entsprach. Durch neue, ganz entgegenkommende Der- träge gewannen sie den Herrscher Tibets nun für sich. Als er zurückkehrte ins Land der Stürme, hatte er England zum Bundesgenossen. Nun konnte er die chinesische Revolution von 1912 benützen, um aus seinem Londe die Chinesen zu vertreiben, die seit 1750 neben seinen unmündigen Vorgängern die eigentliche Regierung geführt hatten.
Mit Reformen suchte er bis in die Gegenwart die Unabhängigkeit zu festigen und seinem Lande eine Selbstverteidigung zu schaffen, da hat auch ihn, den Klugen und Vorsichtigen, der Giftmord getroffen, der das Los der meisten Dalai-Lamas war. Welche Macht die Veranlassung dazu gewesen ist, wird hoffentlich bald gemeldet werden.
Aus der Provmz»alhaupttta0t.
Nie Lampe am Winterabend.
Wilhelm Raabe sagt einmal in einem feiner Bücher: „Du lieber Gott, und wenn man auch allen Sonnenschein hinwegstreicht, so gibt es doch den Mond und die hübschen Sterne und — die Lampe am Winterabend--es ist so viel schönes Licht
in der Welt!--"
Ja, fürwahr, es ist ein eigen und schönes Ding um die Lampe am Winterabend. Der Sturm tobt ums Haus, rüttelt an Türen und Fenstern, unge- stüm Einlaß begehrend. Pfeifend fährt er in den Schornstein, im Ofen Aufruhr heulend, seltsame Melodien in den Winkeln des Zimmers hinterlassend. Klatschend schlagt der Regen an die Scheiben. Da habe ich die Vorhänge dicht zugezogen und die Fensterläden geschlossen und meine Lampe sorgfältig auf den Tisch gestellt. Im warmen, milden Licht der Lampe atmet nun mein Zimmer Traulichkeit und Geborgensein. Und jenes wohltuende Gefühl durchströmt den Körper, das wir Behaglichkeit, Zufriedenheit nennen.
Der Winterabend gehört ganz mir. Ich weiß, heute wird mir kein Mensch zu nahe kommen, wird mir keiner meine beglückende Einsamkeit stören. Ein jedes wird das Wetter fürchten. Heute habe ich mich vor der Welt und vor der Natur, die ihre wilden Elemente austobt und die Straßen der Stadt entvölkerte, verschlossen. Der Stimme meines eigenen Blutes folge ich; gehöre mir selber und meinen Büchern, die in langen Reihen in den Schränken warten, bis ich zu ihnen hintrete; gehöre den Bildern und Zeichnungen in den Mappen, die durchblättert sein wollen, gehöre tausend anderen Gegenständen und Erinnerungen, die ich wecken will.
Wenn man sich diesem eigenen Zauber seiner Winterabendlampe so ganz hingibt, ihr wundersames weiches Licht wie eine Wohltat empfängt, dann streift man unbewußt vieles ab von der Unbill, die der Tag gebracht, man vergißt feine kleinen und großen Sorgen und Nöte, und man sagt von Herzen ja zu den Worten, die der Wandsbecker Bote, der fromme Matthias Claudius, feine Sternseherin Lisa sprechen läßt: „Es gibt was Besseres in der Welt, als all ihr Schmerz und Lust."
Von Kindheit an habe ich mich immer mit dem warmen Lampenlicht in enger Stube wohler gefühlt, als unter strahlenden Kronleuchtern in festlichen Sälen bei fremden Menschen. Wie viele Winterabende werden doch in dieser Stunde wieder lebendig, an denen uns die Mutter bei mildem Lichte der Petroleumlampe Märchen und Geschichten erzählte oder vorlas, oder wir in einer Sophaecke hockten und mit heißroten Wangen und fiebernden Augen den Robinson und den Lederstrumpf verschlangen. Wieviel Zeit und Erleben liegt doch zwischen jenen heiteren Tagen und heute.
Man kann sich so schön seine eigene Welt zurecht bauen, Stunden höchster Glückseligkeit verleben, wenn man das trauliche Licht der Lampe am Winterabend zu schätzen weiß. Und im Gefühl solcher G^ückseliakett muß ich die Menschen bedauern, die keinen Abend zuhause kennen, die nicht den kostbaren Wert des Alleinseins an einem solchen Winterabend im milden Lichte der Schreibtisch- oder Leselamve kennen. Die festlichen Stunden, die man sich selbst bereitet, sind doch die schönsten, gewinn- dringendsten.
„Es ist so vieles schönes Licht in der Welt!" — Zu ihm gehört auch das Licht der Lamve am Winterabend. M. W.
Aeri^erung der Zulassung zum Kreis-
und Provinzia*direktor-Amt.
Durch Verordnung des hessischen Staatsministers Jung vom 3.Januar 1934, die am gleichen Tage in Kraft tritt, erhält § 1 der Verordnung vom 9. Juli 1931 über die Vorbereitung für den Staatsdienst im Justiz- und Verwaltungsfach folgenden Absatz 2: „Die Fähigkeit zur Bekleidung des Amtes als Kreisdirektor oder Provinzialdirektor kann durch Entschließung des Staatsministers auch Personen zuerkannt werden, die auf Grund ihrer Stellung und theoretischen oder praktischen Betätigung im öffentlichen Leben, ihrer Verdienste um die nationale Erhebung oder ihrer Erfahrungen und der Lauterkeit ihrer Gesinnung und Handlungen als besonders geeignet für die Betrauung mit diesem Amt erscheinen."
Zur besonderen Begründung wird von zuständiger Stelle hierzu noch mitgeteilt: Der Herr Stactts- minifter vertritt die Auffassung, daß die Stelle eines Kreis- oder Provinzialdirektors zu den politischen Aemtern gezählt werden muß. Die Sicherheit des nationalsozialistischen Staates und die Notwendigkeit ungestörter Arbeit zugunsten des Volkes erfordern daher, daß diese Stellen mit Männern besetzt sind, die nicht nur fähig sind, sondern die auch das Gedankengut der nationalsozialistischen Bewegung in sich unerschütterlich tragen.
Der Gauführer des Wnilerhilfswerks «pricht im Rundfunk.
Der Gauführer des Winterhilfswerkes, Bürgermeister Haug, spricht am Freitag, 5. Januar, 22.30 Uhr, im Südwcstdeutschen Rundfunk über „Die Lei- ftungen, des Winterhilfswerks im Gau Hessen-
Die Bekämpfung des Kartoffelkäfers.
Um die Lehrerschaft mit dem Aussehen und der Bekämpfung des Kartoffelkäfers vertraut zu machen, werden, wie in einem Minifterialerlaß an die Schulämter gesagt wird, in den einzelnen Kreisen Lehr- oorträge für die Gesamtlehrerschaft eingerichtet.
Streichung der jüdischen Festtage tm Kalender.
Wie die amtliche „Darmstädter Zeitung" mitteilt, bat der Reichsinnenminister alle Behörden gebeten, zu veranlassen, daß in den deutschen Kalendern, insbesondere den Behördenkalendern, die jüdischen Fest- und Feiertage nicht mehr aufgeführt werden. Bei der Vergebung von Druckarbeiten ist auf die mit amtlichen Aufträgen bedachten Druckereien entsprechend einzuwirken.
Dr. Keller tritt am 1. April nach Njähriger Tätigkeit a!S Oberbürgermeister in den Ruhestand
Oberbürgermeister Dr. Keller hat am 3. Januar folgende Zuschrift an die Bürgermeisterei und den Stadtrat gerichtet:
„Ich bitte, mich am 1. April 1934 nach 20jähriger Tätigkeit als Oberbürgermeister in den Ruhe st and 3 u versehen.
Im Iahre 1907 in noch jungen Jahren zum Beigeordneten und im Iahre 1914 zum Oberbürgermeister gewählt, war meine ganze Lebensarbeit der Stadt Gießen gewidmet. Rach den bis auf das Jahr 1598 zurückreichenden Feststellungen aus dem Stadtarchiv hat kein Bürgermeister oder Oberbürgermeister so lange an der Spitze der Stadt Gießen gestanden wie ich. ITleine Amtstätigkeit als Oberbürgermeister lag in der schweren Kriegs- und Nachkriegszeit. Diese Umstände machen verständlich, daß ich mit der Stadt Gießen und ihrer Bürgerschaft besonders innig verbunden bin und es mir darum außerordentlich schwer fällt, aus meinem Amte zu scheiden. Anfangs März werde ich mich in öffent
licher Stadtratsfihung von dem Stadtrate und der Bürgerschaft verabschieden.
(gez.) Dr. Karl Keller, Oberbürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Gießen."
Karl Keller wurde, nachdem er seit 1907 als Beigeordneter unserer Stadt gewirkt hatte, am 14. Januar 1914 von der Stadtverordnetenversammlung einstimmig auf zwölf Jahre zum Oberbürgermeister gewählt und am 1. April 1914 in dieses Amt eingeführt. Im Herbste 1925 wurde er, wiederum einstimmig, wiedergewählt, und zwar durch Beschluß der Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung auf Lebenszeit. 1927 verlieh ihm die juristische Fakultät der Landesuniversität die Würde eines Ehrendoktors. Am 10. Oktober 1932 ernannte ihn der Stadtrat zum Ehrenbürger „in dankbarer Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um die Stadt Gießen".
*
Wir behalten uns vor, auf das Wirken des scheidenden Oberbürgermeisters zur gegebenen Zeit noch zurückzukommen. Die Red.
Mnterhilsswerk des deutschen Volkes 1933/34.
Kreisführung Gießen.
Betr.: Plaketten.
Es wird darauf hingewiesen, daß die Plaketten für den Monat Januar gegen Empfängst)e-scheini- gung in der Alten Klinik, Liebigstraße Nr. 16, abgeholt werden können. Die Aushändigung erfolgt natürlich nur, wenn die Voraussetzungen zum Erwerb der Plakette erfüllt sind.
Betr.: kohlenscheine, Serie C (Giehen-Stadt).
Die Kohlen- und Brikett-Gukscheine der Serie C sind bis spätestens den 5. Januar 1934 einzureichen. Dabei muß beachtet werden, daß jeder Gutschein auf der Rückseite vom Kohlenhändler abgestempelt sein muß. Nicht abgestempelte Gutscheine werden zurückgewiesen. Gutscheine der Serie B können nicht mehr verrechnet werden, da sie verfallen sind.
Obiges gilt nur für Gießen-Stadt, da Gießen-La nd mit dem Gau direkt abrechnet.
Heil Hitler!
Gez.: Klöß, Kreisführer des WHW.
F. d. R.: gez. M 0 h a u p t, Kreisgeschäftsführer des WHW.
Spendet Kleidungsstücke!
Die Geschäftsstelle „Alte Klinik" des Winter- hilfswerks Gießen benötigt noch dringend brauchbare Kleidungsstücke für bedürftige Volksgenossen. Wir bitten die Bevölkerung Gießens, uns durch Ueberlaffung solcher Kleidungsstücke auch weiterhin unterstützen zu wollen. Die Ablieferung kann in der Geschäftsstelle des Winterhilfswerks „Alte Klinik", Liebigstraße 16, erfolgen. Bei Adressen-An- gabe erfolgt Aoholung. I. A.: Langsdorf.
Der präsioent des Deutschen Industrie- und Hante'.stcgeS:
Die bisherigen Ergebnisse des Winterhilfswerts haben gezeigt, daß die Aufforderung des Führers zur Solidarität des deutschen Volkes, zur Verwirklichung des nationalen Sozialismus der Tat, einen Widerhall gefunden hat, der ein sichtbares Zeichen der Volkwerdung darstellt. Es ist gelungen, die Opferwilligkeit in einem solchen Maße anzufachen, daß in der nunmehr abgelaufenen erste Hälfte des Winters 1933/34 kein deutscher Volksgenosse zu hungern und zu frieren brauchte.
Ich richte daher den Aufruf an alle diejenigen, welche dazu in der Lage find, insbesondere an die
Männer der Wirtschaft, sich auch weiterhin an dem schönen Werk der Winterhilfe nach Kräften zu beteiligen. Gerade die Weihnachtszeit und der Jahreswechsel, wo der Gedanke der christlichen Liebe im Familien- und Freundeskreise so rechten Ausdruck findet, muß den Blick immer wieder auf die Verbundenheit des Einzelnen über Familie und Freunde hinaus, auf die Gesamtheit feiner deutschen Volksgenossen und der Bedürftigen unter ihnen lenken.
Jeder muß die Not des anderen als feine eigene Not empfinden, zu deren Linderung er verpflichtet ist, wenn er es mit dem großen Gedanken der Volksgemeinschaft aufrichtig und ernst meint.
Oer Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandrs:
Die zweite Angriffswelle gegen die drückende Not des Winters hat eingesetzt. Auch die öffentlichen Sparkassen und die Millionen ihnen verbundener Volksgenossen stellen sich aus ganzem Herzen weiter in den Dienst des großartigen Winterhilfswerks, dieser einzigartigen, umfassenden Selbsthilfe des deutschen Volkes. Volksverbundenheit ist der Kerngedanke dieser Aktion, und Volksverbundenheit ist auch der Kerngedanke jeglicher Sparkassenarbeit. Sparen ist zwar Einschränkung im eigenen Interesse, vor allem aber auch Einschränkung zum Wohle der Familie und damit des ganzen Volkes; der Sparer weiß, daß er mit feinen Sparpfennigen fein Scherflein beiträgt zur Förderung der heimischen Kapitalbildung und damit zum Aufbau einer gefunden deutschen Wirtschaft. Aus dem gleichen Verantwortungsbewußtsein für sein Volk stellt sich der Sparer und seine Sparkasse ebenso freudig in den Dienst dieses erhabenen freiwilligen sozialen Notwerkes.
Kommunalpoiitische Tagung des Gaues Hessen-Nassau.
Unter dem Vorsitz des Leiters des Amtes für Kommunalpolitik, Bürgermeister Linder (Frankfurt a. M.), findet am Sonntag, 14. Januar, 10 Uhr, im Hippodrom zu Frankfurt a. M. die erste große kommunalpoiitische Tagung des Gaues Hessen- Nassau statt, an welcher alle nationalsozialistischen Oberbürgermeister, Bürgermeister, Landräte, Beigeordneten, Stadträte usw. teilnehmen. Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger wird auf dieser Tagung eine bedeutsame Rede über die Aufgaben der Gemeinden, sowie ihrer Leiter im neuen Reich halten. Auch wird der oberste kommunalpoiitische Reichsleiter der NSDAP, und Führer des Deutschen Gemeindetages, Oberbürgermeister F i e h l e r bzw. der Stabsletter Bürgermeister Treff (Berlin) das Wort nehmen. Weiterhin kommen die gegenwärtigen wichtigen kommunalpolitifchen' Probleme, wie Arbeitsbeschaffung, Gemeindeumfchuldung, Ge- meindeverfassung, Gemeindefinanzen usw. zur Erörterung.
Anordnungen
zum 1. Hessischen Zuristentaa.
Der Gauführer der BNSDJ., OGL.-Bezirk Darmstadt , A m e n d , weist aus Anlaß des 1. Hessischen Juristentages in Darmstadt auf folgende Einzelheiten hin:
1. Teilnahmeverpflichtet am 1. Hessischen Juristentag sind alle Mitglieder und Angemeldeten des Bundes. Eine Befreiung von der Teilnahme kann nur eintreten bei Krankheit, dienstlicher Verhinderung usw. Die Gründe sind auf dem dienstlichen Wege dem Bezirksobmann vorzutragen. Damit kein Zweifel entsteht, weise ich darauf hin, daß alle Teilnahmeverpslichttten, die ohne triftigen Grund fehlen, ebenfalls zur Entrichtung der Teilnehmergebühr von 1 Mark verpflichtet sind.
2. Teilnahmeberechtigt am Juristentag sind nicht nur die Mitglieder und Angemeldeten des Juristenbundes, sondern auch alle Angehörigen der Rechtsfront, somit alle Diener des Rechtes.
3. Jeder Teilnehmer am Juristentag hat eine Teilnehmerkarte für 1 Mark zu lösen. Die Verkaufsstelle befindet sich am Samstag 13.30 Uhr im Saalbau (Zimmer der Organisation).
4. Ab 11 Uhr befindet sich im Wartesaal 2. Klasse des Hauptbahnhofs Darmstadt ein Quartieramt. Hier find alle Quartierfcheine in Empfang ZU nehmen. Das Quartieramt befindet sich ob 15.30 Uhr im Saalbau (Zimmer der Organisation).
5. Alle Teilnehmer am Juristentag fjaben in Uniform, soweit sie diese tragen dürfen, zu erscheinen.
6. Für Samstag, 6. Januar 1934, ist das bestehende Uniformverbot nach dem Zapfenstreich für die Teilnehmer des Juristentages, die sich als solche ausweisen können, aufgehoben.
♦
Sämtliche Teilnehmerlisten zum 1. Hessischen Juristentag sind bis zum 5. Januar 1934, ausgefüllt an Pg. Assessor Hans Denker, Darmstadt, Rhein- straße 321, einzusenden.
Lmt für Beamte Kreis Gießen.
Arn Montag, 8. Januar, 19 bis 20 Uhr, Schulungsabend im Saale des Cafö Leib, Gießen, Walltorstraße. Thema: „Das Werden des national» sozial.stifchen Staates". Redner: Kreisleiter z. b. V. und Gauredner B u l l m a n n. Anschließend Besprechung der politischen Tagesereignisse. Erscheinen ist Pflicht aller Mitglieder der Fachschaften. Schriftliche Entschuldigungen an den zuständigen Fachschaftsleiter. Gez.: Heß.
Himmel und Hölle im Kochtopf.
Arn 7. Januar begeht ganz Deutschland zum vierten Mole die ernste Feier des Eintopfgerichts. Die schöne Sitte hat sich seit dem Erntedankfest schon so eingebürgert, daß wir kaum mehr daran denken, wie jung sie noch ist. Tatsächlich sind Eintopfgerichte auch gar nichts Neues, aber als Sinnbild der Volksgemeinschaft hat sie der Nationalsozialismus erst gebracht.
Inzwischen hat die junge Pflanze in unserem Heimatboden schon kräftig Wurzeln geschlagen. Jede deutsche Landschaft hat ihr heimatliches Eintopfgericht, und die Reichsführung des Minterhilfs- wertes hat unter reger Beteiligung der Hausfrauen begonnen, die Rezepte für diese Gerichte zu sammeln. Neben den bekannteren Gerichten finden wir unter ihnen auch eine ganze Anzahl von uralten, wenig verbreiteten Rezepten. Diele haben eigenartige, zum Teil sehr drollige Namen. Es gibt in Stuttgart ein Gericht: „Gaisburger Marsch" (Kartoffeln und Spätziel und in Thüringen eines namens „Schuster- pfanne . Auch dürfte es wenig befann sein, daß es außer dem „Schlesischen Himmelreich" noch ein „Ostfriesisches Höllengericht" gibt. Während das Schlesische Himmelreich aus Backobst, geräuchertem Schweinefleisch und Mehlklößen besteht, also fein süß und lieblich schmeckt, wird das Ostfriesische Höllengericht mit feurigen Gewürzen, mit Pfeffer, Lorbeer, Speck und Zwiebeln zubereitet. Es besteht aus einem Ge- misch von Kartoffelscheiben und gekochten oder gebratenen Fleichstücken, die mit einer scharfen Tunke durchtränkt und in der Röhre gebacken werden.
Hiller schafft Arbeit!
Weitere bewilligte Wahnahmen des Arbeit-- beschaffungsprogramms im Rhein-Wain-Gebiet:
Tagewerke auf der
Wahnahme: Baustelle:
Profilerweiterung des Seemenbaches in der Gemeinde Düdelsheim 3280
Borflutregulierung des Breitenbachs im Ort und Herstellung eines Auslahbau- werks am Rückhaltebecken in der Gemeinde Wenings 700
Erweiterung der GemeiNdewasserleitung Braunshausen, Erneuerung der Wasserleitung der Wandererarbeitsstätte, Erweiterung der Kanalisation in R 0 t e n- burg, Obersuhl und Weiterode
im Kreis Rotenburg 6400
Umbau der Kläranlage In der Stadt
Gieh en 6300
Ableitung von Abwässern in der Kreisabdeckerei G i e h e n 2000
Aufforstungsarbeiten in der Preußischen
Staatsförsterei Neustadt 564
Beschaffung eines Ulmog-Greifers für den Düngerspeicher und Instandsetzung der Geleisanlagen im Hafen der Stadt Bingen 790
Regulierung des Simbaches in der Gemeinde Gilfershausen 150
Lrdarbeiten zur Verbindung des Nidda-
Allarmes, Uferbefestigung usw. in
Frankfurt a. W. 22 464
Jnstandsehungsarbeiten an den beiden Kreishäusern und der Nebengebäude sowie Umbau des Seitenflügels am
Kreishaus II Kreis Dillenburg 2500
Jnstandsehungs- und Wiederherftellungs- arbeiten an der SL Kalharinenkirche in
Oppenheim 21300
Jnstandsehungsarbeiten an öffentlichen
Gebäuden im Kreis Wihenhaufen 2955
Erweiterung der Kanalisation und Wasserleitungsanlagen in der Kreisstadt
Bensheim 3000
Für die meisten Hausfrauen bedeutet das Eintopfgericht kein Opfer, sondern eine wesentliche Erleichterung, weil es sich so leicht zubereiten läßt. Und die deutschen Männer und Kinder lieben diese einfachen, schmackhaften Speisen so sehr, daß sie sich jedesmal auf das Eintopfgericht freuen. Das ist auch vor allem im Hause der nationalsozialisttschen Führer der Fall. Hermann Göring, der preußische Ministerpräsident, ließ es sich im Dezember trotz kaum überstandener Krankheit nicht nehmen, seine Erbsensuppe mit Speck zu essen. Bei Frau Magda Goebbels gab es Brühkartoffeln, und Gruppenführer, Staatsrat E r n ft, hatte feine Gäste zu einem Pichelfteiner Gemüsetopf eingeladen. Dicke Reissuppe aß man im Hause des Reichsinnenministers Dr. Frick, während Kultusminister Dr. R u ft eine kräftige Gemüsesuppe vorzog und der Dberpra» sident der Provinz Brandenburg, Pg. Kube, sich an Wirsingkohl gütlich tat.
Oie Frequenz der Universität Gießen.
Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt:
Die Gesamtzahl der Studierenden der Universität Gießen beträgt im Wintersemester 1933/34: 1831. Im Sommersemester 1933 betrug die Gesamtzahl 1996, im Wintersemester 1932/33: 2150.
Die Gesamtzahl verteilt sich auf die einzelnen
Studienfächer wie folgt:
Theologie
237,
darunter 2
Studentinnen
Rechtswissenschaft
260,
2
Medizin
480,
u
49
Veterinärmedizin
217
II
0
Philologie
272
n
48
Mathematik
79,
11
4
Naturwissenschaften
98,
•e
8
Chemie
47,
1
Studentin
Forstwissenschaft
29,
II
0
Landwirtschaft
47,
II
1
Pharmazie
1,
e*
1
Staatswissenschaften
64,
,,
3 Studentinnen
Reichsbund Äolkstum und Heimat,
Landschaft Rheinfranken-Hessen.
Der Landschaftsführer ist Ministerialrat Ringshausen in Darmstadt. In einer Mahnung zum Beitritt faat er: „In den wertvollen Kräften von Heimat und Volkstum, von Blut und Boden liegt der tiefste Untergrund der nationalsozialistischen Bewegung, darum ist es notwendig, die gesamte deutsche Volkstums- und Heimatbewegung neu zu gestalten."
Wie schon durch die Tageszeitungen mltgeteitt wurde, gliedert sich der Bund in verschiedene Fachämter für Volkskunde und Volkstum, für Heimctt- aefchichte und Denkmalpflege, für Tierschutz und für Volksbildung. Der Bund erstrebt eine wirkliche Volksgemeinschaft aller Volksgenossen.
WechnachtSse-er
der Büro- und Behörden-Anqestettten
Der Deutsche Büro- und Behördenangestelltenverband, Ortsgruppe Gießen, hielt dieser Tage — wie uns berichtet wird — feine erste Weihnachtsfeier im Hause der Deutschen Arbeitsfront (früher Gewerkschaftshaus) ab. Nach einleitenden Musikstücken der Kapelle Seitz begrüßte der Ortsgruppenvorsteher Pg. Otto Jung die Teilnehmer, besonders den Pg. N e n tw i g von der Bezirksleitung inFrankfurt a.M.
Pg. Nentwig führte dann in einer Ansprache u. a. aus: Wir feierten zum ersten Male im neuen Reich das Weihnachtsfest. Daß uns dies möglich fei, verdankten wir in erster Linie unserem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. Wenn wir jetzt nach einem halben Jahre die Entwicklung des DBV. be« trachteten, so gezieme es sich auch, das Weihnachtsfest der Liebe und Freude zur besinnlichen Betrach, tung der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft unseres Volkes 3u benutzen. Gleichzeitig mußten wir alle dankbar fein, daß dem deutschen Volke in letzter Stunde ein Retter aus sozialer und nationaler Not gesandt wurde. Der Glaube an unser Volk, die Liebe zu unserem Volke und die Hoffnung für die Zukunft unseres "Volkes seien uns wieder- gegeben. Aus streitenden Parteien und Interessen- Haufen fei ein geeintes Volk, ein neues Deutschland erstanden. All denen, welche die Idee des Volkskanzlers bisher bekämpft oder abseits gestanden hätten, wollten wir im Geiste die Hände zur Versöhnung reichen, so daß sich auch der weihnachtliche
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