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Frieden allen mitteile. Unserem Führer gelobe man, allezeit treu zu ihm zu stehen.

Ein ernstes Theaterstück sand reiche Anerkennung, das Erscheinen des Weihnachtsmanns löste bei den Kindern große Freude aus Den Abschluß des Nach­mittags bildete die Verlosung von Christbaum- zweigen, die mit nützlichen Sachen behängt waren.

Von dem Programm des Abends seien nur ver­merkt:Wiegenlied der Hirten" undMaria Wie­genlied", gesungen von Fräulein Erna H a a \ e, die Tänze:Spitzengavotte" (ßeni - aa se),Schnee­flockenwalzer" undMatrosentanz" (ßeni Haase und Käthe Schmalz). Auch der von acht Mädchen getanzte Reigen gefiel sehr gut. Die Kapelle um­rahmte das Programm mit passenden Musikstücken. Kapellmeister Seitz erntete für einige Violin-Solis stärksten Beifall.

Zum Schlüsse dankte Ortsgluppenoorsteher Pg. Otto Jung allen Mitwirkenden und faßte in mar­kiger Rede die Gedanken des Nationalsozialismus zusammen. Er erinnerte daran, daß es die Jugend gewesen sei, die hinauszog und für dieses neue Deutschland alles getan habe, was man von ihr nur verlangen konnte. Diese Jugend habe nicht für sich gekämpft, sondern einzig und allein für die Familie, für die Heimat, für das ganze Deutschland. Es sei die Jugend gewesen, die seit Jahren im brau­nen Ehrenkleide vorwärts marschierte, Jugend, die mit unerschütterlichem Glauben an Deutschlands Zu­kunft, an das Dritte Reich, die Idee unseres großen Führers überall im ßande verbreitete und für diese Idee mit dem ßeben einstand. Die Deutsche Arbeits­front, die den Klassenhah endgültig überwunden habe, habe sich die Aufgabe gestellt, alle schaffenden deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen zu­sammenzufassen. Wir seien berufen, im Interesse der kommenden Generation uns restlos mit aller Kraft zur Verfügung zu stellen, damit wir unseren Kin­dern später einmal antworten können: ich habe auch für das Hakenkreuz gekämpft, ich habe dieses Ban­ner vorangetragen, den letzten Mann habe ich bei der entscheidenden Wahl zur Urne geholt, die letzte Frau habe ich überzeugt! Ich habe das getan und Opfer gebracht, weil ich wie mein Kind auch das kommende Deutschland liebe. Das kommende Deutsch­land fordere von uns, daß wir Opfer bringen, daß wir vor allen Dingen dem neuen Deutschland treu seien bis in den Tod! Mit einemSieg-Heil!" auf den Reichspräsidenten und auf den Volkskanzler be­schloß Pg. Jung seine mit großem Beifall aufge» nommene Ansprache.

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Tageskalender für Donnerstag, ßichtfpielhaus, Bahnhofstraße:Großfürstin Alexan­dra". Astoria-ßichtsplele, Seltersweg:Nagana". NS.-Frauenschaft Gießen-Mitte, Zelle 3,Stadt Mainz", Zellenabend.

Aus dem Stadttheaterbüro wird mitgeteilt: Morgen, Freitag, Aufführung des ßuft» fpiels:Der Herr Senator" von Schönthan-Kadel- burg. (Siehe heutige Anzeige.)

Die Hitlerjugend in Oberheffen.

bon Heinrich Hübner, presse- und Propagandaleiier des Oderbanns IV/13.

n.

Die Hitlerjugend war verboten. Das heißt, es war verboten, in Uniform über die Straße zu gehen. Es war verboten, das Abzeichen zu tragen, es war verboten, zusammenzukommen. Verboten war so ungefähr alles.

Aber sie kamen doch zusammen, sie marschierten doch. Die Arbeit lief weiter, nur anders als bis­her. Heimlich. Aber sie wurde getan. Und wurde einmal einer gefaßt: er hatte es allein getan. Die Organisation war ja verboten. Aber die Jungen hielten durch. Manchmal erschienen sie auch im Braunhemd in der Schule, die unfolgsamen Jungen, steckten zwei Stunden Arrest ein, ober riskierten aus der Schule zu fliegen. Aber sie gaben nicht nach.

Damals entstand in Hessen die Chattenjugend. Schwarze Hemden trugen sie. Aber sie trugen auch noch das braune. Wer wollte es ihnen jetzt ver­bieten?! Sie waren ja Chattenjugend. An Pfingsten lagerten 600 Hitlerjunaen auf dem Hcchnreich bei Groß-Umstadt. Die Chattenjugend hielt hier ihr Bundestreffen". Die Uniform hatte man oerbieten können, nicht aber die Menschen, die die Träger dieses Geistes waren.

Ein Bild aus der Chronik des Oberbannes trägt die Unterschrift:Die Jugendführer des Gaues Hes­sen vor dem Erich-Joost-Heim in Darmstadt". Wir können sie zählen, diese wenigen, die die Führer- frfjaft eines ganzen Gaues bildeten. Das waren fünfunddreißig höchstens, die meisten noch Schüler. Besonders im Kreise Alsfeld erreichte die HI. eine gewaltige Zunahme.

Die Wetterau sah die erste Arbeit des Jungvolkes in Oberhessen. Auf dem Hahnreich waren aus Ober- Hessen ganze zwei Jungen vom Jungvolk mit- gewesen. Im Peter-Gemeinder-Heim in Reichelsheim war das erste ßager des Fähnleins Wetterau. Es nah­men etwa 70 Jungen teil. Das war viel. Das war sehr viel. Das war nämlich in der Zeit der Ernte. Und die Gesamtstärke des Fähnleins betrug 100 Junyen. Acht Tage schönster ßagerkameradschast schmiedeten ein festes Band. Weiter ging der Kampf.

ßangsam wuchs die Bewegung. Alsfeld, Gießen, ßauterbach, Büdingen, Schotten. Wenigstens die Städte hatten jetzt ihre Kameradschaften der Hitler­jugend, wenigstens in den Städten gab es jetzt einige Jungvolkjungen.

Am Waldrand trafen wir uns. Vorsichtig lausch­ten die Jungen auf die Polizei. Wußten sich doch stets rechtzeitig zu verziehen. Angenehm war eine Begegnung mit dem vielen Fragen nie. Oder sie tagten in einer Baracke, da sie doch nicht in der Stadt zusammenkommen dursten. Sie übten, spiel­ten und fangen ...

Und weiter ging der Kamps. Das System hob das Verbot wieder auf. Die Hitlerjungen marschier­ten wieder. Ueber Nacht war die verbotene Organi­sation neu aufgebaut. Das heißt, fo schien es den Gegnern. Jeder kannte damals den andern persön­lich! Und so brauchte nicht eine Kameradschaft neu aufgebaut zu werden, die fein Terror zu zerbrechen vermochte.

Sehr scharf nahm man damals die Ausübung des Dienstes. Jungen, die zum zweiten Male den Dienst versäumten, wurden beurlaubt ober ausge­schlossen. Man konnte in einer kämpferischen Ge­meinschaft nur Kämpfer brauchen.

Nun rüstete man zum ersten Reichsjugendtag in Potsdam. In allen deutschen ßanden, in denen deutsche Jungen kämpften, rüstete man zu diesem Tressen. Etwas ganz Großes sollte es geben. Etwas, was noch nie da war. Ein Massenaufmarsch der deutschen Jugend. Eine gewaltige Heerschar des jungen Nationalsozialismus sollte es werden.

Der Tag von Potsdam wurde der Ehrentag der deutschen Jugend. In- und ausländische Presse nahmen Anteil an diesem Tage. Englische und amerikanische Journalisten, die zu dem Reichs­jugendtag nach Potsdam kamen, faßten ihr Urteil folgendermaßen zusammen:Selbst an den ge­waltigsten amerikanischen Kundgebungen gemessen, die wir je gesehen haben, ist dieses Schauspiel, welches sich heute im Stadion abrollt, nach allen Richtungen das gewaltigste Erlebnis, bas mir je au verzeichnen hatten. Wir finb uns einig in ber Meinung, baß biefer Jugenbtag mehr als eine Zu­sammenkunft an einer historischen Stätte ist. Er ist ber Aufbruch ber jungen bentschen Nation."

Mit runb 250 Jungen war Oberhessen in Pots- bam vertreten, ber Kreis Friebberg allein stellte 90. Der Reichssugenbführer sprach, ber Führer sprach. Im Stroh in bem Zeltlager ber Jungen hatte ber Führer geschlafen Mitten unter ihnen. Hatte ihnen den Glauben gegeben an bie Jbee, an biefe herr­liche Bewegung. Und diesen Glauben sollten, woll­ten sie jetzt weitertragen, wenn sie wieder bahe<M waren bei den Kameraden, bie nicht mit nach Potsbam gekonnt ober geburft hatten unb bei benen, bie noch nicht ben Weg zu ihnen gefunben.

Ein Feuer hatte sie ergriffen in Potsbam, unb dieses Feuer würde nie mehr verloschen. Das war ihr Wille ...

Dann waren sie wieder daheim, jeder an seinem Arbeitsplatz, jeder auf sich selber gestellt. Und doch jeder wissend, bah laubmbe unb aber Tausenbe deutscher Jungen und Mädels denselben Kampf kämvfen wie sie.

Und das machte sie stark... Und so kämpften sie..

** Beim Zollamt am 6. Januar Sonn­tagsdienst. Am 6. Januar begeht die Reichs­zollverwaltung die Feier des hundertsten Jahres­tages der Errichtung des Deutschen Zollvereins. Gemäß Verfügung des Herrn Reichsjinanzminifters ist an diesem Tage beim Hauptzollamt Gießen und beim Zollamt Bahnhof-Gießen ber Dienst wie an Sonntagen geregelt. Jeboch können bringenbe Zoll­abfertigungen unb Kassengeschäfte in der Zeit von 9 bis 11 Uhr erledigt werden. Für den sonstigen Verkehr bleiben die Dienststellen geschlossen.

** Geschäfts st enografenprüfung. Die vor kurzem von der Hessischen Industrie- und Han­delskammer Gießen durchgesührte Geschästssteno- grafenprüfung bestanden folgende Mitglieder der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenografenschaft: 200 Silben: Gertrud Müller und Fritz Dörf- ner; 120 Silben (Vorprüfung): Georg Schaaf.

** Erster Generalappell des deut­schen Stenografen-Nachwuchses Die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenografenschaft teilt uns mit: Im Februar führt die Deutsche Steno- grafenschaft das erste deutsche Schülerleistungsschrei­ben im Reich durch. Jeder Kurzschristschüler, jede Kurzschriftschülerin in jeder deutschen Schule nimmt daran teil, jeder Kurzschriftlehrer, jede Kurzschrift­lehrerin wirkt dabei mit. Die Veranstaltung soll ber erste Generalappell bes beutschen Stenografen­nachwuchses werben. Die Bebingungen finb für jeben Teilnehmer im ganzen Reich bie gleichen Eine Verkehrsschriftprobe nach langfamer, ein­maliger Ansage unb eine Fünfminuten-Schnell- fchreibprobe in Geschwinbigkeiten von 60 Silben auf­wärts mit Übertragung in ßangschrift. Ziel ber Veranstaltung ist, ben Schülern Freube am eigenen Können zu vermitteln. Das erste beutsche Schüler­leistungsschreiben wirb bie erste Massenleistung ber Deutschen Stenografenschaft fein. Nähere Anweisun­gen werben in ben einzelnen Schulen gegeben.

** Warnung vor einem reisenben B e - trüget. Aus Frankfurt a. M. wirb berichtet: Ein bisher unbekannter Betrüger tritt zur Zeit außer­halb Frankfurts auf. Er sucht Uhrmacher auf unb versucht, ohne Vorlage von Reparaturzetteln ben be­treffenden Uhrmacher zur Herausgabe von goldenen Herrenuhren zu veranlassen. In einem bisher fest- gestellten Falle hat der Betrüger Erfolg gehabt Cs wurde ihm eine fchwergoldene Herren-Sprungdeckel- uhr mit zwei Wappen ausgehändigt Vor dem Be­trüger, der sich Dr Rühl nannte, wird gewarnt.

** Deff entlid)e Bücherha11e Im Dezem­ber wurden 1255 Bände ausgeliehen Davon kamen auf: Erzählende Literatur 794, ßiteraturgeschichte 4, Zeitschriften 34, Gedichte und Dramen 17, Jugeud- schriften 132, ßänder- und Völkerkunde 96, Kultur­geschichte 3, Geschichte und Biographien 99, Kunst­geschichte 4, Naturwissenschaft und Technologie 21, Haus- und ßandwirtschaft 6, Gesundheitslehre 5, Religion und Philosophie 6, Staatswissenschaft 28, Fremdsprachliches 6 Bände Nach auswärts kamen 7 Bände.

* Eine Zusammenkunft d e r Kame­raden der ehern. 10 5. Inf.-Div findet am Sonntag, 14. Januar, in Gießen statt. (Siehe heu­tige Anzeige.)

Schöffengericht Gießen

Wegen fahrlässiger Tötung erhielt ein ßanbroirt aus Reiskirchen an Stelle einer verwirkten Gefäng­nisstrafe von zwei Monaten 2 0 0 M k. Geld­strafe. Der Angeklagte hatte für ben Kriegerverein in Reiskirchen Gewehre aufzubewahren Er unter­ließ es eines Tages, nachbem er bie Gewehre ge­putzt hatte, ben Aufbewahrungsraum zu verschlie­ßen Sein lOjähriger Sohn machte sich mit einem 12jährigen Spielkameraben baran zu schaffen, wo­bei ber Spielkamerad einen Schuß in ben Kopf er­hielt, an beffen Folgen er verstarb Der Staats­anwalt hatte eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten beantragt. Die Kosten bes Verfahrens trägt ber Angeklagte.

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Das Ehrenmal für die Gefallenen der Stadt Vilbel.

* Vilbel, 3. Jan. Das Preisgericht bes enge­ren Wettbewerbs für ein Ehrenmal für bie Gefallenen der Stabt Vilbel unter Vorsitz von Professor Dr. ing. e. h. Hugo Eberharbt erteilte ben Preis bem Bilbhauer Seiler, Frank­furt a M. Ehrenbe Erwähnungen würben ben Pro­jekten bes Bilbhauers Beiz, Frankfurt a. M., unb bes Regierungsbaurats Metzger, Bab-Nauheim, zuerkannt. Das preisgekrönte Projekt zeigt einen hochragenben, 12 Meter in Taunusschiefer gemauer­ten, in sehr guten Proportionen gehaltenen recht­eckigen Pfeiler, ber in seinem unteren Teil bilb- hauerischen Schmuck erhalten soll.

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* Wieseck, 4. Jan. Berichtigung. Zu ber gestrigen Mitteilung über bie Generalversammlung von ber Spar- unb Darlehenskasse ist zu berichten, daß ber Umsatz sich um etwa 200 000 Mark (nicht um 2000 Mark) unb ber Kassenumsatz sich um 81 000 Mark (nicht 8100 Mark) erhöht hat.

§ Alten-Buseck, 3. Jan. Unter starker Be­teiligung ber Einwohnerschaft würbe gestern mit militärischen Ehren seitens bes Kriegervereins ber ßanbroirt Wilhelm Wagener zur letzten Ruhe gebracht. Der Verstorbene war nicht nur ber ä 11 e- fte Bürger unserer ©emeinbe, fonbern auch ber letzte Veteran unseres Ortes aus ben Kriegen 1866 u. 1870/71. Im Anschluß an bie Grabrebe unseres Geistlichen legten Vertreter bes Kriegervereins, bes Ortsgerichtes unb des Kirchenvorstanbes Kränze nieber In ehrenben Worten gebuchten sie ihres abgegebenen Kameraben unb Mitgliedes, der fast sein ganzes ßeben hindurch feine Arbeitskraft und reiches Wissen in den Dienst feiner Mitbürger gestellt hatte. Mit bem Verstör- benen ber bas Hohe Alter von über 89 Jahren erreicht hatte, ist ein echter beutscher Mann aus unserer Mitte geschieben Die ©emeinbe, an bereu Wohlergehen er stets nach Kräften mitarbeitete, wirb ihm ein ehrenbes Anbeuten bewahren

* ß i ch 4. Jan. Gestern nachmittag brach im Gesiube'gebäube ber fürstlichen Gutsverwal- tung ein Zimmerbraub aus, ber von ber Feuerwehr halb gelöscht werben konnte. Der Scha­ben ist nicht sehr groß

* Dors-Güll, 3. Jan. Die hiesiye Sonn­tag s s ch u l e hielt biefer Tage ihre Weihnachts­feier ab ßehrer Jung las bie ©eburtsaeschichte Jesu oor; gemeinschaftlicher Gesang, Gebichtoor- träge ber Kinber, Darbietungen bes gemischten Chores liehen bie Stuubeu rasch vergehen Nach einer kurzen Ansprache von Kourab Messer- schmibt erhielt jebes Kmb em Geschenk. Die S A hielt in ber Schule einen Deutschen 21 b e n b ab, ber von Oberscharführer Reuhl mit einer Ansprache über ben Sinn bes Abeubs ein- qeleitet würbe Gleichzeitig erinnerte er an bie großen Verbieuste bes Führers um Volk unb Vaterland. Im weiteren Verlaufe des Abends ge­langten verschiedene Theaterstücke durch die SA. und die NS.-Frauenschaft zur Aufführung, die ver­dienten lebhaften Beifall fanden. Der Manbolinen- flub trug zur weiteren Verschönerung des Abends bei Oberscharführer Reuhl hielt die Schlußau- sprache und brachte ein dreifachesSieg-Heil!" auf den Führer aus. ßeiber reichte ber Raum nicht aus, alle Teilnehmer zu fassen. Aus biesem Grunbe würbe ber Adeub wieberholt. Zur zweiten Ver­anstaltung waren auch bie NS.-Frauenschaften von Eberstabt unb ©rüningen erschienen.

Kreis Alsfeld.

n. Mücke, 3. Jan. Dieser Tage wurde hier eine NS. -Frauenschaft gegründet, ber sich 24

Frauen anschlossen. Zur Führerin würbe Frau ßeh­rer Fischer bestimmt. In Jlsborf, Nieber-Ohmen unb Merlau würben ebenfalls Frauenschaften ins ßeben gerufen. Führerin von Merlau würbe Frau Marie Münch.

> Burg-Gemünben, 4. Jan. Der als Holz­macher beschäftigte Arbeiter Wilhelm Köhl von hier glitt auf bem Wege zur Arbeitsstätte aus unb stürzte so unglücklich, baß ihm bieAxtbieHanb a u f s ch n i 11 unb starker Blutverlust eintrat. Der sofort herbeigerufene Arzt orbnete bie Ueberführung bes Verunglückten in bas Krankenhaus zu Alsfeld an.

Preußen

ZS Jahre Liebertalbahn.

Z Bieber, 3. Jan. Im Herbst des abgelaufe­nen Jahres 1933 waren es 35 Jahre, daß die Biebertalbahn eingeweiht wurde. Wenn sie auch jetzt nach der fast vollständigen Stillegung der Erzgruben unb ber Kalksteinbrüche im Biebertal unb unter ben gegenwärtigen Verkehrsverhältnissen nur noch ein wenig ergiebiges Dasein führt, fo würbe boch 1898 ihr Bau von der hiesigen Bevölke- i rung mit Freuden begrüßt. Damals waren bie Gruben in Königsberg, sowie bie Gruben Eleonore unb Morgenstern bei Bieber im vollen Betrieb unb lieferten wertvolle Erze, Braun- unb Roteisenstein an bie Margaretenhütte in Gießen, an bie Buberus- schen Eisenwerke in Wetzlar unb an Gebrjiber Stumm in Neunkirchen bei Saarbrücken Drei große Kalksteinbrüche in ber Kehlbach bei Bieber belieferten bie Hütten unb vor allem bas Kalk- unb Marmorwerk Abenbstern. ßange Reihen von Pferdefuhrwerken beförberten täglich, Sommer wie Winter, bas Erz unb bie Kalksteine in bie Hütteu- ' werke bzw zur Bahnstation Nur roeniae werben sich noch erinnern, in welchem oft kläglichen Zu- stanb sich infolge ber übermäßigen Inanspruch­nahme bie Fahrstraßen befanben, obwohl man zur Aufrechterhaltung einer Fahrorbnung bie zurück- kehrenben leeren Fuhrwerke von Robheim aus hinter ber bamals Gebr. Schmallschen Fabrik her über bas sogenannteRüllscheib" nach Bieber unb bie gefüllten Wagen von bort über ben Hauptweg nach Robheim leiteteEinbahnstraße!" 189« übernahm bann bie Biebertalbahn biefen gesamten Verkehr bis zur Margaretenhütte hin unb bot zu­gleich bei ber langsamen Einschränkung ber liebe­rer Gruben vielen Bergleuten Fahrgelegenheit 3U den Arbeitsplätzen der Gießener Braunsteinwerke. Auch den Besuch der höheren Schulen erleichterte dasBieberlieschen" der Bevölkerung unseres Tales. Die lebende Chronik der Biebertalbahn, unser ßanbsmann Zugführer Anbreas Haus, welcher vom ersten Beginn an in ihrem Dienst steht, weiß hiervon manches zu berichten unb ist zu einem kaum wegzubenkenoen Inoentarstück ber Bahn ge­worben. Ob basßieschen" berMotorisierung" bes Verkehrs zum Opfer fallen wird? Wenn ihr auch bei ben früher kleineren Maschinen unb ben langen ßastzügen öfters im wahren Sinne bes Wortes ber Atem ausging, so hat sie boch lange Jahre uns treue Dienste geleistet unb könnte sich mit Ehren in ben Ruhestanb zurückziehen.

Kirche und Schule.

Landkreis Metzen.

X W i e s e ck, 3. Jan. Die letzten Gottes- dienste bes vergangenen Jahres zeigten im Gegen­satz zu früheren Jahren ein erfreuliches Anwachsen ber Besucherzahl und des kirchlichen Interesses. Das kam auch zum Ausdruck, als seit langen Jahren zum erstenmal wieder ein Männerchor im Gotteshause mitwirkte, so am ersten Weihnachtstag der Gesang­vereinEintracht" unter seinem Dirigenten Leid

(Gießen). Am zweiten Festtag fang ber Frauen- chor unter ßeitung von Phil. ©ros. Die Zahl ber Trauungen wuchs ebenfalls xum Jahresende immer stärker an. Der Ortsgeistliche ließ am Neujahrs­morgen anschließend an ben Hauptgottesbienst bie Rede bes Reichsjugenbführers Balbur v. S ch i r a ch durch ßautsprecher in ber Kirche übertragen, zu ber bie Jugenborganisationen und die meisten Erroacy- enen des vorangegangenen Gottesdienstes zugegen waren.

Kreis Wetzlar.

cxD R 0 dheim a. b. Bieber, 3. Jan. In bem außergewöhnlich stark besuchten Gottesbienst bes Neujahrstages, welcher burch ßieber der etwa 80 Mann starken Sängervereinigung Rodheim verschönt wurde, gab ber Geistliche bekannt, baß im Jahre 1 933 in den Orten b e s K i r ch s p i el s vor­genommen würben: 57 Taufen (vor bem Krieg jähr­lich runb 100), 34 Beerbigungen (einst 50 bis 60), 43 Trauungen (in ber zweiten Dezemberhälfte allein 10). Konfirmiert wurden in diesem Jahre nur 49 Kinder (1927: 94, 1934 voraussichtlich: 80), am Abendmahl beteiligten sich 3574, nämlich 1657 männ­liche, 1917 weibliche Personen. Dem Statistiker geben diese Zahlen mancherlei zu bedenken! In der Sil­vesternacht trug der hiesige Posaunenchor in den Pausen zwischen dem Glockengeläut an zwei Plätzen der Ortsstraße unter Fackelschein stimmungs­voll entsprechende Choräle vor, wie schon seit über 30 Jahren üblich.

Historische 30 Minuten nn Mainzer Stadtrat.

Wahl des neuen Oberbürgermeisters und zweier besoldeten Beigeordneten.

ßPD. Mainz, 3. Jan. Im großen Saale des Mainzer Stadthauses spielte sich gestern nachmittag innerhalb 3 0 Minuten eine historische B e - g e b e n h e i t ab. In Gegenwart des Vertreters der Hessischen Regierung, Prooinzialdirektor Dr. Wehner, wurden vom Stadtrat der neue Ober- bürgermeister und zwei besoldete Bei­geordnete gewählt. Es war von vornherein kein Zweifel, daß für diese verantwortlichen Posten nur Männer in Betracht kamen, die durch ihre bis­herige unermüdliche und außerordentliche Tätigkeit in uneigennütziger Weise für bas Wohl ber Stabt unb bes Bürgertums besorgt waren unb ausschließ­lich im Sinne bes großen Führers Abolf Hitler hanbeln. In einstimmiger Wahl würben zum Ob er- bürgermeifter ber bisherige Staatskommissar unb kommissarische Oberbürgermeister Dr. Barth auf bie Dauer von zwölf Jahren unb bie kommissa­rischen Beigeorbneten Schloimann unb Fritz Saurmann zu befolbeten Beigeorbneten auf bie Dauer von neun Jahren bestimmt. In einer tiefschürfenben Ansprache an ben neugewählten Oberbürgermeister führte Provinzialbirektor Dr. Wehner ben neuen ßeiter ber Geschicke ber Stabt Mainz in fein Amt ein unb nahm beffen Verewi­gung vor. 6r betonte ganz besonders, baß ber neue Oberbürgermeister mit seinem bewiesenen scharfen Verstanb unb reichen Wissen ber rechte Mann am rechten Platze sei, bem es gelingen möge, bie vor ihm liegenben ungeheuer schweren Ausgaben zu lösen. Nach Dankesworten für bas burch bie ein­stimmige Wahl unb bie Worte bes Provinzialbirek­tors bewiesene Vertrauen nahm Oberbürgermeister Dr. B a r t h sobann die Amtseinweisung und Vereidi- qung ber neuen befolbeten Beigeorbneten vor. Die Beigeorbneten versicherten, als politische Solbaten Hitlers nur in beffen Sinne ihr Amt auszufüllen im Interesse ber Stabt, ihrer Bürger unb bes Deutschen Reiches.

Der Wahl ging eine nichtöffentliche Sitzung vor­aus, in ber bie Besolbung bes Oberbürgermeisters unb ber Beigeorbneten festgelegt würbe. Der Ober­bürgermeister erhält eine Besolbung von jährlich 10 200 bis 12 000 Mk., bie Beigeorbneten von 7400 bis 8000 Mk. nebst Wohnungsgelb nach Tarifklasse 11 bzw. 111 unter Abzug ber v'orgeschriebenen Pro- zentkürzung. Gehalt unb Wohnungsgelb finb außer­dem noch ber stäbtischen Sonberkürzung unter­worfen.

An katholischen Kirchen nur Kirchen^ahnen.

ßPD. Mainz, 3. Jan. Nach einer Mitteilung von juftänbiger kirchlicher Seite imMainzer Jour­nal" haben Bischof unb D o m f a p i t e l in Mainz beschlossen, an kirchlichen Gebäuben unb Kirchen fortan nur kirchliche Fahnen zu hissen, unb zwar die päpstliche Fahne Gelbweiß unb bie bes Domkapitels Rotweißrot. So sei es auch vor dem Kriege der Fall gewesen, und in einem Flaggenerlaß des Preußischen Staatsministeriums vom 2. März v I. sei bas Recht der Religionsgesellschasten zum Zeigen eigener Kirchenflaggen ausdrücklich gewahrt worden.

Der Reichsbankstatus Ultimo 1933.

Berlin, 3. Jan. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 3 0. Dezember 1933 hat sich in ber Ultimowoche bie gesamte Kapital­anlage ber Bank an Wechseln unb Schecks, ßom- barbs unb Wertpapieren um 422,7 Millionen auf 3990,1 Mill RM. erhöht. Im einzelnen haben bie Bestäube an Hanbelswechfeln unb -Schecks um 260,4 Mill, auf 3177 Mill. RM., bie ßombarb- beftänbe um 123,4 Mill, auf 183,3 Mill. RM., bie Bestäube an beckungsfähigen Wertpapieren um 8,8 Mill auf 259,4 Mill. RM., die Bestände an sonstigen Wertpapieren um 1,5 Mill, auf 321,7 Mill. RM und die Bestände an Reichsschatzwechseln um 28,6 Mill, auf 48,7 Mill. RM. ^genommen.

An Reichsbauknoten unb Rentenbaukfcheinen zu­sammen finb 209,9 Mill. RM. in den Verkehr ge­flossen und zwar hat sich der Umlauf bei Reichs- banfnoten um 193,5 Mill, auf 3645 Mill., derjenige an Rentenbaukfcheinen um 16/ Mill, auf 391,6 Mill. RM. erhöht. Der Umlauf an Scheidemünzen nahm um 56,5 Mill, auf 1507,3 Mill. RM. zu. Die Bestände der Reichsbauk an Rentenbaukfcheinen haben sich auf 17,3 Mill. RM., diejenigen an Scheidemünzen unter Berücksichtigung von 1,4 Mill. RM. neu ausgeprägter und 3,9 Mill RM wieder eingezogener auf 171,8 Mill. RM ermäßigt.

Der gesamte Zahlungsmittelumlauf stellte sich unter Einbeziehung von etwa 180 Mill. RM Privatbauknoteu auf rund 5724 Mill RM., aegen 5656 Mill. RM Ende 1932. Die fremden Gelder zeiaeu mit 639,8 Mill. RM. eine Zunahme um 190,8 Mill. RM

Die Bestände an Gold unb deckungs­fähigen Devisen haben sich um 2,9 Mill, auf 395,6 Mill. RM. vermindert. Im einzelnen haben bie Golbbestänbe um 5,4 Mill, auf 386,2 Mill. RM. abgenommen unb bie Bestäube an beckungsfähigen Devisen um 2,5 Mill, auf 9,4 Mill. RM. Ange­nommen. Die Deckung ber Noten betrug am Ultimo 10,9 v. H. gegen 11,5 v. H. am 23. Dezem­ber 1933