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gen und Künstlerischen seine letzte seelische Deutung erfahren wird. Wir grüßen den Führer, dessen Iugendtraum es einmal war, zu Ihnen zu gehören und bei Ihnen zu bleiben; der darüber hinaus aber zum genialen Baumeister des neuen Reiches wurde. Wir verehren in ihm den begeisterten und uner­müdlichen Förderer der großen Baupläne, die in ihrer Vollendung einmal unserer Zeit auch für die Jahrhunderte das monumentale Gesicht in Stein geben werden. Wir gedenken mit Wehmut und Trauer des großen Architekten Professor Ludwig Trost, der dazu berufen war, des Führers Bau­pläne zu verwirklichen, und den ein hartes und grausames Schicksal zu früh aus unserer Mitte riß.

Im Geiste des Baumeisters des Dritten Reiches mögen Sie, meine Herren, an die Arbeit gehen. Der Streit der Organisationen und Klique ist zu Ende. Von nun ab lautet die Parole: Hier gilt's der Kunst.

Mit einem Sieg-Heil auf den Führer und den Klängen des Dritten Brandenburgischen Konzertes von Bach fand die feierliche Stunde ihren Abschluß. Im Anschluß an den Festakt fände eine interne B e s p r e ch u ng des Reichsministers Dr. Goeb­bels mit dem Ministerpräsidenten Siebert, dem Kultusminister S ch e m m und dem Präsidenten der Reichskunstkammer Prof. Honig sowie anderen Herren statt.

EinRudolf-Heß-Krankenhaus" als ärztliche Forschungsanstalt für natürliche Heilweise in Dresden.

Dresden, 4. Juni. (DRB.) Am 5. Juni wird in Dresden ein Rudolf-Heß-Krankenhaus, Aerztliche Forschungsanstalt für natürliche Heilweise, seiner Bestimpiung übergeben. Der Beauftragte bei der Reichsleitung der NSDAP, für alle Fragen der Volksgesundheit Dr. med. Gerhard Wagner und der Oberbürgermeister der Stadt Dresden werden die Gesamtleitung des Hauses dem Oberarzt Dr. Jensen übertragen. Damit wird das bisherige Stadtkrankenhaus Johannstadt neben der Kranken- Heilung einem neuen Zweck zugeführt, nämlich bio­logische Forschungsstelle und Fortbildungsstätte für Aerzte zu sein. Der Stellvertreter des Führers hat in diesem Ausnahmefalle die G e - nehmigung zur Anwendung seines Namens gegeben, um durch dessen Einsatz das Interesse zu betonen, das er an der Erforschung der umstrittenen Methoden der naturgemäßen Heilung nimmt.

War bei aller umfassenden und gründlichen For- fchungs- und Lehrtätigkeit der deutschen medizini­schen Wissenschaft das Gebiet der biologischen oder Naturheilmethoden stark vernachlässigt worden, so wird der Arzt künftig im Rudolf-Heß-Krankenhaus in seiner Aus- und Fortbildung mit dem Werte und der Bedeutung der biologischen Heilweise ausreichend bekanntgemacht werden. In der Bevöl­kerung habe brefe Heilmethoden eine immer grö­ßere Anhängerschaft gefunden, das Volk hat zu einer solchen Art der Behandlung ein beson­ders großes Vertrauen. Um einer bedauer­lichen Entfremdung zwischen Volk und Arzt ent» gegenzuwirken und die Aus- und Fortbildung des deutschen Arztes auch nach dieser Richtung zu vervollständigen, wurde nach langen Vorarbeiten ein Werk geschaffen, für das es ein Vorbild in Deutschland' nicht gibt. Neben den klinischen Ab­teilungen erhält dasRudolf-Heß-Krankenhaus" eine Ernährungsabteilung, eine psycho - therapeutische, eine Abteilung für allge­meine biologische Methoden und eine hydrotherapeutische Abteilung. In engster Verbindung mit dem Krankenhaus wird ein Mut­terhaus für die Braune Schwestern­schaft errichtet.

Die Auswertung des Neichsberufsweitkampfes.

Berlin, 5. Juni. (DNB. Funkspruch.) Auf einer Tagung der Jugendleiter der Deutschen Arbeitsfront beschäftigte sich Obergebietsführer Artur A x m a n n, der Leiter des Sozialen Amtes, mit der Auswer­tung des Reichsberufswettkampfes und mit der so­zialen Arbeit in den Berufsgruppen. Es ist uns ge­lungen, so erklärte er, die zusätzliche Be- russschulung durch den Reichsberufswettkampf in der deutschen Oeffentlichkeit herauszustellen. Wir haben dabei festgestellt, in welchem Maße die Be­rufsausbildung noch zu wünschen übrig läßt. Die berufliche Ausbildung ist für uns nicht allein eine ständische und berufliche Frage, sondern vor allem im tiefsten Sinne eine politische Frage, und deswegen kümmern wir uns darum. Die deutsche Jugend hat darüber hinaus auch durch die Tat dem Ausland zeigen können, daß sie die Probleme der Gegenwart nicht auf dem Schlachtfelde, sondern in friedlicher Ar­beit lösen will. Wir wollen dafür sorgen, daß jeder einzelne alle Zweige seines Berufs kennenlernt, die Ganzheit seines Berufs er­lebt und damit im tiefsten Sinne zum Herrn seines Berufes wird. Darum sollen auch die A r b e i t s - kameradschaften auf alle gewerblichen Be­rufe ausgedehnt werden. Auch aus unserer Arbeit entsteht das neue Berufsausbildungs­gesetz. In diesem wird vor allen Dingen die Frage der Freizeit des Jungarbeiters gelöst werden. Heute hat der höhere Schüler sieben und mehr Wochen Ferien im Jahr, während der Jungarbeiter nach Erhebungen in Westdeutschland zwei, drei oder höchstens fünf Tage Urlaub bekommt. Gerade der Jungarbeiter hat aber am Tage zehn Stunden kör­perliche Arbeit zu verrichten. Er ist den Gefahren der Berufskrankheiten ausgesetzt und bat unter mangelhafter Hygiene zu leiden. Gerade die Jung- arbeiter müssen die ihnen gebührende Freizeit haben, und deshalb wird auch dieses Berufsausbildungs­gesetz im wesentlichen immer wieder unter dem Zeichen der Freizeit gefordert werden müssen.

Versiegender Iremdenstrom in Frankreich.

Das französische Volk hat bisher zu einem guten Teil vom Fremdenverkehr gelebt. Alljährlich er­gossen sich unübersehbare Scharen Amerikaner und Engländer, Deutscher und Angehörige anderer Staaten nach Frankreich hinein. Und jeder Reisende kam mit gut gefüllter Brieftasche, verließ franzö­sischen Boden zumeist erst wieder, wenn der letzte Hundertfrankenschein hatte daran glauben müssen. Doch der Fremdenstrom ist im Versiegen be- griffen. In Paris sieht es schon lange öde aus. Die Vergnügungsstätten weisen nur einen dürftigen Be- such auf, die Fremdenführer stehen schimpfend und gelangweilt in den Straßen herum. Interessant ist eine Statistik über den Fremdenbesuch: 1929 kamen 1911000 Fremde nach Frankreich; 1933 waren es nut noch 931000.

Deutschlands leerer Stuhl in Genf.

Henderson regiFühlungnahme mitOeutschland an.-Daspräsidium kommt zu keinemEnischluß

Genf, 4. Juni. (DNB.) lieber die Montag­sitzung des Präsidiums der Abrüstungskonferenz, die hinter verschlossenen Türen stattfand, wird vom Sekretariat ein ausführlicher Bericht ausgegeben. Dem Bericht ist folgendes zu entnehmen:

Henderson erklärte, die verschiedenen Fragen der Abrüstung und der Sicherheit hätten den Gegen­stand langer Erörterungen gebildet mit Ausnahme der Frage der Ausführungsgarantien. Es feien offenbar' keine großen Aussichten für eine Lösung vorhanden, solange nicht die ern­sten politischen Schwierigkeiten über­wunden seien.

Das Präsidium mühte also dem Hauptausschuh eine Methode empfehlen, die es ermöglichen würde, die Meinungsverschiedenheiten noch wei­ter auszuräumen, um eine Beteiligung Deutschlands an den Bemühungen um den Abschluß eines Abkommens herbeizuführen. Henderson regte an, daß das Präsidium den Hauptausschuß auffordern solle, die notwen­digen Maßnahmen zu treffen, um durch Zu­sammenarbeit der Staaten zum Ab­schluß eines Abkommens zu gelangen.

Er sei überzeugt, daß das Präsidium jeden Sicherheitsvorschlag begrüßen werde, der zu einem Abrüstungsabkommen führen könne. Er frage sich nur, ob es nicht notwendig wäre, auf Verhandlung en Zwi­schen d en interessierten L ä n d e r n zu- rückzugreifen, ehe man zu einer ersprießlichen Aus­sprache innerhalb der Konferenz kommen könne. Wenn der Hauptausschuß dieses Verfahren billige, wäre es angezeigt, die Erörterung der vorgelegten Entschließung auf d i e nächste Woche-zu vertagen, solange kein Fortschritt erzielt sei.

Außenminister Barthou erklärte: 14 Staaten hätten verlangt, daß die Sicherheitsfragen die Arbeiten der Konferenz beherrschen. Wie könne man den Meinungsaustausch auf Sonderverhand­lungen zwischen einzelnen Staaten beschränken? Er glaube nicht an die Nützlichkeit eines dem Präsi- benten zu erteUenben Auftrages, b i e Stanb - punkte Deutschlanbs unb Frankreichs aneinanber anzunähern. Am heutigen Vormittag habe in ber Saarfrage eine Verftänbigung erzielt werben können. Warum sollte nicht auf an» ber em Gebiet eine Annäherung herbeigeführt werben können? Jebenfalls fei bie Konferenz mit ber Sicherheitsfrage befaßt. Es fei ihre Aufgabe, sie zu erfüllen.

Norman Davis erklärte, die Sicherheits­frage könne leichter gelöst werden, wenn Deutschland da wäre und wenn man mit ihm über ein Abkommen, das sich auf die Sicherheit und auf die Abrüstung beziehen würde, verhandeln könnte. Nach ameri­kanischer Auffassung sei die beste Art, zur Sicherheit zu gelangen, die Abrüstung, und Amerika sei wie viele andere Staaten an einer Sicherheit ohne Abrüstung uninteressiert.

Der englische Vertreter Eden war mit allen Vorschlägen des Präsidenten einverstanden. Jrn November v. I. habe die Konferenz die Aufnahme diplomatischer Verhandlungen empfohlen, weil sie wußte, daß die Anwesenheit Deutsch­lands unerläßlich sei, um auf dem Gebiete der Sicherheit und der Abrüstung zu arbeiten. Eine Verständigung habe jedoch nicht erzielt werden können. Man müsse zunächst tatsächlich an bie gro­ßen politischen Fragen Herangehen. Er halte es nicht für richtig, das Feld der Konferenz, wie Litwinow das vorgeschlagen habe, zu erwei­tern. Der türkische Vorschlag der Regionalpakte scheine etwas Anziehendes zu haben. Aber die Konferenz habe nicht die Aufgabe, bei der Aus­arbeitung solcher Abkommen behilflich zu sein. Er würde es bedauern, wenn bie Konferenz Fragen erörterte, mit benen sie Gefahr liefe, ihre Autorität zu Derminbern.

Der schwebische Außenminister S o n b I e r er­klärte, man müsse bie Lage berücksichtigen, bie sich aus ber tatsächlichen Aufrüstung ergebe, bie Gleich­berechtigung müsse in einem Maße verwirklicht werben, bas keine Offensivbrohung bebeute. Um bas Werk ber Abrüstung fortzusetzen, müsse man bie britische Denkschrift vom 29. Januar mit ben anbe- ren Noten unb ber Erklärung ber sechs Mächte ver- binben. Es sei auch notroenbig, in Beratungen mit einem abwesenben Staat einzutre­ten. Der schweizerische Bunbesrat Motta meinte, man könne in ber gleichen Weise, wie bies auch bei ben Saaroerhanblungen geschehen sei, m i t Deutschland) in Fühlung treten. So mürbe man zu einem Abkommen gelangen, bas zwar unzulänglich, aber boch besser fei als bas Wettrüsten.

Henberson wieberholte ben Vorschlag, ihn zu ermächtigen, alle geeigneten Maßnahmen zu tref­fen, um bie Beteiligung aller Staaten einschließlich Deutschlanbs an ben Ar­beiten, bie zur Fertigstellung eines Abkommens führen sollen, zu erreichen. Nach fast vierstünbiger Dauer' ist bie Sitzung bes Präfibiums zu Enbe gegangen, ohne irgenbwelche Beschlüsse gefaßt zu haben. Im Verlauf ber Aussprache hatte ber Vorschlag Gestalt angenommen, einen Ausschuß aus Vertretern ber Groß­mächte, ber Urheber ber Entschließungsanträge unb den drei Präsidenten der Konferenz zu bilden, der über das weitere Vorgehen beraten sollte. Aber auch hierüber konnte keine Einigung erzielt wer­den. Es wurde lediglich beschlossen, die Beratun­gen am Dienstag nachmittag fortzusetzen.

Die Einsetzung eines Ausschusses scheiterte schließlich daran, daß sowohl Baron Aloisi als auch Barthou erklärten, baß sie in ihm lieber nicht vertreten sein möchten. Daraufhin schloß Hen­berson bie Sitzung mit der Erklärung, daß es besser sei, den Gedanken eines Ausschusses aufzugeben und bie Aussprache morgen fortzusetzen.

Paris ist enttäuscht.

Paris, 5. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Mon­tagssitzung bes Büros ber Abrüstungskonferenz fin- bet in Paris keinen freundlichen Wider­hall. Im Gegenteil, man hatte sich offenbar bereits in ber Sicherheit gewiegt, genügen!) Anhän­ger für bie französisch - russische Sicherheitsthese geworben zu haben, unb muß sich jetzt mit Verwunberung unb Erpörung vom Gegenteil überzeugen. Nach Ansicht fast aller Blätter hanbele es sich babei nur um ein Manöver, für bas die einen Hender­

son, andere den Lordfiegelbewahrer Eben unb noch anbere ganz allgemein bie Englänber und Italiener verantwortlich machen, bie burch ihre intensive Propaganda gegen basGespenst einer französisch-russischen Hegemonie" selbst die Ameri­kaner unb einen Teil ber Neutralen angesteckt hätten. Barthous A b l e h n u n g ber Anregung Henbersons, nochmals birekte Derhanblungen mit Deutschland aufzunehmen, wird um so mehr gebil­ligt als der Sicherheitsfaktor nicht nur als das A und O der französischen Völkerbundspolitik, son­dern auch als Bindemittel der immer enger wer- benden französisch - russischen Freunbschaft gilt. Oeuvre" glaubt, baß man sich wohl boch für eine Vertagung ber Konferenz bis Okto- b e r entscheiben werbe, unb baß in ber Zwischenzeit bie Regierungen bergut gewillten Völker 'ihre Sicherheitsorganisation fortsetzen würben, währenb man gegenüber Deutschlanb das für bie Saarabstimmung angeroanbte Verfah­ren wählen bürste, b. h. Derhanblungen zwischen Frankreich unb Deutschlanb burch Vermittlung eines Dreierkomi- tees. Barthou selber scheine einer berartigen Rege­lung nicht abholb zu sein.

Verschlechterung der Lage.

Wollen die Italiener sich von derKonferenz distanzieren?

ßonbon, 5. Juni. (DNB. Funkspruch.) In einer Reutermelbung aus Genf heißt es: Nach ftunbentangem heftigem Kampf hat sich gestern bas Büro ber Abrüstungskonferenz auf heute nach-

Genf, 4. Juni. (DNB.) Um 12.40 Uhr heute Mittag nahm ber Völkerbunbsrat bie ihm vorge- leate Entschließung über bie Saarabstimmung ohne jebe Abänberung einftimmig an. Die Sitzung begann gegen 12 Uhr. Der Vorsitzenbe bes Dreier-Komitees, Aloisi, rühmte bie 23er- stänbigungsbereitschaft Deutschlanbs unb Frank­reichs, bie biefe Einigung erst ermöglicht hätten. Die erreichte Einigung habe nicht nur ben Sinn, bie Abstimmung selber zu ermöglichen, sonbern sie solle auch als Grunblage für eine bes­sere Verftänbigung unb Zusammen­arbeit bienen.

Außenminister Barthou erwähnte, baß über bie Festsetzung bes Datums keinerlei Meinungs- verschiebenheiten beftanben hätten. Man habe keinen Augenblick baran gebucht, bas vertragliche Recht ber Bevölkerung zu minbern. Tatsächlich habe nur basür gesorgt werben müssen, daß bieses Recht in Freiheit unb Würbe ausgeübt wer­ben könne. Deshalb sei es unerläßlich gewesen, für bie Einwohner ber Saar, unb zwar für alle Einwohner, bie nötigen Garantien für bie Zukunft zu schaffen, was auch immer bas Schicksal bes Saargebietes fein werde. Barthou sagte dann, daß die Garantieen sich zunächst nur auf bie Abstimmungsberechtigten be« E Der Rat habe aber bie Möglichkeit, ihre shnung auf alle Einwohner bes Saar» gebietes, zu beschließen. Barthou betonte weiter, baß bie Autorität ber Regierungskom­mission bes Saargebietes unbebingt gewahrt bleiben müsse. Von jetzt an gäbe es im Saarge­biet keine Entschulbigung mehr für Gewaltakte unb Bebrückungen, Drohungen, Reben unb Runbfunk- fenbungen (Straßburger Senberl), bie bie Gemüter

Berlin, 4. Juni (DNB.) Vor bem Berliner Schwurgericht finbet bie Erwerbung ber beiben Polizeihauptleute Anlauf unb Lenk am 9. August 1931 auf bem bamaügen Bülow-Platz ein gerichtliches Nachspiel. 15 Kom­munisten wirb zur Last gelegt, sich an bem gemeinen UeberfaU auf bie beiben Polizeioffiziere beteiligt zu haben. Die Ermorbung ber beiben Polizeioffiziere ist bas Ergebnis eines wohl- burchbachten Planes gewesen, besten geistige Urheber bie früheren kommunistischen Abgeordneten Hans Kippenberger unb Heinz Neumann finb. Die Werkzeuge bieser kommunistischen Draht­zieher waren Mitglieber einer kommunistischen Terror- Organisation, bes sogenannten Drbnerbienftes Berlin » Branbendurg.". Diejenigen Kommunisten, bie bie Schüsse abgegeben haben, sinb ins Auslanb geflüchtet.

Der zuerst vernommene Angeklagte Michael Klause hatte sich bereits nach Beenbigung bes Krieges ber KPD. als Kurier zur Verfügung gestellt. 1929 würbe bann ber berüchtigteOrbner- b i e n ft " ber KPD. geschaffen, besten Zweck war, zur Vorbereitung ber kommunistischen Revolution eine bewaffnete Kerntruppe zu bilben. Klause würbe bann später zum Berliner Leiter bes Drbnerbienftes vorgeschlagen. Vorher sollte er jeboch noch einen Schulungskurs in Ruß- I a n b burchmachen. Seine Familie erhielt währenb feiner Abwesenheit von ber Parteileitung 150 RM. im Monat Unterstützung. Mit falschen Pässen aus- gestattete fuhren er unb mehrere anbere Kommu­nisten angeblich zu Montagearbeiten nach Moskau. Dort wurden sie über Strategie unb Taktik, sowie über Spreng- unb 23erbinbungsroefen unterrichtet. Dann würben Scharfschießübungen veranstaltet.

Bezeichnend sind die Ausführungen klauses über die Anweisungen, die sie in Rußland strengstens befolgen muhten. So war den Mit­gliedern des Kursus das Betreten be- stimmter Dl ft ritte in Moskau streng verboten; namentlich war ihnen untersagt, mit russischen Arbei­tern Fühlung zu nehmen, so daß sie über die wirkliche Lage keinerlei Kenntnisse erhalten konnten. Als im April

mittag vertagt. Alles, was sich sagen laßt, ist, baß bie Lage sich nicht gebessert, sonbern noch etwas verschlechtert hat. Der Pra- sibent ber Konferenz, Henberfon, gab dies offen zu. Der einbrucksvolle Umftanb ist, bah b i e Ansichten Henbersons unb ber briti­schen Delegation sich völlig becken. Zum erstenmal seit Beginn ber Abrüstungskonfe­renz ist es ber Fall, baß sie gänzlich auf einer Seite stehen. Henberson betonte, wie wichtig es sei, bie Teilnahme Deutschlanbs an ben Arbeiten ber Konferenz zu sichern. Er ersuchte um bie Er­mächtigung, bie Mitarbeit aller Staaten bei ber Fertigstellung eines Abkommens zu sichern. Dies würbe als ein Hinweis aufgefaht, baß Hen­berfon bie Eröffnung von Verhanblun» gen mit Deutschlanb anempfahl. Aber ent­gegen einer im Auslanbe verbreiteten Darstellung hat Henberson keinerlei unmittelbare ober mittelbare Anbeutungen ge­rn at^t, baß er selbst nach Berlin zu gehen wünsche.

Nach Schluß ber Sitzung erklärte Barthou, es sei nicht richtig, baß bie Meinungsverfchieben- heiten zwischen Großbritannien unb Frankreich größer geworben seien; im Gegenteil kämen sich beide Delegationen einanber näher. In ben Wanbel- gängen ber Konferenz ging am Montag bas Ge­rücht um, baß bie italienischen Vertreter viel­leicht binnen kurzem si ch an ben Arbeiten nicht weiter beteiligen wollten, ohne babei aber ben Sitzungen tatsächlich fern zu bleiben. Es würbe viel beachtet, baß Baron Aloisi sich an ber gestrigen Aussprache nicht beteiligt hat.

erregen unb auf beren Gefahr bie Regierungskom­mission hingewiesen habe, müßten in Zukunft unter­bleiben. Frankreich, bas mehrere taufenb Staats­angehörige im Saargebiet hat, habe ein besonberes Jntersse an ber Aufrechterhaltung ber Ruhe und Drbnung. Zum Schluß bankte Barthou bem Be­richterstatter, Baron Aloisi, in sehr freunblichen Worten für bie hervorragenbe Durchführung feiner Ausgabe unb behnte biefen Dank auch auf bie übrigen Mitglieber bes Dreier-Komitees aus.

Der britische Lorbgeheimsiegelbewahrer Eden lobte ben Geist ber Verstänbigungsbereitschaft, ber von ben beiben Regierungen bewiesen worben sei. Können wir", so fuhr er fort,bas nicht als ein gutes Vorzeichen für ähnliche B e - ft r e b u n g en auf anberen Gebieten be­trachten. Sicherlich könnte nichts ber Regierung Seiner Majestät willkommener fein, als bas Wach­sen unb bie Entwickelung von gegenseitigem Ver­trauen unb gutem Willen getragenen Beziehungen zwischen ben beiben großen Staaten, bie am meisten an ber Frage interessiert finb, mit ber wir uns heute befaßt haben."

Nach roefteren Glückwünschen für bas Gelingen ber Einigung sprach ber Präsibent ber Regierungs- kommission, Knox, bie Hoffnung aus, baß bie nun angenommene Entschließung bie nötige Ruhe im Lande wiederherstellen werde und bie für bie Volks- abftimmung unbebingt nötige Befriedung herbei­führen werbe. Der Berichterstatter Baron Aloisi dankte für die Glückwünsche. Der Präsident des Dölkerbundsrates erklärte zum Schluß, trotz ber vom Rat jetzt erfüllten Aufgabe blieben immer noch wichtige Fragen zu lösen. Er beantragte daher, daß das Dreier-Komitee seine Arbeiten fortsetze unb seine Befugnisse behalte.

1931 der Schulungskursus beendet war. wurde den Teilnehmern dringend geraten, über ihre Erfahrungen kein Wort verlauten zu lassen. Andernfalls würde es ihnen so ergehen, wie anderen Verrätern.

Die Reichsleitung besDrbnerbienftes" lag in Hän- ben bes früheren kommunistischen Abg. Kippen­berger. Da ein UeberfaU auf Anlauf am 8. Au­gust nicht geklappt hatte, befahl Kippenberger, ben UeberfaU am folgenben Tage auszuführen. Er be­stimmte, zwei Kommunisten als Schützen, während fünf andere Bewaffnete diese decken sollten. Weitere acht Mann, die keine Waffen hatten, sollten ben Rückzug ber Schützen sichern, inbem sie Verwirrung stiften sollten.Ich sah keine Möglichkeit mehr", so sagte ber Angeklagte,ben UeberfaU zu oer- hinbern unb mußte meinem Befehle gehorchen." Ich habe mir überlegt, baß es keinen Sinn hat, hier zu leugnen. Denn als Verräter werbe ich boch einmal über ben Haufen geschos- f e n werben. Db ich jetzt der Rache ber Kommune zum Opfer falle ober in vielleicht zehn Jahren nach meiner Entlassung aus bem Zuchthaus, ist mir bann egal. Deshalb will ich hier aUes sagen, was ich weiß."

Der Angeklagte Kuntz ist bereits wegen schweren Lanbfriedensbruches vorbestraft. Aus seiner Schilberung erfährt man, baß er schon feit ber ©rünbung bes Spartakus-Bunbes als Funktionär tätig war. Er befunbet, baß er an bem Samstag, als bie Ermorbung erfolgen sollte, sich gar nicht in Berlin aufgehalten hätte. Am Sonntag fei er im Liebknechthaus gewesen unb habe bort von ber Straße her Schüsse faUen hören. Es fei ihm jeboch nicht mehr gelungen, hinauszukommen, ba bie Polizei inzwischen bas Liebknechthaus abgeriegelt hatte.

Der Vorsitzende fragt hierauf den Angeklag­ten Klause, ob er seine belastenden Aus­sagen gegenüber der Darstellung seines Mit­angeklagten Kuntz aufrechterhalten wolle. Klause bleibt bei seiner Darstellung und erklärt: Selbst wenn ich hier freigesprochen werden würde, mein Urteil würde ich ja doch von der KPD. zu erwarten haben. Cs sollte

die Vereinbarung über die Saarabstimmung.

Moskau schulte deutsche Kommunisten für den Bürgerkrieg.

Bezeichnende Aussagen eines kommunistischen Angeklagten im Berliner Anlauf« Mordprozeß.