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Das Malta -es Pazifik.

Rabaul im ehemals deutschen Bismarck-Archipel wird englischer Zlolienstühpunkt

Die Engländer haben es selten für notwendig gehalten, über militärische Fragen viele Worte zu verlieren. So wie der englische Offizier, soweit er nicht im Dienste ist, die Uniform ablegt und sich als Zivilist unauffällig unter die Zivilisten mischt, so auch die Politik. Sie schiebt militärische Erforder­nisse in den Hintergrund. Sie legt wenig Wert darauf, das eigene Volk und die Mitwelt durch Abbildung von Paraden und von Hebungen ständig davon in Kenntnis zu setzen, daß auch im eigenen Lande eifrig gerüstet wird. Noch schweigsamer ist sie aber in bezug auf die Flotte und auf den Ausbau der britischen Verteidigungsposten in der ganzen Welt. Ein bezeichnendes Beispiel dafür ist Singapore.

Man weiß, daß das an der äußersten Spitze der langen Halbinsel, die vom asiatischen Festland zu den Sunda-Jnseln herüberreicht, liegende Singapore strategisch die Straße von Malakka, durch die der Weg vom Indischen Ozean nach dem Chine­sischen Meer und nach Australien führt, völlig be­herrscht. Ursprünglich wohl als reine Handelsnieder­lassung gedacht, verriet die Gründung und Ent­wicklung Singapores doch einen ausgezeichneten Blick für militärische Notwendigkeiten. Wie ein riesiger Riegel liegt der Sunda-Archipel schützend vor Indien. Da er sich größtenteils im Besitz der Niederlande befindet, so ergab sich für England erst recht die Notwendigkeit, seinen kleinen Besitz an der Straße von Malakka durch den Ausbau Singapores zu einer mächtigen Festung und durch die Anlage eines Marinestützpunktes zu sichern.

Nach englischen Blättermeldungen herrscht dort zur Zeit eine fieberhafte Tätigkeit. Es wird an einem Trockendock gearbeitet, das die größten Schlachtschiffe aufnehmen kann; unterirdische Flugzeughallen, Kasernen und Repa­ratur-Werkstätten werden gebaut und eine neue große Funkstation errichtet. Sollten selbst Su­matra, Java, Celebes und Niederländisch-Borneo einer feindlichen Macht in die Hände fallen, so würde dieser der Weg nach Indien noch nicht frei- fteben, da Singapore die Malakka-Straße auch wei­terhin sperren würde. Durch seine Festsetzung auf Nord-Borneo hat England außerdem für eine starke östliche Flankendeckung im südchinesi- schen Meer gesorgt.

Die englische Admiralität hat sich dennoch die Frage gestellt, ob Singapore allein genüge, um die Verteidigung des britischen Reiches im pazifischen Ozean zu sichern. Diese Frage war berechtigt, da natürlich, genau so gut wie Indien, auch Austra- lien und Neu-Seeland feindlichen Angrif­fen ausgesetzt sein können. Schließlich ist sogar der Fall möglich, daß sich die britische Flotte mitten im Pazifischen Ozean schlagen müßte. Singapore aber liegt an der äußersten westlichen Grenze des Pazi­fik, ist also zu weit entfernt, um einer bort* operie­renden Flotte eine wirksame Hilfe zu fein. Ein zweiter Flottenstützpunkt ist notwendig, und so fiel die Wahl der britischen Admiralität auf den einst im deutschen Besitz befindlichen Bismarck-Ar­chipel. In der Weißen Bucht der Insel Neu- Pommern, die heute Neubritain heißt, liegt der Hafenort Rabaul. Dor dem Kriege war es der Mittelpunkt des Handels mit Kokosnüssen und Kopra-Oel. Heute ist es eine verhältnismäßig große

Stadt, in der es sogar die neuesten Pariser Moden zu kaufen gibt. Rabaul liegt an der Spitze einer Halbinsel, deren Verbindung mit der Hauptinsel eine schmale Landzunge bildet. Hohe Gebirge am Rande der Weißen BuchL schützen den Hafen von allen Seiten und bilden ein außerordentlich günsti­ges Terrain für den Einbau von Festungsanlagen.

Im Gegensatz zu dem auf dem benachbarten bri- tisch Neu-Guinea liegenden Hafen Port Mo­resby ist Rabaul ein schmuckes Städtchen. Wie überall haben hier die deutschen Kolonisatoren als Erstes Bäume gepflanzt und schöne schattige Alleen angelegt. Bis um die Mitte des vergangenen Jahr­hunderts waren die Süd-See-Jnseln, zu denen ja auch das Bismarck-Archipel gehört, unbekanntes Land. Politisch gehörten sie zu Spanien, das aber nichts mit ihnen anzufangen wußte. Von den Phi­lippinen aus wurden nur die Marianen und Karo­linen etwas kolonisiert. Der ganze Handel beschränkte sich bis etwa 1800 auf ein einziges sogenanntes China-Schiff, das als einsamer Segler einmal im Jahre über den weltverlorenen Ozean von Acapulco an der südamerikanischen Küste nach Manila segelte, um chinesische Seide an den vizeköniglichen Hof in Lima zu bringen.

In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhun­derts hätte die preußische FregatteV i - n e t a", die den Pazifik befuhr, noch die halbe Inselwelt der Südsee annektieren können. Später kamen Missionare und dann Kauffahrtei-Fahrer, un­ter ihnen die Hamburger Godefroys, die Sta­tionen anlegten und Niederlassungen gründeten. In England kümmerte man sich wenig darum und hätte sicherlich nichts dagegen gehabt, wenn Deutschland zugegriffen hätte. Nur in Australien sah man mit Verbitterung und Neid das deutsche Vordringen in der Südfee, und man fühlte sich be­droht, als 1884 bie beutf che Flagge auf Neu-Guinea gehißt wurde. Von ben Gefühlen ber Australier, einem Gemisch aus Neib, Eifersucht unb Angst, hat man in Deutschland wenig gewußt. Die weitverbreitete Gleichgültigkeit unb Gebankenlosig- keit gegenüber allen kolonialen Fragen war bei ben Subsee-Kolonen befonbers stark. Daß bie beut- schen Kolonien, mit Ausnahme Ost-Afrikas, fo rasch verloren gingen, war Schuld einer außen­politischem Leitung, bie ihre militärische Sicherung mißachten zu können glaubte und sich mit dem Schlagwort beruhigte, daß die Kolonien in der Hei­mat verteidigt werden.

Dennoch war es gar nicht so leicht für die Australier, von dem Bismarck-Archipel Besitz zu er­greifen. 1500 Mann wurden am 11. September 1914 gelandet, um 46 Deutsche, größtenteils Reservisten zu bekriegen. Das Ende war eine ehren­volle Uebergabe, bei der den Deutschen nicht nur ihre Freiheit, sondern auch ihre Plantagen belassen wurden. Nach dem Kriege und durch die Raubbe- ftimmungen der Versailler Diktats wurde das Ver­hältnis zwischen den deutschen Pflanzern und der australischen Mandatsregierung freilich immer ge­spannter. Erst als General Wisdom die Verwal­tung des Mandatslandes übernahm, ebbte, das gegenseitige Mißtrauen etwas ab. Heute nun ist der 'Hauptort des Bismarck-Archipels, Rabaul, kein Südsee-Traum mehr wie Bali, sondern ein recht

modernes Städtchen, in dem es mehr Autos gibt als Weiße; es ist der neue große und wichtige Flottenstützpunkt der Engländer, bas Malta bes Pazifistischen Ozeans.

Kleine politische Nachrichten.

Zur Durchführung ber burch bie erste Verorb- nung über ben vorläufigen Aufbau bes Reichs- nährstanbes hinsichtlich ber ßanbarbeiter getroffenen Regelung, wonach bie Landarbeiter zum Reichsnährstand gehören unb bem Reichsnähr- ftanb bie Ausgabe obliegt, seine Angehörigen zu einer lebenskräftigen Stütze für ben Aufbau unb bie Kräftigung bes deutschen Volkes zufammenzu- fchließen, hat ber Reichsminifter für Ernährung unb Lanbwirtschaft ben ßanbarbeiter Helmut Reinke, MdR., als Reichskommiffar für ßanbarbeiterfragen bestellt.

*

Zu ber Melbung besDaily Telegraph" über bie beabsichtigte Bilbung einesfozialifti- fchen Flügels" innerhalb ber Faschi­stischen Partei verbreitet bie Agentur Stefanl folgendes Dementi:Die von bem Mailänber Berichterstatter besDaily Telegraph" verbreiteten Nachrichten über bie früheren Sozialisten in Mai- lanb entbehren jeher G r u n b l a g e.

Wettervoraussage.

lieber dem Festland ist ber ßuftbrucf weiter an» gestiegen unb füllt einerseits bie Balkanstörung auf, während er andererseits die kräftige Störung über Südskandinavien nach ben britischen Inseln zurück- gebrängt hat, wo sie sich allerbings noch vertiefte Wenn auch an ber Vorberseite bieses Tiefs noch feuchtwarme ßuft nach bem Festlanb beförbert wirb, fo kommt es in ben Morgenstunben zuerst nur zu verbreiteten Dunst- unb Nebelbildungen, ba bas Hoch über Sübbeutfchlanb unb ben Alpen wetter­wirksamer ist, unb vorwiegenb heiteres Wetter be- bingen wirb. Abgesehen non vereinzelten Gewitter­störungen gestaltet sich bas Wetter trocken, unb bie Temperaturen steigen bei erhöhter Einstrahlung tagsüber stärker an, währenb es nachs roieber recht kalt wirb.

Voraussage für Dienstag : Dunstig und zeitweise wolkig, tagsüber vorwiegenb heiter und wärmer, nachts recht frisch, meist trocken.

Voraussage für Mittwoch: Fortbauer ber spätsommerlichen Wetterlage.

ßufttemperaturen am 2. September: mittags 16,9 Grab Celsius, abenbs 8,8 Grab; am 3. September: morgens 5,6 Grab. Maximum 18,2 Grab, Minimum 4,3 Grab. Erbtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. September: abenbs 15,7 Grab; am 3. September: morgens 11,9 Grab. Sonnenscheinbauer 4,8 Stunden.

Eewinnauszug

3n ber heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne

über 150 M. gezogen

23948 331372

223738

174409

212388

200328

2126 6624 8198

77973 85180 90157 92701 94737 100380

300 M.

9491 12769 15246 16297

99673

187998

292358

67907 387758

9600

140810 234079

337799

119479

171694

214788

271544

336139

393646

19969

47326

56816

68888

84615

99201

138927

187647

225945

273969

341739

139955

201333

235703

289032

344513

334100

44986

35012

149634

241896

338646

156012

203601

249195

322272

374049

38724

159754

267355

345015

11033

63846

106028

166638

212102

262183

331683

378732

6073

19192 43431

55614 67715

76444

95350 107005 127082 138456

149586 163224 181205

203257 210789

219974

225938 236780

261181

273057 286845

294314 314768 330845 342694

351615 372397 389806

57390

187685

268197

350908

19715

46259

55882

68797 81699 99002

108110

129654

140351

150380

171186

185855 203797 212212

220134

226768

237312

262039

274743

286738 295656 322439

333671

344301

352834 377122 391137

2Ö00 TL 335082 1000 TL 120322 207724 327072

145386

202705

237506

315388

366403

101781

118576 134608

144931 158299

180409 194814

210239 216900

223868 235542

256432 269696 280261

290786 307285

328681 337547

349855 365257 387769 397003

32489

50086

61309 72891 94612

354 Gewinne zu :

7472 7837 8619

24325

49842

57446

71779

92511

116111

130917

141299

152630

173474

192763

207289

213700

220368

233024

237422

263846

275694

288810

300698

325396

333850

346749

357384 381702

395332

23181

47772

57082 71706

89994

100053 116393

133739 143367

154963 178276 194473 208203 214219 221778

234800 240507 268331 279438 289110

304731 327449 336814 349579 364062 383832 396917

4 Gewinne zu 10000 TL

2 Gewinne zu 5000 TL

8 Gewinne zu 3000 TL

1353 1481 4249

> 41791

i 55456

I 62036

75184 > 94968 103963 126504

137550 146961

162361 181123

198351 210669

217114

225673 235871

259975 269697

284596 294229

307723 328923

339024 350914 365874 388929

344932

14 Gewinne zu 224327 247111

44 Gewinne zu

98 Gewinne zu 500 TL ____ ____ ____

23790 25050 49801 51822 55462 63200

5. Klasse 43. Preußisch-Süddeutsche (269. Preuß.) Staals-Lotterie

21. Ziehungstag 31. August 1934

vn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen

6 Gewinne zu 5000 TL

4 Gewinne zu 3000 TL

8 Gewinne zu 2000 TL

13071 43769

264388 369146

36174 241609

313117

270405

9689 14890 17264 17466

118568

250618

388917

119255

249150

323039

388226

64436

168780

359569

100375

192216

276551

330057

397542

107517

246491

294471

375357

111606

246985

322508

380019

80715

185238

382814

32737

102258

232568

291407

334452

273800

328697

396396

378121 m

30 Gewinne zu 1000 TL 121852 137148 167475 254458 281132 328060

72 Gewinne zu 600 TL --------- .

51387 73593 75352 77399 82193 ------ ------ ------ 150789

3663 9091

300 TL

14617

27825

61066

69696

93171

19149

34659

57379

76631

103612 116493 135960 156876

176214

207168

219762

245189

249058 264018 274189 285653

299072

316753

337066

355158

362643

381390

389608

-93903

27299

48794

60774

87053

27463

48830

63549

87556

106541 123236 140863

165111

179142 208777 225300 247466

250069 265166 280928 289094

304478 317468 342777 358979

364428 381809 391984 399556

18869

30554

56660

74146

99203

112538

132623 152881

171358 187121

212164 241299 248016 258401

272715 283017 294576 314430 323828 351204 360897 366662 382930 393520

104936 121103 139155 163029 178607 208534 223743 246412 249874 264274 280177 287420

299240 316889 341507 358785 363107 381505 389789 394111

26317

40271

59539

84505

101366 116381

135600 155933 172990 206857

214131

241508

248961 259353

273522 284917

298172 315862 336925 352639 361404 374222 386985 393883

397836

302 Gewinne zu

16547

28544 54247 73484

94879

107501

129774

142865

167523

184762

211979 235859

247832 250513 266192 282695 290575 308143 318234 348302 360370 365802 382403

392191

20 Tagesprämien.

Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 RM gefallen, und zwar fe eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II:

155916 158301 162550

316700 322917 333981

163710 200219 306828

336599

Im Gewinnrade verblieben: 180 TageSprämien zu 1000 M. ferner 2 Gewinne zu 1000000, 2 zu 300000, 2 zu 80000, 4 zu 20000, 12 zu 10000, 58 zu 5000, 114 zu 8000, 264 zu 2000, 504 zu 1000; 1348 zu 500, 5350 zu 300 M.

Mein lieber Mann und guter Lebenskamerad, mein treubesorgter Vater

von derMse zurück

ist heute für immer von uns gegangen.

Gießen, am 1. September 1934.

5106 D

2326 A

51080

11.15 Ahr vormittags eröffnet.

Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 4. September, nachmittags 2 Uhn auf dem Neuen Friedhof statt Beileidsbesuche dankend verbeten.

In tiefer Trauer: Gertrud Bönnings Gerta Bönnings.

Die hessische Landesbank Staatsbank Darm­stadt, Pautusplah 1, wird zur Entschuldungsstelle ernannt.

Die Gläubiger werden aufgefordert, ihre An­sprüche bis zum 15. Oktober 1934 bei dem unter­zeichneten Amtsgericht anzumelden und die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meidung der in § 11 Absatz 2 des Entschuldungsgesetzes angedrohten Rechtsnachteile.

Gießen, den 28. August 1934.

Hessisches Amtsgericht.

und zum Bauen

Abermann

Danksagung.

Für die überaus herzliche Anteilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Ent­schlafenen, für die Kranz- und Blumen­spenden, sowie für die erhebenden Worte des Herrn Pfarrers Weisel sagen wir unseren herzlichsten Dank.

Familie Jakob Bepler.

Heuchelheim, den 3. September 1934.

________________________________________________5103 Dl

Herr Dipl.-Ing. Dr. phil. Rudolf Bünnings

Gewerbeschulrat

Diese Bücher können von jeder Buchhandlung bezogen werden

Hugo Bermühler Verlag . Berlin-Lichterfelde

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Goethestraße 44

Von der Schönheit der deutschen Heimat und von ihrer Erhaltung und Pflege berichten in Bild und Wort die folgenden reich bebilderten Bücher:

ßro. E. 56 (a) /1934.

Beschluß.

lieber den landwirtschaftlichen Betrieb (Eigen­tümer-Pächter-Betrieb) des Friedrich Kissel I. und dessen Ehefrau Katharine, geb. Düringer, in Gar­benteich wird das Entschuldungsverfahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom 1. Juni 1933 heute um

Nächsten Mittwoch, den 5. September, findet bie Versteigerung des Gemeindeobstes (hauptsächlich Zwetschen) statt. Anfang 13 Uhr am Ortsausgang Garbenteich.

Dorf-Gill, 31. August 1934. 5104D

Hessische Bürgermeisterei Dors-Gill.

K n ö p p e r.

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