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das Ehrenkreuz nicht erhalten können, da sie im Sinne des Absatzes 1 zur Ziffer 3 der Durchfüh. rungsoerordnung keine Kriegsdienste geleistet haben, auf die Armierungs soldaten keine Anwendung findet. Diese waren, im Gegensatz zu den Arrnie- rungsarbeitern, eingezogen und sind daher bei der Verleihung des Ehrenkreuzes zu berücksichtigen. Sie können auch das Frontkämpferkreuz er- halten, sofern die Voraussetzungen dazu erfüllt sind.

Durchgehende Arbeitszeit gesundheitlich unerwünscht/'

LPD. Der ärztliche Ausschuß der Deutschen Gesell­schaft für Gewerbehygiene hatRichtlinien für die Regelung der Arbeitszeit und Pausen nach gesund­heitlichen Gesichtspunkten" aufgestellt, die, wie das amtliche Organ der hessischen Regierung, dieDarm­städter Zeitung", mitteilt, einige bemerkenswerte Empfehlungen enthalten. Die erst in der Nachkriegs­zeit in Deutschland zur allgemeinen Verbreitung ge­langte durchgehende Arbeitszeit wird als gesundheitlich unerwünscht grundsätzlich ab- gelehnt, und es wird die geteilte A r b e i t s- z e i t überall da empfohlen, wo die Verkehrs- und Betriebsverhältnisse der Gefolgschaft die Möglichkeit

Oie Trommel rüst!

Jungvolkwerbeabend des Stammes Welfen: Sonntag, den 4. November 1934, 20.15 Uhr im Laf6 Leib.

geben, eine etwa zweistündige Mittaaspause zum Aufsuchen der eigenen Häuslichkeit zu benutzen. 2i5o diese Voraussetzung fehlt, soll die Einführung der durchgehenden Arbeitszeit an die Bedingung ge­knüpft sein, daß durch entsprechende Arbeitspausen und Bereitstellung der erforderlichen Einrichtungen die Gelegenheit zur Einnahme einer warmen Mit- tagsmahlzeit im Betrieb geboten wird. Zur Gewähr­leistung ausreichender Erholung wird die Sicher­stellung regelmäßiger freier Sonntage bei Schicht­arbeit gefordert und die Verkürzung der Arbeitszeit an Samstagen, sowie die Einführung der Sommer- zeit empfohlen.

Die Regelung des Anspruchs auf einen aus- reichenden Jahresurlaub soll bei Bemessung der Urlaubsdauer dem größeren Erholungsbedürfnis der jugendlichen und alternden Arbeiter, sowie der in gesundheitsschädlicher Beschäftigung Tätigen de- sonders Rechnung tragen.

Graf Luckner beim NEDFÄ. (Stahlhelm) Gießen.

Die Kameraden des N S D F B. (Stahlhelm) hatten gestern abend zu später Stunde noch die Freude, Graf Luckner, der zur Zeit in unserer Stadt weilte, in ihrem Heim begrüßen zu dürfen. Trotzdem es nicht mehr möglich war, alle Kamera- Len rechtzeitig zu benachrichtigen, war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach kurzen, herzlichen Begrüßungsworten des Ortsgruppenleiters, Kame­raden L o p p e, schilderte Graf Luckner in seiner launischen, oft von köstlichem Humor gewürzten, aber von tiefem vaterländischen Gefühl durch­drungenen Rede seinen Werdegang als Seemann und seine Taten im Kaperkrieg auf seinem Segel- schiffSeeadler". Bei aller Rauheit, die dem Kriegs­handwerk anhaftet, hat er niemals die Regeln des vornehmen, ritterlichen Seemannes den Feinden gegenüber verleugnet. Was er während des Krieges geleistet hat, wird immer ein Ruhmesblatt unserer Marine bleiben, und was er durch seine Propa­gandafahrten für das Deutschtum im Ausland nach dem Kriege gewirkt hat, das kann man als eine hervorragende diplomatische Leistung bewerten. Er versprach den begeisterten Zuhörern, daß er bald einmal wiederkommen werde, und da wird nur zu hoffen sein, daß die gesamte Jugend Gießens Len Worten dieses hervorragenden Seemannes lauschen könnte, denn was er der Juaend von Mannesmut und Tapferkeit, von Kameradschaft und Vaterlands­liebe zu erzählen hat, das wird für immer in den Herzen haften bleiben. Graf Luckner mit feiner Piep wird, ähnlich wie General von Seydlitz mit feiner Tabakspfeife, in die Seele des deutschen Volkes ein­gegraben bleiben. Der stürmische Beifall bewies, daß feine Ausführungen, die mit einem begeisterten Sieg-Heil" auf unseren Führer Adolf Hitler ausklangen, in den Herzen der alten Kameraden einen tiefen Widerhall gefunden hatten. Als er sich mit seiner Gattin verabschiedete, da klang ihm das alte Flaggenlied entgegen, dem er leuchtenden Auges und dankbaren Herzens lauschte.

Daten für Freitag, 2. November.

1766: der österreichische Feldmarschall Franz Karl Graf Radetzky in Trzebnitz geboren (gestorben 1858); 1827: der Orientalist Paul de Lagarde in Berlin geboren (gestorben 1891); 1918: Waf­fenstillstand zwischen Oesterreich-Ungarn und der Entente.

Vornolizen.

Tageskalender für Freitag. Kreis­amtsleitung der NSV., NS.-GemeinschaftKraft durch Freude": 20 Uhr, Caf6 Leib, Bunter Abend (Abschiedsabend für die Saarländer). Stadt­theater: 20 bis 22.30 UhrTraviata". Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Krach um Jolanthe". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg:Schüsse aus dem Hinterhalt". VHC.: 20.30 Uhr, Monatsversamm­lung.

Stadttheater Gießen. Heute, Freitag, abend die OperTraviata" von Verdi.

Die Heimatvereinigung Schiffen­berg veranstaltet am Sonntagnachmittag in Ge­meinschaft mit dem Reichsbund für Volkstum und Heimat eine Besichtigung des Klosters Schiffenberg (Führung: Saurat Kuhlmann, Gießen). Außer­dem hält Dr. Walbrach (Gießen) einen Vortrag über die Geschichte des Schiffenbergs. Anschließend findet eine Familienzusammenkunft im Saale des Schiffenbergs statt. (Siehe heutige Anzeige.)

** Perfonalie aus der Reichszoll- Verwaltung. Der Vorsteher des Hauptzollamts Gießen, Zollrat Horn, wurde mit Wirkung vom 1. November 1934 zum Oberzollrat ernannt.

** Aus der Justizverwaltung. Die Stelle des dienstaufsichtführenden Richters bei dem Amts­gericht in Vilbel ist neu zu besetzen; Dienstwohnung ist vorhanden. Bewerbungen sind bis spätestens 10. November bei der Ministerialabteilung I c (Justiz) einzureichen.

** 2 5 Jahre im Dienste der oder- hessischen Tierzucht. Sein 25. Dienstjubi­läum konnte am gestrigen 1. November der in wei­ten Kreisen der oberhessischen Tierzüchter und der Landwirtschaft bekannte Kanzlei-Obersekretär am

Von Professor Or. K.Bürter-Gießen,

Qm Mittelpunkt.des stofflichen Geschehens unse­res Körpers steht das Blut, zu allen Organen füeftt es, von allen Organen kommt es, und dient o den chemischen Wechselbeziehungen, die zur Auf. rechterhaltung des Lebens unbedingt notig sind. Bet dieser bedeutsamen Aufgabe wird das Blut von allen Ereignissen mehr oder weniger mitbetroffen werden, die die Organe treffen, und m der Tat wird es wenig Erkrankungen geben, bei denen man heutzutage nicht eine Blutuntersuchung zur Erkennung und richtigen Behandlung für nützlich hielte. . r tJ 6

Voraussetzung für eine solche Erkennung von Krankheiten ist aber die genaue Kenntnis von dem Verhalten des Bluts bei diesen Krankheiten. Diese Kenntnis ist heute schon sehr weit gediehen, gibt es doch eine ganze Wissenschaft vom Blut, die H a e m a t o l o g i e. Die Grundlage für diese Wissenschaft ist aber erst gegeben, wenn die nor­malen Blutwerte feststehen, die ihrerseits vom Alter, dem Geschlecht, der körperlichen Verfassung und von der Umwelt abhängig sind insofern, als hier besonders der Luftdruck bzw. der Aufent­halt in verschiedenen Höhen eine bedeutsame Rolle pielt.

Gerade das Gießener Physiologische Institut bemüht sich schon seit Jahren, diese Grundlagen zu schaffen. Dazu mußten neue Appa­rate konstruiert werden, die die Blutwerte exakt er- assen. Solche Apparate werden von den Optischen Werken C. Zeiß in Jena und E. L e i tz in Wetz­lar hergestellt.

Die Untersuchungen mit diesen Apparaten lassen ich aber nur durchführen, wenn sich Versuchs­personen zur Verfügung stellen, es handelt sich dabei nur um einige Tropfen Blut aus der Finger­kuppe. Leider muß man in dieser Beziehung manch­mal hören:Ich bin doch kein Versuchskaninchen!" Das ist eine sehr kurzsichtige Auffassung. Jeder Mensch sollte dafür Sorge tragen, daß feine nor­malen Blutwerte bekannt sind, damit der Arzt in Krankheiten feststellen kann, welche Abweichungen vorliegen. Dies um so mehr, als nicht etwa eine Norm für ein bestimmtes Alter und Geschlecht besteht, ondern eine erhebliche, aber, wie sich noch ergeben wird, ganz gesetzmäßige Schwankungsbreite. Der Schmerz, der bei Erzeugung der kleinen Wunde zur Erlangung des Bluts entsteht, ist unbedeutend. Wir elbft haben uns hunderte und aber hunderte Male Blut entzogen. Noch vor kurzem erforderte eine Arbeit, die ein Schüler von mir, Herr G. Nelz, durchgeführt hat, nicht weniger als etwa tausend Blutentziehungen, die er opferfreudig an sich selbst vornahm. Es muß also der Wissenschaft ein Opfer gebracht werden, das sich im gegebenen Fall lohnt, da als Entgelt die Blutwerte mitgeteilt werden.

Wer Opfer bringt, hat dann aber auch ein Recht zu fragen wozu? Diese Frage soll beant­wortet werden.

Es wurde schon oben erwähnt, daß nicht eine Norm bei den Blutwerten besteht, sondern eine er­hebliche Schwankungsbreite. Don den vielen Blut­werten, die gegebenenfalls bestimmt werden müssen, eien hier nur folgende berücksichtigt.

Im Blut befindet sich der für die Sauerstoff­übertragung so außerordentlich wichtige Blutfard- tosf. Dieser ist in winzigen Gebilden, den roten Blutkörperchen, untergebracht, von denen nicht we­niger als etwa fünf Millionen schon in einem

ber£anbe0unfoerfitdt

Kubikmillimeter Blut enthalten sind. Es muß nun der größte Wert darauf gelegt werden, den abso­luten Gehalt des Bluts an diesem Farbstoff und die absolute Zahl der Blutkörperchen in der Volumens- einheit Blut zu ermitteln, um aus diesen Werten den mittleren Gehalt eines Blutkörperchens an Blut- « berechnen zu können. Während nämlich tfarbstoffgehalt und die Blutkörperchenzahl stark schwanken können, aber immer in gleichem Sinn (niederer Gehalt niedere Zahl, hoher Gehalt hohe Zahl), ist der mittlere Gehalt eines Blutkörperchens an Blutfarbstoff in Tagen der Ge- sundheit beim Erwachsenen recht konstant, erfährt aber bei Erkrankungen erhebliche Abweichungen nach unten und oben. Jede derartige Abweichung muß daher den Arzt veranlassen, zu erkunden, wo­her sie rührt.

Es war nun notwendig, festzustellen, ob dieser mittlere Gehalt eines Blutkörperchens an Blutfarb­stoff vom Alter, Geschlecht, der körperlichen Verfas­sung und der Umwelt abhängig ist und wie stark im einzelnen die Ausgangswerte, der Blutfarbstoff­gehalt und die Blutkörperchenzahl, schwanken.

Derartige Feststellungen werden nun seit Jahren im Physiologischen Institut vorgenommen. Von Herrn R. Börner wurde das Blut des Neuge­borenen untersucht, das einen so hohen Blutfarb­stoffgehalt aufweist, wie nie mehr später im Leben, nämlich bis zu 24 Gramm in 100 Kubikzentimeter Blut. Auch der Gehalt eines Blutkörperchens an Blutfarbstoff ist hier wesentlich höher, als beim Er­wachsenen. Dabei sind die Blutwerte unabhängig vom Geschlecht, das sich erst bei der Geschlechtsreife geltend macht. Für junge Männer fand Herr L. H o r n e f f e r Schwankungsbreiten im Blutfarbstoff­gehalt von 14 bis 18 Gramm, für junge Frauen Fräulein G. Schmoll solche von 12 bis 16 Gramm, der mittlere Gehalt eines Blutkörperchens an Blutfarbstoff erwies sich aber für Männer und Frauen als recht konstant, war aber bei Männern etwas höher als bei Frauen.

Gegenwärtig wird das Blut von 60 bis 70 Jahre alten Männern und Frauen untersucht, da noch nicht genau feststeht, wie sich die Blutwerte in diesem Alter verhalten. In Aussicht genommen sind ferner Untersuchungen im Kindesalter, da zu dieser Zeit die Ausgangsblutwerte den tiefsten Stand, er­reichen; es muß aber genau ermittelt werden, wann dies der Fall ist und wie sich der Gehalt eines Blutkörperchens an Blutfarbstoff in dieser Zeit ver­hält.

Bei all diesen Blutuntersuchungen ist es nun wichtig, di e verschiedenen sozialen Schichten der Bevölkerung zu erfas­sen, den Arbeiter der Stirn und Der Faust, den Städter und den Bauer, zu welchem Zweck wir uns auch das Blut aus den Dörfern der Nach­barschaft holen. Allen denen, die das kleine Opfer nicht gescheut haben, möchte ich hier öffent­lich danken, aber auch die Bitte aussprechen, uns bei den weiteren Untersuchungen durch Hergabe einiger Tröpfchen Blut zu unterstützen.

Das Wort Blut kommt nach Grimm von Blühen". Wer sich also das Blut gut erhält, darf hoffen, die Blüte seines Lebens zu verlängern. Um festzustellen, ob das Blut gut und auf eine wei­tere Blüte zu rechnen ist, tut aber Blutunter­suchung not.

Blutuniersuchung iui not

Direktor desphysiologischenZnstituis

Tierzuchtinstitut Gießen, Herr Karl Philipp aus. Watzenborn-Steinberg, begehen. Der Jubilar kam im Jahre 1909 an den Landwirtschaftskammer-Aus- chuß der Provinz Oberhessen. Er war in den ersten Jahren Herdbuchführer und erhielt später für 20- jährige Tätigkeit die seltene Auszeichnung der sil­bernen Medaille des Reichsverbandes der Ziegen- züchter als Herdbuchsührer. Seine Tätigkeit für die oberhessische Viehzucht wurde nur unterbrochen durch vier Jahre Frontdienst im Osten und Westen beim Infanterie-Regiment 168 bzw. 224, wofür er die Tapferkeitsmedaille erhielt. Philipp ist langjähriger Geschäftsführer des Kreisziegenzucht­verbandes und hat sich um diesen, wie um die Geflügelzucht besondere Verdienste erworben. Als Preisrichter, aber auch als Ziegen- und Geflügel­züchter, als der er selbst zahlreiche Auszeichnungen erwerben konnte, ist er weiten Kreisen der ober­hessischen Bauern als Sachkenner, aber auch als allzeit gefälliger und hilfsbereiter Mensch bekannt. An seinem Ehrentage sprach ihm vor den versam­melten Mitarbeitern der Direktor des Tierzucht­amtes, Oberlandwirtschaftsrat Dr. Wagner, Dank und Anerkennung und die Glückwünsche der Mit­arbeiter aus, die ihm ein schönes Andenken über­reichen ließen.

** Instandsetzung des Bürgersteigs der äußeren Frankfurter Straße. Ge­genwärtig werden an der Frankfurter Straße um- fangeiche Arbeiten vorgenommen, um den Bürger­steig auf der östlichen Seite ab Nervenklinik an der StraßeAm Steg" bis zur Thaerftraße in Ord­nung zu bringen. Die teilweise fast bis zu acht Meter breite Straßenhälfte neben dem Fahrdamm wird an der Häuserreihe her mit einem Bürger­steig von knapp drei Meter Breite versehen. Der Bürgersteig wird mit Randsteinen abgeschlossen und mit Basaltsplitt unter Zusatz von Teer einge­deckt. Der übrigbleibende immer noch recht breite Straßenstreifen wird aufgefüllt und eingeebnet.

** Aushebung der Wetterdienststelle Gießen. Zwecks Vereinfachung des öffentlichen Verwaltungsapparates ist mit Wirkung von gestern ab die Wetterdienststelle beim Landwirtschaftlichen Institut der Universität Gießen mit der Frankfurter Wetterdienststelle vereinigt worden. Das bisherige Arbeitsgebiet der Gießener Wetterdienststelle wird nunmehr von dem Frankfurter Institut aus mit versehen.

^HunOfunfprogramm.

Samstag, 3. November.

6 Uhr: Bauernfunk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Morgen­spruch Choral. 7: Frühkonzert. 8.30 bis 8.45: Gymnastik. 9: Werbekonzert. 9.15: Kammermusik. 10: Nachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittags­konzert I. 13: Saardienst. Nachrichten. 13.10: Nach­richten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskon­zert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Quer durch die Wirtschaft. 15: Jugend-Stunde. 16: Nachmittags- konzert. 18: Stimme der Grenze. 18.25: Stegreif­sendung. 18.45: Tagesspiegel. 19: Die Eroberung der Alpen. Eine Funkfreska. 20: Nachrichten. 20.05: Saarländische Umschau. 20.15:Lustige Funkfahrt ins Blaue". 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Lustige Funkfahrt ins Blaue (Fortsetzung). 24 bis 2: Orchesterkonzert.

Oberhessen.

Schweres Derkehrsnnglück bei Klein-Linden.

Klein-Linden, 1. Nov. Bürgermeister Heinrich Schneider aus Frankenbach begegnete gestern abend, als er sich mit seinem Motorrad auf der Fahrt zwischen Klein-Linden und Duten­hofen befand, einem Auto, dessen Lenker die Scheinwerfer des Kraftwagens nicht abblendete. Dadurch wurde Bürgermeister Schneider so stark geblendet, daß er die Sicht über die Straße und die Herrschaft über fein Mo­torrad verlor. Er rannte mit feiner Maschine gegen einen Sa« m und stür.ste so unglücklich, daß er mit schweren Verletzungen liegen blieb. Straßenpassanten fanden ihn einige Zeit spä­ter und veranlaßten seine Ueberführung in die Chirurgische Klinik zu Gießen. Sein Befinden ist den Umständen entsprechend gut.

Gemeinderat in Grünberg.

+ Grünberg, 1. Nov. Auf der Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung standen insgesamt 17 Punkte.

Zur Genehmigung des Wirtschaftsplanes des S t a d t w a l d e s für Das Jahr 1935 bedurfte es der Beachtung einer Verfügung des Reichssorst- meifters. Danach muß der Hiebsatz 150 v. H. betra­gen. Nach Ausführungen durch Forstmeister Suß - ner ist dies sehr wohl möglich, und zwar ergibt der Holzschlag danach 4800 Festmeter. Der Erlös von 500 Festmeter muß an die hessische Staatskasse zur Abdeckung rückständiger Beiträge abgeführt werden. Außerdem wurde beschlossen, in Zukunft aus wirtschaftlichen Gründen und sonstiger Vorteile wegen mehr Mischwald anzupslanzen. 5 Zentner Bucheckern sollen angekauft werden.

Der Bürger ft euerfa^ für 1935 wurde auf 400 v. H. festgesetzt.

Ein Antrag des Stammführers Becker auf Umbenennuna des Winterplatzes in Her­be r t - N or k u s - P l a tz wird abgelehnt.

Zur Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft 1934 wurden 60 NM. bewilligt

Einem Antrag der NSDAP., Ortsgruppe Grün­berg, auf Uebernahme der anläßlich Des diesjährigen Erntedankfestes entstandenen Unkosten wurde stattgegeben.

Auf der Tagesordnung stand weiter die Aus­losung der Anleiheablösungsschuld der Stadt Grimberg im Oktober 1934, und zwar 5 Stücke, 3 lit. A zu je 25 NM. (die Nummern 48, 58, 10), 2 lit. B zu je 12,50 NM. (die Nummern 38 und 27).

Die Zustände am unteren Teich im Brunnen tat bedingen eine baldige Ausbesse- rung. Die Arbeiten sollen als Notstandsarbeiten durchgeführt werden, und zwar wurde der Unter­nehmer Kühn mit dem Erdaushub beauftragt. Die Bauleitung hat Architekt Balser.

Die Sommerschafweide 1935 erhält Johann Kalbert zu 2000 RM.

Abgelehnt wurde ein Antrag der Butzbach- Licher-Eisenbahn AG. um Erlaß von Ge­meindeumlagen.

Die Neuoerpachtung der Jagdbezirke

III, IV und V für die Zeit ab 1. Februar 1935 soll durch eine öffentliche Versteigerung erledigt werden.

Die Stadt übernimmt eine Bürgschaft für den Turnverein in Höhe von 3000 RM. anläßlich der Aufnahme eines weiteren Schuldscheindarlehens zwecks Erweiterung der Turnhalle.

Die Gebühren für das Herftellen von Gräbern wurden neu festgesetzt, und zwar für Erdbestattung eine Gebühr von 7 RM., für Urnen- beftattung eine solche von 3 RM.

Siadtvorstandssihung in Alsfeld.

cxd Alsfeld, 1. Nov. In der jüngsten «Stabt. Vorstandssitzung wurde zunächst das neue Ratz, Mitglied Wilhelm I o st, der an Stelle Des vergangenen Sommer Durch einen Motorradunscül töDlich verunglückten Ratsmitglieds Schierholz getreten ist, verpflichtet.

Als erste Vorlage stand die Festsetzung der Bür­ge r ft e u e r für Das Jahr 1935 auf der Tagesordnung. Es wurde beschlossen, diese wie im Jahre 1934 mit 500 v. H. des Reichssatzes zu er­heben. Wie der Vorsitzende dabei mitteilte, ist durch die neuen Steuerermäßigungen für Familien mit zwei und mehr minderjährigen Kindern mit einem geringeren Steueraufkommen als im Vorjahre zu rechnen.

Mietvertrag mit der Firma Mecha­nische K l e i b e r f a b r i f Georg Dietrick Bücking. Die Firma statte seither für ihr Werk 11 in Alsfeld die Räume des früheren städtischen Elek­trizitätswerkes gemietet. Der abgelaufene Miet­vertrag wurde mit Wirkung vom 1. November 1934 ab auf drei Jahre erneuert und Der darüber vorgelegte Vertrag genehmigt. Zugleich wurde Der erforderliche Kredit für Den Einbau eines Ober­lichtes in Den Fabrikräumen bewilligt.

Aufwertung aus Der Teilung Des gemeinschaftlichen Waldes Homberg. Durch Vertrag vom 15. November 1921 war der früher dem hessischen Staat- und der Stadt Alsfeld gemeinschaftlich gehörende Wald Homberg real ge­teilt worden. Aus Grund der damaligen Vertrags­bestimmungen machte der hess^che Staat Aufwer­tungsansprüche gegen die Stadt geltend. Hierüber fanden wiederholte Verhandlungen statt. Es wurde beschlossen, an Den hesischen Staat eine Aufwer­tungssumme von insgesamt 6000 Mark zu zahlen. Die Aufwertungssumme soll in jährlichen Raten von 1000 Mark vom Rechnungsjahr 1935 ab be­zahlt und vom 1. April 1934 ab mit 5 v. H. ver­zinst werden.

Für die Alfred-Klostermann-Sied­lung in der Rambach wurde die Mietzahlung geregelt in Der Weise, Daß Die Mieten erst vom 1. Januar 1935 ab zur Erhebung kommen. Für Dieses Entgegenkommen haben sich die Mieter die Waschküche herzurichten. Soweit für den Ausbau des Dachgeschosses die Kosten von Der StaDt vor- lagsweise bezahlt roorben sind, soll Der Ersatz Durch Zuschlag zu Der Miete ab 1. Januar 1935 in monatlichen Raten erfolgen.

Landkreis Gießen.

H Alten-Buseck, 2. Nov. Gestern abend sand im Saale von Gastwirt Rühl ein gutbe­suchter Schulungsabend der NSDAP, statt, bei Dem Pg. Dr. RöDer (Gießen) über Die Aufgaben Des Deutschen Volkes gegenüber Den Zielen und Bestrebungen unseres Führers, ein freies un­abhängiges Deutsches Reich zu gestalten, sprach. Der Redner wies in treffenden Worten darauf hin, daß jeder Volksgenosse, ob Parteimitglied oder nicht, seine höchste Aufgabe Darin zu sehen habe, sich in Die Volksgemeinschaft voll unD ganz einzu- fügen. Nicht Eigennutz und Selbstsucht, sondern aufrichtige Nächstenliebe und brüderliche Zuneigung Dem Volksgenossen gegenüber müsse vorherrschend sein. Vor allem aber sei notroenDig Der unverbrüch­liche Glaube unD restloses Vertrauen an das Werk Adolf Hitlers, Das nur Dann seine Vollendung fin­den könne, wenn die moralische Macht des ganzen Volkes dahinter stehe. Die im vergangenen Jahre so mächtig hervorgetretene Begeisterung für die Person und die Politik Adolf Hitlers Dürfe nicht einer armseligen Mutlosigkeit Platz machen, wenn Schwarzmaler und Miesmacher ihre dunklen Ge­schäfte im Interesse ausländischer Ausbeuter und Unterdrücker zu machen suchten. Das deutsche Volk habe keinerlei Grund, sorgenvoll in die Zukunft zu blicken. Als dasVolk der Erfinder" habe es bis jetzt immer verstanden, wenn Not am Manne war, sich selbst zu helfen und vom Ausland unabhängig zu machen. Zahlreiche bedeutungsvolle Erfindungen aus neuester Zeit stellten diese Behauptung aufs beste unter Beweis. Starker Beifall und lebhafte Zustimmung dankten dem Redner für seine vor­trefflichen Ausführungen. Mit dreifachemSieg- Heil" auf den Führer schloß Bürgermeister Kahl die Veranstaltung.

§ Mainzlar, 1. Nov. Für kommenden Sams­tagnachmittag plant die Deutsche Angestelltenschaft Ortsgruppe Wetzlar mit ca. 80 Berufskameraden als Gäste Der DA.-Ortsgruppe Lollar, Sitz Mainz­lar, eine Betriebsbesichtigung Der Bu- Derusschen Werke Lollar. Anschließend ist ein Besuch der Burganlage Staufenberg ge­plant, um dort einige Stunden in Kameradschaft zu verbringen.

4 Dorf-Gill, 30. Oktober. Am Tag Des deutschen Handwerks zeigten zahlreiche Häuser unseres Dorfes Flaggenschmuck. Die Hand­werker versammelten sich bei NS.-Hagosührer Gast­wirt Reuhl, um die Rundfunkübertragungen zu hören. Die durch bas Jungvolk getätigte Brot­sammlung hatte das schöne Ergebnis von 78 Laib. Bei der Sammlung für die Deutsche Kriegsgräberfürsorge gingen 37,10 Mark ein.

4- Steinheim, 1. Nov. Die hier durchgesübr/e Sammlung für die Kriegsgräberfür« sorge brachte den Betrag von 31 Mark zusB' men. Ein erfreuliches Ergebnis!

Kreis Büdingen.

tz. Nidda, 1. Nov. Die seit einer Reihe von Jahren bestehende getrennte Lage von Finanzamts' und Finanzkassengebäude machte sich sowohl für diese Aemter, als auch für das Publikum unange­nehm bemerkbar. Zum Zwecke der Abstellung dieses Uebelstandes wurde vor kurzer Zeit ein mehr« {torfiger Flügel in gleicher Höhe ast das Finanzamtsgebäude gebaut, >n dem in Kürze die Finanzkasse, inzwischen ander­weitig notdürftig untergebracht, ihre Unterkunft findet. Das seitherige Gebäude wurde zu Woh­nungen für Den Finanzamtsvorsteher und einen Finanzamtsbeamten eingerichtet.

z. Ni DDa, 1. Nov. Wie Die Eisenbahn seither ab unD zu eineFahrt ins Blaue" unternahm, so richtete Der hiesige Zweigverein Des VHC. einenBum* m e I ins Blaue" ein. Da erwünschtes Wander­wetter herrschte, folgten etwa 60 Teilnehmer dem Wanderführer, Der sie Durch Den herbstlichen Harb' walD mit seiner jetzigen Farbenpracht zur Herv^ eiche (wegen Dicke, Höhe und sehr breitem Laum