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sind Aufnahmeaesuche sowie Gesuche um Wiederaufnahme zwecklos. Die Parteidienststellen werden angewiesen, die bei ihnen «inlaufenden Aufnahmegesuche bzw. Wiederauf­nahmegesuche von sich aus ablehnend au bescheiden.

Die Arbeit des Propaganda­ministeriums.

Berlin, 2. Ott. (DNB.) Im Reichsministerium für Dolksaufklärung und Propaganda fand eine Tagung der Landesstellenleiter statt. Reichsminister Dr. Goebbels betonte, daß das Reichspropa- gandaministerium ein n a t i o n a l s o z i a l i st: - s ch e s M i n i st e r i u m sei, und daß der Grund­satzDie Partei befiehlt dem Staat" so zu verstehen sei, daß der Minister, der Staatssekretär und die Abteilungsleiter als Nationalsozialisten und alte Parteimitglieder die Grundsätze und Forderungen der Partei in der Staatsführung ver­wirklichen. In seiner Person wäre die Partei repräsentiert, die durch ihn im Staate die dem Ministerium obliegenden Aufgaben ausüben lasse. Das Gleiche gelte für die von ihm beauf­tragten Organe, die Leiter der Landespropa­gandastellen im Reich. Aus diesem Zusammenhänge

ergibt sich für die Landesstellenleiter die Pflicht, sich in erster Reihe als Vertreter der Partei zu betrachten und ihr Handeln nach den alten be­währten Parteigrundsätzen zu richten. Hieraus er- aibt sich ferner die Pflicht zu einer engen Zu­sammenarbeit mit anderen Partei- stellen und eine stetige Fühlungnahme m i t d e n Gauleitern. Dr. Goebbels ermahnte die Landesstellenleiter, ihre Arbeit als Dienst am Volke aufzufassen und im Volke und mit dem Volke zu leben. Anderseits hätten die Landesstellen­leiter dafür zu sorgen, daß die Anordnungen des Reichspropagandaministeriums sich im ganzen Reiche durchsetzen, sie wären deshalb ver­pflichtet, gegenüber den anderen Behörden die ihnen erteilten Anweisungen mit allem Nachdruck zu vertreten. Es dürfen nirgends Zweifel darüber aufkommen, daß die Führung in der Pro­paganda beim Propagandaministerium liege, und daß sich alle anderen Organisationen in der Ausübung der Propaganda dieser Füh­rung unterzuordnen hätten. Die Landes- stellenleiter hätten die Aufsicht und Kontrolle über alle propagandistischen Veranstaltungen auszuüben. Zum Schluß sprach der Minister den Landesstellen­leitern seinen Dank und seine Anerken­nung für die geleistete Arbeit aus.

An die Angehörigen der Arbeitsfront.

)in Aufruf Dr. Leys.

Berlin, 2. Okt. (DNB.) Der Führer der Deut­schen Arbeitsfront Dr. Ley veröffentlicht einen Aufruf an die Männer und Frauen der Deut­schen Arbeitsfront, dem wir folgende Stellen ent­nehmen:

Mit dem heutigen Tage tritt jene Gemeinschafts­organisation in Kraft, die für alle Zeiten den Marxismus und Liberalismus aus den Betrieben Deutschlands bannen soll. Die nächsten Monate bis Ende des Jahres wollen wir nun benutzen, um die Organisation einspielen zu lassen, dort, wo noch Fehler vorhanden sind, sie auszumerzen, und falls sie hier oder da noch unvollkommen sein sollte, sie zu ergänzen. Es ist ganz klar, daß bei einer so gewaltigen Umformung sich Mängel ergeben wer­den, und nur durch das Vertrauen zu den altbe­währten Kämpfern der NSBO. und NS.-Hago konnte jene Zuversicht erwachsen, diese gewaltigen Leistungen zu vollbringen. An dieser Stelle möchte ich jenen Kämpfern in den Betrieben danken, die in jahrelangem Ringen den National­sozialismus zum Glaubensbekenntnis von Millionen schaffender Menschen gemacht haben. Wenn heute der weit überwiegende Teil der Arbeiterschaft treu zu unserem Führer Adolf Hitler und dem National­sozialismus steht, so seid Ihr, meine NSBO.-Kame- raden, und Ihr, Vorkämpfer in der NS.-Hago, die Apostel gewesen. Ich werde dafür sorgen, daß Euch auch die Anerkennung der Partei zuteil wird.

Und ein zweites erfüllt mich mit Stolz und Freude. Nicht nur der Arbeiter und An­gestellte haben ihr Volk wiedergefunden und sind jetzt zu wahren Sozialisten geworden, sondern auch der Unternehmer hat in diesem Jahr des Aufbaues bewiesen, daß auch er teilhaben will an der Gemeinschaft und damit an der Nation. Wer hätte es für möglich gehalten, daß Tauserrde und Abertausende von Unternehmern aus freien Stücken erhöhten Urlaub gewährten, nicht nur die Urlaubs­zeit bezahlten, sondern auch zu den Urlaubsreisen der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" nam­hafte Beiträge zusteuerten? Allein auf Anregung hin werden die Werke verschönert, hygienische Einrich­tungen gebaut, die Jugendarbeit unendlich geför­dert! Mit einem Wort, wie es mir viele tausend Arbeiter immer wieder bestätigen: Der G e i st i n i den Betrieben i st ein anderer ge­worden! I

Deshalb kann ich auf einige Anfragen, die Gott sei Dank nur vereinzelt an mich gelangen, folgendes antworten: Wenn in früheren Verfügun­gen und Anordnungen der Behörden oder Wirt­schaftsführer von betriebsfremden Ele­menten gesprochen wurde, so kann sich dies n i e und nimmer auf die politischen Lei­ter der NSDAP., auf die Amtswalter der Arbeitsfront oder Amtswarte der NS. - GemeinschaftKraft durch Freu­de" beziehen. Die NSDAP, und ihre Gliede­rungen (NSBO., NS.-Hago, Arbeitsfront und NS.-GemeinschaftKraft durch Freude") sind Deutschland. Der Führer sagt:Die Partei befiehlt dem Staat!" So kann es sich bei ihren Organen, die als ehrliche Makler für die berechtigten Interessen aller Schaffenden auftreten wollen, niemals um betriebsfremde Elemente han­deln.

Wir kommen nicht als Hetzer, Schnüff­ler und Spione, als die Vertreter der einzel­nen Klassen und Schichten, sondern wir wollen allen helfen. Wir wollen, daß das, was dem Arbeiter dient, auch dem Unternehmer diene. Und sollten auch Fehler und Schäden vor­handen sein, so werden wir das nicht zum Anlaß nehmen, unnötige Kritik zu üben oder etwa die Ge­folgschaft gegen den Führer des Betriebes aufzu­hetzen, sondern wir werden vernünftigerweise Mit­tel und Wege suchen, um sie mit beiden Tei - len gemeinsam abzustellen. Wenn man jedoch den F ü h r e r st a n d p u n k t, der in dem Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit ver­ankert ist, in einen dünkelhaften Herren stand- punkt verwandeln will und den Männern der Partei und ihrer Gliederungen die^ Einsicht in Feh­ler und Schäden verhindern will, so soll jeder wissen, daß sich das neue Deutschland einen solchen Standpunkt einfach nicht mehr gefallen läßt.

So erwarte ich von allen, die die Ehre und das Glück haben, an der großen Aufgabe des Führers, die Gemeinschaft des Volkes zu formen, mitarbeiten 0u dürfen, Einsicht und Vernunft, damit in einem weiteren Jahr aus der Deutschen Arbeits­front jene lebendige Organisation des Volkes wird, in der jeder Deutsche freudig und aus innerem Be­dürfnis mitarbeitet und wetteifert im Dienst am Volk und an der Nation.

Qualitätsleistung der Wirtschaft erfordert den Qualitätsfacharbeiter

Oie Bedeutung der zusätzlichen Berufsschulung der Jugend.

Berlin, 2. Okt. (DNB.) lieber Sinn und Durch­führung der zusätzlichen Berufsschulung sprach Ober» aebietsführer Axmann, der Leiter des Sozialen Amts in der Reichsjugendführung, vor der Presse. Durch die wirtschaftliche Not der Nachkriegszeit, so führte der Obergebietsführer u. a. aus, war der größte Teil der deutschen Jugend gezwungen, als ungelernte Jungarbeiter in die Betriebe zu gehen. Für diesen stand nicht die Frage nach der geordneten Berufsausbildung, sondern die nach dem Geldoerdienen im Vordergrund. Das wirkt sich heute so aus, daß nicht mehr die unbedingt notwen­dige Anzahl von Lehrlingen vorhanden ist. Da­mit ist zugleich auch d e r N a chw uchsderFach- arbeiter für die deutsche Wirtschaft auf das schwer st e gefährdet. Dieser Mangel an Fach­arbeitern wird noch verschärft durch die Tatsache, daß die primitivste Voraussetzung für die Leistungs­fähigkeit, nämlich die Gesundheit, durch die Wirkungen der Kriegs- und Nachkriegszeit nicht mehr in ausreichendem Maße gewähr­leistet ist. Hinzu kommt, daß die elementaren Kenntnisse der Volksschule nicht immer eine gesunde Grundlage für die Erziehung zu einem hochqualifizierten Facharbeiter sind, und daß drit­tens die Arbeitslosigkeit sich für die Ju­gendlichen so ausgewirkt hat, daß der Jungarbeiter, den erworbenen Berufskenntnissen mehr und mehr entfremdet, seine Leistungsfähigkeit nicht zu steigern vermochte.

Bei der Ueberlegung. was gegen triefe Erschei­nungen zu tun ist. sind sich Industrie. Hand­werk, Deutsche Arbeitsfront und Jugendbewe­gung darüber einig, daß man ihnen einmal am besten begegnen kann durch die Mehr- einstellung von Lehrlingen, und zweitens dadurch, daß die Berufsaus­bildung der Jugend vertieft und all­seitig durchgeführt wird. Drittens soll die berufliche Leistungsfähigkeit eine gesunde Grundlage durch die körperliche Ertüch­tigung erhalten.

Hier steht die HI. vor großen Aufgaben. Der Vor­wurf, der manchmal gegen sie erhoben wird, daß sie die Jugendlichen körperlich übermäßig b e - ansprucht und sie in der Berufstätigkeit dadurch beeinträchtigt, ist a b w e g i g. In der HI. wirken die A e r z t e an der Aufstellung der Dienstpläne mit, um eine zu große körperliche Beanspruchung

zu verhindern. Grundsatz ist, die durch den Dienst hervorgerufene Ermüdung immer durch aus­reichende Ruhe auszugleichen, und ferner wird eine gesundheitliche Bestandaufnahme vorgenommen, die sich im wesentlichen auf die werktätige Jugend konzentriert. Außerdem müßte dafür Sorge getragen werden, daß die Grund- kenntnisse der Volksschule eine starke Basis für die Weiterbildung abgeben. Schließlich kann man den Facharbeitermangel wirksam dadurch bekämpfen, daß eine zusätzliche Berufs­schulung einsetzt, die nun am 1. Oktober d. I. begonnen hat.

Die deutsche Wirtschaft kann sich auf dem Markt der Welt nur deswegen noch behaupten, weil sie hochqualifizierte Waren erzeugt. Diese hochqualifizierten Erzeugnisse sind vom hochqualifizierten Facharbeiter abhängig. Daher ist die Frage der qualitativen Leistung eine Lebensfrage der gesamten deutschen Wirtschaft.

Es ist in der Kampfzeit nicht darauf ange­kommen Höchstleistungen in der Schule aufzustellen, weil die beste Leistung in der Schule nichts gilt, wenn das politische Schicksal einer Nation besiegelt wird. Daher kämpfte die Jugend erst einmal in der Bewegung. Heute aber, wo die nationalsoziali­stische Bewegung die Macht im Staate hat, muß es die Aufgabe dieser Jugend als Jugend des Staa­tes sein, ihre politischen Leidenschaften umzuwerten in positiven staatlichen Aufbau.

Oie Durchführung der Berufsschulung. Bei der Durchführung der Berufsschulung stehen zwei Grundsätze im Vordergrund: Es'muß immer darauf ankommen, daß der junge Mensch in alle Teile seines Berufes eingeführt wird. Ein gutes Vorbild in der Arbeitsgemeinschaft be­steht bereits in demScheinfirmenwesen" der Deut­schen Angestelltenschaft. Dieses Scheinfirmenwesen stellt einen regelrechten Bürobetrieb, etwa den einer Bank, eines Postscheckamtes oder eines kaufmännischen Betriebes vor, in dem sich der junge Mensch als Buchhalter, als Angestellter, als Lagerverwalter und auch als Direktor betätigt. Er hat so die Möglichkeit, alle Teile seines Be­rufes gründlich kennen zu lernen. Zum zweiten sollen im Rahmen der zusätzlichen Berufs­schulung wirtschaftskundliche Fahrten ermöglichen, daß der junge Mensch die Zusammen­hänge seines Berufes zur Gesamtwirtschaft erkennt.

Die zusätzliche Berufsschulung, die von der HI. gemeinsam mit der Deutschen Arbeitsfront durch­geführt wird, soll alljährlich ihren Abschluß im Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend finden. Dieser Reichsberufswettkampf ist rein sportlicher Wettbewerb, d. h. der junge Mensch wird hier nicht durch Anordnungen und Erlasse zur

Teilnahme gezwungen, sondern es wird vielmehr feine Freiwilligkeit und fein sportlicher Ehrgeiz an­geregt. Wenn dann die Sieger aus allen Berufen am 1. Mai vor den Führer treten, dann hat die ganze Arbeit ihren organischen Abschluß dadurch gefunden, daß sich der Führer zur Höchstleistung der deutschen Jugend bekennt.

Die Verteidigung Japans erfordert Verdreifachung der Lustwaffe.

Oer japanische Kriegsminister verlangt auch grundlegende Wirtschastsreform.

London, 3. Okt. (Times" - Funkspruch.) Das japanische Kriegsministerium hat eine Flugschrift verbreitet, in der eine wirtschaftliche Re­organisation des Landes gefordert wird und ein st a r k e s Heer, das der Lage im Fer­nen Osten entspreche. Jetzt habe Japan nicht nur INandschukuo, d. h. ein Gebiet vorn drei­fachen Umfange Japans zu verteidigen, sondern es stehe auch der Sowjetunion ge­genüber, die seit Beendigung des Fünfjahres­planes ein mächtiger Militär st aat gewor­den sei. Japan mühte deshalb seine militärische Macht besonders in der Luft stärken. Mehr als 6000 Flugzeuge seien in der Lage, Japan anzu­greifen, während Japan nur 1000 Flugzeuge be­sitze. Line Streitmacht von 3 0 0 0 Flug­zeugen sei notwendig, um Japan davor zu I bewahren, in der Luft von einer Anzahl fremder Mächte geschlagen zu werden. Die Flugschrift kommt'

auch beiläufig auf die Frage der Seemacht zu sprechen und sagt, das gegenwärtige System des Stärkeverhältnisses zu anderen Mächten fei für einen selbständigen Staat unerträglich.

Die an dem gegenwärtigen Wirtschafts­system geübte Kritik stützt sich auf den Grund­satz, daß eine wirksame Landesverteidigung von einer vollkommenen Vereinheitlichung der geistigen und moralischen Kräfte des Volkes abhänge. Das jetzige kapitalistische S y st e m, so wird in der Flugschrift ausgesührt. führt zu einer Bereicherung einer kleinen Mindest- zahl und zur Verarmung der großen Mas­sen, besonders der Bauern und Fischer. Es sollten daher Anstrengungen unternommen werden, um ZU einem moralischen Wirtschaftssystem zurückzu­kehren, das von der jetzigen Volkswirtschaft ver­drängt worden sei, deren Grundlagen die auslän­dischen Lehren vom Individualismus bilden.

Hyänen -er Wirischast.

Fünf Jahre Zuchthaus gegen den Schieber Zalk-Oüffeldorf beantragt.

Berlin, 1. Okt. (DNB.) Der Vo l k s g e r i chts- h o f in Berlin beschäftigt sich seit fünf Tagen mit dem beispiellosen Schieberprozeß gegen den Kom­merzienrat Max Falk (Düsseldorf). Falk werden S a ch l i e f e r u n g s s ch i e b u n a e n zur Last ge­legt, durch die er sich und feine Konzernfirmen, die Rheinhandels-Konzern-AG., die Minerva-Handels­gesellschaft und die Wolff GmbH, um Beträge von über 4 Millionen Mark unrecht- mäßig'bereichert hat. Es geht dabei haupt­sächlich um Lieferungen von Hammeln und Zucker. Während bei dem Zuckergeschäft eine Fälschung der Konnossemente von 1172 Tonnen in 11 720 Tonnen vorgenommen und der Zucker selbst in London ver­schleudert worden war, wurde der Preis für die Hümmel von 60 Mark nachträglich auf 142 Mark erhöht. Zwischen dem französischen Gegenspieler, dem Grafen d'Herbemont, der nach Falks Erklärungen durchaus im Bilde war, und Falk selbst kam es dann zu schweren Gegensätzlichkeiten, die bald zu einem vollen Bruch führten. d'Herbe- mont verweigerte daraufhin die weitere Annahme und verklagte Falk auf Rückzahlung von 4 Millionen Mark an den Repa- ratidnsagenten. Nun entwickelte sich ein Pro­zeß aus dem anderen, und die Düsseldorfer Gerichte haben sich sieben Jahre lang mit der Affäre Falk beschäftigt, bis die Große Strafkammer im Juni dieses Jahres die Sache an den Volksgerichtshof in Berlin ab gab, weil sich Falk wegen Betrugs und der Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versiche­rung auch der Beihilfe zur landesver- räterischen Untreue schuldig gemacht habe.

Der Vertreter der Reichsanwaltschaft beantragte, den Angeklagten wegen fortgesetzter landesverräte­rischer Untreue im Sinne des § 2 Ziffer 3 StB. und Angabe einer falschen eidesstattlichen Versiche­rung zu einer Gesamt st rafe von fünf Jahren und drei Monaten Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust zu verurteilen. Die Verhandlung, so stellte der Anklagevertreter fest, habe gezeigt,, was für eine unendliche Gefahr für Volk, Wirtschaft und Staat darin liege, wenn Ele­mente von so tiefstehender geschäftlicher Moral wie Falk sich dazu hinreihen lassen, mit Hilfe von Ver­tretern ausländischer Staaten das deutsche Volk in noch größere Not zu bringen, als sie ihm durch den Ablauf der Dinge schon bestimmt war. Weiter sei das deutsche Ansehen hier- durck) auf das schwerste geschädigt worden. Darüber hinaus müssen diese Handlung ;; aber auch als staatsfeindliche Akte schlimm ft er Art bezeichnet werden. Es handelt sich dabei um eine groß angelegte Sabotage gegen die von der deutschen Regierung erlassenen Rettungsmaß­nahmen für unsere Währung und damit zugleich um einen (Eingriff in den Kampf Deutlchlands gegen seine Auslandstribute. Weiter sei festzustellen, daß offenbar eine organisierte Ausplün­derung des Sachlieferungsfonds durch Vorlegung gefälschter Papiere beabsichtigt war. Die­jenigen, die diesen verbrecherischen Schleichweg be­nutzten, haben aus persönlicher Gewinn­sucht und schnöder Geldgier gehan­delt und dem GrundsatzGemeinnutz geht vor Eigennutz" ins Gesicht geschlagen. Bei so schweren Verstößen können mildernde Umstände keineswegs zugebilligt werden.

Das Urteil.

Fünf Jahre Zuchthaus wegen landesverräterischer Umtriebe. Nach mehrstündiger Beratung verkündete der 3. Senat des Volksgerichtshofes das Urteil. Falk wurde unter Aufhebung der vom Düsseldorfer Schöffengericht gegen ihn erlassenen Urteile wegen landesverräterischer Untreue und Abgabe einer falschen eibesftatt- lichen Versicherung zu 5 Jahren und 1 Monat Zuchthaus und 10 Jahren Ehr- Verlust verurteilt. Ein Monat der Untersuchungs­haft wird auf die Strafe angerechnet.

Bei der Begründung dieser Entscheidung ging der Vorsitzende von der Feststellung aus, daß zu einer Zeit, als nach zähen Kämpfen gegen die untragbaren Bedingungen des Versailler Vertrages eine Besserung durch den Dawesplan erzielt wor- den war,

sich sowohl in Frankreich als auch in Deutsch­land Hyänen des Schlachtfeldes fanden, die die zum Schuhe der deutschen Wah­rung ergriffenen Maßnahmen sa­botierten. Das geschah in erster Linie durch die französische Firma Gutberg & Lewi, die in ganz erheblichem Umfange verbotenenBartransfer durchgeführt

hat. Sie arbeitete auf deutscher Seite zusammen mit der Firma Para, die wiederum von der Falkschen R hein-h a ndels ko n- 3 er n AG. in Düsseldorf Provi­sionen in Höhe von 42 000 Mark für die guten Lehren erhalten hat, die sie Falk in der Frage der Sachlieferungsschiebungen gab.

Der Vorsitzende wandte sich sodann der Technik der Schwindeloerträge zu, bei denen dem franzö­sischen Vertragsgegner, dem Grafen d'Herbe­mont, das ganze Risiko vertraglich abgenommen war. Die Fälschung der Zuckerkonnossements von 1172 Tonnen und 11 720 Tonnen ist nach der Ueber- zeugung des Gerichts in voller Kenntnis und sogar auf Veranlassung Falks vorgenommen worden.

Falk hat in der Inflationszeit mit Hilfe des Reichsbankdiskonts alle möglichen Un­ternehmungen wahllos aujgekauft und sich auf kosten des deutschen Volkes m i l Geldern bereichert, die auf diese weise wichtigenProduktionszweckenent- zogen wurden. Er hat das Reichsbankgeld aber nicht nur ausgenuht, sondern ist es zum Teil auch schuldig geblieben, wie sein hoher

Debetsaldo aus dem Jahre 1924 ausweist.

Als der vorn Grafen d'Herbemont gegen Falk ausgebrachte Arrest vom Gericht bestätigt worden war, hat Falk es in raffinierter Weise verstanden, die noch vorhandenen Vermögenswerte zu ver­schieben und dem Zugriff seiner Gläubiger zu ent­ziehen. Die abgeschlossenen Schwindelverträge liefen auf einen verbotenen Bartransfer hinaus und wären, wenn sie einen anderen Zweck verfolgt hätten, nach der Heberzeugung des Gerichts von dem Grafen d'Herbemont überhaupt nicht abgeschlossen worden. Wenn sich F a l k so m i t einem Ausländer zusammentat, um die zum Schutze der deutschen Währung erlassenen Be­stimmungen zu sa dotieren, mußte ihn die ganze Schwere des Gesetzes treffen.

Berliner Tagung der Deutschen Glaubens­bewegung.

Berlin, 1. Okt. (DNB.) In Berlin fand eine aus dem ganzen Reich beschickte Tagung der Amtsträger der Deutschen Glaube ne- beroegung statt. Der Führer der Bewegung, Wilhelm Hauer, hielt in öffentlicher Versamm­lung eine Rede, in der er sich überDie Wurzel­kräfte und die letzten Ziele der Deutschen Glaubens­bewegung" äußerte. Heber all unserem Tun stehe der ungebrochene Wille zur deutschen Einheit. Wer sich daran versündige, greife die Existenz des deutschen Volkes an. Indessen, das deutsche Volk gehöre zu den Völkern der Erde, dis eine so außerordentliche geistige und seelische Dyna­mik hätten, daß es durch ernsthafte Auseinander­setzung zu neuer Gestaltung kommen müsse. Der Mensch müsse, wenn er ed)t sein wolle, den Glau­ben zu eigen haben, der ihm von seinem inneren Schicksal gesetzt sei. Die Deutsche Glaubensbewegung könne aus diesem Grunde mit Achtung vor jedem stehen, der als adliger Gegner mit ehrlicher Heber- zeugung einen anderen Glauben in sich trage. Gleichzeitig könne sie aber auch fordern, daß der Gegner dieselbe Achtung aufbringe. Das sei die erste Ausgabe eines freien deutschen Glaubens, und nur so könne die innere Einheit des deutschen Vol­kes in Geist und Seele erreicht werden. Hauer for­derte, daß die Edda und die Sagas, in denen eine so unendliche Fülle tiefster Gedanken stecke, als wertvolle vorchristliche Heberlieferungen in die Erziehung des jungen deutschen Menschen hineingestellt würden. Rasse und Glaube seien schlechterdings nicht zu trennen. Die gegen­teilige Ansicht werde von der Deutschen Glaubens- beroegung als im religiösen wie im biologischen Sinne vernichtend bekämpft. Denn es werde damit die Realität des Blutes als einer schaffenden M a ch t, die zugleich unser Schick­sal fei, geringgeschätzt oder gar als nichtswürdig und hindernd für das religiöse Leben beiseitegestellt. Wenn ein Mensch feiner Pflicht lebe und bereit fei, dafür auch das Letzte zu erleiden, dann brauche er kein Wort von Gott zu sagen, vom jenseits" ober vom Transzendenten, er brauche nur ganz echt zu leben. Seien das nicht Menschen, die in der Tiefs rhres Seins religiös lebten, die vielleicht aus Scheu vor dem Heiligsten nicht einmal an Gott denken wollten, um ihn ja nicht zu verunehren mit ihrem menschlichen Denken? Daß das Christentum als.