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(Bern) ernannt, als Nachfolger von VberstblvistonSr B r i d e l wurde Oberst Georg Maremard (Bern) Waffenchef der Artillerie.

Aus aller Wett.

Das kapland von riesigen Heuschreckenschwärmen heimgesucht.

Die Heuschreckenplage hat in Südafrika dieses Jahr ungewöhnliche Ausmaße angenom­men. Eisenbahnzüge, die vom Norden her in Kap­stadt eintreffen, haben gewöhnlich bis zu zwei Stunden Verspätung. Die Heuschrecken tummeln sich auf dem Bahndamm und bedecken die Schienen in einer höhe bis zu 15 Zentimeter. Kommt ein Zug, so werden die Insekten zermalmt und machen die Schienen so schlüpfrig, daß die Züge kam von der Stelle kom­men. Der von der Regierung organisierte Feldzug, bei dem Gift angewandt wird, hat den Nordwesten der Provinz fast völlig von der Plage befreit, aber in den mittleren Bezirken sind bisher kaum Fortschritte gemacht worden. Die Methode der Vergiftung der Heuschrecken mit einer Arseniklösung ist eine zweischneidige Waffe; denn wenn dasselbe Gebiet immer wieder damit be­sprengt wird, um neue Heuschreckenschwärme au vernichten, setzt sich das Gift im Grase f e st und weidendes Vieh und Vögel, die die hauptverbündeten der Farmer im Kampfe gegen die Heuschrecken sind, finden den Tod. Die Vorhut der Heuschrecken ist nur noch 160 Kilometer von K a p st a d t e n t f e r n t. Wenn kein Südostwind einsetzt und die heranrückenden Jnsettenheere zurückweht, dann werden die aus­gedehnten Ob st- und Weinbezirte des süd­westlichen Kaplandes in höchste Gefahr ge­bracht werden.

Schrecklicher Tod eines vierjährigen Kindes.

Ein schrecklicher U n g l ü ck s f a l l ereignete sich hn Hause des Juweliers Paul Müller in Ober­stem (Nahe). Das vierjährige Töchterchen Müllers spielte, als es eine kurze Zeit allein in der Küche war, an dem Küchenherd. Dabei muß es an die Herdtür gekommen sein, so daß einige glühende Kohlen herausfielen, die das Kleid des Kindes in Brand setzten. Als die Mutter auf die Hilferufe ihres Töchterchens herbeieilte, stand das Kind be­reits in Hellen Flammen. Die Verletzungen waren so schwer, daß das Kind schon kurze Zeit nach seiner Einlieferung in das Städtische Kranken­haus st a r b.

Zuchthaus für einen Volksschädling.

Vor dem Koblenzer Gericht hatte sich der frühere Kreisbetriebszellenobmann Karl Kaufmann aus Sinzig wegen fortgesetzter volksschädigender Untreue zu verantworten. Bei der Revision durch die Gauleitung war in der Kassensührung des An­geklagten ein Fehlbetrag von rund 1600 Mark festgestellt worden, der einkassierte Mitgliedsbei­träge, Erlös aus dem Vertrieb von Abzeichen und Schriften betraf. Der Staatsanwalt beantragte ein Jahr und neun Monate Zuchthaus. Das Gericht er­kannte wegen fortgesetzter volksschädigender Un­treue auf ein Jahr und sechs Monate Zucht­haus und Aberkennung der bürgerlichen Ehren­rechte auf drei Jahre. In der Urteilsbegründung hob der Vorsitzende hervor, daß hier ein besonders schwerer Fall der Untreue vorliege, der Tatbestand klar vor Augen liege und alle Ausreden nichts helfen könnten.

Obechessen.

Hessisches Gondergericht in Gießen.

Unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor häckler tagte gestern das hessische Sondergericht in Gießen.

Ein junger Mann aus Gießen namens S ch e f t« l e r wurde zu 5 Monaten Gefängnis ver- urteilt, weil er als Werber derOberhessischen Tageszeitung" in Zell bei Alsfeld durch Drohung den dortigen Bürgermeister zum Bezug des Blattes zu veranlassen versuchte.

Wegen schwerer Beleidigung des Deutschen Rei­ches wurde ein auf der Wanderschaft befindlicher Mann namens F r e i e n z e h n e r, der aus dem Saargebiet ausgewiesen worden war, zu 1 Jahr 3 Monaten Gefänanis verurteilt. Wegen Bettelei erkannte das Gericht auf eine Woche haft, die mit der erlittenen Untersuchungshaft als ver­büßt gilt.

Eine weitere Sache fand wegen Gefährdung der Staatssicherheit unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt.

Schnellgericht.

Am Samstag gegen 24 Uhr saß ein SS.-Mann in einer Wirtschaft im Neuenweg. Der Angeklagte Max Behling (Gießen) kam zum Tisch des SS.-Mannes und erwiderte dessen Gruß mitRot- Front". Während Behling zu vier Wochen haft verurteilt wurde, mußte ein weiterer An- aeklagter, der Behling beleidigte, mangels Beweises freigesprochen werden.

Wieder ein Postdiebstahl in Bellersheim

Bellersheim, 4. Dez. In der vergangenen Nacht wurde in der hiesigen P o st h i l f s st e l l e wieder ein Diebstahl verübt. Dem Dieb fielen 270 bis 280 Mark in die Hände. Das Kleingeld, das in einer Zigarrenschachtel aufbewahrt war (etwa 38 Mark) wurde im Verlaufe der Untersuchung durch die Gendarmerie in einem Spalt zwischen zwei Häusern versteckt gefunden und sichergestellt. Der Dieb hatte anscheinend die Schachtel, um sich durch das Klappern des Geldes nicht zu verraten, fortge­worfen. Innerhalb weniger Monate ist dies bereits der vierte Diebstahl, der in der Posthilfsstelle Bellersheim verübt wurde.

Schweres Autounglück bei Bad-Nauheim.

LPD. Bad-Nauheim, 3. Dez. Sonntag­abend ereignete sich auf der Straße nach Butzbach, nördlich der Eisenbahn-Blockstelle Ober-Mörlen, ein folgenschweres Verkehrsunglück. Wohl in­folge des Regens und weil der Fahrer geblendet wurde, fuhr ein mit vier Personen besetzter Kraftwagen mit voller Wucht gegen einen Baum. Der Anprall war so heftig, daß die im Wagen sitzende Frau V e n i tz aus Bad- Nauheim auf der Stelle getötet wurde. Die andern Mitfahrenden, zwei Enkelinnen der Ver­unglückten, sowie der am Steuer sitzende Bäcker­meister h. Ohl aus Bad-Nauheim, wurden e r« heblich verletzt und mußten dem Kranken­haus in Bad-Nauheim zugeführt werden. Wie wir

erfahren, soll bei den Verletzten keine Lebensgefahr bestehen, heute morgen weilte die Staatsanwalt­schaft aus Gießen an der Unfallstelle, um den Tat­bestand aufzunehmen.

Wie ergänzend noch mitgeteilt wird, wollten die Insassen des verunglückten Personenkraftwagens nach Butzbach, um dort an der Geburtstagsfeier der Tochter der Frau Venitz teilzunehmen, die am dortigen Postamt beschäftigt ist. Das Unglück er­eignete sich in einer Straßenkurve, wo bereits mehrere Verkehrsunfälle passiert sind, die Todes­opfer forderten. Wie von sachverständiger Stelle erklärt wird, ist die Entfernung der an der Straße stehenden Bäume gerade an dieser gefährlichen Stelle im Interesse der Verkehrssicherheit unbedingt notwendig.

LPD. B i n g e n, 3. Dez. Bei einer Verkehrs- f entrolle an der Abzweigung der Straße nach Gau-Algesheim von der Straße Mainz-Bingen am Freitagabend fiel ein aus Richtung Bingen kom­mendes Auto dadurch auf, daß es sich inrafen- der Fahrt der Kontrolle entziehen wollte. Ein SS.-Mann und ein Gendarm nahmen auf einem Motorrad die Verfolgung auf. Zu­erst ging die Fahrt in Richtung Ingelheim. Als die Bahnschranken in Nieder-Jngelheim die weitere Flucht versperrte, machten die Insassen des Wagens kehrt und rasten nach Frei-Wein­heim zu. Nachdem der Ort durchquert war, endete die Flucht am Rheinufer, wo die Insassen des Wagens, zwei Männer, keine an- dere Möglichkeit sahen, sich vor ihren Verfolgern zu retten, als in den Rhein zu springen. Dieser letzte verzweifelte Fluchtversuch wurde von den beiden Verfolgern nicht sogleich bemerkt, der Gen­darm rief vielmehr in den abgestoppten Wagen hin­ein, die Fremden sollten herauskommen. Nachdem er keine Antwort erhielt, gab er, in der Annahme, die Verfolgten wollten sich widersetzen, einige Schreckschüsse ab. Gleich darauf aber mußte er fest- stellen, daß der Wagen bereits verlassen war. Von den beiden Autofahrern war zunächst keine Spur zu finden. Einige Zeit danach aber hörte man Rufe vom Rhein her, ohne jedoch zunächst feststellen zu können, wo sich der ober die Rufer befanden. Nach längerer Zeit kam bann ein Mann in völlig durch­näßten Kleibern zu einem Frei-Weinheimer Ein­wohner, ber von ber Jagb wußte unb ben Mann festnahm. Bei ber polizeilichen Vernehmung gab ber Verhaftete an, ben Wagen in Soest gestohlen zu haben. Nach den vorläufigen Ermittlungen han­delt es sich dabei um das Auto, mit dem vor kurzer Zeit der Raubüberfall in Kempten im Allgäu verübt wurde. Der zweite Auto- i n s a f s e ist bei fernem Fluchtversuch im Rhein ertrunken. Seine Leiche ist inzwischen bei Frei- Weinheim gelänget worden. Es handelt sich um den 20jährigen Johann S e r o v y aus Gladbeck, zuletzt wohnhaft in Brambaur bei Dortmund. Sein festgenommener Komplize Otto Kraus aus Dort-

Landkreis Gießen.

Grünberg, 4. Dez. Gestern abend kam die 59jährige Ehefrau Luise B ö ch e r von hier, als fie mit einem Kruge in der Hund über die Straße gehen wollte, zu Fall. Im Sturz ging der Krug in Trümmer, und die bedauernswerte Frau fiel mit einem Arm in bi e Scherben. Sie erlitt schwere Schnittwunden und mußte in ant. liche Behandlung nach Gießen gebracht werden.

Preußen.

Kreis Wehlar.

Dutenhofen, 4. Dez. Der 66 Jahre alle Rentner Friedrich Wagner von hier kam am Sonntag sehr schwer zu Fall und erlitt dabei einen Schädelbruch. Er mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden. Der. be­dauernswerte Mann erlag heute morgen feinen schweren Verletzungen.

mund, zuletzt in Waltrop wohnhaft, macht über die Person des Mittäters keine Angaben.

öetteroorausfage.

In ber Nacht zum Dienstag ist ein neues aus- gebehntes Regengebiet über West- unb Süddeutsch' land hinweggezogen und hat vor allem im Süden außerordentlich ergiebige Regenmengen (Hochschwarz, wald etwa 40 Liter Wasser pro Quadratmeter) ge­bracht. Unter kräftigem Luftdruckfall zieht bereits ein neues Regengebiet heran. Nach seinem Durch- zug kann mit zunehmender Abkühlung gerechnet werden.

Aussichten für Mittwoch: Zunächst wie- der vorwiegend Regentätigkeit, später bei teilweise nördlichen und östlichen Winden beginnende Ab- tühlung.

Aussichten für Donnerstag: Immer noch unbeständig mit wiederholten Niederschlägen, weitere Abkühlung.

Lufttemperaturen am 3. Dezember: mittags 11,5 Grad, abends 10,4 Grad; am 4. Dezember: morgens 8,6 Grad. Maximum 11,7 Grad, Minimum 8,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Dezem- ber: abends 6,9 Grad; am 4. Dezember: morgens 6,7 Grad Celsius. Niederschläge 4,1 mm.

Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Langt, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. X. 34: 10600. Druck und Verlas: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei

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Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 5 Dezember, nachm. 2% Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt.

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Am Sonntag entschlief nach langem, schwerem Leiden unsere Hebe Mutter, Großmutter und Tante

im Alter von fast 76 Jahren.

Die trauernden Hinterbliebenen.