ar. 283 Zweiter Blafl
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheffen)
Dienstag, 4. Dezember 1934
Otto
Wortletzung.
Nachdruck verbotenl
Ding unmöglich. Warum sollte nicht einmal eine elegante junge Frau ihrem Manne von Jrnitatio-
einen guten Einfluß auf sie ausüben zu können und sie wieder zu dem liebevollen, gütigen Geschöpf früherer Zeit machen zu können. Es gelang mir bisher nicht. Unsere Ehe wurde durch immer häufigere Szenen um nichtige Dinge mehr und mehr gestört.
Auch heute früh gab es eine scharfe Auseinandersetzung wegen eines Planes von Eva, den Herbst in Schottland auf der Besitzung des Lords Brend- ford zu verbringen. Die Einladung Lord Brend- fords paßte mir aus mehreren Gründen nicht. Einmal habe ich, wie Sie ja wohl wissen, den großen Tropenkongreß für den November vorzubereiten, so daß eine längere Abwesenheit von London im Herbst für mich nicht in Betracht kommt. Zum andern habe ich überhaupt nicht viel Sympathien für Lord Brendford. Dieser Typ des englischen Adels ist mir im Gegensatz zu dem feinen und verantwortungsvollen Typ der wahren englischen Aristokratie sehr unangenehm.
Als ich Eva sagte, daß wir der Einladung Lord Brendfords nicht folgen könnten, erklärte sie, dann würde sie eben die Aufforderung allein annehmen. Ich wollte den Konflikt nicht auf die Spitze treiben, indem ich ein striktes Verbot aussprach. Ich wollte erst die ganze Stimmung zwischen Eva und mir wieder friedlicher werden lassen, um dann noch einmal auf die Einladung Lord Brendfords zurückzukommen. Um Eva zu versöhnen, wollte ich ihr irgendeine Freude machen. So kam ich auf den Gedanken, ihr ein schönes Schmuckstück zu bestellen. Sie klagte immer darüber, daß sie noch nicht im Besitz von wirklich wertvollem Schmuck wäre und sich mit allerdings sehr guten französischen Imitationen behelfen müßte."
„Aha", sagte Mac Lean, „da gingen Sie zu einem Juwelier und bestellten ein echtes Schmuckstück?"
„Ich wollte es bestellen, und zwar einen Armreif. Ich nahm batu als Modell einen imitierten Armreif. Können Sie sich aber mein Entsetzen vorstellen, als mir der Juwelier nach einer kurzen Prüfung erklärte ..."
„Daß der Armreif echt wäre? Das meinten Sie doch?"
Friedrich Borglob sah Mac Lean fassungslos an: „Woher wissen Sie das?"
Mac Lean lächelte:
„Das ist nicht schwierig. Bisher ist mir zwar nur der umgekehrte Fall bekannt, daß nämlich leichtsinnige junge Frauen echte Schmuckstücke verkauften und sich Imitationen machen ließen, um den Ehemännern Sand in die Augen zu streuen und nicht zuzugeben, daß sie irgendwie Schulden hätten. Aber bei Gott und den Frauen ist kein
„Aber warum um Gottes willen hätte Eva das tun sollen, frage ich Sie, Mac Lean? Sie hätte sich doch auch echten Schmuck kaufen können. Ich hätte doch nicht mit einem Wort dagegengeredet. Freilich", fuhr Borgloh fort und stutzte, „Eva hat ja bis zu ihrer Volljährigkeit nicht das alleinige Verfügungsrecht über ihr Vermögen.
„Da sehen Sie also, daß es doch nicht so leicht für Ihre Frau gewesen wäre, sich kostbaren Schmuck zu kaufen. Und da Sie, lieber Borgloh, ein sehr bescheidener und bedachter Mann sind, mußte Ihre Frau vielleicht fürchten, daß Sie ihr ihre Wünsche nach Luxusschmuck nicht erfüllen würden. Was war einfacher, als auf diese Weise, wie Frau Eva es getan, den Ehemann dazu zu bringen, ihr echten Schmuck zu kaufen."
„Das wäre also die Lösung des Rätsels", sagte Friedrich Borgloh nachdenklich. „Ra, da haben Sie es wieder einmal getroffen, Mac Lean. Natürlich, das ist ja eine ganz einleuchtende Erklärung. Eine kleine Unwahrhastigkeit. Aber die will ich Eva nicht einmal zu sehr anrechnen."
Er sah förmlich erleichtert aus.
Mac Lean legte die Hand auf den Arm Borglohs:
„Lieber Borgloh, ich würde Sie ja bei Ihrem Glauben lassen. Aber ich darf es nicht. Die Erklärung, die ich Ihnen gab, hätte gelten mögen, hätte es sich in Ihrer Darstellung um nichts anderes gehandelt als eben nur um diese kleine Frauenlist. Aber da Sie mir erzählen, Frau Eva wäre auch sonst in allen Dingen jo verändert, kann ich mich bei dieser Lösung nicht beruhigen. Da muß noch etwas anderes dahinterstecken."
„Aber was, Mac Lean? Sagen Sie es mir doch."
Friedrich Borglohs Gesicht sah wieder verstört aus. Mac Lean lächelte etwas wehmütig.
„Das ist nicht einfach zu sagen, lieber Borgloh. Ich bin schließlich kein Hexenmeister. Es heißt, dahinterkommen!"
„Aber wie?"
„Ja, darüber denke ich im Augenblick nach. Lassen Sie mir ein wenig Zeit!"
Die beiden Männer schwiegen. Mac Lean hatte die Augen geschlossen. Er rauchte heftig wie immer, wenn er feine Gedanken auf irgendein Ziel konzentrierte. Friedrich Borgloh sah erregt auf das verschlossene Gesicht Mac Leans. Woran dachte Mac Lean? Was sah er vor sich, jetzt, da er mit geschlossenen Augen offenbar die Umwelt vergessen zu haben schien. Ein eiserner Zug von Entschl'osjen- heit lag um den bartlosen Mund des Detektivs, gab dem ganzen Kopf etwas Unerbittliches. Jetzt öffnete Mac Lean die Augen:
„Sie werden unter irgendeinem Vorwand ver-
reisen, Borgloh."
„Verreisen? Ich? Warum?"
(Fortsetzung folgt!)
Die Verschollenen -er großen Städte.
Line traurige Liste von Scotland ssard. - Oer verschwundene Abgeordnete. Vermißte Kinder.
22. Dezember in Friedberg unter Leitung von Turnlehrer S i n n w e l l (Bad-Nauheim) nochmals zu einer Schulung zusammengefaßt werden, bevor die Kreisriege für den Hanauer Kampf endgültig aufgestellt wird.
Die Ergebnisse.
1. Sieger (Kreismeister) Alfred Eckhardt, Tv. Nidda, 141 Punkte; 2. Jakob Klöß, Tv. Vilbel, 130;
gen geriet nun aus dem Konzept. Mit zwei weiteren Toren für die Gastgeber und einem vierten Tor der Gäste schloß der Kampf.
3. Hrch. Dechent, Tgm. Friedberg, Wilh. Billajch, T. u. Spv. Friedberg-Fauerbach, 129; 4. Richard Kraft, Tschft. Büdingen, 128; 5. Hrch. Eichenauer, Tv. „Jahn" Dauernheim, 124; 6. Wilh. Hafner, Tv. Massenheim, 122; 7. Hrch. Haas, T. u. Gesangv. Schotten, Phil. Klöß, Tv. Vilbel, 118; 8. Gottfried Eichler, Tv. Dorn-Assenheim, 111; 9. Ernst Rold, Tgm. Friedberg, 109; 10. Kurt Raschke, Tgm. Friedberg, Fritz Bitzer, Tv. Vilbel, 108; 11. Gg. Schaaf, Tgm. Friedberg, Rob. Günther, Tgm. Wölfersheim, 106; 12. Gg. Rahn, Tv. Groß-Eichen, Karl Rühl, Tv. Nidda, 105; 13. Wilh. Elmiger, Tv. Vilbel, 103; 14. Hrch. Kipper, T. u. Spv. Ober- Seemen, Erich Hofmann, Tv. Okarben, 102; 15. Hrch. Heydt, Tv. Okarben, Otto Michel, Tv. „Jahn" Dauernheim, 100; 16. Karl Römer, Tgm. Friedberg, 99; 17. Otto Peter, Tv. Groß-Eichen,'96; 18. Heinz Müller, T. u. Spv. Friedberg-Fauerbach, Knöß, Tv. Groß-Eichen, 93 Punkte.
Winlerhilfsspiele im Handball des Lahn-Oillkreises!
Tv. Lützellinden — Gießen komb. A 12:8 (4:3).
Bei schlechtem Wetter und vor wenigen Zuschauern wurde ein überaus spannendes und jchönes Spiel geboten. Ausgezeichnete Leistungen sah man auf beiden Seiten. Der Sieg des Bezirksklassenvertreters ist vollauf verdient und wurde erzielt durch den größeren Kampfgeist und den besseren Sturm. Die Mannschaft hatte bis zur Pause bei verteiltem
Das Spiel hatte den typischen Charakter eines Punkte- und Lokalkampfes und wurde mitunter hart durchgeführt. Im Spiel fand sich zunächst die Gästemannschaft besser zusammen als die Gastgeber und übernahm bald die Führung. Bei ab- wechselnden Torerfolgen stand der Kampf bis zum Wechsel 4:3 für die Gäste. Die zweite Hälfte brachte allmählich eine Wendung des Kampfes zugunsten der Platzbesitzer, die bald ausglichen und mit einem weiteren Tor die Führung an sich rissen. Grünin- gen aeriet nun aus v ren Toren für die
Spiel mit einem Tor die Führung übernommen und konnte nach dem Wechsel bei leichter lieber- legenheit, besserer Schußkraft und Entschlossenheit vor dem Tor einen verhältnismäßig hohen Sieg erringen. Rach den gezeigten Leistungen ist mit der Platzmannschaft in den nächsten Spielen der Bezirksklasse wieder ernsthaft zu rechnen. Beide Mannschaften traten mit Ersatz an.
Tv. Holzheim — Tv. Grüningen 7:4 (3:4).
abgetrennt von dem Straßenlärm hier. Dann würde Friedrich Borgloh langsam Fassung gewinnen und Kraft zum Erzählen.
Schweigend steuerte Mac Lean auf die kleine Weinstube in der Nähe von Enbankment los, die, wie er wußte, jetzt um diese Zeit vollständig leer war.
Der Besitzer des kleinen Lokals stand vorn im ersten Zimmer und öffnete auf einen Blick Mac Leans sofort die Tür zu einem kleinen Raum, der nur drei Tische und ein paar behagliche Sessel aufwies. Er wußte, wenn Mac Lean ihn so ansah, wünschte er mit irgendeinem sorgenbeladenen Menschen ganz ungestört sprechen zu können.
„Ich denke, wir nehmen einen guten Rotwein und eine Pastete", schlug Mac Lean vor, denn Friedrich Borgloh stand vollkommen entschlußlos und immer noch mit diesem gramvollen, verlorenen Blick da. „Der Rotwein ist etwas für vernünftige Männer und der beste Begleiter eines vernünftigen Gesprächs."
Friedrich Borgloh nickte mechanisch und ließ sich müde in einen der dunklen Ledersessel fallen. Mac Lean mochte draußen seine Bestellung.
Der Kellner erschien sehr schnell, die dampfende Fleischpastete und den Rotwein bringend.
„So", sagte Mac Lean, nachdem die Tür sich wieder geschlossen, „nun fangen Sie einmal an, Borgloh! Denken Sie nur daran, daß ich Ihr Freund bin, und daß ich Jbnen helfen will."
Friedrich Borgloh aß hastig ein paar Bissen. Man merkte, er wollte Zeit gewinnen. Dann trank er mit einem Schluck das Glas Rotwein leer. Und nun, als hätte er endlich Kraft gefunden, begann er:
„Also hören Sie gut zu, Mac Lean! Lösen Sie mir, wenn Sie können, das Rätsel dessen, was ich Ihnen jetzt erzähle: Sie wissen, daß Professor van Koster in seinem Testament den Wunsch ausgesprochen hat, daß ich seine einzige Tochter Eva heiraten sollte. Diese Aufforderung kam einem geheimen Wunsche von mir entgegen. Ich habe Ihnen ia oft genug erzählt, wie sehr ich an der kleinen Gua hing. Daß sie mir beinahe Ersatz für meine arme kleine Schwester Margarete geworden. Als ich nun von Afrika zurückkehrte, fand ich Eva van Koster zu einem hinreißend lieblichen Menschenkind erblüht. Die Neigung zu ihr, die schon lange in mir geschlummert, erwachte bei dem Wiedersehen mächtig in mir. Da auch Eva mir eine warme Neigung entgegenzubringen schien, bedeutete es für mich das größte Glück, den Wunsch meines verehrten, väterlichen Freundes zu erfüllen und Eva zu heiraten.
Vermißt — verschollen —: schreckliches Wort aus !iem größten aller Kriege, das unsagbar viel Leid .:ber zahlreiche Familien gebracht hat. Aber zu den verschollenen der Feldzüge sind in neueren Zeiten :nbere Verschollene getreten, bie man, als für nnmer vermißt, hat aus ber Liste ber Lebenben ^reichen müssen: bie Verschollenen ber gro - i e n Städte, die nur noch in mit nüchternen jjiffem versehenen Aktenstücken bei den Polizeibehörden ein paragraphiertes Schattendasein führen. .Oie größte Zahl dieser Verschollenen weist wohl ,e Weltstadt London auf — soeben nämlich |nt Scotland Yard, bie Kriminalpolizei von Lonbon, «ntlich zugegeben, baß alljährlich ungefähr hrei-fcigtaufenb Menschen innerhalb ber uglischen Hauptstabt verschwinben! Dreißig- t.usenb Existenzen, bie währenb eines einzigen dhres von ihren Angehörigen ber Polizei als r rmifjt gemelbet werben ... Nicht alle bleiben ver- forounben, aber immerhin rechnet man mit sage mb schreibe achthunbert Jnbivibuen pro Jahr, Iw nie roieber, roeber kbenb noch tot, zum Vor- focin kommen — für immer verschollen auf bem Schlachtfeld des Lebens, auf ewig verirrt im lichungel der großen Stadt!
'Alle Berufsstände sind unter diesen Vermißten nrtreten, Angehörige sowohl der niedrigsten wie dr höchsten sozialen Schichten: der Bettler, der 2-beiter genau so wie der Lord. Zur Zeit sind zum ?°ispiel nicht weniger als zwanzig G e i st - l ch e in England als vermißt gemeldet; niemand wrmag ihren Aufenthaltsort fe'stzustellen. Ferner fllhen auf der Liste der Vermißten von Scotland Yird rund taufend Frauen und Mädchen - und nicht zuletzt ein Mitglied des englischen Unterhauses. Dieser Fall bildet noch heute eine cpfc Londoner Sensation, obschon diejes Unter» hiusmitglicd bereits vor vierzehn Jahren ver- stnvand. Es handelt sich um den hochehrbaren Hrrn Victor G r a y s o n. Im Jahre 1920 befand e sich auf einer Wahlreise, hatte gerade in Liver- pol vor großen Menschenmassen gesprochen und bi'tieg den Zug nach London. Seine Anhänger brachten ihn bis zum Abteil, statteten ihn noch mit Lchisky und Lektüre für die Fahrt aus, verab- fiedeten sich mit kräftigem Händedruck, der Zug rttte an, der Schaffner kontrollierte noch die Fahr- Me des Abgeordneten — und von diesem Augen- kÄ an hat kein lebendes Auge den keineswegs bekannten, sondern im Mittelpunkt des politischen Löens stehenden Herrn Victor Grayson mehr ge- sesen. Er ist verschollen geblieben bis auf den gültigen Tag.
$s steht nun keineswegs so, daß diese jährlichen «^hundert Vermißten unbedingt auf mysteriöse Sir ums Leben gekommen sein müssen. Viele der „vermißt" und „verschollen" gemeldeten Lon- to er werden später durch die Polizei wieder- entdeckt, unter anderem Namen und meist auch in-einem anderen Beruf lebend. Sie haben es eines 2cjes vorgezogen, einfach ihr gegenwärtiges Dasein w sich zu werfen und in ein anderes unter« zniuchen. Jede Vermißtenzentrale der Wltstäbte kennt diese Fälle — nicht zuletzt auch die 1" Berliner Polizei, ber es noch immer gelungen ift, bie meisten Fälle bes Verschollenseins «mzuklären — bie meisten, wenn auch nicht alle. Nch heute liegt bei ihr ein Aktenstück, bas mit bem <5! inum „ R. 313" gekennzeichnet ist und einen W' wenigen bis heut unaufgeklärten Fälle umgreift.
birgt die erschütternde Angelegenheit „Elli N i n f e l d t", die vor nunmehr sieben Jahren
hat das bergische Land, das ganze Rheinland sozusagen „durchgekämmt", Spuren schienen nach Holland zu verweisen, man suchte auch hier. Neben den offiziellen Polizeiorganen stellte ber unglückliche Vater geradezu eine kleine Armee von Privatdetektiven in den Dienst ber Suche nach seinem Kind — und das Ergebnis: nichts ... man hat niemals auch nur bie kleine gelbe Schülermütze, niemals auch nur ein Schulbuch des Verschollenen gefunden; fein Mensch auf Erden weiß bis heut, was mit ihm geschehen sein mag ...
Aehnlich liegt noch ein Fall aus Berlin. Er jährt sich bald zum zwanzigsten Mal. In den ersten Wochen des Jahres 1915 ging ber Schlosserlehrling I. von Hause ifort, nach seiner Arbeitsstätte. Er traf hier ein, wurde von seinem Meister auf einen Be- sorgungsgang geschickt — unb von biesem ist er nie mehr wieder heimgekehrt. Es handelte sich dabei um einen völlig normalen, fröhlichen Siebzehnjährigen, ber keinerlei Konflikte mit sich herumtrug. Es hätte nun die Möglichkeit bestanden, baß ber junge Mensch irgendwie bei der Truppe als Kriegsfreiwilliger untergeschlüpft und bei irgendeiner Kampfhandlung gefallen sei. Man ist dieser Möglichkeit nachgegangen, und sie hat sich als Unmöglichkeit erwiesen. Jahre später würbe einmal den Eltern anonym mit« geteilt, ihr Sohn sei bei den Ruhrkämpfen unter falschem Namen dabeigewesen und gefallen. Auch diese Behauptung erwies sich als unwahr. So liegt noch heut das Schicksal des verschollenen Schlosserlehrlings vollkommen im Dunkelndes stellt einen der spärlichen Fälle dar, die in Deutschland bis jetzt nicht aufgeklärt wurden.
Oie Gerätemeisterschasten des Turnkreises Weiterau-Vogelsberg.
Eckhardt (Nidda) kreismeisler.
In ber Turnhalle ber Turngerneinbe zu Bab- Nauheirn würben am Sonntag bie Gerätemeisterschaften des Turnkreises XI: Wetterau-Vogelsberg im Gau XII: Nordhessen ausgetragen, zu denen über 30 der besten Geräteturner des heimischen Turnkreises gemeldet hatten. Kreisoberturnwart Dr. S i e g e r t (Stockheim) hieß zu Beginn Gauober- turnroart R. Paul (Gießen) und den Kreisbeauftragten des Reichssportführers, Sturmbannführer Walther (Bad-Nauheim), herzlich willkommen und wies auf die Bedeutung des Wettkampfes hin. Es fei Ehrenpflicht der Turner aus Wetterau und Vogelsberg, bei dem Treffen in der Kreisgruppe in Hanau, die guten Ueberlieferungen des alten Hessengaues weiterzuführen und den Sieg zu erstreben. Turnkreisführer Thierolf (Friedberg) sprach die Erwartung aus, daß der Bad-Nauheimer Wettkampf ei,. Ansporn sein möge, bas schone Geräteturnen als eine urbeutsche Uebungsform noch mehr als bisher zu pflegen.
Das Turnen an ben verfchiebensten Geräten — bie Turner hatten einen Sechskampf zu bestreiten — ging flott und reibungslos oonftatten und zeigte zum Teil auch recht gute Leistungen. Die Höchstpunktzahl 141 (von 160 erreichbaren) holte sich Alfred Eckhardt vom Tv. Nidda, der damit Kreis- ©erälemeifter wurde. Anschließend an bie (Sieger- oerfünbigung, bie in ein „Sieg-Heil!" auf ben Führer bes deutschen Volkes und auf ben Reichssportführer von Tschammer unb Osten ausklang, gab Kreisoberturnwart Dr. Siegert bekannt, baß bie 13 Besten bes Kampfes, zu benen noch bie Turner Richard Künstler (Friedberg), Gabrian (Vilbel) und Ernst Eß (Dornaffenheim) kommen, am 9. und
eines Tages von zu Hause wegging und nie mehr zum Vorschein kam. Der Fall hat seinerzeit Jahre hindurch die Oeffentlichkeit heftig bewegt — und für die Vermißtenzentrale bes Berliner Polizei- präfibiums ruht er auch heute noch nicht. Hier kennt man keinen „hoffnungslosen" Fall unb bleibt an der Arbeit, solange die Möglichkeit zu einer Aufklärung überhaupt noch in Menschenermessen steht.
Verschollen — dies Wort und seine grausigen Folgeerscheinungen kennt nun nicht etwa nur die Weltstadt, sondern fast jede moderne Großstadt. Ein besonders unheimlicher Fall datiert aus dem Jahre 1906 ereignete sich in Barmen, im bergischen Land. Eines Nachmittags nahm der zwölfjährige Sohn des begüterten Kaufmanns I. brav feine gelbe Schülermütze, klemmte sich seine Bücher unter den Arm und begab sich auf den Weg zur Schule, zum Realgymnasium, der ihn durch die belebteste Innenstadt führte und normalerweife nur eine knappe Viertelstunde dauerte. Aber der Tertianer erschien an diesem Tag nicht zum Nachmittagsunterricht — er erschien auch nach Schulschluß nicht wieder zu- hause — er wurde nie mehr gesehen. Und seltsamerweise hat sich nie ein Zeuge gefunden, ber den Jungen an jenem Nachmittag auf dem Schulweg beobachtet hat. Jahre hindurch gingen die Recherchen nach dem verschollenen Jungen weiter. Man
Tv. Garbenteich-Hausen — Albach-Lich 7:16 (5:5).
Die Kombination ber Gastgeber konnte nicht bie erwartete starke Mannschaft in ben Kampf stellen und hatte Ersatz in ihren Reihen. Wohl spielte bie Mannschaft in den ersten Minuten gut zusammen und vermochte sogar durch schnelle Angriffe 5:1 zu führen. Die Gäste griffen aber ihrerseits ungestüm an und verstanden es durch den restlosen Einsatz eines jeden Spielers, den Kampf bis zur Pause noch remis zu stellen. In ber zweite Hälfte verloren bie Einheimischen burch Verletzung einen ihrer Besten, bie Läuferreihe versagte unb eine hohe Niederlage war die Folge. Die Gäste hatten es unter diesen Umständen natürlich leicht, bei starker Ueberlegenheit in regelmäßigen Abständen Tor auf Tor zu erzielen. Bedauerlich war es, daß bas Spiel nicht ben Zuspruch fanb, den es dem Zweck entsprechend verdiente. Um so erfreulicher ist bie Tatjache, daß die wenigen Zuschauer doch noch einen ansehnlichen Betrag einbrachten.
Fachamt für Handball, Kreis VIII.
Schiedsrichter, Bereins-Spielwarle und Führer!
Aus gegebener Veranlassung heraus haben wir uns veranlaßt gesehen, eine Vereinfachung in dem Verfahren betr. Ansetzung der Schiris eintreten zu lassen. Die Schiris werden in Zukunft nicht mehr direkt benachrichtigt, sondern durch die Presse gesammelt angesetzt. Es hat also jeder Schiri die Pflicht, seine Zeitung daraufhin durchusehen und auch die Vereinsspielwarte und Führer sind gehalten, die ihrem Verein angehörigen Schiris auf etwaige Ansetzungen hinzuweisen. Die Vereinsspielwarte sind verpflichtet, spätestens 4 Tage vor dem Spiel dem angesetzten Schiri Umkleidelokal, Lage des Platzes, Spielbeginn usw. bekanntzugeben und auch die gegnerische Mannschaft entsprechend zu benachrichtigen. Versäumnisse in dieser Beziehung haben Spielverlust zur Folge.
Schiedsrichteransehungen für den 9. Dezember.
Atzbach—Groß-Rechtenbach (O. Ohly, Holzheim); Hörnsheim—Krofdorf (E. Ploch, Gießen, Welcker- straße); Hochelheim—Spv. 05 Wetzlar (K. Hell- hund, Münchholzhausen); Krofdorf II — Münchholzhausen II (O. Bodenbender, Ruttershaujen); Holzheim I — VfB.-Reichsbahn (P. Schneider, Münchholzhausen); Holzheim II — W.-Niedergir- mes II (P. Schneider, Münchholzhausen); Alb ach'— Heuchelheim (H. Becker, Gießen, Wernerwall); Erda gegen Tv. Wetzlar II (Weller, Atzbach); Nauborn- Dutenhofen (Fr. Jacobi, Dornholzhausen); Garbenheim — Cleeberg (Brück, Dorlar); Staufenberg — Lollar (Wallenfels, Allendorf a. d. Lumda); Ruttershausen — Wißmar (W. Zörb, Großen-Linden); Mtv. Gießen II — Hausen (Luh, Allendorf a. d. Lahn); Hochelheim II — Grüningen (Hellhund,
Willis im to.
Vornan von Rainer Zewen.
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Muten Tag, Mac Lean!" sagte Borgloh mühsam. |{’(ine Hand lag kalt in der Mac Leans. „Es geht .ui' in der Tat nicht gut unb ..."
Mac Lean faßte Borgloh unter ben Arm: i ,Hnb wir werben jetzt in irgenbein stilles Wein- frifnurant gehen, unb Sie werden mir Ihren Oi-nmer erzählen, Borgloh. Es muß etwas Schlirn- r? fein, wenn es einen Menschen wie Sie ber- freien burcheinanberbringt."
i ,Etwas Schlimmes ist es schon, Mac Lean. Aber kü schäme mich, es Ihnen zu gestehen. Wieberum ftaieint es mir wie ein Wink bes Schicksals, baß 0 gerabe Sie hier getroffen habe. Das hat boch igrnbeine tiefere Bebeutung."
„Zunächst bie", lachte Mac Lean, in bem Bete, en, Borgloh ein wenig aufzuheitern, „baß ich lif meinem Gelb am Enbe war unb mir von nfirer lieben Bank of Englanb ein paar Pfunb hl lt habe. Unb zum zweiten hat es bie Bebeu- tfiV, baß Sie mir nun wirklich erzählen sollen. Hrgott, Borgloh, v,vr mir braucht man sich boch ' ch zu schämen. Sie wissen ganz genau, wieviel zwickte Sachen mir so vorgetragen werden. Unb Lei oft es mir gelungen ist, sie roieber in Orbnung , i ringen."
tHebrid) Borgloh nickte.
Iiatsächlich, sich vor Mac Lean, bem berühm- ' <hn Detektiv ßonbons, zu schämen, war Torheit. W selbst wenn er sich schämte, es blieb ihm keine W- Irgenbein Geheimnis war um seine Ehe. JN um Eva. Der Besuch bei bem Juwelier jetzt U ’ es ihm bewiesen. Er mußte wissen, was hin- ri illdem steckte. Konnte ihm einer helfen, so Mac ipan, ber sich ihm stets als ein uneigennütziger unb triL?r Kamerad erwiesen.
crumm gingen die beiden Männer nebeneinander .H:/Mac Lean sah ab unb zu in Friebrich Borg- II* t c ®cn Maim ba mußte es mächtig ge- haben. Der sah ja gerabezu verfallen aus. ’p konnte es fein? Eine berufliche Enttäuschung? Ille nein — er hatte ja eben bavon gesprochen, I Schein Besuch bei einem Juwelier ihm bie Augen lÜiihnet hätte. Pekuniäre Verluste? Auch unmöglich. Iki Friebrich Borgloh, ber sich, wie Mac Lean ic.M, durch bittere Jugenbjahre hinburchgekämpst, W ffich burch pekuniäre Rückschläge nicht so weit riibirbrücfen. Etwas anberes mußte es sein. 23er- r Mlich eine Frau. Sicherlich, bamit hing auch ber SBtH) bet bem Juwelier zusammen.
Iber er wollte nicht forschen unb nicht fragen. (kn mußte man in Ruhe irgendwo zusammensitzen,
Bald aber nach Beginn unserer Ehe wurde ich schwer enttäuscht. Irgendwelche unbekannten Einflüsse hatten aus bem weichen, klugen unb feelen- "ollen Mäbchev eine vergnüglmgssüchtiae, foMte utyunu u-«“ vuh mhuiuhu-
»Vrau gemacht, bie nichts -cks Lums unb Aeußer- nen erzählen, wenn sie in Wahrheit echten Schmuck lichkeiten kannte: Ich hoffte, bei Evas Jugenb1 besitzt?"


