Nr. 258 Erstes Blatt
184. Jahrgang
Samstag, 3. November 1934
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General-Anzeiger für Oberhessen
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freilich die große räumliche Entfernung ... kurz und gut, wenn die Franzosen auch gerne „eine Handvoll britischer Soldaten" bei ihrem Einmarsch ins Saargebiet als Aushängeschild vor sich hergeführt hätten, sie sind es auch so zufrieden, und England ist froh, wenn es herausbleiben kann aus einem kontinentaleuropäischen Konflikt, der sich bereits ähnlich wie das Ruhrabenteuer-Poincaräs drohend am Horizont abzuzeichnen beginnt. Aber wenn auch ultrakonservatioe Blätter sich vor freudiger Zustimmung zur französischen Katastrophenpolitik fast Überschlägen und auch gemäßigte Organe Frankreichs Politik der gepanzerten Faust „durchaus angemessen" finden, so einfach kommt England diesmal nicht davon. Zwischen dem Ruhrabenteuer von 1923 und dem geplanten Anschlag auf das Saargebiet liegt der Locarnopakt. An ihn darf man in dieser Stunde England freundlichst erinnern. Das Saargebiet ist deutsches Land, für das der Versailler Vertrag lediglich für die fünfzehn Jahre bis zur Abstimmung den Völkerbund als Treuhänder bestellt hat. Eine Besetzung des Saargebiets durch französische Truppen käme also einem Einfall in deutsches Land gleich, der den Artikeln 1 und 2 des Locarnopaktes zuwiderliefe. Im Falle einer flagranten Verletzung des Artikels 2 dieses Vertrages ist England als Garant verpflichtet, dem Vertragspartner, gegen den eine solche Verletzung gerichtet wurde, seinen Beistand zu gewähren.
Es ist ja nicht so, daß man den Locarnopakt nur, wie in Paris üblich, unter dem Aspekt eines deutschen Angriffs betrachten muß. Der Pakt sollte vielmehr mindestens in gleichem Maße auch Deutschland vor einem französischen Uebergriff schützen. Ein Einmarsch französischer Truppen ins Saargebiet müßte also automatisch das Eingreifen der Garantiemächte des Locarnopakts auslösen. Es scheint nicht so, als ob der britische Staatssekretär des Auswärtigen sich der für England aus dem Locarnovertrag sich ergebenden Verpflichtungen beraubt war, als er mit feine Zustimmung oder auch nur der widerspruchslosen Entgegennahme des französischen Plans Frankreich zu einem Abenteuer ermutigte, das geeignet ist, den Frieden Europas ernstlich zu bedrohen. Man wird erwarten dürfen, daß England rechtzeitig sich auf eine Haltung besinnen wird, die seinen vertraglichen Verpflichtungen wie dem Ernst der Stunde angemessener sind, als die in ihrem Optimismus fast frivol anmutenden Auslassungen der britischen Presse bislang erkennen lassen.
und
Frankreich droht mit der militari-
der Führer unseres Reiches und die verantwortlichen
gegen
2.
scheu Besetzung des Saargebietes. Man sucht auch euch in das gefährliche Spiel einzubeziehen und malt das Schreckgespenst eines Einmarsches der S 21. - und S $. - 2U ä n - ner des Saargrenzgebietes ins Saargebiet an die Wand. Ich verwahre mich in eurem Kamen gegen diese ungehörigen Bor-
französischen Regierung an die englische ergangen, englische Truppen bereitzu st eilen für den Fall, daß Frankreich die Saar militärisch besetze. Die Presse erklärt, die britische Regierung glaube nicht an Verwicklungen, sei indessen mit öen französischen Vorsichts- maßnahmen einverstanden. Der Aus- ruföes Gauleiters Bürckel wird allgemein als eine von friedfertigem Geist getragene Vorsichtsmaßnahme gewertet. Der Berliner „Times"-Berichterftatter nennt sie den wichtigsten Schritt, der von deutscher Seite zur Sicherung gegen unverantwortliche Handlungen getan worden sei. Hingegen machen sich „Daily Herald" und „News Chronicle" zum Sprachrohr des in London weilenden Separatisten Matz Braun, der wieder einmal die ungeheuerlichsten Verdächtigungen gegen Deutsch- land ausspricht. Der Berichterstatter der „Morning Post" i n R o m stellt fest, daß dort kein französischer Schritt bezüglich militärischer Vorbereitungen für einen etwaigen Einfall in bas Saar- gebiet eingeleitet worden ist.
innerhalb einer Zone von 40 Kilometern längs des Saargebietes das Tragen jeder Uniform verboten.
Appelle, Aufmärsche oder Zusammenkünfte jeglicher Art fallen unter das gleiche Verbot.
Paris, 3. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Am Freitag begann in Arras bie Tagung ber bemo- kratischen Allianz, an ber etwa 60 Abgeordnete neben den Vertretern ber Partei aus ber Provinz teilnahmen. Der Vorsitzende, ber Minister für öffentliche Arbeiten Flanbin unb Kolonialminister Rollin werden an dem Kongreß teilnehmen. Das wichtigste Ereignis des ersten Tages war bie Annahme einer Entschließung, in ber unter Hinweis auf die angebliche „ständige Verstärkung der militärischen Vorbereitungen Deutschlands (!) und den Ernst ber auswärtigen Lage" erklärt wird, daß Frankreich im Interesse des Friedens nicht neue Rüstungsbeschränkungen vornehmen könne. Frankreich müsse seine Verteidigungskräfte unversehrt aufrechterhalten, um fremden Ländern den Mut zu irgendeinem Angriff zu nehmen. Die Regierung wird aufgefordert, den Kammern Maßnah-
Gefährliches Spiel.
Aus einer nicht für bie Öffentlichkeit bestimmten Mitteilung der Pariser Presse erfuhr die Welt, daß der französische Kriegsminister Marschall P e t a i n eine Erhöhung ber Militärkredite um 500 Millionen Franken verlangt habe, bie in erster
men vorzuschlagen, bie bie volle Sicherheit beS ßanbes gewährleisten.
Der Annahme ber Entschließung ging eine Rede des Abgeordneten Oberst Fabry, des Vorsitzen- den des Heeresausschusses ber Kammer voraus. Der Abgeordnete, der sich bekanntlich wiederholt durch gänzlich unbegründete törichte Angriffe gegen Deutschland hervorgetan hat, führte u. a. aus, bie ßanbesoerteibigüngsfragen oerbienfen um fö größere Beachtung, als jenseits der Grenze das deutsche Volk sich gegenwärtig an dem Gedanken begeistere, daß ihm eine besondere Aufgabe für die Wiedergeburt Europas zufalle. Diese Vorstellung äußere sich durch militärische Vorbereitungen, bie nicht einmal mehr verheimlicht würben.
Fabry stellte bie kühne Behauptung auf, zwischen zwei untereinanber s o verschiebenen ßänbern wie Deutschland und Frankreich könne sich die Gleichberechtigung nicht durch Gleichheit der Streitkräfte äußern (!). Deutschlands Bevölkerungszahl, die ßeistungsfähigkeit der deutschen Industrie und ber in Deutschlanb vorherrschende Geist bewirkten, daß eine theoretische Gleichheit sich für Deutschland in einer praktischen Ueberlegenheit äußern würde. Der Gedanke einer Gleichberechtigung zwi-
Klänner in Reich und Bewegung den gemeinsten Verleumdungen und Beschimpfungen in Presse und Versammlungen durch die Emigranten und Rückgliederungsgegner preisgegeben waren, ohne daß ein wirksames Einschreiten der Regierungskomis- fion des Soorgebietes erfolgt ist.
3m Sinne unseres Führers, der um des europäischen Friedens willen bis an die Grenze des Möglichen geht, muß ich an eure Haltung und Disziplin nun noch höhere Anforderungen stellen, um so vor aller Welt das Unberechtigte der französischen Absichten kundzutun. Ich ordne daher an:
1. Vom 10. Januar bis 10. Februar 1935 ist
Die Unbelehrbaren haken das Wort.
.Gleichberechtigung ein Verbrechen Frankreich."
Ein neuer Beweis deutschen Friedenswillens.
Oer Gaarbevollmächtigte verbietet wahrend des Abstimmungsmonats jede Betätigung der GA und GG im Gaargrenzgebiet.
Die Unsinnigkeit der Putschgerüchte. Auslandifche Journalisten zum Besuch des Grenzgebietes eingeladen. Saarbrücken, 2. Koo. (DKB.) Der Saarbevollmächtigte des Reichskanzlers B ü r ck e l ver
riften ist in unseren Reihen kein Raum. Wir haben zu der ungeheuerlichen Provokation, die in der Bereitstellung ausländischer Truppen zum Einmarsch in deutsches Gebiet zum Ausdruck kommt, auch nicht den geringsten Anlaß gegeben. Wenn ich ein neues Opfer von eurer Haltung fordere, so tue ich es um des europäischen Friedens willen, den wir mit letzter Ehrlichkeit wollen.
Der Saarbevollrnächtige des Reichskanzlers: (gez.) 'Bürdet
Keustadt a. d. h.» den 2. Kooember 1934.
Der wichtigste Schritt zur Entspannung.
Das Londoner Echo des Aufrufs Gauleiter Bürckels.
ß 0 n b o n, 2. Nov. (DNB.) Wie Reuter erfährt, ist im Gegensatz zu ben in Paris erschienenen Melbungen keine Aufforberung ber
Ich werde an die Schriftleitungen der namhafte- ften Zeitungen des Auslandes Einladungen ergehen lassen, sich vor, während und nach dieser Verbotszeit als Gast des Reiches im ehemaligen Grenzgebiet aufzuhalten, damit sie sich von der Abwegigkeit der gegen die SA. und SS. erhobenen Vorwürfe aus eigener Schau der Dinge überzeugen können.
Wir erklären feierlich, daß wie niemals Putschabsichten gehabt haben. Für Terro-
Frankreich will aufrüsten.
Deutschlands Verlangen nach Gleichberechtigung wird als Vorwand für neue französische Rüstungsforderungen benutzt.
Linie zur Umwandlung von Grenztruppen in eine technische Spezialtruppe, sowie zur Erneuerung des Kriegsmaterials über das bisher vorgesehene Maß hinaus dienen sollte. Zur Begründung seiner Nach- rorberung hatte Petain von „außenpolitischen Schwierigkeiten" gesprochen, bie sich „namentlich im Zusammenhang mit ber Saarab st immun g" ergeben könnten. Man konnte anfangs vielleicht ber Meinung fein, Pötains Anspielung auf bie bevor- stehenbe Saarabstimmung sollte, so fadenscheinig dies auch sein mochte, dazu Dienen, um Frankreichs
iiauuunu uti ..... würfe. Ich bezeuge vor aller Well eure Zucht und
' an Saargebiet im Augenblick ber Volksabstimmung; eure Verläßlichkeit und danke euch für die i;u verhindern." »disziplinierte Haltung, die ihr auch dann
Andere Pariser Blätter fabeln von einem Putsch gewahrt habt, als ihr täglich hören muhtet, wie ter SA., ber am Tage nach ber Volksabstimmung!' r " ?jr------v ------*---
7m Saargebiet eine vollenbete Tatsache schaffen wlle. Beibe Lesarten finb gleich unsinnig. Schon wiche Möglichkeiten ernsthaft erwägen, ist eine nichtswürbige Verleumbung ber deutschen Politik, tie nach ben vielfachen feierlichen Bekunbungen bes Führers und des Reichsaußenministers nichts anderes will, als die strikte Durchführung bes Ver- willer Vertrages und damit bie gerechte Lösung der ätzten territorialen Frage, bie heute noch einer d-eutsch-sranzösischen ©eneralbefriebung im Wege steht Es ist natürlich unsinnig, mit ber Möglichkeit eines nationalsozialistischen Aufruhrs imSaargebiet hmufieren zu gehen, benn mehr als 80 v. H. der Nbstimmungsberechtigten stehen in ber Deutschen Front, von ihren Führern zu äußerster Selbstzucht ungehalten gegenüber ben täglichen beispiellos Rechen Provokationen einer kleinen lanbfremben, iur von ber Regierungskommission begönnerten Separatistenbande Nicht minder lächerlich ist bas Märchen von einem am Tage nach ber Abstimmung beabsichtigten Putsch ber reichsbeutschen SA. Wir wissen, baß wir bann einen solchen Putsch, mit dem man in Paris krebsen geht, nicht mehr nötig haben werden, benn bas Ergebnis ber Volksabstimmung wirb eindeutig ben Wunsch der ganz überwiegenden Bevölkerung bes Saargebiets nach Rückkehr zum Deutschen Reich Ausbruck geben. Im übrigen ist es sogar schweizerischen Blättern schon »eltsam erschienen, baß Frankreich für ein Ereignis, mit bem es doch erst in 2% Monaten rechnet, heute ,chon „Vorsichtsmaßnahmen" trifft, obwohl sie bei »en gewaltigen französischen Grenzrüstungen binnen *4 Stunben getroffen werben könnten.
öies auct) lern mochte, oa3u um (.$ folgenden Ausruf an die S 21.-
hemmunaslofe Aufrüstung zu bemänteln uno pe J' ’ 3 . ' ' , . ,
namentlich ber längst nervös geworbenen britischen SS.-Manner des Saar grenz geb leies: Öffentlichkeit plausibel zu machen. Aber dem ist * s ” A h
nicht so. Was schweizerische unb englische Reisende schon vor einiger Zeit als ihre Beobachtung im ■ lothringischen Grenzgebiet mitgeteilt hatten, wird jetzt von ber Pariser Presse mit zynischer Offenheit zugegeben: Frankreich stellt an ber Westgrenze bes Saargebiets Truppen bereit, um auf Anforderung !>es Präsidenten ber Regierungskommission bes Saargebiets, wie es heißt, „jebe aufrührerische Betätigung ber nationalsozialistischen Organisationen
Die Nachrichten von französischen Truppenkonzen- rrationen an ber Westgrenze bes Saargebiets haben m Deutschlanb Helle Empörung ausgelöst, aber auch darüber hinaus die Weltöffentlichkeit, soweit sie sich ? in gesundes Rechtsempfinden und ein Gefühl für »ie bem Weltfrieden brohenben Gefahren bewahrt Uat, in große Erregung versetzt. Das ist in Paris nicht ohne Wirkung geblieben. Man hat begriffen, »aß ein Schritt, ber überall als Schlag gegen bie Freiheit ber Abstimmung empfunben werben muß, ßch schlecht mit so vagen Gerüchten von brohenben Hutschen rechtfertigen läßt. Die französische Politik foat sich deshalb auf den von ihr in solchen Fällen immer bevorzugten Weg juristischer Begründungen begeben. Paris erklärt also, „selbstverstand- lidi" denke man nicht im entferntesten daran, auf i iqene Faust ins Saargebiet einzumarschieren, vielmehr werde Frankreich sich glücklich schätzen, wenn ; twa im Saargebiet ausbrechende Unruhen von ben )lOrt befindlichen Polizeikräften unterdrückt werden könnten. Sollte indessen dies nicht gelingen unb ber Uräsident ber Regierungskommission um Hilfe er- Indien — daß der famofe S)err Knox sich s-Ibstv-r- Itfänblid) an das uneigennützige Frankreich wenden Dirb, gilt in Paris als ausgemacht, bann erft und mur in diesem Falle würbe Frankreich „sich ntcpt leinen internationalen Verpflichtungen entziehen . Man muß die Weitsicht bewundern, mit ber bie vanwsische Politik Vorsorge trifft unb würbe es sicherlich warm begrüßen, wenn Frankreich mit gleichem Bedacht unb gleichem Eifer auch anderen feierlich übernommenen Verpflichtungen, wie z. -o. :<er iur Abrüstung, nachkommen würde.
Aber wie sieht es mit diesen „internationalen Verpflichtungen" überhaupt aus, hinter die Frank- :seich sich verschanzt, um den Aufmarsch besonders msammengestellter und schnellbeweglich gemachter Truppen an der deutsch-französischen Grenze vor her erstaunten Welt zu rechtfertigen? Frankreich beruft sich auf Beschlüsse des Völkerbundsrats aus Iden Jahren 1925 und 1926, nur auf Grund dieser Beschlüsse würde es gegebenenfalls Truppen in das Saargebiet entsenden. Schon der verstorbene Barthou Int bei der letzten Saardebatte in Genf auf diese Beschlüsse angespielt. Sie sind seit Jahren gänzlich erledigt, und es gehört zu der üblichen Taktik des Luai d'Orsay, in ebenso spitzfindigen, wie weitschweifigen juristischen Darlegungen auf sie zuruck- fi;iqreifen, um eine ausschließlich aus dem französischen Machtbedürfnis entstandene Handlung zu t ^fertigen. Die von Frankreich herangezogenen Vereinbarungen von 1925 und 1926 betreffen den s° genannten Bahn schütz im Saargebiet. Frank-
so würde auch im Saargebiet unter dem Schutz
Saargebiets liegen, nicht mehr vo
Rhein gewesen. Fremde Truppen im Lande bedeutet Beseitigung der persönlichen Freiheit, Entrechtung der Zivilbehörden, Eingriffe in alle Angelegenheiten bes öffentlichen und privaten Lebens, bedeutet fremde Militärgerichtsbarkeit unb all das Grauenvolle, was im Zusammenhang damit unseren Volksgenossen am Rhein und an ber Ruhr noch heute lebenbig vor Augen steht. Wie bamals
sehen hat. , , v m
Frankreich ist durchaus bestrebt, bie Verantwortung ür bie Durchführung seiner Pläne mit anderen Mächten zu teilen, wenn es auch bie Ausführung selbst allein zu übernehmen bereit i|t, schon um später freie Hand zu haben unb Aus- einanbersetzungen mit mißliebigen Konkurrenten zu vermeiden. Deshalb hat der französische Botschafter in London den britischen Außenminister von Frankreichs Vorhaben in Kenntnis setzen und Sir John Simons Zustimmung dazu emholen müssen. Das hat erstaunlicherweise anscheinend nicht die geringsten Schwierigkeiten gemacht. Frankreich hat anqed-utet, daß fclbftoerftänblid) auch britische ober belgische Truppen den gleichen Zweck der Sicherung der Abstimmungsfreiheit erfüllen könnten, aber
hilflos preisgegeben wäre. Nein, unter den Bajonetten einer an dem Ergebnis der Abstimmung unmittelbar interessierten Macht kann von einer Freiheit der Abstimmung"" keine Rede sein. Das wußte man in Genf, als der Rat zu seinen Julibeschlüssen kam, das sollte man aber auch in London wissen, wo man den Franzosen jetzt anscheinend einen Freibrief für ein Saarabenteuer ausfteUen will, so wie man vor zehn Jahren Pom- cares Ruhreinfall mit verschränkten Armen zuge-
veränderten Lage in seinen Beschlüssen vom Juli dieses Jahres Rechnung getragen. Er hat ausdrücklich festgelegt, daß zur Sicherung und Ruhe im Saargebiet die Abstimmungspolizei in erster Linie sich aus einheimischen Elementen zu rekrutieren habe. Nur wenn diese nicht ausreichen sollten, wurde dem Präsidenten der Regierungskommission erlaubt, sich an neutrale Regierungen mit ber Bitte zu roenben, in ihren ßänbern einzelne beutschspre- chenbe Staatsbürger für bie Saarpolizei anroerben zu bürfen. Keinesfalls sollten jeboch ganze Kontingente fremder Polizei herangezogen werden, s ch o n gar nicht aber deutsche ober französische Truppen. Wenn man sich in Paris also darauf beruft, daß ber Dölkerbunbsrat bestimmt habe, daß im Notfall die Regierungskommission „Trupp'en, bie außerhalb bes Gebiets stehen , zu Hilfe rufen könne, so sind französische Truppen damit ganz gewiß nicht gemeint, ebenso wenig wie natürlich auch deutsche. Der Ratsbeschluß vom Juli 1934 widerspricht ganz eindeutig allen planen die ber allzu verdächtig mit der französischen Politik in einer bestimmten Richtung wirkende llebereifer bes Herrn Knox anoenommen bat.
Die Behauptung, Frankreich wolle mit bar Truppenkonzentration an der Grenze des Saargebiets
reich unterhielt bis bahin d e r t r a g s ro i b r t g ober mit seiner Besetzung bie Sol sabftimmung Militärgarnisonen im Saargebiet, bie zur franzo- keineswegs „beeinflussen fonbern „lebiglich „bie fischen Besatzungsarmee im Rheinlanb gehörten, loyale Anwenbung bes Verfahrens sichern, ein Da ber Völkerbundsrat sich ber beutschen Auf- solches Täuschungsmanöver kann nur harmlose Ge- fassung anschloß, baß es mit bem Charakter eines müter beruhigen, ßeute bie so etwas für bare Abstimmungsgebietes gänzlich unvereinbar sei, wenn Münze nehmen, sind offenbar nicht Zeugen des es viele Jahre hindurch von Truppen einer an dem Ruhrembruchs ober ber Besatzungsherrschaft am ___... / > , >. , rr. , m.j.1 n»Amnion ifromho Tninnpn im Vnnno no:
Abstimmungsergebnis interessierten Macht besetzt sei, tarnen damals die Vereinbarungen über den französischen Bahnschutz im Saargebiet zustande, dem nach der Zurückziehung der im Saargebiet stehenden französischen Truppen die strategische Sicherung der durch das Saargebiet lausenden Etappenlinie ber französischen Rheinarmee zufiel.
I.930 mit der Räumung de r Rh ei nlande auch :™"y^ye^'Ianb unter dem Schutz' der französischen dieser Bahnschutz aus dem Saargebiet osch Generäle landfremde Abenteurer und pflichtver- al ° -9era^U -9rh°tesf'„TruÄes, ehrloses Gesindel ihren separatistischen heute sich auf eine Vereinbarung k^uf , Mummenschanz treiben konnten und unter den
mals begrenzten strategischen Bedürfnissen^ ent- y bes französischen Militärs friedliche deutsche ^rang. Sie widersprach damals schon de Bürger und pflichttreue deutsche Polizeibeamte von
Bestimmungen des Versailler Vertrages, Separatistenhordcn bestialisch ermordet wurden,
Saargebiet aus chließl.ch der Obhut des Volker- ^para^ - saargebiet unter dem Schutz
bunöcs unterstellten, rote viel mehr Heu , französischer Bajonette eine herrliche Zeit anbrechen irgendwelche strategische Grunde, die außerhalb des unb ©6^01^^ deren Schreckens-
Saargebiets liegen nicht mehr vorhanden sind. Der Wr um gr friebIiebePnbe deutsche Bevölkerung Volkerbundsrat hat ,a auch der seit 1930 gänzlich d Mchasl oie f i ; «


