ternattonale Kunstflugwettbewerb in Zürich. Acht Länder haben ihre besten Flieger mit starkmotorigen Maschinen dorthin geschickt. Aus Deutschland kommt nur ein Mann. Man liest im Programm: Gerhard Fieseler. Einen Tag vor dem großen Wettbewerb übt Fieseler noch einmal sein Kürprogramm. •
Am Abend dieses Tages spricht man in internationalen Fliegerkreisen von einer Revolution in der Kunstfliegerei.
Nur einen Punkt bleibt er hinter dem Sieger des Wettbewerbs. Objektive Fachleute sprechen von einem „politischen" Punkt. Weiter arbeitet er'an seiner fliegerischen Aufgabe. Fast alle Länder Europas rufen ihn. Bei allen nationalen und internationalen Kunstflug-Wettbewerben bleibt er Sieger. 1928 wird Gerhard Fieseler zum ersten Male „deutscher Kunstflugmeister", 1933 zum fünften Male.
Acht Tage nach der deutschen Meisterschaft wird er in Lyon Meister von Europa.
Seine kleine „Schwalbe", mit der er die ersten Siege als Kunstflieger errang, ersetzt er Ende 1928 durch ein nach seinen Angaben gebautes stärkeres
Flugzeug, die „Tigerschwalbe". Anfang 1930 gründet er eine kleine Flugzeugfabrik mit nur wenigen Arbeitern und Angestellten. Zunächst baut er nur Segelflugzeuge. Im folgenden Jahre bringt er seinen 400 PS. starken und inzwischen in der ganzen Welt berühmt gewordenen „Tiger" heraus.
Damit hat er das richtige Instrument, mit dem er den Kunstflug zur Vollendung entwickeln kann.
Inzwischen haben 170 Segelflugzeuge seine kleine Fabrik verlassen. Seine Erzeugnisse tragen den Ruf bester deutscher Werkarbeit nach Amerika, Afrika, Indien usw. Er entwickelt dann ein kleines und billiges Sportflugzeug, die „Fieseler 4". Diese Maschine ist ein Fehlschlag, der seinem Betrieb große Nachteile bringt. Unverdrossen geht Fieseler erneut ans Werk mit dem Erfolg, daß die wunderbare Maschine „Fieseler 5" entsteht, die ihren Schöpfer, völlig befriedigt. Sein schöpferischer Geist hat sich in dieser Maschine in die Tat umgesetzt und ein Flugzeug herausgebracht, das seines Namens und seines großen Ruhmes als Kunstflug- Weltmeister würdig ist.
Wirtschaft.
Oie Holzpreise.
Aus amtlicher Quelle wird uns mitgeteilt: Nachdem es in der Einschlagsperiode 1933/34 im großen und ganzen gelungen war, die Rund- und Schnittholzpreise auf einer für Holzerzeuger und Holzverbraucher annehmbaren Höhe zu stabilisieren, wird in den letzten Wochen ein Anziehen der Rund- und Schnittholzpreise für einige wichtige Sortimente beobachtet. Zwar liegt eine saisonmäßig bedingte, aber vorübergehende Knappheit einiger wichtiger Holzsortimente vor, man kann sich indessen des Eindrucks nicht erwehren, daß spekulative Kräfte am Werk sind, Angesichts einer vorübergehenden Knappheit in diesen Sortimenten eine Haussebewegung auf der ganzen Linie einzuleiten.
Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß der Bedarf an Rund- und Schnittholz mit allen zu Gebote stehenden Mitteln sichergestellt wird. Es besteht also kein Grund, durch Holzpreiserhöhungen die deutsche Wirtschaft zu stören. Ohne Zweifel werden alle diejenigen, die in der Hoffnung auf eine Holzpreishausse ungerechtfertigte Einkaufspreise anlegen, vor Rückschlägen nicht bewahrt bleiben und finanzielle Verluste erleiden.
Es wird bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen, daß die Holzpreisfrage im Hinblick auf ihre umfassende Bedeutung im Rahmen der deutschen Gesamtwirtschaft in den nächsten Tagen zum Gegenstand einer Besprechung der beteiligten Reichsressorts gemacht wird.
Krankfurier Börse.
Mttagsbörse sehr ruhig, im Verlaufe befestigt.
Frankfurt a. M., 2. Oft. Da die nach dem Kupontermin erwarteten Kundschaftsaufträge nahezu ausblieben und infolgedessen die Kulisse starke Zurückhaltung an den Tag legte, zeigte die heutige Mittagsbörse ein außerordentlich stilles Aussehen, zumal auch aus der Wirtschaft nennenswerte Anregungen fehlten. Die Kulisse, die sich in ihren Erwartungen getäuscht sah, nahm daher vielfach Realisationen vor, so daß bei nicht ganz einheitlicher Kursgestaltung meist leichte Rückgänge überwogen. Diese nahmen indessen nur kleines Ausmaß an, die Grundhaltung der Börse ist weiterhin freundlich.
Die gestern zum Teil stark forcierten Montanaktien gingen etwas mehr zurück, so Mannesmann um 1 v. H. und Klöcknerwerke um 1,90 v. H. Schwach waren außerdem Rhein. Braunkohlen mit minus 3,75 v. H. Hingegen konnten sich Gelsenkirchen, Rheinstahl und Stahlverein gut behaupten. Am Elektromarkt bröckelten die Kurse ebenfalls um etwa 0,25 bis 0,75 v. H. ab außer Siemens und Gesfürel, die gehalten blieben. Schwächer waren ferner Zellstoff- und Schiffahrtspapiere, so Aschaffenburger um 0,75 v. Sy, Waldhof um 0,40 v. Sy, Hapag um 0,65 v. Sy und Norddeutscher Lloyd um 0,50 v. Sy AG. für Verkehrswesen und Holzmann lagen unverändert. Von Valutapapieren gingen Chade-Aktien weiter um etwa 3 Mark zurück, während Kunstseide Aku ihre Abendbörsenerhöhung behaupteten. Im einzelnen eröffneten u. a.: Daimler 0,40 v. Sy, Hanfwerke Füssen 0,50 v. Sy leichter, andererseits Reichsbank 0,25 v. Sy, Deutsche Linoleum 0,13 v. Sy freundlicher. Moenus- und Eßlingen Maschinen setzten unverändert ein.
Der Rentenmarkt wies bei etwas besser behaupteten Kursen gleichfalls nur kleine Umsätze auf. Reichsaltbesitz unverändert 97,75 v. H., späte Reichsschuldbuchforderungen 95,13 (95), dagegen Kom- munal-Umschuldung und Zinsoergütungsscheine bis 0,25 d. Sy niedriger. 6 d. Sy Stahlbonds gewannen
0,65 v. H. Genußrechte lagen sehr still. Am Auslandsrentenmarkt zeigte sich wieder etwas Interesse für mexikanische Anleihen.
Obwohl die Kursgestaltung weiter etwas uneinheitlich war, zeigte die Börse im Verlaufe noch überwiegend eine festere Tendenz, die ihren Ausgang vom Bergwerksaktienmarkte nahm, an dem bei anziehenden Kursen lebhafteres Geschäft stattfand. Auch Farbenindustrie waren unter mehrfachen Schwankungen höher, ferner waren die Valutapapiere etwas erholt. So Aku um 1 v. H. und Chade-Aktien gegenüber den Anfangstaxen um 2 bis 3 Mark. Etwas leichter lagen AG. für Verkehr, Lahmeyer.
Am Rentenmarkt war die Stimmung im Verlaufe fester, Altbesitz bei größeren Umsätzen bis auf 98,13 d. Sy anziehend, auch die übrigen Papiere waren zu den ersten Kursen gesucht. Der Pfandbriefmarkt verkehrte bei größerer Nachfrage durchweg in fester Haltung, wobei die Kurse eine Erhöhung um 0,50 o. Sy durchschnittlich erfuhren. Stadtanleihen lagen etwas ruhiger, aber zumindest gut gehalten. Von fremden Werten zogen Mexikaner weiter an, Anatolier Eisenbahn bröckelten 0,13 v. H. ab. Schweiz. Bundesbahn-Anleihen wurden etwas fester notiert.
Tagesgeld war zu 3,50 v. H. erneut um 0,25 v. Sy leichter.
Abendbörse: behauptet.
Infolge des wieder nur kleinen Ordereinganges verlief das Geschäft auch an der Abendbörse sehr ruhig. Die Kulisse beteiligt sich kaum am Geschäft. Daß ein großer Teil der Limite zum Monatsbeginn noch nicht erneuert ist, übt auf den Umfang des Geschäftes ebenfalls feinen Einfluß aus. Die Grundstimmung war freundlich, und die Berliner Schlußkurse wurden meist behauptet; es zeigte sich hier und da etwas Nachfrage, so für Westdeutsche Kaufhof und einzelne Montanpapiere.
Am Rentenmarkt war die Umsatztätigkeit ebenfalls. klein, für Kommunal-Umschuldung und späte Reichsschuldbuchforderungen bestand zu Mittagskursen Kaufinteresse. Altbesitz lagen mit 98,13 d. Sy unverändert. Pfandbriefe waren nochmals leicht erhöht. Von fremden Werten konnten sich Mexikaner weiter etwas erhöhen. Valutapapiere lagen etwas schwächer, so 4 v. Sy Schweizer Bundesbahn 185 (186), 3.50 v. Sy do. 175 (177) und 3,50 v. Sy Gotthardbahn kamen nach Pause (28. Sept. 181 v. H.) in Anpassung an die übrigen Papiere mit 166 v. Sy wieder zur Notiz. Chade Lit. A bis C blieben dagegen zu 205,50 behauptet.
Kurse: Altbesitz 98,13, 6 v. H. Franks. Hyp. Bank R 1 bis 4 92,25, 6 v. Sy Franks. Pfandbriefbank Emission 3 bis 15 92,13, 5 v. H. Silbermexikaner 6,50, 4,50 v. Sy Irrigation 10,13, Reichsbank 147, Buderus 88,50, Gelsenkirchen 65, Mannesmann 78,50, Phönix 50,50, Rhienstahl 93,40, Stahlverein 43,25, AKU. 61,25, AEG. 29,75, Deutsche Erdöl 111,75, Scheideanstalt 219, Licht & Kraft 121, IG. Farben 144, Holzmann 83, Rheag 105, Schuckert 94,25, Westdeutsche Kaufhof 35, AG. für Verkehr 82, Hapag 25,90.
Mainzer Schlachtviehmarkt.
Mainz, 2. Okt. Auftrieb: Ochsen 58, Bullen 35, Kühe 252, Färsen 245, Kälber 376, Schweine 853. Es notierten für ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen b) 32 bis 34, c) 28 bis 31, d) 24 bis 27. Bullen b) 30 bis 33, c) 27 bis 29, d) 24 bis 26. Kühe a) 32 bis 36, b) 28 bis 31, c) 22 bis 27, d) 12 bis 21. Färsen a) 36 bis 38, b) 32 bis 34, c) 27 bis 31, d) 22 bis 26. Kälber a) 45 bis 49, b) 39 bis 44, c) 31 bis 38, d) 24 bis 30. Schweine
a) 53, b) 52 ßts 53, c) 50 bls 53, d) 50 ffls 52. Marktverlauf: Rinder mäßig belebt, ausverkauft. Kälber mittelmäßig, ausverkauft. Schweine lebhaft, gute Ware gesucht.
Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt.
Frankfurt a. M., 2. Okt. Die starken G e - m ü f e zufuhren hielten an und bei schleppender Nachfrage waren die Preise kaum verändert. Für Bohnen, Spinat und Tomaten zogen sie mäßig an. Blumenkohl 15 bis 35, Buschbohnen 9 bis 10, Stangenbohnen 14 bis 15, Eskarol 5 bis 8, Karotten 4 bis 5, Kohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat 4 bis 8, Meerrettich 30 bis 35, Pfifferlinge 40 bis 45, Steinpilze 30 bis 35, Rettich 4 bis 8, Rote Rüben 4 bis
4*A, Rotkraut 4 bfs 5, Spinat 4 bis 5, Tomaten I 7 bis 8, II 3 bis 5, Weißkraut 2Vr bis 3, Wirsing spitz 4 bis 4V2, rund 3 bis 4, Zwiebeln 550 bis 600.
Am Ob ft markt ist das Angebot von konsumfähigen Aepfel- und Birnensorten gut. Qualitätsobst ist weiterhin sehr aut gefragt, während geringe Ware kaum verkäuflich ist. Die Preise haben sich allgemein befestigt. Aepfel I 11 bis 15, II 7 bis 10, Wirtschaftsäpfel 6 bis 7, Goldparmäne I 12 bis 15, II 8 bis 10, Birnen I 10 bis 15, II 7 bis 9, Kochbirnen 3 bis 5, Dr. Diehls 8 bis 14, Haselnüsse 28 bis 30 (ital.), Kastanien 12 bis 15, Preißel- beeren 25 bis 28, Quitten 4 bis 6, Trauben 12 bis 13, ital. 21 bis 24, Walnüsse 14 bis 20, Zwischen 15 bis 16, Zitronen, Kiste 150 Stück, 11 bis 11V».
Oberheffen.
Obstausstellung in Butzbach.
pb. Butzbach, 2. Okt. Am Samstag und Sonntag fand in der hiesigen Markthalle am Wetzlarer Tor eine Obstausstellung statt. Die Aussteller hatten sich Mühe gegeben und sehr schönes Tafel- und Wirtschaftsobst, in vorbildlicher und praktischer Weise verpackt, ausgestellt. Besonders sielen die von der Firma Himmelsbach hergestellten zweckmäßigen Obststeigen auf, die es ermöglichen, je 20 Pfd. Obst in eine Steige zu verpacken. Der Besuch der Ausstellung war rege; u. a. waren Inspektor Rentsch von der Obstbauinspektion Friedberg, sowie Inspektor Pfeifer vom Reichsnährstand in Frankfurt a. M. erschienen Von den Ausstellern seien besonders erwähnt Baumwart Th. Marx- Niederweisel, dem die erfV Prämie und der Ehrenpreis der Vereinsbank, sowie Fritz Vogt- Butzbach, dem die zweite Prämie und ein Ehrenpreis der Firma Rumpf & Sohn zufielen. Einen weiteren Ehrenpreis der Firma Rumpf & Sohn erhielt Frau D i e m e r - Gießen, die in hiesiger Gemarkung noch Obstbaumstücke besitzt. Den vierten Ehrenpreis der Gewerbebank erhielt Heinrich Vogt- Butzbach.
Erstes oberhessisches Waldarbeiterlager
LPD. Schotten, 2. Okt. Vom 25. bis 27. Sept, fand im F o r st a m t Schotten zur Fortbildung und Ausbildung der Waldarbeiter ein Lager statt, zu dem dreißig ständige Waldarbeiter aus fast allen, Forstämtern Oberhessens zusammengekommen waren. Der Kursus begann mit einem Begrüßungsabend am Montag im Arbeitsdienstlager zu Eichelsachsen, wo die Waldarbeiter Unterkunft und Verpflegung gefunden haben. An der Begrüßung nahmen teil die politischen Leiter des Kreises Schotten und der Ortsgruppe Eichelsachsen, die Führer des Arbeitsdienstes mit ihren Arbeitsmännern, ein Vertreter der Ministerialforst- abteilung und zahlreiche Forstbeamte. An den folgenden Tagen wurden praktische Vorführungen im Walde und Vorträge aus der Holzhauerei, Werkzeugkunde und dem Waldwegebau abgehalten. Außerdem fanden Vorträge über NSBO. und Deutsche Arbeitsfront durch den Kreisbetriebszellenleiter und Kreiswalter der Deutschen Arbeitsfront und solche über das Thema „Gefolgschaft im Forstbetrieb" statt. Der Kursus befriedigte alle Teilnehmer in hohem Maße, so daß die vorgesehene Wiederholung solcher Kurse allgemein gewünscht wird.
Landkreis Gietzen.
X W i e s e ck, 3. Okt. Am heutigen 3. Oktober wird Balthasar Schnabel 80 Jahre alt; am selben Tag wird Frau Dorothea Rock Witwe, geb. Kolb, 87 Jahre alt. Sie hatte im Jahre 1847 einen Tag nach dem verewigten Reichspräsidenten dahier das Licht der Welt erblickt.
wg. Aus dem Buseckertal, 1. Okt. Die Kartoffelernte wurde in unserem Tale in der vergangenen Woche beendet. Mit Erntemaschinen und mit dem Pfluge konnte die Arbeit erleichtert werden. Die Drefchmaschine konnte ihre Tätigkeit ebenfalls beenden. Dickwurz und Gemüse versprechen eine Mittelernte. Verschiedene Landwirte haben das Gras auf den Wiesen zu einer zweiten Grummeternte gemäht.
! Reiskirchen, 3. Okt. Gestern gegen 17 Uhr ereignete sich hier in Ortseinfahrt von Gießen her ein schwerer Verkehrsunfall. Zwei junge Leute aus Grünberg fuhren mit einiger Geschwindigkeit über einen Haufen Klopfsteine. Dabei geriet das Motorrad ins Schleudern und beide Fahrer stürzten. D erFührer des Motorrades erlitt erhebliche innere Verletzungen, sein Beifahrer kam mit einigen Fleischwunden im Gesicht und an den Armen davon. Nack erster ärztlicher Hilfeleistung wurden die Verunglücktend urrh die Freiwillige Sanitätskolonne von Grünberg in ihre Wohnungen gebracht. — Einem hiesigen Einwohner flog im Laufe des gestrigen Tages ein Maikäfer, der sich erheblich in seiner Zeitrechnung vertan zu haben scheint, in das Fenster.
(xd Eberstadt, 2. Okt. Die Kartoffelernte konnte in der vergangenen Woche beendet werden. Es ist eine gute M i ttelernte erzielt
worden. Die Herbstbestellung ist in vollem Gange. Die Dreschmaschine ist noch in voller Tätigkeit. Da fast alle Einwohner mit der Genossenschaftsmaschine dreschen, arbeitet diese mit am längsten in der hiesigen Gegend.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
(D Krofdorf-Gleiberg, 1. Okt. Pfarrer Bernhard Wiebel verläßt in diesen Tagen den hiesigen Ort, um seine neue Stelle in Gerolstein in der Eifel, die ihm auf persönlichen Wunsch aus Gründen der Gesundheit übertragen worden ist, anzutreten. Nach der Pensionierung von Pfarrer Knieper übernahm Pfarrer Wiebel vor viereinhalb Jahren als Hilfsprediger die Verwaltung der Pfarrstelle Krofdorf-Gleiberg-Kinzenbach, die ihm dann auf Wunsch der Gemeindeglieder endgültig übertragen wurde und in der er während dieser Zeit segensreich wirkte. Am Sonntag hielt er in den vollbesetzten Kirchen Krofdorf und Kinzenbach seine Abschiedspredigt über Markus 8, Vers 34: „Wer mir will nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach". Das Scheiden des tüchtigen Mannes von hier wird allgemein bedauert. Die besten Wünsche begleiten ihn in seinen neuen Wirkungskreis, der hauptsächlich in Diaspora-Arbeit besteht, lieber die Neubesetzung der hiesigen Pfarrstelle ist bis jetzt noch nichts bekannt.
(D Krofdorf, 2. Okt. Im Alter von 63 Jahren hat Karl Daubertshäufer, Werkmeister und Leiter des hiesigen Filialbetriebes der Zigarrenfabriken Gail-Gießen, nach mehrwöchigem tückischen Leiden für immer die Augen geschlossen. Mit ihm ist eine markante, kerndeutsche Persönlichkeit aus unserer Gemeinde geschieden. Der Grundzug seines Wesens war selbstverständliche Pflichterfüllung und Treue. Nahezu 50 Jahre stand er im Dienste der Firma Gail, seit 1903 leitete er die hiesige Zigarrenfabrik in vortrefflicher Weise; noch auf dem Sterbebett galt seine Sorge dem Geschäft. Die Belegschaft schätzte seine unbedingte Gerechtigkeit und bestimmte Freundlichkeit und weite Kreise der Bevölkerung seine Hilfsbereitschaft in allen Dingen. Vor allem widmete er sich mit großem Fleiß dem dörflichen Genossenschaftswesen: sowohl in der Spar- und Vorschußkasse (und der ehemaligen Spar- und Kreditkasse), als auch im Landwirtschaftlichen Konsumverein gehörte er bis zuletzt jahrzehntelang der Verwaltung an, stets mit allen Kräften deren Belange vertretend. Der Zivilgemeinde diente er viele Jahre als Mitglied des Schulvorstandes. Für kirchliche Obliegenheiten trat er mit dem ganzen Einsatz feiner Persönlichkeit ein, damit sein Amt als Presbyter in der rechten Art ausübend. Sein Wirken wird in bestem Andenken bleiben!
Rodheim a. d. B., 2. Okt. Die Kartoffelernte in unferm Bezirk neigt sich ihrem Ende zu. Der Ertrag ist auch bei uns über Erwarten günstig. Die Früchte sind infolge der Trockenheit im Sommer verhältnismäßig gesund und zeigen wenig Fäulnis. Auch die übrigen Hackfrüchte sind gut entwickelt und versprechen eine günstige Ernte.
* Atzdach, 1. Okt. Die 39 Jahre alte Ehefrau des Schuhmachers Brückmann von hier zog sich bet einem Sturz einen schweren Beinbruch zu; sie mußte der Chirurgischen Klinik in Gießen eingeliefert werden.
* Ehringshausen, 2. Okt. Der vor 8 Wochen aus der Aßlarer Hütte Birkenstock 8t Drapes durch Sturz vom Dache schwer verunglückte Heinrich Zell von hier ist gestern abend im Krankenhaus zu Gießen seinen Verletzungenerlegen. •
Amtsgericht Gießen.
Wegen Bettelns wurde der schon mehrfach vorbestrafte E. F. aus Eßlingen zu sechs Wochen Haft verurteilt. Außerdem wurde die lieber« Weisung an ein Arbeitshaus angeordnet.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 d. Sy, Lombardzinsfuß 5 v. H.
Frank,un a. D(.
Bern»
Schlußkurs
Schluß!. Abend- börse
Schlußkurs
Schluß!. Mittag- börse
Datum
1-10.
2.10.
MO.
2.10.
6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927
94,75
94,75
95
95
6% ehem.7% Dt. Reichsanl. v. 1929
—
—
514% Young-Anleihe von 1930 ..
Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit
93,3
93,25
—
93
Auslos.-Rechten .............
97,75
98,13
97,65
98,13
Desgl. ohne Aüslos.-Rechte......
6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929
(rückzahlb. 102%)............
94
94,25
94,25
94,25
6% Hess. Landesbank Darmstadt
Gold R. 12.................
91,75
92
91,5
92
514% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadt Liqui.........
91,13
91,25
Oberhessen Provinz-Anleihe mit
Auslos.-Rechten .............
—_
Deutsche Komm. Sammelabl. An- leihe Serie 1 mtt Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank
101,3
101
101
100,75
Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank
Goldpfe. 16 unkündbar bis 1936
92
92,25
92,5
—
92
92,25
—
—
5y2% ehem. 4%% Franks. Hyp^ Bank-Liqu.-Pfandbrtefe.......
91,25
92
91,75
92,4
514% ehem. '414% Rheinische Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe.....
6% ehem. 8% Pr. Landespfand.
brtefanstalt, Pfandbriefe R. 19
93
93
93
93
6% ehem. 7% Pr. LandeSpfand-
brtefanstalt, Pfandbriefe R. 10
93
93
93
93
Steuergutsch. Verrechnungskurs..
101,75
101,75
101,75
101,75
8
1,3
7,7
7
7,13
13
4% Oesterreichische Goldrente.... 4,20% Oesterreichische Stlberrente 4% Ungarische Goldrente.......
4% Ungarische Staatsrente v. 1910 414% desgl. von 1913..........
5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I.....................
1,3
7
7,13
13,5
31,25
1,35
7,5
6,9 7
13
1,65
7,5
13,9
a —
.yronffun a. DL
Berlin
Schluß, kurs
Schluß!. Abendbörse
Schlußkurs
Schlußk. Mittag, börse
Datum
1-10.
2-10
1.10.
2.10
4% desgl. Serie 11 .............
5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/r%Rumän.veretnh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 214% Anatolier...............
Hamburg-Amerika-Paket .....0
Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0
Hansa-Dampfschiff...........0
Norddeutscher Lloyd .........0
A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0
Berliner Handelsgesellschaft ... 4
Commerz, und Privat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto-
Gesellschaft................0
Dresdner Bank..............o
Reichsbank ............ 12
A.E.G.......................
Bekula.....................ö
Elektr.Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft .............g
Felten & Guilleaume.........0
^^Uj^ i-Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ....... 5
Schuckert L Co................
Siemens L Halske.............
Lahmeyer LLo...............
Buderus ....................
Deutsche Erdöl...............
8
4,9
4,4
26
28,25 82,75
96 67,5
70,75 74
147
30 147,25 101,25 122 82,75 111,65
104
95 148,25
125
88,25 112,75
64,25
8
4,9
7,4
4,5
35,25
25,9
28,75
82
95,5
67
70,5
74,25
147
29,75
147,5
101,75
121
82
111,5
105
94,25
148,25
124,5
88,5
111,75
65
4,2
25,65 25,25
27,9 82,25 96,25
67,25
70,75
74 147,25
30
147,25 100,5
122,5
82 111,65 104,25
95,5 148,25
125,75
88 112,5 64,13
4,9
7,3
4,75
35
25,9
28,75
82
96
67
70,75
74,25
146,5
29,65
147,4
101,5
121
82
111,75
105,5
94,5
148
125,25
88,25
111,5
65
£
a
arpener....................
oesch Eisen—Köln-Neuessen .. 0 Ise Bergbau ................
Ise Bergbau Genüsse ........ 6 löcknerwerke ...............0
stannesmann-Röhren .......0
106
125
79
79
105,75
125,75
78
78,5
106
78,4
168
125,75
79
78,65
106
78 165,25 125,25 77.75 78,65
Frankfurt a.M. Berlin
Schluß- kurü
Schlußk. Abend, börse
Schlußkurs
Schlußk. Mittag« börse
Datum
1.10.
2.10-
1.10.
2-10
Mansfelder Bergbau.......
.. 0
79,75
79,75
79,9
79,75
Kokswerke................
.. 0
—
—
100,13
99,9
Phönix Bergbau...........
.. 0
49,75
50,5
49,9
50,25
Rheinische Braunkohlen ....
. 10
242,75
242,75
243
242,5
Rhcinstahl................
.. 0
93,4
93,4
93,75
93,65
Vereinigte Stahlwerke......
.. 0
42,75
43,25
42,9
43-13
Otavi Minen .............
.. 0
13,5
13,5
13,4
13,25
Kaliwerke Aschersleben......
.. 6
—-
121,5
124
Kaliwerke Westeregeln......
.. 5
-—
122
122
Kaliwerke Salzdetfurth.....
?y2
155
154
154,5
154
3. G. Farben-Jndustrie.....
.. 7
144
144
144
144
Scheideanstalt.............
.. 9
220
219
Goldschmidt ..............
.. U
93,5
93,5
93,5
94
Rtitgerswerke.............
.. 0
42,4
42,65
42,5
42
Metallgesellschaft...........
.. 0
90,5
90
90,5
89,5
Philipp Holzmann.........
Zementwerk Heidelberg ....
Cementwerk Karlstadt.......
.. 0
83,25
83
83,25
83
134
119
134
Schultheis Pahenhofer.....
Aku (Allgemeine Kunstseide)
.. 0
—
—
111,25
112
.. 0
59,75
61,25
59,25
61,5
Bemberg.................
.. 0
65
65,5
131,5
131
Zellstoff Waldhos ..........
.. 0
51
50,65
51
50,9
Zellstoff Aschaffenburg .....
.. 0
69,25
69
69,5
68,5
Dessauer Gas.............
.. 7
—
—
125,25
126,25
Daimler Motoren..........
.. 0
51
51,5
51,25
51,65
Deutsche Linoleum.........
.. 0
62
61,75
62,5
62
Oren stein & Koppel........
.. 0
—
—
91,25
90,5
Leonhard Tietz............
.. 0
32,65
35
33,25
34,5
Chade ....................
Aceumulatoren-Fabrik......
..10
208
205,5
203,5
205,5
.. 0
174,5
—
174,5
Conti-Gummt.............
.. 0
133,75
133
134
133
Gritzner..................
.. 0
30
-
30,25
31,5
Mainkraftwerke Höchst a.M..
.. 4
79,9
79
Süddeutscher Zucker.......
-8
192
192
192,5
192,5
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H.
1. Oktober
2-Ofiober
Amtliche Geld
Notierung Brie'
Amtliche Geld
Notierung Brie
Buenos Aire
0,650
0,654
0,651
0,655
Brüssel....
58,25
58,37
58,18
58,30
Rio de Jan.
0,204
0,206
0-204
0,206
Sofia.....
3,047
3,053
3,047
3,053
Kopenhagen
54,67
54,77
54,32
54,42
Danzig....
81,37
81,53
81,32
81,48
London....
12,24
12,27
12,165
12,195
Heljingfors
5,405
5,415
5,37
5,38
Paris .....
16,42
16,46
16,41
16,45
Holland ...
168,88
169,22
168,79
169,13
Italien....
21,45
21,49
21,45
21,49
3 ab an.....
0,714
0,716
0,714
0-716
Jugoslawien
5,694
5,706
5,694
5,706
Oslo.....
61,53
61,6!
61,14
61,26
48,95
49,05
48.95
Lissabon...
11,11
ii,u
11,04
11,06
Stockholm..
63,13
63,25
62,73
62,95
Schweiz ...
81,28
81,44
81,22
81,38
Spanien..
34,02
34,08
34,02
34,08
Prag......
10,39
10,41
10-385
10,405
Budapest ..
——
——
Neuyork...
2,473
2,477
2,476
2,480
Banknoten
Berlin, 2-Ofiober
Geld
Bries
Amerikanische Noten..............
2,448
Dänische Noten .................
Enolilrbe Roten ......___________
Französische Noten........
e ä ä « ä
16^34
1M3
Holländische Noten........
Italienische Noten.........
21 ,'33
21,41
Norwegische Noten .......
......
60,98
61,22
Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling
Rumänische Noten........
——
Schwedische Noten........
62,56
62,82
Schweizer Noten..........
81,04
81,36
Spanische Noten..........
33,88
34,02
Ungarische Noten ................


