Wirtschaft.
Oie rhein-mainischen Fahrradfabriken in Erwartung der neuen Saison.
Die rhein-mainischen Fahrradfabriken Adler, Opel und Torpedo hatten an der erheblichen Steigerung des Fahrradumsatzes im vergangenen Jahre gebührenden Anteil. Wenn auch die wertmäßige Umsatzerhöhung die mengenmäßige nicht erreichte, so konnten doch neben arbeitspolitischen Erfolgen nicht unerhebliche finanzielle erzielt werden. So erfährt der Fwd., daß die Fahrradabteilung der Adam Opel-AG. gegenwärtig kein Zuschußbetrieb mehr ist und daß hier im Gegenteil Erträge hereingebracht werden. Die Abteilung stellt jetzt täglich mit einer Belegschaft von rund 700 Mann etwa 800 Räder her, man arbeitet teilweise auf Vorrat, um für die voraussichtlich gegen Ende d. M. einsetzende Saison gerüstet zu sein. Hier wie bei der Torpedo-Werke AG. und der Adlerwerke norm. Heinrich Kleyer A G. ist man für 1934 optimistisch gestimmt. Einerseits hofft man, daß ein weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit neue Absatzmöglichkeiten bringen werde, von anderer Seite wird darauf hingewiesen, daß die neuerlich zu verspürende Bevorzugung von Qualitätserzeugnissen naturgemäß den Markenradfabriken zugute komme. Torpedo hat auf eine Produktion auf Vorrat verzichtet, um einen Druck auf den Markt zu vermeiden. Trotzdem konnte die Erzeugung, die bis November v. I. anltieg, über den Winter gehalten werden. Die Belegschaft blieb unvermindert, so daß auch in dieser Beziehung die Kapazität für gesteigerte Anforderungen gewahrt ist. Bei Adler hat man Fahrräder den Winter über auf Vorrat produziert. Das Wintergeschäft war besser als im Vorjahr, genügte aber nicht für volle Beschäftigung. Die Belegschaft wurde indessen nicht vermindert, mit einer beträchtlichen Steigerung der Produktion seit Januar 1934 wird die Kapazität in der 40-Stunden-Woche nun voll ausgenutzt. Das Jahr 1933 ließ den Verkauf an Adler-Fahrrädern auf das Doppelte steigen; da das Unternehmen in diesem Zeitabschnitt wieder zur fast restlosen Herstellung der Einzelteile im eigenen Werk überging, nahm die Fabrikation aus das Vierfache zu.
*
* D i e Tabakanbaufläche für das Anbaujahr 1 9 3 4. Die Bestrebungen, den inländischen Tabakbau, im ganz besonderen nach der Güte hin, zu verbessern und zu heben, waren in 1933 von fortschreitendem Erfolg begleitet, so daß die Wünsche der Anbauer nach Vergrößerung der Anbauflächen verständlich sind. Nationalwirtschaftliche, land-, betriebs- und arbeitswirtschaftliche Gründe würden jedenfalls dafür sprechen. Auf der anderen Seite macht es aber die unsichere Absatzlage notwendig, die Ausdehnung der Anbaufläche in engen Grenzen zu halten. Nach Vorschlägen des Reichsnährstandes und auf Grund eingehender Prüfung der Sachlage ist deshalb vom Reichsernährungsminister im Einvernehmen mit dem Reichs- finanzminister für das Jahr 1934 eine geringe Erhöhung der Anbaufläche um insgesamt annähernd 3 v. H. festgesetzt worden. Die Verteilung dieser Erhöhung bleibt den Landesregierungen überlassen.
Sranffurfer Börse.
ANttagsbörfe freundlich.
Frankfurt a. M., 5. Febr. Die Börse blieb auch zum Wochenbeginn ausgesprochen freundlich, nur hat sich das Tempo der Umsätze verringert, da die Kaufwelle etwas nachgelassen hat. Für die gesunde Lage der Börse ist es aber bezeichnend, daß nur außerordentlich geringe Verkaufsaufträge vorlagen.
Im wesentlichen war das Augenmerk am Aktienmarkt konzentriert, wo ertragfähige Papiere bevorzugt waren. Farbenindustrie 0,75 v. H., Deutsche Erdöl 1,13 v.H., Metallgesellschaft 0,50 vm Hundert höher. Am Elektromarkte Schuckert 1,13 v. H., Siemens 1 v. H., AEG. 0,25 v. H., Gesfürel 0,40 v. H. fester. Montanwerte fest, Stahlverein 0,50 o. H., Mansfeld 1,13 v. H., Gelsenkirchen 0,75 v. H., Mannesmann 0,25 v. H., Otavi Minen 1 Mark fester. Zellstoffwerte lagen eine Kleinigkeit (0,25 v. H.) gebessert. Von Transportwerten lagen Reichsbahn-VA. 0,50 v. H., Hapag 1 o, H. schwächer, allerdings Nordd. Lloyd 0,90 vom Hundert und AG. für Verkehrswesen 0,50 oom Hundert freundlicher. Im einzelnen blieb der Aktienmarkt zumeist behauptet, Conti Gummi 0,13 vom Hundert, L. Tietz 1 v. H. und Reichsbankanteile 0,13 v. H. fester.
Am Rentenmarkte fand das große Beispiel der italienischen Konversion Beachtung. Reichsmark- Obligationen lagen durchweg 0,25 o. H. fester. Von Reichsanleihen gingen Neubesitz 0,25 o. H., Altbesitz 0,13 v. H. zurück, späte Reichsschuldbuchforderungen waren behauptet. Am Auslandrentenmarkt Ungarn und Mexikaner weiter anziehend, 1914er Ungarn
um 0,75 v.H., Irrigations-Mexikaner um 0,13 v.H., daneben 4proz. Einheitsrumänen 10 Pf. höher.
Auch in der zweiten Börsenstunde blieb das Geschäft sehr ruhig, und die Kursgestaltung war sowohl am Aktien- als auch am Rentenmarkt uneinheitlich. Während JG.-Farben unverändert blieben, gewannen AEG. 1, Phönix 1, Cement Heidelberg 0,50 v. H., dagegen lagen Daimler 0,25, Mannesmann 0,50 niedriger. Im weiteren Verlaufe sek- ten sich überwiegend Kurssteigerungen um durchschnittlich 1 v. H. durch, darüber hinaus gewannen L. Tietz, Aschersleben und Conti Gummi je 1,50, Farbenindustrie 1,25 v. H.
Am Rentenmarkte belebte sich das Geschäft in Neubesitzanleihe und die Notiz lag bei 19,15 nach 19 v. Sy, auch Altbesitz waren um 0,13 v. H. auf 98 v. H. erhöht. Von fremden Werten gingen 1914er Ungarn um 0,25 v. H. auf 7,25 v. H. Brief zurück. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen ohne Veränderung. Dollar-Bonds ließen im Verlaufe etwas nach. Staats- und Länderanleihen blieben bei kleinstem Umsatz behauptet. Auch Stadtanleihen lagen nur wenig verändert, ebenso der gesamte Pfand- 'briefmarkt.
Tagesgeld etwas leichter und 3,50 v. H. nach 3,75 vom Hundert.
Abendbörse still.
Bei freundlicher Stimmung entwickelte sich an der Abendbörse bei Eröffnung sowohl am Aktien-, als auch am Rentenmarkte nur kleines Geschäft. Von der Kundschaft waren nur wenig Kaufaufträge ein» gelaufen, wodurch auch die Kulisse etwas zurückhielt, zumal nennenswerte Anregungen fehlten. Soweit zunächst Kurse zur Notiz gelangten, lagen sie gegen den Berliner Schluß gut behauptet. Im Verlaufe wurde das Geschäft vorübergehend etwas belebter, und Farbenindustrie gewannen 0,25 v. Sy Ferner konnten sich Aku um insgesamt 1,25 d. Sy, Bemberg um 0,40, Rheinstahl um 0,65 v. Sy erhöhen. Die Schlußnotierungen lagen im Vergleich zu Berlin uneinheitlich, wobei aber Besserungen bis zu 0,5 v. H. überwogen.
Am Rentenmarkt bröckelten Altbesitzanleihe etwas ab, Neubesitz und späte Reichsschuldbuchforderungen lagen behauptet, ebenso bei sehr stillem Geschäft umgetauschte Reichsmark-Obligationen. Ausland- anleihen lagen fast ohne Interesse und bröckelten eher etwas ab, so 3prozentige Salonik Monastir um 0,25 v. Sy auf 4,25 v. H., 4proz. Ungar. Gold um 0,2 d. Sy auf 7,5 v. H. und 4proz. Unis. Rumänen um 0,25 v. Sy auf 4,22 v. Sy Am Kassamarkt blieben C-und V-Banken gesucht. DD-Bank etwa 68,50, mangels Material aber ohne Notiz. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 19,15, Altbesitzanleihe 97,75, Schutzgebietsanleihe 9,65, 6proz. Rhein. Hyp.-Bank Gold, Reihe 18 bis 25 92,50, Commerzbank 52,65, Dresdner Bank 68,25, Reichsbank 166,50, Gelsenkirchen 62,65, Harpener 91,50, Mannesmann 64,50, Phönix 48,75, Rheinstahl 90,13, Aku 44 bis 44,25, AEG. 30,75, Chade 168, Scheideanstalt 180,50, JG.-Far- ben 128,75 bis 129, Gesfürel 95,75, Metallgesellschaft 75, Rhein. Elektro 96,50, Zellstoff Aschaffenburg 40,50, Reichsbahn-DA. 113,50, Nordd. Lloyd 32.
Frankfurter Schlachtviehrnarkt.
Frankfurt a. M., 5. Febr. Auftrieb: Rinder insgesamt 1348 (gegen 1245 am letzten Montagsmarkt), darunter befanden sich 345 Ochsen, 120 Bullen, 520 Kühe und 363 Färsen. Kälber 445 (530), Schafe 84 (219), Schweine 4410 (3644). Notiert wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 32 bis 33, b) 30 bis 31, c) 27 bis 29, d) 24 bis 26. Bullen a) 30, b) 28 bis 29, c) 26 bis 27, d) 23 bis 25. Kühe a) 27, b) 23 bis 26, c) 18 bis 22, d) 13 bis 17. Färsen a) 32 bis 33, b) 30 bis 31, c) 27 bis 29, d) 23 bis 26. Kalber Sonderklasse —, andere a) 43 bis 44, b) 36 bis 42, c) 28 bis 35, d) 22 bis 27. Lämmer und Hämmel: bl) Stallmasthammel 33, c) mittlere 31 bis 32, d) geringere 29 bis 30. Schafe e) beste 28 bis 29, f) mittlere 25 bis 27. Schweine a) 46 bis 48, b) 45 bis 48, c) 44 bis 48, d) 42 bis 47, e) 35 bis 45, f) , g) Sauen 38 bis 43. Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt zogen Ochsen, Färsen, Kälber und Hammel 1 bis 2 Mark an, Schweine gaben 1 bis 2 Mark nach, im übrigen blieben die letzten Preise ziemlich unverändert. Marktverlauf: Rinder ruhia, geringer Ueberftanb. Kälber, Hammel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine schleppend, Ueberftanb (193 Stück).
Fleischgroßmarkt. Beschickung: 603 Viertel Rinbfleisch, 31 ganze Kälber, 44 ganze Schafe bzw. Hammel, 126 Schweinehälften. Preise für ein Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsen- unb Rinbfleisch I 48 bis 52, II 42 bis 50. Bullenfleisch 45 bis 50. Kuhfteifch II 34 bis 40, III 24 bis 30. Kalbfleisch II 60 bis 68, III 48 bis 60. Hammelfleisch 60 bis 68. Schaffleisch nicht notiert. Schweinefleisch I 60 bis 68. Geschäftsgang bes Fleifchgroßmarktes: ruhig.
Mannheimer Getreidebörse
Mannheim, 5. Februar. Weizen (inlänbischer, 76/77 kg, frei Mannheim) 19,85 bis 19,90 Mark,
per Februar Bezirk 9 19,35, Bezirk 10 19,55, Bezirk 11 19,85; Roggen (süddeutscher, 71/72 kg, frei Mannheim) 16,90 bis 17, per Februar Bezirk 8 16,30, Bezirk 9 16,60; Hafer (inländischer) 15,25 bis 15,50; Sommergerste (inländische, Ausstichware über Notiz) 18 bis 19; Gerste (Pfälzer, Ausstichware über Notiz) 18 bis 19; Futtergerste 17; Mais (La Plata, im Sack) 19 bis 19,25; Erdnußkuchen (prompt) 16,75 bis 17; Sojaschrot (prompt) 15 bis 15,25; Rapskuchen 14,50, Palmkuchen 15,50; Kokoskuchen 17,50; Sesamkuchen 17; Malzkeime 14,50 Leinkuchen 17,25 bis 17,50; Biertreber (mit Sack) 17,75; Trockenschnitzel (ab Fabrik) 10; Rohmelasse 8,50; Wiesenheu (loses) 6,40 bis 6,80; Rotkleeheu 6,80 bis 7; Luzernekleeheu 8 bis 8,20; Stroh, Preßstroh, Roggen-Weizen 2,20 bis 2,40, Hafer-Gerste 1,80 bis 2; Stroh, geb., Roggen-Weizen 1,40 bis 1,60, Hafer- Gerste 1,20 bis 1,40; Weizenmehl (Spezial 0, mit Austauschweizen) per Februar 29,70, per März 30; Weizenmehl (Spezial 0, mit Jnlandweizen) per Februar 28,20. per März 28,50; Roggenmehl, norddeutsches, 70/60 ü. Sy, prompt) 22,50 bis 24 (ruhig); Roggenmehl (Pfälzer, süddeutsches, prompt) 23,25 bis 24,25; Weizenkleie, feine, mit Sack) 10,50 bis 10,75, (grobe, mit Sack) 11 bis 11,25; Roggenkleie 10,50 bis 11,50; Weizenfuttermehl 11,75; Roggenfuttermehl 11,50 bis 12,50; Weizennachmehl 15 bis 15,25 Mark.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 5. Febr. Der Getreidegroßmarkt hatte auf der ganzen Linie im Vergleich zur Nachfrage ausreichendes Angebot. Die Preise wiesen jedoch gegenüber denen der Vorwoche kaum Veränderungen auf. Futtermitel waren z. T. seitens der Fabriken weiter ermäßigt, das Promptgeschäft war etwas besser, während auf Termin nur wenig Abschlüsse bekannt wurden. Am Mehlmarkte war die zweite Hand mit billigeren Offerten im Markt, während der Mühlenpreis für Februar um 30 Pf. auf 29,70 Mark pro Sack erhöht wurde. Das Geschäft beschränkte sich auch weiterhin nur auf die Deckung bes notroenbigften Bebarfs. Es notierte (betreibe je Tonne, alles übrige je 100 kg) in Mark: Weizen 195 bis 196, Roggen 172,50 bis 173, Braugerste 175 bis 177,50, Hafer 146 bis 148, Weizenmehl Spez. 0 mit Austauschweizen 29.40 bis 29,95, bo. ohne 27,90 bis 28,45, Roggenmehl 0 bis 60proz. 23,50 bis 24, bo. sübb. Spez. 0 24, Weizenkleie 10,50, Weizenfuttermehl 11,50, Roggenkleie 10,50 bis 10,60, Soyaschrot 15,20, Palmkuchen 15,15, Erbnußkuchen 16,30 bis 17,20, Treber 17, Trockenschnitzel 10,25. Heu sübb. 6,50 bis 6,75, Weizen- unb Roggenstroh brahtgepreßt unb gebünbelt 1,90 bis 2. Kartoffeln: Jnbustrie hiesiger Ge- genb 2,50 bis 2,60 (unoeränbert) per 50 kg bei Waggondezug.
Buntes Allerlei.
Bäuerliche Familiengeschichte.
Die Geschichte ber einzelnen freien Bauernsippen gibt ein Abbilb ber bobenftänbigen Kulturgeschichte. Das Reichserbhofrecht will bas hier aufgespeicherte Geistesgut nicht nur erhalten, es will auch den Weg freimachen für eine ungehemmte Entwicklung. Die Vorbedingung soll doch immer bleiben, daß auf altem ererbtem Kulturgut aufgebaut wird. Die Geschichte der Höfe unb bie Geschichte ber Sippen, die auf ihnen saßen und heute noch auf ihnen leben, soll nicht länger im Verborgenen unb Halbvergessenen schlummern. In Sübdeutschlanb unb in Niedersachsen werden bereits von den Heimatvereinen in den einzelnen Dörfern familiengeschichtliche Fachschaften ins Leben gerufen. Sie werden in die einzelnen Dörfer Sachbearbeiter entsenden, die Alter und Geschichte der einzelnen Bauerngeschlechter zu bearbeiten haben. Damit wird eine Bewegung fortgesetzt, die seit vielen Jahren im deutschen Schrifttum gepflegt worden ist. Die Ergebnisse dieser Forschungen, die nun von den Sachbearbeitern systematisch und lückenlos durchgeführt werden sollen, werden dann den Anerbengerichten zur Eintragung ins Erbhofbuch übergeben werden. Das Erbhofbuch wird damit ein Kleinod des Hofes, das bie Verbindung der vergangenen und kommenden Geschlechter bewußt macht und bie ßebenben verpflichtet.
Eine Forschungöstöite auf Hiddensee.
So wichtig auch bie grünbliche Arbeit in den Laboratorien für den Fortschritt der Naturwissenschaften ist, so kann sie doch keine lückenlose Kenntnis von dem Leben und ber Entwicklung ber Tier- unb Pflanzenwelt vermitteln, bie sich aus ber sorgfältigen Beobachtung innerhalb ber natürlichen Umgebung erschließen läßt. Das Vorhanbensein einer Arbeitsstätte, burch bie bie Natur selber zum Laboratorium wirb, ist beshalb für die Forschung, wie Professor Dr. E. Seid in ber Zeitschrift „Geistige Arbeit" mitteilt, von ausschlaggebenber Bebeutung. Eine berartige „Biologische Forschungsstation" ist vor einigen Jahren bereits auf ber in ber Ostsee gelegenen Insel Hibbensee gegrünbet worben, wo sich eine besonbers mannigfaltige Natur mit oerf(hiebenartigen Daseinsmöglichkeiten für Tier unb Pflanze auf kleinstem
Raume findet. Die Station ist mit einer Vogelzug. Beobachtungswarte unb zwei Schutzhütten verbunden unb besitzt außerbem noch eine meteorologische Beobachtungsstelle. Die erzielten Ergebnisse, bie im Rahmen der Studien der Universität Greifswald er- arbeitet wurden, bedeuten schon jetzt einen großen Erfolg. Die Erweiterung der Anlagen, die größten- teils durch private Stiftungen unterhalten werden, i durch Errichtung eines Jnselmuseums, bie Schaffung einer Drachenstation, eines „Strandgartens" und eines kleinen Schau-Aquariums ist beabsichtigt.
Kunst und Wissenschaft
Ernst Wiechert Träger des Volkspreises der Haabe-Sfiftung für deutsche Dichtung.
Man schreibt uns: Der bekannte Dichter Ernst W i e d) e r t, der von ber Raabe-Stiftung für seinen großen Bauernroman „Die Magb bes Jürgen Doskocil" mit bem Volkspreis für beutsche Dichtung ausgezeichnet würbe in Anerkennung bes hohen Bekenntnisses bieses Buches zu Arbeit unb Treue, feiner menschlichen Reinheit unb seiner bichterisch"N Kraft unb künstlerischen Vollenbung, wirb am fcm= menben Mittwoch in unserer Stadt auf Einladung des Goethe-Bundes und ber Gießener Studentenschaft aus eigenen Werken lesen. Ernst Wiechert
Gedenket der hungernden Vögel
trägt, wie bie meisten, bie burch völkisches Besinnen an ihren gebührenben Platz erhoben finb, bas Erbe ber Vergangenheit in sich unb ist ein berufener Mittler unb Weiser für künftiges bichteri- sches Gestalten. Seine Dichtungen zeugen von feinster psychologischer Entwicklungs- unb Ausschöpfungskraft, von einer meisterlichen Durchdringung des Stoffes, ber trotz lyrischen Anhauchs auf ge- brängte unb klare Entwicklung eingestellt ist. Ernst Wiechert ist ein feinsinniger Interpret seiner Dicht- werke.
Ein neuer Kulturfilm.
Die Lanbesfilmstelle der NSDAP, in Frankfurt am Main unb ihre Gaufilmstellen beginnen ab 15. 2. 34 mit der Durchführung von Kulturfilmveranstaltungen. — Als erstes Programm sind ber Kulturfilm von Svenb N o l b a n „W a s i st bie Welt" unb ber Kurzfilm „Flanbern, die Front nach 15 Jahren" bestimmt worben, beren Uraufführung am 14. 1. 34 in Berlin stattfand. Diese Kulturfilm-Veranstaltungen sollen im wesentlichen durch bie Organisationen ber Lanbesfilmstelle Sübwest durchgeführt unb in die Partei, ihre Untevglieberun- gen, in bie Arbeitsfront, Schulen, Vereine unb Verbände usw. hineingetragen werden. Auch die Be- sucherorganisationen ber „Deutschen Bühne" werben ben Dienst am Kulturfilm unterstützen.
Die organisatorische Erfassung aller deutschen Ehorvereine.
Der Reichsverbanb für Chorwesen unb Volksmusik in der Reichsmusikkammer gibt bekannt: Bei der gegenwärtigen Lage im deutschen Chorwesen ist bie vordringliche Aufgabe für den Reichsverbanb für Chorwesen unb Volksmusik bie organisatorische Erfassung sämtlicher deutscher Chorvereine, die laut Kulturkammergesetz vom 15. November 1933 der Neichsmusikkamrner angehören müssen. Dem Reichs- vcrband für Chorwesen und Volksmusik sind bereits alle großen Chorbünde angeschlossen. Um den künftigen einheitlichen organisatorischen Aufbau zu qe- währleisten, ordne ich hiermit an: 1. Der Deutsche Sängerbund nimmt in Zukunft keine gemischten, Frauen-, Jugend- oder Kirchenchöre mehr auf. 2. Der Reichsverbanb ber gemischten Chöre nimmt in Zukunft keine Männer-, Frauen- Jugenb- ober Kirchenchöre mehr auf. 3. Frauen- unb Jugendchöre, ebenso sämtliche Chöre, die bisher keinem der Chorbünde angehört haben, schließlich die früheren Arbeiter-Chöre melden sich bis zum 15. Februar 1 9 3 4 bei ber Geschäftsstelle bes Reichsverbanbes für Chorwesen unb Volksmusik, Berlin-Charlottenburg, Harbenbergstraße 36, an. 4. Die Kirchenchöre melden sich bei bem Verbanb ber evangelischen Kirchenchöre, Berlin-Steglitz- Beymestraße 8.
(gez.) Prof. Dr. Fritz Stein, Leiter des Reichsverbanbes für Chorwesen unb Volksmusik.
Eine 700 Jahre alte Kapelle in einem Fabrikanwesen entdeckt.
LPD. Worms, 5. Februar.. Der heimatlichen Kunstforschung war zu Anfang bes neuen Jahres ein bemerkenswerter Erfolg beschieben. Im Gebiet ber Tuchfabrik V a l k e n b e r g an ber Mainzer Straße konnte fast ber gesamte bauliche Bestand ber im Jahre 1245 zum erstenmal genannten A l - lerheiligenkapelle, die bisher als ein ver- schwunbenes Wormser Bauwerk galt, feftgestellt werben. Die Räume bienen heute als Oelkeller unb Bureauraum.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die Himer den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzl beschlossenen Dividende an - Reichsbankdlskonl 4 o. H Lombardzinsfuß 5 o. H.
Frankmr u. vi
Berlin
Schlußkurs
Schlußk. Abend- börse
Schluß- tartf
Schluß» mittag» börse
Datum
3-2-
5-2-
3-2-
5-2-
8% Deutsche ReichSanlethe v. 1927
95,5
95,25
95,13
95
S^c, ehem.7°/o Dl. Retchsanl. v. 1929
100,13
100,1
100,1
100
6y,% Young-Anleihe von 1930 .
Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit
—
95,4
95,75
95,75
Audlos.-Rechten . .
98
97,75
98,25
97,9
DeSgl. ohne Auslos.-Rechte......
6% ehem.8% Hess. BoUsstaat 1929
19,25
19,15
19,15
19,1
lruckzahld. 108%) .....
6% Hess. Landesbank Darmstadt
95,25
95,25
95,25
95
Gold R. 12 .....
6%% Hess. LandeS-Hypotheken« bank Darmstadt Ligui
92,5
92,5
—
92,5
92
92,75
*
*
Oberhessen Provinz-Anleihr mil
Auslos.-Rechten
Deutsche Komm. Sammelabl. An-
93,5
93
—
—
leihe Serie 1 ml, AuSlos.-Rechten «% ehem. 8% »Franks. Hyp.-Bank
96,5
96,13
96,25
96,25
Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 8% ehem. 7% Franks Hyp.-Bank
92,25
92,65
—
—
Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6V1% ehem. 4'/,% Franks Hyp^
92,25
92,65
—
—
Vank-Liqu.-Pfandbriese
SK% ehem Wt% Rheinische
91,75
91,75
—
—
Hyp.-Bank-Llou.-Goldpse
6% ehem. 8% Pr Landespfand.
brtesanstait, Psandbrtese R. 19
92,25
92,5
—
—
94
94
94
94
6% ehem. 7% Pr. Landespfand.
brtesanstait, Psandbrtese R. 10
94
94
94
. 94
Eteuergutsch Verrechnungskurs
97
97
97
97
4% Oetterretchttche Gvldrenre.
4,20% Oesterreichtsche Silberrente
22,5
1,25
23,25
1,5
23
1,3
7,6
7
23,25
1,4
4% Ungarische Soldrente
7,65
7,5
777
4% Ungarische StaatSrente v. 1910
7,05
7,5
7,5
4%% deSgl. von 1913
7
7
7,05
7,4
8,13
6% abgest. Goldmexikaner von 99
8,4
8,75
4% Türkische Zollanleihe von 1911
4% Türkische Bagdadbahn-Anletbe
6,13
6,15
6^25
6,2
Serie I
—
6,1
Franklun a. m
Berlin
Schluß« fur<
Echlußt. Abend» börse
Schluß» turs
Schlußk. mittag» börse
Datum
3-2-
5-2-
3-2-
5-2-
4% bergt. Serie II ...........
5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4V»%Rumän.vereinh.Reniev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente .. 8%% Anatolier .............
Hamdurg-Amerika-Pakei ... o Vamburg-Südam. Dampfschiff. O Hansa-Dampfschifs.........o
Norddeutscher Lloyd ......... o
A G- für BerkehrSwesen Akt. . O berliner Handelsgesellschaft 4 Commerz, und Prtvat-Bank .. O Deutsche Bank und Disconto-
Gesellschaft.............. o
Dresdner Bank...............
Reichsbawk ................ zz
AE.G..................... o
Bekula.................... 0
»ein. Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft g
Felten L Guilleaume ..... o
»^^ich-s-Wektr.Unteruehrnung. 5 Rheinische Elektrizität ..... “5
Schuckert SCo........... 5
Siemens L Halske............ 7
Lahmeyer L Co............. iq
Buderus ....................
Deutsche Erdöl..............4
Gelsenkirchener...............
Larpener ...............0
Voesch Eisen—Köln-Neuesse» .. 0 Ilse Bergbau ............. 6
Ilse Bergbau Genüsse........8
Klöcknerwerke ...............0
ManneSmann-Rübre» ........ 0
5,65
7,75 4,4
28,25
30
31,25
67
92,5 52,25
64,75
65,5 166,25
29,5 124,75 97,25 102,5
60
95,4
102,5 145,5
75,75
105,75 62,4
91,75
141
110,25
61,5 64,75
6,1
5,3
4,475 28,13
29,5
32 67,5
52,75
67 67,5 166,5
30,75 124,25
97 102,75
60 95,75 96,5 103,65 146,5
116
76 107,13 62,65 91,5
144
110,65
62 64,5
5,75 8
4,4 28,7
29,75
32 £ 52
64,75 65,5 166,13
29,75 124,75
97 102,75 59,75
95,9 95,4 103,5
147
115
75,25 106,4
62 91,65
71,9 143,5
110 61,4 64,5
5,25 7,75
4,4 28,25
29,75
22,5
32 67,4 92,5
53
67
67,5 166,75
30,75 123,9
97
103 59,75
95,5
96 103,75 146,25 115,25
75,4 106,9
62
92
73,13 144,5
111,25 62,25
64,75
Frankfurt a. M.
Berlin
Schluß« kurs
Schlußk. Abend- börse
Schlußkurs
Schlußk. mittag- börse
Datum
3-2-
5-2-
3-2-
5-2-
Marisfelder Bergbau.........
0
32,4
33,13
32,75
34
Kokswerke ...........
0
_
Phönix Bergbau.............
0
48
48,75
48,13
48,5
Rheinische Braunkohlen .....
10
199,5
199
199
199,5
Rheinstahl ..............
0
Bereinigte Stahlwerke........
0
40,75
4b25
41
41,25
Claoi Dünen ..........
0
Kaliwerke Aschersleben........
6
116,5
118
116
117,5
Kaliwerke Westeregeln ........
6
117,5
118,5
118
120
Kaliwerke Salzdetfurth.....7%
151
151
152,5
3. G. Farben-JadusMe.......
7
127,5
129
127,5
128,75
SchetdeanstaU...............
9
179,75
180,5
0
54 25
54 75
RütgerSwerke...............
0
'55
54J3
^'55
54,25
Metällgeielllchaft.............
0
74 5
Philipp Holzmann ...........
0
68,75
69,25
68,5
69
Zementwerk Heidelberg ......
0
85,5
86
remevtwerk Karlstadt.........
0
98
98
—
—
Schulthets Payenhoser .......
0
96,5
97,5
Aku (Sillgemeine Kunstseide) ..
0
43,25
44,25
43
43
Bemherg ..............
0
44,75
45,25
45
45
Zellstoff Waldbof ...........
0
49
49,25
49
48,9
Zellstoff Aschaffenburg .......
0
40,25
40,5
39,9
40
7
- -
115 4
Daimler Motoren ............
0
45
43,75
44,9
43,75
Deutsche Linoleum...........
0
48,13
48,13
48
48,5
Oren stein & Koppel..........
0
—
—
64,5
64
Leonhard Tietz .............
0
20,65
23
20,4
22,65
Thade......................
10
163,75
168
163,5
167,5
Acru mulatoren-Fabrst........
0
179,5
179,5
179,25
180
Lonti»GumtM ........
0
154
155,75
153,25
155,5
Grthner....................
O
26,13
25
26,5
Ma'nkraftwerke Höchst cuM-..
4
72,25
75
-
Südoeutscher Zucker .........
8
181,75
183
181,5
183
Deoifenmarkl Berlin — Frankfurt a M
3-Februar
5-Febiuar
Amtliche Dotierung
Amtliche Notierung
Seid
Brie
Selb
Brie
Helsingforß..
5,644
5,656
5,694
5,706
Wien.......
47,20
47,30
47 90
12,435
12,455
Budapest ...
Sofia......
3,047
3,053
3,047
3,053
Holland ....
167,93
163,27
168,03
168,37
Oslo.......
64,09
64,21
64 84
Kopenhagen.
56,94
57,06
57'64
57,76
Stockholm...
65,78
65,92
66,68
66,82
London .....
12,745
12,775
12,965
12,995
Buenos Aires
0,656
0,660
0,663
0,667
Reu York ....
2,597
2,603
2,632
2,638
Brussel.....
58,29
58,41
58,24
58,36
Italien.....
21,93
21,97
22,00
22,04
Paris ......
16,42
16,46
16,42
16,46
Schweiz ....
80,72
80,88
80,92
81,08
Spanien....
33,87
33,93
33,97
34,03
Danzig.....
81,32
81,48
81,37
81,53
Japan ......
0,759
0,761
0,764
0,766
Rio de Ian. .
0,214
0,216
0,215
0,217
Jugoslawien.
5,664
5,676
5,664
5,676
Liiiabo» ....
11,61
11,63
11,79
11,81
Vanknoten.
Berlin, 5-Fcbruar
Selb
Brief
Amerikanische Roten..............
2,585
2,605
Belgische Roten..................
58,08
58,32
Dänische Roten .................
57,39
57,61
Englische Roten .................
12,92
12,98
Französische Roten...............
16,38
16 44
Holländische Roten...............
167,61
168 29
Italienische Roten................
21,88
Norwegische Noten ..............
64,67
Deutsch Oesterreich, & 1OO Schilling
Rumänische Noten ...............
_
Schwedische Noten ..............
66*52
Schweizer Noten.................
80 74
Spanische Roten.................
Ungarische Note»................


