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Tageskalender für Sonntag: Kreisleitung Meßen der NSDAP., 14 Uhr, Volks­halle, Kundgebung; Redner: Pg. Müller-Scheld. Reichsbund ehemaliger Berufssoldaten, Hof der Neuen Kaserne, Feldgottesdienst, Fahnenweihe; Landgraf-Philipp-Platz: Gefallenen-Ehrung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Der schwarze Wal­fisch". Waldeslust am Flughafen, Salonorchester- Konzert, anschließend Tanzmusik.

** Eine Achtzigjährige. Frau Helene Klinkerfuß, geb. Weißmüller, Löwengasse 25, die Inhaberin des seit 49 Jahren bestehenden Ta­pezier- und Polsteraeschäftes, feiert am morgigen Sonntag ihren 80. Geburtstag in körperlicher und völlig geistiger Frische. DerGießener Anzeiger" wurde bereits von ihren Eltern (sie wohnt noch im elterlichen Haus) und seither ununterbrochen ge­lesen.

** Gießens ältester Dien ft mann. Zu Ende des Monats Mai konnte Herr Wilhelm Gelzenleuchter von hier auf die 35jährige Tätigkeit als Dienstmann in der Stadt Gießen zurückblicken. Erforderte die Ausübung eines solchen Berufes an sich schon körperliche Vorbedingungey, so wurde besonders scharf auf die charakterlichen Eigenschaften der Bewerber Wert gelegt. Für die Dienstmänner bestanden schon damals sehr genaue Bestimmungen, wie es auch aus der von dem damals Großherzoglichen Polizeiamt erteilten Ge­nehmigung hervorgeht, in der es u. a. heißt:Nach­dem Sie die festgesetzte Kaution geleistet haben, wird Ihnen hiermit unter der Bedingung genauer Befolgung der bestehenden Vorschriften auf Wider- ruf die Konzession erteilt." Als Ausweis trugen die Dienstmänner dann ihre Nummer auf metalle­nem Schild auf der linken Brust. Herr Gelzenleuch- ter brachte für seinen Beruf die erforderliche Eig­nung mit, denn er war vorher Möbeltransporteur und entstammte einer an Disziplin und Ordnung gewohnten Soldatenfamilie. Bereits der Großvater war Soldat gewesen und auch die Söhne des Jubi­lars haben den Weltkrieg mitgemacht, während der Jüngste 12 Jahre bei der Reichswehr diente. Wil­helm Gelzenleuchter, der in Niederlemp bei Wetzlar geboren war, kam 1870 während des Krieges, als der Vater an die Eisenbahn nach Gießen versetzt worden war, in unsere Stadt. Bei den llßern diente er seine Jahre ab. 1899 wurde er dann Dienstmann unb war zugleich Couleurdiener der Landsmann­schaftRhenania^ bis zu deren Fortgang 1908 nach Freiburg. Während der langjährigen Tätigkeit hat er u. a. vielfach den Großherzog und noch bis in die letzte Zeit den Erbgroßherzog während seiner Besuche in Gießen bedient, wie er sich auch in zahl­reichen alten Gießener Familien, u. a. in der des Geh. Rats Poppert, der er seit 1888 zugetan ist, großer Wertschätzung erfreut

** Gastspiel Zirkus Busch abgebro­chen. Das Pressebüro des Zirkus I. Busch teilt mit: Unvorhergesehene Umstände haben den Zirkus I. Busch genötigt, sein Meßner Gastspiel bereits am Freitag zu beenden, anstatt, wie ursprünglich geplant, erst Samstag nachmittags. Direktor Busch läßt nun auf diesem Wege der Einwohnerschaft von Gießen sein Bedauern über diese Notwendigkeit zum Ausdruck bringen und zugleich seinen Dank an Behörden, Presse und Publikum für das freundliche Entgegenkommen und das bewiesene große Interesse.

** Signal: Regimentsruf zum Sam­meln. Dom Verein ehemaliger hessischer Leib­dragoner des Kreises Gießen wird uns geschrieben: Seitdem wir uns jetzt noch mehr wie bisher als Soldaten einer tapferen, ruhmreichen Armee fühlen, hat sich unser Vereinsleben in erfreulicher Weise gehoben. Noch lebt der stolze Reitergeist in unseren Reihen. Mancher Leibdragoner hat den Weg- zu seinen alten Kameraden wieder gefunden und fühlt sich wohl unter ihnen. Viele Kameraden stehen aber noch abseits. Unter dem Druck eines überlebten Systems haben sie sich nicht zu uns ge­wagt ober haben sich in dieser Zeit sogar ihrer schmucken Reiterfarben geschämt. Nun aber sind die Wege zu uns geebnet und wer jetzt die Zeichen bet' Zeit nicht versteht, ist einer echten deutschen Kameradschaft nicht wert. Es ist deshalb dringend notwendig, daß sick alle Leib-Dragoner auch die aus der Umgegeno bei uns einfinden. Darum sammelt euch unter eurer alten Standarte, der Hufschlag ist noch frei. Zu unserem nächstjährigen 75. Regiments-Jubiläum darf fein Leib-Dragoner fehlen. Anmeldung bei dem Bereinsführer Emil E i d m a n n, Gießen, Schillerstraße 17."

** Oeffen11iche Bücherhalle. Im Mai wurden 1191 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Zeitschriften 34, Gedichte und Dramen 4, Er­zählende Literatur 773, Jugendschriften 127, Län­der- und Völkerkunde 73, Kulturgeschickte 2, Ge­schichte und Biographien 91, Kunstgeschichte 22, Naturwissenschaft und Technologie 32, Heer- und Seewesen 5, Haus- und Landwirtschaft 7, Religion und Philosophie 1, Staatswissenschaft 18, Fremd­sprachliches 2 Bände. Nach auswärts kamen 8 Bände.

** Experimentalvortrag im NSDLB. Gießen. Die FachschaftHöhere Schule, natur­wissenschaftliche Abteilung" im NSDLB. hielt am Donnerstag im physikalischenJnstitut des Realgymna­siums ihre erste Fachsitzung ab. Studienrat Dr. Heusel gab an Hand einer großen Anzahl von Versuchen einen Ucberblick über die verschiedenen Formen der Elektrizitätsleitung. Er entwickelte zu­nächst die zwei Begriffe Elektronenleitung und Trä- gerleihing,. zeigte die Leitung durch grobsinnliche Träger wie Probekugel und Seifenblase und bann den Ladungstransport burch Jonen in Luft unb Wasser. Zum Schluß würbe der neue Göttinger Versuch mit ben aus einer Spitze in einen Kristall einroanbemben Elektronen vorgeführt. Man sah dabei sogar in der Projektion die Elektronen in Form einer blauvioletten Wolke in den farblosen Kristall einwandern und bei Umkehrung ber Feld- richtung wieder in die Spitze zurückströmen. Der Vortrag wirb voraussichtlich wiederholt.

** Versammlung ber Gehörlosen. Die­ser Tage hielt bie Ortsgruppe Gießen im Reichsver­band der Gehörlosen Deutschlands e. V. (Mitglied der NS.-Volkswohlfahrt) ihre außerordentlich stark besuchte Monatsversammlung im Hause der Deut» scheu Arbeitsfront ab. Unter den Gästen bemerkte man u. a. auch die Ortsbundesleiter von Friedberg, Lauterbach und Marburg, sowie Bezirksbundes­leiter G u ck e s - Wetzlar. Ortsbundesleiter Beck gedachte zunächst des Freiheitshelden Albert Leo S ch l a g e t e r und schilderte der Versammlung Schlageters Leben und Sterben. Anschließend wurde auch der gefallenen gehörlosen SA.-Männer gedacht. Dann konnte der Versammlung die freudige Kunde von der Eingliederung der aehörlosen Jugend in die Hitlerjugend berichtet roeroen. In vorgerückter Stunde erschien zur Freude der Versammlung der beliebte Kreis- und Gaubundsleiter Pg. S ch ä f e r- Darmstadt, und brachte der Versammlung herzliche Grüße der Kreisbundesleitung. Pg. Schäfer berichtete, daß er soeben von seiner Vereidigung komme und sich nicht die Gelegenheit entgehen las­sen wolle, um auch hier wieder einmal zu sprechen.

Eingangs seiner Rede begrüßte er die Eingliede- rung der gehörlosen Jugend in die Hitlerjugend. Nachdem die allgemeine Lage der Gehörlosen be­sprochen worden war, betonte Pg. Schäfer, daß die Gehörlosen im Reiche Adolf Hitlers bedeutend besser stünden, als unter den marxistischen Regie­rungen. Die Gehörlosen seien durchaus keine Menschen zweiter Klasse, wie noch vielfach ange­nommen werde, sondern vollwertige Menschen. Sage doch ein Wirtschaftsführer von Weltruf wie Henry Ford von den Gehörlosen:Gehörlose leisten 100 Prozent". Um dieses Urteil zu beweisen, hatte Ford einen großen Prozentsatz seiner Arbeiter aus den Reihen der Gehörlosen gewählt. Mit einem dreifachenSieg-Heil!" auf Führer und Vaterland und mit dem ersten Vers des Horst-Wessel-Liedes fand die Versammlung ihr Ende.

** Rotes Kreuz und nationale Bewe­gung. Stabschef Röhm hat nach dem Nürnberger Parteitag geschrieben:Bei den SA.-Aufmärschen der letzten Zeit, besonders bei dem Parteitag in Nürnberg, habe ich gesehen, daß die Freiwilligen Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz überall den Sanitätsdienst im Verein mit den Sanitätsdienst- stellen der SA. und SS. versehen haben. Unbe­schadet der völkerrechtlichen Sonderausgaben des Roten Kreuzes entspricht dies der nationalen Hal­tung des Deutschen Roten Kreuzes, die dieses von jeher vertreten hat. Die Zusammenarbeit des Ro­ten Kreuzes mit der SA. und den in ihr zusam­mengeschlossenen Verbänden ist ein Ausdruck des uns alle beseelenden nationalen Willens und der Volksgemeinschaft." Mitzuhelfen bei den nationalen Aufgaben des Roten Kreuzes ist nationale'Pflicht; also sollte möglichst jeder Volksgenosse Mitglied des Roten Kreuzes werden. Der Beitrag beträgt

auch die Reben. Stupf nie, sagt die Kartoffel, wenn da mitt, vor em Broachet (Juni) sihst mi nitt. Nordwinde wehen Korn ins Land.

Große Strafkammer Gießen.

Unter dem Vorsitz von Landgerichtsrat Heid beschäftigte sich die Kammer in dreitägiger Sitzung mit dem Oberveterinärrat Dr. Jakob Roßkopf, dessen technischer Assistentin. Emmi Pfeiffer, dem Expedienten Heinrich Wahl und dem Metz­germeister Fritz Keßler wegen Untreue in Tat­einheit mit Betrug, bzw. Beihilfe und Hehlerei. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Fischer. Als Verteidiger des Hauptangeklagten Roßkopf fun- gierte Rechtsanwalt Dr. Möller. Neben drei Sachverständigen wurden insgesamt 29 Zeugen oer- nommen. Dem Angeklagten Roßkopf wurde vor- geworfen, in seiner Eigenschaft als Direktor des staatlichen Tierseucheninstitutes zum Nachteil des Staates über Dermögensstücke verfügt zu haben, indem er Kohlen, Koks, Wasch- und Putzmittel, kurzum Haushaltungsgegenstände aller Art, die für das Institut angeschafft worden waren, in seinem Privathaushalt verwandt haben soll. Desgleichen sollte der Angeklagte Schweine, die ihm als pest­krank von einem hiesigen Detonomen ins Institut gegeben wurden, geschlachtet und zu billigem Preis für sich, sowie für die Angeklagten Pfeiffer und Wahl gekauft haben. Schließlich wurde dem An­geklagten zur Last gelegt, von dem Angeklagten Keßler für einen ansehnlichen Betrag ein Pferd für Jnstitutszwecke gekauft zu haben, das Keßler zu einem ganz geringen Preis bei dem Bataillon steigerte.

Die überaus umfangreiche Beweisaufnahme konnte zu feinem schlagenden Beweis für die Schuld

Katarina kann fich nicht entichewen

Don Viktor von Kohlenegg

einer der hübschesten unter den Romanen des aus München stammenden, in Äerlin lebenden Schrift- stellers Viktor von Kohlenegg, sommerlich heitere Erzählung von der spaten Liebe eines bedeutenden Mannes zu derschönenTänzerin Katarina Gugernell

Ab Montag, den 4. Juni 19 3 4

itt den Gießener Samilieublattevn

mindestens 2 Marf im Jahr, kann aber für Unbe­mittelte auch noch ermäßigt werden. Am 9. und 10. Juni bei der Strahensammlung und am 9. und 15. Juni bei der Haussammlung ist außerdem jedem Gelegenheit gegeben, sein Scherflein für die treuen Helfer in der Not zu spenden.

** Drei kleine Brände. Die Gießener Feuerwehr wurde im Laufe des gestrigen Nachmit­tags nicht weniger als dreimal alarmiert. Um 13,24 Uhr wurde die Mannschaft nach der Bahnhofstraße gerufen. Dort war ein Auto in Brand geraten. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden. Um 14,40 Uhr wurde die Feuerwehr von der Hammstraße aus alarmiert, wo ein Heuwagen in Brand ge­raten war. Auch hier konnte das Feuer mit Hilfe der Motorspritze in kurzer Zeit gelöscht werden. Um 16,17 Uhr mußte die Mannschaft zur Bekämpfung eines Heckenbrandes am Steinberger Weg aus­rücken.

* Die letzte Nutzholz-Versteigerung der Stadt Gießen findet am Donnerstag, 14. Juni, in der GastwirtschaftZur Liebigshöhe" statt. (Siehe heutige Bekanntmachung.)

** Heugras - Versteigerungen der Stadt Gießen. Am Dienstag, 5., und am Mitt­woch, 6. Juni, soll das Heugras von den städtischen Wiesen öffentlich meistbietend versteigert werden. (Siehe heutige Bekanntmachung.)

** Eine Heugras-Dersteigerung des Forstamts Schiffenberg findet am Mitt­woch, 6. Juni, statt. Interessenten seien auf die heutige Bekanntmachung hingewiesen.

* Schweine - Zwischenzählung. Am 4. Juni 1934 findet eine Schweine-Zwisch'enzählung in den Gemarkungen Gießen und Schiffenberg statt. Auf die heutige Bekanntmachung sei hingewiesen.

** Pferdeankauf. Das Wehrkreiskommando V Stuttgart teilt mit: Im September und Oktober 1934 findet ein Ankauf volljähriger warmblütiger Pferde (im Bedarfsfall auch einiger Mischblüter) für Heereszwecke statt. Gekauft werden Pferde im Alter von 5 bis 11 Jahren, in einer Größe von 1,54 bis 1,66 Meter Stockmaß. Schimmel werden nicht gekauft. Fullenscheine sind erwünscht, jedoch nicht unbedingt erforderlich. Auf guten Futterzu­stand und gute Hufpflege wird besonderer Wert gelegt.

** Eine Zentral-Eber- und Sauen- versteigerung findet am 16. Juni auf dem Diebmarktplatz in Gießen statt. (S. heutige Anzeige.)

** B r e 11 e r d i e b st a hl. Dieser Tage wurden an der Kreisstrahe GießenLich, 10 Meter ober­halb der zweiten Schneise, links aus dem Straßen­graben, 7,70 qm Bretter (Schwarten), jedes Brett 1,10 Meter lang, entwendet.

** Bauernregeln für den Juni. Wenn die Stricke und Riemen kürzer werden, gibts bald Regen. Juni feucht und warm, macht den Bauern nicht arm. Soll gedeihn Korn und Wein, muß der Juni trocken fein. Juni trocken mehr als naß, füllt mit gutem Wein das Faß. Wenn kalt und naß der Juni war, verdirbt er stets das ganze Jahr. Gibts im Juni Donnerwetter, wird auch das Getreide fetter. Hat Margareta (10.) keinen Sonnenschein, dann kommt das Heu nie trocken ein. Regnets auf St. Barnabas (11.), schwimmen die Trauben bis ins Faß. Gertraud sät das Kraut und St. Veit (15.) setzt die ersten Kaid (Krautsetzlinge), setzt man aber die Kaid schon im Mai, kriegt man Häuptle wie ein Ei. Hat St. Vitus (16.) starken Regen, bringt er unermeßlich Segen. Regnets am Jo­hanni (24.) sehr, sind die Haselnüsse leer. Johannis- nacht gesteckte Zwiebeln wird groß fast wie ein Butterkübel. Regnet es an Peter Paul, wird des Winzers Ernte faul. Wie der Holder blüht, blühen

der Angeklagten führen. Die Aussagen der Bela­stungszeugen Pfeiffer, die in dem Institut tätig waren, konnten an dieser Tatsache nichts ändern.

Der Vertreter der Anklage hatte gegen Roßkopf sechs Monate Gefängnis, gegen Meister 100 Mark Geldstrafe und für die übrigen Angeklagten Frei­spruch beantragt.

Nach einem sich etwa über drei Stunden hin­ziehenden ausgedehnten Plädoyer des Verteidi­gers zog sich die Kammer zur Beratung zurück und kam schließlich gegen 16 Uhr zur Freispre­chung sämtlicher Angeklagten. Die Kosten des Ver­fahrens wurden der Staatskasse auferlegt. Bei Ver­kündung des Urteils brach das Publikum in spon­tanen Beifall aus, der den Vorsitzenden veranlaßte, mit der Räumung des Saales zu drohen.

In der Begründung betonte der Vorsitzende 'bas ausgezeichnete Zeugnis, das dem Angeklagten Roßkopf von seiner vorgesetzten Dienstbehörde aus» aestellt wurde. Ebenso sprachen für den Angeklagten seine hervorragenden beruflichen Fähigkeiten, die es ermöglichten, das Tierseucheninstitut zu einem der angesehensten in Deutschland zu machen. Schließlich tarn der Vorsitzende auf die Aussagen insbesondere der Zeugen Pfeiffer zu sprechen, die nicht klassisch genug seien, um darauf ein Urteil zu gründen.

Rundfunkprogramm.

Sonntag, 3. 3unL

6.15 Uhr: Nationalsozialistischer Morgengruß. Flughafen-Konzert. 8.15: Nachrichten. 8.25: Choral­blasen. 8.40: Katholische Morgenfeier. 9.20: Evan­gelische Morgenfeier. 10: Vom Nürburgring: Inter­nationales Eifelrennen 1934. Staffelhörbericht. 10.30: Feierstunde der Schaffenden. 11: Reichs­sendung: Ringsendung aus vier deutschen Flug­häfen: Königsberg Kiel Köln München Frankfurt (Darmstadt-Griesheim). 11.30: Reichs­sendung: Höchsterwünschtes Freudenfest. Kantate von Joh. Sebastian Bach. 12.10: Mittagskonzert I. 12.40: Mittagskonzert II. 13.25: Vom Nürburgring: Internationales Eifelrennen 1934. Staffelhörbericht. 14: Kinderstunde. 15: Die Regensburger Dom« spatzen singen Volksweisen. 15.15: Zehntninuten- dienst für die Landwirtschaft:Ueber den Flachs­bau". 15.25: Stunde des Landes: Aus der Praxis der Einheitsbewertung in der Landwirstchaft. 15.45: Nachmitta^skonzert. Internationales Eifelrennen 1934. Enoäericht. 17: Übertragung von der Flug- sportveranstaltung auf dem Tempelyofer Feld. 17.30: Nachmittagskonzert. 18.30: Konzert des Reichs- Orchesters der deutschen Luftfahrt. 19.30: Aber Vater ist dagegen. Eine heitere Hörfolge. 21: Reichssendung: Meistersinger von Nürnberg, 3. Akt, von Richard Wagner. 23.05: Nachrichten. 23.20: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23.30 Nacht­musik. 24 bis 2: Nachtmusik.

Montag, 4. Juni.

5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.30: Eigene Sendung. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittags­konzert. Marksteine deutscher Oper. 13: Nachrichten. 13-10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.20: Mittagskonzert II des Philharmonischen Orchesters. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Nachrichten. 14.40: Stunde des Liedes. 15.50: Wirt­schaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert des Rund­funkorchesters, 17.30: Zum 90. Geburtstag Detlev von Liliencrons. Vortrag mit Rezitationen. 17.45: Dom lustigen Soldatenleben. Alte und neue Lieder. 18: Stunde der Jugend: Dom Wesen und Wirken des BDM. 18.25: Französischer Sprachunterricht.

18.50: Das Geben spricht! 19: Ich bin Oer Doktor Eisenbart! Eine deutsche Dolksgestalt. 19.45: Das Wiesbadener Musikfest. 20: Nachrichten. 20.15: Beethovenkonzert. 22: Mackenbacher Musik. 22.20: Nachrichten. 22.35: Du mußt wissen ... 22.45: Nach­richten aus dem Sendebezirk. 23: Franz Schubert Kammerrsiusik. 24 bis 1: Nachtmusik.

Dienstag, 5. Juni.

5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 9.25: Werbekonzert. 9.45: Eigene Sen­dung 10: Nachrichten. 10.45: Praktische Ratschlage für 'Küche und Haus. 11: Werbekonzert. 11.50: So- zialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 1320: Mittagskonzert II. 14: Mittagskonzert III. Wien im Walzertakt. 14.30: Nachrichten: 14.40: Stunde der Frau. Königin Luise. Ein deutsches Frauen- schicksal. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittags­konzert. 17.30: Franz Zinkand:Heraus mit dem alten Kram". Ein Lumpensammler spricht. 17.45: Kleine Unterhaltung. 18: Was kostet heute die Unter­haltung eines Kleinwagens? Zwiegespräch zwischen Dr. K. Kühn und Otto Schwalbach (Frankfurt a. M). 18.15:Aus Wirtschaft und Arbeit". 18.25: lieber» tragung nach Stuttgart: Italienischer Sprachunter, richt. 18.50: Griff ins Heute. 19: Militärkonzert aus unseren Gauen II. 20:Nachrichten. 20.15: Reichssen­dung: Stunde der Nation. Volksgemeinschaft durch die Hitlerspende. Eine Hörfolge von Georg Heinrich Brunner und Heinz Zimmermann. 21: Unterhal- tungskonzert. 22: Reichssendung:Das Straßen­wesen im dritten Reich". Von Dr. Kueke, Referent im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda. 22.20: Nachrichten. 22.35:Der deut­sche Tanz". Vortrag von Dr. Hannes Razum. 22.50: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 23: Nachtmusik. 24 bis 1: Nachtmusik.

Einweihung eines neuen Fußgänger­stegs über die Lahn.

Weilburg, l.Juni. (LPD.) Dieser Tage fand hier die feierliche Einweihung des neuerbauten E r n st - D i e n st b a ch - Fußgänger st eges über die Lahn statt. Die alte 1785 geschaffene histo­rische Kettenbrücke wurde damals am Standort der früheren sog.Roten Brücke", die 1784 durch Hoch­wasser weggeschwemmt und zerstört wurde, erbaut. Seit dieser Zeit bestand bis auf die Indienststellung des Ernst-Dienstbach-Steges keine Möglichkeit mehr, die Lahn an dieser Stelle zu überschreiten, da die Kettenbrücke bis zum Jahre 1888 nur dem Zweck diente, die Wasserleitung für das Weilburger Schloß und für die öffentlichen Brunnen über die Lahn zu führen. Seit dieser Zeit erinnerten nur die Ketten der Brücke an ihre ursprüngliche Bestim­mung. Erst der Initiative des im November 1933 mit der Leitung der städtischen Verwaltung be» trauten neuen Bürgermeisters Schubert blieb es Vorbehalten, die Ausführung des Planes in An­griff zu nehmen und nach knapp einem halben Jahr zu vollenden. Der Ernst-Dienstbach-Steg stellt in 'feiner Bauform etwas völlig Neues dar und gliedert sich in schöner zweckentsprechender Har­monie in das Landschaftsbild ein. Bei der Ein­weihungsfeier hielt Bürgermeister Schubert die Festansprache, worauf Landrat Lange die sym­bolische Durchschneidung des den Zugang zur Brücke fperrenben Bandes vornahm.

Festspiele zur Erinnerung an die Zer­störung Runkels vor 300 Jahren.

LPD. Runkel, 1. Juni. Am 1. Oktober 1934 sind 300 Jahre seit dem Tage verflossen, an dem die durch ihre Grausamkeit bekannten Kroaten Iso» lanis, die im Verbände einer kleinen kaiserlichen Streitmacht von 3000 Mann das Heer des In- fanten Don Fernando von Spanien auf feinem Zuge von Süddeutschland nach den Niederlanden bis nach Limburg geleiteten, die Mauern Runkels erstiegen, die Stadt plünderten, Oreueltaten verrichteten und schließlich Schloß und Städtchen in Brand steckten und völlig in Asche legten. Zur Erinnerung an die­sen schwärzesten Tag der Runkeler Geschichte wird der durch feine Theaterdarbietungen bekannte Ju- gendwanderbundLahngold" im Oktober auf dem Runkeler Schloßhof ein Festspiel1634" von Max Orth (Frankfurt a. M.) zur Aufführung bringen.

Deutschlands Wasserversorgung vorbildlich.

Frankfurt o. SW., 30. Mai (LPD.) Sie Mitt- wochs-Verhandlungen der Tagung des Deutschen Vereins von Gas- und Wasserfachmän­nern in Frankfurt a. M. waren der Wasser» versorguny der deutschen Städte gewidmet. Es gibt kein zweites Kulturland, in dem die an die Wasseroersorguna zu stellenden hygienischen Anfor- berungen so hoch entwickelt sind und in so hohem Maße zur Hebung und Erhaltung der Volksgesund­heit beitragen wie Deutschland. Dank dem Zusam­menarbeiten der technischen und medizinisch-hygie­nischen Kreise sind Seuchen, insbesondere der Typhus» als Epidemie in Deutschland nahezu unbekannte Erscheinungen.

Im Rahmen der Vorträge, die auf der Tagung gehalten wurden und sich überwiegend mit fach­lichen Fragen befaßten, war von besonderem Inter­esse der Vortrag von Professor Collorio-Osterode über die Wasserwirtschaft des Harzes und in diesem Zusammenhang über das Entstehen der größten Trinkwasserleitung Europas, der Harz- Wasserleitung nach Bremen. Die Wasserwirtschaft des Harzes bietet gleichzeitig ein Musterbeispiel dafür, wie unsere nationalsozialistische Führung Arbeit schafft.

Etwa 140 Teilnehmer der Frankfurter Tagung des Deutschen Vereins von Gas- und Wasferfach» männern besuchten am Donnerstag die Sophien- Hütte der Buderusschen Eisenwerke in Wetzlar.

Bestrafter Tierquäler.

LPD. Frankfurt a. M., 1. Juni. Entgegen den gesetzlichen Bestimmungen bei Viehtransporten Kälber und Schweine nicht gemeinsam zu verladen, hatte die Viehtransportverwer­tungsgesellschaft Fritzlar 28 Schweine und 26 Käl­ber in einem gemeinsamen Waggon verfrachtet. Bei der Ankunft fand man eines der Kälber tot vor. Die Sektion ergab, daß es sich um ein völlig ge­sundes Tier handelte, das lediglich von den Schwei­nen totgetreten worden war. Dem Verantwortlichen wurde ein Strafbefehl über einen Monat G e- fängnis zugestellt. In der Einspruchsinstanz vor dem Einzelrichter machte der Anwalt des Angeklag­ten geltend, daß dieser wohl einen vorschriftsmäßig durch Gitter abgeteilten Waggon bei der Reichs­bahn bestellt habe, auch sonst habe er die nötige Sorgfalt gewahrt. Das Gericht verurteilte den An­geklagten zu einer Gefängnisstrafe von einer Wochen