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Montag, 3. September 1954

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Nr. 205 Drittes Blatt

Oer Tag der Hunderttausend in Frankfurt a.M.

Oie Hitlerjugend von Gießen und Oberheffen beim Aufmarsch.

(Eigene Äildberichierstattung des Gießener Anzeigers.)

Blick vom Kommandoturm auf das riesige Zeltlager der HI. im Ostpark.

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Gießener Jugend im Lager bei lustigem Spiel.

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Auf dem Marsch vom Ostpark zum Stadion: Die Fahne des Bannes 116. Im Hintergrund der Frankfurter Dom.

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Ein Rückblick.

(Eigenbericht des Gießener Anzeigers.)

Aus der Jugend, wenn sie sich so wie vorgestern und gestern in großen Massen zusammenfindet, spricht deutlicher ihr Wesen als Träger der Zu­kunft, die vorwärtstragende Kraft, als wenn wir ihr in kleinen Gruppen oder im einzelnen begeg­nen. Der Schwerpunkt der Tage der Hundert­tausend in Frankfurt a. M. lag deshalb nicht auf den äußeren Erscheinungen, sondern auf dem Ge­meinschaftsgedanken im Dien sie des

Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger (links) im Gespräch mit dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach (links) und dessen Adjutanten.

Volkes und des Vaterlandes. Man weiß um den Gemeinschaftsgedanken in der neuen deut­schen Jugend sinnfälliger kommt er aber zum Ausdruck in den Ereignissen, die die Tage in Frank­furt a. M. brachten.

Die ungeheure Menge junger deutscher Menschen bewegte sich in blockartiger Geschlossenheit über große Räume, wurde geführt und ließ sich führen aus dem Gemeinschaftsgedanken heraus und im Geiste einer freiwilligen, disziplinierten Unterord­nung. Einzigartig das Ausmaß der geleisteten organisatorischen Arbeit!

In zwei großen Lagern waren je 50 000 Jun­gens zusammengezogen. Wer durch die Laaer­straßen ging, fühlte die große Einheit, die hier waltete. In der Nacht zum Samstag rollten viele Züge nach Frankfurt a. M., aus Oberhessen, aus den anderen hessischen Provinzen, aus Hessen-Nassau und aus ber Pfalz. Tausende marschierten zur gleichen Stunde der Ankunft noch in die glänzend vorbereiteten Lager.

Die Gießener Hitler-Jugend kam gegen 1.30 Uhr (Samstag) in Frankfurt an. Schwere, etwas feuchte und kalte Luft lag über den Lagerplätzen, als sich die Jungens in das Stroh gruben, sich in die mitgebrachten Decken wickel­ten. Die Nacht war kalt.

Aber frohgemut sah sie die ausgehende Sonne am anderen Morgen wieder. Einige gymnastische Uebinp gen die Glieder wurden wieder warm und ge­lenkig. Frühstück, eine freie Stunde, mit Spiel aus- gefüllt dann kam der Reichsjugendführer, im Flugzeug von Berlin. Er besichtigte das Lager, wäh­rend die Jugend zwischen den Zelten angetreten stand und die Fahnengruppen in langer Reihe, tadellos ausgerichtet, in derAdolf-Hitler-Straße" (der Hauptstraße des Lagers der Hitlerjugend) Auf­stellung genommen hatten. Von der Höhe des Tur­mes aus bot sich ein Bild von phantastischer Schön­heit der Ordnung.

Dem Reichsjugendführer leuchtete die Freude über diese Jugend aus den Augen. Die Jugend sah ihren

Führer mit der Freude der Begeisterung. Im Lager des Jungvolks ein ähnliches Bild

Einige Worte über das Lager: Tadellos ausge­richtet standen Hunderte von großen, etwa 10 Meter langen Zelten. Symmetrisch führten einige Straßen hindurch. Sie trugen die Namen der gefallenen Kämpfer der Hitlerjugend. Eine sinnvolle Ehrung!

Ein etwa 20 Meter hoher, breiter Kommandoturm überragte das Lager und gestattete einen beherr­schenden Blick. Durch starke Lautsprecher übertragen, klangen kurze Kommandos klar über den weiten Plan. Für die Bannführungen waren schöne Rund­spitzzelte erstellt worden, die Lagerleitung hatte ein eigenes großes Zelt, eine Postanstalt war eingerich­tet, Sanitätszelte waren erstellt worden. Für die Sportler, die in ^tannschaften die einzelnen Banne vertraten, war ein besonderes Lager (über dem Teich) geschaffen.

Als am Samstag mittag eine kräftige Erbsen­suppe mit Speck verzehrt war (es gab einen tüch­tigen Schlag) mußten sich die Kolonnen und Fah­nengruppen zum Marsch zum Stadion formieren. Bald löste sich die erste Säule aus dem Lager. In größerem zeitlichen Abstand folgte die zweite, in der auch die o b er h e s si sch e HI. marschierte: die dritte folgte.

Der Marsch ein Werbemarsch erster Ord­nung, gleichzeitig eine Demonstration der Kraft in der Jugend führte auf verschiedenen Wegen durch das Zentrum der Stadt, über den Main, hinaus zum Stadion. Ein feines Bild, als die Jugend mit ihren leuchtenden Fahnen im Glanze der Mittagssonne durch das alte Frankfurt marschierte!

Nach zweistündigem Marsch war das Stadion er­reicht. Gegen 16.30 Uhr füllten 50 000 Hitlerjungens mit ihren Braunhemden das weite Rund. Kaum reichte der Platz aus. Sie kletterten auf Dächer und Zinnen des Tribünenhauses. Im Kessel des amphi- tj-satralisch aufgebauten Stadions entwickelte sich eine Gemeinsamkeit, wie selten so stark erlebt werden kann. Viestimmiger Jubel brach ai|s, als der Reichsjugendführer an irgend einer Stelle des Sta­dions erschien.

Aus den vieltausendfaltigen Rufen lösten sich aber rasch und klar Worte im Sprechchor. Wir wollen unseren Reichsjugendführer sehen!

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Der Reichsjugendführer verfolgt mit großem Interesse die Sportwettkämpfe der HI.

Reichsjugendführer wir helfen!" fordernd klang es im Sprechchorhierher Reichsjugend­führer!" bis er sich dessen nicht mehr ver­schließen konnte und langsamen Schrittes auf der Aschenbahn um das Oval ging. Unendlicher Jubel überall da, wo er gerade stand, ging,

Bann 116: Die Gießener HI. auf dem Marsch durch das alte Frankfurt. Der Reichsjugendführer stürmisch umjubelt,

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