem Fahre zu Beratungen zu- sammengekommen. Der Bischof von Berlin, Dr. Bares, hielt die Eröffnungsansprache, in der er die Fuldaer Bevölkerung aufforöerte, das Erbe des Heiligen Bonifatius zu wahren. Nach der Pontifikalmesfe, die der Erzbischof von Paderborn, Dr. Caspar Klein, las, hielt Kardinal Ber­tram, der Vorsitzende der Konferenz, die feierliche Eröffnungsandacht. Danach zogen die Kardinäle und Bischöfe unter Orgelklängen durch das Chor zum Priestevfeminar, wo die Beratungen ihren An­fang nahmen.

Hochbetrieb in amerikanischen Panzer­plattenfabriken.

C o a t e s d i 11 e (Pennsylvanien), 6. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die seit Frühjahr 1932 geschlos­sene Panzerplattenfabrik der Lukens Steel Com­pany hat den Betrieb wieder aufgenom­men und das frühere Arbeitspersonal um 130 Mann verstärkt. Drei weitere Panzerplatten­werke und zehn Hochöfen der gleichen Gesellschaft sind bereits seit einiger Zeit voll beschäftigt.

Meine politische Nachrichten.

Reichspräsident von Hindenburg hat am Dienstagabend mit dem fahrplanmäßigen Zuge B e r l i n v e r 1 a s s e n und sich nach Ostpreußen be­geben, wo er für einige Wochen au f feinem G u t in N e u d e ck Aufenthalt nehmen wird.

Dsr K o n i g v on I t a l i en hat dem Chef der Marineleitung Admiral Dr. h. c. Raeder das Großoffizierskreuz des Ordens des Heiligen Mauritius und Lazarus und dem Chef des Stabes der Marineleitung Kapitän z. S. D e n s ch das Kommandeurkreuz des Ordens der Krone von Italien verliehen.

Am Montag trafen in München der öster­reichische Gendarmeriebeamte 3aut, der SA.- Sturmführer Ortner und der SA.-Mann Tief- niq, sämtlich aus Greifenburg in Kärnten, em. Der Gendarm sollte die beiden Nationalsozialisten in behördlichem Auftrag in das Konzentra­tionslager Wöllersdorf überfuhren, eskor- tierte sie jedoch nur bis Salzburg und über» schritt dort mit ihnen die deutsche

Berlin, 5. Juni. (DNB.) Arn zweiten Ver­handlungstage im Prozeß wegen der Ermordung der Polizeihauptleute Anlauf und Lenck gibt der Angeklagte Kröde einen Ueberblick über feine politische Vergangenheit. Er machte den Krieg zu­nächst als Armierungssoldat, dann bei der ersten Matrosendivision mit. Gleich nach Beendigung des Krieges schloß er sich der USPD, an und wechselte 1920 zur KPD. über, wo er bald als Funktionär tätig war. Als bei der KPD. ein neuer Sprengstoff ausprobiert wurde, erhielt Bröde bei den Versuchen eine so schwere Verletzung, daß ihm ein Bein amputiert werden mußte. Die KPD. stellte ihn dann als Portier im Karl-Liebknecht-Haus an. 1929 erhielt er von einem prominenten Mitglied der KPD., Gutsche, den Auftrag, sieben Leute für eine Sondergruppe auszusuchen. Vor dieser habe Gutsche bann Vorträge über Taktik und Strategie gehalten. Bröde übernahm dann den sogenannten Ordnerdienft" Bezirk Nord, dessen Aufgabe es war, bei Demonstrationszügen an der Spitze zu marschieren und die Kontrolle bei Versammlungen durchzuführen. 1931 wurde der Angeklagte von der KPD.-Leitung für d i e Was- enlager verantwortlich gemacht, in denen sich auch zahlreiche Maschinengewehre befanden. Bröde hat wiederholt an Waffentransporten teilgenom­men. Auch dieser Angeklagte bestätigt, daß die An­gehörigen der KPD. mehrfach Ausmärsche in die Umgebung Berlins unternommen haben und dort militärische Hebungen veranstalteten. Im übrigen will Bröde, der fo interessante Ausführun­gen über die Vorbereitungen der Kommune zum Bürgerkrieg machte, von der Tat, die hier zur An­klage steht, nichts wissen. Er bestreitet, daß er, entgegen der Aussage feines Mitangeklagten Klause, am Vortage mit diesem den Mordplan be­sprochen hätte. , , ,

Der Angeklagte Matern, der sich früher als Urheber des Mordplanes bezeichnet hatte, bann aber, als er von bem Teilgestänbnis ber übri­gen Angeklagten gehört hatte, von feiner Selbst- bezichtigung abgerückt war, gibt an, Klause habe den schriftlichen B e f e t) l für bie Beseitigung Anlaufs an bie Orbnergruppe gegeben unb ihn.

tikels 306 bes Versailler Vertrages zurück, ben bie Gegenpartei später heranzog. Dieser Artikel enthält Vorbehalte ber alliierten Regierun­gen gegenüber ben literarischen usw. Rechten Deutschlanbs, soweit es sich um Fälle berß a n - besverteibigung ober bes öffentlichen Interesses" hanbele. Nur Regierungen könnten ben Artikel 306 bes Versailler Vertrages für sich in Anspruch nehmen, aber kein Privat­mann, beim das Urheberrecht sei ein absolutes.

Im Namen ber Gegenpartei vertrat Rechts­anwalt Gallie ben Standpunkt, daß man Frank­reich nicht ein politisches Programm vorenthalten dürfe, das in Deutschland in allen Schulen verteilt werde und die Richtlinien des künftigen Deutschlands feftlege. Die Ablehnung der Genehmigung zur französischen Uebersetzung sei aus politischen Gründen erfolgt. In Frankreich be­stehe ein geistiges Bedürfnis, eine natio­nale Notwendigkeit, das BuchMein Kampf" zu kennen, das für Deutschland ein Katechismus ge­worden sei. Als zweiter Anwalt der Gegenpartei bestritt Rechtsanwalt Lamour die von Rechts­anwalt Ribarbiere ausgestellte Abrechnung über d i e V e r l e g e r t o ft e n der französischen Ausgabe unb errechnete einen Selbstkostenpreis von 38 Franken, ber ben Verbienst bes Verlages ber Nouvelles Ebitions ßatines auf 2 Franken pro Buch» hänblerexemplar herabsetze. Nach ben Pläboyers gab ber Vorsitzende bekannt, baß bie Urteils» verkünbung später erfolgen werbe.

Aus bem Anatomischen 3 n ft 11 u t der Grazer Universität kam es 3U ^1-fen Zu­sammenstößen zwischen nationalsoziallstischen Stu­denten und Angehörigen bes stubenttschen Freikorps der ostmärkischen Sturmscharen. Als die Sale des Instituts von bem Geruch aus zertretenen ^613= gasphiolen erfüllt würben, trieb bie Polizei bie Stu­denten aus dem Gebäude.

In einfacher aber eindrucksvoller Weife wurde am Dienstag der Sieger von Tfchufima, Groß­admiral Gras Togo in Tokio b e 1 g e s e tz t Der Beisetzung wohnten die Prinzen und Prinzessinnen des kaiserlichen Hauses, die Heeres- und Marme­leiter und Vertreter der fremden Machte bei. Fm Trauerzuge folgten etwa eine Million Menschen dem Sarge.

Kunst und Wissenschaft.

Großer Erfolg Furtwänglers bei den Wagner-Festspielen in Paris.

Im Rahmen der W a g n e r - F e st s p i e I e fand am Dienstagabend in der großen Pariser Oper vor ausverkauftem Hause die erste Aufführung der Meistersinger" unter Leitung von Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler statt Das Publikum nahm bie Vorstellung mit stürmischem Beifall auf. Der Vorstellung wohnten zahlreiche prominente Persönlichkeiten bei.

Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen TNusikvereins.

Während des Wiesbadener Musikfestes hielt der Allgemeine Deutsche Musikverein im Kurhaus feine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Präsident Geheimrat Dr. von Hau feg get gedachte der Toten des vergangenen Jahres Der Wiesbadener Tagung komme durch den starken Be­such ausländischer Tonkünstler eme besondere Be» deutung zu. Der Kassenbericht weist einen Über­schuß von 1800 RM. aus. Zur Zeit gehlen dem Allgemeinen Deutschen Musikverem zwei Ehren­mitglieder, 82 Mitglieder aus Lebenszeit und 550 ordentliche Mitglieder an. Der Zuwachs betragt 50

Paris, 5. Juni. (DNB.) Dor dem Pariser Han­delsgericht fanden die Plaidoyers in dem Prozeß tatt, den der Eher-Derlag gegen ben Pariser Verlag Nouvelles Ebitions ßatines angestrengt hat, ber ohne Erlaubnis bes Verfassers eine französische Ausgabe bes BuchesM ein Kampf" herausgebracht hat. Diese Ausgabe war auf Antrag bes Eher-Verlages wegen Verletzung bes Urheberrechtes von den fran­zösischen Polizeibehörben auf Grunb einer einst­weiligen Verfügung beschlagnahmt worben.

Im Namen bes Eher-Verlages plädierten zwei ranzösifche Anwälte. Rechtsanwalt Ribarbiere berief sich auf bas Berner Abkommen von 1886 über den Schutz bes literarischen Eigentums. Den französischen Verleger habe es pro Exemplar nur 7,50 Franken gekostet, währenb es an bie Buchhänbler für 40 unb an bie ßcfer für 60 Franken abgesetzt würbe. Daraus lasse sich ber egoistisch-kommerzielle Charakter ber unerlaub­ten französischen Ausgabe bes Buches erkennen. Der Einwanb, daß es sich um ein politisches Glaubensbekenntnis handele, das der All­gemeinheit nicht vorenthalten werden dürfe, sei zu- rückzuweisen, da, wenn nicht die Ideen, so doch b i e Form, bie ber Verfasser seinen Jbeen gegeben habe, geschützt sei. Auch bie politischen Artikel von Poincar4 ober Mussolini seien geschützt. Der Rechtsanwalt beantragte, für ben Eher-Verlag 10 000 Franken Schabenersatz unb Beschlagnahme ber unerlaubten Ausgabe. Rechtsanwalt Mail- larb wies im voraus bie Anwenbung des A r -