Veranstaltungen zur Luftfahrt - Werbewoche in Gießen.
Platzkonzerte unserer SA.-Kapellen zur Lustfahrt-Werbewoche.
Anläßlich der heute beginnenden und bis zum 8. Juni dauernden Luftfahrt-Werbewoche veranstaltet der Musikzug der SA.-R. (Leitung Musikzugführer Herrmann) am Samstag bzw. Sonntag in dankenswerter Weife Platzkonzerte.
Am heutigen Samstag von 18 bis 19 Uhr konzertiert der Musikzug der Standarte 116 unter Leitung von Obertruppführer N i e b e r g a l l an der Ecke Plockstrahe-Johannesstraße. Zum Dortrag kommt die nachstehende Musikfolge:
1. Ruhm und Ehre, Marsch von Blankenburg.
2. Ouvertüre z. d. Oper „Norma" von Bellini. 3. Geburtstagsständchen von P. Linke.
4. Stolzenfels am Rhein, Lied von I. Meißler.
5. Herzog von Braunschweig, Armeemarsch.
Am morgigen Sonntag von 11.30 Uhr ab gibt die Kapelle des SA. - Reserve st urmbanns 1/116 unter Leitung von Musikzugführer Herrmann ihr Platzkonzert am Hindenburgwall in den Anlagen gegenüber dem Gymnasium. Dabei wird die nachstehende Musikfolge gespielt:
1. Koburger Posias-Marsch, Armeemarsch.
2. Ouvertüre a. d. Oper „Die diebische Elster" von Rossini.
3. Am schönen Elbflorenz von Schröter.
4. Rosenlieder von Eulenburg.
5. Große Fantasie a. d. Oper „Walküre" von R. Wagner.
Die beiden Konzerte, die für die Förderung des deutschen Luftsports werben wollen, werden den Besuchern einen schönen musikalischen Genuß bereiten.
Segelflugzeuge über Gießen.
Im Rahmen der diesjährigen Luftsahrt-Werbe- woche werden, wir berichteten gestern bereits kurz darüber, am heutigen Samstag mehrfach im Verlaufe des Nachmittags Gießener Segelflieger mit ihren Segelflugzeugen unsere Stadt überfliegen. Das Hochschleppen erfolgt mit einem beftnders dafür eingerichteten Motorflugzeug. Die Verbindung wird durch ein Drahtseil von 100 Meter Länge hergeftellt, das vom Motorflugzeug jederzeit gelöst werden kann. Das Segelflugzeug „Geheimrat König", erkennbar an seinem keilförmig zurückgezogenen Flügel, fliegt nach dem Ausklinken mit einer Normalgeschwindigkeit von 60 Kilometer. Die zweite Maschine ist das neue Hochleistungs-Flugzeug „Rhönbussard", das eine Spannweite von 15 Metern hat und kunstflugtauglich ist. Die Führer der Flugzeuge werden über der Stadt Flugblätter abwerfen. Don Darmstadt werden auch einige Motorflugzeuge eintreffen, die über der Stadt Schau- und Kunstflüge ausführen werden.
„Deutscher, unterstütze unseren Flugsport, damit das Göring-Wort wahr werde: Das deutsche Volk muß ein Völk von Fliegern werden!"
Segelflugzeugausstellung an der Iohanneskirch^
Am morgigen Sonntag, 3. Juni, findet in den Anlagen an der Johanneskirche eine öffentliche Segelflugzeugausstellung statt. Von 9 bis 20 Uhr werden dort folgende Flugzeugtypen zu sehen sein: Drei Schulgleitflugzeuge Typ „Zögling", drei Segelflugzeuge „Falke", „Grüne Post" und „Prüfling" und ein Hochleistungssegelflugzeug vom Typ „Rhönbussard". In Verbindung mit dieser Ausstellung wird vom SA.-Reserve-Musikzug um 11.30 Uhr in den Anlagen am Hindenburgwall ein Konzert veranstaltet.
Mt der „Monte Olivia" an die englische Küste.
Von einem Gießener Teilnehmer an der Fahrt der NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude^.
Zn Hamburg.
Heut gehts an Bord, Morgen gehn wir fort, Schiff auf hoher See.
Brausend erschallte dieses Lied, als mir im Sonder- Iug „Kraft durch Freude" im Hamburger Hauptbahnhof eintrafen und von vielen Zuschauern begrüßt wurden, während, von einer SA.-Kapelle gespielt, der Badenweiler Marsch erklang. Dom Bahnsteig aus wurde die große Reisegesellschaft, 2400 Personen, sofort durch die Untergrundbahn und zum Teil mit der Hochbahn zur Landungsbrücke befördert. Bald erblickten wir die „Monte Olivia". Bald nahm uns das Schiff auf. In kurzer Zeit war jeder einzelne verstaut. Nach kurzem Mahl machten sich viele der Teilnehmer wieder auf, um Hamburg, das Tor der Welt, zu besichtigen. Viele besuchten den Tierpark, andere fuhren im Autobus durch die Stadt, in den Abendstunden lernte man St. Pauli, die Reeperbahn — ein einziges gleißendes Lichtermeer — kennen. Erft gegen Mitternacht sah man uns wieder an Bord.
Die Seereise beginnt.
Am anderen Morgen begann die Seereise. Wir Oberhessen mußten früh aus den Betten, da wir die Gruppe I waren, die zuerst zum Frühstück im Saale fein mußte. Niemand ging mehr von Bord. Gegen' 9.30 Uhr erschien der Reichsstatthalter Kaufmann und begrüßte uns. Pünktlich um 10 Uhr begann die Ausreise. Der Dampfer wurde aus dem Hafen geschleppt und bald begannen die Maschinen der „Monte Olivia" das Schiff mit eigener Kraft vorwärts zu tteiben. Vorbei führte die Fahrt an der Insel Finkenwerder, vorbei an Blankenese. Die Sonne strahlte vom wolkenlosen Himmel. Manches Schiff begegnete unserem schrnuk- ken Dampfer. Als Cuxhafen hinter uns lag, nahm der Dampfer Kurs auf den Kanal. Bald erreichten wir das erste Feuerschiff und nun steuerte das Schiff, obwohl Land längst nicht mehr sichtbar war und wir uns bis dahin noch auf der Elbe befanden, ins freie Meer.
An Bord war alles in bester Stimmung. Die Teilnehmer der herrlichen Fahrt unterhielten sich auf mannigfache Weise. Am Abend, als die Sonne sinken begann, tauchte Helgoland in schwachen Umrissen auf. Unser Dampfer fuhr vorbei. Um diese Zeit begegneten wir auch dem Schulschiff „Deutschland", und die Jungens begrüßten uns hoch aus den Rahen mit Mützenschwenken. Im Schein der Abendsonne bot das Segelschiff einen herrlichen Anblick. Auf der „Monte Olivia" wurde spontan das Deutschlandlied gesungen. Das Schulschiff funkte uns herzliche Grüße, die wir dankbar erwiderten. Das Bild des Segelschiffes im Schein der Abendsonne wird allen Teilnehmern prächtige Erinnerung sein. Konzert der Bordkapelle, Gesang und Vorträge unterhielten uns am Abend. Mancherlei Mundart aus deutschen Gauen (Pfalz und Schwaben) drang an unser Ohr. Um 24 Uhr herrschte Ruhe im Schiff. Helgolands Leuchtturm und Backbord voraus das Blinkfeuer von Norderney leuchteten uns letzten Gruß.
Auf hoher See.
Der dritte Reisetag brach an. Ein erfrischendes Brausebad mit Seewasser machte uns schnell munter. Bald standen wir wieder an der Reling und sahen hinaus auf die See, sahen Dampfer in der Ferne vorüberziohen und Fischerboote mit bunten Segeln auf dem Wasser. Unser Dampfer nahm Kurs auf die Scheldemündung bei Antwerpen. Um 10 Uhr traf sich alles auf dem Vordeck und mit großem Interesse hörten wir einen Vortrag von Reisebegleiter Marine-Sturmführer Neubert (Hamburg), der uns in fesselnden Schilderungen von dem Seekrieg auf der Nordsee erzählte.
Immer wieder bewunderten wir die ausgezeichnete Organisation auf dem Schiff, bie es uns ermöglichte, eine einzige große Familie zu werden. Angesichts der weiten See öffneten sich Herzen und Sinne, fand sich der Mensch zum Menschen und wohl mancher dankbare Gedanke flog zu unserem Führer und Volkskanzler Adols Hitler und zu seinem Mitarbeiter Dr. Ley, die uns letzten Endes die herrlichen Stunden und Tage ermöglichten. Als gar am Nachmittag ein Telegramm des Reichsleiters der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" Lavarenz eintraf, in dem ein Bordfest an- geordnet wurde, herrschte großer Jubel an Bord. Inzwischen näherten wir uns der englischen Küste,
die auch bald in Sicht kam. Dover erkannten wir im Dunst über dem Wasser zuerst. Mancher Gedanke der Passagiere flog um Jahre zurück. Man erinnerte sich des Weltkrieges, an den Wunsch Englands, Deutschland im Weltmeer ausguschalten — heute aber wehen wieder deutsche Flaggen über den Meeren. Aber mancher Gedanke galt auch dem England von heute und seinen mannigfachen Nöten. Wir erinnerten uns dessen, daß dem englischen Arbeiter heute das Glück einer solchen Seefahrt, wie wir sie erleben, noch nicht vergönnt ist; abermals gingen die Gedanken dankbar zurück zum Führer, der in der Heimat für unser Vaterland wirkt.
Die Schiffsleitung meldete, daß in kurzer Zeit Dungeneß erreicht sei und daß von dort aus wieder umgekehrt werden müsse. Bald tauchten auch die Blinkfeuer von Dungeneß auf, Backbord voraus wußte man das belgische Ostende. Während des Abends und der Nacht fuhr die „Monte Olivia" langsam an der holländischen Küste entlang. Im Festsaal aber war wieder angeregtes Leben und Treiben. Man feierte einen „Pfälzer Abend". Da gab es viel zu lachen. Gerne gedachten wir auch der Saarländer, die sich an Bord befanden, und ihnen zu Ehren erklang das Saarlied. In .bunter Reihe folgten Theateraufführungen und kabarettistische Vorträge.
In liebenswürdiger Weise war mir gestattet wor- den, die Kommandobrücke zu betreten. Unvergleichlich herrlich bot sich mir das Bild der See. In der Ferne leuchteten allenthalben die Blinklichter, über den Wellen lag das Licht der Scheinwerfer der „Monte Olivia". Es war 23 Uhr geworden. Da begegneten wir noch dem zweiten Urlauberschiff, der „Dresden". Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" wurden die ebenso glücklichen Kameraden von uns begrüßt.
Auf der Rückfahrt.
Der vierte Tag! Am frühen Morgen flog das Verkehrsflugzeug England-Holland in geringer Höhe über unserem Schiff hinweg. Bald darauf sichteten wir das Feuerschiff „Maas". Unsere stolze „Monte Olivia" fuhr nun am Hafen von Rotterdam vorbei mit dem Kurs Scheoeningen. Sonnenglanz lag wieder über See und Schiff. An Bord unterhielt man sich mit allerlei Sport und mit Bordspielen, so daß die Zeit im Fluge verging. Bald passierten wir auch die Stelle, an der der Seeheld Otto W e d d i - gen mit seinem bl-Boot drei englische Panzerkreuzer versenkte. Schließlich hörten wir wieder einen Vortrag über die Schiffahrt und den Schiffbau im allgemeinen und über die „Monte Olivia" im besonderen. In diesem Vortrag des Reisebegleiters wurde die Geschichte der deutschen Handelsschiffahrt lebendig und mit unverhohlenem Interesse lauschten die Zuhörer den vielseitigen Ausführungen. Insbesondere wurden wir auch eingehend über die technischen Einrichtungen der „Monte Olivia" informiert. Es ist fast überflüssig zu sagen, daß auf diesem Schiff so ungefähr alles vorhanden ist, was das Leben an Bord angenehm machen kann. Die Besatzung tat außerdem ein übriges, um uns den Aufenthalt auf dem Dampfer angenehm zu machen. Als Anerkennung für die Annehmlichkeiten, die uns durch das Bedienungspersonal, durch die Besatzung und die Stewards zuteil wurde, veranstalteten wir eine Sammlung, die die stattliche Summe von 3000 Mark ergab.
Gegen Mittag des vierten Tages kam Amsterdam in Sicht. Gleichzeitig kamen wir auch in die Nähe jenes Gebietes, in dem viele deutsche Helden der See ihr Leben für das Vaterland ließen. Herzlich dankbar waren wir dafür, daß uns nun Gelegenheit gegeben war, auch die Seehelden an der Stätte ihres Todes zu ehren. In eindrucksvollen Worten gab einer der Fahrtteilnehmer den Gefühlen unser aller Ausdruck. Den Toten zu Ehren versenkten wir Kranz und Blumenstrauß ins Meer. Zum unvergeßlichen Erlebnis wurden diese Minuten, als von der Bordkapelle das Lied vom guten Kameraden erklang. Ein dreifaches „Sieg-Heil!" galt dem Führer Adolf Hitler und dem greisen ReichspräsÄenten, die das Erbe der Toten in erster Linie übernahmen. Das Deutschland- und das Horst- Wessel-Lied beschlossen die Feier.
Fest an Bord.
Immer enger schloß sich das Familienleben unter den Fahrtteilnehmern, immer größer wurde der Bekanntenkreis jedes einzelnen. Manche unvergeßliche Szene ereignet sich von Minute zu Minute. So er
innere ich mich eines Schwarzwälder Bauern, der aus dem Staunen überhaupt nicht herauskam, der das Wunderbare des Erlebnisses kaum zu fassen vermochte. Ost und gerne schauten wir alle während der langen Fahrt nach den schmucken großen und kleinen Dampfern und Booten aus, die immer .wieder unserem Schiffe begegneten. Inzwischen aber nahm das Bordfest seinen Anfang. In allen Räumen herrschte regstes Leben. Musik und humorvolle Vorträge fesselten da und dort die Aufmerksamkeit. Auf dem Promenadedeck wurde getanzt. Im „Zillertal" erklangen bayerische Laute, Lieder und Schnadahüpfl. Im Störtebecker-Lokal wurden rauhe Seemannslieder gesungen. Hin und wieder flogen die verlorenen Klänge eines Schifferklaviers durch die Räume. Schließlich erreichte das Fest seinen Höhepunkt, als die Besatzung meldete, daß ein Seeungeheuer gefangen worden war. Unter starker Bewachung wurde es vorgeführt. Am Kopfe hatte es, wenn ich mich nicht täuschte, starke Aehn- lichkeit mit einem großen Schrubber und am Schwanz mit einem Handbesen. Um Mitternacht gab es dann gar eine Kappenpolonaise, die in langem Zuge durch das ganze Schiff führte. Man sah viele originelle Kostüme, Papierschlangen glitten durch die Luft. Es war fast Fasching...
Aber um 1 Uhr herrschte doch wieder tiefe Stille an Bord ...
Unterwegs nach Helgoland!
Grün ist das Land, Rot ist die Kant', Weiß ist der Sand, Das sind die Farben von Helgoland. Fünfter Tag! Schätzungsweise drei Seemeilen vor der Insel warf unsere „Monte Olivia" Anker. Vor uns lag Helgoland im strahlenden Glanz der Sonne. Das Rot der Felsen leuchtete in den klaren Tag, Möven spielten über dem Wasser, und wir sahen mit offenen Augen das Bild, das hier Gottes Allmacht in unerhörter Pracht schuf. Kaum wollen die Worte ausreichen, all die Schönheit zu beschreiben, die sich unseren Augen bot. Aber doch fiel auch ein bitterer Wermutstropfen in unsere Freude, als wir erkennen mußten, daß die starken deutschen Befestigungen in der Auswirkung des Versailler Vertrages geschleift werden mußten.
Der Heimat entgegen.
Um 13 Uhr lichteten wir wieder die Anker. Wir alle, die wir an Bord waren, befanden uns ausgezeichnet wohl. Das Essen mundete, zum Nachmittagskaffee gab es stets Kuchen, es wurden Tausende und aber Tausende von Ansichtspostkarten geschrieben. Es wurde auch viel photographiert, denn jedermann wollte einige Bilder von dieser einzigartigen Fahrt mit nach Hause bringen. Fast hätte ich vergessen, davon zu erzählen, daß wir alle sehr gut untergebracht waren und uns ganz wie zu Hause fühlten. Gegen 13.30 Uhr sahen wir auf der Steuerbordseite wieder einmal einen schmucken Dampfer an uns vorüberziehen, den wir auf gleicher Höhe wieder mit dem üblichen „Sieg- Heil!" begrüßten. Eine halbe Stunde später begegneten wir dem schönsten Schiff der Hamburg- Südamerika-Linie, der „Eap Arcona". Allmählich näherten wir uns wieder dem Festland unserer Heimat, näherten wir uns der Elbmündung und um 16.30 Uhr bekam die „Monte Olivia" wieder
den ersten Lotsen an Bord. Inzwischen waren wlr auf ein merkwürdiges und schönes Lichtspiel aufmerksam geworden: Das Kielwasser, das hoch emporgischte, glänzte im Schein der Sonne in den prächtigsten Regenbogenfarben. Kaum VA Stunden später kam der zweite Lotse an Bord. Als die goldene Abendsonne unter dem Horizont im Westen versunken war, zog das Schiff an dem von tausend Lichtern alänzenden Kaiser-Wilhelm-Kanal vorbei. Das Schiff fuhr langsam mit halber Kraft voraus. Die letzten Stunden auf dem Dampfer waren der frohen Geselligkeit gewidmet und sie vereinten mich zu gemütlicher Unterhaltung mit einigen Landsleuten aus Bad-Nauheim.
Wieder in Hamburg.
Der sechste Tag! Als wir am frühen Morgen erwachten, bot sich uns das nun bald vertraute Bild des Hamburger Hafens und der Landungsbrücke. Gruppenweise verließen wir Hessen als letzte das Schiff, das uns für einige Zeit so glänzend beherbergt hatte. Mit noch einigen Urlaubern wurde ich dem „Reichshof" überwiesen, einem großartigen Hotel, und von hier aus benützten wir noch die Gelegenheit, verschiedene Teile der Stadt Hamburg kennenzulernen. Eine Kanalfahrt führte uns durch das alte Hamburg, das Gängeviertel, das nun bald dem Abbruch verfallen fein wird. Vorbei am mächtigen Bismarckdenkmal führte die Fahrt zum Alster- Pavillon und im Motorboot lernten wir die Alster kennen. Im Uhlenhorster Fährhaus, Hamburgs schönstem Ausflugsort, verbrachten wir noch einige schöne Stunden bei guter Musik. Unvergleichlich war der Blick über die Außenalster, die von Hunderten von Segelbooten belebt war. Zu später Nachmittagsstunde, auf der Rückkehr zum Hotel, lernten wir auch noch die beiden Hochhäuser, das Chile- und das Ballinhaus kennen.
Die Heimfahrt.
Am Morgen des letzten Urlaubstages standen wir 2400 Urlauber zur Heimfahrt mit der Bahn gerüstet auf dem Vorplatz des Hamburger Hauptbahnhofes. Mit einem dreifachen kräftigen „Sieg- Heil", das wohl manchen Volksgenossen — es war erst 5 Uhr — aus dem Schlaf gerissen haben mag, verabschiedeten wir uns von dem gastfreundlichen Hamburg und der „Monte Olivia". In vier Sonderzügen führte uns die Fahrt durch die Lüneburger Heide über Hildesheim und Göttingen nach Kassel. In Kassel wurde der Urlauberzug von 30 Betriebszellenabordnungen mit Fahnen und schneidiger Musik empfangen. Bald wurde die Reise fortgesetzt und nun dauerte es nicht mehr lange, bis uns die heimatliche Kirchturmspitze grüßte.
Schlußbetrachtungen.
Im Geiste ziehen die herrlichen Stunden wohl oft an dem geistigen Auge derer vorüber, die diese Fahrt miterleben durften. Bewundernd erinnere ich mich der ausgezeichneten Organisation, in deren Zeichen die ganze Fahrt stand. Viele Bilder, Plaketten, das blaue Mützenband der „Monte Olivia" werden mich häufig an diese meine erste Seefahrt erinnern. Schilderungen einer solchen Reise können leider nur ein matter Abglanz der Wirklichkeit sein. Der Leser möge damit vorlieb nehmen! Wünschen möchte ich nur, daß vielen unserer deutschen Volksgenossen auch eine derartige herrliche Reise vergönnt sein möge. S.
Oberheffen
Weitere hessische Preisträger aus der VeichSnährstandsauSstellung.
In den weiteren Preisbewerben auf der großen 1. Reichsnährstandsausstellung in Erfurt errangen Preise:
In der Abteilung Milch: Klasse 1. Rohmilch: Siegerpreise: Landwirt Carl Knauer, Hühnerhof bei Gettenbach (Büdingen-Oberhessen), Preis des Lanüesbauernpräfidenten im hessischen Staatsministerium. Klasse 2. Dauererhitzte Milch: Siegerpreis: Milchzentrale e. G. m. b. H., Nieder- Wöllstadt (Oberhessen), Preis des Landesbauernpräsidenten im Hessischen Staatsministerium.
In der Abteilung Butter. Klasse 1. Ungesalzne Butter: Siegerpreis: Molkerei e. G. m. b. H. Groß-Felda (Oberhessen), Preis gestiftet von Ramesohl und Schmidt AG., Oelde (Westfalen).
In der Abteilung Käse. Klasse 14. Weichkäse: Siegerpreis: Molke reigenossenschast Fulda-Lauterbach e. G. m. b. H., Lauterbach (Hessen), Preis des Bayrischen Staatsministeriums für Wirtschaft.
In der Abteilung Schweine. Klasse 2: Paul Hoffmann, Hofgüll bei Lich (Oberhessen). Eine Anerkennung. Klasse 3. Eber, geb. vom 1. 6. bis 1. 10. 1933: Schweinezuchiverein Lang-Göns, Gießen. Einen le-Preis und einen 4a-Preis. Eigentümer beidesmal Karl L u h , Lang-Göns. Klasse 4: Schweinezuchtverein Lang-Göns, Gießen, einen 3e« Preis und eine Anerkennung. Eigentümer beidesmal Karl L u h, Lang-Göns. Klasse 5: Schweinezuchtverein Lang-Göns, Gießen. Einen 2e-Preis (Eigentümer Eugen Weber, Lang-Göns) und einen 2k-Preis (Eigentümer Wilhelm L u h , Lang- Göns). Paul Hoffmann, Hofgüll bei Lich (Oberhessen). Eine Anerkennung. Klasse 7: Paul Hoffmann, Hofgüll bei Lich (Oberhessen). Anerkennung. Schweinezuchtverein Lang-Göns, Gießen. Einen 1. Preis. Klasse 6: Paul Hoffmann, Hofgüll bei Lich (Oberhessen). Anerkennung.
Abteilung Ziegen:
Klasse 1: Landesverband der Ziegenzuchtvereine für den Volksstaat Hessen mit einem la», einem Id-, einem 2a- und einem 2b-Preis. Eigentümer Stadt L a u b a ch, Stadt Pfungstadt, Ziegenzuchtverein Gau Köngernheim, Ziegenzuchtverein Weinheim (Post Alzey), Verband Kurhessischer Ziegenzüchter mit einer Anerkennung. Eigentümer Gemeinde Cölbe (Marburg).
Klasse 4: Landesverband der Ziegenzuchtvereine für den Volksstaat Hessen mit einem la-, einem 1b-, einem 1c-, einem 2a-, einem 2c-, einem 3b- Preis und zwei Anerkennungen. Eigentümer Phi- lipp Räthge IX., Pfungstadt, Ludwig Wenz VI., Pfungstadt, Kreisziegenzuchtverein Gießen, Gg. Hirsche!, Richen, Heinrich Vogel, Gießen, Christ. Scheid VI., Großen-Buseck, Peter Wahlig, Lorsch, Friedrick Göbel, Groß-Rohrheim.
Klasse 6: Landesverband der Ziegenzuchtvereine für den Volksstaat Hessen mit einem 1. und 4. Preis und drei Anerkennungen. Eigentümer Adam Sinner II., Pfungstadt, Jakob May II., Hühnlein, Heinrich Hügel, Langenselbold, Wilhelm Stütz, Langenselbold, Hugo S t r a ß h e i m, Griedel.
Trachtenfest in Schlitz.
LPD. Schlitz (Oberhessen), I.Juni. Arn Sonntag, 22. Juli, wird in Schlitz wieder ein großes Trachtenfest stattfinden. Es werden dabei nicht nur die farbenfrohen Trachten des Schützer Landes
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vertreten fein, sondern darüber hinaus sollen sich die mannigfaltigen Trachten, die noch zwischen Lahn und Fulda getragen werden, zu einer eindrucksvollen Schau in der alten Burgenstadt vereinen. Es ist mit einer großen Zahl Besucher zu rechnen, zumal mit dem Fest auch eine politische Kundgebung verbunden wird, bei der hervorragende Führer des neuen Deutschland sprechen. Sonderfahrten der Reichsbahn und der Reichspost werden eingelegt werden.
Landkreis Gietzen.
r. G r o ß e n-L i n d e n, 31. Mai. Ein schwerer Motorradunfall ereignete sich gestern abend hier an der Ecke Moltke- und Bahnhofstraße. Ein junger Bursche (Karl Dem) von hier machte auf einem Motorrad, das er zu kaufen gedachte, Probefahrten. In der Kurve verlor er die Herrschaft über die Maschine und fuhr gegen ein Hoftor. Er blieb mit schweren Verletzungen bewußtlos liegen. Der zufällig in der Nähe haltende Ortsarzt konnte sofort die erste Hilfe leisten. Die sich in letzter Zeit wieder häufenden Motorradunfälle sollten eine ernste Warnung sein, besonders innerhalb der Ortschaften in mäßigem Tempo zu fahren.
= Alten-Buseck, 1. Juni. Die jüngste Versammlung der hiesigen NS.-Frauenschaft stand unter dem Thema: „Der Luftschutz und die deutsche Frau!" Der Führer der hiesigen Orts- aruppe des Reichsluftschutzbundes, Dr. Haas, versuchte mit eindringlichen Worten den versammelten Frauen die Notwendigkeit des Luftschutzes klarzumachen. Wenn auch die eigentliche Ausgabe der Frau auf anderen Gebieten liegt, so dürfe sie sich doch nicht der Notwendigkeit und der Verpflichtung gegenüber ihrem Volk auch im Luftschutz entziehen. Die Ausführungen des Redners fanden großen Beifall.
= Reiskirchen, 1. Juni. Dieser Tage fand hier eine Werbeversammlung des Reichsluftschutzbundes statt. Der Ortsgruppenleiter der erweiterten Ortsgruppe Alten-Buseck, Dr. Haas schilderte die Situation Deutschlands und demgegenüber die Luftrüstungen unserer Nachbarstaaten. Der Redner gab eine Schilderung der modernen Kriegsflugzeuge und ihrer strategischen Bedeutung, ferner die verschiedenen Möglichkeiten ihrer Verwendung und ihre Gefahren für das deutsche Volk. Der Reichsluftschutzbund hat sich zum Ziel gesetzt, das deutsche Volk über die Notwendigkeit des Luftschutzes aufzuklären und im zivilen Luftschutz zu schulen. Der Aufforderung, dem Reichs- luftschutzbund beizutreten, leisteten eine Anzahl der Anwesenden Folge. Für die Gemeinde Reiskirchen übernimmt Bürgermeister Launsbach die Leitung der dortigen Gemeindegruppe des Reichsluftschutzbundes.
D Grüningen, 2. Juni. Unter dem Vorsitz des Herrn Propstes Knodt faßte dieser Tage der Kirchenvorstand und der Gemeinderat einmütig den Beschluß, die seit beinahe vier Jahren verwaiste Pfarrstelle ausschreiben zu lassen und gab zugleich die Erklärung ab, sofort nach der Neubesetzung mit dem Bau eines Pfarrhauses zu beginnen. Die Mittel sind vorhanden. Ebenso ist der Bauplatz vor dem Dorf an der Straße nach Holzheim in Aussicht genommen, der mit seinem Blick über einen Teil der Wetterau bis hinauf zum Hoherodskopf als einzigartig bezeichnet werden kann.


