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Ur. 127 Zweites Blatt

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Montag, 4-Juni 1934

der NS. -Volkswohlfahrt gegeben, die

wir ein! ver-

sich ge- auf un-

Die Christenheit hat immer eine doppelte Auf­gabe: die Wortverkündigung und der Dienst der Liebe. Diese Doppelverpflichtung gilt nicht nur dem einzelnen, sondern ebenso der Kirche und den , Gemeinden. Deshalb wird jede Gemeinde, jede christ­liche Kirche immer Liebestätigkeit haben müssen, und die Innere Mission wird solange ihre Bedeu­tung behalten, wie sie ein K r a f t z e n t r u m sol­cher Liebestätigkeit bleibt. Die Formen freilich wechseln und richten sich danach, wo die Tä­tigkeit der Kirche einsetzt. Zukünftig wird die Ar­beit der Inneren Mission davon abhängen, was der Staat mit seiner Wohlfahrtspflege angreift und angreifen kann. Immer aber wird viele Not

Staatsleben. Dadurch stellt die Innere Mission stän­dig von Neuem auch die Verbindung zwischen der Kirche und dem Alltagsleben und den Alltagssorgen des Volkes her. Und schließlich 3. Durch die Tätig­keit der Inneren Mission spüren breite Massen des Volkes etwas von der lebendigen und prak­

tischen Arbeit der Kirche.

Die Innere Mission besitzt auch eine außerordent­liche Bedeutung für das kulturelle Leben unseres Volkes. Kultur ist nicht zu denken ohne die leben­dige Kraft der Seele. Das kulturelle Leben eines Volkes wird nur dann stark und gesund sein, wenn die Seele des Volkes stark und gesund ist. Ze mehr Krankheiten die Seele des Volkes bedrohen, desto schwerer ist sein Kulturleben gefährdet. Nun aber arbeitet die Innere Mission vom Inner­sten her, vom Religiösen, von Gott aus an der Seele unseres Volkes, und zwar gerade dort, wo sie gefährdet ist. Wir suchen nicht das Kranke zu er­halten, sondern wir suchen das Kranke ge­sund zu machen und zu bleibendem Dienst in die Volksgemeinschaft einzuordnen. So gesehen ist auch unsere Trinkerfürsorge und Mitternachtsmis­sion Kulturarbeit. Denn wir wollen dadurch Krank- h e i t s k e i m e e r st i ck e n, die die Seele unseres Volkes bedrohen. Noch deutlicher wird die kulturelle Bedeutung der Inneren Mission an unserer Kinder- arbeit. 200 000 deutsche Kinder werden von der

sinken plötzlich, nicht nur nach einem Sprung in das kalte Wasser, sondern oft, nachdem sie schon eine ganze Weile geschwommen sind. Jeder Laie weiß, daß er nicht erhitzt ins Wasser gehen darf, doch nimmt er fälschlicherweise an, daß ihn dann der Schlag treffen würde". Die Untersuchungen eines Freiburger Arztes haben nun ergeben, daß es sich bei den vielen Fällen des Ertrinkens nicht

evangelische Laienschulung, durch die wir evangelische Menschen für den Gemeindedienst und die evangelische Liebestätigkeit ausrichten, ihnen Festigung in Bibel und Bekenntnis geben wollen. Unsere Üaienschulung soll aber gleichzeitig Schu­lung im Gei st e des Nationalsozialis­mus sein, evangelisch und nationalsozialistisch. Bei­des hängt eng zusammen, ebenso wie Evangelium und Volkstum, weil Staat und Volk Gottesordnun­gen sind. Die Ereignisse der letzten Jahre haben gezeigt, daß Abfall von Gott zugleich Zerstörung des Volkstums ist. Und so glauben wir, durch un­sere kulturelle Arbeit der evangelischen Laienschu­lung dem deutschen Volke einen besonderen Dienst leisten zu können.

zogen. Darüber hinaus liegt aber ein wesentlicher Teil ihrer Tätigkeit auf dem Gebiete der Hilfe für Kranke und Hilfsbedürftige, für Kinder und Allein­stehende. Grundsätzlich unterscheidet sich die Arbeit der Inneren Mission von aller anderen Hilfsarbeit dadurch, daß ihre Tätigkeit nicht allein Wohlfahrts­pflege, sondern zugleich Evangeliumsverkündigung, Seelsorge und Volksmission ist.

Inneren Mission betreut, darunter Tausende von Waisen und Tausende von Kindern, deren Eltern­haus versagt. Wir sorgen dafür, daß der Mutter­boden, auf dem diese Kinder wachsen, gesund ist. Don weitgreifender kultureller Bedeutung ist die Arbeit der V o l k s m i s s i o n, der wir in Zukunft einen wesentlichen Teil unserer Aufmerksamkeit zu­wenden und für die wir unsere Berufsarbeiter und Helfer in allen Teilen unseres Tätigkeitsgebietes ausrüsten werden, um auf diese Weise breiteste Volksschichten zu erfassen, und für die wir neue Wege gehen wollen. Volksmission ist ebenso Evan­geliumsverkündigung wie Volkserziehung, und zwar Erziehung aus dem Geistigen heraus, von der Seele her. Unter Dolksmission fällt auch die

der Zug aus den Bahnhöfen fuhr, riefen sieHeil Hitler!", an den Schranken standen sie und hoben die Hände.

Wo die Häuser versanken.

So sauber St. Wendel ist, so schmutzig liegt Neunkirchen da. Die Hütte, ein riesiges Werk, deren Hochöfen Tag und Nacht brennen ohne Un­terlaß, liegt mitten in der Stadt. Auf den Straßen und Wegen liegt dicker, grauer Staub. Ich gebe es bald auf, meine Schuhe zu putzen; eigentlich sind sie schwarz, hier sind sie von einer merkwürdig hell­grauen Farbe. Die Schlote rauchen schon wieder, die Arbeit ist in vollem Gange. Nur die Grube liegt noch still. An einer langen Seilbahn hängen die Förderkörbe stumm und bewegungslos. Wir kommen an den Schacht, sehen in einige Körbe hinein. Sie sind bis zum Rand mit Kohle vollge­packt. Es ist allerdings keine Kohle, die die Hütte brauchen kann, sie brennt nicht gut genug für Hoch­öfen, im Winter wird sie an die Arbeitslosen ge­geben. Wagen voll von angeschwemmtem Kohlen­staub stehen da. Der soll sogar noch besser brennen als Kohle selbst. Wir gehen um die Grube herum, kommen in einen anderen Stadtteil. Da ist eine Straße, in der sämtliche Häuser langsam in die Erde gesunken sind. Man sieht den oberen Teil der Haustür aus der Erde schauen, aus dem Erdge­schoß ist ein zweiter Keller geworden. Ein Haus ist ganz und gar verschwunden. Zuletzt sah man nur'noch das Dach, das hat man dann weggenom­men, es sah zu lächerlich aus.

Wir kommen an der Stelle vorüber, an der vor einigen Jahren der große Gasometer auseinander­riß.'Man zeigt mir neben der Straße eine große leere Fläche. Da haben Häuser gestanden, eins neben dem andern, wie unten in der Stadt. Sie sind alle weggerissen. *

Aus jedem Haus hängt eine Fahne. Ich spreche mit einigen Leuten. Ich erfahre, daß man fo gut wie ausschließlich deutsche Waren kauft, obwohl sie durch den Zoll teurer sind als die französischen. So zeigt sich gerade in der Wirtschaft das von der Wirtschaft geleugnete Gefühl der Zugehörigkeit zum Vaterland am deutlichsten. Lieber zahlt man mehr.

OieKücheneinrichtung vor 400 3<i6rett

Aus den alten Inventaren, die verstaubt in den Archiven und Bibliotheken ruhen, läßt sich ein an­schauliches Stück des Alltagslebens der Vergangen­heit wiedererwecken; denn hier sind uns jene Einzel­heiten vom Tun und Treiben, von kleinen Wün­schen und Sorgen der Männer und Frauen in

Heime und Angestellten mitarbeiten. Die Innere Mission verwaltet 328 Krankenhäuser, 20 Tuberku­losenheilstätten, 148 Heilanstalten und Pflegehäuser, weiter 3321 Tagesheime, Horte, Kindergärten und Krippen, außerdem 454 Waisenheime und 135 Er­ziehungsheime. Hierzu kommen Altersheime, lieber« nachtungsheime, Herbergen zur Heimat, Seemanns­heime, Arbeiterkolonien insgesamt also Tau­sende von An st alten, von denen jede einzelne einen umfangreichen Wirtschaftskörper darstellt, deren Ausfall' sicher ein fühlbarer Schaden wäre. Alle außerhalb ihrer eigentlichsten Aufgabengebiete stehenden Wirtschaftsunternehmungen stößt die In­nere Mission, deren Geschäftsgebarung unter der Aufsicht des Reichsfinanzministeriums und der Deutschen Evangelischen Kirche steht, ab und beab­sichtigt nicht, sie wieder aufzunehmen. Sie beschränkt sich bewußt auf die evangelische Liebestätigkeit und den Dienst an Kirche und Volk und kehrt damit zurück zu dem, was ihr Männer wie Wichern und Stöcker als Aufgabe gestellt haben.

Die Innere Mission ist heute ebenso nationalsozia- listisch, wie sie evangelisch ist. Dadurch sind die Vor­aussetzungen für die Zusammenarbeit mit

völlig reibungslos, eng und vertrauensvoll staltet. Durch das bekannte Abkommen, Grund dessen die Innere Mission in die ter der Leitung von Pg. Hilgenfeldt stehende Arbeitsgemeinschaft sämtlicher Wohl­fahrtsverbände eingetreten ist, ist die Sicherheit gegeben, daß sich beide Organisationen einander in die Hände arbeiten. Auch mein Erlaß, der den Berufsarbeitern der Inneren Mission den Beitritt zur Nationalsozialistischen Dolkswohlfahrt empfiehlt, hat den gleichen Zweck. Im übrigen hat die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt die soge­nannteKatastrophenhilfe" und den Dienst an den Gesunden, wie Winterhilfe und Hilfswerk Mutter und Kind. Die Innere Mission wird hierzu herange­

bildet hat.

Llnfälle beim Baden.

Wie viele junge kräftige Menschen büßen jeden Sommer durch den Tod des Ertrinkens Gute Schwimmer mit ausgezeichnetem Herzen

(CA.) stellte bisher lediglich eine Sammelstelle, ein und angreifen kann. Immer aber wird viele Not Parlament der Verbände dar: einheitliche Führung nur durch die Verbindung von sozialer Hilfe und fehlte. Heute ist der CA. R e i ch s f ü h r u n g, und Seelsorge zu überwinden sein, eine Verbindung, die diese Führung beabsichtigt,-die Verbände zu ordnen in der Arbeit der Inneren Mission vorhanden ist. nach kirchlichen, fachlichen und Gaugesichtspunkten. | Die besondere Bedeutung der IM. für die Evan- Hand in Hand damit geht eine große Wirt- gelische Kirche liegt vor allem in drei ztaqaajen: schaftsprüfung, eine Prüfung der finanziellen 1. I n d e r Tat bewährt sich der Glaube^ 2)urd)

Pfarrer Themel, der mehrere Jahre das Amt des Sozialpfarrers von Berlin inne­hatte und sich besonders im Kampf gegen die kommunistische Gottlosenbewegung aus­zeichnete, hat mit seinem Mitarbeiter, Direk­tor Pfarrer S ch i r m a ch e r, die verantwor­tungsvolle Aufgabe übertragen bekommen, das gewaltige Werk der Inneren Mission einer den Bedürfnissen der heutigen Zeit entsprechenden Neuordnung zu unterziehen.

Die Neuorganisation der Inneren Mission ist noch nicht zum Abschluß gekommen. Bisher ist lediglich durch die Schaffung einer einheitlichen Reichsfüh­rung und durch klaren Einbau in den Lebensraum der Evangelischen Kirche die Grundlage für den Neuaufbau fest gefügt worden. Jetzt wird es darauf ankommen, die Fülle der zur Inneren Mission ge­hörenden Verbände in eine organisatorische Ordnung- zu bringen, um dadurch die Gesamt­organisation zu einem schlagkräftigen, arbeitsfähi­gen und lebensvollen Körper zusammenzuschließen. Nicht weniger als neun verschiedene Gruppen von Verbänden gehörten der Inneren Mission an, und jede einzelne Gruppe faßt in sich wieder zahlreiche Einzeloerbände zusammen, die ihre Tätigkeit zum Teil weit über die Grenzen des Deutschen Reiches erstrecken, wie etwa der Verband für Internationale Diakonie oder die Diakonissenverbände, die viele Stationen und Häuser im Auslande, besonders un­ter Ausländsdeutschen, erhalten. Diese zahlreichen Verbände sind in den vergangenen Jahrzehnten nebeneinander gewachsen und haben nebeneinander manchmal auch gegeneinander gearbeitet. Sie waren jeweils aus besonderen Bedürfnissen heraus entstanden, die heute nicht mehr immer vorliegen, und hatten vollständig freies Eigenleben. Der Cen­tral-Ausschuß der Inneren Mission

Was gibt es Neues in der Medizin ?

Von Or. p. Wölffel.

An -er Saar notiert..

Don Heinz Ulrich.

Jenseits des Rheins.

Wir fahren über den Rhein. Bei Bingerbrück steht der Zug eine 5ßei>. Die Reifenden ftnb alle auf einer Seite im Gang und schauen auf den Rhein. Man denkt, der Zug müßte schief stehen unter ihrer Last. Gab es bisher nur sanft gewellte Hügel, so fährt der Zug jetzt in schrofferes Gebirge hinein, schlängelt sich der Schienenstrang längs der Nahe dahin, neben den Bergen, und die Tunnels beginnen. Tal folgt auf Tal, Tunnel auf Tunnel. Immer näher kommen wir der Grenze. Der Schnellzug beginnt zu schleichen, hält an kleinen und kleinsten Bahnhöfen und Haltestellen. Wir stehen und laufen aufgeregt auf dem Gang herum, die erste Kontrolle erscheint. Wir müssen unser Geld vorweisen. Der Beamte nickt einmal im Ab­teil herum, dann verschwindet er wieder. Da ist Namborn, die Saargrenzstation. Wir dürfen nicht aussteigen, liegen in den Fenstern und sehen das Saarland vor uns liegen. Wir nehmen tue Koffer und Rucksäcke aus den Netzen und warten. Drei Männer in Uniform treten ein, zum erstenmal sehe ich eine französische Uniform. Der Franzose steht . sich einmal um, laßt sich zwei Soffer offnen, blickt nur kurz hinein und verschwindet wieder. Wir zücken die Hand nach den Pässen niemand ver­langt sie von uns. Zoll- und Paßkontrolle sind vorbei, der Weg ist offen.

Zwei Städte.

An einem Berg gelehnt liegt St. Wendel. Ein Paradies für Radfahrer, die von oben herunter wollen eine Hölle für tue, tue ihr Rad den Berg hinauf'schieben müssen. St. Wendel ist eine alte Stadt, im Gegensatz zu dem benachbarten, dreimal so großen Neunkirchen. Bei-St. Wendel gibt es nur eine Grube, und die liegt einigermaßen außer­halb, daher kommt es, daß die Stadt sehr sauber ist, im Verhältnis zu den lungeren Jndustrleorten, die an derselben Strecke liegen. Es gibt hier auch ein Gymnasium, während Neunkirchen nur eine Realschule besitzt. Die Neunkirchener schicken nun ihre Söhne nach St. Wendel auf die Schule. Die Ueberlegenheit der alten Stadt wird neidlos aner= kannt. Sie ist ein geschlossenes Ganzes, eine Klein­stadt, wie es die meisten in Deutschland auch stno. Weder französische Uniformen sind zu sehen, noch irgend etwas anderes Französisches, seien es Zei­tungen, Waren oder dergleichen, ja, in keinem Ort, den ich besuchte, von Grenze zu Grenze, konnte

Oie sorgsättige Zahnpflege.

Zur Zahnpflege gehört außer einer der Emp­findlichkeit des Zahnfleisches entsprechenden harten oder weichen Zahnbürste, eine gute Zahnpaste, die folgende Eigenschaften besitzen muh: 1. muß sie in Wasser leicht löslich sein, da sie sich in der kurzen Zeit des Zähneputzens auf alle Stellen des Mundes verteilen soll; 2. muß sie sich wieder leicht von den Zähnen entfernen lassen; 3. muß sie fettlösend sein, da sie durch diese Eigenschaft das Ansetzen von Zahnstein verhindert. Eine weitere Eigenschaft der guten Zahnpasta ist die Feinkörnigkeit. Es ist leicht vorstellbar, daß eine grobe Paste den Zahnschmelz zerstört und das Aussehen der Zähne nicht hebt.

beheben.

Viele Menschen leiden unter einem leicht bluten­den Zahnfleisch. Kaurn haben sie die Zahnbürste angesetzt, schon strömt das Blut aus den Zahn- fleischspitzen zwischen den Zähnen. Selbstverständlich müssen diese Menschen für eine weiche Zahnbürste sorgen, eventuell für eine Bürste mit Dachshaaren. Eine Kräftigung des Zahnfleisches erreichen sie durch tägliche Massagen mit einer schwachen Alko­hollösung (auch Franzbranntwein). Läßt die Blu­tung nicht nach, so muß von einem Zahnarzt fest- gestellt werden, ob etwa eine Erkrankung des Zahn­fleisches vorliegt oder ob sich zuviel Zahnstein ge-

ihrem häuslichen Leben ausgezeichnet. Aus solchen Inventaren, und zwar aus den Jahren 1503 bis 1662, wurden z. B. Küchengeräte der Vergangen­heit zusammengestellt, so daß wir uns eine ziemlich genaue Vorstellung davon machen können, mit wel­chen Instrumenten die Hausfrauen und Köchinnen der Reformationszeit hantierten. Der Kochherd be­fand sich noch zu Anfang des 15. Jahrhunderts un­ter dem Mantel des Kamins. Der Boden war zu­nächst mit Steinen und Ziegeln bedeckt; später ver­fertigte man ihn aus Gips, aber eine Verordnung von 1485 befahl die Verwendung von Eisen. Häufig war der Feuerherd mit prächtigen Reliefverzie­rungen ausgestattet, in denen männliche und weib­liche Heilige ihren Segen zum häuslichen Tun gaben. Unter dem Kaminmantel hing an schwerer, mannigfach verzierter Kette der Kessel von rotem Kupfer, hingen die riesigen dreizinkigen Braten­gabeln, zierlichere Bratspieße, die kräftigen Feuer­zangen und die großen Schaufeln. Der Kessel ruhte, wenn unter ihm das flackernde Feuer entzündet wurde, in einem großen fteigbügelartigen Gestell; die irdenen Töpfe wurden auf kleinere Dreifüße gesetzt, die den Namendie Magd" führten, lieber» Haupt hatten manche Küchengeräte ihren Namen vom Gesinde erhalten; so gab esden Diener", ein Holzgestell,den Burschen", eine Art Schrank zum Aufbewahren der Geräte. Noch heute gibt es in manchen Gegenden Deutschlands eine besondere Form eines kleinen Tischchens, das den Namen stummer Diener" trägt und aus dem sich dann unser Teewagen entwickelt hat. Manche dieser In­strumente, die zunächst ganz ungeheure und uns jetzt fast lächerlich anmutende Ausmaße haben, nehmen um 1500 bereits die heute üblichen Formen an, so die Feuerschaufel und die Feuerzange, die ihre weitausladenden Arme verliert. Sehr zahl­reich waren die Formen der Feuerböcke, auch Feuer- Hunde genannt, die bisweilen ganz herrliche schmiedeeiserne Kunstwerke waren. Der künstlerisch gestaltende Geist dieser Epoche entfaltet auch in den Küchengeräten seine üppig derbe Phantasie und ließ seinen Hupior selbst in den hölzernen Büchsen spielen, so z. B. in einem Salzgefäß, dessen Vorder­teil die Züge eines alten Weibes mit knolliger Nase und hängendem Kinn zeigt, das die Unterlippe ent­setzt vorschiebt und sein ganzes Gesicht zu den bittersten Falten zusammenzieht, als wenn es eben eine tüchtige Portion des salzigen Inhalts geschluckt hätte. Diese Verbindung vom Gebrauchsgegen­stand und handwerklicher Kunst mit naiv-derben Ausdrucksformen lebt heute noch in der Volkskunst mancher deutschen Landschaften fort.

um einen Herzschlag handelt, sondern um eine Ohn­macht, die den Menschen unfähig macht, sich über Wasser zu halten. Sinkt er, ohnmächtig, aber erst mit Mund und Nase unter Wasser, so bringt es in den Körper ein und führt zum Tode. Wie kommt es nun zu diesen Ohnmachtsanfällen? Durch die plötzliche Abkühlung oder durch den längere Zeit einwirkenden Kältereiz ziehen sich die Blutgefäße der Haut übermäßig zusammen und das Blut strömt in das Körperinnere. Wird dieses Zurück- ftrömen des Blutes zu stark, so entsteht im Gehirn eine Blutleere, die bekanntermaßen eine Ohnmacht auslöst. Es ist also schon ganz richtig, wenn der vorsichtige Schwimmer oder Nichtschwimmer sich vor dem Baden mit kaltem Wasser solange abreibt, bis die Haut sich an die Temperatur gewöhnt hat und den Kältereiz des Wassers aushält, ohne sich in gesteigertem Maße zusammenzuzlehen. Schwim­mer, die vorhaben, eine längere Strecke zu schwim­men, sollten sich vorher gründlich einfetten.

Besonders wichtig ist ein vorsichtiges Schwimmen für die Menschen, die ein'Ohrenleiden haben. Dringt das Wasser in das Innere des Gehörganges, so entstehen Gleichgewichtsstörungen, die, leicht erklär­lich, zum Ertrinken führen. Die Ohrenleidenden sollten sich deshalb immer mit fettgetränkter Watte gegen das Eindringen des Wassers schützen und außerdem jedes Tauchen und llnterwasserschwim- men vermeiden.

Oas Gerstenkorn.

Das Gerstenkorn ist eine sehr unangenehme, wenn auch in den meisten Fällen ungefährliche Krankheit. Ohne irgendeinen besonderen Grund entsteht plötz­lich an der Außenseite des Augenlides eine rötliche Schwellung, die sich mit der Zeit zu einer, Eiter­pustel auswächst. Durch den Druck, den die Ge­schwulst auf die Lider, Augapfel und die Bindehaut ausübt, hat der Kranke außer einem starken Juck­reiz auch meistens heftige Schmerzen. Eine Lin­derung wird durch Wärmeanwendung in jeder Form erreicht. Kamillendämpfe, Kamillenumschläge ver­hüten, wenn sie sofort beim Auftreten der Rötung angewandt werden, eine schwere Eiterung, lieber Nacht kann man einen Lehmverband auflegen, der in fertigen Packungen in jeder Apotheke zu haben ist. In den schlimmsten Fällen wird der Arzt durch einen kleinen Schnitt den Abzeß öffnen. Da durch Verschleppen der Bakterien leicht mehrere Gersten­körner hintereinander entstehen können, muß vor allen Dingen daraus geachtet werden, daß die eitrige Stelle nicht berührt wird.

Forschungen

über die Bergkrankheit.

Während sich der Gesunde den Höhenunterschie­den leicht anzupassen vermag und sich auf den Ber­gen oft bedeutend wohler fühlt als auf der Ebene, rönnen den Kranken, insbesondere Personen mit fortgeschrittener Arterienverkalkung und mit Her^ klappenfehlern, schon Höhenunterschiede von fünf­hundert Metern empfindliche Beschwerden bringen.

ich etwas davon entdecken, das auch nur den An­schein fremder Art erweckte.

In den Schaufenstern sieht man nur deutsche Waren. Ungewöhnlich ist nur der Preis für den Reichsdeutschen. Unwillkürlich denkt man: Donner­wetter ist das hier teuer, solch schäbiger Schlips kostet 9 Mark? Das sind umgerechnet zwar nur eine Mark dreißig Pfennig, aber weil nicht dabei stehtFranken", 'bekommt man erst einen kleinen Schreck und faßt besorgt nach der Tasche.

Im nächsten Jahr wird alles gut".

Ich klettere durch die Straßen. Im Fenster einer Buchhandlung hängen deutsche Zeitungen neben der Saarbrücker Landeszeitung" und demSt. Wen- deler Volksblatt." Auf der Straße spielen die Kin­der wie bei uns, die Alten gehen zur Kirche wie' bei uns, aus den Fenstern liegen Männer und Frauen in der Sonne und schauen mich neugierig an. Nichts, gar nichts deutet hin auf die große Spannung, die über diesem Lande liegt. Aus den alten, steinernen Brunnen rinnt das Wasser, wie Jahr um Jahr vorher, nur die Polizei sieht etwas anders aus als bei uns, es stehen zwei Beamte am Bahnhof, sonst kann ich in der ganzen Stadt keinen erblicken. Ich komme mit einem Mann ins Gespräch. Er ist Gärtner, seine Familie seit Jahr­hunderten in St. Wendel ansässig. Wir sprechen erst über das Wetter und die Umgegend von St. Wendel. Wälder soll es geben, in denen man tage­lang gehen kann, ohne an ein Dorf oder eine Lichtung zu kommen. Aber bald ganz unversehens, sind wir bei der Saarfrage angelangt. Und so geschieht es mir immer wieder. Ich kann kein Gespräch anfangen, ohne daß mehr oder weniger schnell diese Frage auftaucht. Kaum sage ich, daß ich aus dem Reich bin, werde ich gefragt, was man im Reich von der Saar spricht. Aus allen Worten spricht es wie ein Aufatmen: Na, im nächsten Jahr hört das ja alles auf, im nächsten Jahr wird alles gut. Diesen Satz höre ich stets, mannigfaltig abgestuft, von manchem zaghaft, von manchem nur hoffend, von den meisten als eine unbezweifelbare Gewißheit.

Der Gärtner sagt, daß dieses Vertrauen erst feit kurzer Zeit bei ihnen eingekehrt sei, seit in Ber­lin eine starke Hand regiere. Ich glaube es, nir­gendwo in Deutschland habe ich begeisterterHeil Hitler!" rufen hören, wie dort aus den Zügen, die in das Reich fuhren und zurückkamen. Aus den Wegen und Straßen blieben die Menschen stehen, wenn ein Zug vorbeikam, und winkten nicht, son­dern hoben den Arm zum Gruß, und die im Zuge reckten sich aus den Fenstern und grüßten wieder. Aus den Häusern schauten sie und grüßten, wenn

IM. b e w u ß t e u n d k l a r e P . - .-----, ----------- - . . , ...

zu treiben I die Innere Mission führt die Kirche durch ihre ganz

Die Innere Mission hat rund 80 000 Berussarbei- auf die Tat eingestellte Wirksamkeit, den Beweis ter und -arbeiterinnen, von denen man muß die , des Geistes und der Kraft. 2. Die Arbeit der Jnne- große Zahl der unverheirateten Diakonissen und ren Mission ist weiter ganz auf das Leben jüngeren Hilfskräfte berücksichtigen und 30000 des Alltags eingestellt und ist auf das Familie haben. Man kann also rechnen, daß die! Engste verbunden mit dem gesamten Volks- und Innere Mission mit ihrer Arbeit rund 200 000 deutschen Menschen ständiges Brot gibt, ungerechnet diejenigen, die von uns unterstützt wer­den ober die an der Bedarfsbeschaffung für unsere

Manche Menschen leiden an einem unangeneh­men Mundgeruch, der selbst bei bester Zahnpflege nicht weichen will. In diesem Fall muß man nach der wirklichen Ursache suchen. Jede eitrige Er­krankung der Hals- und Nafenschleimhäute, der Mandeln und der Nasennebenhöhlen kann diesen Geruch erzeugen. Sind Hals und Nase gesund, so lasse man Magen und Darm untersuchen, in vielen Fällen wird hier der Grund zu finden sein. Bei Magen- und Darmerkrankungen wird man den Mundgeruch durch Abbürsten des in diesen Fällen tmt v.utu,.» ................ .. ------------... . - meist vorhandenen Zungenbelags verhüten. Eben-

Lage und der Betr'iebstechnik. Das Ziel ist, in der, die Tat wird der Beweis geführt, daß die Botschaft falls kann ein leerer Magen zu dieser unangeneh- ' - Planwirtschaft des Christentums lebendig ist. Diesen Beweis für men Erscheinung fuhren. Dagegen gibt es ja nun

| die Innere Mission führt die Kirche durch ihre ganz ein einfaches Mittel, eine geringe Nahrungsaus- ........ ' nähme hilft schon. Liegt keiner der eben erwähnten Fälle vor, so ist unbedingt zu raten, einen Zahn­arzt aufzusuchen. Des öfteren entsteht ganz ohne Schmerzen ein Zersetzungsherd unter einer alten Plombe. Eine neue Füllung wird dann das liebel

Die Innere Mission in Staat und Kirche

Von Pfarrer Themel, Präsidenten der Inneren Mission.