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Fräulein Irene, die

26 Fortsetzung

Frau von Merten mar erst spät eingeschlafen.

Die alte Berta schüttelte den Kopf. Wenn sie ihr

Honen baren Honen Tages

stehen unverschuldet unter dem furcht- Druck der Arbeitslosigkeit. Andere 2THI- müsien davor zittern, ebenfalls eines von der Arbeitslosigkeit betroffen zu

So atmete sie erleichtert auf, als um sieben Uhr die Korridortür ging und Irene erschien. Aber als sie das verstörte und verweinte Gesicht des jungen Mäd- chens sah, fragte Berta nicht viel. Sie half Irene schweigend ins Bett, und als Irene erzählen wollte, strich sie ihr über das Haar und sagte mit Mütter« llcher Weichheit:

In einem Erl- an die Schulen vom 5. Januar heißt es u a.: Unter Hinweis auf unser Ausschrei- ben vom 22. Dezember 1933 befr. Flaggenehrung ordnen wir an, daß die erste Schulstunde im neuen Jahre zu einer besonderen Weihestunde ausgestaltet wird. Da das vergangene Jahr 1933 als eines der

werden, wenn es nicht aelinigen tollte, den jetzigen Zustand zu beseitigen. Millionen hun­gern und können ihrem Körper nicht die Nah­rung zuführen, die zur Erhaltung notwendig ist. Vom Unglück betroffene M litten müllen ent­setzt und hilflos zu'ehen. wie ihre Kinder unter­ernährt und dadurch für alle Krankheiten empfänglich heranwach'en.

Unser Führer A d o l f H i t l e r hat sich mit dem Mut eines Riesen dem weiteren Zerfall der Wirt« schäft und damit des ganzen völkischen Lebens ent» gegengeworfen. Ueber90Pre>zentdesdeut« f ch e n Balkes haben ihm bei der letzten Wahl ihre Zustimmung gegeben. Diese Anhänger Heden freiwillig den Arm u:nd rufenHeil".

Der Führer hat das Winter Hilfswerk an»

"Da ist etwas passiert, Berta um Gottes willen, er ist doch nicht ..."

<5le konnte nicht vollenden, sie schauerte zusammen. Berta nahm sie sorglich beim Arm:

Ree, tot is er nich, gnädige Frau, das seh ich, aber ein gewöhnlicher Schlaf is das nicht. Aber das 'st nichts für Sie. Sie regen sich zu sehr auf. Ich bring Sie ins Wohnzimmer. Und dann weck' ich Fräulein Irene, und die ruft den Herrn Sanitätsrat Fritsche an

*

hotte Mühe. Irene aus ihrem bleiernen Erschöpfungsschlaf zu wecken. Aber als sie hörte, daß etwas mit Seeburg.passiert war, flog sie förmlich aus dem Bett. Sie stürmte in Seeburgs Zimmer- tbr Herz schlug wild und angstvoll, als sie ihn in' dieser eigentümlich zusammengesunkenen Haltung fand. Sollten die Schrecken kein Ende nehmen? Zit» an Seeburgs herabhängende Hand. Gottlob, die Hand war warm und lebensvoll Es war nur ein rätselhaft schwerer Schlaf, der ihn erfaßt hatte.

rV/^id)t5m Ammer verändern", sagte Irene ent­schieden, als die Mutter Berta zum Aufräumen des Zimmers veranlassen wollte,nur Fenster auf'"

Leise, wie um den geliebten schlafenden Mann nicht zu wecken, ging sie zum Fenster. Kühl und würzig strömte die nach dem nächtlichen Gewitter gereinigte Luft herein. Tief atmete Irene die reine Jmfqe; es war. als müßte vor dem klaren Tag der Spuk dieser rätselvollen Nacht verschwinden

Es klingelte. Berta ging eilig hinaus. Es war der alte Sanitätsrat Irene unterrichtete ihn leise.

ritsche trat auf den noch immer fest schlafenden

Die Freude der Feiertage ist verklungen. Und wieder herrscht der Alltag, wieder läuft alles den I gewohnten Gang, und doch irgend etwas ist'

Nicht Muthesius? Ach so, Malesius. Ja! Ich richte es bestimmt aus. Herr Reschke kommt gleich zurück, er ist nur mal nach der Setzerei gegangen."

rufen. Ich werde Sie drüben loseisen für heute. Gehen Sie mal ins Nebenzimmer und probieren Sie inzwischen. Ich bin gleich wieder zurück. Zehn Mark können Sie daran verdienen, und wenn es sehr lange dauert, zahlt Ihnen der Herr auch mehr,

Himmelsblau zusammenklingen zmr Melodie von der jauchzenden Freude am Sein.

um acht Uhr noch im mUUIIui «uuuiimu,

die sonst bis in den Mittag 'reinschläft, geht heute ganz zeitig fort. Mich soll nur wundern, wenn an so einem Tage nicht noch was passiert."

Um halbzehn Uhr klopfte Berta an Seeburgs Zim­mer. Der hatte wohl sehr lange gearbeitet. Sonst antwortete er gleich, und jetzt kam trotz allen Klop­fens keine Antwort. Zuletzt hämmerte Berta mit bei» den Fäusten gegen die Zirnmertür.

Was machen Sie denn für einen Lärm, Berta?" fragte Frau von Merten erschreckt.

Da stimmt was nicht, gnädige Frau! So fest schläft der Herr von Seeburg sonst niemals. Ob er vielleicht schon fortgegangen ist? Seine Sachen hän­gen auch nicht an der Tür, wie sonst jeden Tag."

Leise drückte Berta die Klinke. Die Tür gab nach. Als sie einen Spalt öffnete, sah sie zu ihrem Er­staunen das elektrische Licht noch brennen. Auf dem Schreibtischstuhl saß Legationsrat von Seeburg. Sem Kopf lag auf der Platte des Schreibtisches. Die rechte Hand hing schlaff herunter. Der Federhalter war auf den Tisch gefallen.

Frau von Merten, die neugierig ins Zimmer ge« schaut hatte, schrie auf. griff mit der Hand zum Herzen

Nachdruck verboten!

18. Kapitel.

Schlafen Sie man erst, Kleinchen, zum Reden ist immer noch Zeit!"

Willenlos und gänzlich erschöpft ließ Irene sich zu Bett bringen und fiel nach wenigen Minuten in einen schweren, traumlosen Schlaf.

Mit brummigem Gesicht beantwortete Berta die Magen der Frau von Mertens, als diese aufgeftan» . '-.®° das Fraulein sein? Im Bett liegt sie und schlaft. So eine durchwachte Nacht strengt doch an. Wir wollen Sie mal schlafen lassen, bis sie sich von selber meldet. Wenn sie die Nacht über arbeitet, öann fann fie ja auch mal später ins Bureau gehen. Der Herr Direktor schläft sicher auch noch."

Ein verrückter Tag ist das heute", murrte Berta, als schon um halbacht Uhr Fräulein Dumont drin­gend am Telephon verlangt wurde. Und als Yvonne $on Zwanzig Minuten danach fortging war das Berta auch nicht recht.

Morgen Eintopfgericht!

Hätten wir während des Krieges ans einem Topf gegessen, hätten wir den Krieg gewonnen "

3a, Mann den Artikel werde ich wahrscheinlich nicht in die Nummer nehmen. Ich gehe wohl am besten mal selbst nach der Setzerei und bespreche das. Telephonieren können Sie doch?"

Aber natürlich, Herr Reschke! Ich bin ja früher Korrespondent gewesen."

Na, bann bleiben Sie mal so lange hier und schreiben Sie auf, falls jemand anruft. Können Sie etwa auch Maschine schreiben?"

Aber gewiß doch! Ich schreibe nach Diktat in die Maschine, und, wenn ich mir da bei Ihnen noch ein paar Groschen verdienen könnte, wo ich doch schon so lange ohne Stellung bin ich hab' da eben gehört tote haben keine Stenotypistin da. Ich mach' das sehr gern, wenn ich was dafür kriege."

Fein, Werner, das kommt mir gerade wie ge°

es zwischen bangem Zweifel und lebensfroher Zu­versicht es wartet auf Erfüllung...

Daheim steht noch der Christbaum in seinem bun­ten Schmuck. Auch er wartet worauf? Zum letz­ten Male soll er heute hier stehen inmitten der stummen Zeugen des Alltags ein lebendiger, nein, ein sterbender Künder des Lichtes und der Auferstehung. Armer Tannenbaum! Dein junges Leben mußtest du lassen, um mir die Kunde von der Ewigkeit alles Seins zu bringen. Schon neigen sich deine schmalen Zweige kraftlos der Erde zu. Aus tausend Wunden, in der welkenden Fülle deiner Nadelpracht verblutet, verströmt deine Kraft Wo magst du gewachsen fein, kleiner grüner Tannen» bäum? Im Norden, wo der Wind über die einsame Heide geht, wo aus der Ferne dumpfes Rauschen tönt das ewige Lied des Meeres? Oder ist deine Heimat im Süden, wo sanfte Höhen und liebliche Täler einander in bunter Reihe folgen; wo Berge, Wald und Wiesen, wo Blumen und strahlendes

des Lichtes kamst du zu mir, so magst du auch untergehen als em leuchtender 3kimmenträger, als eine Flamme, die sich selbst verzehrt.

Oie erste Schulflunoe im neuen Jahre e ne Dp bestünde.

Dies sagte der Reichsminister für Volksausklärung Dr. Goebbels, als er uns in Berlin den Sinn des Eintopfgerichtes erklärte. Mancher wird entsetzt denken: Das ist ja Kommunismus! Das ist die übelfte Gleichmacherei, die man sich nur denken kann!

Krieg ist ein Ausnahmezustand. An der Front war >eder ohne Unterschied des Alters, des Bildungsstandes und des Besilhes in der Nähe des Todes. Die ungeheure Gefahr, die über allen lastete, schloß alle ernsten und anständigen Soldaten zur Kameradschaft zusammen.

Der Zustand, in dem sich immer noch das deutsche Volk befindet, ist ebenifo wie der Krieg ein Ausnahmezustand. Auch heute noch lastet auf dem deutschen Volke die Arbeitslosig- feit, hervorgerufen durch eine irrsinnige und verantwortungslose Wirtschafllsordnung. Mil-

geordnet. Der Führer wünscht, daß jeden ersten Sonntag im Monat alle Deutschen nur das Ein- topsgericht essen, um die dadurch erzielte Er- sparnis den Immer noch unter den furchtbaren Aus­wirkungen der Arbeitslosigkeit schmachtenden Volks­genossen zur Linderung ihres Hungers zukommen zu lassen.

Es ist vielfach beobachtet worden, daß man sich dieser Anordnung des Führers zu entziehen sucht. Wer dies tut, stellt sich gegen den Führer.

Der heute noch zu essen hat und dieses ver­hältnismäßig kleine Opfer zu bringen nicht freudig bereit ist, drückt damit feine Gleichgül­tigkeit und Anteilnahmslosigkeit gegenüber den ohne Schuld arbeitslos gewordenen Volksge­nossen aus! Die Not, in der wir uns befinden, beruht nicht zuletzt auf dem Egoismus, d. h. auf der brutalen Selbstsucht der Menschen, wer diese Not ändern will, muß diesen Egois­mus bekämpfen. Das Eintopfgericht ist ein Heiner und recht milder Erziehungs­versuch. wer ihn nicht gern annimmt und er­kennt und befolgt, ist ein 7 e l n d A d o l f h i f- lers, des deutschen Volkes, der deut- schen Jugend und der deutschen Zukunft.

Am kommenden Sonntag. 7. Januar, ist allen Drückebergern und Eigensüchtigen erneut Gelegen» beit gegeben, sich mit ihren notleidenden Dolksge- nassen solidarisch zu erklären. Ein erneut ge­steigerter Erfolg des Eintopfgerichtes wird den Füh» rer freudig bewegen und ihm neue Kraft geben, an feinem großen Werk zur (Erneuerung der beut» fchen Volksgemeinschaft mutig weiter zu arbeiten!

gez. Müller-Scheid

Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministerlums für Dolksaufklärung und Propaganda.

lockte, ehe wir ihn verwarfen. Und so kommt es leicht, daß wir uns zurückwünschen und unsere Wahl bereuen. Wüßten wir doch oft, mit wie wenig Grund

Und noch eines: nimm nicht jede Wahl gleich tragisch. Selbst wenn deine Wahl nicht gleich die beste wäre: wenn sie nur brauchbare Möglich­keiten trifft! Und ganz unbrauchbar sind die wenig­sten. Verliere auch da keine Zeit und keine gute Laune mit rückwärts gerichteten Dergleichen! Gute Laune ist Kraft!

Abschied

Auf eine Frage am Telephon erwiderte Doktor Fritsche: , Ein Selbstmordversuch scheint ausgeschlos- sen; es ist auch weder eine Flasche, noch die Um- bullung eines Pulvers hier zu sehen. Lediglich eine Tasse Kaffee steht neben dem Kranken. Ich höre eben, daß er den Kaffee bestellt hat, weil er lange arbeiten wollte. Gut, also Sie wollen die Benachrichtigung der Polizei selbst übernehmen? Ich bleibe hier, bis ein Vertreter des Amts kommt."

Fritsche legte den Hörer wieder auf. Dann bat er Irene und Frau von Merten, das Zimmer zu ver­lassen.

Mit Bertas Hilfe bettete er den Bewußtlosen auf ein Sofa, loste die beengenden Kleidungsstücke und packte Seeburg bis zum Hals ein.

Wenige Minuten später fuhren zwei Autos vor. Legationsrat von Matzow und Kriminalkommissar Werbe! trafen sich vor der Korridortür. Die Herren machten sich miteinander bekannt und betraten gleich, fettig mit Frau von Merten und Irene Seeburgs Zimmer, wo Doktor Fritsche sie empfing. Werbel bat, junädjft alles stehen- und liegenzulassen. Herr von Matzow ergriff trotz alledem ein Aktenstück und schlug es auf. Dann wandte er sich an Werbel:

M habe den Beweis, daß hier ein Verbrechen versucht ober verübt worden ist Dieses Schriftstück war gestern in dieser Mappe fest eingebeftet. Ich nabe es gestern noch in der Hand gehabt. Herr von Seeburg kannte die Wichtigkeit des Dokuments. Es ist ausgeschlossen, daß er es berausgeriffen hat. Es muh also ein anderer getan haben. Damit entfällt nueb lebe Möglichkeit, daß Seeburg freiwillig ein Gift genommen bat. Ich habe ihn gestern abend tele- pnonifd) gesprochen, und er hat mir durch einen An- eirn ausführlichen schriftlichen ®eri$t geschickt. Der Angestellte hat mir diesen Be- riebt beute früh übergeben. Ich nehme dieses Akten- h;An°Sflq $err Kommissar. Ich kann die Einsicht auch Ihnen erst nach Zustimmung des Herrn Meisters gestatten? (Fortsetzung folgt.)

bedeutungsvollsten und schicksalsreichften in der deut­schen Geschichte zu betrachten ist, werden seine be­deutungsvollsten Ereignisse in kurzen Strichen an dem geistigen Auge der Schuljugend vorübergeführt. Aus dem vergangenen Iabre Kraft und Hoffnung schöpfend, im Hinblick auf die geniale Führung un­seres Reichskanzlers Adolf Hitler und im Glau­ben an Gottes Kraft, sollen Mut und Entschlossen­heit der jungen Generation angespornt werden, dem kommenden Jahr mit Vertrauen entgegenzublicken

in der Bereitschaft, die ganze Kraft einzusetzen, die nationalsozialistische Revolutton weiterzuführen zum Segen von Volk und Vaterland. Im Anschluß daran erfolgt die Flaggenehrung. Die würdevolle Rahmen- aestaltung bleibt den Schulbehörden überlaffen. Das Deutschlandlied und das Horst-Wefsel-Lied beschlie- ßen die erhebende Feier. Die Durchführung der Feier erfolgt am besten schulgruppenweise.

gez. Ringshausen.

Bericht der Gtaatspoliz igelte (SMe&er.

Mehlig nach Verbreitung von Flugblättern.

Der frühere Kommunist Ludw. Schleenbecker, geboren am 15. Januar 1887 zu Krofdorf, zuletzt wohnhaft in Krofdorf, ist nach Verbreitung hochverräterischer Flugblätter flüch» t i g. Lchleenbecker ist etwa 1,67 Meter groß, fräft.g, bartlos und trug bei der Flucht dunklen Anzug und Sch.ffermütze. Er. hat seine Kleidung nunmehr ge­wechselt. Zuletzt wurde Schleenbecker am 3. Januar 1934 in einer Wirtschaft in Gießen gesehen und dann noch in der Stadt. Er hat sich mit Gesinnungs- genoffen in Verbindung gesetzt und bei diesen jeden» falls auch Unterfch'upf gesucht. Zwei Personen wur­den in dieser Sache bereits von der Staatspolizei- stelle Gießen zur näheren Aufklärung festgenorn- men. Schleenbecker wird wegen Vorbereitung zum Hochverrat verfolgt, und sämtliche Personen werden daher aufgefordert, der Staatspolizeistelle Gießen oder der nächsten Polizeidienststelle jeden Anhalts» punkt mitzuteilen, damit Schleenbecker festgenorn» men werden kann. Gegen Schleenbecker haben die Polizeibeamten gegebenenfalls unter Anwendung der Schußwaffe oorzugehen. Wer Schleenbecker

Aus Der provinzialhcmpistadi

Entscheidungen.

Laß das Vergangene vergangen fein!" (Goetye.)

Das ist es, was vielen Menschen so schwer fällt: unter abgetane Dinge den entschlossenen Schlußstrich zu legen und ihre ganze Kraft an das zu wenden, was noch frei steht und getan werden soll.

Das Leben kommt stets mit der Fülle von taufend Möglichkeiten an uns heran. Wir können Wege links und rechts und aufwärts und abwärts wäh­len. Aber wählen müssen wir, weil von tausend Möglichkeiten doch immer nur eine Wirklichkeit wer­den kann.

Wer die Wahl hat, sagt das Sprichwort, hat die Qual. Aber es ist trotzdem schöner, die Wahl zu haben, als nur an eine einzige Möglichkeit, die dadurch zur ehernen Notwendigkeit wird, gefesselt zu sein. Dort sind rojr Herren unseres Schicksals, hier sind wir seine Sklaven.

Freilich, wer Herr sein will, muß auch stark fein. Dem Schwachen ist fein Gängelband lieb. Als Her­ren unseres Schicksals müssen wir die Verantwor­tung tragen. Das ist's, was manche fürchten. Wo man selber entschieden hat, kann man über niemand anderes klagen, wenn die Folgen unerwünscht sind. Und wer weiß die Folgen seiner Entscheidung vor­aus? An ihnen arbeiten außer unserem eigenen Tun noch unzählige unberechenbare fremde Fak­toren mit. Wir fino Herren über unser Tun, aber nicht mehr über seine Folgen.

Daran bessert aber auch Willensschwäche nichts. Und deshalb bleibt die scharfe, klare Entscheidung doch immer das beste. Arn Kreuzweg sollen wir wohl überlegen. Ader wenn wir uns entschieden haben, dann auch rüstig vorwärts.

Auf dem Weg, den wir gehen, merken wir bald alle Steine und Locher, alle Windungen und Stei­gungen Der andere Weg, wen wir zur Seite lie­gen ließen, verklärt sich da leicht In der Erinne­rung. Seine Schwierigkeiten bekamen wir nicht zu fühlen Es fällt uns nur ein, was uns an ihm

Ahnst du wohl, daß dieser Abend für dich der letzte deines Lebens ist! Morgen wird der flim­mernde bunte Tand von deinen Zweigen genommen werden. Was bleibt dann noch übrig von dir? ein nackter, dürrer Stamm, der, wenn er denken könnte, sich selber seiner Kargheit schämen müßte. o.........u3, M ltyvil,v Doch anbers soll dein Sterben sein, als das deiner

anders. Stärker schlugen die Herzen in jener Stunde, Brüder in der Stadt. Nicht in dem Treiben der da ein neues Jahr das alte abgelöst Eine Uner-; Straße, nicht in dem Dunkel eines Hofs, sollst du meßlichkeit von Hoffnungen und Träumen, von un- I yaß Ende deines Seins erwarten. Als ein Künder gezählten lauten und geheimen Wünschen trug unser Herz dem neuen Jahr entgegen, nun schwankt

Jonft früh auf steht, liegt heute, Seeburg zu, richtete ihn im Schreibsessel auf und Bett, und Fräulein Dumont, * zog die Augenlider auseinander. Dann griff er zu Frau von Mertens Et staunen nach der Kaffeetasse, die neben Seeburg stand, roch daran, steckte einen Finger hinein, den er zum Munde führte. Er schüt­telte den Kopf.

Lassen Sie den Kaffee hier auf dem Schreibtisch stehen! Nicht ausgießen! Wo ist dieser Herr beschäf. tigt?" sagte Doktor Fritsche xu Frau von Merten.

Als er horte, daß er im Auswärtigen Amt tätig fei, verlangte er telephonisch sofortige Verbindung mit dieser Behörde. Dort forderte Fritsche sofort einen der anwesenden Ministerialräte zu sprechen.

Hier ist Doktor Fritsche, Arzt. Ich befinde m ch im Zimmer des Legationsrats von Seeburg. Ich habe ihn in einem Betäubungsschlaf an seinem Schreibtisch angetroffen. Ehe ich die Polizei benach. richtige, möchte ich hören, ob Sie einen Ihrer Her- ren herschicken wollen, um die herumliegenden Akten sicherzustellen."

Machen Sie denn heute auch Nachtdienst?" fragte Reschke den Hilfsarbeiter, der ihm die zweite Kor-

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braune Lappen? Wenn das Ihr Ernst ist, Her/von ^^.sie.wirklich etwas Schlimmes denken muffen. Hottay, bann kommen Sie gleich mal her'! Ich kann nicht fort, ich muß die Nummer heute abschließen .

Ja, mit dem Diktieren ist das sone Sache. Unsere

Stenotypistin ist nicht mehr da. Ich will mal sehen, ob ich noch jemanden beschaffen kann, ich glaubs aber nicht. Also in einer halben Stunde."

Damit hängte Reschke ab. Dann wandte er sich

ZU dem Hilfsarbeiter Werner, der noch immer auf

das Manuskript wartete

Unterschlupf und sonst Beistand «ernährt, yat eben­falls mit Festnahme und Strafverfolgung zu rechnen.

Vach Osthofen gebracht.

Wegen verschiedener Vergehen mußten in den letzten Tagen mehrere Personen von der Staats­polizeistelle festgenommen werden. Zwölf Personen aus Gießen, Laubach und Friedberg wurden gestern in das Konzentrationslager Osthofen einge­liefert.

Strafverfahren wegen wissentlich falscher Anschuldigung.

Bei der Staatspollzeistelle sind gegen einzelne Personen Anzeigen erstattet worden zu dem Zweck, die Genannten in das Konzentrationslager Osthofen einzuliefern. Bei Prüfung der Fälle hat sich teil­weise auch ergeben, daß geradezu wissentlich falsch Personen beschuldigt wurden. In diesen Fällen haben wir nunmehr ein Strafverfahren wegen wissentlich falscher Anschuldigung eingeleitet. ' vorübergehend festgenommen.

Ein Kaufmann aus Gießen wurde vorüber» gehend festgenommen, weil er den Angehörigen des Sonderkommandos der Staatspolizeistelle Schwie­rigkeiten bei der Beschlagnahme von nicht einwand­freien Bildern des Führers Adolf Hitler machte.

SS-Eturmbann 1V/33. GG-Gtandarte.

Zu der heute 20.30 Uhr im Cafö Leib stattfin­denden Versammlung der Fördernden Mitglieder lade ich nochmals ein. Zur Verteilung kommen die eingegangenen Mitgliedsbücher, sowie FM.-Ab- zeichen.

Es spricht der Abteilungsleiter des Rasse- und Siedlungsamt SS., Berlin, Pg Mathes Ziegler.

Der Führer des SS.-Sturmbann Iv/33.

M. d. F. b.: (gez.) Nickel, SS.-Sturmhauptführer.

^©.(SemeinfdiaftKraft du chZreude-

An alle Firmen, eingetragene vereine. Körper­schaften, vehörden usw.

Die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" ist gebildet. Schon in nächster Zeit tritt sie vor die Gießener Oeffentlichkeit, um so dem arbeitenden Volksgenossen Führer zu fein zur geistigen und kör­perlichen Erholung.

Es gilt nun, fördernde Mitglieder für die NS. - GemeinschaftKraft durch Freude" au werben.

An alle Finnen, eingetragene Vereine, Körper­schaften, Behörden usw., ergeht nun der Ruf, der NS.-GemeinschastKraft durch Freude" als fördern­des Mitglied beizutreten. Die Aufnahmegebühr be­trägt 3 Mk. Der Monatsbeitrag mindestens 50 Mk.

Das Aufnahmegesuch ist zu richten an:Deutsche Arbeitsfront, Zentralbüro, Aufnahmeabtellung, Ber­lin SW 19, Märkisches Ufer 34."

Die Aufnahmegebühr ist auf das KontoDeutsche Arbeitsfront" Aufnahmegebühren (NS.-Gemeinschast , Kraft durch Freude") bei der Bank der deutfcken Arbeit in Berlin zu überweisen. Die vollzogene An­meldung bitten wir der Kreisbetriebszellenabteilung Gießen zu melden.

Heil Hitler!

Kreisbetriebszellenabteilung Gießen

K. Betz, Kreiswart der N^.-Gemeinschaft Kraft durch Freude".

Hahn, stellvertretender Lkreisbetriebzellen-Leiter

IBinterbiifetperr

des deutschen Do'kes 1933/34.

Eine vielfach verbreitete falsche Auffassung ver­anlaßt mich, darauf hinzuweisen, daß die Bedarfs- deckungsscheine, sowie die Fettkarten ausschließlich aus Mitteln des Reiches von den behördlichen Wohlfahrts st eilen ausgegeben werden. Das Winterhilfswerk, oder die NS.-Volkswohlfahrt haben nichts damit zu tun

Gießen, 5. Januar 1934.

Heil Hitler!

Klöß, Kreisführer des WHW.

F. d. R : M o h a u p t, Kreisgeschäftsführer.

Hixmnes Geheimnis Kaum hatte Reschce das Zimmer veriasien, als das

Vornan von Klothilde von Stegmann ^sprechend ging WernerÄ d^Appa^at^^'""^ enb llrhederrechtöschuh: Fünf-Türme-Der.ag Halle (Saale) ^'on'