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Nr. 54 Drittes Blatt Eichener Anzeiger IGemral-Anzetger fflr GberWen) Iltontag, 6. Mär; 1954

Vereidigung der Moior-GA.

Weihe eines Standers.

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Sie Swdenknschast speist Mbedllrstige VMgenoffen.

Vor dem Studentenhaus nach dem Mittagessen. (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.)

Aus der Provinzialhauptstadt

Schuh den Frühlings-Blumen!

OieASV.will ein gesundesBolk schaffen Denke an Dein Kind, werde Mitglied!

Bereits kündet lieh der Frühling an. Die Kätzchen der Weiden und Haselnüsse längen sich und schaukeln im Winde. Bald haben sie die Aufmerksamkeit ge­dankenloser Kinder auf sich gezogen. Jammern ragen nun noch die verstümmelten Zweige in die Lust als wollten sie das ungezogene Treiben anklagen. Doch, wer hat's den Kindern vorgemacht? Liegen Nicht bei vielen Menschen die Begriffe Landpartie und Blu­menpflücken so nahe, daß sie schier unzertrennlich inö Raubt man im Frühling und Sommer der Natur ihren Blumenflor, so ist es im Herbst das ge­färbte Laub, und im Winter muß sich die immer­grüne Fichte der Willkür der Herren der Erde beugen. Wenn man wüßte, daß das Entstehen und Werden eines Tannenastes Jahre dauert, daß in der Küche der Pflanze" Kraftleistungen zur Bereitung der Baustoffe nötig sind, dann würden sicherlich die meisten diese Verstümmelungen unterlassen. Oder be­trachten wir das Sinnbild der Bescheidenheit, das im Verborgenen blühende Märzveilchen. In schlechtem Boden müssen die Wurzeln die Nährstoffe zusam­mensuchen. Wie reckt sich das zarte Blättchen der warmen Frühlingssonne zu! Welche Kraftentfaltung gehört dazu, wenn es sich nun gar zur höchsten Lebensbetätigung aufrafft und blüht, um den Zweck seines Daseins zu erfüllen! Nicht alle sind's, immer nur Auserwählte kommen zum Ziel! Und diese Aus­erwählten sind's, die ruchlosen Händen zum Opfer fallen. In den meisten Fällen kommen sie nicht in die Blumenvase. Gewöhnlich verschmachten sie in den warmen Händen und werden dann,weil sie nicht mehr schön sind", weggeworfen.

Pflicht der Eltern und Lehrer ist es, ihren Kin­dern unnachsichtlich einzuschärfen, daß zweckloses Blumenpflücken eine schwere Sünde wider die Na­tur ist. Gewiß wollen wir nicht die Kinder Floras in unseren Stuben ober bei Festlichkeiten vermissen. Im Gegenteil, noch mehr als seither sollen wir Blumen zu unssprechen" lassen. Friedrich Rückerts schöne Verse sollen uns immer vorschweben:

Am gemeinsamen Mittagstisch: Se. Magnifizenz der Rektor Professor v. B o r n k a m m ist einem alten Herrn behilflich. (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.)

Die Vereidigung: Der Führer im Vordergrund links: Führer der Motorstandarte Dr. Koch. (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.)

Die Gießener Studentenschaft, Abteilung Winterhilfs-1 werk, bewirtete wie wir am Samstag bereits | berichteten am Freitagmittag im Gießener Stu­dentenhaus 100 bedürftige Gießener Volksgenossen mit einem kräftigen Mittagessen und anschließendem Kaffee. Unsere beiden Bilder erinnern an dieses schöne Beispiel der engen Verbundenheit zwischen den Studenten und ihren Gästen.

Nach der Vereidigung formierten sich die Sturme zum Vorbeimarsch vor dem Standartenführer am Landgraf-Philipp-Platz. Danach ruckten die Forma­tionen zu ihren Standorten zuruck.

Schweres Autounglück bei Langen.

LPD. L a n g e n, 3. März. Am Freitag um 18.30 Uhr ereignete sich im Dreieichenhainer Wald em schweres Autounglück. In einer Wald­kurve stieß das Auto des Kaufmanns Adam aus Kronberg (Taunus), das von dem Chauffeur Kunz gesteuert wurde, mit großer Wucht mit einem von Sprendlingen kommenden anderen Auto zusammen. Dabei wurde dem Chauffeur Kunz durch Splitter der Windschutzscheibe die H al s s ch la g a b e r durchschnitten, so daß der Tod bald eintrat. Der Kaufmann Adam konnte erst nach längeren Bemühungen schwer vorletzt aus den Trüm­mern des Autos befreit werden. Dw drei Insassen des anderen Autos, Mitglieder der Motorradstafteln Langen und Dreieichenhain, erlitten leichtere Ver­letzungen. Die Verletzten wurden in das Langener Krankenhaus gebracht. Wie es heißt, soll das Kron­berger Auto mit einer Geschwindigkeit von 100 km aus der Kurve geschleudert und dabei mit dem anderen Auto zusammengeprallt sem.

Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer Adolf H i t l e r, auf den Reichspräsidenten General- eldmarschall von Hindenburg und auf das )eutsche Vaterland und mit dem gemeinsam gesun­genen ersten Vers des Deutschland- und des Horst- Wessel-Liedes fand die erhebende Feier auf dem Trieb ihr Ende.

Standartenführer Koch brachte in feiner An- prache den Geist der 621. zum Ausdruck. Die SA. ei kein bürgerlicher Klub; sie sei -ine Vereinigung von revolutionären Kämpfern. Die SA. werde energisch darüber wachen, daß der Aufbau des Drit­ten Reiches von keiner Seite gestört werde; an dem Granitblock der SA. werde alles zerschellen. Dar­aul verlas er den Artikel der SA., die Pflichten und Ausgaben der in ihren Reihen stehenden Kampfer, und sprach anschließend die Eidesformel vor. Mit den WortenIch gelobe esl", legten darauf die MSA.-Männer den Schwur der Treue zum Führer und zum Vaterland ab.

Standartenführer Dr. Kock bei der Verlesung der Eidesformel; dahinter links Staffelführer Dr. Schaefer, rechts der Adjutant des Standartenführers. (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.)

Inzwischen war Standartenführer L u t t er, Gie­ßen, in Begleitung seines Adjutanten, Sturmbann­führer M ü n k e r, erschienen, der als Standortalte­ster die Weihe des Standers eines Mo­torsturmes vornahm. Mit eindringlichen Wo - ten wies Standartenführer^Lutter: auf & deutung dieser Handlung hm. Die Fahne sei für die SA. das Heiligste, das sie besitze und ^as die Fahnen für die alten Sturme der uUB'tozi. seien das sei der Stander für die Motorsturme.

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tenmhrer Lutter beendete feine Ansprache m,^-IN-M dreifachen Sieg-Heil auf den Fuhre^ Di- KapeUe

der SA.-Männer einfielen.

Darauf bestieg der evangelische Pfarrer Lenz die Kanzel, die mit frischem Grün und den Sym boten des neuen Reichs 8-!^«war^ Zu yerzen gehende Worte von Treue und Gruben und Volkstum richtete er an feine Auh°rer. ur^rver in ronH ftnrf und treu sei, der sei auch ein f und treues Glied seines Volkes. Unsere Bewegung itebe heute auf der Höhe ihrer Macht, h tz aber Verantwortung. Wenn durch den Marken Arm der Reaierung die Gottlosenbewegung zugrunde ge- richtetlei dann könne sie innerlich nur überwun­den werden durch unseren Geist, durch den Geist

des rechtschaffenen Wandels. Gott wolle man zum Zeugen anrufen für die Treue zum Volk und seinem Führer. Das sei die rechte Trepe, wo Gott die Her­zen reinigt und heiligt.

Der katholische Pfarrer Dr. Hemm es sprach darauf insbesondere von der Bedeutung des Treue- chwurs. Wenn man sich zusammengefunden habe, um in aller Oeffentlichkeit einen Schwur cibzulegen und den Allerhöchsten zum Zeugen dafür anzurusen, dann müsse dieser Schwur erfolgen in Wahrheit, Recht und Gerechtigkeit. Es handle sich um die Ret­tung des Volkes, um das Volk wieder zur Hohe zu führen. Wehe dem, der etwas Falsches schwort! Treue sei Edelmanns Art. Ein Mann, em Wort. Man muß zu seinem Worte stehen und treu blei­ben dem Schwur bis zum letzten Augenblick.

Betrifft alle Zeitschriften im Gau Heffen-Naffau.

Die Schriftleiter der gesamten im Gebiet des Gaues Hessen-Nassau der NSDAP, erscheinenden politischen, konfessionellen, fachlichen oder Vereins­presse haben umgehend ein Belegexemplar ihrer Zeitschrift mit genauer Angabe des Titels der Zeit- chrift, des Herausgebers und der Auflage an dis Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, Frankfurt a. M., Bürgerstraße 9/11, einzusenden.

Diese Anordnung betrifft alle Zeitungen und Zeitschriften (außer der allgemein bekannten Tages- presse), gleichgültig, in welchen Zeitabständen sie erscheinen oder welche Auflage sie haben.

gez.: Müller-Scheld,

Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volks­aufklärung und Propaganda.

Winterhilfswerk.

Kreisführung Gießen.

Betrifft Kohlengutscheine Serie F.

Die auswärtigen Ortsgruppen werden ersucht, die Kohlengutscheine umgehend auf der Kreisführung des Winterhilfswerks, Gießen, Amts­gericht, Zimmer 202, abzuholen.

Heil Hitler!

K l ö ß, Kreisführer des WHW.

F. d. R.: Mo Haupt, Kreisgeschäftsführer des WHW.

Das Betreten und Befahren des Flughafens Gießen ist verboten.

Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mit­geteilt:

In letzter Zeit wurde wiederholt die Wahrneh­mung gemacht, daß der durch rotweiße Bretter kenntlich gemachte Flughafen durch das Publikum betreten und mit Fuhrwerken aller Art befahren wurde. Verschiedentlich wurden auch Reiter beim Ueberqueren des Flughafens beobachtet. Das Pu­blikum wird auf die bestehende Polizeiverordnung für den Flughafen Gießen nochmals aufmerksam gemacht. Nach der Verordnung ist das Betreten und Befahren des Flughafens, sowie das Reiten auf demselben verboten. Mit Rücksicht auf die erheb­lichen Gefahren, die nicht allein dem Publikum, son­dern auch den Fliegern entstehen können, darf cfN wartet werden, daß das Publikum der Polizeiver­ordnung mehr Beachtung schenkt, damit die mit der Ueberwachung des Flughafens beauftragten Polizei­beamten nicht zum Einschreiten gezwungen werde»

Du magst, soviel du willst, von Blumen pflücken, um dich, und was du willst, damit zu schmücken. Dazu sind Blumen da, von dir gepflückt zu sein, sie selber laden dich dazu mit Nicken ein.

Nur eines unterlaß ich nicht, dir einzuschärfen, daß du nie pflücken darfst, bloß um es wegzu­werfen.

Der schönste Strauß des Frühlings blüht für dich, doch wenn du ihn nicht brauchst, so laß ihn blühn für sich.

Beim Blumenpflücken aber gehe man recht scho­nend um. Nicht der dicke Strauß macht's, zwei, drei Blumenkinder im Glas oder Becher kommen ja viel besser in ihrer Schönheit zur Geltung.Brichst du Blumen, sei bescheiden, nimm nicht gar zu viele fort!" Das Sträußlein am Hute ziert den Wanderer, der Riesenbusch dagegen kennzeichnet den rücksichts­losen Plünderer. Niemals reiße man Pflanzen mit den Wurzeln aus: Ihr Dasein wird dann für immer vernichtet. Benutze auch nicht den Stamm der Wald­buche, um deinen Stammbaum einzutragen! Tritt nicht die Köpfe der Pilze mutwillig um! Zweige sind mit scharfem Messer vorsichtig abzuschneiden, damit die glatten Wunden schnell verheilen und die übrig gebliebenen Teile sich weiter entwickeln können.

Jage nicht selten gewordenen Pflanzen nach! Weißt du den einzigen Bärlapp am Bachrand der Waldmark, so bewahre dieses Geheimnis für dich! Halte es auch so mit dem lieblichen Enzian, der frühen Küchenschelle und der Europäischen Troll­blume. Ja, mache es wie jener wahre Naturfreund in derbem Bauerngewand, der sogar in der Frühe des Sonntagmorgens für Verbreitung aussterbender

Pflanzen sorgt, die Ginster stundenweit holt, den giftigen Seidelbast im Garten vermehrt und bann im feuchten Waldwinkel ansiedelt und den fleisch- ressenden Sonnentau mit Erdbällen verpflanzt.

Das Getreidefeld sei dir heilig! Nur am Rande und in der Furche sei der Zutritt gestattet! Zertritt auch nicht das zarte Frühlingskleid des Wiesen­planes. Freue dich der schönen Pracht der Blüher und gönne ihnen ihr kurzes Leben!

Die Bäume blühn, die Vöglein singen, die Wiesen bringen ihr erstes Grün.

Schier tut mir's leid, zu treten auf die Erden und ihr zu gefährden ihr neues Kleid. (Lenau.)

K. B.

Während noch das wunderbare Erlebnis des ver­gangenen Sonntags in eindringlicher Deutlichkeit vor unserem geistigen Auge steht, während noch das überwältigende, unverbrüchliche, alles überragende Bekenntnis der PO., der Führerschaft der HI., des JV. und des BDM. zum Führer und dem von ihm geschaffenen nationalsozialistischen Deutschland die Herzen im Glauben an eine neue Zeit hoherschla- qen läßt, sind wir wiederum um ein Erlebnis rei­cher geworden, das nicht nur zu einer Feierstunde für die unmittelbar daran Beteiligten wurde, son­dern auch in der Gießener Bevölkerung stärksten Widerhall fand. v , ,, t

Bei strahlendem Sonnenschein und unter starker Anteilnahme der Gießener Bürgerschaft fand am gestrigen Sonntag auf dem Trieb die Vereidi­gung der Motorstürme der hiesigen M o t o r st a f f e l statt. Bereits in den frühen Mor­genstunden sah man die SA.-Männer der Sturme ihren Aufmarschplätzen zuströmen. Von hier ruckten die Stürme, diszipliniert und in mustergültiger Ord­nung, frische, frohe Lieder singend, zum Trieb. An­dere Kolonnen wieder waren mit ihren Fahrzeugen angetreten und bewegten sich in langer Kette, in brausender Fahrt durch die Straßen.

Auf dem Trieb entwickelte sich reges Treiben; die Fahrzeuge wurden ausgerichtet, bis sie in schnurge­rader Linie ein prächtiges Bild der Ordnung boten. Dann nahmen die Stürme unter dem Kommando des Staffelführers Dr. Schaefer Gießen, im offenen Viereck vor der Volkshalle Aufstellung. Kurz danach erschien Sturmbannführer Dr. Koch - Fried­berg, der Führer der Motorstandarte, der unter den Klängen des Präsentiermarsches die Parade