Nr. 231 vierter Blatt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für (Vberheffen)
Mittwoch, 3. MobeN934
Hessische Trachtenträger vor -em Führer.
Georg Heß mit der hessischen Trachtengruppe auf dem Bückeberg.
Dor einigen Wochen hatte die hessische Trachten- aruppe unter der Führung unseres oberhessischen Heimatdichters Georg Heß (Leihgestern) die Freude, an dem großen Erlebnis des Reichs- parteitages in Nürnberg teilnehmen zu können. Begeistert kehrten damals die Madels und Burschen der Trachtengruppe in ihre Heimatorte zurück. Ein zweites großes Erleben war ihnen am letzten Sonntag durch die Teilnahme an dem deutschen Erntedankfest auf dem Bückeberg beschieden, wo sie wiederum in der Nähe des Führes Aufstellung nehmen und ihn mit herzlicher Freude begrüßen konnten.
Die Trachtengruppe fuhr am Samstagnachmittag in einem großen Autobus der Reichspost, der die Mitglieder der Gruppe in Watzenborn-Steinberg, in Grüningen, in Lang-Göns und in Leihgestern abgeholt hatte, unter Führung von Georg Heß ab. An der Fahrt nahmen Watzenbörner, Grüninger und Hüttenberger Trachtenträger teil. Von Gießen ging die Fahrt über Marburg nach Erksdorf (Kr. Marburg), wo die dortigen Trachtenträger hinzukamen, weiter ging es dann nach Treysa, wo die Schwälmer Trachtenträger als letzter Teil der hessischen Trachtengruppe sich anschlossen. Insgesamt, nahmen an dieser Fahrt 34 Träger hessischer Trachten teil. Bei frohem Gesang von Volksliedern und in bester Stimmung, die durch das bevorstehende große Ereignis ausgelöst wurde, ging die Fahrt über Kassel, Hofgeismar, Karlshafen bis nach Höxter, wo der Omnibus gegen 23 Uhr eintraf. Zur Uebernachtung 'stand für die Fahrtteilnehmer die Jugendherberge zur Verfügung.
Am Sonntag um 8 Uhr wurde die Weiterfahrt nach dem Bückeberg angetreten, wo man gegen 10 Uhr ankam. Dann ging es zu Fuß unter herzlichem Beifall der bereits versammelten riesigen Menschenmenge den Bückeberg hinauf nach Der Trachtengruppen-Sammelstelle in der Nähe der Ehrentribüne. Gegen 12 Uhr wurde aus der Küche des Hilfszuges Bayern gute und reichliche Verpflegung empfangen, die mit Recht volle Anerkennung fand. Gegen 14 Uhr erfolgte die Aufstellung sämt
licher Trachtenträger (etwa 1400) zu beiden Seiten des Mittelweges, den der Führer auf seinem Gang zur Höhe des Bückebergs beschritt. Es war für die Trachtenträger eine besondere Freude, hier für den Führer Spalier bilden zu können. Kurz vor der Ankunft des Führers begrüßte Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger die hessisch-Trachtengruppe, mit deren Leiter Georg H e ß er einen herzlichen Händedruck tauschte. Bald darauf kam der Führer auf dem Mittelweg heran, von allen Trachtenträgern mit gewaltiger Begeisterung begrüßt. Dieser Augenblick war für alle Teilnehmer an diesem Empfang des Führers und Kanzlers ein unvergeßliches Erlebnis. Wie groß die Freude der Trachtenträger war, geht daraus hervor, daß bei dem Rückweg des Führers mehrere Trachtenträgerinnen die Absperrungskette der SS. durchbrachen, dabei auch ein Mädchen der hessischen Trachtengruppe, um dem Führer die Hand zu drücken und ihm aus nächster Nähe ihre Verehrung darzubringen. Außerordentlich erfreut und in herzlichster Weise gab der Führer dem Mädel der hessischen Gruppe mit freundlichem Grußwort die Hand — ein Erlebnis, das für das Mädel allezeit zu den kostbarsten Erinnerungen seines Lebens gehören »ird.
Nach dem Abschluß der Feier auf dem Bückeberg marschierte die hessische Trachtengruppe unter Georg Heß' Leitung zu dem Postautobus zuruck, mit dem die Rückfahrt nach Höxter angetreten wurde. Um 21 Uhr kam man dort an, aß im Evang. Vereinshaus gemeinsam zur Nacht und nahm anschließend, einer Einladung Folge leistend, an dem Erntetanz im „Bremer Hof" teil, wo die hessischen Trachtenträger mit stürmischer Begeisterung empfangen wurden und eine Anzahl Extratänze für die Gäste aus dem Hessenlande ein Hauptereignis des Abends waren. Gegen Mitternacht ging es dann ins Quartier zurück.
Montag früh um 8 Uhr wurde unter Führung von Rektor Bratvogel-Höxter ein Rundgang durch die Stadt angetreten, bei dem man die alten
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Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger (in der Mitte) begibt sich zur Höhe des Bückebergs. (Aufnahme: Photo-Pfafst)__________
Die Gruppe der hessischen Trachtenträger unter Führung von Geora Heß, Leihgestern (im Vordergrund rechts) auf dem Wege zur Höhe des Bückebergs. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.)
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Bauten von Höxter mit großem Interesse besichtigte. Anschließend wurde die Fahrt nach dem etwa 2 Kilometer entfernten Corvey angetreten, wo das Schloß und die Klosterkirche in Augenschein genommen wurden, die Trachtenträger ferner an dem Grabe Hoffmann von Fallersleben, des Dichters des Deutschland-Liedes, verweilten.
Sodann wurde die Heimfahrt angetreten, die wieder über Hofgeismar und Kassel ging, wobei man eine kurze Besichtigung in Wilhelmshöhe einschob. In Treysa verabschiedeten sich die Schwälmer. Weiter gings nach Erksdorf, wo man gegen 16 Uhr ankam und von der Bevölkerung mit Kaffee und Kuchen herzlich bewirtet wurde. Nach der Kaffeepaufe ging es weiter bis nach Leihgestern, wo sich Georg Heß von seiner Trachtengruppe verabschiedete, deren Mit
glieder dann nach Watzenborn-Steinberg, Prüflingen, Lang-Göns und Niederkleen heimgefahren wurden. Die Burschen und Mädels brachten ihrem Führer Georg H e ß ihre große Freude über das unvergeßliche' Erlebnis auf dem Bi^keberg zum Ausdruck mit dem Wunsche, bald wieder an einer ähnlichen Veranstaltung zur Pflege und Vertiefung des deutschen Volkstums beteiligt zu werden.
Hervorgehoben sei noch, daß die Fahrt, nachdem Georg Heß den Postautobus beim Gießener Postamt bestellt hatte, von der Kraftpostdienststelle unseres Postamtes in großzügigster Weise organisatorisch gefördert und dabei auch die Quartierbeschaffung und Führung in Höxter vom hiesigen Postamt vermittelt wurde. Die Fahrtteilnehmer haben diese Unterstützung ihrer Fahrt durch Postinspektor Jung mit aufrichtigem Danke vermerkt.
Oer Kunstflug-Welimeister Fieseler
Gerhard F i e s e l e r wird Ostern 1910 aus der Schule entlassen. Er kommt zu seinem Vater, dem Besitzer einer kleiner Buchdruckerei, in die Lehre. Schon in diesen blutjungen Jahren zeigt er stärkstes Interesse für die Fliegerei.
3n feiner Freizeit bastelt er an allerlei Flugzeugmodellen, sehr zum Leidwesen seines Vaters.
1914 bricht der Weltkrieg aus. Sofort eilt der Setzerlehrling Gerhard Fieseier zu den Fahnen, um für sein Vaterland zu kämpfen. Er kommt zunächst zu einer Flieger-Ersatzabteilung, dann zur Ausbildung als Flugzeugführer nach Johannisthal. In dieser Zeit macht er mit seiner „Kiste" Bruch und wird schwer verletzt. Monatelang liegt er im Lazarett. Dann darf er wieder fliegen und wird als Jüngster ohne Charge einer Fliegerabteilung eingereiht, mit der er den Feldzug in Rumänien mitmacht. Ende 1916 wird er zum Unteroffizier, Anfang 1917 zum Vicefeldwebel befördert. Don Rumänien kommt er nach Warschau zur Ausbildung als Kampfflieger. Im Juni 1917 wird er zu einer Jagdstaffel an der Front in Mazedonien versetzt. Dort schießt er in kurzer Zeit 16 feindliche Flieger ab, er wird der Schrecken der mazudonischen Front. Dann kommt
er mit seiner Jagdstaffel an die Ostfront. Für seine außerordentliche Tapferkeit und seine große Umsicht wird er zum Offizier befördert.
Am Ende des Krieges sieht Fiefeler mit 22 Abschüssen feindlicher Flieger mit an erster Stelle unserer besten Kampfflieger.
Die November-Revolte von 1918 trifft ihn in (Serbien. Voll Verbitterung und Haß gegen die Träger dieser November-Revolte kehrt er in seine Heimat- stadt Bonn zurück, wo er infolge der schweren seelischen Erschütterungen zusammenbricht.
Heber ein Jahr später kauft Gerhard Fiefeler mit Unterstützung seines Vaters eine kleine Buchdruckerei in Eschweiler bei Aachen. In jahrelangem eifrigen Schaffen bringt er sein Geschäft hoch, später packt ihn die Sehnsucht nach der Fliegerei wieder so übermächtig, daß er seine Buchdruckerei verpachtet, Fluglehrer wird, sich für einige Zeit an den Flugzeugwerken Raab-Katzenstein in Kassel beteiligt, sich dann aber von diesen trennt, eine Kunstflugmaschine kauft und sich selbständig macht.
Sein Streben gehl dahin, neue Figuren zu fliegen, die noch nie ausgeführt wurden.
Wochen- und monatelang übt er seine Entwürfe vom Schreibtisch. Im Jahre 1927 ist der Erste In-
Wirkung
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hören, auf der Reichstagung der NS.-Kulturge- meinde beachtliche Erfolge aufzuweisen hatte, und deren Tanzszenen auch in den Parteitagfum ausgenommen wurden, leitete die tänzerische Einkleidung und Ausschmückung. Neben dem gefällig em- ftubierten Schatzwalzer war besonders die farbenfreudige, pantomimisch-rhythmische Auflösung der ersten Szenen des Schlußaktes ein artiges und wohlgelungenes Intermezzo.
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In der Titelrolle, als Barmkay, stellte sich Herr Heinz Weiser vor: stattliche, bühnenmäßige Erscheinung mit guten und tüchtig verwalteten stimm- lichen Mitteln, großem und tragfähigem (rinjafc (auch in der hohen Lage) und geschmackvollem Spiel; eine erfreuliche Leistung.
Die Safsi wurde von Maria Perry gesungen; eine Partie, die ihr, wie es scheint, besonders uegt und stimmlich sehr frisch, auch darstellerisch geschickt und wirksam behandelt wurde. Aus dem Zsupan machte Herr Hub, gesanglich in bester Form, eine saftige und vollblütige Gestalt von derbem Humor.
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Fräulein Hansi Salzmann (von Frankfurt) spielte die Arsena als ein zierliches und kokettes Persönchen mit schlankem Sopran. Franz V a l ck e n- b e r g gab dem Grafen Peter repräsentative Haltung; Karl Ludwig Lindt bewies jein komisches Talent in der Rolle des Conte Canero. Kasl T a n k sang den Ottokar recht achtbar; in kleineren Ausgaben machten sich Therese S t e i n k a m p (Czipra), Luise Schubert (Mirabella), ferner von den neuen Kräften Heini Göbel (Mihäly) und Will Q u a d f l i e g (Herold) wohlverdient.
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Die Premiöre dauerte über drei Stunden und fand nach jedem Akt großen Beifall.
Die szenische Neugestaltung des Oberspielleiters Paul W r e d e war sorgfältig durchgearbeitet, beweglich und flüssig, mit großer Ausstattung versehen, und betonte nachdrücklich die theatralisch besonders effektreichen, eben romantischen oder besser phantastischen Elemente des Buches. Hierbei wurde die Regie vor allem durch die sehr geschickt entworfenen teilweise indirekt gegebenen Bühnenbilder Karl Löfflers, der ebenso geschmackvoll und großzügig wie räumlich zweckentsprechend gearbeitet batte vortrefflich unterstützt. Auch die Beleuchtungs- pffpft'e (Keim) und die Kostümausstattung (H u - ber) unterstützten den vorteilhaften Eindruck der szenischen Neufassung wesentlich. .
Orchester und Chöre klangen unter ber disziplinierten Stabführung von Kapellmeister C u j 6 fauber und frisch. Die hier schon bekannte Tanzregisseurin Hannah Spohr (a. ©.), die, wie wir
Kann der Hund denken?
Daß der Hund auf Wortreize sinngemäß eingeht, also z. B. einen Befehl richtig befolgt, ist uns allen bekannt. Aber was ihn zu diesem sinnvollen Handeln veranlaßt, wissen wir nicht. Häufig wird ein= gewandt, daß unser vierbeiniger Hausfreund wohl ein gewisses Verständnis für die Stimme seines Herrn habe, daß dieses sich aber auf die tffiieber= erinnerung eines Tonfalles oder auf die Unterstreichung durch ein bestimmtes Zeichen beschranke Dr. E. G. Sarris vorn Institut für Umwel forschung in Hamburg hat nun zur Untersuchung dieser Frage, wie er in der Frankfurter Wochenschrift,,Die Umschau" ausführt, drei seiner Hunde auf Die gleichklingenden Namen Aris, Paris und Haris dressiert
Gießener Giadttheaier.
Johann Strauß: „Der Zigeuncrbaron".
Das Theater hat gestern seine Winterspielzeit eröffnet, und zwar nicht, wie ursprünglich geplant war, mit einem Lustspiel, sondern mit dem „Zigeunerbaron", mit einem farbig-heiteren musikalischen Auftakt und einer Vorstellung, die das Publikum gleich zu Beginn mit einem großen Teil der neu verpflichteten Kräfte bekannt machte.
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Wir haben den „Zigeunerbaron", wie wir uns besinnen, vor ziemlich genau vier Jahren zuletzt hier gehabt. (Ueber seinen berühmten Komponisten bringt das neue Programmheft allerlei lesenswerte Betrachtungen und Erinnerungen — u. a. an die erst- Aufführung im Jahre 1885.) Wenn man bedenkt daß mittlerweile fast ein halbes Jahrhundert vorübergerauscht ist, darf man wohl die Frische bewundern mit der die Musik des lungeren Johann Strauß noch heute sich durchsetzt. Doch ist auch das Libretto, das den Titel „romantisch wahrhaftig mit Recht trägt, in seinen Kernstellen und wichtigsten Pointen, wie der Erfolg wiederum erwies, noch . immer völlig unverwüstlich.
Das Zigeunerlied und das Werbersied, der Schatz' rvalzer und die Hochzeitskuchenpolonmse, der Dompfaff, „der uns getraut", samt der Nachtigall und den anzüglich klappernden Storchen, der dicke, bramarbasierende ZsupLn mit Aorstenmeh und Schweinespeck" und mit dem Feldzugsabenteuer in der spanischen Bodega —: das alles if, ™a sieht und hört, immer aufs neue von unmittelbarer
mit dem Ergebnis, daß jedes dieser Tiere im Alter von zehn bis zwölf Monaten richtig auf seinen und nur auf seinen Namen reagierte, ganz gleich in welcher Reihenfolge und von welchen Personen z. B. die Wortreize „Aris (bzw. Haris oder Paris) komm zu dem Fleisch" oder „Komm Paris (bzw. Aris oder Haris) zu dem Fleisch" oder schließlich „Komm zu dem Fleisch, Haris (bzw. Aris oder Pans) ausgesprochen wurden. Die Ersetzung Der deutschen Worte durch ähnlich klingende griechische ließ die Hunde völlig falt; sie verstanden tatsächlich nur deutsch. Zur Beurteilung der Frage, ob der Hund einer sinngemäßen Reaktion fähig sei, wurde erprobt, welche von den im Raum befindlichen Gegenständen als Stuhl, Tisch und Körbchen angesehen wurden. In den angestellten Versuchen erschienen dem Hund als „Stuhl": Stuhl ohne Lehne, umgekehrter Stuhl, Bürostuhl, Stuhl unter Dem Tisch, aber auch ein Regal unD ein umgekehrter Schemel; als „Körbchen" neben einem geflochtenen Korb eine Hundehütte, Das Filter eines Aquariums und eine quadratische Kiste; als „Tisch", ein Laboratoriumstisch, ein Bürotisch und ein Schreibmaschinentisch. Es ergab sich Dabei deutlich Die Fähigkeit des HunDes, mit einem Wort einen bestimmten Gegenstand zu verbinDen unD diesen Gegenstand aus seiner Umgebung herauszusuchen. Zur Bestätigung der von Hundekennern immer wieder gemachten Beobachtung, daß man durchaus von einer tierischen Individualität, also von ausgesprochenen Unterschieden in Temperament und Intellekt sprechen kann, wurde Fleisch mit einer Blechdose bedeckt. Von fünf Tieren lösten vier die gestellte Aufgabe, die Dose umzuwerfen und sich Dann Des Fleisech zu bemächtigen, mit Den Pfoten. Als Die Dose dann später mit fünf Backsteinen beschwert wurDe, woDurch ein einfaches Umstürzen unmöglich gemacht wurDe, versuchten vier Der HunDe wiederum die Dose umzukippen; nur zwei erkannten Die Steine als HinDernis, warfen sie mit Der Pfote herunter unD kamen so ans Ziel. Die beiden anderen stellten ihre Bemühungen nach einigen erfolglosen Versuchen ein. - Für den dann folgenden Bindfaden-Versuch standen sieben Tiere zur Verfügung. Der Hund wurde jeweils an die Kette gelegt, und ein Stück Fleisch, an einem Bindfaden befestigt, so angeordnet, daß der Bindfaden bis zur Schnauze des Tieres reichte, daß aber das Fleisch nicht unmittelbar zu erreichen war. Nachdem deutlich gezeigt worden war, daß zwischen Dem Fleischstück unD Dem Faden eine Verbindung be- ftanD versuchte das eine Tier, an seiner Kette zer- rpnh werft Doch noch unmittelbar an das Fleycy heranzukommen, geriet über den Mißerfolg in einige Aufregung unD versuchte Dann, seine Kette zu z^beißen. Der anDere Versuchshund aber nahm bereits nach 48 Sekunden den Bindfaden ms Maul
und zog das Fleisch an sich heran. Ein drittes Tier holte sich das Fleisch durch Heranziehen des Fadens bereits nach 36 Sekunden. Die übrigen Hunde versagten ganz. Uebrigens zogen die beiden erfolgreichen Hunde das Fleisch auch dann zu sich heran, wenn es ihnen nicht sichtbar war. Zur Prüfung Der AusDauer wurDe ein FaDen von 5, 10, 15, 20 und endlich von 40 Meter Länge genommen. Der eine Hund zog einen 15 Meter langen Faden herab, während der andere einen 40 Meter langen Faden ohne Unterbrechung herunterzerrte und so Das Ziel erreichte. „Daraus ergibt sich, Daß Die bis heute geltenDe Behauptung, Der HunD sei nicht fähig, Beziehungen zwischen zwei GegenstänDen herzustellen, unhaltbar ist."
Zeitschriften.
— „93 o n Deutscher Vorgeschichte" nennt sich Das Septemberheft Der „SüDDeutschen Monatsheft e". Hans Hahne, Direktor Des Provinzialmuseums in Halle, gibt in seinem Aufsatz „Die Deutsche Vorzeit in Der archäologisch- volkheitskunDlichen Forschung" praktische Erfahrungen aus Der Arbeit seiner Vorzeit- unD Volks- funDefammlungen unD zieht Die wichtigsten Folgerungen für Die Arbeit unserer Volksgemeinschaft. Das hierfür besonDers beDeutfame Gebiet vorzeitlicher Rassenforschung behanDelt Dr. Walter Sieg- frieD Förtner. Die sprachwissenschaftlichen Grund- lagen Der Vorgeschichtsforschung unD Die Runen- funDe erörtert in stärkster Konzentration Der bekannte Berliner Sprachforscher Universitätsprofessor Gustav Neckel. In unmittelbarste VerbinDung mit Der Gegenwart bringt Universitätsprofessor Wolfgang Schultz Die Vorzeit in Dem von vier Tafeln mit vorzüglichen AbbilDungen germanischer Kunstaltertümer geschmückten Aussatz „Die altgermanische Kunst unD wir". Tiefer in Die weltanschaulichen HintergrünDe führt Der Aufsatz von Professor Hans Naumann (Bonn) mit seinen einDringenDen Erörterungen über germanische religiöse Haltung, über ihren Gottesbegriff unD besonDers über ihren Weltuntergangsmythos, Der hier eigenartig gebeutet ift. Walter Wüst gibt in „Deutsche Fruhzeit unD arische Geistesgeschichte" eine Darstellung Der nie abgerissenen geistigen gäben, Die Germanien mit Dem arischen Iran (Persien) unD JnDien verknüpfen. Diese ganze Aufsatzreihe führt uns in einem Zug durch Das ganze riesige unD weithin noch unaus- geschöpfte Gebiet inDogermanisch-germanischer Vorzeit, Dabei überall Wegweiser ftellenD. Wer Dies Heft gelesen hat, Der weiß nun wenigstens, was Vorgeschichte heißt, was sie uns bcDeutet unD wo noch ungelöste Wagen, unbekannte GegenDen liegen.


