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spräche. Nach dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes marschierten die einzelnen Abteilungen an Reichs­inspekteur Schmeer vorbei. Die Abteilungen be­zogen dann das Zeltlager Langwasser.

Adolf Hitler dankt dem deutschen Bauern. Der Führer an Reichsbauernführer Darr6.

Berlin, 2. Sept (DNB.) Der Führer hat an den Reichsbauernführer Darre fol­gendes Schreiben gerichtet:

Berlin, 29. August 34.

Lieber Parteigenosse Darre!

Die Wahl vom 19. August hat erneut bewiesen, daß das deutsche Bauerntum in seiner überwälti­genden Mehrheit einmütig zum national- fozialistischen Staat steht. Dies ist mit in erster Linie Ihrer Arbeit zuzuschreiben. Indem ich Ihnen dafür danke, danke ich den Millionen deutscher Bauern, die nicht nur sich, sondern der ganzen Ration durch ihre Treue und Standhaftigkeit eine bessere Zukunft sichern helfen.

Mit deutschem Gruß

Ihr gez. Adolf Hitler.

Zu dem Dank des Führers an das deutsche Bauerntum veröffentlicht der Reichsbauernführer R. Walter Darre nachfolgende Erklärung:Ein Jahrtausend hat das deutsche Bauerntum darum ge­schritten und gelitten, daß ein Deutsches Reich werde, welches den deutschen Bauern anerkennt und in welchem deutsches Blut und deut­scher Gei st die Führung haben. Adolf Hitler hat diese alte Sehnsucht verwirklicht. Da wollen wir unseren Dank an ihn nicht in einem Lippenbekenntnis erschöpfen, aber wiederholen, was wir schon öfter den Gegnern unseres Führers ge­sagt: Dir sind entschlossen, unsere Treue lieber da­durch zu beweisen, daß wir wieder als freie Bauern mit Adolf Hiller für seine Staatsidee kämpfen, als daß wir wollen, daß nochmals undeutsche Kräfte uns Bauern zu Knechten eines artfremden Herrschaftssystems in Deutschland machen. Dieses Gelöbnis sei unser Dank an den Führer für seine Anerkennung."

Gauführertagung

des NS.-Iuristenbundes.

Berlin, 1. Sept. (DNB.) Im Hause der Deut­schen Rechtsfront begann die erste Gauführertagung oes NS.-Juristenbundes unter der Leitung des Reichsjuristenführers, Reichsjustizkommissar Dr. Frank, der u. a. erklärte, daß der Kampf um unsere nationalsozialistische Idee auf dem Gebiete des Rechts der Kampf um die Existenz eines eige­nen deutschen Rechtslebens sei. Das deutsche Rechts­leben trete in Zukunft in zwei Exponenten zutage: Im Reichsjustizministerium als Reprä­sentant des reichsformalen Rechtslebens und in der Rechtsabteilung-Reichsleitung der NSDAP, als Repräsentant der gesamten natio­nalsozialistischen Rechtsidee.

Es folgten dann die Berichte der einzelnen Reichsfachgruppenleiter. Aus verschiedenen klang besonders die Sorge um den Nachwuchs für den deutschen Rechtsstand hervor. In der Fach­gruppe der Richter beklage man einerseits eine außerordentlich starke Ueberlastung derRich- te r, während andererseits fast 5 000 G e- r i ch t s a s s e s s o r e n keine besoldete Be­schäftigung gegeben werden könne. Der Leiter der Reichsfachgruppe Hochschullehrer zeigte nachdrücklich die Gefahren auf, die sich daraus er­geben, daß der Lehrkörper der deutschen Hoch­schulen nicht erst seit 15 oder 16 Jahren, sondern seit fast einem Jahrhundert vom liberalisti- jchen Geist beherrscht werde. Gegen diesen noch stark an unseren Hochschulen herrschenden Geist gelte es Front zu machen. Die nationalsozia­listischen Hochschullehrer, wenn ihre Zahl auch heute noch verschwindend gering sei, hätten den Willen, das feinste Präzisionsinstrument in der Hand des Reichsjuristenführers zu sein.

Oer Führer Schirmherr des Deutschen Listen Kreuzes.

Berlin, 1. Sept. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler hat auf Antrag des Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes Herzog Carl Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha die Schirmherrschaft über das Deutsche Rote Kreuz übernommen, die bisher Reichspräsident und Generalfeldmarschall von Hindenburg inne hatte. Bei diesem An­laß hat der Führer dem Deutschen Roten Kreuz feine aufrichtigen Wünsche für seine wei­tere gemeinnützige Arbeit, die dem ganzen deutschen Volk dienen soll, zum Ausdruck gebracht.

Waffenringtag der ehemaligen deutschen Feldartillerie

Das Treffen der ehemaligen deutschen Feldartille- risten zum 3. Waffenringtag in Köln gab dem Stadtbild schon seit Freitag abend eine besondere festliche Note. Samstag vormittag trafen die Teil­nehmer in Sonderzügen ein. Mit der Jahres- § n p t v e r s a m m l u n g im Gürzenichsaal wur­den die Festtage eingeleitet. Eine große Zahl von Ehrengästen, unter ihnen General der Artillerie von Gall witz, war erschienen. Nach der Begrü­ßung gab der Waffenring-Führer, Exzellenz Frei­herr von Watte r, einen Bericht über die Tä­tigkeit des Waffenringes im vergangenen Jahre. Eingehend erörterte er die Stellung zum Deutschen Relchskriegerbund K y f f h ä u s e r. lieber den B a u öes Reichsehrenmals der deutschen Feld­artillerie sprach er sich anerkennend aus und dankte der Stadt Köln für ihr großzügiges Entgegenkom- men. Auf den Kölner Ehrenfriedhöfen wurden an den Gräbern der Gefallenen Gedenkfeiern ab­gehalten, die auch den Toten der einstigen Gegner galten und an denen auch die konsularischen Vertreter der betreffenden Staaten teilnahmen. Der französi­sche Generalkonsul in Köln legte Kränze im Namen seiner Regierung nieder. Am Nachmittag besuchten die Feldartllleristen das große Reit-, Fahr- und Springturnier im Stadion.

*

An den Führer und Reichskanzler wurde folgendes Telegramm gerichtet: Die zum dritten Waffentag in Köln versammelten ehemaligen Feldartilleristen entbieten in alter Kame­radschaft dem Führer des Reiches er­gebensten Gruß. General der Artillerie von Gallwitz, Generalleutnant Freiherr von Watter.

Der Führer und Reichskanzler hat hierauf telegra­phisch wie folgt geantwortet: Den zum dritten Waffentag versammelten alten Feldartilleristen danke ich für ihre Grüße, die ich in Kamerad­schaft herzlich st erwidere, (gez.) Adolf Hitler.

Auflösung desKonzentrationslagersOranienburg

Berlin, 1. Sept. (DNB.) Ministerpräsident Göring hat nunmehr die Nachprüfung aller Schutzhäftlinge zu Ende führen lassen. Auf seine Anordnung werden zum 1. Sep­tember 1934 weitere 742 Schutzhäftlinge aus der Haft entlassen. Das sind weit ü b e r d i e H ä l f t e der in Preußen insgesamt ein­sitzenden Schutzhäftlinge. Es handelt sich zumeist um ehemalige Angehörige der SPD. und KPD. Die Großzügigkeit, mit der die Amnestie des Führers und Reichskanzlers durchgeführt wor­den ist, hat die Auflösung des Konzentra- tionslagers Oranienburg zur Folge, das für die Unterbringung von Schutzhäftlingen nicht

Warschau, 3. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die halbamtlicheGazeta Polska" veröffentlicht unter der UeberschriftWahrheiten unter Verbün­deten" einen Aufsatz, in dem sie ausführt, sie breche nunmehr das Schweigen, das sie sich angesichts der polenfeindlichen Angriffe der französischen Presse in der Hoffnung auf­erlegt habe, daß diese Angriffe aufhören würden. Sie glaube gezwungen zu sein, gegen einen der­artigen Feldzug Einspruch zu erheben, da er dem höchsten Gut, nämlich dem Bündnis der beiden Nationen, schließlich Abbruch tun könne. Der polenfeindliche Feldzug beruhe auf Lü­gen, Unwissenheit und Unkenntnis des Kernes der polnisch-französischen Beziehungen selbst. Das Bündnis zwischen Polen und Frankreich ent­springe nicht nur der Sympathie der beiden Natio­nen für einander, sondern vor allem ihren tief­sten Lebensinteressen. Das Bündnis schaffe die Grundlage für die Gleichordnung ihrer internationalen Politik, besonders dort, wo gemeinsame Interessen in Frage kämen.

Aber gemeinsame Politik bedeute nicht fo viel wie die Politik nur eines der Vertragspart­ner, wie es gewisse französische Publizisten hin­stellen möchten. Das polnisch-französische Bünd­nis, eines der Hauptpfeiler des europäischen Friedens, bestehe inGegenseitigkeit. Eine auf dieses Bündnis begründete Politik werde nur dann wirksam fein, wenn sie das Ergeb­nis gegenseitiger Verständigung sei. von einer solchen könne jedoch keine Rede jein, wenn eine Partei versuche, der anderen ihre Gedanken aufzuzwingen. Insbesondere könne nichts Positives und Dauerhaftes in Osteuropa außerhalb Polens und oder ohne

Polen getan werden.

Auch der regierungsfreundlicheSurfer P o - r a n n y" richtet an die Adresse Frankreichs offene Worte, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen. Das Blatt meint, es könnte in der Tat die Frage gestellt werden, ob ein Frieden möglich fei, wenn in die internationalen Beziehungen eine Atmosphäre des Skandals hineingetragen und der Verbündete in verantwor­tungsloser Weise verdächtigt werde. Wollte man die polenfeindliche Kampagne eines Teils der französischen Presse auch nur "für einen Augenblick billigen, dann könnte man sich der Theorie anschließen, daß der Krieg ein sehr gutes Mittel des Kampfes für den Frieden fei. Es scheine daß die bisherige Methode französischer Blätter, dem tugendhaften Juristen B a r t h o u bei der Rettung des Ostpaktes behilflich zu sein, nur die eine Folge gehabt habe, daß man auf Dinge aufmerksam gemacht worden sei, die verborgen hätten bleiben sollen. Denn in die polnisch-französischen Beziehun­gen habe sich von Anfang an eine Lüge eingeschlichen. Sie beruhe darauf, daß man in Frankreich bestrebt fei, sich d i e Interessen Po lens unterzuordnen, ohne die Folgerun­gen aus diesem Verhältnis, nämlich die Verant-

Kopenhaaen, 1. Sept. (DNB.) Die kirch­liche Weltkonferenz auf der Insel Fanö nahm zum Abschluß ihrer Beratungen eine Ent- schließung an, in der es u. a. heißt, es sei beson­dere Aufgabe einer allgemein-kirchlichen Bewegung, dem Gefühl der gegenseitigen Verantwortung inner­halb aller christlichen Kirchengenossenschaften Aus­druck zu geben und es zu vertiefen. Der Rat fei von herzlichem Wohlwollen gegen­über dem deut sch en Volk und tiefer. Dank­barkeit für den nicht genügend zu würdigenden Beitrag der deutschen Evangelischen Kirche zum Leben und theologischen Denken der Christenheit erfüllt, wobei er alle politischen Motive zurückweise und mit Verständnis den besonderen Schwierigkeiten einer Revolutionszeit gegenüber« stehe. Er erkenne auch die Sünden und Versäumnisse an, die sich in den im ökumenischen Rat vertretenen Kirchen fänden.

Der ökumenische Rat müsse jedoch der Ueberzeu- gung Ausdruck geben, daß eine kirchliche Alleinherrschaft, besonders wenn sie dem Ge­wissen in Form eines feierlichen Eides auferlegt werde, sowie die Anwendung von Gewaltmethoden und Unterdrückungen der Aeußerungsfreiheit mit dem wahren Wesen der christlichen Kirche unvereinbar seien. Er bitte daher im Namen des Evangeliums für feine deutschen Brü­der in der deutschen evangelischen Kirche um die Freiheit sowohl des gedruckten Wortes als auch von Versammlungen im Dienste der christlichen Ge­meinde, und Freiheit der Kirche zur Unterweisung ihrer Jugend in den Grundsätzen des Christentums und Schutz dagegen, daß ihr eine Lebensanschau- ung aufgezwungen werde, die im Widerspruch zum christlichen Glauben stehe.

Gine Gegenerklärung der deutschen Abordnung gibt einleitend der Ansicht Ausdruck, daß der öku­menische Rat aus Rücksicht auf die Zukunft der ökumenischen Kirche sich seiner besonderen Verant-

mehr benötigt wird. Bei der Nachprüfung ist mit größtem Wohlwollen verfahren worden. Die Fest­setzung in Schutzhaft wird im übrigen ft a r f ein« geschränkt und nur noch in Fällen dringender Gefahr für die Staatssicherheit verhängt. Alle Per­sonen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten, wer­den unverzüglich den Gerichten überwiesen. Unter den Entlassenen befind! sich der ehemalige Oberbürgermeister von Magdeburg, Reuter.

Oie Führung des Reichsverbandes der Ortskrankenkassen.

Berlin, 1. Sept. (DNB.) Bekanntlich hat der Reichsarbeitsminister durch Erlaß vom 25. August 1934 den im vorigen Jahr an Direktor Brücker erteilten Auftrag zur Führung des Reichs­verbandes der Ortskrankenkassen e. V. Berlin und sonstige Kassenvereinigungen und Gesell­schaften widerrufen. Der Reichsarbeitsminister hat nunmehr diesen Auftrag dem Regierungsrat Martin im Reichsarbeitsministerium übertragen. Regierungsrat Martin wird feine Dienstgefchäfte im Reichsarbeitsministerium weiter versehen.

wortung für d i e Sicherheit Polens, auf sich zu nehmen. Frankreich stellte an Polen immer große Ansprüche, ohne es wirtschaftlich und politisch zu unterstützen. Die polnische Regierung stütze sich auf das Mandat des ganzen Volkes. Sie werde die aktuellen Pläne Barthous fachlich prüfen; denn sie müßten erwogen und dürften nicht aufaezwungen werden. Das fei das Wesen des polnisch-französischen Bündnisses, daß jede Friedens­idee nicht nur vom Pariser, sondern auch vom Warschauer Gesichtspunkt betrachtet werde.

Frankreich und seine Alliierten rüsten für Genf.

Paris, 3. Sept. (DNB. Funkspruch.) Außen­minister Barth ou und der rumänische Außen­minister T i t u l e s c u haben sich, wie derExcel- sior" erklärt, über die Taktik geeinigt, durch die bei den kommenden Genfer Verhand­lungen eine Krise vermieden werden könne und befriedigende Ergebnisse erzielt werden sollen. Ueber folgende Punkte soll gesprochen worden sein: 1. Ga­rantie für die Unabhängigkeit Oesterreichs; 2. Do­naufrage; 3. Saarfrage; 4. Ostpakt; 5. Eintritt So­wjetrußlands in den Völkerbund; 6. Zuteilung eines ständigen Ratssitzes an Sowjetrußland.

Der rumänische Außenminister wird sich von Paris direkt nach Genf begeben. Es wird von der Möglichkeit gesprochen, daß Außenminister B a r thou nach seinem Besuch in Rom sich auch nach Athen begeben könnte. Minister Pesmazoglu hat bei seinem letzten Pariser Aufenthalt Barthou na­mens der griechischen Regierung nach Athen ein­geladen. Der tschechoslowakische Außenminister Dr. Benesch wird sehr wahrscheinlich kurz nach Barthou zu Besprechungen mit Mussolini in Rom eintreffen.

Oesterreich wünscht Konvertierung der Völkerbundsanleihe von 1923.

Wien, 3. Sept. (DNB. Funkspruch.) Dor feiner Abreise zur Völkerbundsratstagung erklärte Finanz­minister Dr. Bure sch, daß Oesterreich zur Er­leichterung seiner Finanzlage die Konvertierung der Völkerbundsanleihe von 1923 beantragen werde. Die Verhandlungen seien soweit fortgeschritten, daß diese Frage in der nächsten Sitzung des Finanz­ausschusses des Völkerbundes geregelt werden könne. Oesterreich wünsche eine Verlängerung dieser bis zum Jahre 1934 zu tilgenden Anleihe. Eine Herabsetzung der Jahreszahlun­gen würde die Finanzlage Oesterreichs und seines Staatshaushaltes fühlbar erleichtern, um fo mehr, als die Jahreszahlungen nach dem ursprünglichen Plan von Jahr zu Jahr ansteigen. Er fei überzeugt, daß die Vertreter der Mächte in Eens tereuro­päischen Mission Oesterreichs" und der Rolle, die es bei dem Staatsstreich vom Juli gespielt habe, Rechnung tragen und ihre Mithilfe nicht versagen würden.

wortung hinsichtlich der Grenzen feiner ökumeni­schen Aufgaben bewußt fein müsse, wenn es sich um das Verhältnis zu den inneren A n - gelegenheiten einer d e m Rat angehö­renden Kirche handele. Die deutsche Abordnung lege aufgrund ihrer dem Rat zugegangenen ein­gehenden Darstellungen besonders gegen folgende Punkte Verwahrung ein: Sie weise zunächst die Auffassung zurück, als ob es in der deutschen evan­gelischen Kirche einekirchliche Alleinherr­schaft" gebe. Es handele sich hier eher um eine Zusammenfassung b e r kirchlichen Füh­rung und um Maßnahmen bezüglich der Kirchen­ordnung. Die deutsche Abordnung bestreite weiter die Ansicht, daß die Verbreitung des Evangeliums in Wort und Schrift gefährdet sei und die Jugend keine christliche Erziehung erhalte. Sie bekenne viel­mehr, oaß die allgemeinen Verhältnisse im Deutsch­land der Gegenwart der Verkündung des Evange­liums weit mehr Möglichkeiten böten als früher. Die deutsche Abordnung weise schließ­lich die einseitige Hervorhebung einer bestimmten deutschen kirchlichen Gruppe zurück, und ferner, daß der Rat sich dieser theologischen Sondermeinung an­schließe. Die deutsche Abordnung sehe darin eine Stellungnahme z u innerdeutschen kirchlichen Verhältnissen, die bedenklich die Grenzen der Aufgaben des ökumenischen Rates überschreite.

Wir werden unseren Weg weitergehen."

Eine Erklärung der Reichskirchenregierung.

Zu der Entschließung der kirchlichen Weltkonferenz auf der Insel Fanö wird kirchenseitlich eine Mitteilung veröffentlicht, in der u, a. heißt:

Die Beratungen, bei denen die deutsche evange­lische Kirche amtlich durch eine Abordnung vertreten war, wandten ihr besonderes Augenmerk der kirch­lichen Lage in Deutschland zu. Erklärte

man sich auch für eine Vertiefung der Verant­wortung in allen Teilen der kirchlichen Presse für verantwortlich, glaubte man doch, eine Kritik an den deutschen kirchlichen Verhältnissen üben zu müssen, die bei aller Bereitschaft, Fehler zuzugeben und zu erkennen, als völlig abwegig bezeich­net werden muß. Warum hat der ökumenische Rat nicht in Deutschland getagt, um sich selbst ein freies, ungetrübtes Urteil zu bilden! Seine Ent­schließung wäre anders ausgefallen! Denn ange­sichts der Zusammenfassung in der kirchlichen Lei­tung, d. h. der Verwirklichung der Jahrhunderte alten Sehnsucht der evangelischen Deutschen nach einer einzigen und möglichst einheitlichen religiösen Heimat wird zum Ausdruck gebracht, daß e i n autokratisches Kirchenregiment" mit dem wahren Wesen der Kirche Christi unver­einbar ist. Man muß daher mit Recht erstaunt fein und feststellen, daß jene Bezeichnung auf die Leitung der evangelischen Kirche nicht z u t r i f f t. Mit welchem Schmerz aber muß es jeden evan­gelischen Deutschen erfüllen, wenn der ökumenische Rat meint, bitten zu müssen um Freiheit für d i e Evangeliumsverkündung, Freiheit, die Jugend nach den Grundsätzen des kirchlichen Glaubens zu erziehen und sie vor Aufzwingung einer mit dem christlichen Glauben im Widerstreit stehenden Weltanschauung zu schützen.

Wie kann eine Versammlung von Männern, die sich Förderung praktischen Christentums zur Auf­gabe gesetzt hat, nicht sehen, was in Deutschland in den vergangenen anderthalb Jahren auf sozial­ethischem Gebiet geschehen ist! Prak­tisches, positives Christentum wurde im nationalsozialistischen Deutschland getätigt. In welchem Staate der Welt find so gemeinsame Maß­nahmen ergriffen worden, um der Arbeits­losigkeit zu steuern, wie in dem armen, durch das Versailler Diktat ausgepowerten Deutschland! Wo hat man so erfolgreich den Kampf ausgenommen gegen Schmutz und Schund im Bereich der Volksbildung und Erziehung. Weiß man nichts vom Hilfswerk für Mutter und Kind, nichts von der Ermöglichung der Ehe­schließung durch öffentliche Mittel, von der Begünstigung kinderreicher Fami­lien, was alles bewirkt, daß nicht Hunderttausende Kinder wieder in Mutterleib getötet werden?, Warum hat man nicht die Stimme in Fano er­hoben, um es als unchristlich und u n ethische zu brandmarken, wenn das Ausland Zinszahlungen von uns aufgezwun­genen Anleihen verlangt, wenn man uns bewußt boykottiert, wenn man die schlimmsten Greuelmärchen verbreitet. Was haben dis Männer in Fanö getan, um das Gespenst des Bolschewismus zu bannen, der das Ende des Christentums ist. Wir werden unseren Weg weitergehen, wir werden uns auch in un­serem Verhältnis zum ökumenischen Rat und den dort geltenden Anschauungen unsere Entschließungen freihalten.

Kunst und Wissenschaft.

Internationale Wissenschaftliche Mache in Frankfurt.

3n Frankfurt wurde die Internationale Wissenschaftliche Woche, an der auch 60 Vertreter ausländischer Wissenschaft teilnehmen, feierlich eröffnet. Nach einer kurzen Begrüßungs­ansprache von Geheimrat Prof. Dr. Krüß entbot Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs den Wissenschaftlern den Gruß der Stadt Frankfurt und des Reichsstatthalters Gauleiters Sprenger. Wahrheit fei oberstes Gesetz der Forschung. Gerade die Anwesenheit der zahlreichen ausländischen Wissen­schaftler sei Beweis dafür, daß man im Ausland heute schon nicht mehr an die Märchen glaube, die "ach der Machtergreifung durch den Nationalsozialis­mus auch über die deutsche Wissenschaft verbreitet worden seien. Dem gegenwärtigen Leiter des Georg- Speyer-Jnstitutes, Geheimrat Prof. Dr. Ko Ile, wurde das Ehrendoktor - Diplom der Frankfurter medizinischen Fakultät überreicht. Den Dank der ausländischen Gäste stattete Prof. Dr. Madsen- Kopenhagen ab. Prof. Kölle wies darauf hin, daß die Konferenz das Symbol für das Gemeinschafts, gefütjl der Vertreter der Wissenschaft im heutigen Europa sei. Die Tagung stehe im Zeichen des neuen Wollens, den Begriff des Göttlichen auch in der Wissenschaft wieder zur Geltung zu bringen. In den Vorträgen werden Themen zur Bekämpfung und Verhütung von Krankheiten und Seuchen aus allen Teilgebieten medizinischer Wissenschaft behandelt.

100 Jahreverein für hessische Geschichte und Landeskunde".

DerVerein für Hessische Geschichte und Landeskunde" beging in Kassel das Ju­biläum seines hundertjährigen Bestehens, das unter der Schirmherrschaft S.K.H. des Prinzen Philipp von Hessen stand. Im Mittelpunkt der Veranstal- tung stand die große Festoersammlung, die von Prinz Philipp von Hessen eröffnet wurde, er überbrachte die Glückwünsche der Reichs- und Staatsregierung und gedachte dann der Männer, die vor hundert Jahren den Hessischen Geischichts­verein ins Leben gerufen hatten. Nach den Worten des Führers Adolf Hitler seien gerade die Geschichts­vereine dazu berufen, die große Tradition unsres Volkes zu pflegen. Weitere Glückwünsche überbrach­ten u. a. Landeshauptmann von Pappenhestn für den Bezirksverband Hessen, der Rektor der Mar­burger Universität Professor Dr. Bauer, Professor Dr. Stengel für die historische Kommission für Hessen und Waldeck, Exzellenz General der Infan­terie v. Hülsemann für den Kyffhäuserbund und ein Vertreter des Historischen Vereins für Hes- en-Darmstadt. Der Vorsitzende des Vereins, Biblio­theksdirektor Dr. W. H o p f, teilte mit, daß anläß­lich des Jubiläums die Ehrenmitgliedschaft des Der. eins verliehen worden sei an den Chef des fürst­lichen Hauses, Prinz Friedrich Karl von Hessen, an Landeshauptmann von Nappenheim an Pr°f°,s°r Dr. Stengel unt^rof. Dr Rn et f ch, betbe aus Marburg. Den Festoortrag hielt der Vor- chende des ®efamtt>ereins für Geschichte und Alter- umstünde, Bibliotheksdirektor Dr. ch ° p p e <Ber- UN) UberLandesgeschichte und Gegenwart".

2. Internationaler Kongreß der Gasindustrie in Zürich.

In der Technischen Hochschule in Zürich begann per von der Internationalen Vereinigung der Gas- Industrie emberufene 2.JnternationaleKon- 9 r..,.O- Er steht unter dem Protektorat von Bundes- Präsident Pilet und Bundesrat Schultheß und wird von über 500 Teilnehmern aus 13 Län» oern Curopas und den Vereinigten Staaten besucht. Vei der Eröffnungssitzung sprach der Präsident bet Internationalen Vereinigung, Direktor E s ch e t ?om_^aswerk der Stadt Zürich, zugleich im Namen Der Stadt. Er wurde im Verlaufe der Sitzung zum Cyrenprasidenten der Internationalen Vereinigung ~er. ©psinbuftrie ernannt. Der nächste Kongreß findet 1937 in Paris statt.

Wahrheiten unter Verbündeten.

Die polnisch-französischen Beziehungen.

Deutschland

und die kirchliche Weltkonferenz aus Ianö