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Nr. 5 Drittes Statt

Glehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

§amstag.6.Zanuar 193^

Sie Kriibenlalastrophe Im nordböhmischen Kohlenrevier

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Links: Die zerstörten Anlagen über Tage. Rechts: Eine Rettungskolonne fährt in den Unglücksschacht ein, um den verzweifelten Versuch zu machen, ihren eingeschlossenen Kameraden Hilfe zu bringen.

Die Angehörigen der eingefahrenen Bergleute warten auf Nachricht vom Fortschreiten der Rettungsversuche.

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Landesmisfionsfesi am I.Januar.

Von Dekan Widmann, Schotten.

.Kämpfe den guten Kampf des Glaubens."

1. Timotheus 6, D. 12.

Der urgewaltige, in der Geschichte beispiellos dastehende Aufbruch unseres Volkes im vergangenen Jahre das sichtbar von Gott gesegnete Werk unseres Führers zeigt uns deutlich, was zäher Wille, treues Ausharren und ungebrochene Kampf­kraft vermögen. Jubelnd und dankbar dürfen wir es bekennen:

der Kampf um Deutschland ist gelungen in letzter Stunde; es wurde ein Volk und ein Reich; es entstand die heiß ersehnte Volks­gemeinschaft; es wurde wiederherge- ftellt die Ehre der Ration;

es zogen wieder ein Treue und Glauben in unserem zum großen Teil gottentfremdeten Volke; Deutschland entdeckte wieder die Quellen seiner innersten Kraft und fand wieder seine Seele; es fand sich selbst, seinen eigenen Wert, seine eigene Bedeutung und seine eigene Aufgabe. All dies Neue mit den Augen des Glaubens angesehen, ist eine 'wunderbare Gottesoffenbarung; denn dem Glaubenden ist es unumstößliche Gewiß­heit daß der ewige Gott die Welten und die Völ­ker ' lenkt nach seinem Willen; und für deutsche Christenmenschen steht es außer Zweifel, daß Got­tes Gnade unser Volk herausgefuhrt hat aus grau­siger Tiefe zu lichter Höhe. Gott war mit uns; ihm fC,Obmo®l,aä bi« große völkische Erleben uns ganz in «einem Banne hält, bars anderseits nicht ver- gellen werden, daß jeder Christs ebenso wie er ein kapferer Kämpfer sein muß für sein Volk, ver- vflichtet ist, den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen für das Reich Gottes, "/lkr ^us dieser Ver­pflichtung heraus ergibt sich auch für ihn die Auf­gabe für das Werk sich einzusetzen, an das uns Ser Landesmissionssonntag erinnert, für das Werk der Mission.

Die Mission als Dienst zur Ausbreitung des

Goltesrelches in aller wett darf keineswegs nur die Sache kleiner Kreise bleiben, ihre Do­sis muh gröher werden, auch in unserem Volke.

Sie hat vollen Anspruch darauf, nicht nur deshalb, weil durch sie reiche Segensströme in unsere Chri­stengemeinden daheim und draußen geflossen sind, sondern weil ganz klar und deutlich in Gottes Wort gesagt ist:Gott will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kom­men." Daran hilft kein Drehen und Deuteln, und ebenso verpflichtend ist der Auftrag des Herrn der Kirche:Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Soh­nes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe."

Was deutsch-evangelische Missionsarbeit in ihrer Gründlichkeit und in ihrer Tiefe bisher geleistet hat, gehört zu den Ruhmesblättern in der Ge­schichte unserer Kirche und unseres Volkes. Nur das eine Ziel hat ihr stets vor Augen geschwebt und bleibt auch in Zukunft unverrückbar für sie be­stehen : den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen, im Namen Jesu Christi das Kreuz als Panier aufzuwerfen, damit in diesem Zeichen werde eine Herde und ein Hirte. Dieser Kampf wird nur gekämpft mit zwei Waffen, mit dem Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes, und mit der Kraft der Liebe, die nicht das Ihre sucht. Und wenn der Missionssonntag uns aufruft zur Be­sinnung auf die Mission, so heißt das:

deutsche Ehrisienmenschen, deutsche Volksge­nossen, tretet freudig und gern mit ein in die

Kämpferfchar für Gottes ewiges Reich!

In der ganzen Welt stehen die Türen offen für unsere deutschen Missionsleute, man wartet sehn­süchtig auf sie, wie z. B. die Berichte der Basler Mission aufs neue bekunden. Verlangen nach dem Evangelium ist tatsächlich vorhanden, vor allem in den großen Ländern Indien und China, wo der große Entscheidungskampf in vollem Gange ist,

durch besten Ausgang di« Zukunft der Menschheits­geschichte wesentlich bestimmt werden wird"; es geht da wirklich um die höchste Frage: mit Christus oder ohne Christus? Auch in Kamerun ist alles auf Kampf eingestellt; denn hier besteht für evan­gelische Missionsarbsit gegenüber neu erwachendem Heidentum und gegenüber römischer Propaganda eine gewaltige Verantwortung, die zur Anspannung aller Kräfte gebieterisch zwingt. Auf der G o l d - k Ü st e muh treu und zielbewußt weitergearbeitet werden, damit die dortige junge Kirche in ihrem Bestand erhalten werden und sich gedeihlich fort« entwickeln kann. Borneo, ein Missionsgebiet voll großer wirtschaftlicher Nöte, zeigt ein gerade durch

diese Nöte herbeigeführtes inneres Besinnen und seelisches Erwachen und bietet somit die beste Ge­legenheit, das Wort des Heils und die Tat der Liebe wirksam werden zu lassen.

Das Gebot der Stunde für jeden Christen, der es wirklich ernst nimmt mit dem Kampfe für Got- tes Reich, ist unverändert das. alte:

Werdet nicht müde in der Liebe, lastet nicht nach in der Treue, werdet nicht laß im Opfern für die Gottessache der TRiffion!

Möge im Hinblick darauf das Wort beherzigt wer­den:Kämpfe den guten Kampf des Glaubens! Kampf ist Leben, und Leben ist Sieg!

Die Leistungen des Mniechilsswerks im Sa«

Heffen-Aaffau.

Der Gauführer des Winterhilfswerks, Bürgermeister Wilhelm Haug (Darmstadt), hielt gestern abend einen 23ortrag im Rundfunk über die Leistungen des Winterhilfswerks im Gau Hessen-Nassau. Der Gauführer führte aus: Es gibt keinen im weiten Vaterland, oer sich der Größe und der Wucht des Winterhllfs- werks entziehen kann. Die Straße, die Wohnung, der O-Zug, kurz alle Möglichkeiten dienen dem Winterhllfswerk, um die Scherflein zu sammeln, die zur Bewältigung der großen Aufgabe nötig sind. Mancher könnte dabei dem Gedanken ver­fallen, ob denn dieser unablässige Appell so not­wendig ist und die gesammelten Beträge überhaupt benötigt werden. Deutscher Volksgenosse, du siehst das Sammeln, du merkst selbst wohl den Angriff auf deine Börse, aber kennst du auch die drückende Not und das unbeschreibliche Elend vieler deiner deutschen Brüder und Schwestern?

Glaube mir, die Sammlungen des Winter Hilfs­werks reichen nur zum geringen Teil aus. um deinen Volksgenossen Rot und Sorge von den

Schullern zu nehmen!

Unser Gau Hessen-Nassau, besten Betreu­ung in Fragen des Winterhilfswerks mir obliegt, ist groß an Hilfsbedürftigen und klein an wirt­schaftlich Gutgestellten. Der Gau zählt etwa drei Millionen Einwohner, von denen fast zwei Millio­nen in dem darniederliegenden Industriegebiet woh­nen. Dicht ballen sich die Städte Frankfurt a. M., Offenbach, Hanau, Mainz und Worms mit ihrer großen Arbeitslosigkeit und ihrer dementsprechend traurigen Finanzlage zusammen. Daneben liegen Weltbader und Fremdenstädte, wie Wiesbaden, Bad- Nauheim und Darmstadt, und haben ebenfalls nur noch die Erinnerung an einst sorgenfreie und bessere Tage. Das landwirtschaftliche Hinterland der Wet­terau und des südlichen Rheinhessens ist dement­sprechend klein und vor große Aufgaben bei der Versorgung und Aufbringung der benötigten Natu­ralien gestellt. Zwischen den Industriestädten und dem landwirtschaftlich bebauten Land liegen wirt­schaftlich so arme Gebiete wie der hohe Westerwald und der Taunus, der hintere Odenwald, der Rod- gau, das Ried, der obere Rheingau und der hohe Vogelsberg. Wer ermißt daher, was es heißt, in diesem Gebiet die Aufgabe des Winterhilfswerks zu erfüllen!

Ohne die einzig dastehende Opferbereilschaft aller Volksgenossen, ohne den restlosen Einsatz aller Amtswalter und Helfer wäre das Werk nie möglich gewesen. 300 000 hilfsbedürftige Fa­milien im Gau oder 900 000 zu unterstützende Personen stellen eine Aufgabe dar, an der eine schlecht funktionierende Organisation sich bald die Zähne ausgebissen hätte.

Die Leistungen des Winterhilfswerks im Gau Hes­sen-Nassau sprechen für sich; sie zeigen aber auch, wie klein die gesammelten Spenden sind gegenüber der drückenden Not. An Kohlen kamen im Gau zur Verteilung: im Monat Oktober 1933 282 350 Zentner, im November ---- 250100 Zentner, im Dezember 289 600 Zentner. Daneben gelangten noch größere Mengen von Brennholz in den länd­lichen Bezirken zur Ausgabe. An Kartoffeln wur­

den bis jetzt insgesamt 420 000 Zentner ausgegeben, eine Leistung, die nur ein opferbereites und gebefreudiges Bauerntum ermöglichen konnte. Hunderte Lastkraftwagen sammelten Klei­der und Schuhe. Der vorbildliche Einsatz der N S. - Frauenschaft und der andern Verbände half das große und schwere Werk der Reinigung, Des­infektion und Instandsetzung all dieser gesammelten Sachen durchführen. Die Ausgabestellen machten be­sonders vor Weihnachten den Eindruck von gut­gehenden Kleider- und Schuhgeschäften. Neben den ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen arbeiteten in den Nähstuben mehr wie 1000 Fürforgearbeiter, besonders Schneider, sachkundig an der Ausbesse­rung. Spielzeug- und Konfektsammlungen waren daneben nur kleine Aufgaben. Schwieriger war schon wieder die Durchführung und Verteilung der Pfundsammlungen. Die Getreidesammlung ermög­licht jetzt eine großzügige Mehl- und Brotversorgung im Gaugebiet.

Hieraus kann jeder ermessen, welch gewaltige Aus­gaben im Gau Hessen-Nassau uns gestellt waren. Wenn auch die Kartoffel- und Mehlversorgung nur geringe Kosten machte, da die Produkte von der Landbevölkerung gespendet wurden, so verschlingen

1 die Kohlenlieferung und die Instandsetzung der Kleider ungeheure Summen. Die Belieferung der Hilfsbedürftigen im Gau mit 1 Pfund Fett vor Weihnachten machte einen Aufwand von 270 000 Mark. W?nn Zahlen für sich sprechen, dann tut es diese. Ueber 21000 Paar Kinderschuhe wurden neu angefertigt und ausgegeben. Hieraus kann jeder ersehen, wieviel zusammenkommen muß, um in un­serem Gau die Aktion des Winterhilfswerks finan­zieren zu können. Hieraus aber kann auch jeder die Größe der gestellten Aufgabe ermessen.

Es ist mir ein Herzensbedürfnis, an dieser Stelle der opferbereiten Bevölkerung aus Stadl und Land zu danken. Bewunderung und höchste An­erkennung emvsinde ich wie alle Parteistellen vor den Leistungen aller meiner Kreis- und Gruppenwalter und ihrer Helfer. Sie scheuten nichts und kannten oft bis in die späte Rächt nur die zu lösende Ausgabe. So nur war es möglich, im Gau Hessen-Rassau das zu leisten, was heute bereits unter Beweis stehl.

So sehr ich mich über den Dank so vieler Volks­genossen freue, den sie unaufgefordert tagtäglich uns wissen lassen, der schönste Dank ist für mich und alle meine Mitarbeiter das Gefühl, Soldat Adolf Hitlers zu fein. Wir schlagen mit die Schlacht gegen Hunger und Kälte, wir greifen die Not und das Elend an. Wir geben wieder Glaube und Hoffnung in manches verzweifelte Herz, wir wollen nichts fein als Sozialisten der Tat. Die deutsche Volksgemein­schaft entsteht daraus. Wir brauchen uns mit unserem Werk nicht zu scbämen, wir machen das Wort des Führers wahr: Es soll in diesem Winter keiner hungern und frieren. Wir olle ken­nen nur eine Losung, die einst in den langen har­ten Jahren des Kampfes als Fanal vor uns stand» und die auch heute unser ganzes Wollen und Stre­ben beherrscht:

Deutschland, nur Deutschland, nichts als Deutschland!