Das Untier auf -er Donau-Insel.
Ein geschäftstüchtiger Wirt lockt Gäste ins Lokal.
Bon einem Wirt, der auf einer kleinen Donauinsel unweit Preßburg ein Restaurant besitzt, erzählt man sich die folgende amüsante Geschichte: Der Wirt, der mit dem Geschäftsgang unzufrieden war, grübelte eines Tages darüber nach, wie er diesem Uebelstand abhelfen könne. Er mußte irgend ein Mittel ausfindig machen, um die Leute in das kleine Restaurant auf der Donauinsel zu locken. Es war dem findigen Wirt sofort klar, daß er vor allem eine wirksame Sensation brauchte. Als er so lange Zeit vergeblich nachgedacht hatte, schoß ihm plötzlich der erlösende Einfall durch den Kopf: er hatte vom sagenhaften Ungeheuer im Loch Neß-See gelesen, das überall in der Welt so viel Aufsehen erregt hatte. Wie wäre es, überlegte der Wirt, wenn über Nacht auch bei meiner kleinen Donauinsel ein solches Riesenvieh auftauchen würde? Die Leute würden, sobald sich das Gerücht verbreitet hätte, in Hellen Scharen herbeiströmen, um das Ungeheuer von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Schmunzelnd rieb sich der schlaue Mann bei diesem Gedanken die Hände.
Am nächsten Morgen versammelte er das gesamte Personal und -eröffnete den Leuten mit ernster und würdevoller Miene, daß auf der Donauinsel ein schreckenerregendes Untier sein Unwesen treibe. Er selbst habe es mit seinen eigenen Augen gesehen. Es fiel dem Wirt nicht schwer, das Ungeheuer nach den Zeitungsschilderungen, die er gelesen hatte, in allen Einzelheiten zu beschreiben. Als er seinen Vortrag beendet hatte, schärfte er den Leuten ein, um alles in der Welt den Mund
zu halten und ja nichts weiter zu erzählen, da sonst die Gefahr bestünde, daß sich kein Mensch mehr auf die Donauinsel trauen würde. Um die Wahrheit seiner Worte zu bekräftigen, zeigte er seinem Personal die fürchterlichen Fußspuren, die das Ungeheuer im Schlamm hinterlassen hatte. Er zeigte ihnen ferner einen sechspfündigen Hecht, der von dem Untier angefressen worden war.
Das Gerücht von dem sagenhaften Ungetüm verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Einer erzählte es dem anderen. Die Schilderungen wurden immer übertriebener und es dauerte nicht lange, da drang die Kunde bis nach Preßburg. Der Wirt hatte inzwischen in Erwartung der kommenden Dinge einige Aushilfskellner bestellt und die Räume seines Restaurants in aller Eile renovieren lassen. Er hatte sich nicht geirrt: bald erschienen die ersten sensationshungrigen Journalistenr mit Photoapparaten und Filmkamera. Sie saßen beim Wirt im Lokal, machten eine hohe Zeche und warteten geduldig auf die Nachricht vom Erscheinen des Ungeheuers. In hellen Scharen strömten die Leute herbei, um das Untier in Augenschein zu nehmen. Der Wirt wurde nicht müde, den Besuchern die Fußspuren zu zeigen und den angefressenen Hecht vorzuführen. Als die Menschen tagelang vergeblich auf den ersehnten Anblick gewartet hatten, entschlossen sie sich zur Heimreise. Der Wirt mußte allerhand Bemerkungen einstecken, die wenig schmeichelhaft waren, dafür hatte er aber ein Geschäft gemacht, das ihm über manchen Regensonntag hinweghalf.
Geschichten aus aller Welt.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten?)
In 3Minuten und 46 Sekunden um dieErde.
(th) Neuyork.
Seitdem das Kabelnetz sich rings um die Erde geschlossen hat, veranstalten die Amerikaner in jedem Jahr einmal einen Rekordwettlauf eines Telegramms mit einem Telegramm des Vorjahres. Jedes Jahr bedeutet einen neuen Rekord, der auch heute, im Zeitalter der Funksprüche, noch wert ist, registriert zu werden: In 3 Minuten, 46 Sekunden rund um die Erde. Wer kann's schneller?
Aufgeber dieser Depesche des Jahres 1934 war Oberst Sosthenes Behü, der Präsident der Internationalen Telephon- und Telegraphen-Gesellschaft, Empfänger sollte William S. Paley, der Präsident des Columbia-Rundfunk-Systems sein, der im Augenblick bei ihm im Büro der JTTG. weilte, 67 Broad Street, Neuyork. An sich eine einfache Geschichte, aber das Telegramm hatte den Auftrag (unbeschadet der Kosten), rund um die Erde zu laufen.
Freilich gab man die Depesche „dringend" auf. Und dann wartete man. Im vergangenen Jahr dauerte es 4 Minuten und 10 Sekunden, in diesem Jahr nur 3 Minuten und 46 Sekunden. Wobei zu berücksichtigen ist, daß das Telegramm einschließlich der Adresse 24 Worte enthielt.
Für die geographisch und nachrichtentechnisch interessierten Leser wollen wir auch die Route schildern, die das Kabeltelegramm rund um die Welt nahm: Neuyork — über Telegraf nach San Francisco — über Kabel nach Schanghai — über Mongolei, Sibirien, Dänemark, Schweden, durch die Nordsee nach London über die Schanghai-London-Linie der Großen Nördlichen Telegrafen-Com- pagnie — über Unterseekabel von London nach Neuyork.
Interessant ist ferner, daß das Telegramm zweimal durch Passieren der Zeitlinie das Datum wechselte. Aufgegeben am Mittwoch, weitergeleitet am Donnerstag, angekommen am Mittwoch.
Der Komponist in der Hypnose.
(—) Londo n.
In London wird soeben eine Zusammenfassung des Lebenswerks des russischen Komponisten Rach- maninoff veröffentlicht. Darin sind mancherlei interessante Einzelheiten berichtet, die bislang unbekannt geblieben waren. Das Erstaunlichste aber dürfte die Kunde fein, daß Rachmaninoff eines feiner besten Konzertstücke in der Hypnose komponierte.
Die Londoner Philharmonische Gesellschaft hatte 1898 Rachmaninoff eingeladen, in absehbarer Zeit wieder nach London zu kommen. Alles schien gut und vielversprechend. Aber Rachmaninoff war damals seelisch vollkommen zusammengebrochen. Er hatte bei einem Moskauer Konzert einen Fehlschlag erlitten, der ihn niederwarf. Zwei Jahre hindurch war er nicht imstande, auch nur eine Note zu schreiben. Er schloß sich mit seinem Hund in ein Zimmer ein, das er den ganzen Tag nicht verließ.
Da kamen ein paar Freunde auf die Idee, Rachmaninoff einen gewissen Dr. Dahl zu schicken, der damals in Moskau „magische Kuren" veranstaltete. In Wirklichkeit nichts andere als Hypnose und Couöismus.
Rachmaninoff selbst erzählt, wie es geschah: „Ich wurde in einen Lehnstuhl gesetzt. Und bann hörte ich stundenlang immer das gleiche: ,Du wirst jetzt wieder komponieren. Es wird alles sehr leicht gehen. Du wirst mit größter Genialität arbeiten!' Immer diese gleichen Worte hörte ich — ohne Unterbrechung. Und wirklich — wie im Rausch begann ich auf einmal zu komponieren. Und ich hatte mehr Einfälle, als ich für das Konzert gebraucht hätte." v
Aus Dankbarkeit Dr. Dahl gewidmet — das ist' das Denkmal, das Rachmaninoff seinem Arzt und Hypnotiseur gesetzt hat. Auf jenem in der Hypnose — wie er selbst sagt — komponierten Konzert steht diese Widmung.
Das Maleratelier als Fabrik.
(a) Haag.
Die Maler aller Länder werden entsetzt sein, wenn sie dieses vernehmen. Aber es ist nichts daran zu ändern. Die Steuerbehörden haben so beschlossen, und die Vollzugsorgane müssen danach handeln, solange die Minister nicht dagegen sind. Der Beschluß lautet: Der Künstler ist em Fabrikant, und sein Atelier ist eine Fabrik, m der Bilder hergestellt werden. Mithin sind von den Einnahmen der „Fabrik" 4 Prozent als Steuer zu entrichten. f
In den Ausführungsbestimmungen heißt es weiter, daß jeder Maler genau angeben müsse, wieviel er male, gemalt habe, zu malen die Absicht habe, wieviel Del, wieviel Leinewand, wieviel Farbe und wieviel Rahmen er benötige. Danach müsse bann ein Gesetzesbeschluß ausgearbeitet werden, der
den Gewinnfuß erfasse — bei Malern und ähnlichen Fabrikanten.
Kann sich ein Künstler so etwas gefallen lassen? Ist es zu ertragen, daß man die Inspiration nach dem Deltopf bemißt? Die Maler haben bis heu?-» schon vier Deputationen zu dem Finanzminister Dr. I. Dud geschickt. Sie sind fröhlich nachhause gezogen, denn Dr. Dud hat ihnen verheißen, daß er auch „dagegen" sei, denn einst habe er auch die Absicht gehabt, Maler zu werden. Doch noch besteht die Verfügung, denn außer dem Minister muß auch das Kabinett dagegen sein. Und solange ist eben in Holland immer ein Atelier eine Fabrik.
Der „Platzanweiser".
(z) Paris.
In einem Vorort von Paris sind kürzlich beim nächtlichen Gemüsediebstahl drei Spitzbuben von der Polizei erwischt worden. Bei dem Verhör gab der eine, der noch abgerissener und verwahrloster aussah als seine beiden Genossen, als Beruf mit unnachahmlichem Stolz an: „Platzanweiser".
Der vernehmende Beamte glaubte sich verhört zu haben. „Platzanweiser sind Sie? In einem Kino?" „Nein, mein Herr, — aber in der alten Ziegelei von Sevran!" — „In der alten Ziegelei von Sev- ran? Da oben in der Nähe des Bois de Bondy? Seit wann gibt es denn Platzanweiser in einer stillgelegten Ziegelei?"
Und dann stellte sich heraus, daß die schon seit Jahren nicht mehr betriebene Ziegelei von Sevran, die ziemlich weit abseits liegt, für die Dbdachlosen und allerhand lichtscheues Gesindel des Pariser Nordostens ein beliebter und in gewissem Sinne fogar hotelmäßig verwalteter Unterschlupf ist. Ein findiger Geist aus diesen Kreisen hat in den früheren Defen der Ziegelei Strohschütten angelegt, die er an seine Kunden gegen wenige Sous nacht- oder tageweise vermietet. Der Mann, dem man diese Enthüllung verdankte, weist im Dunkel der Nacht den ankommenden Gästen wie ein Hotelportier die noch freien „Appartements" an, wofür er freie Wohnung und einige Kupfermünzen erhält . . Not macht erfinderisch.
Das Krokodil im Arno.
(ad) Rom.
Sei es aus Gesundheitsrücksichten, sei es „um des Reimes willen": — das Krokodil lebt von altersher im Nil. Aber feit den Tagen des Ungetüms im Loch Neß sind offenbar auch Krokodile extravagant geworden. Das beweist ein Fund, der jüngst an den Ufern des Arno in der Nähe der lieblichen Blumenstadt Florenz gemacht wurde. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht, J)er Arno habe ein See- oder Flußungeheuer ausge- fpien. Aber groß war die Enttäuschung,, als die herbeigeeilten Naturforscher konstatierten, es handele sich nur um ein Krokodil, und zwar erstens um ein kleines und zweitens um ein totes! Was ist denn ein Krokodil im Vergleich jnit einem Ungeheuer!
Die Naturforscher aber nahmen sich auch des toten Krokodils an und wandelten seinen Spuren nach. Wobei sie feststellten, daß es nicht an den Ufern des Arno, sondern an denen des Ganges geboren war. Es gehörte nämlich einem Wanderzirkus an und war vor einigen Tagen an einem unbekannten Leiden verschieden. Der Zirkusdirektor hatte das tote Krokodil der städtischen Müllabfuhr anvertraut. Und wie es von dort in den Arno gelangt war, bleibt ein Rätsel.
Die glücklichen Finder aber hatten behauptet, das Untier nach einem erbitterten Kampfe erlegt zu haben!
Die Enten mit dem Schwips.
D. Wien.
Die Bewohner eines kleines Dorfes in der Nähe von Wien gerieten aus dem Häuschen. Es war etwas mit ihren Enten passiert, was sich keiner deuten konnte. Morgens, wenn die Tiere auf die Weide getrieben wurden, watschelten sie ganz vernünftig ihres Weges und machten sich munter über die Grashalme her. Abends hingegen waren sie gänzlich verwandelt. Sie torkelten im Zickzack über die Dorfstraße, traten sich gegenseitig auf die Zehen und verirrten sich in fremde Ställe. Dazu schnatterten sie beseligt und quiekten in komischen Tönen, ganz, als ob sie sich gehörig beschwipst hätten. Den Dorfbewohnern wurde immer unheimlicher zumute, als sich dieses „angeheiterte" Benehmen ihrer Enten von Tag zu Tag wiederholte. Außerdem wurde hier und da ein Tier vermißt; man beschloß, in Zukunft ein wachsames Auge auf die Enten zu haben. Bisher hatte man sie unbeaufsichtigt auf der Weide gelassen. Da traf der Gendarm eines Abends einen jungen Mann, der sich mit prall gefülltem Rucksack vom Dorfteich her entfernte. Der wackere Beamte wurde gleich mißtrauisch und forderte den Fremden auf, 'den Inhalt des Rucksacks vorzuzeigen. Der ließ aber den Rucksack gleich in den Händen des Polizisten und machte.
daß er davonkam. Aus dem Rucksack krabbelten ein paar fette Enten heraus, die sich ein paarmal im Kreise herumdrehten und dann schwankend und flügelschlagend den Weg nach Hause suchten. Mit Hilfe der Landjägerei konnte der Bursche eingefangen werden. Er leugnete auch gar nicht, sondern erzählte, stolz auf fein schlaues Köpfchen, wie er die Enten mit dem Mais an sich gelockt hatte, der vorher mit einer Kalziumlöfung präpariert worden war. Hatte er die Tiere erst einmal durch die Wirkung des chemischen Mittels betäubt, dann konnte er sie mit Leichtigkeit in den Rucksack stecken. In der nächsten Zeit dürften die Enten wieder nüchtern nach Hause kommen und geradewegs den heimatlichen Stall finden, so, wie es sich für anständige Enten geziemt.
Ein verhängnisvoller Schatzfund.
(I) S o f i a.
Der Bauer Damianoff aus dem nordbulgarischen Dorfe Korumlij hatte kürzlich ein gewiß nicht alltägliches Erlebnis: Beim Fällen eines Baumes im nahen Wäldchen begann plötzlich der Boden unter seinen Füßen zu weichen, und ehe Damianoff sich recht versah, lag er in einem unterirdischen Gewölbe. Sein Schrecken war nicht gering, als er ein am Boden kauerndes Menschenfkelett entdeckte, das ihn mit all der klapprigen Freundlichkeit an- grinste, deren ein Skelett eben fähig ist. Nachdem der Bauer dreimal ein Kreuz geschlagen hatte, faßte er Mut und schaute sich neugierig in seiner Umgebung um. Sein Herz pochte schneller und seine Augen wurden riesengroß, als er einige Tongefäße entdeckte, die bis zum Rande mit Golo- münzen und Schmuckstücken gefüllt waren. Im
Nu war er aus seinem unterirdischen Gefängnis, einem alten thrazischen Grade, heraus, deckte die Fundstelle fein säuberlich wieder zu und eilte ins Dorf, um feinen Bruder in aller Heimlichkeit von feiner Entdeckung in Kenntnis zu setzen und zur Bergung des großen Schatzes herbeizuholen. Zu nächtlicher Stunde brachten die beiden dann den Fund nach Hause, ohne der Behörde Mitteilung zu machen, wie sie es laut Gesetz hätten tun müssen.
Aber es dauerte gar nicht lange, da gerieten sich die beiden Brüder Damianoff wegen der Tei-
Erfülle deine Pflicht!
Kämpfe gegen die Arbeitslosigkeit!
hing des Schatzes in die Haare. Wütend über die Ansprüche des anderen ergriff der eine eines der Tonaefäße, die das Gold enthalten hatten, und warf es feinem Bruder an den Kopf. Als der also Mißhandelte blutüberströmt und schwer oer- letzt ins Krankenhaus gebracht werden mußte, begann plötzlich auch die Polizei, sich für den Fall zu interessieren. Und bald saß der zweite Damianoff hinter schwedischen Gardinen.
Somit endete auch diese Schatzgräbergeschichte dort, wo schon so viele andere mehr oder weniger romantische Begebenheiten ihren Abschluß gefunden haben: vor dem Gericht.
Oer Sternhimmel im Juni.
Die Verschiebung der Auf- und Untergangszeiten der Sonne in diesem Monat ist recht gering; während seiner ganzen Dauer stehen wir unverändert unter dem überwältigenden Eindruck der Herrschaft dieses mächtigen Gestirns. Nur verhältnismäßig kurze Zeit bleibt für die Sichtbarkeit der andern Himmelslichter übrig. Die Herrschaft des hellen Jupiter ist zwar nicht mehr ganz so ausgesprochen
erinnert. Von hier nach links, also nach Osten, gelangt man zum Sternbild der Schlange, das durch den eine Art „Korridor" bildenden Schlangenträger in zwei völlig getrennte Teile zerfällt. Unter ihnen, ziemlich nahe am Horizont, werden die beiden Tierkreisbilder der Waage und des Skorpions sichtbar.
Von den Wandelsternen bemüht sich der Saturn für den allmählich etwas zurücktretenden
Der die 24 Stundenzahlen von Mitter^ nacht bis Mitternacht eines Tages ent» haltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind fest» stehend zu denken. Der Sternhimmel dreh» sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zein ger der Himmelsuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt* Der eingezeichnete Horizont umrahm» die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sicht» baren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Mo» natsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Be» obachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hin» eingedreht. Für je 5 Tage vor der Mo» natsmitte ist der gerade Pfeil Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmitte Vs Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Def Mond nimmt die gezeichneten Stellun• gen ein, wenn er die angedeutete Licht» gestalt zeigt.
STERNBILDER:
"io.
STABEN
Merkur
22,
2
Mars
Qj)Jupiter
Saturn
Sonne
Mond: D1. Viertel (I Vollmond d letztes Viertel
Sterne»
Kleine Buch
en § §
wie in den vorangegangenen Monaten, aber immerhin bleibt er doch der bei weitem hellste Stern des Himmels, er wird auch als solcher zuerst in der Abenddämmerung sichtbar. Er verharrt, dem bloßen Auge vollständig unbeweglich erscheinend, im Sternbild der Jungfrau. Bald nach ihm stellen sich dann die beiden hellsten Sommersterne ein, der Arctur in der Verlängerung der Wagendeichsel und die links von ihm stehende Wega. Dann dürfte die Spica in der Jungfrau folgen, jetzt durch die Nähe des rechts über ihr stehenden Wandelsterns Jupiter besonders leicht auffindbar. Vom Sternbild der Jungfrau wäre nochdas über ihrem Bogen stehende Dreieck mit der „Winzerin" Vindemiatrix zu erwähnen, deren Name ebenso wie der des Haupt- fterns Spica (zu deutsch „Aehre") an die Erntezeit
Jupiter einen nicht ganz vollwertigen Ersatz zu bieten. Er geht zwar zunächst erst nach Mitternacht auf, verfrüht sich dann aber beträchtlich, was in den kommenden Monaten noch stärker hervortreten wird. Die Venus ist zwar im ganzen Monat Morgenstern, aber da dies bei den kurzen Juninächten zumal gegen Ende des Monats einen Auf. gang schon bald nach Mitternacht zur Folge hat, so ist zu fürchten, daß mancher den Morgenstern als Äbendstern fehen wird. Eine etwas schwierige Sache ist es immer mit dem Merkur. Wer sich mit Ausrechnung begnügt, kann leicht feststellen, daß er um den 6. des Monats erst nach 22 Uhr untergeht und demnach wohl sichtbar sein müßte. Ob man ihn aber zu sehen bekommt, ist deshalb doch eine andere Frage; wir wollen es aber hoffen!
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinden.
Sonntag, 3. Juni, 1. nach Trinitatis.
Gießen. Sladlkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Mar- kusgemeinde; 9.30: Pfarrvikar Balz; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde, Pfarrvikar Balz. — Joyanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannesgemeinde; 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde, Pfr. Bechtolsheimer; 20: Missionsstunde im Johannessaal, Pfr. Groh. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Sucker; zugleich Christenlehre für die neufonfirmierten Knaben der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Pfr. Sucker. — Pelruskapelle. 8.30: Christenlehre für die neukonfirmierten Mädchen der Petrusgemeinde; 9.30: Pfr. Trapp; 10.45: Kinderkirche für die Petrusgemeinde, Pfr. Trapp. — Saal der neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfr. Ausfeld. — Wieseck. 9.30: Hauptgottesdienst; 10.45: Kinderkirche. — Allen- Vuseck. 10: Gottesdienst; 13: Christenlehre. — Grohen-Vuseck. 10.30. Gottesdienst; 11.30: Christenlehre. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst; 9.30: Christenlehre. — Reiskirchen. 13.15: Gottesdienst. — Steinbach. 9.30: Beichte; 10: Predigtgottesdienst mit anschließendem Abendmahl für die Jugend. — Albach. 8.30: Predigtgottesdienst. — Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst, Pfr. i. R. Wolf-Gießen; 11: erster Kindergottesdienst (obere Abteilung); 13: zweiter Kindergottesdienst (untere Abteilung). — Kirchberg. 10: Gottesdienst; 11: Christenlehre für die weibliche Jugend. — Daubringen. 10: Waldgottesdienst. — Rlainzlar. 13: Pfr. Reusch-Leihgestern; Frauentreffen der evangelischen Frauenhilfen des Lumdatales; Kollekte; Posaunenchor Treis a. d. Lda/ — Treis a. d. Lda. 10: Hauptgottesdienst. — Klein- Linden: 9: Gottesdienst und Christenlehre für die männliche und weibliche Jugend; 15: Kindergottesdienst. — Watzenborn-Steinberg. 10: Gottesdienst; 11: Kinderkirche. — Garbenleich. 13: Gottesdienst. — Hausen. 10: Gottesdienst. — Lich. 9.30: Stiftspfarrer Draubt. — Langsdorf. 10: Christenlehre; 11: Hctuptgottesdlenst. — Vellenhausen. 13.30:
Hauptgottesdienst. — Hungen. 9.45: Gottesdienst, anschließend Kinderkirche; 21: ev. Frauenhilfe. — Langd. 13: Gottesdienst. — Dirberg. 9.30: Gottesdienst. — Veilsberg. 10.45: Gottesdienst. — Harbach. 13: Gottesdienst.
katholische Gemeinden.
Samstag, 2. Juni.
Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte; 20: Sakra- meytalische Andacht.
Sonntag, 3. Juni. 2. Sonntag nach Pfingsten.
Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe, Kommunion der Männer und Jünglinge; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14.30: Andacht. Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, 20 Uhr, sakramentalische Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 17.30: Dortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigtt — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt.
Mittwoch, 6. Juni.
Hungen. 6.30: Messe.
Freitag, 8. Juni.
Gießen. Großes Gebet. Um 6, 7, 8 und 9: hl. Messen; von 6 bis 20: Betstunden. Die letzte Stunde ist um 20 Uhr, darauf feierlicher Schluß mit Prozession u. Tedeum.
Oeffenlllcher Sonntagsdienst.
Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01.
Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Telefon 02.
Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr.
Stadtpostamt: Für Schließfachadholer 7 bis 13 Uhr.
Sanitätskolonne: Telefon 2500.
Aerzte: Fräulein Dr. Gürtler, San.-Rat Dr. Schliephake.
Zahnarzt: Dr. Schüttler.
Apotheke: Hirschapotheke.


