Samstag, 5. November 1934
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Nr. 258 Drittes Blatt
LSZahre Gießener Straßenbahn
§ 2-
§ 4.
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Heformalionsfeier der evangelischen
Dekenntmsgemeinschast.
Einige Aetriebs^ahlen.
Nack mehreren erfolglosen Bemühungen in frühe- bei 85 000 Personen die höchste Beanspruchung im jiaaj mujrectii , i h i_____ ' ? ^nhr» 1Q95 hpt 955 000 Nprlonen IN einem Monat.
Professor D. Cordier (Gießen) teilten.
machung: .
Auf Grund des § 105e der Gewerbeordnung und
nung zur Gewerbeordnung werden die Verkaufs.
stadt Gietz n.
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In gleichmäßiger Anordnung bilden ihre gleicharti-
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Die Tagesordnung verzeichnet der
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mentserrichtung, insbesondere die Errichtung des
beschieden sein.
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forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitzes,
RM. Gswerbekapital,
RM. Gswerbeertrag.
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Dectel stellte er außerdem noch etwas roie ein un- aclöltes Rätsel dar. Was mochte wohl sein Inhalt sein? chatte er überhaupt einen? Cm so großes, öOüigeiüUtes Paket konnte einerseits nicht unoe- meril verlorengehen, anderseits legt man einen prima Karton, auch wenn er leer iji, nicht einfach □ur die Straße. Uever dem bräunlichen Karton schweote ein mystischer Schimmer.
y;5 regnet Bindfaden — alles rennt mit gesenktem Kops und hochgeschlagenem Kragen die stille
stell Der Pappkarton als Limousine!
ausgekochte biennsayrer wären erblaßt, batten sie dem folgenden Rasen und Glitschen bei- gl.wohnt. Wild tobte die Papplimousine über den 'Aiphalt. Wiederholte Pannen an der Kupplung — mK nn nämlich der Bindfaden aus dem Karton riß — konnten der Lust am eigenen Auto keinen Abbruch tun. Höchstens der Streit um den einzigen Führersitz überschattete gelegentlich das autosport- Liche Abenteuer. Indes kann selbst kindliche Phantasie nicht die Ausmaße eines Pappkartons ändern. ÜCs bleibt stets ein gewisser Unterschied zum sechs-
Seit einigen Tagen herrscht m unseren Straßen wieder mehr Leben, denn da das Wintersemester 1934/35 mit dem 1. November begonnen hat, haben sich die Studenten wieder bei ihrer geuebten alma mater ludoviciana eingefunden. In den Abendrunden ist auf dem Seltersweg z. Z. des „Bummels wieder das farbenfrohe Bild der einzelnen Couleu- rren zu sehen. Auch viele Abiturienten, die nach Ab-
Das vermehrte Straßengeräusch nimmt man gern und freudig mit in Kauf, und vielleicht müssen für die ersten Tage die Glockenzeichen der Wagenführer öfter und rascher aufeinanderfolgen, um das Publikum zur Vorsicht zu gemöhnen und Unfällen vorzubeugen. Auf die beiden ersten Tage des neuen Betriebes dürfen wir mit Zufriedenheit zurückblicken/ Im Laufe der Jahre ist dann die Straßenbahn im Verkehrsbild unserer Stadt ganz natürlich ihres Charakters einer lokalen Sensation entkleidet worden und in den Bereich der alltäglichen Selbstver-
Am 1. Nov-ember trat der Amtsgehilfe des Hess. Untersuchungsamtes für Infektionskrankheiten W i l- h e l m S ch e r m u l y in den Ruhestand. Mit ihm scheidet ein in der Gesinnung und in der Tat stets mustergültiger Beamter aus o:m Hess Staatsdienst. 40 Jahre hat Schermuly dem Staate treu gedient. Er war die erste und bis 1928 die einzige männliche
den Jahren, vor allem auch in der Kriegszeit, als dem Amt die Untersuchungen für die Lazarette und die Herstellung von Impfstoff übertragen wurden, als selbst'oser und pflichtgetreuer Beamter geleistet hat, ist schon ungeheuerlich. Er kannte für sich keine Schonung. Streng abgegrenzte Dienststunden und Urlaub waren ihm jahrzehntelang unbekannte Begriffe. Seine ganze Kraft stellte er in den Dienst der leidenden Menschheit, und wenn er bei seinen gefährlichen Arbeiten selbst vor Ansteckung bewahrt blieb, so beweist das, wie sauber und gewissenhaft er trotz der Fülle seiner Aufgaben gearbeitet hat. Es muß auch noch erwähnt werden, mit wieviel Liebe und welchem Geschick er für die zahlreichen Versuchstiere sorgte. Für jeden, der Schermuly
Heuchelheim. I
In diesem Monat der Vollendung des ersten Vier- [ teljahrhunderts unseres Straßenbahnbetriebs wird: man bei der Wiederkehr des Eröffnungstages am
Damit wird aber die NS.-Dolkswohlfahrt immer mehr zu einem Bollwerk innerstaatlicher Sicher- heit und völkischen Selbslbewußtseins werden.
Jeder Deutsche (teuere dazu bei, indem er die letzten Astern ins Volk trägt.
Bürgermeisterversammlung in Gießen
die Aster, die Herbstblume, als Zeichen der Volksverbundenheit
Auf der Straße liegt ein großer Pappkarton. Nicht irgendein altes, emgerijsenes Gebilde, sondern
Laßt uns von der L'ebe reden'
Bei der zweiten diesjährigen Haus- und Straßensammlung für das Winterhilfswerk soll überall am Sonntag, 4. November,
Milchverkauf
Roheisverkauf
Verkauf von Blumen und Gärtnereierzeugnissen
Zustellung leicht verderblicher Expreßgüter
Zeitungsoertrieb:
a) Austragen von Haus zu Haus
b) in Verkaufshäuschen
c) auf öffentlichen Straßen und
Plätzen und in Gaststätten
d) in stehendem Gewerbebetrieb
Badeanstalten:
a) in der Stadt
Scraße entlang. Niemand kümmert sich um die Poppichachtel. Bis ein Trüpplem Kinder auftaucyt. Uno diese kleinen, aber unerschrockenen Pioniere ter Stadtstraßen, die keinerlei Witterungsuiwill an ihren Streitfzugen zu hindern vermag, stürzen sich mit Indianergeyeul auf den interessanten Behälter. Cine kurze Beratung — und schon ergreift ihn der Aelteste, trägt ihn zunächst einmal aus dem feuchten Rieseln tn die Trockenheit der näcysten Toreinfahrt. Und nun wird der Deckel abgehoben, das Mysterium entschleiert. Die Wirklichkeit bleiot indessen (wie jo Ost) hinter den hochgespannten Erwartungen zurück. Der Karton enthält lediglich einen Bogen weißen Seidenpapiers. Sonst nichts! So könnte diese Angelegenheit erledigt sein.
Der bei der Schaffung der Straßenbahn festgesetzte Fahrpreis von 10 Pfennig wurde nach
Die Kreisabteilung Gießen des Deutschen Ge- meindetaqs, Landesdienststelle Hessen-Hessen-Nassau,
Die artenreiche Pflanzengattung der Aster, der Sternblume, bildet seit über 100 Jahren eine Hauptzierde der herbstlichen Gärten.
„Stell' aus den Tisch die duftenden Reseden, die letzten roten Aftern tragt herbei und laßt uns wieder von der Liebe reden, wie einst im Mai."
Die Herbstblume wird uns Schwestern und Brüdern der großen deutschen Notgemeinschaft eine Mahnerin, wieder von der Liebe zu reden, von der Liebe, die nicht zu schänden werden läßt.
Sie ist gleichzeitig ein wundervolles, natürliches Sinnbild einer wohlgeordneten Gemeinschaft.
iÄ. MÄS ÄSÄ
verbraucht werden wurde. Er trat deshalb am 1.11. oenourg zu uh ß verzeichnet der
11934 unter Anerkennung der dem Staate geleisteten einberufen. D 9 Mortrnae- Justizinspektor langjährigen Dienste in den wohlverdienten Ruhe- ^chenfolge n ch f 9 9 Erbrecht, Testa-
ftani). mögen ihm noch viele und schone Lebens.ahre < ® Eber i " " 1
Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Süd.
In der Woche vorn 5. bis 10 d. M. findet eine Lebensmittelsammlung statt.
Die mit Ausweis versehenen Blocksrauen der NS.-Frauenschast sind mit der Durchführung dieser Sammlung beauftragt.
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Aus der Provinzialhauptstadt Pappkarton als Limousine.
Nottestaments"; Sparkassendirektor Hopfenmül- ler (Gießen) über „Landwirtschaftliche Entschuldung und bäuerlicher Kredit". Anschließend Verschiedenes.
Hessische Verordnung über die Bürgersteuer.
Der Hessische Staatsminister Jung veröffentlicht in der gestrigen Ausgabe der amtlichen „Darmstädter Zeitung" die nachstehende hessische Perordnung über die Bürgersteuer vom 31. Oktober 1934:
Auf Grund des Bürgersteuergesetzs (BStG.) vom 16. Oktober 1934 (RGBl. I S. 985) und der Verordnung zur Durchführung des Bürgerfteuerqesetzes (BStDVO.) vom 17. Oktober 1934 (RGBl. I S. 987) wird das Folgende verordnet:
I. Allgemeine Bestimmungen.
§ 1.
Rechtsmittel und Rechtsmittel- verfahren.
Soweit nur die Verletzung landesrechtlicher Vor-
Straßenbahn baues nach 2$ i,gj;e ck erneut in Fluß. Zu dieser Zeit waren die Mäglichkeiien zur Verwirklichung des jahrelang gehegten Wunsches günstiger als je zuvor. Es kam denn auch zum Bau der Strecke nach Wieseck, die nach etwa vierteljähriger Bauzeit am 22. Dezember 1932 dem Verkehr übergeben wurde. Seitdem hat sich die Straßenbahnlinie Gießen—Wieseck in der Frequenz sehr gut entwickelt, so daß die Erwartungen, die man an den Bau dieser Erweiterungsstrecke geknüpft hatte, erfüllt wurden.
In diesem Monat kann die Stadt Gießen auf das 2 5jährige L e st eh e n der Gießener SSLVLL' WM W aeriieia Schon daß er überhaupt da ist, ist eine1
b) Flußbad
9. Verkauf von Obst, Speiseeis, Südfrüchten und gerinaroertigen Lebensmitteln auf öffentlichen Straßen und Plätzen
10. Aufnahme von Lichtbildern 10—15 ,,
Die Bekanntmachungen des Polizeiamts Gießen
vom 27. März 1919 und 23. Februar 1921 und des
Kreisamts Gießen vom 12.Oktober 1926 und 28.November 1932 werden hiermit aufgehoben.
da doch möglichst viele Einwohner das neue Ver- t ^c,bruar 1934 nb zunächst für die Dauer von drei kehrsmittel benutzen wollten. 1475 zahlende Per- Monaten Teilstrecken zum Fahrpreis von 10 Pfen- fonen befördert, von denen 355 Zahlmarken abgaben. n|q einzurichlen. Anfangs konnte man an diesen Am darauffolgenden Sonntag, 21. November 1909 gsefebtuft wohl mancherlei Hoffnungen für den belief sich die Zahl der beförderten Personen auf Straßenbahnbetrieb knüpfen, leider aber zeigte sich 9355, von denen 1954 Zahlmarken abgegeben wur- j.mmer mehr daß der erwartete Widerhall von der den. Die Beamten der Straßenbahn waren — nach Seite der Bevölkerung her nicht eintrat. Zwar ha- emem Bericht im „Gießener Anzeiger vorn 23. No- b>en roir ,ben 10-Pfennig-Teilstrecken-Tarif auch heute vember 1909 — der Ansicht, daß an diesem oonntag, ped) aber Don einer Besserung des betriebswirt- an dem absichtlich keine Kontrolle des Fährverkehrs fchafH.chen Eraebni ses der Straßenbahn kann man stattfand, mindestens 4000 bis 5000 Menschen ohne (e;ber svrecken Bezahlung gefahren find. Von den Zahimarken, doii ; r ri,a)I ,prcn}en denen die Verwaltung 15 000 Stück beschafft hatte,' war an jenem Sonntagmittag bereits fein Stück mehr zu haben. Bei dem neu eröffneten Straßenbahnbetrieb tarnen neben dem Betriebsleiter noch 15 Wagenführer, drei Schlosser, zwei Hilfsarbeiter, zwei Gleiswärter und zwei Kontrolleure als Straßenbahnpersonal in Betracht. Bei 7,5-Minuten-Ver- kehr auf beiden Strecken wurden zehn Wagen in den Betrieb eingestellt, bei dem 15-Minuten-Verkehr auf jeder Strecke waren je drei Wagen in Betrieb. Das neue Verkehrsmittel fand bei der Bevölkerung außerordentlich großes Interesse. Darüber wird im „Gießener Anzeiger" vom 22. November 1909 u. a. ge- schriben: „Jeder wollte einmal eine Fahrt mitmachen, und die sich zusammenrottenden Fußgänger blickten dem neuen Verkehrsmittel schmunzelnd nach.
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Für die Bemessung der Höhe der Bürgersteuer
Heber 130 erste Semester haben sich in den vergangenen Tagen zur Immatrikulation an der Landesum- »erfität gemeldet.
Schon zum Teil in den höheren Schulen und La n später in den Arbeitslagern haben sich die jungen Leute für den Besuch der Gießener Univer- :: ifi'ät entschieden; denn der gute Rufe der einzel- men Fakultäten, das vorbildliche kameradschaftliche Verhältnis zwischen Hochschullehrer und -schülern, Vie mustergültige Einrichtung des Kameradschafts- Hauses und der Wohnkameradschaften der Gießener Koroorationen, der geregelte Dienstbetrieb der stu- ventenschaftlichen Arbeit waren alles maßgebende Faktoren zur Wahl der Universitätsstadt Gießen.'
Setzt man die Zahl der ersten Semester, die jetzt iim Wintersemester hier in Gießen ihr Studium beginnen, ins Verhältnis zu der Zahl der überhaupt jum Studium zugelassenen Abiturienten im Reich unb berechnet dann den für Gießen in Normaljah- • en bestehenden Prozentsatz an Neuanmeldungen, so naben wir in diesem Semester eine Zunahme von aber 200 Prozent zu verzeichnen. Die Umversitats-
• Oie Sonntagsruhe im Hani>eiög»werbe in Gießen.
Das Kreisamt Gießen veröffentlicht im neuesten
Amtsverkündigungsblatt die nachstehende Bekannt-
aber^'ickt Dem XtanTÄn i ^i ten des § 25 Absatz 1 und 2 BStDVO. An- aber 111^. Dem jahrelangen Drängern mif ber Maßgabe, daß an die Stelle des
........ —.-----■ - r be^n^H^na^oaialiftifc^e Stabtrat ‘im Januar 1934 ^ei^^5finan3hofe5 ber ^ef^^f^^e ^crmaltungsgerl^^t5. stimmt. Am Nachmittag jenes Samstags wurden, entgegen intern er beschloß, versuchsweise üom v°f tritt.
(id)e Einheit ber blühenden Pflanze. Wie ihre Farbenpracht Augen und Herz erfreut, so werden die großen Wunder der Erfüllung aller unserer schweren ?lrbeitsaufgaben starke Anerkennung und hilfsbereite Unterstützung im deutschen Volke finden.
,, am Mittwoch, 17. November 1909, mit dem letzten fpinpm nprirhiAifonon Abendwagen vom Bahnhof stillgelegt wurde, trat die demerrenswerte Taljache. Mit feinem vMchloftenen! Straßenbahn als besseres Verkehrsmittel
"""" ”• aul,crücm nodl etmas w>e ein un= QU? ,bie 'nor ben
Augen einer außerordentlich zahlreichen Menschenmenge vor sich ging, fand am 5. November 1 90 9 vormittags zwischen 10 und 12 Uhr statt. Die landespolizeiliche Abnahme erfolgte am Samstag, 2 0. November 1 909, vormittags um 10 v v t 4
Uhr, die Inbetriebnahme ging am Nachmittag bes 1 bcr Inflation nicht wieber eingeführt. Seitbem war gleichen Tages vor sich. Nach einer Bekanntmachung ber Fahrpreis ein sehr umstrittener Punkt unseres der Stabtverwaltung vom 19. November 1909 war Straßenbahnbetriebs. Mehrfach beschäftigten sich die der Fahrpreis auf 10 Pfennig pro Per on festgesetzt, Stadtverwaltung, ber Stadtrat und die Bevölkerung -- . aa c- mnr.
Kinder bis zu sechs Jahren in Begleitung einer mit bie|em Problem, zu einer befriedigenden Rege- f ^ten ^eltend^ gemacht wird, stnden ^ Vor- zahlenben Person wurden frei befördert. Für ein f^ng kam es aber nick ~ Handgepäckstück bis zum Höchstgewicht von 25 Kilo nuch Einführung eine wurde der Beförderungspreis auf 10 Pfennig de- j ............
Nicht aber für Kinder! Selbst eine leere Streichholzschachtel kann für Kinderyerzen ein Objekt mit hungert Verwendungsmöglichkeiten fein. Geschweige -denn ein Pappkarton von großartigen Ausmaßen. Cs ging hier lediglich noch um die Frage, aus ber Fülle der Varianten die reizvollste auszuwäylen. Eine angeregte Debatte entjpann sich und führte schließlich zu einer Löjung, die in ihrer Art genial genannt werden mußte. Zu ihrer Ausführung gehörte lediglich Phantasie und ein Stück Bindfaden. ■Da beides in ausreichendem Maße vorhanden war, ging man jetzt daran, in die Stirnwand des Kartons ein Loch zu stoßen und den Bindfaden hin- durchzusühren. Einer hatte an dieser Schnur zu ziehen, ein anderer in bas Innere zu steigen und in kurzen Abständen schauerliche Mißtöne auszu- jtüßen. So entstand hier an der Straßenecke im Handumdrehen, was sonst das Produkt mühseliger unb langwieriger Werkarbeit ist: ein Auto!
Jawohl, ein Auto! Mit Hupe! Und daß es reg- ncie, war für diese technische Errungenschaft nur Angenehm. Denn Regen macht den Asphalt schlüpfrig, leicht gleitet auf ihm em energisch gezogener Karton dahin. Was anderen Automobilisten em Greuel, das gereichte also diesen kleinen Erfindern ! Ohne Führerschein zum glatten Vorteil. Um so mehr, als somit auch der Deckel einem konstruktiven Zweck zugeführt werden konnte. Irn offenen Wagen macht Regenwetter nicht den rechten Spaß Da ist ..... -
SHS&afö sSk 1 Bsmä d)n mit beiden Hanven "ber sich u 0 9 9 . Jahre 1919 mußte der Betrieb wegen Kohlenknapp-
«BaDDtarton als Stmoufme! h-it sür kürzere Zeit tageweise und einmal auf
drei Wochen eingestellt werden. Unter dem tollen Wirbel der Inflation hatte natürlich auch das Straßenbahnunternehmen der Stadt ganz empfindlich zu leiden. Untere Elektrische wurde 311 einem richtiggehenden Schmerzenskind ber Stabt. Die Lage ber öffentlichen Finanzwirtschaft machte es der Stadtverwaltung zur Pflicht, den Straßenbahnbetrieb vom 27. Oktober 1923 bis zum 30. Juni 1924 stillzulegen. Vom 1. Juli 1924 ab wurde der Betrieb zunächst auf der Bahnhofstraßenlinie wieder auf- »iuitipn Ackt^nlinder ~ I genommen. Eine erneute Stillegung machte sich für
^Lid-r V hinsichtlich der Dualität, der chattbar- die Zeit °am 2 Januar »31 bis zum 29.
tteit des Materials. Und hier beginnt die Geschichte 1932 erforderlich. on da f 6
fins Tragische abzugleiten. Pannos, der Gott ber - wieder auf beiden Decken normal. Sommer iLlutomobile, wendet seine Gunst eben lieber dem 1929 war es möglich, f fflrünbuna des
rHundertpferdigen als dem Chausseefloh zu. Und im wagen zur WartungI bes; nonbe j b J
Vorliegenden Fall tat der Regen noch das ©einige, Unternehmens her vorhan g P
iben Vorfall des Gefährtes zu beschleunigen. Sei Di«nst^zu^ stellen, iidem wie auch immer will, in einer Kurve löste sich s " 'rdr;’r
Hilfskraft des Amtes, obwohl sich das Amt von iieiftung'^' W-/khalbjah7/s"7°tzt mit ihrem Stu- einer «-inen Auswurfuntersuchungsstelle zu einem 6ium beginnen wallen, sind nach Gießen gezogen. Zentralmstitu ches-ns mit ,ahrl,ch_ 40 00Cl Untei- -!n’ nnnnJHer Vielheit die Herr-
■Heber 130 erste Semester haben sich IN den vergan- Buchungen entwickelt hatte. Was Scheimuly g Miihenhen 'ßflanre. Wie ihre Rar--
feier in b e Turnhalle am Oswalbsgarten einge- laben. Die Teilnahme war so groß, daß eine zweite Versammlung im Caf6 Leib und eine dritte in der Folgende Zahlen aus dem Betriebe der Straßen- ^euen ^ula der Landesuniversität nötig wurde, bahn erscheinen in Gegenüberstellungen besonders insbefonbere waren die Landgemeinden aus der interessant: v n L .nnn.._ 1 ffietterau, vom Vogelsberg unb aus ber Wetzlarer
An Wagenkilometern würben im Jahre 1909/10: @eqenb narf vertreten. In allen drei Versammlun- 473 000, im Jahre 1932/33: 623 000 gefahren. Be- begrüßte ber Dorsitzenbe ber oberhessischen Be- förbert wurden im Jahre 1909/10: 1 200 000, fenntnisgemeinschaft Herr Präsident i. R. Neuen- 1932/33: 1 650 000 Personen. Im ersten Jahre des b a g e n (Gießen) unb gab einen Ueberblick über Betriebes würben 159 000 RM., 1932/33: 235 000 Bestrebung. Das Hauptthema des Abenbs: „Ist RM. vereinnahmt. Die Straßenbahn hatte in ber bie reformatorische Verkünbigung in ber Deutschen gleichen Gegenüberstellung bes ersten Betriebsfahres Evangelischen Kirche in Gefahr?" behanbelten zum Jahre 1932/33 einen Stromverbrauch von. mf^rer Putz (München), ein ganz alter Kämpfer 340 000 bzw. 560 000 Kilowatt aufzuweisen. Die £'r Port7i, in der Turnhalle und im Cafe Leib, Streckenlänge betrug 1909/10: , 5,8 Kilometer, mfarrer (München), der Sohn des be-
1932/33: 8,9 Kilometer. Die Niedrigste Bechrde- ^'nnten Leipziger Kirchenhistorikers, in der Neuen ■ rungszahl lag m einem Monat des Jahre 1909/10: aruIo mbbrenb sich in die biblischen Ansprachen
uer öeineo Diuyer uui uuia uiu|cyiuiu;cn t
sen aus allgemeinen Steuermitteln aufrechterhalten wurde und jedenfalls auch weiterhin Opfer des Stadtsäckels erforderlich machen wird. Immerhin darf dabei nicht unbeachtet gelassen werden, daß es! sich hier um eine Einrichtung gemei nm ü tz i- j genCharaktersimDien st eder Bürger-' gesamtheit handelt, für die gewisse Opfer nicht u— -- , . - •, , . . ■ w
ungerechtfertigt sind. Und schließlich werden in die- 1935 ist derjenige Steuersatz maßgebend der prozen- fern Jubiläumsmonat bie bisher noch unerfüllten tual am höchsten ben entsprechenben Lanbesburch- Wünsche auch wieber in das Blickfeld der Bevölke- schnittssatz übersteigt.
rung treten in der Hoffnung, diese Wünsche in künf-' tigen besseren Zeiten durch entschlußfreudige Taten zu verwirklichen. In dieser Betrachtung der gegenwärtigen Lage ber Dinge unb in dieser Hoffnung $ie oberhessische Bekenntnisgemeinschaft der deut-
auf die Zukunft gelten unserem Straßenbahnunter- evangelischen Kirche hatte am 1. November nehmen bei der Vierteljahrhundertwende die beftvi -bre Mitglieder und Gäste zu einer Reformations- Wünsche der Gießener Bevölkerung. I f Ä -----*■— ----
igioien zjemui;uiigvn m puyi- I------- f - , und Gebete die Herren Pfarrer Anthes unb
Unfalls bie Limousin« in Wohlgefallen und ver-, ren Jahren kam im Sommer 1932 die Frage des Jahre 1925 bei 255 000 P-rfonen tn einem Monat. Ausfeld, (Gießen), L«n z, (Münzenberg) und ffchiedene Pappscheiben aus. Der Motor erhielt burch !■ I_l_lr‘rf--------E—--—
ldiese wesentliche Entlastung ungeahnte Beschleuni- .. . .. nrnt()nhiar Neuan-
Munq unb wäre um ein Haar aus die Nase gefallen, stadt Gießen steht somit p z hpllHrhpn iint- Ler stolze Fahrer aber saß plötzlich im Dreck. Er Meldungen mit an erster Stelle der deutschen Uni- rutschte noch ein bißchen, dank des Beharrungsver- versitaten überhaupt.
mögens. Aber dann war es endgültig aus, und die Dieser Zuzug der Jungmannschaft zur aima Tatsache von der Vergänglichkeit irdischen Besitzes mater ludoviciana bedeutet nicht nur für unsere iDiirbe offenkundig. \ Universität, Studentenschaft und Korporationen
Aber wie schnell verwindet nicht oft ein Kind die einen schönen Auftrieb, sondern er wird sich auch | Schläge des Schicksals! Der Bindfaden war auf weitgehend im ganzen Wirtschaftsleben unserer Leden Fall noch da, und so löste sich der ad hoc Stadt bemerkbar machen.
gebildete Autoklub ohne viel Umstände auf. Die । Wir freuen uns, diese Feststellung machen zu kon- Mitglieder entschwanden auf der Suche nach neuen nen, und hoffen, daß die jungen und alteren fetu= Abenteuern, ein melancholisches Pappwrack und deuten sich recht wohl in den Mauern Gießens fuy- sine wiederum stille Straße im Regen zurücklassend, len werden und dann später den Rus der alten H. C. von Massow, ।Universitätsstadt Gießen an der Lahn weit in deut-
Ae eö Leben in der alten Üniversitäts- 8anbe tra9cn roer6en-
Wilhe in Schermuly
Landesdurchschnitt.
Als Landesdurchschnitt der Gemeindegrundsteuern
20. 910 oem ber gerne ber Annehmlichkeiten ge- unb der Gemeinbegewerbesteuern im Sinne bes benten, die der Straßenbahnverkehr ber Bevölke- § 4 BStG^ werden für die Burgersteuer 1935 die rung bietet. Man wirb auch nicht übersehen, .daß folgenden Steuersatz^ festgesetzt. „ h
der Betrieb bisher nur unter ansehnlichen Züschüs-1 34 Rpf. je 100 RM. ©teuerroert ber G
RM. Steuerwert bes lanb- und
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ber Hanb hergestellt. > ber Bebürfmsse ber Bevölkerung erforberlich ist, für
ben Bereich der Stadt Gießen mit sofortiger Wirkung wie folgt festgesetzt:
1. Bäckereien 8—12 Uhr
2. Konditoreien 8—12 und 14—16 „
Strafrechtliche Vorschriften.
(1) Die strafrechtlichen Vorschriften ber Reichs- abgabenortmung gelten auch für die Bürgersteuer.
(2) Hinsichtlich des gerichtlichen Strafverfahrens sind die §§ 461 bis 470, 472 bis 476 der Reichsabgabenordnung anzuwenden. Das Verwaltungs- strafverfahren richtet sich nach den Bestimmungen bes Gesetzes vom 20. September 1890, betreffend bie Einführung bes Verwaltungsstrafbefcheibs bei lpinpr n.mT ,nrrmpn Zuwiberhanblungen gegen die Vorschriften über
§ 7c P -u •• r die Erhebung öffentlicher Abgaben und Gefalle.
I Eine offene Frage ist gegenwärtig noch die E r - y g „
Weiterung der Straßenbahnlinie nach
Klein-Linden bie schon seit einer Reibe von . Selb staub i ge G . m ar kunge . Jahren angestrebt wird, bisher jedoch an dem fata=1 , An felbstandigen ®2martungen tann nur bann len Hindernis der Bahnüberführung in der Frank- eine Bürgersteuer erhoben weden-wenn eine G, furter Straße und natürlich auch an der Geldfrage mernbe Eigentumerin (Inhaberin) des Gemarkung-, scheiterte. Ebenso offen ist noch .die Frage bes Stra- rechts ist.
ßenbabnanschlusfes nach Krofdorf und nach II. Besondere Bestimmungen für bie Bürgersteuer


