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wird die Staatsangehörigkeit entzogen. Vorher wurden mit derselben Verordnung zehn Wiener N a t i o n a l f o z i a l i st e n , darunter der Kammer­sänger 5 o e I (i,wegen Teilnahme an Terror­akten und staatsfeindlicher Tätigkeit" ausgebürgert, ebenso der Bezirksarzt Dr. Radauern wegen nationalsozialistischer Propaganda und Organisation der nationalsozialistischen Bewegung

An dem Grabe der nach dem Februaraufstand Hingerichteten und heimlich begrabenen Schutz­bundführer Weis! und Münichreiter versuchten Angehörige des aufgelösten Republi­kanischen Schutzbundes, eine Kundgebung gegen die Regierung zu veranstalten. Es war ihnen gelungen, die Gräber der beiden Hingerichteten fest­zustellen. An den Gräbern wurde ein Plakat ange­bracht, das Beschimpfungen gegen die Regierung enthielt.

Bundeskanzler Dollfuß plant einen Besuch in London.

Wien, 4. April. (DRV.) Bundeskanzler Dr. Dollfuß beabsichtigt, Mitte des Monats nach London zu reifen. Die auf den 19. April fest­gesetzte Eröffnung der österreichischen Ausstellung in London bietet den amtlichen Anlaß zu dieser Reise. An zuständiger Stelle wird hierzu erklärt, daß von maßgebender englischer Seite dem Bundeskanzler die Anregung zu seinem mehrtägigen Besuch in London übermittelt worden ist. Die endgültige Entscheidung über die Londoner Reise soll in den nächsten Tagen fallen. Der Bundeskanzler beabsichtigt, in London mit der Regierung in einen engeren Gedankenaustausch über die Oesterreich unmittelbar berührenden inter­nationalen Fragen einzutreten. Die österreichische Ausstellung in London wird durch den Handels­minister S t o ck i n g e r eröffnet werden.

Die Nichtangriffspakte zwischen Moskau und den Randstaaien verlängert.

Moskau, 4. April. (DNB.) Amtlich wird mit­geteilt, daß im Außenkommissariat die feierliche Un­terzeichnung der Protokolle über die Verlängerung des Nichtangriffs- und Schlichtungspaktes zwischen dem Rätebund einerseits und Estland, Lettland und Litauen anderseits stattfand. Der Außenkommissar wies dabei darauf hin, daß die Pakte erst in IV2 Jahren ablaufen.Der vor der Fälligkeit eingelöste Wechsel zeugt von gutem Willen und von einem Uebermaß an Friedensliebe. Durch den Streit zwischen benachbarten Ländern ist infolge der Unzufriedenheit mit bestehenden Verträgen in Europa Unruhe entstanden. Der Rätestaat hat eine Revision der bestehenden Verträge nie verlangt und beabsichtigt es auch nicht zu tun. Der Rätestaat, dem Chauvinismus, Nationalismus und Ras­sen- und nationale Vorurteile fremd sind, sieht feine Aufgabe nicht in Eroberung und Expansion und die Ehre seines Volkes nicht in der Erziehung im mili­taristischen Geist und Blutdurst, sondern im Ideal des Aufbaues einer sozialistischen Gesellschaft. Der Rätebund hat bei Aufrufen zur Festigung und Bei­behaltung des Friedens stets mit Ja geantwortet. Die an der Unterzeichnung des heutigen Protokolls beteiligten Staaten geben die Gewähr auch für die Zukunft, daß sie zusammen mit dem Rätebund und im Einklang mit ihm bei derartigen internationalen Befriedungsaktionen stets bereit sein werden, mit Ja zu antworten.

Spannungen in Spanien.

Madrid, 5. April. (DNB. Funkspruch.) Nach einer äußerst stürmischen Sitzung, bei der sich die Marxisten durch größte Unflätigkeiten ihren Geg­nern gegenüber auszeichneten, hat das spanische Parlament die Unter st ützung der nied­rigen Geistlichkeit genehmigt. Demnach er­halten alle diejenigen Priester, die ein Einkommen unter 7000 Peseta jährlich haben, Zweidrittel ihres früheren Gehaltes als Unterstützungsgeld. Dieser Erfolg im Kampf gegen die Laiengesetzgebung der Republik ist auf das energische Vorgehen der katho­lischen Volksaktion und der Agrarier zurückzufüh­ren.

In Saragossa haben die Syndikalisten gemeinsam mit den Sozialdemokraten er­neut einen 48ftünöigen General st reik vom Zaun gebrochen und wieder einmal das Leben die­ser Stadt lahmgelegt. Der Regierungspräsident hat diesen Streik für ungesetzlich erklärt und die Polizei sowie Militär zur Aufrechterhaltung der lebenswich­tigen Betriebe eingesetzt. In Malaga wurden mehrere Anschläge verübt, wobei ein Polizist er­schossen wurde. Ferner wird von dort ein großer Brand einer Nitratsudrik gemeldet, der großen Sachschaden verursachte, und bei dessen Löschung mehrere Feuerwehrleute leicht verletzt wurden.

Oer bulgarische Ministerpräsident plant einen Besuch in Berlin.

Sofia, 4. April (DNB.) Ministerpräsident M u s ch a n 0 f f wird sich am 9. April in Begleitung des Finanzministers Stephanoff und des National­bankpräsidenten Momtschiloff nach London und später nach Paris begeben, um dort die Verhand­lungen mit den Auslandsgläubigern des bulgarischen Staates über eine Neuordnung der Vor- und Nach­kriegsanleihen wieder aufzunehmen. Nach Abschluß der Verhandlungen wird der bulgarische Minister­präsident auch Berlin erstmalig einen Besuch abstatten.

Kein deutscher Waffenschmugqel an der afrikanischen Westküste.

Madrid, 4. April. (DNB.) Die spanische Presse brachte in großer Aufmachung Pariser Meldungen, wonach Deutschland einen Waffen- schmuggel an der afrikanischen Westküste, ins­besondere in den dortigen spanischen Besitzungen betreibe. Diese tendenziösen Nach­richten, die zunächst viel Staub aufgewirbelt hat­ten, werden heute von der spanischen Regie- jrunq offiziell als frei erfunden bezeichnet. Die Regierung stellt ausdrücklich fest, daß keiner­lei W a f f e n s ch m u g g e l dort ftattgefunben hat. Gleichzeitig betont der zuständige Minister, daß auch jene Gerüchte, wonach Spanien beabsichtige, in den dortigen Kolonialgebieten eine kriegerische Aktion vorzunehmen, falsch seien.

Kleine politische Nachrichten.

Der Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Niedersachsen Dr. Mar­tert, der gleichzeitig regierender Bürgermeister der Hansestadt Bremen ist, hat sein Amt als Treu- bänber niebergelegt, weil bie Treuhänber ber Arbeit nach bem Gesetz zur Ordnung ber nationalen Arbeit

Reichsbeamte werden, die neben diesem Amt ein anderes Amt nicht bekleiben können. Zu seinem Nachfolger ist ber bisherige Treuhänder für West- alen Dr. Josef Klein ausersehen.

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Reichsminister Stabschef Röhm hat die Ehren- ührerschaft des Deutschen Reichskrieger- b u n d e s K y f f h ä u f e r " übernommen. Stabs­chef Röhrn hat damit die besondere Verbundenheit der Obersten SA.-Führung mit der größten Organi­sation der Frontsoldaten sichtbar zum Ausdruck gebracht.

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Der Reichsführer der Technischen Nothilfe Otto Lummitzsch ist von seinem Po st en zu­rückgetreten. Der Reichsminister des Innern hat ihm seine Anerkennung für die durch die Grün­dung und langjährige Leitung der TN. dem deut­schen Volk geleisteten wertvollen Dienste ausgespro­chen. Mit der kommissarischen Führung der Techni­schen Nothilfe ist der Stellvertreter des Reichsführers der TN. H a m m p e beauftragt worden.

Gegen Preistreiberei im Ho-zbandel.

Berlin, 4. April. (DNB.) In Anbetracht der Tatsache, daß die Preise für Roh- und Schnittholz einen Stand erreicht hatten, der den Bestand ber beutschen Forst- unb Holzwirtschaft bebrohte, hatte bas Reichsministerium für Ernäh­rung unb Landwirtschaft eine angemessene Preissteigerung im Laufe des Jahres 1933 für berechtigt erachtet. In den letzten Wochen hat nunmehr bei verschiedenen Holzsorten, insbesondere auch bei Bauholz, die Aufwärtsbewegung ber Preise einen Grab erreicht, ber von bem Reichs­ministerium für Ernährung unb Lanbwirtschaft unter keinen Umftänben gebulbet wer­ben wird. Dieses hat baher bie Absicht, gegen bas Spekulantentum im Handel in rücksichtsloser Weise vorzugehen unb burch Festsetzung von Hoch st preisen für wichtige Holzsortimente ber Preistreiberei ein Enbe zu setzen.

Bauern, baut Flachs !"

Zu ben Textilrohstoffen, beren Einfuhr nach Deutschlanb kontingentiert unb ber Kontrolle ber Reichskommissare unterstellt worben ist, gehört auch ber Flachs. Die Verknappung bes Devisenein­gangs bei ber Reichsbank macht es notroenbig, bie Einfuhr von inbustriellen Rohstoffen unb bamit auch bie von Flachs nach Möglichkeit einzuschrän­ken. Der Flachs ist überbies, im Gegensatz z. B. zur Baumwolle, auch in Deutschlanb selb st ge­winnbar. Die beutsche Lanbwirtschaft brauchte nur mehr Flachs anzubauen, unb bie Einfuhr von auslänbischem Flachs würbe ganz ober zum weit­aus größten Teil entbehrlich werben. Wenn nun burch bie Einfuhrbeschränkungsmaßnahmen eine erhöhte Nachfrage nach Flachs erzeugt wirb, so verbessert sich baburch für bie flachsbauenbe beutsche Lanbwirtschaft bie Aussicht, ihre Flachs­ernte zu günstigen Bedingungen abzusetzen. Die Reichsregierung ist außerbem bestrebt, einen Teil bes Textilwarenbebarss ber inlänbischen Bevölke­rung auf Leinen umzustellen, weil bie beutsche Leineninbustrie ihren Rohstoffbedarf im wesentlichen mit deutschen landwirtschaftlichen Er­zeugnissen zu decken vermag. Wenn die Regierung daher in Voraussicht der kommenden Entwicklung jetzt die Aufforderung an die deutsche Landwirt­schaft richtet:Bauern baut mehr Flach s", so entspricht die Erfüllung dieser Forderung nicht nur ben nationalwirtschaftlichen unb bevisenpoli- tischen Notwenbigkeiten, fonbern auch ben eige­nen privatwirtschaftlichen Interes - sen ber fianbroirte. Durch ben Mehranbau von Flachs wirb nicht nur ber beutschen Leinen­inbustrie bie Besriebigung ihres wachsenben Roh- ftoffbebarfs gesichert, fonbern es wirb auch ber beut­schen Lanbwirtschaft eine neue Einkommensquelle gezeigt, bie vielleicht noch weit ergiebiger sein wirb, als sich heute schon übersehen läßt. Man barf barum mit Sicherheit annehmen, daß ber Appell an bie beutschen Bauern nicht vergeblich sein wirb, unb baß biese bie günstige Absatzlage für Flachs bazu benützen werben, mehr Flachs als bis­her anzubauen, damit bie beutsche Leinen­inbustrie in Bälbe ihren Bebarf an Flachs aus Er­zeugnissen bes deutschen Bodens zu decken vermag und vom ausländischen Rohstoffbedarf ganz un­abhängig wirb.

Die Bedeutung der Zins- fenkung für die Wirtschasts- belebung.

Berlin, 4. April. (VDZ.) Im Zentralblatt ber NSDAP, für Gemeindepolitik erörtert Bürger­meister Fischer (Burghausen) die Bedeutung einer Zinssenkung für ben Fortgang ber Arbeitsschlacht. Würben heute alle Zinssätze bei langfristigen Schul- ben von 6, 7 unb 8 v. H. auf 4 Prozent gesenkt, so bebeute bies die denkbar stärkste Wirtschaftsbe­lebung unb weitere Senkung ber Arbeitslosenziffer. Die große Bebeutung biefer Arbeitsbeschaffung er­gebe sich baraus, baß allein bie deutschen Hypo­thekenbanken über 6,2 Milliarben Hypotheken aus­geliehen haben. Bei einer Zinssenkungsaktwn konn­ten somit Hunderte von Millionen fürInstand- setzungsarbeiten flottgemacht werben. Besonders eingehend befaßt sich der Referent des Gemeindetages mit den Auswirkungen für bie © e m e i n b e n. Er stellt fest, daß, wenn heute er­freulicherweise erstmals wieder die Gemeinden ihren Haushalt zum Ausgleich bringen könnten, dies neben ber Senkung ber Arbeitslosenlasten das Er­gebnis der Verringerung ber Zins - unb Tilgungslasten durch bas Gemeindeumfchul- bungsgesetz sei In bieses Gesetz konnten allerbings nurbie kurzfristigenSchulden einbezogen werben. Die Gesamtschulden ber beutschen Gemem- ben betragen 11,3 Milliarben, von denen runb 7 Milliarben langfri ft i g find. Der Zinsen- bienft für biese Schulben beträgt jährlich 720 Mil­lionen. Der durchschnittliche Zins ber langfristigen Gemeindeschulden beträgt noch i m m e r 6,3 Prozent. MitRecht hat deshalb Staatskommissar Dr. Lippert auf ber kommunalpolitischen Tagung bes Nürnberger Parteitages bie Reichsregierung ge­beten, ben Zins für alle Gemeinbeschulben auf 4 Prozent herabzusetzen. Eine solche Her­absetzung würbe eine jährliche Entla ftu n g aller Gemeinbehaushalte um etwa 200 Mil­lionen Mark bebeuten. 200 Millionen Zms- erfparnis bebeuten bei 4 Prozent Zins unb 2 Pro­zent Tilgung für neues Gelb 3,3 Milliarben Kapi­tal. Würben bie beutschen Gemeinben nur ein Drit­tel bis bie Hälfte von biefer Summe für bie neuen Arbeitsbeschaffungsmöglichkeiten aufwenden, so be­beute bies eine gemeindliche Arbeitsb e - schaffung für 1 bis 1,5 Milliarden M k.

Kunst und Wissenschaft.

Zur Befriedung der Verhältnisse im Deutschen Chorwesen.

Der Präsident der Reichsmusikkammer hat ange­ordnet, daß alle in der Oeffentlichkeit bei der Ver­breitung musikalischen Kulturguts mitwirkenden Männergesangvereine ober -Vereinigun­gen bis zum 15. Mai 1934 bie Mitgliebschast ber Reichsmusikkammer zu erwerben haben. Die Mitgliebschast wirb burch Einglie- berung in ben 23 e r b a n bDeutscher Sän­ge r b u n b e. 23." erworben unb ist Voraus­setzung für b i e künftige öffentliche Betätigung.

Der Nachweis für ben Erwerb ber Mitgliebschast wirb burch eine Mitgliebskarte erbracht, welche ber Deutsche ©ängerbunb e. 23. ber einzel­nen Vereinigung ausstellt. Der gesetzliche Vertreter jeher Vereinigung ober eine von biefen beauftragte Person hat beim öffentlichen Auftreten einer solchen Vereinigung bie Mitgliebskarte bei sich zu führen unb auf Verlangen jebem Polizei­beamten vorzuweisen. Eine Männergesangsver- einigung, welche ben Nachweis ber Zugehörigkeit zum Deutschen Sängerbunb e. 23. nicht erbringen kann, wirb an ihrem öffentlichen Auftreten ver- hinbert.

21m bie Schach-Wettmeislerschaft.

Im Kurhaus zu Baden-Baben kam am Mittwoch- abenb die zweite Partie um bie Schach-Welt­meisterschaft zwischen Dr. A l j e ch i n unb Bogo- ljub 0 w zur Durchführung. Nach bem unentschie- benen Ausgang bes ersten Treffens mußte diesmal Bogoljudow eine Niederlage in Kauf nehmen. Der Weltmeister Dr. Aljechin tauschte ben Verlust eines Bauern gegen einen Stellungsvorteil ein unb brachte feinen Gegner fo in schwere Be- brängnis. Die schnell ablaufenbe Zeit tat ein wei­teres bazu, um es Bogoljubow unmöglich zu machen, bie Partie noch zu feinen Gunsten zu entscheiden. Die zweite Partie endete mit einem Erfolge Dr. Aljechins.

58. Tagung der Deutschen Gesellfchaft für Chirurgie.

Im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin wurde die 58. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Chi­rurgie eröffnet. Der Vorsitzende Kirschner- Hei­delberg gedachte dann der 29 Toten der Gesellschaft. Nach einem Hinweis auf das feit jeher in ben Kliniken unb Krankenhäusern verankerte unbe­schränkte Führerprinzip fuhr er fort: Aus all bem folgt eine wesensgebunbene, aus einer inneren Notwenbigkeit erwachsene Zugehörigkeit ber Chirur­gen zu ben Grunbsätzen unb Jbealen, bie heute unser großes deutsches Vaterlanb beherrschen unb

bewegen, unb uns mit bem unerschütterlichen Glau­ben an ben Wieberaufstieg unserer teuren Heimat erfüllen. Hieran schloß sich eine längere wissenschaft­liche Aussprache, in ber u. a. Lampe-Danzig, Olive- crona-Stockholm, Tönnis-Würzdurg, Jentzer-Genf, Peiper-Frankfurt, Schneiber-Breslau, Löhr-Magde- burg, Jorns-Jena, bas Wort ergriffen. Das Haupt­referat bes Nachmittags hielt Bauer- Breslau über bas Gesetz zur Verhütung erbkran­ken Nachwuchses. Er führte u. a. aus: Der Chirurg ist nicht nur als Operateur an ber Un­fruchtbarmachung beteiligt, er hat vielmehr auch einen wesentlichen Anteil an ber Ermittlung vieler Erbkrankheiten. Gerabe bie angeborenen erblichen Mißbilbungen kommen zur operativen Beseitigung zuerst in bie Hänbe bes Chirurgen. Hier zeigt sich bie wichtige Feststellung, baß ber Chirurg zwar am einzelnen Erbkranken viele Schüben äußerlich be­seitigen kann, baß aber eine Einflußnahme auf bie Erbmasse nicht möglich ist. Bei gegebener Schädi- gung ber Erbmasse muß baher bie Unfruchtbar­machung erfolgen, auch wenn beim erbkranken Jn- bioibuum ber äußere Schaben wirkungsvoll repa­riert ist. Hier gibt bas Gesetz ben Chirurgen neue Pflichten unb neue Verantwortung.

Hansi Niese f.

Die bekannte Schauspielerin Hansi Niese erlitt in Wien bei einer Ausführung im Konzert­haussaal einen Schlaganfall unb starb auf bem Transport ins Spital. Hansi Niese war nicht nur eine ber berühmtesten Wiener Schauspielerinnen, fonbern auch im Reich, befonbers in Berlin, burch Gastspiele bekannt. Die Künstlerin ftanb im 59. Lebensjahr. Ihre Hauptstärke war bas Volksstück. Ihr Gatte, ber bekannte Wiener Schauspielbirektor Joseph Jarno, ging ihr vor einigen Jahren im Tob voraus.

Paul krannhals zum Chrenboktor der Universität Marburg promoviert.

Dem Kulturphilosophen Paul Krannhals (Ber­lin) würbe auf einstimmigen Beschluß ber Philo­sophischen Fakultät ber Philipps-Universität in Marburg die Ehrenboktonvürbe verliehen. In ber Urkunbe heißt es u. a., daß bie Ehrenboktonvürbe verliehen werbebem Denker, ber bie neue Ziel­richtung bes Lebens früh unb klar erkannte, dem Deutschen, ber unserem Volke seine hohe Aufgabe an der Zeitenwende wies, bem Manne, ber bas als richtig erkannte unb durch alle Wibrigkeiten bes Schicksals unbeirrt vertrat". Paul Krannhals gehört seit längerer Zeit zu ben Mitarbeitern bes Karnpf- bunbes für deutsche Kultur. Er verfaßte u. a. das WerkDas organische Weltbild", bie Grunblage einer neu entstandenen beutschen Kultur.

Aus aller Welt.

Reichsminister Röhm in Ragusa.

Reichsminister Stabschef Rohm ist mit einem italienischen Wasserflugzeug von Brioni in Dubro­vnik (Ragusa) eingetroffen. Er würbe von ben Spitzen «ber militärischen unb ber zivilen Behörden sowie vom Landesoertrauensmann der NSDAP. Neuhausen herzlich begrüßt. Tausende warteten ge­duldig stundenlang, um den Stabschef begrüßen zu können. Röhm, ber im Hotel Imperial Wohnung genommen hat, bleibt eine Woche in Dubrovnik.

Ein HJ.-Scharführer

beim Paddeln in der Lahn ertrunken.

Beim Pabbeln in ber Lahn ertrank in Nassau am zweiten Dftertag ein aus Weiler bei Bad Salzig stammender Scharführer der Hitlerjugend. Aus bis jetzt noch ungeklärter Ursache kenterte das Boot plötzlich. Obwohl sofort mehrere Kameraden des Gekenterten sich bemühten, gelang es nicht mehr, den Jungen zu retten. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden.

Drei Kinder beim Spiel mit einem Blindgänger verunglückt.

In Lille hatten drei Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren beim Spielen auf bem Felbe einen aus bem Krieg ftammenben Blinbgänger gefunben. Sie zünbeten ein Holzfeuer an unb war­fen bas Geschoß hinein, bas halb barauf explo­dierte. Das älteste der Kinder wurde auf der Stelle getötet, die beiden anderen trugen schwere Verletzungen davon. Sie wurden in fast hoffnungslosem Zustande in ein Kranken­haus übergeführt.

10 000 Hunde wegen Tollwulepidemie getötet.

Im Staat Oklahoma wurden infolge Aus­bruchs einer Tollwutepidemie 10 000 Hunde getötet. Die Behörden haben allen Hundebesitzern strikte Anweisung gegeben, ihre vierbeinigen Gefährten zu Hause zu behalten ober an ber Leine zu führen, anbernfalls bie Tiere s 0 f 0 -1 erschossen wür­ben. Man schätzt bie Zahl ber im Staat Oklahoma befindlichen Hunde auf eine Viertelmillion.

Schwere Schäden durch Regengüsse in Amerika.

Wie aus ber Stabt Elk (Oklahoma) gemelbet wirb, ist ber sonst unbebeutenbe Fluß Washita in­folge ber anhaltenden Regengüsse unb ber Schnee- schmelze zu einem reißenben Strom von brei Kilometer Breite angeschwollen. Die Wasser reißen Brücken unb Bahnbämme sowie Häuser ein. Der angerichtete Schaben geht in bie Millionen. Bisher finb 15 Ertrunkene gemelbet worben. Unter ben Toten befinbet sich eine Mutter mit fünf Töchtern. Dem Vater gelang es, zwei weitere Kinber zu retten, bevor bas Haus, bas von ben Fluten fortgerissen würbe, an einem eingestürzten Brückenpfeiler zerschellte. 2Beitere ausgebehnte Über­schwemmungen werben aus Wisconsin unb Minnesota gemelbet. Die Nationalgarbe ist zur Hilfeleistung angeforbert worben. Flugzeuge suchen bie überschwemmten Gebiete ab unb werfen ben von allen Zufuhren abgeschnittenen Einwohnern Lebensmittel unb Verbanbzeug ab.

Ein Geisteskranker Branbstifter auf der Insel Seeland.

Die Bevölkerung bes süblichen Teiles ber däni- schen Insel Seeland ist burch bas Austauchen eines geisteskranken Branbstifters in Schrecken versetzt worben, ber vor zwei Tagen aus einer Irren- anftalt entsprungen ist. In ber Nacht zum Dienstag legte ber Irrsinnige in ber Nähe von Naestveb an zwei verschobenen Stellen Feuer an. Ein Wirtschaftsgebüube brannte nieber, wüh- renb in bem anberen Fall bas Feuer im Keim er­stickt werben konnte. Eine starke Polizeiabteilung ist aufgeboten worben, um bes Täters habhaft zu werben. Um sich gegen ben Branbstifter zu schützen, wachten bie Hofbesitzer in ber vergangenen Nacht zusammen mit ihren Knechten. Ebenso ließ man an verschiebenen Stellen in ben Häusern nachts bas Licht brennen.

korsischer Vanditenführer nach Marseille gebracht.

Der bekannte korsische Banbit Spada, zu des­sen Verhaftung seinerzeit ©enbarmerieoerftärtungen von Marseille nach Korsika entsanbt werben muß­ten, ist nach seiner Verurteilung burch bas Schwur­gericht in Ajaccio nunmehr zwecks Beobachtung seines Geisteszustandes nach Marseille ge­bracht worden. Spada gab im Prozeß Zeichen eines religiösen Wahns. Er trug bei fei­ner Ankunft in Marseille keine Schuhe ein Gen­darm trug sie ihm nach war mit einer Cord­joppe bekleidet, wie sie die Bauern auf Korsika tragen, und hatte am Hals an einer Schnur ein Holzkreuz auf der Brust hängen, an dem eine kleine Christusftgur aus Kupfer und zwei Heiligenbildchen befestigt waren. Spada zeigte sich gegenüber den zahlreich erschienenen Prefsephotographen sehr scheu.

Doppelmord in Dresden.

Arn Mittwoch gegen 7 Uhr wurden der 60jährige Geschäftsinhaber Ernst Nitschke und seine Ehefrau in ihrer Wohnung in der Berggießhübler Straße tot aufgefunöen. Das Ehepaar betrieb ein Produk- tengeschäft und wurde dabei von einer Verwandten, die im gleichen Hause wohnt, unterstützt. Als diese heute früh die Wohnung betrat, fand sie Nitfchke in. einer großen Blutlache tot im Kor­ridor liegen. Die Frau lag tot im Laden. Beide Leichen weisen schwere Kopfverletzungen auf, die offenbar von Schlägen mit einem stumpfen Gegen­stand herrühren. Die F e r n s p r e ch le i tu n g war zerschnitten. Vermutlich liegt Raubmord vor.

Selbstmord des kubanischen Iustizministers.

Der Justizminister Roberto Mendez P e n a t e erschoß sich in seinem Privatbüro. Schwer verletzt wurde er ins Krankenhaus gebracht, wo er in An­wesenheit des Präsidenten Mendieta und verschiede­ner Kabinettsmitglieder verstarb. Man nimmt an, daß der Grund des Selbstmordes ein Ner­venzusammenbruch infolge U Überar­beitung ist.

Wettervoraussage.

Trotz des allgemeinen Barometerfalls ist die kon­tinentale Luftzufuhr erhalten geblieben. Während sich die Störungstätigkeit über Frankreich immer stärker zu entfalten droht, ist das Tief über Skan­dinavien schon abgewandert, und der hohe Druck bei Island breitet sich weiter östlich aus. Im wesent­lichen ist daher mit Fortdauer der Schönwetterlage zu rechnen, wenn auch vorübergehend etwas Be­wölkung aufkommen wird.

Aussichten für Freitag: Vorübergehend Bewölkungsaufzug, dann wieder aufheiternd, tags­über warm, trocken.

Lufttemperaturen am 4. April: mittags 14,6 Grad Celsius, abends 6 Grad; am 5. April: morgens 0,1 Grad. Maxttnum 15,4 Grad, Minimum1,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. April: abends 8 Grad; am 5. April: morgens 4 Grad Cel­sius. Sonnenscheindauer 10% Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. DA. II. 34: 11 600. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. ©., sämtlich in Gießen.

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