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Nr. 31 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Dienstag, 6.$ebruarJ934

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Der Gruppenstaffelführer Prinz Richard von Hessen (in der Mitte) am Zwischenziel Gießen (vor dem Hotel Schütz) im Gespräch mit dem Ortsgruppenführer des DDAC. Oskar Schölch (in SS-.Uniforrn), dem Staffelführer Dr. Schäfer (ganz links). Im Bilde rechts: der Adjutant des Staffelführers Dr.Schäfer, Osman Bey.

Die Ortsgruppe des DDAC. Gießen unter der Leitung des Ortsgruppenführers Oskar S ch ö l ch und des Sportleiters Otto Geyer hatte in Ver­bindung mit der Kraftwagenbereitschaft I und der Motorstaffel Gießen alles, was zum Wohle der Fahrtteilnehmer dienen konnte, auf das beste vor­bereitet. Die SA.-Posten standen weit außerhalb des Weichbildes der Stadt beginnend bis zur Kon­trollstelle an allen Abzweigungen und zeigten den Fahrern durch hochgehaltene Pfeile die Wegrichtung. Ein SA.-Mann mit blauer Flagge machte die an­kommenden Fahrtteilnehmer auf bie 20 Meter ent­fernte Kontrollstelle des Zwischenzieles aufmerksam. An dem Tisch unter dem von zwei grünen Lam­pions flankierten Zielband entwickelte sich bald ein reges Leben. Die Zeitnehmer, die Kameraden P. Chr. Klein und Denninghoff, waren von einer großen Zahl Schaulustiger umlagert. Um 22.30 Uhr am vergangenen Samstag* traf der erste Kraftwagen mit Dem Standartenführer Becker (Startnummer 4) als Fahrer an der blauen Flagge 28 Minuten vor seiner Sollzeit ein und rollte um 22.58 Uhr durchs Ziel. Dann folgte Fahrzeug auf Fahrzeug, von den Zuschauern freudig begrüßt.

Die Fahrer waren fast alle zu Eismännern ge­

worden, aber trotzdem bester Laune. Der Orts- \ gruppenführer Schölch und der Sportleiter Geyer des DDAC. Gießen hatten alle Hände voll zu tun, um den Wünschen der Ankommenden gerecht zu werden. ImBayerischen Hof" war eine Sanitätswache mit einem Arzt und vier Sanitätern untergebracht, die glücklicherweise nicht in Funktion zu treten brauchten. Dafür wurde aber die Wasch- und Aufwärmegelegenheit imBayeri schen Hof" reichlich in Anspruch genommen und bald konnte man Gruppen von Fahrern am Kaffee­oder Eßtisch sitzen sehen, wo die Erlebnisse der bis­herigen Fahrt mit viel Humor besprochen wurden. Pünktlich um 23.41 Uhr konnte der Sportleiter Geyer den ersten Kraftwagen zur Weiterfahrt starten. In Abständen von einer Minute folgte dann Fahrzeug auf Fahrzeug. Die Startstelle bot bis spät in die Nacht hinein ein bewegtes Bild. Um 2 Uhr wurden die letzten Posten von Lützellinden eingezogen. Ein arbeitsreicher Tag war vorüber, in den Augen aller, die zum glücklichen Gelingen dieses ersten motorsportlichen Ereignisses im neuen Jahr in Gießen beigetragen hatten, glänzte aber die Freude Über den vollen Erfolg, den die Orts­gruppe Gießen des DDAC. buchen konnte.

Bilderbogen vom Hoherodskopf.

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Oben links: Der Start zum Slalom-Lauf der Studentischen Skimeisterschaften. Oben rechts: der Norweger L y n g (Technische Hochschule Darmstadt) geht in vorbildlicher Haltung über die große Sprungschanze. Mitte links: Reges Leben und Treiben herrscht am Klubhaus des VHC. auf dem Hoherodskopf. Mitte rechts: lieber Täler und Höhen. Unten links: Ein kühner Umsprung. Unten rechts: Skikurs am Uebungshang (im Vordergrund rechts der DSV.-Skilehrer Althaus.) (Ausnahmen: Neuner.)

Aus der provinzialhaupistadt.

Der Sieger der Motorradklasse, P o t h s, Wiesbaden (auf Jmperia) am Start zur zweiten Etappe. (Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen.)

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Gruppenführer Beckerle 33 Jahre alt.

Von der SA.-Gruppenführung Hessen wird berichtet: Am 4. Februar konnte Gruppenführer Beckerle, Führer der Gruppe Hessen und Poli­zeipräsident von Frankfurt, seinen 33. Geburtstag begehen. Die Jugend unseres Gruppenführers, den das Vertrauen des Führers auf fo wichtige Poften gestellt hat, ist ein Beispiel dafür, wie die Bewe­gung, die ja ganz von jugendlichem, revolutionärem Geist getragen wurde und wird, den Wert des Kämpfers nicht nach der Höhe feines Alters be­mißt, sondern einzig und allein nach feinem Fuh- rertum, feiner Treue und feinem Können. Im Rah­men eines Kameradfchaftsabends des Stabes der Gruppe Hessen wurde der Geburtstag zum Anlaß, in einer kleinen Feier dem Gruppenführer mit den Glückwünschen aufs neue die innere Verbunden­heit und Gefolgfchaftstreue feiner Mitkämpfer zum Ausdruck zu bringen. Als Zeichen der Verehrung und des Dankes wurde dem Gruppenführer, vor dessen Platz die Geburtstagstorte mit 32 brennen­den Kerzen stand, eine Pistole mit der Widmung des Gruppenstabes überreicht. Künstlerische Vor­träge, die den ersten Teil des Abends verschönten, wurden abgelöst von den folgenden heiteren Stun­den, in denen alle Launen und Fröhlichkeit zu Wort kamen. Der Gruppenführer wies in feinem Dankes- wort auf die ewigen Ziele des SA.-Tums hm und gab mit feinen einfachen, soldatischen Worten wie stets der Feier ihr Gepräge. Der Abend, an dem leider der engste und älteste Mitkämpfer des Grup­penführers, fein Stabsführer Graetz, der für einige Wochen in Vertretung die Brigade 47 zu führen hat, nicht teilnehmen konnte, endete in der harmonischsten Weise. Auch diese Feier, die für alle zu früh schloß, ließ die menschlichen Eigenschaften des Führers der Gruppe Hessen erkennen, dem wir fn feiner Eigenschaft als Gruppenführer, wie als Polizeipräsident die Sicherheit unseres engen Be­reiches mit Beruhigung anvertraut wissen dürfen.

Deutsche Arbeitsfront.

Die Bezirksleitung der Deutfdjen Arbeits­front teilt mit:

Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit."

Die Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront hat in einer Broschüre von 32 Seiten das gesamte Ge­setz nebst einer umfangreichen Erläuterung heraus- qebracht. Die Broschüre ist bei allen Stellen der NSBO. und Arbeitsfront zu haben, sowie bei allen Kiosken. Da es eine unbedingte Notwendigkeit ist, daß jeder einzelne das Gesetz in seinen Ausführun­gen kennt, ist der Preis auf 10 Pf. festgesetzt worden.

Unbefugte Abonnentenwerber am Werk.

Die Pressestelle der Deutschen Arbeitsfront und der Gau NSBO. Hefsen-Naffau teilen mit: Wie aus verschiedenen an uns gerichteten Anfragen hervor­geht, wird im hiesigen Gebiet für einenKalender der Arbeit" geworben und bei der Werbung auf die Deutsche Arbeitsfront Bezug genommen. Da hier­von nichts bekannt ist, warnen wir davor, Abschlüsse mit diesen unbekannten Vertretern zu tätigen, und bitten darum, die Personalien dieser Personen fest- zuftellen. Dagegen ist die Werbung für unser Werk Wir gehen in die Betriebe" selbstverständlich er­laubt. Nähere Auskünfte werden unter Frankfurt am Main, Telephon 30 361 und 34 074 erteilt.

Besuchszeiten einhallen!

Im Interesse einer ordnungsmäßigen Abwicklung des Geschäftsverkehrs wird dringend ersucht, sowohl bei der Gaubetriebszellenabteilung, wie auch bei der Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront die vor­geschriebenen Besuchszeiten einzuhalten. Eine Ab­fertigung außer den Besuchszeiten kommt in Zu­kunft nicht mehr in Frage. Unsere Sprechstunden find: Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront: Montag und Mittwoch 10 bis 13 Uhr und Freitag 16 bis 18 Uhr. Sprechstunden der Gaubetriebszellen­abteilung: täglich von 11 bis 12 und 15 bis 16 Uhr.

Der Pfennig muß es bringen!

Vom Gaupreffeamt der NSDAP, wird folgende beherzigenswerte Mahnung mitgeteilt:

Nach langen Jahren verschwenderischer Wirtschaft sind wir wieder zu der bescheidenen Erkenntnis der Vorkriegszeit zurückgekehrt, daß, wer den Pfennig nicht ehrt, des Talers nicht wert ist. Auch die Wirt­schaft hat wieder angefangen, nach Pfennigen zu rechnen. Gerade der jüngeren Generation kann die Erkenntnis vom Wert des Pfennigs gar nicht nahe genug gebracht werden.

Unter diesem Gesichtspunkt ist der Winter­pfennig eine der wertvollsten Einrichtungen des Winterhilfswerks. Vielleicht aber wird gerade, weil wir den Pfennig immer noch nicht fo recht wieder schätzen gelernt haben, die Pfennigsammlung in den Geschäften fo wenig beachtet. Nach den größeren Sammlungen der Weihnachtszeit ist jetzt wohl die Zeit gekommen, wo man mit kleineren Sammlun­gen möglichst viel für die Winterhilfe hereinholen muß. An die Käufer geht daher die Bitte, die über­all aufgeftellten Büchsen auch wirklich zu beachten und nicht immer wieder gedankenlos zu übersehen. Auch die Verkäufer werden gebeten, sich dieser An­gelegenheit mehr anzunehmen. Es handelt sich ein­mal um eine Ausgabe auf jede ausgegebene Mark einen Pfennig, die jeder leisten kann. Zum andern macht man sich kaum einen Begriff davon, wie große Summen im ganzen gewonnen werden können, wenn hier jeder feine Pflicht tut.

In allen Ladengeschäften stehen die Sammel­büchsen des WHW., und man kann wohl sagen, daß der Erfolg des Sammeln befriedigend ist, wenn der Inhaber sich nur ein wenig Mühe gibt, dauernd auf den Zweck des Sammelns aufmerksam zu machen. Mit diesem Hinweis stößt man keinem Kunden vor den Kopf, besonders wenn es in lie­benswürdiger, netter und humorvoller Weise ge­schieht. Kein Kunde ist so herzlos, die Sammelbüchse als eine Belästigung aufzufassen. Es ist wohl meist nur Gedankenlosigkeit, wenn ein Kunde es ablehnt, diesen unscheinbaren Betrag in die Büchse zu wer­fen. Schämen aber muß sich jeder, der deswegen auch nur ein Wort verliert, wenn er bedenkt, daß andere ihr Leben geopfert haben, um ihn gegen äußere und innere Feinde zu schützen. Darum denkt immer daran: Die Büchse wird nicht von selbst voll!

Vergeßt den Winterpfennig nicht!

Wer wagt, gewinnt!

So heißt ein altes deutsches Sprichwort. Immer wieder hat es sich im Leben und in der Geschichte erwiesen, daß die Mutigen, die etwas einzusetzen wagten, auch zuguterletzt ihren Gewinn erhielten. Heute braucht man beim Kauf eines Winter- hilfs-Losbriefes zu 50 Pfennig gar nicht einmal viel zu wagen ... denn einen viel­fachen Gewinn bringt dieser. Erstens, du hast mit dem Loskauf deinem Volke im Kampf gegen Hun­ger und Kälte geholfen. Das ist doch ein sehr nen­nenswerter Gewinn? Zweitens, du persönlich darfst die erfreuliche Spannung erleben, vielleicht einer der glücklichsten Geldgewinner zu werden. 5000 Mk. beträgt der Hauptgewinn. Hast du zunächst eine Niete gezogen, fo bleibt dir drittens noch eine freu­dige Erwartung: Im März kommt der angeheftete Prämienschein zur Verlosung, er kann dir auch 5000 Mark schenken, und da dreißig Serien dieser Lose im Umlauf find, haft du dreißigmal die schönste Gewinnaussicht. Viertens, schau dir mal die Karten an, die jedem Losbries beigefügt find, Bilder aus Kultur-, Geistes- und Gefchichtsleben des deutschen Volkes sind im prächtigen Kupfertiefdruck darauf

zu sehen. Ist das nicht auch ein Gewinn? Zum Schluß, denke auch daran, daß du dem schlichten grauen Glücksmann mit dem Loskauf Freude schenkst!

Ein tapferer Soldat ist seines Lohnes wert! So auch der Glücksmann, der wie ein tapferer Sol­dat in feinem grauen wehendenFeldzugsmantel" feinen Platz auf der Straße behauptet. Wie freund­lich grüßt er die Vorübergehenden, wie lockt er sie mit munteren Scherzworten zum Kauf der braunen Winterhilfs-Losbriefe, die er anbietet. Niemand sollte an diesem Soldaten vorübergehen. Bei Schnee, Kälte, Wind und Regen hält er beharrlich und un­verdrossen diesen einzigartigen deutschen Winter­krieg aus. Er lächelt uns immer zu: Kauft Lose für das deutsche Winterhilfswerk! Jedermann greife zu? Denn diese Losbriefe helfen nicht nur den ärmsten in Deutschland durch die rauhe Winterszeit, sie be­festigen auch des grauen Glücksmanns neue Stel­lung beim Verkauf derNSDAP."-Winterhilfslose.

Ein Volk und zwei Sprachen.

Das Hessische Staatsministerium teilt mit:Die deutschen Schriftsteller richten sich nicht an die Ge­samtheit ihrer Volksgenossen, sondern an den Kreis der ihnen ebenbürtigen. Sie bedienen sich einer ver­wickelten Schreibweise, die für den schlichten Mann unverständlich ist." So hat der englische Gelehrte Thomas Buckle geurteilt. Adolf Hitler aber hat erklärt:Wir wollen eine wahre Gemeinschaft auf­bauen: die Stände und Klassen sollen ein Volk werden! Möge das auch jeder Redner am Rundfunk beherzigen!".

Winterhilfswerk.

Kreisführung Gietzen.

Belr.: Schulungskursus der Amtswalter der NS.- Bolkswohlfahrl.

Der letzte der vier Schulungsabende der Amts­walter der NS.-Volkswohlfahrt findet nm kommen­den Mittwoch, 7. Februar, 19.30 Uhr, im Haufe der Deutschen Arbeitsfront, Schanzen- ftraße, statt. Es spricht über das Thema:Grund­sätze über Voraussetzung, sowie Art und Maß der öffentlichen Fürsorge" Oberinspektor Ewald vom Kreisfürlorgeamt Gießen. Ich bitte um restloses Er­scheinen sämtlicher Amtswalter. Die namentliche Meldung zur Teilnahme am Amtswalterappell in Frankfurt a. M. bitte ich mitzubringen.

Heil Hitler!

Gez.: M o h a u p t, Kreisgeschäftsführer des WHW.

NSLS. Kreis Gießen.

Betr. Arbeitsgemeinschaft Musik.

Mittwoch, 7. Februar, 15.30 Uhr: Orchesterprobe im Singsaal der Studienanstalt.

N e b e l i n g.

Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen.

Die Fachgruppe Referendare und Asfefsoren ver­anstaltet am Mittwoch, 7. Februar, 17.15 Uhr, im großen Hörsaal der Universität gemeinsam mit der rechtswissenschaftlichen Fachschaft der Landesuniver- fität einen Schulungsabend für junge und alte Ar­beiter am deutschen Recht. Es spricht Universitäts- Professor Dr. E n g i s ch über:Nationalsozialistisches Strafrecht". Da das Strafrecht innerhalb der Rechts­ordnung des neuen Staates eine besondere Bedeu­tung gewinnen wird, sind alle an der Ausgestaltung eines deutscher Art gemäßen Strafrechts interessierten i Volksgenossen zu dieser Kundgebung eingelaben.