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Heuchelheim—Atzbach—Wetzlar.
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22 Fortsetzung.
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18 0 Silben. Note sehr gut: Dora
200 Silben. Note sehr gut: Fritz
Note sehr Metz.
Abteilung Kern.
Abteilung
Sofia hantierte mit dem blitzenden Teegerät, und ihre weißen, schlanken Hände bewegten sich anmutig aus den weiten Aermeln des bulgarischen Kostüms, das sie im Hause mit Vorliebe trug. Aus dem
leicht für Sie sein, sich in den Schutz irgendwelcher guten Menschen zu begeben. Wenn nicht anders, vertrauen Sie sich dem kleinen Seppl vom Hirschenwirt an, er hat Ihnen diese Nach- richt zugestellt."
Soziale Aufbauarbeit des Alice-Frauenvereins vom Roten Kreuz
Anschließend berichtete die Schatzmeisterin Frau | Sophie Wolf über die Finanzlage des Vereins, j Sodann sprach der Direktor der Medizinischen Klinik, Prof. Dr. Bohnenkamp, über das Thema „Die Ernährung des Menschen", hierauf hielt Dr. S ch l i e p h a k e einen Vortrag über „Die Verwen- düng der elektrischen Kurzwellen bei Krankheiten".
Am Anschluß an die Tagung vereinigten sich die Mitglieder mit dem Hauptoorstand aus Darmstadt noch zu einem geselligen Beisammensein im Hotel Schütz.
führung von Walzarbeiten wird die Provinzialstraße Laubach — Schotten vom 9. Juli ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Gonterskirchen—Einartshausen.
** Aufgehobene Straßensperre. Seit gestern ist die Straßensperre auf der Provinzialstraßenstrecke Muschenheim — Trais-Münze n b e r g wieder aufgehoben.
** Sperrung der Lahn st recke vom Felsen bis zum Wehr. Anläßlich der Regatta
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In einer eleganten Villa eines Vorortes von Sofia faß Alexander Demidoff mit seiner jungen Frau beim Frühstück. Es war ein Bild des heitersten
ihre Wangen, ein wenig voller geworden, wetteiferten mit dem hauchfeinen Rosa der Blüten am Fenster, und ihre früher ein wenig kühlen Augen hatten einen reifen und leuchtenden Glanz, den Glanz, den Frauenaugen haben, die im Glück der Liebe leben dürfen.
Sie wickelte den Zettel von dem Stein und las folgendes:
,^)hnen schreibt eine Frau, die durch Liewen unglücklich geworden ist. Sie sollen nicht ein neues Opfer sein. Ich kann nicht zu Ihnen gelangen. Solange Sie oben in Ahrem Hause dort sind, droht Ihnen ja keine unmittelbare Gefahr. Ach habe aber Grund, anzunehmen, daß Liewen bald zurückkommen wird. Dann müssen wir versuchen, Sie zu retten. Achten Sie genau auf folaendes:
Liewen wird mit Ihnen im Wagen von hier fortfahren. Es gibt nur die einzige Straße, die er passieren kann; wenn er an die Biegung dieser Straße kommt, die unmittelbar vor dem kleinen Viadukt liegt, wird sein Auto aufgehalten werden. Diesen Augenblick benutzen Sie, um aus dem Wagen zu springen und zu fliehen — gleichviel wohin. Sind Sie erst in Freiheit, so wird es
die jetzige Schatzmeisterin Frau Sophie Wolf weiterwirken.
Der Verein habe sich nach Maßgabe seiner be- scheidenen Mittel immer btzmüht, das denkbar Mögliche an Leistung zu vollbringen. Mit dem Donk an alle Mithelfer für die bisherige Förderung verband die Rednerin den Wunsch, dem Verein auch in Zukunft bei seinem Hilfswerk treu zur Seite zu stehen. Die Rednerin schloß, nachdem sie noch in Dankbarkeit unserer gefallenen Helden gedacht hatte, ihren Jahresbericht mit folgenden Worten: Zum Schluß will ich Ihnen noch die Worte des Führers, dieses heroischen Mannes sagen:
„Wir leben nicht für uns, sondern wir sind verantwortlich für all das, was jene, die vor uns gelebt haben, uns hinterliehen, und wir sind verantwortlich für das, was wir einst denen hinterlassen wollen, die nach uns kommen müs- sen. Deutschland darf nicht enden mit uns!"
Stände unserer Stadt fei weitergeführt worden, so daß die Frauen Gießens damals monatlich 400 RM. der Winternothilfe zur Verfügung stellten. Weiter erinnerte die Rednerin an die Weihnachtsfeier vom 20. Dezember 1932 für 150 junge Mütter, welche die Mütterberatungsstunden besuchten; ein denkwürdiger und sehr erfreulicher Abend. Besonders hervorgehoben wurden u. a. weiter
die alljährlichen Ehrungen von Hausangestellten für langjährige treue Dienstleistungen.
Im Mai 1933 löste der Verein den vor etwa 10 Aahren von dem verstorbenen Vorstandsmitglied Frau Gail ins Leben gerufenen und zum Teil auch fundierten „Bienenkorb" auf. Die Ausführung habe, wie die Rednerin betonte, in vollendeter Weife in der Hand von Frau Rosenberg gelegen, der Verein sei beiden Damen und ihren Hilfskräften für diese Mitarbeit sehr dankbar. Eine Verwendungsmöglichkeit für die Arbeiten des „Bienenkorbs" habe sich in der Braunen Messe im Oktober 1933 gefunden. Bei dieser Gelegenheit habe der Verein in Gemeinschaft mit der N S. - Frauenschaft auch eine Lotterie veranstaltet, die alle Teile voll und ganz befriedigte. Mit der Aufgabe des „Bienenkorbs" und der Versorgung der Kriegerkinder hätten sich zwei wichtige Gebiete der sozialen Abteilung des Vereins geschloffen.
Der Verein habe die Wöchnerinnen- und Säuglingsfürsorge gegründet in der Art, daß den Wöchnerinnen acht Tage lang ein gutes Mittagessen verschafft und ein Beitrag zur Säuglingsausstattung gegeben werde. Durch einen Aufruf habe der Verein 87 Hausfrauen gewonnen, die monatlich ein- oder zweimal, manchmal auch acht Wal ein Wittagessen zu diesem Zweck geben. Bis jetzt habe der Verein durch diese Einrichtung 130 Wöchnerinnen mit je acht Wiktagessen versorgt, eine stattliche Zahl, für die den spendenden Hausfrauen herzlicher Dank gebühre.
Der Verein beteiligt sich mit einem jährlichen Beitrag an der Bahnhofsmission, am jährlichen Blindentag, an der Studentenhilfe, ferner ist er in vielen Fällen in aller Stille ein Helfer in der Not. An den Arbeiten des Hauptvorstandes in Darmstadt ist der Verein rege beteiligt, in Gießen | finden alljährlich eine ganze Anzahl Sitzungen , statt. An dem Jahresbericht wird ferner mit herzlicher Dankbarkeit der Mitarbeit des langjährigen Schatzmeisters, Oberbürgermeisters Dr. Keller, I gedacht, der nach feinem Uebertritt in den Ruhestand das über 20 Jahre mit größter Gewissenhaftigkeit und Treue verwaltete Schatzmeisteramt niederlegte. Seiner Leistungen und seines Schutzes für den Verein gedenke der Verein allezeit mit unendlicher Dankbarkeit. In feinem Sinne werde
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„Hast du schon die Post durchgesehen, Alexander?" mahnte Sofia und warf einen Blick auf den Berg von Briefen, der sich auf silbernem Tablett vor Alexander türmte.
(Fortsetzung folgt.)
Wilhelm Hofmann, Franz Koch, Fritz Reh, Katharina Grill.
Note gut: Gerda Hüter, Elly Jmmel, Gertrud Müller, Georg Schaaf, Hermann Blum, Wilma Leipold, Otto Wilhelm, Karl Brückel, Dora Kern, Luise Metz.
Schnellschreiben:
Abteilung 140 Silben. Note hervorragend: Walter Bende, Georg Schaaf, Hermann Blum, Emma Reitz.
Note sehr gut: Anni Schmittdiel, Elly Jmmel, Katharina Grill, Reimund Leopold Hoog, Otto Keßler, Gerda Hüter, Anneliese Fuhrig, Anna Damm, Alfred Huber.
Note gut: Berta Eisenbach.
Abteilung 160 Silben. Note hervorragend:
Reh.
Note gut: Gertrud Müller, Fritz Dörfner.
Gietzcner Wochenmarktpreise.
* Gießen, 5. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Süßrahmbutter, das Pfund 1,40 bis 1,50 Mark, Landbutter 1,30 bis 1,35 Mark, Matte 20 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10 Pf., Eier (inländische) Klasse S 10^, Klasse A 10, Klasse B 9%, Klasse C 9, Klasse D 8, ungestempelte 7%, Wirsing (grün), das Pfund 15, Weißkraut 15, Gelbe Rüben, das Bund 10, Rote Rüben, das Pfund 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 25 bis 30 (gelb) 25, Erbsen 15 bis 20, Tomaten 30 bis 35, Zwiebeln 12, Rhabarber 8, Kartoffeln (alte) 5A Pf., der Zentner 4,80 bis 5 Mark, (neue), das Pfund 9 bis 12 Pf., Himbeeren 25 bis 30, Kirschen 15 bis 25, Heidelbeeren 20 bis 25, Stachelbeeren 15, Johannisbeeren 15 bis 20, Erdbeeren 40 bis 50, junge Hähne 70 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 60 bis 80 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 70, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 30, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch (Suppengrünes) 5, Sellerie 25, Radieschen, das Bund 10 Pf.
Der Werkmeister wurde daraufhin wegen Notzucht zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die Angeklagte sollte insbesondere falsche Angaben über Datum und Oertlichkeit gemacht haben. Das Gericht kam jedoch nach der Beweisaufnahme zu der Ansicht, daß die Angeklagte nicht schuldig ist im Sinne der Anklage und sprach sie deshalb von Kosten und Strafe frei.
Amtsgericht Gießen.
Ein Mann aus Gießen wurde wegen körperlicher Mißhandlung zu 5 Tagen Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte schlug am 6. April 1934 einem Schuhmacher auf Oswaldsgarten mit der Faust ins Gesicht. Die Kosten des Verfahrens trägt der Angeklagte.
Was mein einstwar...
Vornan von Klothilde von Stegmann
Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag Halle (S.)
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Wilma Leipold.
gut: Johanna Graf, Emil Jost, Luise
** Von der Landesuniversität. Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt: Der ordentliche Professor für englische Philologie an unserer Universität, Dr. Walther Fischer, hat den an ihn ergangenen Ruf auf den englischen Lehrstuhl der Universität Frankfurt a. M. zum 1. Oktober 1934 angenommen.
** Dienstjubiläum bei der Re i ch s - bahn. Am 1. Juli konnte der Reichsbahnsekretär Heinrich Becker bei der Gepäck- und Expreßgutabfertigung Gießen auf eine 25jährige Eisenbahndienstzeit zurückblicken. In feierlicher Handlung wurden dem Jubilar die Glückwünsche der Reichsbahn von feinem Dienftstellenleiter, Reichsbahnoberinspektor Kliffmüller, übermittelt. Seine Mitarbeiter ehrten den pflichttreuen und allseits beliebten Beamten durch Überreichung schöner Geschenke.
** Straßensperren. Wegen Ausführung von Straßenarbeiten am Bergwerk ist die Provinzialstraße Gießen — Leihgestern seit 2. Juli für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Klein-Linden—Großen-Linden. — Die Provinzialstraße Klein-Linden — Dutenhofen (Landesgrenze) ist wegen Herstellung einer Asphaltteerbetondecke seit gestern für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Gießen—
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Der Alice-Frauenverein vorn Roten Kreuz in Gießen hielt gestern nachmittag unter der Leitung seiner Vorsitzenden, Frau Kramer, im Hörsaal der Medizinischen Klinik seine Jahresversammlung ab.
Nach Begrüßungswvrten von Frau Kramer an die Versammlung, insbesondere an die Vertreter des Hauptvorstandes, Ministerialdirektor Dr.Kratz, Frau G e b h a rd t und die beiden Vortragenden, Krof. Dr. Bohnenkamp und Dr. Schliep- hake, erstattete sie den Jahresbericht. Einleitend gedachte sie mit dankbaren Worten der nationalen Erneuerung unter Führung des genialen Reichskanzlers Adolf Hitler, die im gesamten Roten Kreuz lebhaften Widerhall gefunden habe.
Die Rednerin wies bann darauf hin, daß nach dem Willen des Führers und Volkskanzlers die Aufgaben des Roten Kreuzes wie bisher bleiben sollen, womit die in sieben Jahrzehnten im Dienst an Volk und Vaterland geschaffenen Leistungen unter der nationalsozialistischen Staatsführung lebendig und stark in den Dienst des Reiches gestellt werden. Der begeisterte Aufschwung neuer Hoffnung bereite den Glauben an die Erfüllung unseres uralten Sehnens:
die Volksgemeinschaft aller Deutschen.
Sodann erwähnte Frau Kramer die am 24. Mai 1933 vorgenommene Gleichschaltung des Vorstandes durch Zuwahl von Frau C e l l a r i u s , Frau Pauly, Frau Funk und Fürsorgeschwester Wenzel. Frau S t ö r i k o und Oberfürsorgerin Schwester Annita Hermanny sind von hier verzogen; im übrigen ist der Vorstand unverändert. Ferner besprach sie die Aufgaben des Frauenvereins vom Roten Kreuz, die aus der Vorbereitung für den Bereitfchaftsdienft, den Volksgesundheitsdienst und die Volkswohlfahrt bestehen. Der Verein folge dabei den Weisungen der Behörden, den örtlichen Verhältnissen, und er habe in e n g st e m Einvernehmen mit der NS.-Dolks- Wohlfahrt zu arbeiten. Auch auf dem Gebiete der Hilfsaktion „Mutter und Kind" sind dem Verein Aufgaben übertragen worden.
Seit 30. Juni v. I. seien die No t h e l f e r i n - neu dem Aliee-Frauenverein vom Roten Kreuz als Mitglieder überschrieben. Die Gruppe des Vereins bestehe aus 23 Nothelferinnen, die von Frau Ella G i e f e und Frl. Kratz geleitet werden. Medizinalrat Dr. Trautmann veranstaltet monatlich zwei Belehrungsabende zur Ausbildung der Nothelferinnen in den Aufgaben der Sanitätskolonne.
Im Winter 1932/33 fei der Frauenverein in hervorragender Weife durch Frau Schliephake in allen Verteilungen und Ankäufen der Winternothilfe vertreten gewesen. Die im Jahre 1931 von dem Verein angeregte Geldsammlung aller Vereine und
Pfosten der Tür gepreßt und wartete. Was wird auf dieses Zeichen erfolgen? Und würde etwas er- ölgen, ehe ihr Notsignal verraten war? Der Kreole brauchte nur um das Haus herumzukommen, dann mußte er das verräterische weiße Tuch sehen. Edele ühlte, wie ihr fast die Sinne schwanden. Das Herz klopfte, als wollte es die angstvolle Brust sprengen; die Hände starben ihr ab, fast ohnmächtig lehnte sie gegen den Pfosten und wartete.
Achtzehntes Kapitel.
Auf dem höchsten Punkt des Abhangs, gegenüber dem bunten Haufe, stand Seppl und spähte mit zusammengekniffenen Augen hinüber nach dem kleinen Balkon. Sein Mund war zusammen- geschlosfen, und das ganze Knabengesicht hatte etwas Reifes und Unbeirrbares, wie er so bewegungslos auf der Wacht stand.
Jetzt sah er etwas Weißes, strengte den Blick noch mehr an — man mußte ganz sicher fein, durfte nicht irren —, aber nein, eine Täuschung war für feine scharfen Augen ausgeschlossen. Dort von dem kleinen Balkon wehte ein weißes Tuch wie eine Fahne die um Rettung flehte. Da nahm der Seppel den kleinen zusammengefalteten Brief, wickelte ihn um einen kleinen Stein, den er sich vorhin gesucht hatte, dann flocht er blitzschnell eine dünne, haarfeine Schnur um das Ganze — eine Schnur, die an einem Stock befestigt war.
Er stellte sich mit den eisernen Absätzen seiner derben Schuhe fest in das Erdreich des Berges hinein, holte weit aus — mit einem hellen Surren flog etwas, von der Schleuder getrieben, hinaus in die blaue Sommerluft.
Mit zusammengezogenen Brauen folgte der Seppl dem Flug des kleinen, dunklen Gegenstandes — dann nickte er befriedigt und atmete hoch auf.
Drüben verschwand die helle Gestalt, bückte sich, richtete sich wieder auf. Und nun wurde die weiße Fahne plötzlich abgeknüpft und von einer Hand hoch und jubelnd geschwungen.
Da stieß der Seppl wieder feine hohen, jauchzenden Jodler aus — und raste hinauf, die Ziegen zu sammeln, obgleich noch lange nicht Zeit war, die Tiere herunterzutreiben. Diesmal litt es ihn nicht länger auf feinem geliebten Berge. Er mußte hinunter und der Dame in feinem Hause erzählen, daß der Plan, soweit es ihn anging, gelungen war.
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Edele las die wenigen Worte immer, immer wieder — Hoffnung und Angst zugleich durchfluteten ihr Herz. Wie, wenn dies alles nur eine Täuschung wäre, bestimmt, sie in eine Hoffnung zu wiegen, aus der das Erwachen nur um so furchtbarer wäre? Aber wer konnte außer Liewen es mit ihr böse meinen? Sie hatte ja keinen Feind — wenigstens kannte sie keinen. Aber ebensowenig kannte sie diesen unbekannten 'Freund — oder vielmehr wohl diese unbekannte Freundin. Die Handschrift war die einer Frau, und auch die Stimme, die sie durch die verschlossene Tür vernommen hatte, war eine Frauenstimme gewesen. Vielleicht war es der Jugendfreund, vielleicht war es Malte, der an ihrer Rettung arbeitete?
Edele preßte die Hände in stummem Gebet zusammen — bann zerriß sie den Zettel in winzig kleine Stückchen und versteckte die. Nestchen unter ihren Sachen.
Als Celia nach einer Weile die Tür aufschloß, um Edele zum Mittagessen zu holen, fand sie auf Edeles Zügen nichts, was ihr das Erlebnis des Mädchens verraten hätte.
♦
Madame de Lormes war eilig wieder hinab- geftiegen in ihr Gasthaus. Dort schrieb sie eine lange Zeit und faltete das Schreiben sorgfältig und eng zusammen. Nachdem sie fertig war, machte sie sich wieder auf den Weg hinauf zum Seppl. Sie mußte sich sehr beeilen, denn nachmittags war doch der Besuch von Celia zu erwarten, und bis dahin mußte alles erledigt fein. Man konnte ja nicht wissen, was Liewen plante, und wann er wieder zurückkehren würde.
Seppl stand oben auf der höchsten Stelle des Abhangs und hatte Madame de Lormes schon von weitem mit seinen scharfen Augen erspäht. Nun raste er den Abhang herunter, Geröll und Steine polterten ihm nach. Und als es ihm noch nicht schnell genug ging, setzte er sich einfach auf feinen ledernen Hosenboden und rutschte den Rest des Weges hinunter, bis er dicht vor den Füßen der aufschreckenden Madame de Lormes landete.
„I hab gemeint, es eilt", sagte er entschuldigend und lachte zu Madame de Lormes auf.
„Das tut es auch, mein Kamerad!" gab Madame de Lormes zur Antwort. Sie reichte ihm das zu- fammengefaltete Briefchen: „Paß gut auf, Seppl! Heut' nachmittag wird auf dem Balkon oben ein 'Zeichen gegeben werden: ein weißes Tuch oder so etwas — dann ist es Zeit. Sei geschickt, daß nichts fehlgeht."
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Alexander Demidoff sah von feiner Zeitung immer wieder mit heimlichem Entzücken auf feine junge Frau.
Edele war zurückgeprallt, als das saufende kleine Wurfgeschoß auf ihrem Balkon niederging. Aber schnell hatte sie sich gefaßt. Das war eine Schleuder gewesen, wie sie diese von ihrem norwegischen Gutshof und aus den Kinderspielen sehr gut kannte — nur daß der unbekannte kleine Schleuderer dort über ein meisterhaftes Können verfügen mußte. Eine heiße Freude überkam sie — jetzt glaubte sie an die gütigen Kräfte, die am Werke waren, ihr zu helfen.
„Mir geht nix fehl, da brauchen S' keine Sorg' haben, gnä Frau!" gab Seppl zur Antwort und verstaute den Brief sorgfältig im Hutband. Madame de Lormes nickte ihm zu und ging schnell hinunter, indessen der Seppl wieder aufwärts flieg zu feinem Ausguck. Noch lange hörte Madame de Lormes mit dem Winde fein helles Pfeifen herübertönen. Dies rohe, unbekümmerte Pfeifen war ihr wie eine gute Vorbedeutung.
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Friedens. Vor dem Fenster breitete sich ein weiter «q Rasen aus, auf dem blühende Bäume ihre weißen fÄnt Zweige breiteten. Kam der Wind, dann sprühte W bei ein Regen von weißen Blütenblättern bis Ijinein IgV’Jng auf das Fenster der Veranda, das von duftenden HlMdje Hyazinthen und Mandelbäumchen in Kübeln um« FWid)
der Gießener Rudergesellschaft ist die Lahn auf der Strecke vom Felsen abwärts bis zum Wehr am 7. und 8. Juli in der Zeit von 8 bis 12 und von 14 bis 19 Uhr für jeglichen Verkehr (Schwimmer und Paddler) gesperrt. Wer dieser Anordnung zuwiderhandelt, hat eine Geldstrafe bis zu 90 Mark zu gewärtigen.
Schwurgericht Gießen.
Das Schwurgericht befaßte sich gestern mit der Karoline Fuchs aus Angersbach, z. Z. in Untersuchungshaft im hiesigen Landgerichtsgefängnis, die des Meineides bzw. des fahrlässigen Falscheides beschuldigt wurde. Die Angeklagte sollte in einem Prozeß gegen einen Werkmeister, bei dem sie in Arbeit stand, wissentlich falsche Angaben gemacht haben.
Nach dem Kaffee, den Celia mit Edele zusammen auf der kleinen Veranda eingenommen hatte, verabschiedete sich Celia mit den Worten:
„Ich habe nur einen kleinen Weg ins Dors, Kind, und bin gegen Abend wieder zurück! Wenn Sie irgendwelche Wünsche haben, klingeln Sie nur Paolo. Auch neue Bücher sind angekommen — ich habe sie Ihnen ins Zimmer gelegt."
„Ja, danke!" sagte Edele, und sonst nichts mehr.
Celia wunderte sich; bisher hatte Edele bei jedem der gelegentlichen Wege von Celia ins Dorf diese flehentlich gebeten, sie doch einmal mitzunehmen, sie käme um in dieser ewigen Gefangenschaft. Immer schwerer war es Celia geworden, den Bitten des Mädchens zu widerstehen; aber sie mußte hart bleiben, wollte sie sich nicht selbst in Gefahr bringen. So war sie sehr erstaunt, daß jetzt Edele keinerlei Versuch machte, ihrer Gefangenschaft einmal für einige Stunden zu entfliehen, sondern gleichgültig blieb.
Celia konnte nicht sagen, was es war; aber ein Gefühl der Unruhe hatte sie feit dem Besuch der Madame de Lormes nicht mehr losgelassen. Es war Zeit, daß Liewen zurückkam. — Wer weiß, ob man nicht doch einmal hinter das Geheimnis dieses Hauses und seiner Insassen kam?!
Auf dem Wege hinunter ins Dorf blickte sie sich nocheinige Male nach dem kleinen, bunten Hause um — aber sie sah nichts als auf der Loggia Edeles zarte, helle Gestalt, die nach dem Himmel ausschaute, wie sie es so oft tat.
Kaum aber war Celia hinter der Wegbiegung verschwunden, da kam die mühsam zurückgedrängte Erregung wie ein Fieber über Edele. Wie hatte sie gewartet, da Celia fort und außer Sehweite fein würde! Sie lief in ihr Zimmer zurück, horchte an der Tür — nichts regte sich, nur aus der Küche, in dem kleinen Nebengebäude, hörte man den Kreolen, der dort abwusch.
Edele stellte zwei schwere Stühle vor die beiden Türen, die aus ihrem Zimmer herausführten, denn sie hatte, obwohl selbst eingeschlossen, keine Möglichkeit, sich selbst gegen unberufene Eindringlinge zu sichern. Dann entnahm sie ihrem Schrank einen weichen weißen Schal, lief wieder auf den kleinen Balkon und knüpfte das Tuch an einem Pfosten fest.
Lustig flatterte es in dem Nachmittagwinde wie eine Fahne. Zitternd stand Edele da, an den
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Oer postzahlungsverkehr mit dem Ausland.
Don der Nachrichtenstelle des Reichspostministe» riums wird mitgeteilt:
Es sind Zweifel darüber aufgekommen, ob nach den letzten Erlassen der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung auch jetzt noch Zahlungen durch Postanweisungen ins Ausland zulässig sind. Der Reichspostminister gibt unter Zustimmung der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung und der Reichsbank hierzu bekannt, daß vom l.Juli an Postanweisungen und Postüberweisungen ins Ausland ober ins Saargebiet nur noch zulässig sind, soweit sie auf Grund der dem Absender zustehenden Freigrenze von 50 RM. je Kalendermonat geleistet werden und der eingezahlte Betrag — wie bisher bei Postanweisungen — im Reisepaß des Absenders eingetragen wird. Bei Aufträgen im Poftscheckverkehr muß der Auftraggeber feinen Reisepaß mit dem Auftrag entweder an das Postscheckamt einsenden oder einer Postanstalt vorlegen, bei der die Eintragung besorgt wird.
Bei Beträgen bis zu 10 RM. monatlich ist — wie bisher — die Eintragung im Reisepaß nicht erforderlich. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß die Freigrenze nur für Zahlungen aus eigenen Mitteln des Absenders in Anspruch genommen werden darf. Die mißbräuchliche Ausnutzung der Freigrenze, insbesondere die Inanspruchnahme fremder Pässe bei Zahlungen nach dem Ausland oder dem Saargebiet, wird strafrechtlich verfolgt.
Alle übrigen Zahlungen an Ausländer oder Saarländer auf Grund von Genehmigungen der Devisenstellen können bis auf weiteres nur durch Banken ausgeführt werden. Die Versendung oder Verbringung von Reichsmarknoten und die Versendung von in- und ausländischen Geldsorten in gewöhnlichen Postsendungen aller Art ist nach wie vor nach den geltenden Devisenbestimmungen uw zulässig und strafbar.
Nachnahmen und Postaufträge aus dem Ausland und dem Saargebiet nach Deutschland und ferner solche Nachnahmen und Postaufträge aus Deutschland nach dem Ausland und dem Saargebiet, deren eingezogene Beträge einem Postscheckkonto im Bestimmungsland der Sendungen überwiesen wer- den sollen, sind vom l.Juli an nicht mehr zu- |gugnJ'ep
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« Sinfdja nuji (juyc|icu4. W
Hier endete der Bries. Edele las ihn und bewegte ^'^rung die Lippen als wollte sie ihn auswendig lernen.
Sie mußte sich Wort für Wort des Rettungsplanes . einprägen, denn sie wagte nicht, den verräterischen WkrhZl Zettel bei sich zu behalten. hen ’S
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