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fen; denn wir alle wissen genau, wenn das Heer nicht in den Tagen der Revolution an unserer Seite gestanden hätte, dann ständen wir heute nicht hier. Wir können versichern, daß wir das niemals vergessen werden, daß wir in ihnen die Träger der Tradition unserer ruhmreichen alten Armee sehen, und daß wir mit ganzem Herzen und mit allem, was wir vermögen, uns für den Geist dieser Armee einsetzen werden."

Und Hitler wiederholte es am ersten Jahrestage der Machtübernahme:Die Armee und ihre Füh- rung hat in diesen 12 Monaten in bedin­gungsloser Treue und Gefolgschaft zum neuen Staate gestanden und uns,vor üer Geschichte überhaupt erst den Erfolg unserer Arbeit ermöglicht."

Wenn heute die Wehrmacht das Hoheitsab­zeichen der nationalsozialistischen Bewegung an Stahlhelm, Mütze und Uniform trägt, so ist damit ein symbolischer Akt von histo­rischer Bedeutung vollzogen. Wehrmacht und Na­tionalsozialismus haben nach dem Zusammenbruch den Staat der Zukunft jede auf seinem Wege mit heißem Herzen gesucht. Sie haben das gemeinsame Ziel im Staate Adolf Hitlers gefunden, im Deutschland des Dritten Reiches.

Ebenso wie für die NSDAP, ist es gerade auch für die Wehrmacht, die der Hüter und Schützer des nationalsozialistischen Deutschlands und seines Lebensraumes nach außen ist, eine wichtige Auf­gabe, ihre Angehörigen, die aus dem Volk kom­men und nach abgeschlossener Dienstzeit wieder dorthin zurückgehen, mit den Leitgedanken des na­tionalsozialistischen Staates geistig zu durchdringen.

Um den Soldaten ganz für seine hohe Aufgabe frei zu haben, hat man ihn damals und heute un­politisch gemacht, ihm das Wahlrecht genommen. Die Armee muß ein geschlossener Körper sein. Ihre Stärke liegt in der bedingungslosen Disziplin, in der Anerkennung des Opfers für die Gemeinschaft unter Zurückstellung aller persönlichen Motive.

Welche äußere Form der neue deutsche Staat feiner Wehrmacht auch geben wird, folgerichtig wird die Nachkriegsreichswehr am Tage der außenpoliti­schen Handlungsfreiheit in die kommende national­sozialistische Wehrverfassung einmünden und in ihr letzte Erfüllung finden. Was aber unverändert bleiben wird und muß, sind die zeitlosen, alten Soldatentugenden, ohne die ein Heer nicht leben kann, und die dem soldatischen Denken entsprechenden nationalsozialistischen Grund­sätze des Führerprinzips, der Leistungspflicht und der Volksverbundenheit. Heil Hitler!

Hände weg!

Südwest isi Mandat!

Von Or. Paul Rohrbach.

Der Landesrat von Süwestafrika in Windhuk hat in Abwesenheit seiner deutschen Mit- g l i eb e rbeschlossen", unser altes Schutzgebiet, jetzt Mandat der Südafrikanischen Union, solle an diese alsfünfte Provinz" angegliedert wer­den. Dieser Beschluß hat, formal gesehen, schon darum keine Kraft, weil er in einer so weittragen­den Sache mit Zweidrittel-Mehrheit hätte gefaßt werden müssen. Eine solche existiert im Landesrat ohne die deutschen Mitglieder nicht. Hiervon abgesehen bedeutet er einen offenen Bruch der Mandatssatzung, dessen die Unionsregierung sich wohl kaum schuldig machen wird und dem auch von deutscher Seite scharf widersprochen werden müßte.

Der Leiter des Kolonialpolitischen Amts der NSDAP, und Präsident des Kolonialen Krieger­verbandes, General Ritter van Epp, hat vor wenigen Tagen in Lichterfelde die Tradition der Polizeitruppe von Deutsch-Ostafrika an die erste Hundertschaft der Landespolizeigruppe General Göring in Gegenwart des Ministerpräsidenten dem Sahn des ersten Reichskommissars für Süd­westafrika, Dr. Göring und vieler alter Afri­kaner übergeben. Solch ein Akt ist ein erfreuender Beweis dafür, daß im neuen Deutschland der kolo­niale Gedanke hochgehalten wird. Sogar frühere deutsche Regierungen haben es über sich vermocht, ähnlichen vorbereitenden Anschlägen auf den Man­datscharakter Ostafrikas entgegenzutreten, mit Er­

folg. Auch in Kamerun haben sich die Engländer dazu verstanden, anstatt der irreführenden Bezeich­nungBritish Carneroons" jetzt offiziellCarne- roons unber British Manbate" zu sagen. Das klingt, als ob nicht viel baran läge, aber es han- belt sich um bas Prinzip. Es macht einen Unterschieb, ob unsere früheren Gegner im Welt­krieg ihren Kolonialraub als Eigentum besitzen ober ob sie ihn als Manbat verwalten, für bas sie Rechenschaft schulben.

Das Manbat über Sübwestafrika würbe der Union als Lohn bafür zugeschanzt, baß bie einsti­gen Burengenerale Smuts unb Botha sich bereit fanben, ganz Sübafrika im Weltkrieg für Eng- ianb kämpfen zu lassen. Was bie Sübafrikaner bann als Mandatsinhaber aus unsrer blühenden Kolonie gemacht haben, läßt sich zusammenfassen in drei Ausdrücke, bie in Sübwest selbst geprägt worben sinb: Armenhaus Politik, Stimm­vieh Politik, Ruinierungs Politik.

Sübwest hatte zur beutschen Zeit blühenbe Fi­nanzen. Ihr Rückgrat biloeten bie Erträge b e 5 Diamantenabbaus für den Fiskus bes Schutzgebiets. Die Diamantengesellschaften mußten bebeutenbe Abgaben zahlen unb ber Lanbesfiskus besaß auch eigene Felber. Nachbem bas Lanb als Manbat an Sübafrika übergeben war, ließ sich ber erste Administrator, Hofmeyr, von dem Leiter der südafrikanischen Diamantentrusts, einem Sir Ernest Oppenheimer (aus Frankfurt a. M.), dazu bewegen, alle fiskalischen Rechte gegen ganz unzureichende Gegenleistungen (für einen Apfel und ein Ei") an die von Oppenheimer geleiteten Consolidated Diamond Mines (C. D. M.) a u f 50 Jahre auszuliefern. Dabei unterließ es Hofmeyr, unverantwortlicher Weife, bie Rechte bes Fiskus für ben Fall zu sichern, baß die C. D. M. bie Felber bei Lüderitzbucht überhaupt nicht abbauen sollten. Dieser Fall trat vor ein paar Jahren ein, als infolge ber Wirtschaftskrise bie Diamantenpreife auf bem Weltmarkt so stark fie­len, baß es den C. D. M. nicht mehr genehm war. Die C. D. M. fanben es baher für gut, bie ganze Diamantenprobuktion auf solange stillzulegen, bis bie Preise wieder hoch genug gestiegen sein würden. Da Oppenheimer auch alle vorher in deut­schem Privatbesitz befindlichen Abbaustellen kontrol­lierte und diese nun ebenfalls außer Betrieb setzte, so war Südwest mit einem Mal bes Hauptpostens seiner öffentlichen Einnahmen beraubt unb mußte bei ber Union um Anleihen unb Vor­schüsse betteln gehen.

Don dem Augenblick an, wo die Südafrikaner im Besitz des Mandats waren, benutzten sie es auch dazu, um sogenanntearme Blanke", besitzlose Buren, dorthin abzuschieben und sie mit Farm­land und Ansiedlungsbeihilfen aus den Mitteln des Mandatsgebiets auszustatten. Zugleich wurden die Eisenbahntarife unb bie Zollpolitik so gestaltet, baß Sübwest zugunsten ber Union bluten mußte. Manche beutschen Farmer hatten mit viel Gebulb unb Opfern Weinreben gepflanzt, Kartoffel- unb Gemüsefelber angelegt unb müssen biefe jetzt, wie ich selbst voriges Jahr in Sübwest gesehen habe, vertrocknen lassen, weil Schleudertarife auf ben Bahnen für bie Einfuhr aus ber Union ben Wettbewerb mit dieser unmöglich machen. Umge» kehrt sind bie Bahnfrachten aus Sübwest nach ber Union so hoch, baß biefe keine Konkurrenz aus bem Mandat zu fürchten braucht. Durch solche unb anbre Mittel soll bie beutsche Bevölkerung mürbe gemacht werben, bis sie sich bie Schlinge bes An­schlusses über ben Kopf werfen läßt.

Jnbem man Sübwest zumArmenhaus" ber Union machte, sorgte man zugleich bafür, baß b i e Deutschen im ßanbe eine Minberheit würben. Gleich nach bem Kriege würben bie Angehörigen ber Schuhtruppe unb bie beutschen Beamten abtransportiert, unb von ber Zi­vilbevölkerung würben etwa 3000 Deutsche unter allerlei Dvrwänben ausgewiesen. Trotz ber inzwischen erfolgten Zuwanberung aus Deutsch- Ianb stehen jetzt nur etwa 12 000 Deutsche ungefähr 20 000 Sübafrikanern, einschl. ber zahlreichen lanb- fremben Beamtenschaft unb bes Militärs, gegen­über. Dem entspricht auch das Stimmenverhältnis im ßanbesrat. Um bie Deutschen weiter zu be­nachteiligen, importierte ber Abministrator Werth, eine sehr unerfreuliche Persönlichkeit, mehrere Hun- bert herabgekommene Burenfamilien aus ber por» tugiesischen Kolonie Angola, wo man froh war, sie

Mein Freund aber wich nicht. Ich stand neben ihm. Wir hätten uns zermalmen lassen. Weichen durften wir nicht, denn es war ja sein Garten. Es war ein herrlicher Augenblick! Wir sahen dem grim­migen ßüber in bie Augen unb zuckten nicht mit ber Wimper. Als er unsre äußerste Entschlossenheit merkte, ließ er die Fäuste sinken unb sagte zu dem Fräulein:

Gegen dies Volk ist nichts zu machen. Kommen Sie!"

Sie schüttelte höhnisch den Kopf, dann nahm sie Buch und Decke und folgte ihm zum Steg Noch hörten wir sie sagen:An Ihnen zweifle ich jetzt Sie sind kein Mann."

ßüber zuckte mit ben Schultern unb antwortete: Ebenso schöne Winkel gibt es auf bem Kirchhof." Er überschritt vor ihr ben Steg. Dann fliegen sie zum Kirchhof hinauf.

Eigentlich war es albern von uns", sagte ich, als sie fort waren.

Natürlich war es albern", kicherte Theo.Ebenso albern aber ist bas, was bie Zwei miteinanber vor haben."

Sie wollten ja nichts als in einem Buch lesen."

O, bas Buch ist babei Nebensache", murmelte mein Freunb unb machte ein geheimnisvolles Gesicht.

Dann holte er eine alte Sense herbei, bengelte sie mit vieler Mühe und begann, bie Brennesseln ab­zumähen. Ich lag derweil im Gras unb sah an ben kranken Blättern unb kümmerlichen Aepfeln vor­bei in ben Himmel. Die Mäharbeit bauerte lange. Enblich war Theo fertig. Er trug bie Sense fort unb sagte:

Wenn wir weg sind, werben sie ja doch wieber- kommen, bie Zwei, unb zwar womöglich im Dun- kein unb mit nackten Beinen. Unb bas mit ben Brennesseln wollte ich nicht auf mir sitzen lassen."

Neue Elch-Freistätten in Deutschland.

In ber Schorfheide, in ber Nähe von Berlin, entsteht jetzt bank der Tatkraft des obersten Schirm­herr» der deutschen Jagd, des preußischen Minister- Präsidenten Hermann Göring, eine neue Frei­stätte für den Elch. In der Gegend von Zehdenick ist ein sumpfiges Gelände eingegattert worben, das für diese größte Hirschart der Erde besonders geeig­net ist. Damit wird ein drittes Schutzgebiet für den Elch auf deutschem Boden geschaffen. Das älteste und größte liegt am Kurischen Haff an den Mün­dungen von Ruß und Gilge, wo dieses durch die fortschreitende Kultur immer mehr bedrohte Tier seine letzte Zufluchtsstätte gefunden hatte, und das

zweite ist vor kurzem in Mecklenburg zu Federow am Müritzsee angelegt worden. Das riesige Wild war einst in ben sumpfigen Urroälbern bes alten Deutschland weit verbreitet; daran erinnern noch Ortsbezeichnungen wie Ellwangen-Elchanger ober Elbenskrug-Elchkrug. Wie Dr. Lutz Heck, ber Direktor bes Berliner Zoologischen Gartens, in der bei Hugo Bermühler in Berlin erscheinenden Zeit­schriftDer Naturforscher" ausführt, wäre heute das Schicksal bes deutschen EI )es längst be­siegelt, wenn er nicht noch rechtzeitig durch die preußische Forstverwaltung in Ostpreußen vorbild- lich geschützt worden wäre. In bem eigenartigen Gelänbe am Kurischen Haff, das mit seinen Sümp­fen, Mooren unb Bruchwälbern von Weiden unb Erlen bem Elch vorzügliche ßebensbebingungen ge­währt, ist bie Zahl ber Tiere in den letzten Jahren beständig gestiegen unb beträgt jetzt über tausend Stück. Die hier durchgeführten Maßnahmen ber Hege und bes Schutzes sinb nunmehr in bem neuen Jagbschutzgesetz vom 18. Januar 1934 fest verankert, unb zugleich werben auch gesetzliche Bestimmungen getroffen, burch erbliche Auslese bie Rasse zu ver­bessern, wie es bisher bei freilebenben Säugetieren noch nie geschehen ist. Der Ruhm von ber Stärke ber beutschen Elche hat sich weit nach bem Norden ver­breitet, wo ber Elch noch in Norwegen, Schweben und Finnland beheimatet ist. Der deutsche Elch trägt die besten Geweihe in Europa. Auf der Elchgeweih. Ausstellung in Königsberg wurden kürzlich die Ab­würfe eines ostpreußifchen Kapitalschauflers gezeigt, die sich an Stärke mit einem mittelmäßigen Kana­dier messen konnten. Daß es gelungen ist, in den ostpreußischen Wäldern Elche zu züchten, die einen Vergleich mit ben an Körpergewicht um 4 bis 5 Zentner schwereren kanabischen Tieren auszuhalten, ist ein Beweis dafür, baß man in Ostpreußen mit der Hege ben richtigen Weg eingeschlagen hat. In bem zweiten deutschen Elchgebiet, bem in Mecklen­burg, würbe um die Jahreswenbe 1931/32 der erste aus Norwegen stammende Elch eingesetzt; weitere Tiere kamen bann aus anderen nordischen Ländern und vier Elchkälber aus dem Berliner Zoologischen Garten. Hier werden in einem besonderen Gehege drei Elche gehalten, ein Hirsch und zwei Tiere, die alljährlich Nachzucht für Mecklenburg geben. Augenblicklich befinden sich in dem 22 000 Morgen großen Elch-Schutzgebiet am Ostufer des Müritz­sees, bas zum großen Teil aus sumpfigem Busch- wald besteht und bas ein herrliches Stuck wilder Natur barstellt, elf Elche, die vortrefflich gedeihen. Die dritte Freistätte wächst nun in bem großen geplanten Naturschutzpark der Schorfheide heran.

loszuwerden. DieseStimmvieh-Einfuhr anständige Südafrikaner haben das Wort ge­prägt belastete Südwest mit weiteren Ausgaben, ohne wirtschaftlichen Nutzen, denn die Angola-Puren erwiesen sich, was jeder, der sie kannte, vorher wußte, als faul unb unwirtschaftlich.

Vor etwa einem Jahr verstänbigten sich Deutsche unb Sübafrikaner bahin, bah Deutsch als b r i tte amtliche Landessprache anerkannt unb bie für beutsche Einwanberer bestehenbe fünf­jährige S P e r r f r i ft vor ber Einbürgerung unb ber Zuerkennung bes Wahlrechts auf zwei Jahre herabgesetzt werben sollte. Die Ab- machung würbe dem Premierminister der Union, General H e r tz o g, von einer gemeinsamen Abord­nung von Deutschen und Südafrikanern aus dem Mandatsgebiet vorgetragen, allseitig bekräftigt unb unterschrieben. Wenige Monate später tat ber Vertrag ben Sübafrikanern schon wieder leib, weil sie sahen, baß wegen ber großen Dürre im Lande unb eigner schlechter Wirtschaft viele Afrikaner ab- zogen unb wegen ber notwendigen Ersparnisse auch ein Teil ber Beamten abgebaut würbe. Man fing an zu fürchten, baß die Deutschen im ßanbesrat zuviel Stimmen bekommen könnten unb ergriff ben Vorwanb, baß ber nationalsozialistische Gebanke auch unter ben Sübwester Deutschen Boden fand, um ben Pakt von Kapstabt zu brechen. Da

die deutschen ßanbesratsmttglieber die Erfahrung machten, daß es einfach auf ihre Vergewal­tigung abgesehen war, zogen sie sich von den Sitzungen zurück. Die Mehrheit beschloß gegen nationaldeutscheAusschreitungen" ein sogenanntes Kriminalgesetz, das nach 6 Monaten, jetzt ganz vor kurzem, von ber Union aus tatsächlich oktroyiert worben ist, und die Krone bes ganzen Verfahrens bilbet ber vor wenigen Tagen gefaßte Beschluß, Sübwest solle tatsächlich fünfte Pro­vinz ber Union (neben ber Kapkolonie, Trans­vaal, Natal unb bem Oranje-Freistaat) werden. Das hat, wie gesagt, keine Rechtskraft, und auch die Anerkennung durch bie Unionsregierung wäre rechtlich wirkungslos. Im übrigen ist der Premierminister General Hertzog unter ben lei- tenben fübafrifanifcfjen Politikern ber ehrenwerteste unb gewissenhafteste nur leiber in ber Aus­übung dieser Eigenschaften durch seinen bedenken- freien Kollegen Smuts behindert. Gerade jetzt, wo Südwest durch ben überreichlichen Regen zwar einige Schöben erlitten, im ganzen aber durch die neue, üppige Weide unb bie Anreicherung des Grunbwassers sich erholt hat, lockt natürlich ber An- nexionsplan. Die Deutschen drüben werben sich aber barauf verlassen bürfen, baß bies eine Rechnung ist, bie ohne ben Wirt gemacht würbe.

Förderung berüiflW istMenst anVolk undSiaal

Zur Lustfahrt-Werbewoche 1934.

Don Dr. ing. e.h. H.Köhl, Hauptmann a. O.

,/Fliegen heißt: siegen ... über Zeiten und Wei­ten!" Noch mehr: fliegen heißt über sich selbst sie­gen, heißt opferbereit fein, heißt Opfer brin­gen. Das ist der tiefere Sinn ber Worte unseres Luftfahrtministers Hermann Göring, der bas deutsche Volk zu einem Volk vonFliegern zu machen wünscht. Nicht, baß nun jeder von uns den Steuerknüppel in ber Hanb halten unb hinter bem surrenden Propeller über die ßaitbe fliegen soll, nicht, daß wir alle uns dem Spiel des Windes als Segelflieger anvertrauen sollen. Nur opferbereit müssen wir werden. Opfer müssen wir bringen, Flieger werben in übertragenem Sinn, Flieger werden im Geiste des neuen Deutsch­land, das bie Kraft unseres Führers geschaffen und das wir stark machen müssen, damit es besteht.

Und wenn in diesen Tagen über unseren Städten unb Dörfern die schnellen Flugzeuge ihre Kreise ziehen, wenn der stählerne Takt ihrer Motoren uns in die Ohren schallt, wenn die Trompeten dröhnen, die Querpfeifen jubilieren und die Trommeln locken, wenn hinter ihnen die blaugrauen Kolonnen des Deutschen ßustsportverdandes als die berufenen Träger des deutschen Sporftluges durch die Straßen unb Gassen ziehen, dann ist dies mehr als Werbung für den Sport der Zukunft, dann ist dies mehr als ein Wachrütteln der ßauen unb Schwachen, dann ist dies ein flammender Aufruf an alle, ein Aufruf an bas gange beut« i ch e Volk, an ine gange Nation, mitzuschaffen und mitzuarbeiten am Aufbau unserer Luftfahrt, sich einzuorbnen in das Heer derer, die bereit sinb zu opfern, und wahrhaft ein Volk von Fliegern zu werben ... in des Wortes tiefster unb wahr­ster Beben tung.

Du und ich wir alle, die wir uns zu unserem Volke bekennen, müssen uns einreihen, denn: Luftfahrt ist not! Wie oft ist dieser Satz in ben Jahren des Hasses, der Zwietracht und der Ver­nichtung gesprochen und geschrieben worden, wie oft hoben ihn gequälte Herzen hinausgeschrien, wie oft ist er ungehört verhallt ober mit ablehnenbem Lächeln quittiert worben. Die Zeiten sinb vorüber. Wohl lastet noch auf unserer Luftfahrt und ganz besonders auf unserer Sportfliegerei ber Fluch von Versailles und der übrigen Verträge, -war sind wir noch unfrei und gehemmt in unserer Arbeit für ben Luftsport, aber die Epoche, da die Vertreter des überwundenen Systems über bie Fesseln der Pakte und Verträge hinaus den Sportslug nieberfyieiten unb knebelten, gehört der Vergangenheit an, liegt enbgüflig hinter uns. Dafür schulden wir den Män­nern Dank, in deren Hände unser Führer Adolf Hitler das Schicksal unserer Fliegerei legte.

Viel ist damit erreicht. Diel ... aber nicht alles.

Denn dem Reich und dem Luftfahrtministerium sind die Hände gebunden. Die Verträge schreiben es vor: mit keinem Pfennig darf die deutsche Sportfliegerei durch das Reich unb die Länder un­terstützt werden. Das ist das Wesentliche: der Haß unb Vernichtungswille unserer Gegner wollte nicht nur unsere ruhmreiche Fliegerwaffe zerstören. Man wollte den Flieger ge i ft töten, wollte den Geist der Jmmelmann, Bolcke und Richthofen aus­rotten aus unserem Volk, indem man uns die Mög­lichkeiten nahm, diesen Geist im Luftsport durch unsere Jugend weiterleben zu lassen.

Doch diese Jugend ließ sich nicht halten. Sie zog hinauf in die Stille der Rhön unb zwang der Natur, da Siegerwillkür ihr die Motoren ge­nommen, den motorlosen Flug ab. Und als die Vertragsfesseln gelockert wurden, da ging sie in die Werkstätten und schuf sich Sportflugzeuge. Baute sie selbst, erstand sie aus Spargroschen... immer kämpfend gegen die Ketten der Verträge, im­mer sich stemmend gegen die Hindernisse, die sich ihrem Weg im Innern entgegenfteüten. Widerstände im Innern gibt es nicht mehr, die äußeren aber sind geblieben. Und wenn unsere Fliegerjugend weiter schaffen soll, bann ist es unsere Pflicht, sie dabei zu unterstützen. Das Reich darf es nicht.

Darum Luftfahrt werbewoche 1934! Darum dieser Appell an das ganze Volk! Nicht nur du, nicht nur ich, nicht nur wir, bie da wissen, daß Dienst an der Luftfahrt, Dienst an Staat unb Na­tion ist. Da5 ganze Volk, das ganze Deutsch- I a n d soll es sein! M u ß es sein ...! Und nicht nur so, daß wir einmal in die Tasche fassen unb unser Scherflein geben, nicht nur so, daß wir in diesen Tagen, da wir darauf hingestoßen werden, uns mit unserer Sportfliegerei beschäftigen ... wir müs­sen den Geist in uns aufnehmen, Flieger werden, opferbereit fein und Opfer bringen. Heute und morgen und in der Zukunft!

Gedenkstein für den Banater Dichter Adam Müller-Guttenbrunn.

LPD. Fürth i. O., 1. Juni. Der freundliche Marktflecken Fürth im hessischen Odenwald wird am kommenden Sonntag Zeuge einer sinnigen Ehrung sein, die weit über die reichsdeutschen Grenzen hin­aus beachtet zu werben verbient. An diesem Tage wird der Gauführer im VDA. Baden, Professor ÜJlaenner (Weinheim), im Rahmen einer groß­angelegten Volksdeutschen Feier dem Banater Dich­ter Adam Müller - Guttenbrunn in sei­ner Heimatgemeinde Fürth einen Gedenkstein ent­hüllen.

Oer verwilderte Garten.

Von Georg von der Dring.

Unvergeßliche Zeit! Theodor holte mich mit bem Ponygespann ab. Wir fuhren burch bie Marsch. Dort wo bie Marsch an bas Moor stößt, lag sein Dorf, lauter Bauerhöfe, strohgebeckt, auf ben Gie­beln ftanben Störche. Der Hof, ber Theos Vater ge­hörte, war einer ber größten. Ich blieb manchen Tag bort.

Dem Hause gegenüber lag ber Busch mit ben Krähennestern. Unter ber Straße, bie ben Hof vom Busch trennte, lief ein steinernes Rohr hin. Wir fischten es aus, inbem wir einen Besen auf einer langen Stange befestigten unb burchstießen einer von uns lag am anbern Ausfluß unb hielt ben Korb. Hinter bem Busch gab es Hornissennester. Dort begann schon bas Moor. In ber Ferne sah man Katen. Hinter ihnen schien bie Welt zuenbe. |

Auf ber Diele flirrten bie großen Milcheimer. Wenn braußen bie Mittagsschwüle lag, war es hier kühl. Der Vcster schlief. Er war überarbeitet unb ! jähzornig. Wenn er erwachte unb fand, baß an i ber Mähmaschine eine Schraube fehlte, würbe er sie vor Wut zerschlagen. Theo unb ich, wir untersuchten alles Gerät genau. Entbeckten wir einen Schaden, so warfen wir uns aufs Rab unb fuhren zur Schmiebe, um ein Unheil zu verhüten. Wir halfen auch bei ber Ernte.

Abenbs kam ber Lehrer zu Gast. Wir lagen schon in ber Kammer. Draußen war heller Abenb, an Schlaf nicht zu benfen. In ber Stube nebenan klirr­ten Bierflaschen. Teo schlich in bie Speisekammer unb brachte gebörrte Pflaumen. Wir saßen in Nachthemden auf ber Fensterbank, aßen bie Plau- men unb starrten in bie Wipfel ber Bäume. Sie hoben sich scharf vom gelben Himmel ab, so baß mir Figuren in ihnen entbecken konnten, Bismarck, ober einen Hirsch, ober auch nur einen Hahnenkopf.

Einmal spannte Theo ben Pony ein unb sagte: Wir wollen meinen Hof anschauen."

Der Vater hatte ihm nämlich einen Hof gekauft, er später bewohnen unb bewirtschaften sollte, wenn er erst eine Frau hätte. Wir fuhren hin, es war eine halbe Stunbe Fahrt.

Das Haus war verschlossen, aber Theo hatte ben Schlüssel, lieber bem Dach ragte ein Kirchtum auf. Drinnen war alles tot unb still, sehr unheimlich, leer ber Stall, keine Kette flirrte unb feine Hühner­feber bewegte sich hier. Eine, Ratte ergriff vor uns bie Flucht. Theo warf ihr eine verschimmelte Rübe nach.

Wir gingen in ben Garten. Er war mit Bren­nesseln, Giersch unb Schierling überwachsen. Die Obstbäume waren alt unb franf.

Theo sagte:

Wenn ich ein Mann bin, bann schaffe ich hier Orbnung. Dann hat mir hier niemanb zu befehlen, auch mein Vater nicht."

Als er mir bas erflärt hatte, erblickten wir am Enbe bes ©artens etwas Weißes im Gras. Wir gingen hinüber unb sahen zu unserem Erstaunen ein junges Mädchen auf einer Decke liegen. Sie las in einem Buch. Theo ging zu ihr unb sagte:

Sie dürfen hier nicht liegen."

Sie sah auf unb runzelte bie Stirn. Schöne braune Zopfe hatte sie, bie nieberhingen, unb lange verbrannte Beine. Sie sagte in einem fremben Dialeft:

Ihr stört mich. Geht nur wieder." Dazu winkte sie mit ber Hanb ab unb begann wieber zu lesen.

Theo unb ich, wir sahen einanber an. Dann zogen wir uns eine Strecke zurück unb legten uns hinter ben hohen Brennesseln auf bie Lauer.

Nach einer Weile kam ein großer Bauernbursche, wohl vier Jahre älter als wir, drüben über ben Steg unb ging zu bem lefenben Fräulein hinüber.

Das ist ja ßüber". flüsterte Theo mir zu. Komm!"

Wir brangen wieber vor. ßüber stand schon bei dem Fräulein, bie ihr Buch zugeklappt hatte unb lächelnb zu ihm aufblickte. Als sie uns herankommen sah, würbe ihr Gesicht ärgerlich. Sie winkte heftig ab, wir sollten fortgehen.

Theo aber trat auf ben großen Burschen zu unb sagte:

ßüber, ihr bürst hier nicht sein."

Wieso nicht?" fragte ßüber.

Weil mir ber Garten gehört", sagte Theo.

Ach so", nickte ber Bursche,bu bist es, Theo." Unb zu bem Fräulein:Wir dürfen hier nicht sein. Er erlaubt es nicht."

Das Fräulein sprang zornig auf bie Füße unb kam auf uns los. Sie rief:

Wer ist ber großartige Besitzer hier? Wer?" Ich bin es", sagte Theo.

Diese kranken Bäume, bie faulige Kartoffeln tragen? Unb biefe Brennesseln, die nichts tun, als einem die Beine verbrennen?"

ßüber lachte.

3a", nickte Theo.All bas gehört mir."

Alles gehört ihm", bestätigte ber Bursche. Plötz, lich wurde sein Gesicht wütend unb er schrie uns an: Trotzbem schert ihr euch augenblicklich zum Teufel, sonst passiert was ..." er ballte die Fäuste unb kam auf Theo los.