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Entschlossenheit und unsere Liebe zu unserem Führer Adolf Hitler.

Ihr sieht in gewaltiger Zahl. Dieses Schulter an Schulterslehen ist das Symbol einer besseren Zukunft. (Ein Symbol ist auch der Wall der Kameradschaft, des gemeinsamen Blutes und Vertrauens.

Das, was hier Gestalt geworden ist, ist nicht von ungefähr gewachsen. Es hat eines langen und har­ten Einsatzes bedurft. Immer noch werden wir angefeindet und verleumdet, wie einst in den Tagen des harten Kampfes. Wie ihr wißt, daß auch ich von fremden Zeitungen und Sendern verleumdet worden bin. Was bedeuten diese Lügen gegenüber der wunderbaren und herrlichen Tatsache, daß w i r alle einig s i n d, daß wir eine Jugend und e i n Wille sind. Es mag die kleine, erbärmliche Gruppe dieser Kläffer versuchen, unsere heilige Gemeinschaft anzutasten. Sie wird uns nicht be­rühren können, denn wir sind stark und unermüd­lich, durch das Bewußtsein einer Kamerad- schäft, die keine Klassen kennt. Es gab eine Zeit, da solche Mittel etwas nützten. Diese Zeit ist abgeschlossen und vorüber.

Jehl isl das deutsche Volk und darin die deulfche Jugend ein geschlossenes Ganzes. Cs gibl in dieser Jugend weder arm noch reich, weder gebildet noch ungebildet, es gibt nur deutsche Jugend.

Mögen sie von uns sagen:Ihr seid wahnwitzige Idealisten, was ihr wollt, kann man in dieser Welt nicht verwirklichen." Darauf geben wir nur eine Antwort, und sie wird vor der Geschichte be­stehen bleiben: Seht auf unsere Hitler­jugend, hier ist unser Ideal ver­wirklicht worden! Nicht mit Versprechungen ist diese Jugend zusammengelockt worden. Wir sind aneinander gebunden durch gemeinsames Opfer, gemeinsame Entsagung und gemeinsame Pflicht, weil wir es in uns fühlen:

Wenn wir nicht das Fundament der Treue find für das Reich des nächsten Jahrtausends, wird wieder zusammenbrechen, was in hartem Kampf aufgebaut worden ist. An unserer Treue soll wachsen das ewige Reich. Der Mann aber, der es erschaffen hat, unser Führer Adolf Hitler, er soll wissen, daß er keine treueren Anhänger besitzt, als diese Jüngsten des deutschen Volkes. Diese Behauptung ist erhärtet durch das Blut, das mehr als 21 von uns für dieses Bekennt­nis gegeben haben.

Einhämmern in die Herzen möchte ich euch bei dieser abendlichen Feier nur das eine: 21 von der Jugend fielen für Adolf Hitler, wenn die Stunde käme, da es notwendig wäre für Deutschland, dann geht auch jeder von uns den letzten und schwer st en Gang.

Das Leben ist nichkst Die Treue ist alles! And alles ist die Liebe zu Adolf Hitler, dem Führer des deutschen Volkes. Durch Sozialismus seid ihr zur Ration gekommen! Kameraden, grüßt mit mir die Fahnen des neuen Deutschlands Sieg-Heil!

Wie ein Schwur klang das Lied der Jugend gegen den nächtlichen Himmel empor. Nach Ab­schluß der Kundgebung formierten sich die Gruppen zum großen Fackelzug, der durch die Straßen der Stadt zum Lager im Ostpark führte.

Der Reichsjugendführer begab sich unter­dessen in das Jungvolklager im Huthpark, um dort die jüngsten Soldaten Adolf Hitlers, für die im Lager eine abendliche Feierstunde statt­gefunden hatte, zu begrüßen.

100000 marschierten durch Frankfurt.

LPD. Frankfurt a. M., 2. Sept. Der Tag der 100 000 ist vorüber. In zweieinhalb Tagen hat Frankfurt ganz der Jugend Adolf Hitlers gehört. Die Hunderttausend, die gekommen waren, haben die Heimfahrt bereits wieder angetreten. Als Er­lebnis werden ihnen die Frankfurter Tage noch lange vorausleuchten.

Bereits um 6 Uhr heute ertönte überall in den Straßen der Stadt der Weckruf der HJ.-Kapellen. In den Lagern wurde es gleichzeitig wieder leben­dig. Langsam wurde zum Abmarsch angetreten, denn um 10 Uhr sollten bereits die ersten Kolonnen amEisernen <5teg", am Mainufer, am Reichs- iugendtührer vorbeimarschieren. In den Straßen, durch Die der große Marsch gehen sollte, strömten allmählich immer mehr Zuschauermassen zusam­men. Trotz der frühen Morgenstunden wollte nie­mand versäumen, der HI. auch seinen Gruß zu entbieten. Der Himmel meinte es gut mit diesem Aufmarsch. Bis auf einige Schauer herrschte herr­lichster Herbstsonnenschein.

Zur vorgesehenen Stunde, gegen 10 Uhr, er- reichten die ersten Formationen den Platz des Vorbeimarsches. Beängstigend stauten sich in den Straßen die Massen. Freudigen Auges und mit frohem herzen wurden die immer wieder neuen Gruppen überall begrüßt.

Am Eisernen Steg war neben dem Reichsjugend­führer Baldur von Schirach auch Reichsstatt­halter Sprenger mit seinem Adjutanten Pg.

aufmarsch war vorüber. Und eins ist gewiß: Wer vor einigen Tagen noch abseits st and, diese herrliche Jugend hat auch sein Herz im Sturme gewonnen. 100000 mar­schierten, marschierten für Deutschland, marschier­ten als Sieger.

Aus Der Provinzialhauptstadt. Winzerfest.

Winzerfest am Rhein wie wenigen ist es be- schieden, einmal an einem solchen Fest teilzuneh­men, die urwüchsige Stimmung voll rheinischen Frohsinns und herzlichen Lachens zu genießen und dabei den edlen Tropfen der Reben sich gut schmecken zu lassen. Für viele ein Wunsch, dem die Erfüllung versagt ist.

Winzerfest in der Gießener Volkshalle das brauchte sich keiner zu verkneifen. Und wenn dabei auch die herrlichen rheinischen Berge und der alte Vater Rhein selbst fehlten, so erhielt das doch die Tausende von Besuchern nicht ab, sich von Herzen der Stunden zu freuen. Eine Stimmung war da zu verzeichnen, die am Samstagabend und auch am gestrigen Sonntagnachmittag und -abend so voll Fröhlichkeit und Lebensfreude war, daß mdn sich schier in den Trubel eines frohgelaunten Wein­dorfes am deutschen totrom versetzt glauben konnte. Die Veranstaltung dieses Festes war ein besonders gelungener Wurf der Gießener NS.-Gemeinschaft

Heute besinnt unser neuer Roma«

Das Volk wacht aus

von Walter von Molo

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H e y s e erschienen, um die Jugend Hessen-Nassaus zu begrüßen. Anwesend waren ferner Vertreter der städtischen Behörden und der Landespolizei. Ein herrliches Bild war es, die Tausende und Zehntau,ende an ihrem Führer vorbeimarschieren zu sehen. In mustergültiger Disziplin, mit lachen­dem stolzen Gesicht, Bann nach Bann zog so vor­über. Bis gegen 13.30 Uhr dauerte allein der Vor­beimarsch des Jungvolkes an. Dann erst be­gann der Vorbeimarsch der Hitler-Jugend. Der Himmel hatte sich unterdessen bewölkt. Ein prachtvolles Farbenspiel bot sich dem Zuschauer.

Die Fahnen der Jugend sieghaft gegen den Himmel leuchtend, immer wieder marschierende Kolonnen und als Szenerie die historischen Häuser und Giebel des alten Frankfurt. In den Rlarschstraßen wurde in den frühen Rach- mittagsstunden der Andrang der Bevölkerung immer stärker. Der ganze Weg war ein wahrer Triumphzug der Jugend, die morgen schon Deutschland sein wird.

Gegen 16 Uhr passieren die letzten Teilnehmer des Marsches den Eisernen Steg. Noch einmal flogen die Hände zum Gruß empor. Der größte Jugend-

Kraft durch Freude", mit dem sie Tausenden von Volksgenossen aus Stadt und Land schöne Stunden nach des Alltags Last und Mühen bereitete.

Am Samstagabend ging's schon tüchtig los. Wer geglckibt hatte, gegen 8.30 Uhr noch bequem Platz in der großen Volkshalle zu finden, der sah sich sehr danebengeraten". Stühle an Tischen zu bekommen, war um diese Zeit schon ungefähr ein Kunststück, das den meisten nicht gelang. Und wer diese Sitz- und Zechgelegenheit erobert hatte, blieb eisern sitzen bis zum Ausbruch. Dabei l^elt der Zustrom der Winzerfestgäste ununterbrochen stark an. Da half dann alles nichts: von überall her wurden wurden Stühle herangeschleppt, mancher nahm eine Bank auf denAst" und zog damit in der Volkshalle um­her, bis er für sich und fein Anhängsel eine Sitz- und Schaugelegenheit gefunden hatte. Gar schnell war die Volkshallevoll wie eine Wursthaut"; nicht nur im Saale, sondern auch auf den Galerien und auf der Bühne. Und in den Gängen schob sich eine Menschenmenge hin und her, lachend und frohge­stimmt, oder auf der Platzsuche.

Die Volkshalle war überall schön geschmückt. Weinschenken waren in großer Anzahl aufgetan. Im Parterre waren zwei Tanzflächen geschaffen, zwischen denen am Samstagabend die SA.-

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Roman von Anny von panhuys.

Urheberrechtsschutz: Füns-Türme-Derlag, Halle (S.) 7. Fortsetzung. Nachdruck verboten!

Aus Kölnischem Wasser und aus Wohlgerüchen, wie sie sich die feinen Damen aufs Kleid spritzen, oder womit sie sich die Ohrläppchen betupfen, machte ich mir mein Lebtag nichts. Im Gegenteil, die künstlich eingefangenen Düfte störten mich. Aber hier den Geruch unseres Gartenbodens, den emp­finde ich immer wieder wie einen Genuß, wie ein köstliches Labsal. In der schweren Krisenzeit, als es manchmal schien, als könnte ich die Gärtnerei nicht halten, da holte ich mir Trost im Freien. Ich ließ die Rechnungsbücher liegen und lief hinaus zu den Blumen und zum Gemüse, zu den Obstbäumen, und wenn aich die reifende Pracht sah und mir der Geruch unserer Erdkrume so stark und belebend entgegenschlug, fühlte ich stets neue Kraft in mir. Ost nahm ich ein paar Hände Erde und legte mein Gesicht hinein, und das tat so wohl; es war mir dabei ähnlich zumute wie einem Kind, das seinen Kopf an die treue Brust der Mutter legt."

Es schien, als wollte sie noch etwas sagen und zwänge es in sich zurück.

Wie du unseren Besitz liebst, Muttel!?^ Leise klang Detlef Westkamps Stimme.Ich glaube, ich weiß, was du noch gern hinzusetztest."

Sie schüttelte den Kopf.

Nichts, mein Bub, nichts!"

Er wehrte ab.

Doch, Mutter! Ich habe es bisher nicht gewußt, aber heute begreife ich plötzlich, wie sehr du mit allem hier ringsum verwachsen bist, daß du die Geschichte der Gärtner Westkamp als deine Ge­schichte empfindest und in den derben Sachsenhäufer Gärtnern mehr meine Ahnen siehst als in den Vor­fahren deines Vaters. Und heute begreife ich des­halb auch voll und ganz, wie leid es dir tun muß, daß ich kein Gärtner geworden, daß ich nur helfe, um gelegentlich eine Arbeitskraft zu sparen."

Er strich sich über das dichte Blondhaar; ein wenig Erde blieb daran haften, und dann lächelte er versonnen.

Arzt zu werden, das lockte mich immer! Da kreisen Blutkörperchen in meinem Körper, die du mitgebracht, die dir dein Vater gegeben. Und eigent­lich schaffe ich doch gern im Garten und Feld, fühle mich wohler unter Gottes freiem Himmel als in dumpfen Stuben."

Seine Augen leuchteten auf.

Es schadet ja nichts, daß ich mein Abitur ge­macht, und was ich bisher von der Medizin gelernt, schadet mir auch nichts, aber ich hab mein letztes Semester hinter mir. Mutter, die Reibe der Gärtner Westkamp darf noch nicht aufhören/

Er schlug sich auf die Brust und rief froh:

Von heute an gibt es wieder einen Gärtner Westkamp!"

Frau Charlottes frische Gesichtsfarbe erblich jäh, so sehr bewegte sie die Neuigkeit. Eine frohere gab es ja nicht für sie auf Gottes weiter Welt. Zwei große Tränen rollten langsam aus ihren Augen, und ihr Kinn zuckte, als zwänge sie gewaltsam ein Schluchzen nieder.

Er lachte.

Mutter, sei froh und vergnügt! Ich bringe kein Opfer, das fühle ich."

Sie wandte sich ab, rief ihm über die Schulter zu:

Ich bin froh, mein Bub! Sehr froh und dankbar bin ich dir sehr dankbar binAch dir. Aber auch übergroße Freude kann manchmal wie übergroßer Schmerz wirken. Ich muß jetzt ein Weil­chen allein sein."

Sie eilte in der Richtung des kleinen Hauses davon, und er sah ihr zufrieden nach, fang ein altes, dummes Liedchen:

Ich bin ä Gärtnerborfch,

Man nennt mich Aeppelfchorfch, Verkauf Kraut un Rüwe Un tu die Mädche liebe!"

In ihrem Zimmer aber trat Frau Charlotte Westkamp vor das große gemalte Bild ihres Mannes, das er ihr einmal geschenkt. Wenn es auch kein großer Künstler gemalt hatte, wer er darauf sehr gut getroffen. Ein bißchen rauher sah der Vater aus als der Sohn, aber die Ähnlichkeit zwischen beiden war sehr stark ausgeprägt.

Die Frau blickte zu dem Bilde auf und sagte, als rede sie mit einem lebendigen Menschen:

Sei zufrieden, Westkamp! Dein Junge wird ein Gärtner, wie du es gewesen!"

Draußen hatte sich ein leichter Wind erhoben, der drückte den Zweig einer sehr nahestehenden Akazie gegen das Fenster. Es gab ein leises Ge­räusch, das klang, als poche eine unsichtbare Hand an die Scheibe.

Frau Westkamp blickte stumm zu dem Bilde empor und mußte denken: ihr Mann, dem sie über das Grab hinaus Liebe und Treue bewahrt, hatte ihr ein Zeichen aus dem Jenseits gegeben, daß er zrfrieden war mit Frau und Sohn.

Zehntes Kapitel.

Wie frohgestimmt Detlef Westkamp heute war! Das Rad ließ er zu Haufe, fuhr mit der Elektrischen den ziemlich weiten Weg nach der Vorstadt Born­heim hinüber. Auf und ab wanderte er drüben durch die Straßen und Gäßchen, und endlich, als er heute kaum noch auf eine Begegnung zu hoffen gewagt, sah er Donata Olden vor sich.

Er ging sofort auf sie zu, bat leise:

Vergeben Sie mir, Donata! Ich konnte nicht fortbleiben ich hatte zu große Sehnsucht nach Ihnen!"

Sie machte keinen Versuch, weiterzugehen, und ihre Stimme war nicht ganz fest, als sie erwiderte:

So? Und da haben Sie so lange gewartet? Ich habe gedacht--"

Was sie gedacht, verschluckte sie, und er empfand Freude, daß alles so glatt ging, und er fand: Mütter waren doch recht klug. Sie gingen neben­einander her und landeten auf dem Nußberg.

Es war an dem Abend ganz sommerwarm, und sie wählten eine leere Bank, ließen sich darauf nieder. Er haschte sanft nach ihrer Linken, die ihm nahe lag.

Sind Sie mir auch wirklich nicht böse, Donata?" Sie schüttelte den Kopf.

Es ist eigentlich dumm, auf einen Menschen böse zu sein, den man gern hat nicht wahr? Es war natürlich albern von mir das Weglaufen. Wenn ich Ihnen gesagt hätte: es gehört sich nicht, daß Sie mich heimlich küssen, würden Sie es ja auch nicht wiedergetan haben."

Es gelang ihm, ernst zu bleiben.

Natürlich hätte das genügt", versicherte er.

Aber dann nahm ihn doch der Schelm beim Wickel, er fragte leise:

Wenn es sich nicht gehört, daß ich Sie heimlich küsse, wie wäre es damit, wenn ich Sie unheimlich küssen würde?!"

Sie fuhr auf:

Das ist, das ist--"

Er langte sich wieder ihre Hand.

IDonata, liebe Donata bitte, nicht zürnen! Sie sagten doch vorhin selbst, es wäre dumm, auf einen Menschen böse zu sein, den man gern hat."

Er preßte ihre Hand fester in der feinen.

Liebe Donata, Mädel, nicht wieder böse sein! Es wäre gräßlich, wenn ich wieder ein Weilchen so zerknirscht durchs Leben gehen müßte wie letzthin. Es war nichts weniger als schön, und doch war es zu etwas gut."

Es war ja Abend, und die Gesichter beider lagen wie hinter leichten Schatten geborgen. Man sah die Züge gegenseitig nicht scharf wie beim Tageslicht.

Sie fragte:

Zu was war es gut?"

Sie ließ ihm die Hand, die er warm und zärtlich in der feinen hielt.

Ich hab mein Studium aufgegeben", bekannte er,hab mich ganz rasch entschlossen, ohne mir oder anderen erst den Kopf heiß zu machen, Gärt­ner zu werden, wie es mein Vater und feine Vor­väter gewesen. Dreihundert Jahre Sachsenhäuser Gärtnergeschichte stehen hinter den Westkamps. Das will etwas heißen nicht wahr? Ich wollte Arzt werden wie Mutters Vater, hab allerdings erst ein bißchen spät mit dem Studium angefangen, aber vorher tüchtig in Mutters Gärtnereibetrieb gear­beitet. Hab das auch neben dem Studium weiter getan, und heute habe ich mich entschieden..."

Standartenkapelle 116, am gestrigen Sonntag das Stadttheaterorchester auf erhöhtem Musikpodium saß. Flotte und gute Musik trug sehr wesentlich zur Steigerung der Stimmung bei. Rheinlieber und Weinlieder wurden gemeinsam mit Musikbegleitung gesungen, nachdem vorher als Vertreter der Deut­schen Arbeitsfront am Samstagabend Kreisbetriebs« zellenleiter Wagner in einer kurzen Ansprache auf den ideellen Zweck dieses Winzerfestes hingewie­sen und dabei die enge und unlösliche Verbunden­heit aller Deutschen mit dem deutschen Rhein be­sonders betont hatte. Dann erklangen auch flotte Tanzweisen, zu denen nicht nur im Parterre auf den Tanzflächen, sondern auch auf den Galerien überall, wo es nur eben einigermaßen ging, eifrig gescherbelt wurde. Dazu gab es ein Stöfschen, das nicht nur sehr billig das große Glas 25 Pf. war, sondern auch gut und sehr trinkbar. Kein Wunder, daß überall die allerbeste Stimmung herrschte und die meisten den Gedanken an den Heimweg noch lange und noch immer nicht faßten, weil's eben gar zu schön war. Viele sollen aus eigener Beobachtung können mir es nicht ver­merken erst reichlich früh am Sonntagmorgen denvollen Rückzug" angetreten haben... Echtes Winzerfest...

*

Der gestrige Sonntagnachmittag brachte, ebenso wie der Abend, wieder Großbetrieb in der Volkshalle. Während der Nachmittagsstunden waren erfreulicherweise auch die Volksgenossen und Dolks- aenossinnen aus den Landorten in sehr großer Zahl erschienen, die sich gemeinsam mit dem Gieße­ner Stadtvolk der genußreichen Stunden erfreuten. Die Volkshalle war genau so voll, ja überfüllt, wie am Samstagabend. Viele standen und drängten sich in den Gängen, besonders in der Nähe der Bühne, um hier den Darbietungen unserer Stadt­theatermitglieder aus nächster Nähe folgen zu können. Aber auch auf den Galerien schob sich wiederum eine große Menschenmenge hin und her.

Die Darbietungen des Nachmittags wurden von Mitgliedern unseres Stadttheaters bestritten. Unser Stadttheater-Dramaturg Paul Nieren, der in letzter Stunde für den ursprünglich vorgesehenen Herrn W r e d e die Leitung der Vortragsfolge übernommen hatte, war wiederum, wie schon bei manchen früheren Gelegenheiten, ein fesselnder und guter Ansager, der es verstand, Stimmung in Schwung zu bringen und sie trefflich zu halten. Herr Hub als Sänger eröffnete den Reigen der Darbietungen mit einem Rheinlied. Gießener Sängerknaben in schmucker Studententracht aus der Biedermeierzeit fangen das LiedGrüß mir das blonde Kind am Rhein" und denHohen­friedberger Marsch". Maja von Rabenau tanzte als Spitzentanz den Pizzicato-Polka, sie wurde ab­gelöst von Frau Perry mit den acht Sänger­knaben als Refrainsänger des LiedesWenn am Rhein die ersten Kirschen blühen". In fescher Husarenuniform tanzte Leni Haase auf Spitze den MarschAlte Kameraden". Als neues Mit­glied unseres Stadttheater-Ensembles stellte sich die Operetten-Soubrette Hansi S a l z m a n n mit dem WalzerliebNur ein Walzer" vor. Maja von Rabenau tanzte den Winzerwalzer, Leni Haase die ulkige TanzgroteskeIst im Radio Tanzmusik?". Das Stadttheatermitglied Karl Tank sang mit klangschöner Stimme die Komposition von Paul BuchwaldGruß an die Saar". Den Abschluß der Darbietungen bildeten wieder die acht Sän­gerknaben mit den beiden VolksliedernHeim­weh" undDas Wandern ist des Müllers Lust". Den musikalischen Teil bestritt in ausgezeichneter Weise das Stadttheaterorchester unter der Stabführung von Fritz C u j ; nicht zu vergessen Albert Krämers Begleitung auf dem Bandonion. Sämtliche Darbietungen unserer Gießener Theater­leute fanden verdientermaßen den stärksten Beifall der riesigen Besuchermenge, die sich von unseren Künstlern in trefflichster Weise unterhalten sah. Der übrige Teil des Nachmittags brachte bei Tanz und frohgestimmter Geselligkeit allen Besuchern ein schönes Erlebnis, das durch die guten Bewirtungs-

Er schwieg ein Weilchen. Vielleicht dachte er, sie würde etwas äußern.

Doch sie schwieg ebenfalls, und er schloß:

Es gibt Aerzte genug, viel zu viele drängen sich noch dazu. Warum soll ich, der ich mein Brot woanders haben kann, irgendeinem tüchtigen Kerl den Platz wegnehmen?! Mutter wäre sonst nur auf fremde Hilfe angewiesen, und eines Tages ginge es doch zu Ende. So bin ich ein neues Glied in der Kette meiner Gärtnervorfahren, und wer weiß, vielleicht sitzen in hundert Jahren immer noch Westkamps drüben auf unserer Scholle in Sachsen­hausen."

Sie sagte leise und anerkennend:

Es gefällt mir, wie Sie das auffassen."

Er fragte:

Gefällt es Ihnen wirklich? Die meisten jungen Damen freuen sich doch darüber, wenn ihnen ein Studierter den Hof macht."

Na, ich gehör net zu bene Gäns, und wenn Se mich so einschätze, könne Se mer gestohle bleibe! Verstanne?"

Er lachte laut auf. Oh, tat ihm jetzt der Dialekt aus dem Munde der schönen Donata Olden wohl! Wenn sie in den heimatlichen Dialekt verfiel, war sie ärgerlich. Aber der Aerger schmeichelte ihm.

Er konnte nicht anders, als leise zu sagen:

Mädel, liebes, wie froh bin ich, daß es dich nicht stört, weil ich jetzt nur noch einfacher Gärtner bin."

Sie fühlte ihr Herz schlagen, und matt kam ihr Einwand:

Ei, feit wann dürfe Sie dannbu" über mich sage?"

Er lachte mieber.

Seit ich weiß, was für ein golbenes, süßes Mäbel bu bist."

Er hatte babei schon seinen Arm um ihre Schul­tern gelegt unb flüsterte:

Wozu sollen wir bas Glück nicht einlassen, bas vor unserer Tür steht, Donata? Ich habe bich lieb vom ersten Augenblick an, seit ich bich kenne! Und bu magst mich gern, wie bu schon zugegeben hast. Vielleicht ist's auch schon mehr, was bu für mich empfinbeft, unb bu weißt es nur selbst nicht. Das soll manchmal so mit ber Liebe sein."

Er bog mit ber Hanb, bie auf ihrer rechten Schulter lag, ihren Kopf sanft näher.

Ich will bir keinen Kuß mehr aufzwingen wie an jenem Abenb, Kinb, aber ich möchte bir mieber- holen: ich habe bich sehr lieb! Unb als ich bich gestorben glaubte, habe ich sehr gelitten. Ich wäre unenblich glücklich, wenn..."

Er beenbete ben Satz nicht, denn er fühlte deut­lich, wie sich ihr Kopf freiwillig näherschob.

Es war keine Nachbarschaft vorhanden, und da wagte er es und küßte sie wieder.

(Fortsetzung folgt.)