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Die Mitgliedschaft bei der Deutschen Arbeitsfront.

Heber die Mitgliedschaft bei der Deutschen Ar­beitsfront hat der Stabsleiter der PO. und Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Robert Ley um­fangreiche Richtlinien erlassen, von denen wir heute folgende veröffentlichen:

Aufgaben.

1. Die Deutsche Arbeitsfront hat folgende Auf­gaben durchzuführen:

a) die weltanschauliche Erziehung aller Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront zum Na­tionalsozialismus;

b) die Erfüllung derimGefetzzurOrdnung der nationalen Arbeit gestellten Auf­gaben;

c) die arbeite- und sozialrechtliche Betreuung aller Mitglieder;

d) die Berufsausbildung;

e) die Schaffung und Verwaltung von Unter­stützungseinrichtungen für die Mit­glieder;

f) die Wirtschaft sch efriedung durch Zu­sammenarbeit der Reichsbetriebsgemeinschaften mit den Hauptwirtschaftsgruppen und den Treu­händern der Arbeit;

g) bie gesamte Freizeitgestaltung durch die RS.-GemeinschaftKraft durch Freude";

h) sonstige Aufgaben, die vom Führer Adolf Hitler der Deutschen Arbeitsfront aufgegeben werden.

Arten der Mitgliedschaft.

I 2. Die Deutsche Arbeitsfront unterscheidet:

a) Einzelmitglieder.

1. Einzelmitglieder sind diejenigen Mitglieder, die von den früheren Gewerkschaften in die Deutsche Arbeitsfront übergetreten sind, die Mitglieder der GHG., der NS.-Hago und diejenigen, die seit Be­stehen der Deutschen Arbeitsfront als Mitglied aus­genommen worden sind.

2. Alle reichsdeutschen und auslandsdeutschen schaffenden, nicht dauernd erwerbsunfähigen Volks­genossen können die Einzelmitgliedschaft erwerben, soweit sie rein arischer Abstammung sind und so­weit sie nicht einer der Deutschen Arbeitsfront kor­porativ angescblossenen Organisation angehören bzw. als Angehörige bestimmter Berufe und Be­rufsgruppen zur Zugehörigkeit zu einer der Deut­schen Arbeitsfront entsprechenden Organisation ver­pflichtet sind oder angehalten werden (Doppelmit­gliedschaftsverordnung).

3. Ausländer können mit Genehmigung des Zentralbüros der Deutschen Arbeitsfront für die Dauer ihres Aufenthaltes im*Reiche Einzelmit­glieder werden. Sie werden nur vom Schatzamt im Zentralbüro der Deutschen Arbeitsfront, Berlin, erfaßt.

4. Einzelmitglieder der Deutschen Arbeitsfront sind ohne Zahlung eines Sonderbeitrages und ohne besondere Aufnahmeformalitäten Mitalieder der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude .

b) Korporative Mitglieder.

1. Diese sind erst infolge ihrer Zugehörigkeit zu einer Organisation, die korporativ der Deutschen Arbeitsfront beigetreten ist, Mitglieder der Deut­schen Arbeitsfront.

2. Der korporative Beitritt einer Organisation zur Deutschen Arbeitsfront bedeutet im Gegensatz zur Einzelmitgliedschaft nicht den gleichzeitigen Bei­tritt zur NS.-GemeinschaftKraft durch Freude". Der korporative Beitritt zur NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude" und der Umfang der Gegen­leistung der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" bleiben vielmehr besonderen Vereinbarungen Vor­behalten.

Leistungen

an Einzelmitglieder.

3. Die Deutsche Arbeitsfront gewährt ihren Ein­zelmitgliedern folgende Leistungen:

a) Berufsausbildung und -fortbildung,

b) Rechtsschutz und Maßgabe der Bestimmungen;

c) die Benutzung der Einrichtungen der NS.-Ge­meinschaftKraft durch Freude";

d) Unterstützungen im Rahmen der vorhandenen Mittel:

1. bei vorübergehender Erwerbsunfähigkeit durch Krankheit oder Arbeitslosigkeit;

2. bei dauernder Erwerbsunfähigkeit durch In­validität oder Alter;

3. bei sonstigen Notfällen bzw. bei besonderer Notlage in einzelnen Berufsgruppen nach Maßgabe besonderer Ausführungsbestim­mungen;

4. bei Eheschließung weiblicher Mitglieder;

5. bei Eintritt des Sterbefalles eines Fami­lienangehörigen oder des Mitgliedes;

6. bei Opfern der Arbeit.

Leistungen an korporative Mitglieder.

4. Der Umfang der Leistungen an korporative Mitglieder (2 b) richtet sich in jedem Falle nach den Vereinbarungen, die mit der korporativ bei­getretenen Organisation getroffen worden sind.

Aufnahme.

5. a) Die Aufnahme als Einzelmitglied £ur Deut­schen Arbeitsfront erfolgt durch Abgabe der vor­geschriebenen Beitrittserklärung gegen Entrichtung des Aufnahmebeitrages von 50 Pfennig sowie des ersten Monats- bzw. Wochenbeitrages.

b) Die Abgabe der Beitrittserklärung hat bei der Ortsgruppe der Deutschen Arbeitsfront zu erfolgen, in deren Wirkungsbereich der Äufnahmesuchende feine Betriebsgemeinschaft, Arbeitsstätte bzw. der Stellenlose feinen Wohnsitz hat.

c) Mit der Beitrittserklärung erkennt der Auf- nahmesuchende für sich die Verbindlichkeit der Richt­linien an.

d) Jedes in der Deutschen Arbeitsfront aufge­nommene Mitglied erhält eine Mitgliedskarte bzw. ein Mitgliedsbuch. Dieses bleibt Eigentum der Deutschen Arbeitsfront und ist auf Verlangen den Amtswaltern gegen eine Bescheinigung auszu­händigen.

Ablehnung der Aufnahme

6. a) Die Aufnahme kann vom Ortsgruppenwalter der Deutschen Arbeitsfront oder von einer überge- ordneten Dienststelle verweigert werden ohne daß die Deutsche Arbeitsfront zur Angabe der Gründe verpflichtet ist.

b) Gegen eine solche Entscheidung kann der Auf­nahmesuchende innerhalb eines Monats nach Ab­lehnung die Entscheidung des zuständigen Kreis- Walters (ober, wenn eine höhere Dienststelle als die Ortsgruppe die Ablehnung verfügt hat, das Zentral­

büro der Deutschen Arbeitsfront) anrufen. Dieser entscheidet, ohne zur Angabe von Gründen verpflich­tet zu sein, über die Aufnahme endgültig.

Aufhebung der Aufnahme.

7. a) Eine erfolgte Aufnahme kann von dem Kreiswalter oder einer übergeordneten Dienststelle innerhalb eines halben Jahres ohne Angabe von Gründen aufgehoben werden. Hiergegen ist ein Ein­spruch nicht möglich.

b) Die hiervon betroffenen Personen können inner­halb von zwei Monaten nach Zustellung des Aus­schlußbescheides bei den zuständigen Ortsgruppen der Deutschen Arbeitsfront die Rückzahlung des Bei­trages nicht aber der Aufnahmegebühr be­antragen.

c) Wird die Frist nicht eingehalten, so verfällt der Beitrag.

Austritt

aus derOeutschen Arbeitsfront

8. Der Austritt kann nur durch eine schriftliche Mitteilung an die zuständige Ortsgruppe der Deut­schen Arbeitsfront erfolgen. Er ist erst nach Erfül­lung aller Verpflichtungen für den Ersten des fol­genden Monats zulässig.

Erlöschen der Mitgliedschast.

9. Die Mitgliedschaft erlischt:

a) durch den Tod

b) durch Nichtzahlung von zwei Monatsbeiträgen, die nicht von der Ortsgruppe gestundet worden sind.

Ausschluß

aus der Deutschen Arbeitsfront.

10. a) Der Ausschluß eines Mitgliedes erfolgt auf Antrag des Ortsgruppenwalters oder einer über­geordneten Dienststelle durch den Kreiswalter unter ausführlicher Begründung:

1. wenn das Mitglied wissentlich im Verhältnis zu seinem Einkommen zu niedrige Beiträge be­zahlt hat;

2. wenn das Mitglied sich ohne stichhaltigen Grund von der Mitarbeit an der Deutschen Arbeitsfront oder fortgesetzt von der Teil­nahme an den Pflichtveranstaltungen oder Kur­sen fernhält;

3. wenn das Mitglied bewußt ein die Deutsche Arbeitsfront schädigendes Verhalten beweist;

4. wenn das Mitglied eine strafbare Handlung begangen hat, der eine ehrlose Gesinnung zu­grunde lag.

b) Gegen den Ausschluß gemäß Ziffer 10a 13 steht dem Ausgeschlossenen die Anrufung des Ent­scheides der nächsthöheren Dienststelle zu.

c) Die Anrufung hat binnen einem Monat nach Zustellung des Entscheides zu erfolgen.

d) Die begründete Entscheidung dieser Stelle ist endgültig.

Wirkung des Ausscheidens.

11. Mit dem Austritt aus der Deutschen Arbeits­front bzw. dem Erlöschen der Mitgliedschaft gemäß Ziffer 9 b sowie dem Ausschluß hören alle Anrechte auf die Leistungen der Deutschen Arbeitsfront auf.

Wiedereintritt.

12. a) Mitglieder, die ihren Austritt aus der Deutschen Arbeitsfront einmal erklärt haben, kön­nen im allgemeinen nur unter erschwerten Be­dingungen durch den zuständigen Kreiswalter wie­der in die Deutsche Arbeitsfront ausgenommen werden.

b) Die Wiederaufnahme von Mitgliedern ist aus­geschlossen, wenn der seinerzeitige Austritt nachge­wiesenermaßen einem der Volksgemeinschaft zu­widerlaufenden Verhalten entsprang.

c) Wiedereintretende Mitglieder können auch nicht gegen Nachzahlung der Beiträge in ihre alten An­rechte eingesetzt werden, sondern haben regelmäßig die für neu eintretende Mitglieder vorgeschriebene Wartezeit zu erfüllen.

d) Ist die Mitgliedschaft wegen Nichtbezahlung der Beiträge gemäß Absatz 9 b erloschen, so kann nach Begleichung derselben innerhalb einer zwei­monatigen Frist nach dem Zeitpunkt des Erlöschens die Mitgliedschaft mit Wahrung der alten Reckte wieder ausleben. Eine Unterstützungsanwartschaft oe- steht in diesem Falle jedoch erst nach Zahlung von sechs weiteren Monatsbeiträgen.

e) Die Wiederaufnahme von ausgeschlossenen Mitgliedern ist nur mit Genehmigung des Zentral­büros der Deutschen Arbeitsfront möglich.

Fortsetzung folgt.

Kleine Ballade vom Sauerkraut.

Cook, der Wettumsegler, und die Witwe Bolte schätzten es ganz besonders.

Jetzt ist Hochsaison in den Sauerkohlfabriken. Kohlköpfe laufen täglich waggonweise ein, verlassen nach Heuigen Wochen als Sauerkraut die Fabrik. Eine große Sauerkrautfabrik versendet jährlich etwa fünszigtausend Zentner Sauer­kohl. Sauerkraut ist Volksnahrungsmittel geworden.

Als harmloser Weißkohl kommt das Sauerkraut auf die Welt. Frachtwagen mit Bergen zartgrünen Weißkohls bepackt, halten im Hof der Sauerkraut­fabrik. Halten hochbepackt unten vor demB o t - t i ch r a u m", dicht vor dem Elevator. Arbeiter stehen da, zwei, drei Kohlköpfe werden in die Schaufel des Elevators geworfen und verschwinden in die Höhe. Die nächste Schaufel ist angefüllt, und immer wieder steigt der Kohl nach oben. Weiß­kohl am laufenden Band.

Aus einer Bodenöffnung regnet es Kohlblätter in einen leeren Lastwagen. Dicht daneben führt eine Treppe auf den Kohlboden. Gleich neben der Treppe, oben auf dem Kohlboden, steht ein Arbei­ter bis zu den Knien in einem Berge schlechter Kolsib lütter, die er durch dos Loch mit einer großen Heugabel schüttet, und nach unten regnen läßt. Äb- fallblätter, die als Viehfutter an die Melkereien gegeben werden.

Der Elevator spuckt unaufhörlich Kohlköpfe auf den Kohlboden. Die schweren Köpfe fallen dumpf in einen Korb. Männer in großen Schaftstiefeln kommen gerannt, packen den Korb mit einem Eisen­haken und ziehen ihn blitzschnell in eine Ecke zu zwei Arbeiterinnen, die flink die Köpfe packen und in eine Ecke auf einen großen Kohlhaufen werfen. Bald liegt der ungesäuberte Kohl meterhoch.

An der anderen Seite des Kohlberges stehen Ar­beiterinnen, eine Kiepe vor sich, ein großes, schar­fes Messer in den Händen. Sie putzen den Kohl.

Mancher Kopf wiegt vierundzwanzig Pfund. Der Holsteiner Kohl istdergrößteDickkop f. Da steht die Kohlschneidemaschine. Schnell sind die Wä­gelchen mit geputztem Kohl vollbepackt. Jetzt bohren zwei Frauen den Strunk der Köpfe mit der Ma­schine aus. Zwei andere Frauen schneiden mit der Sauerkrautmaschine die ausgebohrten Köpfe, die durch eine Röhre nach unten in dem großen Bottich verschwinden. r

Während oben, zwischen den Kohlköpfen alles wie in einem Ameisenhaufen durcheinanderläuft, Ma­schinen knattern, Frauen Kohlblätter fegen, die Kohlköpfe durch die Luft sausen, tritt unten im Bottichraum der Kohl seine große Wandlung an.

Aus aller Welt.

Verheerendes Unwetter über einer ungarischen Ortschaft.

lieber der im Tokayer Weingebiet gelegenen gro- ßen ungarischen Gemeinde Tarcal ging ein unge­heures Hagel- und Sturmwetter nieder. Die ganze Gegend war in tiefstes Dunkel gehüllt Es fielen Hagelkörner im Gewicht von 50 bis 60 Gramm. Die Landschaft zeigte in wemgen Sekun­den ein völlig winterliches Bild. Die Weinernte ist vernichtet, zahlloses Vieh ist umgekommen. Em mit einem Pferdefuhrwerk unterwegs befindlicher Bauer wurde mit seinem Pferde von dem Hagel erschla­gen. Zahlreiche Dorfbewohner haben zum Teil sehr schwere Verletzungen davongetragen. Die durch den Ort schäumenden Wassermassen drangen u. a. auch in die Ziegelfabrik ein und brachten die Kessel zur E x p l o s i o n. Durch den Luftdruck wur­den 18 Häuser vollkommen zertrümmert. Weitere hundert Häuser wurden durch das Unwetter zum Einsturz gebracht. Die immer hoher steigenden Was- fermaffen zwangen die Bewohner, auf Baumen und Dächern Rettung zu suchen, wo sie die ganze Nacht verbrachten. In den tiefer gelegenen Ortstellen hat sich ein riesiger See gebildet. Neben verschiedenen Hilfsexpeditionen ist auch das in Tokay stationierte Pionierbataillon zur Hilfe herangezogen worden. Wie die letzten Meldungen besagen, muß der Ort als völlig vernichtet angesehen werden. Die ungarische Regierung hat Maßnahmen getroffen.

Er wird jetzt gestampft unb bleibt bann, mit einem Deckel bedeckt und mit Steinen beschwert, etwa drei Wochen leicht gesalzen liegen.

Während dieser drei Wochen verwandelt er sich zum Sauerkraut. Bald hat das Kraut feinen an­genehm säuerlichen Geschmack. Wenn nach drei Wochen der Bottich geöffnet wird, wird das Sauer­kraut auf langen, mit Löchern durchbohrten Tischen ausgebreitet. Die Salzlake läuft ab, bevor das Kraut in die Dersandfässer verpackt wird. Wenn man es später im Geschäft kauft, muß es l ang- schnittig und f e st, weiß und zart aus­sehen, wenn esprima" fein soll. Selbst kleine Grünkramgeschäfte setzten im Winter etwa zwei Zentner die Woche um. In den letzten Jahren hat Amerika Sauerkraut von Deutschland übernommen, den deutschen Betrieb als Vorbild eingeführt und deutsche Maschinen gekauft. Man schreibt dort dem Sauerkraut Kräfte zu, die nicht nur dem Magen zugute kommen, sondern auch dem Gehirn. Und ohne Sauerkraut kein Student unb kein Exa­men. Schon hat sich in Amerika ein Sauertraut bunb gebildet. Der Bund wirbt für das Sauerkraut durch ein Sauerkrautbuch.

Sechzig Fässer Sauerkraut nahm Cook auf seine berühmte Weltumseglung mit, und berichtete im Jahre 1776 der Royal Society in London von dem hervorragenden Anteil, den das Sauerkraut an seinem Erfolge hatte. Drei Jahre und achtzehn Tage konnte er seine Mannschaft gesund halten, indem er ein- bis zweimal wöchentlich ein Pfund Sauer­kraut ausgab.

Sauerkrautesser scheinen übrigens nicht immer große Frauenkennen zu sein. Bei Uhland heißt es imMetzelsuppenlieb" unter anderem:

Wenn solch ein Fleischchen weiß und mild im sKraute liegt, Das ist ein Bild wie Venus in den Rosen."

Wilhelm Buschs chochberühmte Witwe Bolte aber hat sich um einer Portion Sauerkraut willen von Max und Moritz bestehlen lassen müssen:

Eben geht mit einem Teller, Witwe Bolte in den Keller, Daß sie von dem Sauerkohle Eine Portion sich hole. Wofür sie besonders schwärmt, Wenn er wieder aufgewärmt."

Lo Beyer.

um die Bevölkerung vor der schlimmsten Not zu bewahren. Neben zahlreichen Verletzten sind zwei Todesfälle zu beklagen.

Wieder ein deutscher Sieg in der Sechstagefahrt für Motorräder.

Der deutsche Motorradsport hat seine Vormacht- stellung in einem schweren Rennen erfolgreich ver­teidigt. Es gelang den drei Münchenern E. I. Henne, I. Mauermeyer und I. Stelzer auf BMW., die im Vorjahre in England eroberte InternationaleTrophäe" der Sechstagefahrt für Motorräder erneut zu gewinnen, wobei ein Zeichen für den überaus hartnäckigen Kampf erst die Geschwindigkeitsprüfung am Schluß des Wettbewerbes den Ausschlag gab. Deutschland und Italien waren als einzige strafpunktfreie Bewer­ber übrig geblieben, nachdem sie auch die letzte Strecke ohne Tadel überwunden hatten. Deutschlands 750er - BMW.-Maschinen hatten die schwierigere Ausgabe zu bewältigen, da Italiens Gilera-Räder 498 bzw. 580 ccm geringere Durchschnitte als Mindestleistungen vorgeschrieben erhielten. Mit einem Vorsprung von 10 Sekunden errangen die deutschen Fahrer vor den Italienern L. Gilera, R. G r a n a und E. Villa den ersten Platz, wäh­rend die Engländer mit W. P. O. Bradley, V. N. Britta in und A. E. Perrigo, den dritten Platz belegten. Deutschland hat also auch

Im nächsten Jahre wieder die internationale Sechs­tagefahrt der Motorräder auszurichten.

Dr. Eckener in Kopenhagen.

Vor einer zahlreichen Zuhörerschaft sprach in Kopenhagen auf Einladung der ZeitungBerlingske Tidende" Dr. Eckener über bie Zukunft des Luftschiffes. Er gab einen Ueberbllck über die Vorgeschichte des Luftschiffes, schilderte an Hand von Lichtbildern verschiedene Fahrten des Graf Zeppelin", behandelte die Frage Luftschiff und Flugzeug sowie die der Rentabilität des Luft­schiffes und skizzierte die Pläne bezüglich einer Ausdehnung der Luftschiffahrt, die er als Binde­glied zwischen den Völkern bezeichnete. Der Vor­trag fand herzlichen Beifall, der sich noch steigerte, als der Vorsitzende der königlich-dänischen Aero­nautischen Gesellschaft, Ingenieur Dr. Krebs, Dr. Eckener die goldene Ehrenplakette der Ge­sellschaft überreichte. Dies ist die höchste Auszeich­nung, die die dänische Luftfahrt zu vergeben hat, und die bisher nur an Lindbergh verliehen worden ist. Ingenieur Krebs hielt dabei eine Ansprache, in der er die Verdienste Dr. Eckeners würdigte und ihm Erfolg für die Zukunft wünschte.

Winbmühlenflugzeug im Subringerbienff für Luftpost.

Die Londoner Postbehörde wird in nächster Zeit einen Versuch durchführen, der von großer Trag­weite für den Luftpostdienst von und nach London sein kann. Ein Windmühlenflugzeug soll ayf einem der mindestens 40 Kilometer von London entfernten großen Flugplätze die eintreffende Luft­post in Empfang nehmen und sie auf dem Dach des Londoner Hauptpostamtes im Zentrum der Stadt abliefern. In derselben Weise würde die Beförde­rung der Luftpost vom Hauptpostamt nach dem Flughafen vor sich gehen. Dabei wäre es keines­wegs notwendig, daß das Windmühlenflugzeug auf dem Dach des Postamtes landet, es müßte lediglich in nächster Nähe des Amtes so tief niedergehen, um die Post abzuwerfen und neue Post mit Hilfe einer besonderen Anlage an Bord nehmen zu können.

125 Opfer der Schiffskatastrophe auf dem Salti.

Wie die Hafenverwaltung von Gensan ergän­zend mitteilt, find bei dem Untergang des Damp­fers auf dem koreanischen Grenzfluß Jalu nach den bisherigen Feststellungen 125 Fahrgäste ums L e - den gekommen. Die Zahl der bisher Gerette­ten beträgt 16. Es handelt sich um das 60-Tonnen- KüftenschiffTayan Maru". Die Ursache der Kata­strophe dürfte in dem Auflaufen auf einen Felsen zu suchen sein.

Rennwagen in Suschauermenge geschleudert.

In Lissabon sind bei einem Kraftwagenrennen auf der Bahn von Espinho zwei Wagen z u - sammengestoßen, von denen einer in die Zuschauermenge geschleudert wurde. Drei Personen wurden getötet und 12 schwer verletzt. Von den Wagenführern kamen der eine mit leichteren Verletzungen davon, während der andere völlig unversehrt blieb.

Banditen überfallen eine Straßenbahn auf Teneriffa. Drei Tote, ein Schwerverletzter.

Auf der Insel Teneriffa (kanarische Inseln) über­fielen vier Unbekannte mit gezogenen Revolvern eine Straßenbahn. Als die Bahn nicht sofort hielt, eröffneten sie bas Feuer unb töteten drei Fahr­gäste, während eine Person schwer verletzt wurde. Sie entkamen mit einer Beute von 600 Pe­seten unb konnten noch nicht gefaßt werden.

rNassenausbruchversuche in einem Tleuyorker Gefängnis.

Im Gefängnis auf Randall Island bei Neuyork versuchten 365 jugendliche Sträflinge während eines Baseballspieles auszu­brechen. Einige von ihnen erkletterten die 16 Meter hohe Umfassungsmauer, andere sprangen in den East-Fluß und wiederum andere bemächtigten sich eines Schleppdampfers. Nur fünf Sträflingen gelang es, zu entkommen. Die anderen wurden von der Polizei eingefangen.

Riefenfeuer

verursacht Räumung einer argentinischen Stabt.

Nachdem die argentinische Stadt Campana in­folge der großen Explosionen der Oelbehälter im Laufe der vergangenen Woche fast so gut wie zerstört war und die Bevölkerung in wilder Flucht ihr Heil gesucht hatte, sind erneut mehrere Oelbehälter in bie Luft geflogen. Die Feuer­wehr hat alle weiteren Versuche, des Brandes Herr zu werden, wegen der unerträglichen Hitze auf­gegeben. Nur noch einige Postbeamte, Schutzleute unb Matrosen sind vorläufig zurückgeblieben. Jedes verfügbare Fahrzeug ist herangezogen worden, um die 15 000 Seelen zählende Einwohnerschaft in Sicherheit zu bringen. Außerhalb der Stadt wartet ein großer Sonderzug, der bie Polizei- und ande­ren Beamten, bie sich bis zum letzten Augenblick noch in ber brennenden Stadt aufhielten, abzu­befördern. Der Schaden des Riesenbrandes wirb jetzt auf weit über 20 Millionen Mark geschätzt. Die Zahl ber Toten ist noch nicht festgestellt. Sie wirb auf mindestens 20 geschätzt, die Zahl ber Ver­wundeten auf über 100.

Wirbelstürme über Südwesifrankreich.

Der gesamte Südwesten Frankreichs ist von einem heftigen Wirbelsturm heimgesucht worden. Die Telephonverbindungen mit Paris waren lange Zeit unterbrochen. Der Wallfahrtsort Lourdes war einen ganzen Tag lang von der Außenwelt abgeschnitten. Seit 30 Jahren erinnert sich die Bevölkerung nicht eines solchen Unwetters. Der Sturm hat die Städte Bayonne, Tarbes, Toulouse und Perpignan heim­gesucht. Durch stürzende Bäume wurden einige Per­sonen verletzt. Eisenbahnverbindungen waren unterbrochen, die Weingärten und Maisfelder erlit­ten schweren Schaden, bie Küstenfischerei war ge­stört, die Schiffe aus Nordafrika kamen mit erheb­lichen Verspätungen an. Im Gefolge der Unwetter zeigte sich eine starke Abkühlung. Aus der Auvergne und den Savoyen werden Schneefälle gemel­det, die eine Höhe von 10 Zentimeter erreicht haben. Auch im Norden Frankreichs gingen Unwetter nie­der Im Hafen von Le Havre schlug der Blitz in den Mast eines Petroleumschiffes und verursachte einen Brand, der aber bald gelöscht werden konnte.

In Toulouse tötete ein stürzender Baum in einem Zigeunerlager einen Mann. In Pau wurde einem Gärtner durch einen abgebrochenen Ast ber Schädel zertrümmert.____________________________

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange', für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steindruckeret

R. Lange, K.-G sämtlich, in Gießen,