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Gießener Anzeiger
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Rumäniens neue Regierung.
Für Titutesku wird der Platz des Außenministers noch freigehalten. — Wird Rumänien sich aus dem pariser Schlepptau lösen?
Bukarest, 2.0tl. (BJtB.) Die Regierungskriie " oerMtni5tnaßig sehr schnell beendet worden. Die neue Hlimfferliffe weist in den wichtigsten Ressorts folgende Besetzungen auf: Ministerpräsident, vorläufiger Außenminister und Rüstungsminister: Xalarescu; Inneres: Inculet; Heer: General A n g e l e s c u; Industrie und handel: 2Uano- lescu S Irunga; Justiz: Bidor Mntonescu; Finanz: S l a v e s c u.
Die Alinisterliste weist also nicht jene großen Aenderungen auf, die man ursprünglich erwartet hatte. Offensichtlich Hal Tilulescu radikale Aenderungen gegenüber dem alten Kabinett verhindert. Tatarescu, der keinen Zweifrontenkrieg, gegen die ältere Gruppe der Liberalen Partei und gegen Titulescu, führen konnte, hat sich daher mit einer teilweisen Umbildung seines Kabinetts begnügen müssen. Der König hat die Rlinisterliste genehmigt. Hebet die Haltung Titu- lescus erklärte Tatarescu, Titulescu habe im Laufe eines Ferngesprächs grundsätzlich das A u ß e n m i n i st e r i u m wieder angenommen. Titulescus Freunde versichern dagegen, daß Titulescu sich nach wie vor weigere, dem Kabinett beizutreten. Die aktivsten Mitglieder der Iungliberalen wurden mit Hnterstaatssekretariaten betraut.
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Die Prophezeiung Bukarester Politiker, daß sich das rumänische Kabinett Tatarescu in seiner bisherigen Zusammensetzung nur bis zum Herbst werde halten können, ist durch den Gang der Ereignisse schneller bestätigt worden, als man es in gewissen europäischen Hauptstädten wünschen mochte. Die Sicherheit der schon vor einigen Monaten gemachten Voraussage aber ist ein Beweis dafür, daß die lebten Ereignisse im Donauraum nicht auf Willkür oder Zufall, sondern auf den Gesetzen einer zwangsläufigen Entwicklung beruhen. Die rumänische Regierungskrise drückt die Veränderungen im sudosteuropäischen Kräftefeld sowohl in ihren innerpolitischen wie in ihren außenpolitischen Voraussetzungen aus.
Der rumänische Staat ruht auf zwei Polen, auf der Krone und auf dem Parlament. Eingerichtet nach dem Vorbilde der westlichen Demokratien, aber ohne deren historischen Bindungen und Grundlagen, wurde der unter der Willkürherrschaft der sich gegenseitig ablösenden Parteiencliquen leidende Staat bald zu einem Zerrbild der Demokratie. Es ist das Verdienst der K r o n e , daß sie unter der Erscheinungen Flucht der einzig ruhende Pol blieb. Der Massenverbrauch an Kabinetten und Ministern, den Rumänien wie kein zweites Land erlebt, hat, ist ein Zeichen für die Schwäche des liberalisti'sch-parla- mentarischen Systems, aber auch für das stete Bemühen des Königs, unter Abwendung von überlebten, unfruchtbaren Regierungsformen allmählich eine festere Zentralgewalt in seiner Hand zu vereinigen. Der Plan, eine Militär- <i k t a t u r unter dem Marschall Averescu zu rrichten, scheiterte vor einigen Monaten wahrscheinlich nur an dem energischen Widerspruch einer auswärtigen Macht.
Auch in das Spiel der Parteienwelt sind neue Faktoren eingetreten, die der Krone eine stärkere Regierungsgewalt übertragen möchten. Der Streit! zwischen dem jüngeren und älteren Flügel der regierenden liberalen Partei ist ja bekannt. Mit der nach dem Weltkriege beginnenden Industrialisierung des Landes und der daraus folgenden politischen Aufklärung des Volkes ist der Ansturm der jungen Kräfte immer stärker geworden. Wo früher nur eine dünne reiche Oberschicht und ein völlig verarmtes Landproletariat sich gegenübevstanden, hat sich im Laufe der Nachkriegsjahre ein aus Bauerntum und Stadtbevölkerung bestehender Mittelstand entwickelt, der nun das Hauptkontingent für die nach Selbständigkeit und nationaler Wiedergeburt drängenden neuen Bewegungen stellt. Wieweit und wie schnell sich diese Kräfte durchsetzen werden, ist bei der Verschachtelung der politischen mit persönlichen Interessen in diesem Lande schwer vorauszusagen. Von der liberalen Partei des Einflusses auf die Regierungsführung beraubt, stehen noch immer im Hintergrund d i e siebenbürgi sch en Bauern Manius, die die Trennung König Karols von feiner Freundin Frau Lupescu als Vorbedingung ihres Mitwirkens fordern, der greife Marschall Averescu, dessen lautere Persönlichkeit noch immer viele Anhänger wirbt, die große Partei der Nationalzaranisten und schließlich die „Eiserne Garde" Codreanus, die zwar verboten ist, aber trotzdem ihr Gedankengut durch geheime Agitation erfolgreich zu verbreiten versteht.
Die wirtschaftliche Lage Rumäniens ist denkbar schlecht. Die Bauern haben eine ausgesprochene Mißernte in die Scheuern gebracht und die Industrie vermag ihre Produkte nicht loszuwerden, da ihr der natürliche mitteleuropäische Absatzmarkt zum Teil aus politischen Gründen verboten wird. Dementsprechend ist auch die Lage der Staatsfinanzen keineswegs befriedigend. Trotz energischer Sparmaßnahmen, mit denen man nach jahrelanger Mißwirtschaft nun endlich beginnen will. Übersteigen die Penstonsanspruche
abgedienter Parteibonzen bei weitem die Leistungsfähigkeit der Staatskasse. Der Versuch des Finanz- Ministers, eine innere Anleihe aufzulegen, ist bisher ebenso erfolglos gewesen, wie die Bemühungen, die französische Regierung zur Hergabe neuer, umfassender Kredite zu bewegen, hier wird der Schnittpunkt sichtbar, auf dem sich die innenpolitischen und außenpolitischen Interessen, die zu der jetzigen Kabinettskrise geführt haben, begegnen.
Im Mittelpunkt der Verhandlungen um die Neubildung der Reaierung stand der Außenminister Titulescu, der als Strohmann des Quai d'Orsay der französischen Einkreisungspolitik gegen Deutschland unschätzbare Dienste geleistet hat. Das ging soweit, daß er darüber sein eigenes Land in eine wirtschaftlich wie politisch so unglückliche Lage brachte, daß der König wie auch der von dem Vertrauen der Krone getragene Ministerpräsident Tatarescu den Versuch machen mußten, eine Neuorientierung der rumänischen Außenpolitik gegebenenfalls auch gegen den Willen des bisher allein maßgebenden Titulescu durchzuführen.
Die Erkenntnis, daß die französische Freundschaft dem Lande statt der erhofften Vorteile eigentlich nur Nachteile gebracht hat, gewann in der letzten Zeit täglich mehr an Boden. Sie wurde noch genährt durch das engere Zusammengehen Frankreichs mit der Sowjetunion. In
Paris, 3. Okt. (DNB. Funkspruch.) In politi- schen Kreisen begrüßt man die Nachricht, daß Titulescus Rücktritt vom Außenministerium wohl nicht als endgültig anzusehen sei und hofft, daß eine Aussprache mit Tatarescu es Titulescu erlauben würde, der Leiter der außenpolitischen Geschicke Rumäniens zu bleiben. In amtlichen französischen Kreisen, schreibt der „Excelsior", sei man angenehm berührt, zu erfahren, daß a u f Anregung König Karols Tatarescu und Titulescu zweifellos eine Zusammenarbeit wieder aufnehmen würden, die notwendiger sei denn je in einem Augenblick, in dem Verhandlungen von größter Bedeutung für die Festigung des Friedens in Mittel- und Osteuropa beginnen. Die Versuche, Uneinigkeit in die Kleine Entente zu tragen, würden somit durch den Klarblick und die Energie des rumänischen Herrschers durchkreuzt.
Auch „Echo de Paris" erwartet, dcch es Titulescu gelingen werde, mindestens für einige Monate die außenpolitische Leitung seines Landes wieder zu übernehmen, was um so begrüßenswerter wäre, als die allgemeine diplomatische Lage keineswegs erfreulich sei. Der Beistandspakt, werde nicht nur von Berlin und Budapest,I
Paris, 3. Okt. (DNB. Funkspruch.) Im Wahl- kampf für die am nächsten Sonntag stattfindenden Kantonwahlen sprach Herriot in Lyon zugunsten eines radikalsozialistischen Kandidaten. Seine Ausführungen waren der Versuch einer Rechtfertigung der radikalsozialistischen Politik, herriot beglückwünschte Frankreich zum Eintritt Sowjet rußlands in den Völkerbund. Die Sowjetunion habe versprochen, mit Frankreich zusammen für den Frieden zu arbeiten. (!) Innenpolitisch sind feine Darlegungen insofern von Interesse, als sie die in letzter Zeit mehr und mehr zutage tretende Absicht der Radikalsozialisten zu bestätigen scheinen, die Führung einer Front der Mitte, in der alle wahrhaft bürgerlichen republikanischen Elemente geeint wären, zu übernehmen und so einen Block gegen den Extremismus von rechts und links zu bilden.
Im „Echo de Paris" begrüßte de Kerillis, der von einer längeren Rußlandreise zurückgekehrt ist, die Staatsreformpläne als letzte Möglichkeit zur Verhinderung des vollständigen Zusammenbruchs. Das Land müsse wählen: entweder eine mehr oder weniger kommunistische Revolution mit allen sie begleitenden Schritten und den Krieg als Abschluß, oder eine mehr oder weniger faschistische Revolution mit ebenso ernsten Folgen, Bürgerkrieg und anschließend vielleicht auch dem Kriege, oder endlich eine sehr schnelle, energische, aber nicht brutale Evolution zu einem autoritärem Regime mit einem erneuerten Parlamentarismus. Die von Doumergue geplante Staatsreform wird auch vom Führer der Frontkämpfer- Vereinigung „Feuerkreuz", Oberst de la Rocque, als dringend erforderlich bezeichnet.
Gärung in Tunis.
Paris, 3. Okt. (DNB.) Unruhen in Tunis haben in der letzten Zeit zur Zwangsverschickung führender Persönlichkeiten der einheimischen Bevölkerung nach den südlichen Provinzen. des Landes geführt. Der Generalresident von Tunis hatte jedoch vor kurzem einen Gnadenakt inl
Bukarest sah man in dieser Wendung der europäischen Politik eine neue Bedrohung des Besitzes von Bessarabien. Zwar gab man dem vor einiger Zeit stattgefundenen Notenwechsel zwischen Titulescu und Litwinow offiziell die Auslegung, daß die Sowjetunion damit die Zugehörigkeit Bessarabiens zu Rumänien anerkenne, in Wirklichkeit lassen die betreffenden Schriftstücke iedoch die besfarabische Frage vollkommen offen. Die Räteunion wird zwar ein bewaffnetes Einschreiten ablehnen, aber grundsätzlich den Anspruch auf das umstrittene Gebiet nicht aufgeben.
Nach den Erfahrungen, die man in Bukarest mit der Undankbarkeit der französischen Politik gemacht hat, aber mag der rumänischen Regierung die Garantie des befsaradischen Besitzes durch Paris doch recht unsicher erscheinen. Auch die Wucherzinsen, die der französische Kapitalismus von dem armen rumänischen Gläubiger eintreiben möchte, und doch wegen Zahlungsunfähigkeit nicht erhalten kann, haben die früher herzlichen Gefühle gegenüber Frankreich sehr vermindert. Nachdem die Länder der Kleinen Entente dem französischen Sicherheitsbedürfnis offenbar nicht mehr genügten und an ihre Stelle Sowjetrußland und Italien treten sollten, hat sich der Selbständigkeitsdrang der Donaustaaten außerordentlich verstärkt. Dem Beispiel Polens und Südslawiens scheint nun auch Rumänien folgen zu wollen.
sondern auch von Italien bekämpft, das zwischen den Verteidigern des Status quo und seinen Gegnern eine eigentümliche Haltung einnehme. Auffällig sei auch die fieberhafte Tätig- leit Polens. Die polnisch-ungarische Verschwörung gegen das Europa von 1919 werde bald zutage treten, wenn der ungarische Ministerpräsident G ö m b ö 6 vor seiner Romreise nach Warschau komme. Man könne auch kaum annehmen, daß das polnisch-rumänische Bündnis diesen Stoß aushalte.
Wenig erfreulich sei ferner das Ergebnis der Verhandlungen über die Unabhängigkeit Oefterreichs. Die Annahme gewisser Kreise, die englisch - französisch - italienische Erklärung vom 27. September komme einer Verstärkung der Dreimächte-Erklärung vom 17. Februar gleich, treffe nicht z u. Die in letzter Minute an den Wortlaut vorgenommenen Aenderungen zeigten, daß die drei interessierten Regierungen ihr Einvernehmen nicht hätten zum Ausdruck bringen können, weil dieses Einvernehmen nur oberflächlich fei. Und die Saarab st immun g? Der Dölker- bunbsrat habe sich nicht entschließen können, die „dringendsten Vorkehrungen" zu treffen. Dieser Ueberblick zeige, daß man schwierigen Zei - t e n entgegengehe.
Aussicht gestellt, vorausgesetzt, daß sich die politischen Leidenschaften legten und neue Zwischenfälle bis zum 3. Oktober nicht mehr zu verzeichnen seien. Am Dienstag hat der Generalresident dieses Gnadenversprechen rückgängig gemacht, da es in verschiedenen Provinzen doch wieder zu feindlichen Kundgebungen gekommen sei, die Bevölkerung sei verschiedentlich zu Streiks aufgefordert worden, und auch Boykottversuche seien mehrfach zu verzeichnen gewesen. Außerdem habe die Verbreitung von Propagandaschriften nicht aufgehört.
Autoritärer Kurs in Estland.
Auflösung des Parlaments.
Reval, 3. Okt. (DNB.) Staatspräsident Paets hat das e st ländische Parlament aufge- l ö st. Das Parlament hätte verfassungsmäßig b e - reite am 1. M a i d. I. seine Tätigkeit einstellen sollen, da aber nach der Schaffung der autoritären Regierung Paets-Laidoner und der Verhängung des Ausnahmezustandes die Parlaments- wählen verschoben wurden, blieb das bisherige Parlament im Amte. Seine Rechte wurden allerdings stark beschnitten. Die Regierung ließ den Abgeordneten mitteilen, daß eine zersetzende Kritik der Regierungshandlungen nicht zugelassen werde. Als dennoch Atnei Abgeordnete die Regierungsmaßnahmen kritisierten erfolgte die Auflösung des Parlaments. Bezeichnend ist, daß einer der Oppositionsredner zum Bauernbund gehörte, also zu der Partei, aus der auch der Staatspräsident hervorgegangen ist. Der Presse ist es verboten worden, Einzelheiten zu bringen. Auch die Veröffentlichung der Opposttionsreden wurde verboten. Es ist nicht anzunehmen, daß in absehbarer Zeit Neuwahlen erfolgen werden. Die Regierung Paets dürfte vielmehr ohne Parlament weiterregieren. Damit ist der letzte demokratische Anstrich, den sich die Regierung Paets durch die Beibehaltung des Parlaments gab, verschwunden und Estland ist äußerlich in die Reihe der völlig autoritär regierten Staaten getreten. 1
Hindenburgs Geburistag.
Am Grabe des Feldmarschalls im Tannenberg-Denkmal.
Hohenstein, 2. Okt. (DNB.) Bereits in den frühen Morgenstunden hat am heutigen Geburtstag des verewigten Reichspräsidenten, des Generalfeldmarschalls von Hindenburg, ein ungeheurer Menschenstrom ganz wie am Tage nach der feierlichen Beisetzung zum Tannenberg- denkmal eingesetzt. Generalmajor von Hindenburg legte als E r ft e r am Grabe des toten Feldmarschalls gegen 7 Uhr morgens einen Kranz mit Chrysanthemen und Veilchen nieder. Unzählice Scharen harrten bis 8 Uhr vor dem noch verschlossenen Tannenbergdenkmal. Um 8 Uhr zog die Ehrenwache auf: zwei Posten vor dem Feld- herrnturm, zwei Posten in der Gruft und zwei Posten vor dem Auhenportal. Generalleutnant von Brauchitsch, der Wehrkreiskommandeur des Wehrkreises I, legte einen Kranz des Führers, des Reichswehrministers Generaloberst von Blomberg und der Wehrmacht nieder. Aus allen Teilen Ostpreußens erschienen Abordnungen, die Kränze aus den einzelnen Städten, von Verbänden usw. überbrachten. Um 12 Uhr traf Landeshauptmann Blunk ein, der im Namen des Oberpräsidenten Koch einen Kranz niederlegte, dessen Schleife den Aufdruck trug: „Dem Retter der Heimat namens der dankbaren Provinz O st preuße n". Oberbürgermeister Dr. Will legte einen Lorbeerkranz nieder, dessen Schleife die Farben der Stadt Königsberg und die Inschrift „Unserem unvergeßlichen Ehrenbürger, die Stadt Königsberg" trug. Im Auftrage des preußischen Ministerpräsidenten wird Vizeadmiral Dr. B e t h g e einen Kranz niederlegen, der die Aufschrift trägt: „Das dankbare Land Preußen, der Ministerpräsident".
Ser ASAM.
zu Hindenburgs Sebnrlstng.
Berlin, 2. Okt. Der Frontkämpfer- Pressedienst schreibt zu Hindenburgs Geburtstag u. a.: Es ist selbstverständliche Ehrenpflicht für den N S. Deutschen Frontkämpfer - Bund (Stahlhelm), am 2. Oktober seines Heimgegangenen Ehrenmitgliedes, des Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls von Hindenburg, zu gedenken. Wenn an diesem Tage die Ehrenwache der Reichswehr vor dem Feldherrn- turm des Tannenberg-Denkmals aufziehen wird, werden auch wir Frontkämpfer im Geiste an feinen Sarg treten und i h m danken für das, was er uns war, ist und fein wird: Vorbild in uneigennützigem Dienst an Volk und Vaterland, erfüllt von Frontfoldatengeist, den auch wir in uns tragen. Hindenburg kannte und wahrte in sich den Z u - fammenhang neuen Geschehens mit der großen Vergangenheit. So wurde er Hüter bester Tradition. Und er schaute doch vorwärts, lebte nicht in der Vergangenheit oder gar für ihre Zurückführung, sondern in der Gegenwart für die Zukunft, für die er nicht nur kämpfte, sondern deren Vorkämpfer er war. Er erkannte die Notwendigkeit der Pflege dessen, was „Frontsoldatentum" in bestem Sinne heißt. Er bekannte sich daher auch zu unserem „Stahlhelm, B. d. F.", dessen Ehrenmitgliedschaft er annahm und dessen Schutz - und Schirmherr er bis in die letzte Zeit war. Auch nach der Umgründung des alten Stahlhelm in den NS. Deutschen Frontkämpferbund (Stahlhelm) blieb fein Verhältnis zu dem Bunde das gleiche. Das danken wir ihm von Herzen, nicht um unserer selbst, sondern um der Zukunft willen. Er hat uns in der „Umgründungsakte" d i e Pflege der soldatischen Tradition zur Ausgabe gemacht, damit wir Vorkämpfer der nationalsozialistischen Idee und Bewegung sein und bleiben können. Damit sind wir Erben eines Vermächtnisses geworden, das uns dem großen Toten und den jetzt und künftig Lebenden gleichermaßen verpflichtet. Dieses Vermächtnis zu erfüllen, ist auch für uns kein Entschluß, sondern eine Selbstverständlichkeit.
Oer Führer in Weimar.
Weimar, 2.Okt. (DNB.) Der Führer, der am Montagabend vom Kyfshäuser kommend in Weimar eingetroffen war, verlebte am Dienstag bei wundervollstem Wetter einen Tag in Weimar. Herrliche Spaziergänge durch die Parks von Tiefurt und Belvedere, Besichtigung des Schlosses Tiefurt und eine Stunde Mittag unter den begeisterten Weimarern waren das Kennzeichen des Tages. Der Führer stattete ferner der Frau Förster-Nietzsche, der Bewahre- rtn des NieAche-Archivs, einen Besuch ab. Abends besuchte der Führer die Neuinszenierung von „L o h e n g r i n" im Nationaltheater zu Weimar. Die Neuinszenierung an dieser klassischen Stätte deutscher Kunst kann voll und ganz als gelungen bezeichnet werden. Die Bevölkerung, die sehr schnell von der Anwesenheit des Führers in Weimar erfahren hatte, hatte sich zu Tausenden vor dem Nationaltheater eingefunden und brachte dem Führer begeisterte Huldigungen dar.
Eine Verfügung des Reichsschahmeisters der NSOAp.
DNB. München, 2. Okt. Reichsschatzmeister Schwarz hat folgende, die Mitglieder- p e r r e betreffende Verfügung erlassen:
Es besteht Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß meine Verfügungen 36/33 vom 29. Sept. 1933 sowie 56/33 vom .1. Oktober 1933 bzw. Folge 60 vom 30. November 1933 nach w i e vor zu recht b e st e h e n. Bis zur Aufhebung dieser Verfügungen
Frankreich setzt seine Hoffnung aus Titulescu.
Oie innere Krisis in Frankreich.
Oie Revolution muß durch ein autoritäres Regime verhindert werden.


