Die Vereinheitlichung des Gesundheitswesens
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Ganh im Prozeß gegen den Mörder Meißner aus Gollmüh (kreis Schwerin), der am 18. Juni denAmtswallerLlsholzaus politischen Beweggründen ermordet hatte, gemäß dem Anträge des Oberstaatsanwaltes folgendes Urteil: Der Angeklagte istdesMordes schuldig. Zugleich ist er schuldig, es unternommen zu haben, einen Amtswalter der USDAP. aus politischen Beweggründen zu töten. Er wird deshalb zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt.
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n u n g der damals sich noch nationalsozialistisch nennenden Partei, aber nicht deren Auflösung gefordert worden. Der jetzige Ministerratsbeschluß spricht auch von einer Auflösung der Organisationen. Es ist hiermit anzunehmen, daß nicht die Partei selber aufgelöst werden soll. Immerhin überrascht der Ministerratsbeschluß insofern, als die NEDR. in einer letzthin in Kronstadt abgehaltenen Versammlung sich in besonders klarer und unzweideutiger Weise als loyale, staatserhaltende Partei innerhalb der mäw^hen Staates erklärt hatte.
der Niederlande hat Reichsminister Freiherr von Neurath an den königlich niederländischen Minister des Auswärtigen ein Beileidstelegramm gesandt. Ferner hat heute der Chef des Protokolls, Gesandter Graf von Bassewitz, dem königlich niederländischen Gesandten in Berlin einen Besuch abgestattet, um ihm das Beileid der Reichsregierung zum Ausdruck zu bringen.
Nie Frontkämpfer und das Kabinett Noumergue.
Paris, 5. Juli. (DNB. Funkspruch.) Auf einer Veranstaltung der nationalen Vereinigung der ehemaligen Frontkämpfer verlangte ein Abgeordneter die Auflösung der Kammer, die Herabsetzung der Zahl der Abgeordneten und eine Verstärkung der Befugnisse des Präsidenten der Republik. Der Vorsitzende verlas eine Entschließung, nach der das Kabinett Doumergue nicht den Erwartun-
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Die Feier des amerikanischen Unabhängigkeitstages hat auch in diesem Jahre wieder etwa 100 Menschenleben gefordert. Im Gegensatz zu früher ist jedoch nur ein einziger durch einen Feuerwerkskörper tödlich verletzt worden. Jedoch wurden in der Stadt Neuyork allein 1900 Personen, m e i st K i n d e r, durch Feuerwerksexplosionen mehr oder minder schwer verletzt, obwohl die Polizei in den letzten Tagen ihr möglichstes tat, um den Verkauf unvorschriftmäßig hergestellter Feuerwerkskörper zu unterbinden.
Unfreiwillige Taufe.
In Bayonne bei Neuyork brach eine Holzbrücke zusammen, auf der sich etwa 200 Menschen befanden, die einer Taufe von N e - ger-Baptisten zusahen. Sämtliche Zuschauer stürzten ebenfalls ins Wasser, konnten aber alle wohlbehalten ans Land gebracht werden.
Kleine politische Nachrichten.
Der Führer stattete Montagnachmittag dem erkrankten R e i ch s m i n i st e r Dr. Schmitt in dessen Wohnung in Dahlem einen Besuch ab, der eine Stunde dauerte. Der Reichsminister hatte infolge eines Ohnmachtsanfalles am 28. Juni 1934 bis jetzt das Bett hüten müssen, doch ist er jetzt wieder soweit hergestellt, daß er morgen einen längeren Erholungsurlaub wird antreten können.
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In der deutschen Gesandtschaft in K o w n o wurden durch Steinwürfe mehrere Fensterscheiben zertrümmert. Die beiden Täter konnten von dem wachhabenden Polizeibeamten sofort verhaftet werden. Es handelt sich um K o m m u - n i st e n.
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Der Reichsminister des Inneren hat die für die uniformierten Reichsbeamten getroffene Anordnung, daß die Landeskokarde an der Dien st mütze durch das Hoheitszeichen der NSDAP, zu ersetzen ist, auf die uniformierten Landesbeamten ausgedehnt. Die uniformierten Landesbeamten tragen also künftig gleichfalls im oberen Mützenstreifen das Hoheitszeichen der NSDAP., im unteren Mützenstreifen die schwarzweißrote Kokarde. Die für die uniformierte Polizei und die Gendarmerie getroffene Sonderregelung wird hierdurch nicht berührt.
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Todesurteil gegen den Mörder des Amtswalters Curt Elsholz
M e s e r i h, 4. Zull. Am Mittwoch um 19.30 Uhr verkündete der Vorsitzende des in rNeserih tagenden Elblnger Sondergerichtes, Landgerichtsdirektor
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Hofen unternahm unter Führung ihres Lehrers einen Ausflug zurWerfenerHütteamHoch- t r 0 h n. An einer sonst ungefährlichen Stelle stürzte der zehnjährige Schüler Kat st aller etwa 50 Meter tief ab, wobei er durch mehrmaliges Ueberschlagen schwere Verletzungen erlitt, die feinen Tod zur Folge hatten. — Zwei reichsdeutsche Bergsteiger, Josef Kappelmann und Else Wurganski aus Berlin, verstiegen sich beim Abstieg von der Boe-Spitze im Fassa-Tal (Dolomiten) und stürzten gegen ein Wildbach-Bett ab. Während sich die Dame nach etwa 100 Meter festzuhalten vermochte, stürzte Kappelmann in die Tiefe und blieb tot liegen. Drei Bergführer bargen trotz Unwetters und Nebels seine Leiche. Die Dame hat nur leichte Hautabschürfungen erlitten. — Ein Tourist aus Magdeburg ist von der Ostwand der G r 0 - ß e n Zinne tätlich abgestürzt. Von einem anderen Bergsteiger wurde beobachtet, wie er etwa 200 Meter tief fiel und in einer Schneerinne zwischen der Kleinen und Großen Zinne liegen blieb. Seine Personalien konnten noch nicht festgestellt werden.
Zum Tode verurteilt.
Das Schwurgericht Weimar verurteilte den neunzehnjährigen Alfred Schlegel wegen Mordes zum Tode. Der Verurteilte hatte einen Arbeitskameraden mit einem Beil erschlagen, um in den Besitz der Barschaft des Getöteten zu gelangen. Der Täter fand bei dem Erschlagenen einen Betrag von 46 Mark, den er an sich nahm. Bereits während einer Gerichtsverhandlung im April war die außerordentliche Gefühlskälte des Angeklagten aufgefallen, und
Schlaglöcher und Ruffchasphalt
Autostraßen unter der Lupe.
„unter die Lupe". Die Arbeit gliedert sich roh gesehen, in zwei große Gruppen. Einmal wird das vorhandene Straßenbaumaterial einer Zerreißprobe unterzogen. Der Physiker sucht also mit einer Reihe von feinsinnig konstruierten Spezialmaschinen und Apparaten die verschiedenen Pflastersorten und Straßenbelage, wie wir sie heute haben, auf ihre Haltbarkeit, Zähigkeit und Abnutzung genauestens zu prüfen. Einzelne Pflasterteile werden einer überhöhten Inanspruchnahme ausgesetzt und dabei in den einzelnen Wirkungserscheinungen peinlich gemessen. Ueber- tragen gibt das dem Forscher das Bild, das er sich von der Abnutzung der Straße durch den gesteigerten Verkehr machen kann. Zwei „private" V e r - suchs st raßen bilden eine sehr wesentliche Ergänzung der Experimente im Laboratorium.
Die zweite Aufgabengruppe des Instituts zielt auf die Erforschung neuartiger Zusammensetzungen des Straßenbelages und der Bindemittel. Hier ist der Chemiker an der Arbeit. Teer und Kalk, Feststeine und Kunststeine werden auf ihre Reaktion gegenüber mechanischen und atmosphärischen Einflüssen geprüft. Und nicht zuletzt werden hier oöllia neue Baustoffe speziell als Straßenbaumaterial gefunden werden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß wir einmal auf Straßen aus Holz und Gummi fahren. Schließlich werden in dem Institut nach größeren, folgeschweren Unfällen Teile der betreffenden Straßendecke genauestens untersucht, um daraus Rückschlüsse für die Entstehung des Unfalls zu ziehen und aus den Ergebnissen der Untersuchung vorbeugende Mittel zur Verhütung des Unfalls zu finden.
gen der Frontkämpfer entsprochen habe. Es sei bedauerlich, daß der Justizminister nicht die Schuldigen der letzten Skandale zur Rechenschaft gezogen habe. Die Entschließung lehnte jedoch mit Rücksicht auf die gespannte internationale Lage die Herbeiführung einer Regierungskrise ab und schlägt vor, die der Regierung gesetzte Frist vom 8. Juli auf den November zu verschieben. Bis dahin aber solle die Entscheidung fallen. Die Entschließung fand großen Beifall.
Ner Zankapfel Abessinien.
Die Italiener sind seit geraumer Zeit über die Aktivität der Japaner in Abessinien verschnupft. Was sie von Anfang an vermuteten, hat sich inzwischen bestätigt: Japan will ihnen den abessinischen Markt abnehmen. Aber ganz so einfach ist das nicht. Abessinien ist ein Binnenland, es ist auf die Verkehrseinrichtungen des italienischen Kolonialbesitzes angewiesen. Und da scheinen nun »wieder die Italiener den Japanern einige Schwierigkeiten bei der Durchfuhr ihrer Erzeugnisse zu bereiten. Ein englisches Blatt behauptet, daß Abessinien Mit den Japanern gemeinsame Sache gemacht und sich gegen Italien gestellt habe, so daß von einem ernsten Konflikt gesprochen werden könne. Läßt man alle Uebertreibungen fort, dann bleibt aber doch als Rest die Tatsache zurück, daß die Japaner gerade dort zur Offensive übergegeangen sind, wo die ganz gewiß nicht auf Rosen gebettete italienische Industrie erhebliche Mengen ihrer Erzeugnisse bisher absetzte. Daß Italien den abessinischen Markt nicht so ohne weiteres aufzugeben gedenkt, kann ihm niemand verübeln.
Die rumänisch-russische Annäherung.
B u k a r e st, 5. Juli. (DNB.) Außenminister T i t u l e s c u begründete vor dem Auswärtigen Ausschuß des Parlaments die Wiederaufnahme normaler Beziehung'en zu Sowjet r u ß l a n d. Titulescu führte aus, daß Rumänien bis zum 9. Juni 1934 zu seinem Nachbarn im Osten keine Beziehungen unterhalten habe, während di^er immer mehr Fühlung im internationalen Sinne nehme, und wahrscheinlich auch demnächst einen Sitz.im Völkerbund einnehmen werde. Die Notwendigkeit einer Normalgestaltung des Verhältnisses zu diesem Nachbarn bestehe um so mehr, als man anscheinend vor dem Abschluß zweier wichtiger Pakte stehe, eines Paktes der Mittelmeerstaaten und eines O st - locarno, an dem Frankreich, die Tschechoslowake?, Polen, Rumänien und Sowjetrußland interessiert seien. Titulescu hob hervor, daß Sowjetrußland jetzt durch die Anerkennung der Souveränität- rechte Rumäniens über Bessarabien gleichzeitig Bessarabien als rumänischen Besitz anerkenne, während noch im Jahre 1932 in Riga die russischen Unterhändler erklärt hätten, daß sie niemals einen Vertrag unterzeichnen würden, in dem Bessarabien als rumänischer Besitz bezeichnet werde.
Gegen die Wiederaufnahme der Beziehungen sprachen sich der Führer der Liga für christlich- nationale Verteidigung Professor C u z a , der Führer der Dissidenten und Liberalen Partei Georg Bratianu und der Führer der Nationalagrarier G 0 g a aus. Georg Bratianu meinte, daß Rüsiiä- nien noch nicht genügend militärisch vorbereitet sei, um die Beziehungen zu Rußland wieder aufnehmen ^u können. Ministerpräsident Tatarescu legte Gewicht auf die Feststellung, daß aus militärischen Gründen keine Gefahr für Rumänien bestehen ckönne, denn Rumänien sei eben im Begriff, sein Schwert zu schärfen, also sein Rüstungsprogramm durchzuführen.
Oie nationale Erneuerungsbewegung der Deutschen in Rumänien.
Bukarest, 4. Juli, (DNB,) Der Ministerrat , beschloß die Auflösung der Organisation . d er deutschen Minderheit, die gegen die Bestimmungen des Sondergesetzes zum Schutze 1 des Staates verstoßen. Durch diesen Ministerrats- l beschluß sollen offenkundig die Organisationen der I NEDR. (Nationale Erneue rungsbewe- \ gung der Deutschen in Rumänien) ge- । troffen werden. Die Auflösung der Verbände , und Arbeitslager der NEDR. war seinerzeit von der Regierung im Wahlpakt mit der deutschen Parlamentspartei gegen Zusicherung des bisherigen deutschen Mandatsbetzes ausbedungen ! worden. Im Wahlvakt war ferner die U m b e n e n- »
es war die Frage zu klären, ob nicht verminderte Zurechnungsfähigkeit in Frage komme. Der medizinische Sachverständige bekundete nun, daß eine Geistesstörung bei dem Angeklagten nicht vorliege. Dagegen seien Schwachsinn und Gemütsdefekt festgestellt worden. Das Gericht schloß sich dem Antrag des Staatsanwalts auf Todesstrafe an in der Ueberzeugung, daß der Täter mit Ueberlegung gehandelt habe und der § 51 nicht in Frage komme.
Durch ein Autounglück 10 Kinder schwer verletzt.
In der Nähe des wegen schwerer Verkehrsunfälle berüchtigten Langenberger Vorspannberges bei Gera fuhr ein Lastkraftwagen, der mit Schul- k i n d e rn von Köttichau bei Weißenfels nach der ^>aale-Talsperre unterwegs war, mit großer Wucht 9 e gen einen Straßenbaum. Die Insassen des Wagens wurden auf die Straße geschleudert. 10 Kinder sind schwer verletzt worden. Sofort nach Bekanntwerden des Unalücksfalles begab sich die Staatsanwaltschaft nach Langenberg, um den Füh- r e r des verunglückten Wagens zu verhören- Dieser sagte aus, daß er bereits am Dienstag eine Fahrt nach der Saale-Talsperre unternommen habe. Nach feiner Rückkehr habe er noch eine Nachtfahrt aussühren müssen. So habe er nur 2 Stunden in einem Omnibus schlafen können. Um 5 Uhr habe der Lastkraftwagen für den Schulaus- flug, der einen so tragischen Ausgang nahm, fertiggemacht sein müssen. Er habe vor Müdigkeit den Anprall an Öen Baum gar nicht bemerkt. Mit dem Fahrgestell sei er noch etwa 100 Meter weitergefahren und dann erst habe er sein Gefährt, durch das laute Schreien der verunglückten Kinder aufgeschreckt, zum Stillstand gebracht. Hinter dem Unglückswagen fuhr der von dem Besitzer des Unternehmens gesteuerte Omnibus, in dem sich die Eltern der verunglückten Kinder befanden.
Acht Schwerverletzte bei einem Kraftwagenunglück.
In der Nähe von Veckerhagen bei Kassel kamen drei Omnibusse von der Sababurg und wollten beim Forsthaus Hemelberg in die nach Kassel führende Straße einbiegen. An der Kreuzung versagte bei einem Wagen d i e Bremse, so daß er 300 bis 400 Meter zurückrollte und nicht mehr zum Halten zu bringen war. Der Fahrer lenkte ihn schließlich in einen Graben. Dabei wurde die hintere Wand herausgedrückt. Acht Personen erlitten schwere Verletzungen, davon eine einen Schädelbruch und eine zweite einen Wirbelsäulenbruch.
Vierzig Personen unter Vergiflungserscheinungen erkrankt.
In Abranches (Frankreich) sind etwa 40 Personen nach dem Genuß von Wurstwaren an schweren Vergiftungserscheinungen erkrankt. Eine 70jährige Frau ist bereits im Krankenhaus gestorben. Der behandelnde Arzt hat die Todesurkunde verweigert, so daß eine Untersuchung angestrengt wird. Vierzehn Personen sind ins Krankenhaus eingeliefert worden, bei einigen von ihnen besteht Lebensgefahr.
Drei französische Fabriken zu gleicher Zeil niedergebrannt.
In der Nacht auf Mittwoch wurden in der Nähe von Lille drei Fabriken durch einen schnell um sich greifenden Brand vernichtet. Die Feuerwehren von Lille und Tourcoing trafen erst zweieinhalb Stunden nach der ersten Feuermeldung am Brandort ein und mußten sich darauf beschränken, die umliegenden Häuser vor dem Uebergreifen des Feuers zu schützen. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere Millionen.
Drei Todesopfer bei einem Tribüneneinsturz.
Auf dem Fußballplatz des Gefängnisses von Wel- fare Island (USA.) ereignete sich ein schweres Unglück. Während eines Fußballspiels der Gefangenenmannschaft stürzte plötzlich die Tribüne, von der aus die anderen Häftlinge dem Spiel zu- fahen, in sich zusammen. Drei Gefangene kamen ums Leben, 56 wurden verletzt.
100 Todesopfer des amerikanischen Unabhängigkeitstages.
Einrichtung der Aemter werde schrittweise den Erfordernissen der neuen Zeit und den Aufgaben an» gepaßt werden müssen. Eine Mehrbelastung der Gemeinden soll vermieden werden. Das Reich sei bemüht, durch Zuschüsse an die Länder einzugreifen.
In der Begründung zum Gesetz über die Vereinheitlichung des Gesundheitswesens heißt es u. a.; Mit dem Tage, an welchem der Durchbruch des Nationalsozialismus endlich dem Grundsatz Geltung schaffte, daß der Wert der Einzelperson nur nach dem Grabe ihres Nutzens für das Volksganze bemessen werden kann, war in erhöhtem Maße die Notwendigkeit gegeben, im öffentlichen Gesundheilsdienst eine durchweg
Aus aller Welt.
Opfer der Berge.
Der 19jährige Franz Lauscher aus Wien befand sich mit zwei Begleitern auf einer Kletter- tour auf dem Peilstein (Salzburg). An einer Wand glitt er auf dem feuchten Gestein aus und stürzte ab. Seine Begleiter konnten ihn am Seil sichern, doch schlug er mit dem Kopf mehrmals gegen die Felswand, wobei er einen Schädel- druch erlitt, der seinen Tod zur Folge hatte. — Beim Durchklettern der Dachstein-Südwand ist der 26jährige Karl Stelz etwa 250 Meter unterhalb des Dachsteingipfels infolge Erschöpfung liegen geblieben und nach kurzer Zeit verschieden. Eine Rettungsexpedition brachte die Leiche zu Tal. __Die 4. Klasse der Knabenvolksschule von Bischofs-
Die fortschreitende Motorisierung Deutschlands wie auch der Kampf gegen den Strahenunfall haben den Physiker und Chemiker gleicherweise auf den Plan gerufen, um an der Konstruktion der „A u t o st r a ß e von morgen" auf wissenschaftlicher Grundlage zu arbeiten. „Schlaglöcher" und „R u t s ch a s p h a l t" das find die beiden Schlagwörter, die den ganzen Fragenkomplex umschließen, wie er sich bei der Neuanlage von zeit- und zukunftsgemäßen Autostraßen ergibt. Im Rahmen der großen Arbeitsschlacht wird ganz Deutschland mit einem dichten Netz moderner Autobahnen durchzogen werden — ein Projekt, wie es in seiner Großzügigkeit und Weitsichtigkeit seinesgleichen auf der ganzen Erde suchen kann. Und in letzter Zeit haben wir die große Aktion gegen den Straßenunfall erleben können, bei der nicht zuletzt auch die Frage der Beschaffenheit der Fahrbahnen eine Rolle spielt. Die Zeiten des Straßenbaues von gestern, bei dem es allein galt, ein Stück Land zu planieren, mit etwas Schotter zu bewerfen und festzuwalzen, sind wohl für immer vorbei. Die Autostraße der Zukunft wird auf wissenschaftlicher Grundlage gebaut werden.
Das Berliner „Forschungsinstitut für Straßenba u", das der Technischen Hochschule in Charlottenburg angegliedert ist, wird in Zukunft eine erhöhte Bedeutung gewinnen. Es ist das einzige Institut seiner Art, das wir in Deutschland haben. Hier wird unter berufener Leitung von einem großen Stab wissenschaftlich vorgebildeter Physiker und Chemiker die für den Straßenbauer so notwendige und unerläßliche Pionierarbeit geleistet. Die Autostraße kommt hier gewissermaßen
meinben und Gemeindeverbände gingen dazu über, die gesundheitsfürsorgerischen Maßnahmen in Wohlfahrtsämtern "zusammenzufassen und besonderen Stadt - und Kommunalärzten 3U übertragen. Auch die ständige Erweiterung des Aufgabenkreises der Sozialversicherung und der Kriegsopferversvrgung führten zur Bestellung van Versvrgungs- und hauptamtlichen Vertrauensärzten. Alle Parteiorganisationen, aber auch das Rote Kreuz und die karitativen Verbände, sowie die gesamte Aerzteschaft seien neben Stadt und Gemeinden auf bevölkerungspolitischem Gebiete betätigt worden. Diese wertvolle Mitarbeit könne nur dann von Erfolg sein, wenn sie von der Reichsregierung einheitlich geführt und gelenkt werde. Die Reichsregierung sei daher verpflichtet, Zentralen zu schaffen, in denen alle Fäden des öfentlichen Gesundheitsdienstes zusammenlaufen und in denen die technischen Untersuchungsmethoden der Neuzeit der Oef- fentlichkeit nutzbar gemacht werden könnten. Die staatlichen Amtsärzte würden in die Gesundheitsämter hautpamtlich eingegliedert. Weitere Aerzte, Beamte und Angestellte der Kommunaloer- roaltung würden, soweit sie bisher erfolgreich tätig waren, weiter beschäftigt oder übernommen. Die
völkerungspolitisch wichtig oder unwichtig, können vom Arzt zum Nutzen des Volksganzen nur dann in jedem Einzelfall zweckdienlich gelöst werden, wenn die Beurteilung nach Richtlinien erfolgt, die für das ganze Reich gleichmäßig Geltung haben.
Im Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses, in den Siedlungsgesetzen, in den Verordnungen zur Arbeitsbeschaffung, im Erbhofgesetz ist die Feststellung des gesundheitlichen Wertes der Einzelperson Voraussetzung für jede weitere Maßnahme. Auch die in Vorbereitung befindlichen bevolke- runggspoltisch bedeutungsvollen Gesetze würden einer der wesentlichsten Grundlagen entbehren, wenn das staatliche Gesundheitswesen nicht über Einrichtungen verfügen kann, die eine Bewertung der Einzelperson in dieser Hinsicht einwand - frei und gleichmäßig sichern. Aber auch die Durchführung aller sonstigen Forderungen der Volksgesundheit, ferner die Sichtung des Beamten- und Angestelltenstandes hinsichtlich der Leistungsfähigkeit des einzelnen, die Beurteilung der Zweckmäßigkeit fürsorgerischer Maßnahmen und die Durchführung einer zielbewußten Sozialversicherung setzt eine einheitliche Organisation des öffentlichen Gesundheitsdienstes- voraus.
Der Schutz der Volksgemeinschaft vor Fehlurteilen verlangt dabei, das dem uuterfuchenden und feststellenden Arzt die modernen Hilfsmittel der Untersuchungstechnik zur Verfügung stehen, und daß er sich ganz seinen ärztlichen Aufgaben im öffentlichen Gesundheitsdienst widmen kann, sei es, daß er diese Methoden selbst anwendet, sei es, daß er da, wo spezialistische Untersuchungen Anwendung finden müssen, sich Personal und Einrichtung eines hierfür geschaffenen Amtes und der daran angeschlossenen Anstalten zunutze macht und das Ergebnis nach einheitlichen Richtlinien für das Ganze wertet. Denn der Staat kann seine Maßnahmen zur Volksgesundung nur auf zuverlässige und objektive ärztliche Feststellungen gründen.
Dr. Gütt äußerte sich weiter über das Gesetz zur Bekämpfung der Papageienkrankheit. Er wies auf die außerordentliche Ansteckungsgefahr bei dieser Krankheit hin, die seit fünfzig Jahren sich wiederholt in Europa gezeigt habe und seit 1929 endemisch zu werden scheine. Seit 1929 seien in Deutschland 155 Erkrankungen an Papageienkrankheit, darunter 31 Todesfälle, zu verzeichnen. Im Jahre 1934 habe sich die Krankheit
Berlin, 4. Juli. (DNB.) Der Leiter der Abteilung für Volksgesundheit im Reichsministerium des Innern, Ministerialdirektor Dr. Gütt, sprach vor der Presse über die vom Kabinett veraoschie- deten Gesetze auf dem Gebiete des Gesundheitswesens. Das Gesetz zur Vereinheitlichung des Gesundheitswesens, so führte er u. a. aus, entspreche einem dringenden Bedürfnis. In immer größerem Umfange seien fürsorgerische Bestrebungen von Selbstverwaltungskörpern ausgenommen worden. Die staatlichen Medizinalbeamten hätten sich infolge Überlastung diesen neuen Aufgaben nur zum Teil widmen können. Die Ge
irn öffentlichen Gesundheitsdienst eine durchweg erheblich verbreitet. In Berlin allein seien einheitliche Organisation für das ganze in einem halben Jahre 63 Erkrankungsfälle zu oer- Reich zu schaffen. Fragen, ob erbgesund oder erb- zeichnen, in Dresden etwa 30.
krank, leistungsfähig oder nicht leistungsfähig, be-1 ---------


