Nr. 258 vierter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)8amriag, 5. November (954
Oer Werdegang des Buches.
Entstehung und Vertrieb des Buches in Gießener Arbeitsstätten.
Die Arbeit am Setzkasten.
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Blick auf die Schnellpresse beim Druck des Buches.
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Der gute Freund des Menschen, der Begleiter in nächste Station des entstehenden Buches darstellt.
reizvoll, gerade zu Beginn der Woche des deutschen
angeschafften Druckpapiers Blatt um Blatt über den
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druckt, so bleiben die Bogen noch einige Stunden
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wird
in den schweren Jahren des Krieges bis zu den zusammengestellte Gruppe von Seiten entsprechend vordersten Schützengräben und Batteriestellungen der Größe der Druckmaschinenplatte (sog. Funda-
Der Buchdruckmaschinenmeister richtet die Form, d. h. er ordnet eine nach den laufenden Seitennummern
I ss ch e Buch, wird von morgen ab für einige Tage besonders in das Blickfeld aller Volksgenossen ge- | fftellt. Wir begegnen diesem guten Freund alltäglich, ga stündlich, aber wohl nur ein verhältnismäßig kleiner Teil unserer Volksgenossen kennt den Weg, den das Buch von seinem ersten Eintritt in diese
frohen und ernsten Stunden, der liebe Gefährte am häuslichen Herd oder draußen in der Welt, der selbst
Beseitigung aller Unebenheiten ein gleichmäßiger Druck des Zylinders auf das Schriftbild der Seiten erzielt wird, regelt die Druckfarbe und ihr Aufbringen auf die Walzen und nimmt die ersten Probedrucke vor. Sind diese zufriedenstellend ausgefallen,
rer zum Ausdruck.
Daß sie gut untergebracht wurden, ist der außerordentlich rührigen Tätigkeit des Lehrers i. R. Jakob zu danken, von dem sie auch während ihres Aufenthalts aufs beste betreut wurden. Dem Besuch des Gottesdienstes beider Konfessionen am Sonntag folgte ein eingehende Besichtigung mit Vortrag über unsere altehrwürdige Marienstiftskirche, in der die gespannt lauschenden Zuhörer zuletzt noch meisterhaft vorgetragene Orgelwerke unseres Organisten Stein hörten. Ein Gang durch den ältesten Teil unserer Stadt führte zu der weithin bekannten landwirtschaftlichen Maschinenfabrik Georg Schieferstein in der verlängerten Bahnhofstraße und dem sog.
Weg zu den Schriftsetzern zurück, wo die Fehler beseitigt werden. Hierauf wird in der Regel ein weite-
^etzwerk abgeschlossen.
Runmebr wird der Satz, nach der genauen Folge ter Seiten geordnet, dem Druckmaschinen- (aal zugeleitet, wo die Buchdruckschnellpresse die
f'coen, damit der frische Druck etwas abtrocknen kann.
Sodann wandern die Druckbogen zur Buchbinderei. Hier setzt zunächst ein Zählgeschäft ein, um festzustellen, ob die der Auflage entsprechende . Anzahl von Bogen abgeliefert ist. Hierauf wandern die Bogen zum Falzen, d. h. der einzelne Bogen wird so vielmal in sich gefaltet, bis schließlich der einzelne Bogen eine geschlossene Folge von Seiten im Format des Buches darstellt. Run werden die einzelnen Schichten der gefalzten Bogen nach der Folge der Seitennummern aufeinandergelegt, bis man die Gesamtheit des Buches Bogen auf Bogen i vor sich liegen sieht. Dann treten die Heftmaschinen i in Funktion, nachdem vorher noch einmal eine genaue Kontrolle nach der richtigen Folge der Seiten stattgefunden hat. Nach der Arbeit der Heftmaschinen liegt erstmalig das Buch als ein geschlossener Buchblock auf dem Tische. Jetzt geht es ans Leimen, hierauf folgt die Beschneidemaschine, die überflüssige Ränder an den Druckseiten beseitigt und dafür sorgt, daß kein Bogen in dem Buchblock unausge,schnitten bleibt. Bei kostbareren Büchern folgt nun das Färben des Schnitts, dann geht's an das Hülsen, d. h. an den Rücken des Buchblocks werden die Papierhülsen geklebt, die zur Vereinigung des Buchblocks mit der Buchdecke erforderlich sind. Jetzt wird der Buchblock in die Buchdecke eingehängt, hierauf folgt der Falz, d. h. das „Scharnier", an dem der Deckel sich bewegt. Nunmehr liegt das Buch fertig vor uns. Nach einer letzten Prüfung daraufhin, ob alle Seiten : ordnungsmäßig aufgeschnitten sind, das Buch im Verlaufe des Arbeitsganges nicht beschädigt oder- beschmutzt worden ist, sich also nach jeder Richtung hin in einwandfreiem Zustand befindet, folgt der Schutzumschlag, dann wird es in Packpapier eingeschlagen oder in eine Papphülse gesteckt, und nunmehr h-at es i die Station der Buchbinderei völlig durchlaufen.
| Der nächste Weg bringt es zu dem Verlagsbuchhändler, der die Auflage in den Regalen seines Buchlagers sorgfältig aufstapelt. Von hier aus nimmt es Über den Buchhandel feinen Weg hin- au5 zu den Volksgenossen. In den Buchhandlungen
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Der fertige Buchblock wird in der Einbanddecke befestigt.
Beim Verleger — Eine „Kom zusammengesteili.
Buches diesen Werdegang eines Unserer wichtigsten kulturellen Schätze zu überblicken.
Die Wiege des Buches haben wir natürlich beim Autor zu suchen, aus dessen Geist die Gedanken entspringen, um dann auf dem Papier festgehalten SU werden. Hat der Verfasser sein schriftstellerisches\ Werk vollendet, so tritt als Nächster der Verleger des Buches in Erscheinung. Wird von dem Vuchverlag das Manuskript des Autors nach der Prüfung durch den Lektor als Verlagswerk angenommen, so wandert es zur Setzerei. Hier wer- . Den zunächst von dem Leiter des technischen Betriebs ille Grundlagen für die Gestaltung des Buches in Der Setzerei, in der Druckerei und in der Buchbin- »erei geschaffen, je nach der Eigenart des Buches gestaltete Entwürfe für Titelblatt, Satzausführung, Druckbild, Stärke und Farbe des Buchdeckels erwogen, zugleich die geeignete Art des Papiers ausgewählt, und die Aufteilung der Arbeit in die einzelnen Herstellungsgänge vorgenommen. Sind diese Maßnahmen getroffen, so bekommen die Schrift- «etzer das Manuskript zur Herstellung des Satzes in )oie Hand. Nunmehr wird Zeile für Zeile gesetzt. Da- nei werden, je nach der Art des Buches, Bilder oder Zeichnungen in den Satz eingebaut und 'das ganze r-atzwerk auf Seitenformat geordnet. Dergestalt entlieht Seite um Seite. Davon werden gleichzeitig die Korrekturabzüge, sog. Korrekturfahnen auf den Abziehpressen hergestellt. Diese Abzüge mit den zugehörigen Manuskriptbogen wandern zum Korrektor, ner den Satz in genauem Vergleich mit dem geschriebenen Manuskript prüft, um Satzfehler anzu- ttreichen. Die Korrekturfahnen nehmen dann ihren
L i ch , 2. Nov. Wie Gießen, Alsfeld und Wetz- ..... so wurde am vorigen Samstag auch unser Städtchen durch das Eintreffen einer Gruppe saar- deutscher Brüder und Schwestern erfreut. Nach offizieller Begrüßung in Gießen durch die Kreisbehörde brachte ein blumen- und fahnengeschmücktes Postauto die Gäste in unsere Stadt. Zu ihrem Empfang hatten sich neben Bürgermeister Geil noch verschiedene anoere Persönlichkeiten im Rathaussaal versammelt, wo ihnen herzlicher Willkomm geboten wurde. Den Dank der Gäste brachte ihr Füh-
steht es in großen Verkaussregalen in den Läden, ziert es die Schaufenster, und tritt von dort den Weg an zu den Menschen, die Gefallen an ihm finden und denen es dann ein guter Freund und häufig sogar treuer Begleiter auf Jahre hinaus, ja bis ans Ende des Lebens fein kann.
Unsere Volksgenossen, die nicht „vom Bau" sind, werden sich nun wohl eine Vorstellung vom Werdegang des Buches machen können. Sie dürsten dabei auch auf einen Gesichtspunkt aufmerksam geworden fein, der beim Buch im allgemeinen nicht ohne weiteres zuerst auftaucht. Geläufig ist jedermann das Bewußtsein von dem hohen kulturellen Wert des deutschen Buches, das Wissen um die starke Kraft, die dem Buch als Verkünder mnd Erhalter unseres deut-
vovdrang, um dort Licht und Sonnenschein in die \ ment) zusammen, bringt diese Form auf das Fun- Herzen deutscher Menschen zu tragen, das deut- imment der Druckmaschine, macht die Zurichtung des Druckzylinders fertig, die darin besteht, daß durch
scheu Volkstums drinnen wie draußen, wie auch als Werber für deutsche Kultur und deutsche Volkstumsart eigen ist. Aber — und das ist in diesem Zusammenhänge der nicht alltägliche Gesichtspunkt — denken unsere Volksgenossen auch daran, daß das deutsche Buch ein großer Arbeitgeber ist? Angefangen von den Holzfällern im Walde, die den Urstoff zur Papierherstellung heranbringen, über die verschiedensten Stationen der Papierfabriken, die Farbenfabriken und die sonstigen industriellen Betriebe bis hin zu den Volksgenossen, die geistig und technisch das Buch schaffen, und denen, die es dem Leser zugänglich machen, sind es einige Millionen von deutschen Menschen, denen das Buch Existenzmöglichkeit bietet. Es ist eine bedeutsame Antriebswelle für die große Maschinerie der Arbeitsbeschaffung, die wir auch im deutschen Buch zu erblicken haben. Möge diese Antriebswelle immer rege im Lauf bleiben, damit das Gesamtdeutschtum in vielfacher Art Segen daraus gewinnen kann.
Saardeutsche Gäste in Lich.
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Drurfereibetriebs das bisher angefertigte Erzeugnis t er Setzerei. Hat der Autor fein Einverständnis mit en Korrekturabzügen kundgegeben, so ist damit das
Welt bis zu feinem Leser durchwandern muß. Es ist dann wird die Druckmaschine in Gang gesetzt, die 1 —«n/X« x-- nun bie großen Stöße des aus dem Papierlager her-
Teufelswiefenweg. In liebenswürdiger Weise fand unter Führung des Herrn K. Schiefer st ein eine eingehende Besichtigung des ganzen Werkes statt, die alle erkennen ließ, welch weittragende Bedeutung dieses Unternehmen für unsere Stadt und Umgegend hat. Zur Erinnerung an den Besuch erhielt jeder Teilnehmer eine kleine Gabe, die ihm bei täglichem Gebrauch fich und das Werk vor Augen führt. Ein Dämmerschoppen im Parkhotel beschloß diese Montagsarbeit.
Der folgende Abend vereinigte die Saardeutschen in der Gastwirtschaft von Ludwig Heller zu einem gemütlichen Beisammensein mit dem Ortsgruppenleiter der NSV. und einigen seiner Amtswalter. In erstaunlicher Weise schilderte ein Volksgenosse aus Saarbrücken die Verhältnisse seiner Heimat. Ein Schwerarbeitstag, oder wie andere sich ausdrücken, „ein Schlemmer- und Genießertag" war der Mittwoch. Er brachte am Nachmittag zuerst eine erfolgreiche Besichtigung der Großschlächterei H. Dietz. Zu dem notwendigen Kraftaufwand der für die nachfolgende anstrengende schwierige „Durchdringung" aller Ardeits-, Maschinen- und Kellerräume der Brauerei Jhring-Melchior stellte die Metzgerei das nötige Hackfleisch, die Bäckerei Peter Dietz die entsprechende Menge Brot zur Verfügung. Im Braustübel, dem sog. „Sternwirt", fand dann nach herzlichen Begrüßungsworten des Brauereidirektors und -besitzens Hans Jhring ein äußerst anregender, aber auch arbeitsreicher Tag einen recht versöhnenden Abschluß.
Nachdem am Donnerstag unter Führung des Herrn Jakob der altersgrauen und in ihrem verfallenen Zustand noch gewaltig wirkenden Klosterruine Arnsburg ein Besuch abgestattet worden war, weilten die Saardeutschen als Gäste bei dem hiesigen katholischen Geistlichen Er ö nie in. Heute wollen unsere Gäste mit ihren Quartiergebern einen gemütlichen Abend im Gasthaus „Zum Löwen" verbringen, am Samstag soll ein Saarabend mit ausgezeichnetem Programm einen großen Teil der hiesigen Bevölkerung mit unfern Saarbrüdern in der Turnhalle vereinigen. Man sieht, wie alle Teile der Einwohnerschaft wetteifern, um den Gästen ihren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten und ihnen Liebe und Verbundenheit zu zeigen.
In dankbarer Anerkennung für all das Gebotene wollen die Saarleute am nächsten Sonntagmorgen, ehe sie unsre Stadt wieder verlassen, am Kriegerdenkmal vor der Marienstiftskirche einen Kranz niederlegen, um die auch für ihre Heimat gefallenen Söhne unserer Stadt zu ehren.
Die Stadt Lich und ihre Bewohner haben alles aufgeboten, um ihren lieben Gästen Freude zu bereiten, bamit sie mit neuer Kraft an ihre Arbeitsstätten zurückkehren, starken Glauben an Deutschland und innige Liebe zu ihrem großen Vaterland im Herzen in die Heimat tragen und versichert seien, daß sie nur bei ihrer deutschen Mutter am besten aufgehoben und geschützt sind.
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Om Buchladen beim Wnkmch


