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zuführen. Für die Zukunft werde sich der Verband mit ganzer Kraft für eine allgemeine Zinssenkung und für eine Entschuldung des Neuhausbesitzes ein­setzen. Die Ausführungen des Geschäftsführers sanden in der Versammlungr lebhaften Widerhall und lösten eine rege Debatte aus. Bemerkenswert war die Feststellung des Redners, daß eine ehrliche Zusammenarbeit mit der Organisation des Althaus­besitzes in gleichgerichteten Fragen durchaus begrüßt und angestrebt werde, daß es aber niemals mög­lich sei, daß der Althausbesitz hundertprozentig die Interessen des Neuhausbesitzes vertreten könne und daß deshalb eine eigene Organisation für den Neu­hausbesitz auch in Zukunft nötig sei.

** Jungvögel nicht mit nach Hause nehmen! Es kommt immer wieder vor, daß Jungvögel, die in der Natur noch flugunfähig an­getroffen werden, aus Mitleid mit nach Hause ge­nommen werden. Der Laie, der das Vogelleben nicht kennt und nicht ganz flügge Vögel antrifft, glaubt, die Vögel seien aus dem Nest gefallen, von den Al­ten verlassen und so dem Hungertod preisgegeben. Aus Mitleid nimmt er die Jungen nach Haus, füt­tert sie, gewöhnt sie an die Gefangenschaft und macht sie so zum Leben im Freien untauglich, auch wenn er sie später der Natur zurückgeben möchte. Ganz abgesehen davon, daß sich die Betreffenden, obwohl sie in den meisten Fällen aus Mitleid han­deln nach den bestehenden Gesetzen strafbar machen, erweisen sie der Vogelwelt einen schlechten Dienst. Wer richtig handeln will, nimmt keinen Jungvogel

mit nach Hause, sondern hebt ihn auf und setzt ihn in der Nähe des Fundplatzes in irgendein Ge- büsch, wo er nicht leicht gesehen werden kann. Man kann sicher sein, daß die Alten ihre Kinder jeder­zeit wieder auffinden und aufsuchen, sobald kein Mensch in der Nähe ist. Auch die Jugend sollte in der Schule in diesem Sinne belehrt werden. Die hei­mische Natur verarmt immer mehr an seltenen Vö­geln. Es muß daher von feiten des Menschen alles geschehen, was möglich ist, um auf diesem Wege Schädigungen der Natur zu vermeiden.

Schwurgericht Gießen.

Unter dem Vorsitz von Landgerichtsrat Held tagte gestern das Oberhessische Schwurgericht. Gegenstand der Verhandlung, die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, waren Verbrechen im Sinne des § 218 RStGB. bzw. Beihilfe dazu. An­geklagt waren Kathinka Bellinger, Marie Ruppel und Frieda Paul, sämtlich in Bad- Nauheim. Das Gericht erkannte gegen K. Bellinger aufzweiJahreZuchthaus unter Anrechnung von vier Monaten und drei Wochen Untersuchungs­haft und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren. M. Ruppel und Frieda Paul wurden zu je zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Das Gericht beschloß, den beiden letzten Angeklagten bedingten Strafaufschub zu gewähren. Die Kosten des Verfahrens tragen sämtliche Angeklagte.

Das hauswirtschastliche Jahr für die Iungmädchen ist da!

Deutsche Hausfrauen, Sie wissen, daß der natio­nalsozialistische Staat seinen Frauen und Mädchen die höchste Verantwortung für das Gelingen des Neuaufbaues von Volk und Staat überträgt. Die deutsche Familie und das deutsche Haus sind die Kraftquellen des Volkes und sie müssen als solche gehütet und gepflegt werden!

Aach dem Willen unseres Führers sollen Haus­halt und Familie wieder echte und lebendige Mittelpunkte des deutschen Lebens und die Ur­zelle einer neuen Volksverbundenheit werden!

Nicht nur die SA., die SS., die HI. und der BdM. sollen diesem großen Ziele dienen. Auch die Familie muß diese Volksverbundenheit schaffen helfen!

Ostern 1934 ist der erste starke Nach- kriegsjahrgang zuv. Schulentlassung gekom­men. Doppelt soviel Mädchen wie im Vorjahre rund 3000 in Oberhessen wollen in das Erwerbs­leben. Nur ein kleiner Teil konnte bisher Unter­kommen. Die anderen warten und mit dem Warten gehen kostbare Monate und Jahre hin, Jahre, in denen das Jungmädchen weder seine Kräfte üben, noch seinen Tatendrang befriedigen kann. Arbeitslosigkeit und mit ihr wirtschaftliche und sittliche Not stehen am Anfang seinesLebens, wenn hier nichts geschieht. Aus der Erkenntnis dieses Notstandes ist das hauswirtschaftlicbe Jahr für Mädchen eingeführt worden. NS.-Frauenwerk,

Reichsjugendführung und die Reichsanstalt f. A. u. ÄV. haben gemeinsam die Richtlinien dazu erlassen.

Alle jungen Mädchen, die noch nicht in einem Beruf untergekommen sind und auch zu Haufe nicht ausreichend beschäftigt werden können, sollen ein Jahr im haushalt lernen und ar­beiten! Wie der Freiwillige Arbeitsdienst ist dieses Haushaltjahr Dienst am Volke. Ls ist schlicht um schlicht abzulelsten.

Die Hausfrau gewährt Kost und Wohnung (ausnahmsweise kann das Jungmädchen zu Hause schlafen) und die Krankenkassenbeiträge. Sie ver­pflichtet sich, das Jungmädchen in allen häuslichen Arbeiten anzuleiten und' nimmt es ganz in ihre Familie auf. Dem Jungmädchen aber ist damit Gelegenheit gegeben, unabhängig davon, welchen Beruf es später ergreift, ein Jahr im Haushalt zu lernen. Es wird sich körperlich in dieser Zeit kräf­tigen, es wird die Kenntnisse sammeln, die es als Hausfrau später braucht.

Deutsche Hausfrauen, es gilt, die Frauen- aeneration der Zukunft für die Aufgaben als Haus­frau und Mutter zu erziehen! Helfen Sie dabei! Nehmen Sie die Jungmädchen in Ihre hausfrauliche und mütterliche Be­treuung!

Jungmädchen, meldet euch zum Hauswirtschaft» llchen Jahr! Ihr habt keine Zelt zu verlieren.

Meldungen nimmt das Arbeitsamt Gießen. Abt. Berufsberatung, entgegen.

Oberheffen.

Gtadtratssihung in Buhbach.

pb. B u tz b a ch, 2. Juli. In der jüngsten Stadt- ratsfitzung wurden folgende Beschlüsse gefaßt:

Für den geplanten Postneubau werden die der Frau A l t e n d o r f in Gießen gehörigen Parzellen Flur I Nr. 657 und Nr. 744 mit zusam­men 1030 Quadratmeter benötigt. Für den Garten in der Großen Wendelstraße (Parzelle Nr. 650) wer­den 4,50, und für den Lagerplatz in der Weiseler Straße (Parzelle Nr. 744) 4 Mark pro Quadrat­meter vergütet. Für die auf letzterem Grundstück stehende ehemalige Faßhalle werden 400 Mark ver­gütet. Insgesamt beträgt der Kaufpreis 4945 Mark. Die Kosten übernimmt die Stadt. Uebergabe erfolgt am 1. November d. I. Der Stadtrat beschließt die Erwerbung der Parzellen und genehmigt den am 13. 6. bereits abgeschlossenen Kaufvertrag. Ebenso genehmigt der Stadtrat den Grundstückankauf Flur I Nr. 651 = 464 Quadratmeter zum Preise von 4 Mark von Gebr Grüninger, Hirschgasse, sowie den am 26.6 bereits abgeschlossenen Kaufvertrag. Das Grundstück soll als Tauschgelände für den vom Hess. Staat abzugebenden F o r st a m t s - garten in der Weiseler Straße, auf dem das zu­künftige Postamtsgebäude errichtet werden soll, dienen. Uebergabe erfolgt gleichfalls am 1. Novem­ber d. I.

Seitens der Industrie- und Handelskammer Friedberg ist beim Kreisamt Friedberg der Erlaß einer Polizeiverordnung angeregt worden, wonach für den Straßenhandel und das Anbie­ten und Verkaufen von Waren in den Häusern eine E r l a u b n i s p f l i ch t einge­führt werden soll, die von einem Bedürfnisnach­weis abhängig ist. Der Stadtrat befürwortet den Erlaß der im Entwurf vorliegenden Polizeiverord­nung.

Weiterhin prüft er in der vorgeschriebenen Form die Rechnungen der Stadt usw., wobei sich keine Beanstandungen ergeben haben. Ebenso genehmigt er das Niederschlagsverzeichnis im Petrage von 11684,25 und das Ausstandsverzeichnis in Höhe von 9479,14 Mark, sowie das Verzeichnis der aus Mehreinnahmen und Ausgabenerüiarnissen zu deckenden Kredite für Rj. 1932.

Einweihung eines neuen Spritzen­hauses in Klein-Linden.

CO Klein-Linden, 2. Juli. Mit der Ein ° weihung eines neuen Spritzenhauses für die hiesige Feuerwehr wurde in unserer Ge­meinde einem Bedürfnis abgeholfen. Bald nach feiner (Einberufung im vorigen Jahr ging der neue Gemeinderat daran, den alten Uebelftanb zu be­seitigen und der Feuerwehr eine neue Gerätehalle zu beschaffen, um die Schlagfertigkeit der Wehr zu erhöhen. Am Samstagabend fand in Gegenwart von Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier (Gießen), fer­ner des ersten Kommandanten der Gailschen Frei­willigen Feuerwehr Gießen Münch (Gießen) und des Bürgermeisters Fischer von hier die offizielle Uebergabe des neuen Gebäudes an die hiesige Feuerwehr statt. Geleitet von ihrem Kommandanten Fritz Müller führte die Freiwillige Feuerwehr Klein-Linden Fußexerzieren, Geräteübungen und einen Brandangriff vor, die alle von bester Schu­

lung zeugten, den Beifall der Zuschauer und die öffentliche Anerkennung des Kreisfeuerwehrinfpek- tors fanden, der die exakten Hebungen mit dem PrädikatSehr gut" bewertete. In feiner Ansprache dankte Kreisfeuerwehrinfpektor Bouffier der Ge­meinde Klein-Linden, die trotz Geldknappheit die­ses Werk zum Segen aller Volksgenossen geschaffen habe. Sein Dank galt auch den Handwerkern, die an der Ausführung des Baues beteiligt waren. Er führte ferner aus, daß das neue Haus eines der schönsten im Kreise Gießen sei, es verpflichte aber auch die Feuerwehr Klein-Linden alles auf­zubieten, um ihrer hohen Aufgaben im neuen Staat gerecht zu werden. Die Feuerwehr habe heute nicht nur bei Bränden zur Stelle zu fein, sondern auch bei anderen Gelegenheiten Pflichten übernommen, die viel weiter gingen als in verflossenen Jahren. Man denke nur einmal an die unendlich wichtige Frage des Luftschutzes, die zu lösen ohne Feuer­wehr unmöglich erscheine und eine sehr umfang­reiche Ausbildung des Feuerwehrmannes verlange. Seine Rede klang aus in demWehr-Heil!" auf unseren Herrn Reichspräsidenten von Hinden­burg und den Herrn Reichskanzler Adolf Hitler. Für die Gemeinde Klein-Linden sprach Bürger­meister Fischer. Er dankte allem, die zum Ge­lingen des Werkes beigetragen hatten. Komman­dant Münch von der Gailschen Freiwilligen Feuerwehr Gießen sprach sich sehr lobend über den praktisch ausgestatteten Raum aus.

Das neue Spritzenhaus steht an der Ecke Stein- straße/Hügelstraße auf einem fast quadratischen Platz von etwa 40 Meter Seitenlänge und bietet genügend Raum zur Abhaltung von Hebungen. Die Maurerarbeiten verrichtete Maurermeister Karl Jung, früherer langjähriger Kommandant und jetziger Ehrenkommandant der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr, die Schlosserarbeiten wurden von Schmiedemeister Wilhelm Schaum von hier und die Dachdeckerarbeiten von der Firma Köhler in Großen-Linden ausgeführt. Die Architektur lag in Händen von Architekt Wilhelm Fink von hier. Der ganze Bau kostete nahezu 6000 Mark, zu denen öffentliche Körperschaften einen großen Teil bei­trugen. An Feuerwehrgeräten stehen heute zur Ver­fügung: 2 Spritzen, nämlich 1 Saug- und Druck­spritze, und eine Druckspritze, 2 Leitern, darunter eine neue Schiebeleiter und eine Stützleiter, ferner ein Hydrantenwagen, ein Leiterwagen, 360 Meter Schlauch von 52 Millimeter Weite, zwei doppelte Standrohre und fünf Strahlrohre.

Im Anschluß an die offizielle Feier fand ein ge­mütliches Beisammensein der Feuerwehrleute statt.

Landkreis (Srctzen.

a Klein-Linden, 2. Juli. Am Sonntagvor- mittag fand im Saale des GasthausesZur deut­schen Eiche" eine Versammlung b e r Neu­haus b e s i tz e r unseres Dorfes statt. Herr S ch i r m b e ck von der Ortsgruppe Gießen des Landesverbands Hessen im Reichsverband deutscher Neuhaus- und Eigenheimbesitzer wies einleitend auf die Bedeutung des Zusammenschlusses aller Neuhausbesitzer hin. Landesgeschäftsführer Schnei- der- Darmstadt nahm dann Stellung zu den für die Neuhausbesitzer wichtigen Fragen. Er schilderte ibte Entstehung der Wohnungsnot, sprach über die ! schwierige Sage der Neuherusbesitzer und schilderte

die Ziele des Verbandes, die in der Hauptsache darin bestehen, die Not der Neuhausbesitzer zu lin­dern. Acht Personen traten dem Verband bei. Die Versammlung wurde von Herrn S ch i r m b e ck - Gießen mit einem Sieg-Heil auf den Führer und Dolkskanzler Adolf Hitler geschloffen.

(D Grüningen, 2. Juli. Unter großer Teil­nahme der Bevölkerung wurde der Oberpostschaff- ner Martin Euler zu Grabe getragen. Pfarrer R e u f ch, Leihgestern, hob unter Zugrundelegung des BibelwortesFahr auf die Höh" ein Lebens­bild des pflichtgetreuen und bescheidenen Mannes, der 41 Jahre lang die L a n d p o st mit seiner P o ft» kutsche von Grüningen über Watzenborn-Stein­berg nach Gießen fuhr und während dieser Zeit als Briefträger manche freudige und traurige Nach­richt übermittelte. Ein Vertreter der Postbehörde legte mit anerkennenden Worten einen Kranz nieder; ebenso im Namen des GesangvereinsEin­tracht" der Vereinsführer Adam Buß. Die Trauer­feier wurde mit zwei stimmungsvollen Chören des GesangvereinsEintracht" umrahmt.

? L i ch, 2. Juli. Am gestrigen Sonntag fand in der hiesigen Turnhalle durch die Landesfilmstelle Frankfurt a. M. der NSDAP, eine Tonfilm- veranstaltung statt, bei der der bekannte TonfilmHitlerjunge Quer" zur Aufführung ge­langte. Nachdem am Vorabend und am Sonntag­morgen durch Sprechchöre der Hitlerjugend und des BdM. für den Besuch der Veranstaltung geworben worden war, fand am gestrigen Nachmittag für die Schuljugend, Jungvolk, BdM. und Hitlerjugend eine Vorführung des Films statt. Am Abend wurde dann den Formationen, Vereinen und der übrigen Bevölkerung, die zahlreich erschienen war, der Film, der das Leben, den Kampf der jungen Gene­ration vor der nationalsozialistischen Revolution für die Verwirklichung der Idee Adolf Hitlers zeigt, vorgeführt. Der Film, der gespannteste Aufmerk­samkeit fand, hinterließ einen tiefen Eindruck. Die Veranstaltung brachte noch zwei weitere Filme, deren einer, ein Kulturfilm, das Leben der orienta­lischen Völker kennenlernen ließ.

# Lauter, 2. Juli Dieser Tage wurden Hch. Schmidt IV. und August Schlörb als Ortsge­richtsmänner verpflichtet. Zu deren Ersatzmänner wurden Hch. Keil uttd Wilhelm S p r a n k e l er­nannt. Durch die Ortsgruppe Grünberg des RLB. wurde in unserer Gemeinde eine Orts­gruppe des Reichsluftschutzbundes ge­gründet. Der Werbeleiter der Ortsgruppe Grünberg Dr. Manger hielt einen Vortrag, in dem er über Zweck und Ziele des Luftschutzes sprach und auf die durch einen Luftangriff drohende Gefahr hin­wies. Zum Gemeindegruppenführer wurde Hch. Schmidt IV. ernannt. Sein Stellvertreter ist Karl Scheuermann II., Werbeleiter ist Lehrer Rös­chen. Bei der jüngsten Kirfchenversteige- rung wurden recht hohe Preise erzielt. Teilweise wurde als Pfundpreis am Baum der Ladenpreis erzielt. Gegenwärtig werden an unserer Kirche weitgehende Reparaturarbeiten aus­geführt.

Kreis Schotten.

Laubach, 2. Juli. Der Mädelarbeits- dienst L a u d a ch, der in den oberen Räumen der hiesigen Turnhalle untergebracht ist, feierte am Samstag fein einjähriges Bestehen. Nach- mittags fand eine kleine Feier vor dem Lager statt. Nach der Begrüßungsansprache durch die Leiterin Fräulein K a i b e l unterhielt die rührige Belegschaft des Lagers t>ie Gäste mit Volkstänzen, Gedicht- und Gesangsvorträgen. Namens der Stadt Laubach sprach Bürgermeister H ö g y , im Auftrage her Kreis­leitung der NSDAP. Schotten Ortsgruppenleiter Pg. Otto Braun. Am gleichen Tage fand im Schützenhof" ein Bunter Abend" statt, zu dem die gesamte Bevölkerung eingeladen war. Der gute Be­such ist ein Beweis für die Verbundenheit der Lau- bacher Einwohnerschaft mit dem Arbeitslager. Das reichhaltige Programm wurde beifällig aufgenom­men. Mit Tanz ging das Fest zu Ende.

* Rudingshain, 2. Juli. Infolge Erreichung der Altersgrenze find hier der Polizeidiener Georg Frank III. und der Feldschütz Joh. Hch. Stein von ihren Aemtern zurückgetreten. Zum Polizei­diener wurde Karl Keil IV., zum Feldschütz Otto W i e g e f e l d mit Wirkung vom 1. Juli ab be­stimmt.

Kreis Alsrelv.

§ Alsfeld, 2. Juli. Der hiesige V o l k s k i n bergarten veranstaltete in feinen neuen Räu­men im Evangelischen Gemeindehaus einen gut- besuchten Elternabend, mit dem die schlichte, aber würdige Feier der Einführung des neuen Vorsitzenden, Pfarrer Bern­de ck , verbunden war. Der stellvertretende Vor­sitzende, Bürgermeister Dr. V ö l f i n g, begrüßte in herzlichen Worten den neuen Vorsitzenden, der in­folge feiner Tätigkeit als Leiter des Kindergartens feiner früheren Gemeinde besonders zu diesem Amte berufen fei. Pfarrer Bernbeck dankte herzlich für die ihm zuteil gewordene Begrüßung und für das ihm durch die Wahl zum Vorsitzenden bewiesene Vertrauen des Vorstandes. Er werde stets seine ganze Kraft der segensreichen Einrichtung des Als­felder Volkskindergartens widmen, und er hoffe, mit dem Vorstand und der Kinderfchwester Fanny ersprießliche Arbeit zu leisten. In klaren und fesselnden Ausführungen sprach der neue Vorsitzende sodann über die Ziele und Aufgaben des Kinder­gartens, wobei er grundlegende und beherzigens­werte Gedanken entwickelte. Wertvolle Kammer­musikdarbietungen, um die sich Frau Moeller- Lorenz (Violine), Rechtsanwalt Dr. Dingel- d e y (Violine) und stud. mus. Erwin Völfing (Klavier) mit Werken vqn Bach und Händel ver­dient machten, umrahmten den anregenden Abend. Frau Moeller-Lorenz bewährte sich außer­dem mit der trefflichen Wiedergabe einer Arie mit obligater Violine von Händel als Sängerin von hohem Rang. Die zu einer ständigen Einrichtung gewordenen Elternabende sollen in erster Linie die Verbindung zwischen der Leitung des Kindergartens und der Elternschaft enger gestalten, Wünsche und Anregungen sollen besprochen werden.

Preußen.

t Krei^ Wetzlar.

Rodheim a. d. Bieber, 2. Juli. Den gestri­gen Sonntagnachmittag widmete die hiesige N S.- Frauenschaft den hier und im benachbarten Vetzberg unteraebrachten Ferienkindern aus Hanau. Die Frauenschaft war fast vollzählig erschienen, und die Mütter hatten auch ihre eigenen Kinder mitgebracht, um den Gästen aus der Stadt einige frohe Stunden zu bereiten. Burg Gleiberg war als Wanderziel ausersehen. Nach dem Marsche mundete dort der Kaffee besonders gut, und man konnte die erfreuliche Feststellung machen, daß bei den meisten der Gastkinder schon eine merkliche Besserung im Aussehen und im Appetit zu verzeich­nen ist. Nach dem Kaffeetrinken beschäftigten sich die jüngsten Mitglieder der Frauenschaft in sehr herzlicher und liebevoller Weise mit den Kindern, und bald hallten frohe Kinderstimmen durch die Mauern und Türme der Burg. Die Stunden vergingen wie im Fluge. Sie sind vergangen aber wenn unsere Gäste längst wieder zurückge­kehrt sein werden in die Heimat, werden sie sich immer noch gern des schönen Sonntags auf dem Gleiberg erinnern. Der Frauenschaft gebührt herz­licher Dank für diese soziale Tat. Sie hat erneut bewiesen, daß es ihr ernst ist mit ihrem Grund­sätze, im Sinne des Führers von Sozialismus nicht bloß zu reden, sondern sozial zu handeln, selbst bann, wenn es auch einmal ein ganz klein wenig schwer fällt.

(D Dutenhofen, 2. Juli. Am gestrigen Tage ist Hauptlehrer Hamel von der hiesigen Schule in den Ruhe st and getreten, nachdem er fast 27 Jahre seine Kraft in den Dienst der Gemeinde Dutenhoven gestellt hat. Die Abschiedsfeier am Frei­

tag zeigte, wie stark die Verbundenheit der Bevöl­kerung mit ihrem Lehrer und Erzieher war. Im festlich geschmückten Saale desGambrinus" ver- jammeHen sich die Schulkinder, das Lehrerkollegium Der Gemeinde- und Schulvorstand, sowie zahlreiche Kollegen aus den Orten des vormaligen Amtes Krofdorf. Die Kinder erfreuten mit Gesängen und Gedichten, Lehrer Gaß sprach namens der Schule tiefempfundene Worte dem scheidenden Kollegen, der, vom Rhein kommend, in seiner neuen Heimat Dutenhofen in stets gleichmäßigem, hohem Pflichtbe­wußtsein gewirkt habe. Wenn er nun in Marburg seinen Lebensabend verbringen wolle, so würden ihn dahin die besten Wünsche seiner Gemeinde be­gleiten. Der Ortsbürgermeister und der Be- zirksobmann der Lehrerschaft hoben in ehren­den Worten die Verdienste des Scheidenden hervor und gedachten dabei auch seiner vorzüglichen mensch­lichen Charaktereigenschaften. Bewegt stattete Hauptlehrer Hamel seinen Dank ab mit dem Wun­sche für ferneres Wohlergehen der Gemeinde und mit der Aufforderung zur Treu für Führer und Reich. Zahlreiche Geschenke waren Anerkennung für die geleistete Arbeit des verdienstvollen Jugend­erziehers, dem abends auch die PO. unter Mitwir­kung desMännerchores" ihren Dank darbrachte.

Dillkreis.

LPD. Dillenburg, 2. Juli. Der städtische Derwaltungsoberinspektor Wenzel, gegen den im Juli 1933 wegen angeblicher kommunistischer Agita­tion in den Dienststunden ein D i e n st st r a f v er­sah r e n mit dem Ziel der Dienstentlassung ein­geleitet worden war, ist von der Dienststrafkammer Wiesbaden wegen erwiesener Hnschuld freige­sprochen worden.

Hauptversammlung des Oberhessisthen Gebirgsvereins.

][ Biedenkopf, 2. Juli. In Verbindung mit der Hauptversammlung des Oberhessischen Gebirgsvereins konnte am gestrigen Sonn­tag der Zweigverein Biedenkopf sein 40jähriges Bestehen feiern.

Die Tagung begann mit einer Gedenkfeier auf dem inmitten der Hinterländer Waldberge ge­legenen, etwa 500 Meter hohen Hohenstein, wo sich Hunderte von alten und jungen Wanderern bei dem als Ehrenmal für die Gefallenen des Welt­krieges gestalteten mächtigen Felsgebilde zusammen­fanden. Pfarrer S ch ü ß l e r - Biedenkopf fand in seiner Predigt zu Herzen gehende Worte.

Auf schattigen Waldwegen stieg dann die Wan­derschar nach Biedenkopf hinab, wo im Zühlschen Saale die Hauptversammlung ^usammen- trat. Aus dem vom Vereinsführer, Lehrer a. D. Walter- Marburg, erstatteten Jahresbericht ist hervorzuheben, daß sich der jetzt 18 Zweigvereine im Gebiet zwischen Alsfeld, Homberg (Ohm), Gie­ßen, Gladenbach, Steinperf, Hatzfeld, Vöhl und Neustadt umfassende Oberhessische Gebirgsverein gut weiter entwickelte. Im letzten Jahr sind die Zweigvereine Alsfeld und Gießen hinzugekom­men. Man hofft, daß die in letzter Zeit eingeschla­fenen Zweigvereine in Battenberg und Allendorf (Eder) bild wieder zu neuem Leben erweckt wer­den können.

Nachmittags durchzog ein stattlicher Festzug das fahnengeschmückte Städtchen. Die öffent­liche Kundgebung für die deutsche Wander­jache auf dem Marktplatz, bei der auch Kreisleiter

Thiele und Landrat P ö n i s ch das Wort ergrif­fen, gestaltete sich zu einer Treuekundgebung für unseren obersten Führer Adolf Hitler. Der Führer des Biedenkopfer Zweigoereins gab einen kurzen Rückblick auf die Geschichte und die seit­herige Arbeit dieses Zweigvereins, der eines der schönsten hessischen Wandergebiete, das Hinterländer Waldgebirge, zu betreuen hat, durch Bezeichnung von mehr als 130 Kilometern Wanderwege, Erbau­ung von Aussichtstürmen auf Sackpfeife und Jo­hanniskopf mit umfassendem Rundblick, Fassung zahlreicher Waldquellen und Ausgestaltung eines der schönsten Gesallenen-Ehrenmäler Deutschlands (auf dem Hohenstein) wahrhaft uneigennützige Ar­beit im Dienste der Volksgemeinschaft leistete. Nach der Weihe von einigen Wanderwimpeln durch den Hauptvereinsführer, Lehrer a. D. Walter, endete die Kundgebung mit einem brausenden Sieg-Heil auf das deutsche Vaterland und seine Führer, so­wie mit dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes.

In einem an den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler gerichteten Telegramm versicherten die oberheffischen Wanderer Treue und Ergebung.

Spenden für die 7ISV.

werden eingezahlt ans Konto 7lr. 4513 bei der Bezirkssparkaffe Gießen.