KrJ26 Zweites Blatt Gletzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)Samstag, 2. Zuni 1954
Barbara stand verträumt,
als
Bis jetzt ahnte ich nichts
öffnet die Tür
Augen, und philosophierte. Ein Täfelchen hina Visitenkarte am Gitter: Warzenschwein — Afrika.
Bis jetzt ahnte ich nichts von Barbaras Exi tenz.
zum Stall. Es ist Barbaras Schlafenszeit. Aber Barbara kann sich nicht trennen. Sie trabt einige Schritte auf ihren Stall zu, bleibt stehen, kehrt um. Der Wärter wird ungeduldig.
Als ich mich endlich losreihe, kommt Barbara noch einmal ans Gitter gelaufen, sieht mir lange nach und grunzt dabei zärtlich und leise — meine Barbara!
—18 .
Ein Jawort geht um die halbe Erde.
Es ist eine einfache Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Menschen, die sich auf den ersten Blick lieben, aber verständig genug sind, sich in ihrer Liebe eine Prüfung auszuerlegen, ob sie auch in zeitweiliger Entfernung voneinander Bestand hat. In Porkshire wurde Vincent Rouse, der Angestellte einer großen Baumwollspinnerei, mit Elaine Bloggs, der Toch. ter eines Melbourner Kaufmanns, die in England zu Besuch weilte, bekannt. Er vexliebte sich in sie und sie erwiderte seine Zuneigung, aber als sie die Heimreise nach Australien antrat, mußte sie ihm versprechen, ihren Entschluß, sich an ihn zu binden, noch einmal zu überprüfen, und auch sie gab ihn frei. Dom Suezkanal aus aber erreichte ihn schon ihre bindende Zusage, und nun lief auch von ihm aus ein Ein-Wort--Telegramm um die halbe Welt, sein Ja-Wort, das ihr zugleich ankündigte, daß er mit dem nächsten ausfahrenden Schiff nach Australien reisen werde, um ihre Eltern um ihre Zustimmung zu bitten. So besteht die Romantik der Liebenden also in ihrer ewig einfachen Form fort, und alle technischen Errungenschaften müssen ihr dienstbar feiiu
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deren ganz zart mit ihren schwarzen Plüschlippen mir aus der Hand und kaut lange daran.
Manchmal werden wir gestört. Irgendein Zoobesucher ist es, der mit einem aufgeschlagenen Füh- rer, erhitzt und krebsrot im Gesicht, den Hyazinth-- Ara- oder das Nilpferd sucht.
Oder es erscheint ein gründlicher Familienvater. Die Gattin hängt andächtig in seinem Arm, und die Kinder halten respektvoll den Atem an, während er einen Vortrag über Barbara hält: „Na, also, bet is bet Warzenschwein. Del sone Häßlichkeit nid) polizeilich verboten isk So 'n Warzenviech!"
„Ach, Männe", flüstert die Gattin, „warum is es denn so schwarz?" — „Na, weil es aus Afrika is", sagt der Familienvater.
Einmal aber, als ich Barbara gerade einen Keks nach dem anderen in die schwarzen Plüschlippen stecke, kommt ein kleines Mädchen mit seiner Mutter. So ein pausbäckiges kleines Mädchen mit einer Stupsnase und furchtbar viel Fragen.
Als es Barbara sieht, klatscht es in die Hände und ruft mit einer unbeschreiblich hohen begeisterten Stimme: „Guck, guck Mutti, ganz wie Tante Barbara!"
Felder des Dorfes, hatten trotz der Frühe schon wache Augen, um da die gutstehende Saat, dort den kräftigen Klee ober einen besonbers keich gesegneten Obstgarten zu sehen und zu bewundern. Unsere Wagen streiften unter Buchenhecken dahin, wir muhten uns bücken und kamen zerzaust hervor. Vogelschreie ertönten, und wir ließen uns vom Vater belehren, was bas für Vogelstimmen seien, versuchen auch, sie nachzuahmen. Schließlich bogen wir in bas „wässerige Gelänbe" ein, in bie Wiesen, bie kreuz unb quer von sauber gehaltenen Gräben durchzogen würben. Dies Gelände trug weder Baum noch Strauch unb bas war neu unb fremd, man sah es nicht bas ganze Jahr, sonbern eben nur zur Heuernte. In der Ferne sah man bie Konturen eines hohen Dammes, bahinter floß ber Rhein, der geliebte Strom, der für unsere Jugend eine mythische Große darstellte und dem wir uns nur mit Ehrfurcht nahten. Ihm jetzt so nahe zu sein, das ließ uns erschauern. Andächtig sah man den Rauch, der aus den Schornsteinen seiner Schiffe stieg. Man sah nur den Rauch: der Damm war so hoch, daß er sonst alles verbarg. Aber man horte das Tuten der Schiffe, horte es jetzt ganz nahe. Unwillkürlich mußte man an fremde Länder denken, an große Städte
„Träum net", rief plötzlich ber Vater und warf einem einen Rechen zu. Unb wahrhaftig, ba standen schon alle unb roenbeten mit Rechen ober Göbel bas trockene Gras, breiteten es in her Sonne. Bis zum Mittag mußte es trocken sein. Arbeitenb wunderte man bie Wiesen auf unb ab, unterhielt sich scherzend. Lieber klangen auf, wurden mehr gesummt als gesungen. Man konnte hier nicht so laut sein. Der Horizont war weit, ber Himmel strahlte unb sonnte, zahllose Lerchen trillerten in ber Luft. An Kleidern hatte man alles abgelegt, was nicht unbedingt nötig war. Schon war der weiche Stoppel- boben. Auf ben Wiesen wuchs kein Unkraut, keine Dieftel; man konnte auf biesem Stoppelboben barfuß gehen, er war wie Samt so weich. So glitt man im gleichbleibenben Rhythmus ber Arbeit ba hin unb würbe, in fast traumhafter Gelockertheit, eins mit Luft unb Sonne.
In ben Essenspausen fanden wir uns bei ben Wagen, wo es etwas Schatten gab. Man aß Brot mit weichem Milchkäse, vielleicht auch etwas Rauchfleisch, aber bavon nicht zuviel, weil es durstig machte. Aus irdenen Krügen tranken wir kühles Wasser und man war nach diesen Mahlzeiten kein bißchen müde. Dazu wäre aber auch keine Zeit gewesen. Die Zeit, die ba war, mußte zur Arbeit genützt werben. Zum Mittag war bas Heu trocken: jetzt mußte es auf Haufen geschoben werben. Auf bem famtglatten Stoppelboben schob es sich leicht, türmte sich bann, unter regelmäßigen Abständen, in großen Haufen, und wenn ber Tag im Abstieg
Bei aufgehender Sonne fuhren wir mit zwei langen, schlanken Leiterwagen von Hause weg. Einer aus ber Familie mußte zu Hause bleiben, aJüTiinh -örtlich- I um das Vieh zu versorgen, sonst aber saßen alle,
baft bu mir wieder Keks mitgebracht?" fragte bie zum Haushalt gehörten, verteilt auf ben beiden Barbara, unb bann nimmt sie einen nach dem an» I Wagen. In leichtem Trab fuhren mir durch bie
„Pfui", sagt bie Mutter, „schäme bich, bas ist ein Warzenschwein. Komm, wollen wir lieber zu ben Elefanten gehen ober zu ben Affen."
Abenbs kommt ber Wächter unb
war, waren wir so weit, bah wir bas Heu auf bit Wagen laben konnten.
Das ist eine kunstgerechte Sache, einen solchen Heuwagen laben; eine Sache, bie gelernt fein muh. Mit langen Gabeln wirb bas Heu bem gereicht, ber auf bem Wagen steht. Der nimmt jebe einzelne „Gabelladung" in seine beiden Hänbe und setzt biefe Ladung wie einen Baustein an ihren bestimmten Platz, bis bann, breit und behäbig, ber beladene Wagen fertig steht. Nun wird ber „Wiesbaum" aufgelegt, eine lange, ziemlich biefe Stange aus Eichenholz. Die wird längs auf die Mitte bes be* labenen Wagens gelegt, so, baß sie vorn unb hinten mindestens ejnen halben Meter über bie Ladung hinausragt. Selle werden daran befestigt, bie, schräg lausend, bann wieder an ben Wagenleitern fest» gemacht werben. So wirb bie ganze Ladung fest- gehalten unb die Fahrt nach Hause kann ohne Ge» fahr beginnen.
Auch diese Heimfahrt war noch ein Fest. Es lag sich herrlich in bem buftenben Heu. Inzwischen war es auch Abenb geworden. Die Sonne ging unter, sank in ben Rhein, von bem immer noch bas Tuten ber Schiffe klang, ferner unb ferner tonend, je mehr wir wieder ostwärts fuhren. Es wurde Nacht. Waren Sterne am Himmel, so war bas schon, schoben sich Wolken zusammen, so war bas auch schön. Keinem war es eingefallen, auf biefer Heimfahrt zu schlafen, keiner aber auch mochte reben. Es war die Stunde des unbegrenzten Wanderns in bie fernsten Träume.
Wie sollte man sie auch kennen? Barbara ift ja fo bescheiben! Sie haßt Reklame. Sie tut sich nicht wichtig, wie zum Beispiel bie Löwen burch bisfretes Brüllen, ober die Pfauen durch ihr ewiges Rad- K, ober die Affen. In keiner Weise drängt sich a auf. Sie lebt zurückgezogen, ganz ihren Träumen und ihrer Philosophie — aber auch barmt prObt sie nicht. Barbara ist eine wirkliche Dame.
Ich besuche Barbara regelmäßig. Schon von weitem erkennt sie mich. Sie trabt mir auf ihren zart- geschwungenen O-Beinchen em paar Schritte ent- gegen, bleibt, wie beschämt über dieft Gefühls- reaung, stehen, roebelt sanft mit dem Schwanz, blick zur Seite und tut so, als ob sie mich nicht bemerkt hätte D Nefe zarte, biefe fan/t errötende Koketterie eines älteren häßlichen und dabei fo liebebedurftigen
Meine Freundin Barbara.
Von Andr6 Baron Foelckersarn.
Kennen Sie Barbara? Nein, natürlich kennen Sie Barbara nicht und wissen nichts von ihrem unbeschreiblichen Charme.
Barbara ist eine Lady. Ein älteres Mädchen und nicht gerade, was man so landläufig hübsch nennt. Aber ihre inneren Werte! Dieses Gemüt! Dieser seelenvolle Augenaufschlag! Und schlanke Fesseln hat Barbara auch, trotz leichter O-Beine. Jede junge Dame wäre stolz auf solche Fesseln. Aber Barbara weih nicht, wie reizend ihre Fesseln sind. Eitelkeit ist ihr fremd.
Gleich am ersten Tage, als wir uns kennenlernten, war es Liebe auf den ersten Blick. Ich habe früher nicht so recht daran geglaubt, aber jetzt weiß ich, daß es so etwas gibt.
Es war im Zoo. Ich kam, auf der Suche nach den Gazellen, von ben Giraffen, die aus lauter Vor- nehrnheit im Zeitlupentempo galoppieren. Da stieß ich zufällig auf Barbara.
Barbara stand verträumt, nut geschlos enen
mm*nn5id) schon am Gitter stehe, rührt sich Bar- bara noch immer nicht. Aber mit einem Auge schielt sie nach mir. Kleine gemütvolle Freundin! Und wenn ich dann leise: „Barbara!" rufe, trabt sie bis dicht ans Gitter, markiert herrlich gespielte Ueder- raschung, lächelt verschämt und reibt den Kopf, mit dem wirren, etwas ungekämmtem Haar am Gitter. Ich muß sie hinter dem Ohr kraulen. Barbara schließt selig die Augen und grunzt etwas Sentimentales vor sich hin. Und wir unterhalten uns. Leise und zärtlich:
Zauber der Heumahd.
Von Eharlotte Hauser.
War die Heuernte fällig, dann hörte man an hen Abenden aus allen bäuerlichen Anwesen bas Sensendengeln. Aus kleinen, eisernen Pflöcken hämmerten die Bauern die großen Stahlmesser ihrer Sensen dünn und hart unb gaben ihnen bann noch mit bem Wetzstein die letzte Schärfe. Die mußten schneiden wie Gift. Mitten in ber Nacht würbe bann aufgebrochen zum Mähen. Gras muß in frühester Frühe gemäht werben, wenn der Tau es noch feuchtet.
geweckt und gepflegt
Im Staat von xßi
ieimar war bie Reichswehr
zwangsläufig allmählich zum ausschlaggebenden
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Träger ber Staatsgewalt geworben, obwohl man bie Wehrmacht bekämpfte. Wenn nun bie Reichswehr diesen Staat des Zwischenreiches trug, so tat sie es nicht für bie Novemberrevolution, sondern für ein Ziel, bas weiter lag, für bas bamals bie Voraussetzungen erst im Werden waren. Der Fehlschlag des Kapp-Putsches hatte bewiesen, daß zu dieser Entwicklung Zeit gehörte, daß sie erst langsam reifen mußte.
So wurde die Wehrmacht ber feste Rückhalt für ben Aufbau bes Reiches von heute. Ohne die Reichswehr wäre Deutschland bei ben spartakistischen Unruhen im Ruhrgebiet unb besonders 1923 in bem kommunistischen Aufstanb in Sachsen unb Thüringen einem bolschewistischem Chaos entgegengegangen. Die Kommune würbe damals abgeschlagen, und die Vorsehung gab so den Weg frei, um die nationale Bewegung Hitlers heranreifen zu lassen für eine bessere Zukunft, wie sie 1933 in Erfüllung ging.
In dieser Zeit bis zum Umbruch sahen sich bie Angehörigen in ber Wehrmacht in immer größere Gewissenskonflikte unb schwereren Zwiespalt ber Gefühle versetzt, als sie in ber nationalsozialistischen Bewegung Abolf Hitlers mit ungeheurer Kraft unb Leidenschaftlichkeit bas hervorbrechen sahen, was sie als ihr Eigenstes ja auch empfanden. — Bis hart an bas Zerreißen ber Nervenkraft von Mann unb Offizier ging es, als es eine Zeitlang schien, als ob biefe beiben aus gleichem Blut unb gleichem Geist entftanbenen solba- tischen Körperschaften ber Nation, bas Berufsheer in ber Reichswehr unb bie politischen Kämpfer ber SA., burch ein roiberfinniges Geschick in eine für ben einzelnen kaum benfbare und erträgliche Gegnerschaft getrieben werden sollte. .
Das Schicksal hat im rechten Augenblick ben Felb- marschall, Reichspräsidenten unb Oberbefehlshaber ber Wehrmacht sich mit bem Frontsoldaten und Führer der deutschen Freiheitsbewegung vereinigen lassen und so die freie und freudige Gemeinsamkeit von Wehrmacht unb Nationalsozialismus herbeigeführt. Die beiben Kraftströme deutschen Soldatentums, die Erben des Weltkrieges unb feine Opfer, gehen nunmehr ohne wibematürliche Scher» bung im Dienste bes Dritten Reiches zusammen.
Als der Führer am 30. Januar 1933 auf legalem Wege die Führung Deutschlands in seine starke Hand nahm, stand eines in dem vielfach brüchigen und kranken Staatswesen geordnet zu seiner Verfügung, die deutsche Wehrmacht. Sie brauchte nicht umzulernen. Sie kam als das, was sie war: „als das militärisch hochqualifizierte, disziplinierte Machtmittel ber Staatsgewalt". Dem gab ber Führer Ausbruck mit den Worten: „Die schönste Hoffnung von einst ist in Erfüllung gegangen. Der Nationalsozialismus unb bas Heer sinb eins geworben, haben sich zu einer Einheit zusammen- gefunben, bie in Deutschland» niemals mehr zer- brechen wirb. Mein Dank gilt benen, bie bie Wehrmacht in ben neuen Staat hineingeführt haben."
Im neuen Reich ist ber Waffenbienst wieber bie höchste Ehre bes Mannes, ist bie Wehrmacht wieber bas K e r n st ü ck ber Staatlichkeit. Die Stellung der Wehrmacht ist heute weit empor- gehoben über bie Stellung ber großen unb stolzen Armee bes kaiserlichen Deutschland, denn im Staate Hitlers ist sie getragen und gewollt von ber bie ganze Nation verpflichtenben Weltanschauung und Staatsibee, ber sich bie gesamte Politik, Wirtschaft unb jeher Stand unterzuordnen hat, unb ber sich ber Solbat weiht: „Dem Dienst am Volk zur Erhaltung ber beutschen Nation unb für ein starkes, einiges Deutfchlanb ber Freiheit unb Ehre".
Im Dritten Reich ist bie Wehrmacht kein Fremdkörper mehr, sie ist ein wichtiges Glied in ber organischen Gemeinschaft unb Aufgabenverteilung ber Nation. Die Wehrmacht weiß, baß ber Geist ber
Die Wehrmacht im nationalsozialistischen Staat
Von Maximilian von Herff, Hauptmann und Kompaniechef im 3-<R-15.
Die nationalsozialistische Erhebung hat ber beutschen Nation nach ber Verworrenheit ber letzten fünfzehn Nachkriegsjahre wieder einen Lebenswillen unb eine neue Staatlichkeit gegeben. Jedem Stanb gab sie feine Zielsetzung unb Sinnerfüllung, so auch bem Solbaten ber Wehrmacht: „Der solbatische Geist bestimmt unb trägt bas neue Deutfchlanb!" Damit ist bem Solbatentum Rana unb Platz zugewiefen.
Die nationalsozialistische Bewegung, bie heute ber Staat ist, unb bie Wehrmacht, ber Waffenträger bes Staates, gehen in ihrem Ursprung auf bie gleichen Orunblagen zurück. Auf bas Deutschlanb, bas sich in ben Tagen bes Ausbruches bes Weltkrieges im August 1914 im Selbstbehauptungswillen gegen bie fein Lebensrecht bestreitende feindliche Einkreisung einig erhob, wo der ungebrochene soldatische Sinn im Deutschen zu neuer geschichtlicher Kraft und Leistung erwachte, und auf die feldgrauen Frontsoldaten, die in diesem größten aller Kriege im heldischen Kamps viereinhalb Jahre einer Welt von Feinden die Stirne boten.
Beide entstanden aus jener grauen Schar, bie in ben bunflen Novembertagen bes Jahres 1918 von ben Schlachtselbern ber gigantischsten unb grausigsten Kämpfe in eine von Aufruhr unb Umsturz durchtobte Heimat zurückkehrten, im Stich gelassen, verraten, geschmäht unb begeifert. Damals mürben Solbatentum unb Wehrmacht rechtlos unb heimatlos in beutschen Lanben. Fraglich schien es, ob nach bem verlorenen Kriege bei ber marxistisch-pazifistischen Einstellung ber regierenben Mächte Deutfchlanb die Kraft zu politischer Erneuerung und nationaler Selbstbesinnung wiederfinden würde, ob man den Geist der Wehrhaftigkeit endgültig preisgeben würbe.
Das Erbe ber stolzen, kaiserlichen Vorkriegsarmee unb ber felbgrauen Kämpfer bes Weltkrieges, bie unbestechlich harten unb strengen, zeitlosen Tugenden unb Kräfte bes preußisch-beutschen Solbaten» tums, es blieb trotz allem erhalten in ben aus dem Fronterlebnis um Adolf Hitler gesammelten und sich gegen bie Schmach bes November 1919 auf- lehnenben politischen Kämpfern, inbernational» s o z i a l i st i s ch en Bewegung, unb in ber aktiven Wehrmacht, die tn ständigem Abwehrkampf gegen bie Verblenbung einer ihr wesens- fremben Staatlichkeit den Rest deutscher Wehrkraft gegen den Dernichtungswillen ausländischer Feinde hütete unb neu gestaltete.
Die militärischen Klauseln bes Versailler Vertrages mit ber Beschränkung auf ein kleines, lang- dienendes Berufsheer hatte die Bewegung des nationalen Erwachens zwangsweise in zwei Teile gespaltet. In bie kleine Wehrmacht unb ben größeren anberen Teil ber von glühender Vaterlandsliebe beseelten Dolkskräfte, bie braußen bleiben mußten, unb benen bas Recht genommen war, bem Dater- lanb mit ber Waffe zu dienen, denen aber bie Not unb Schmach bes Lanbes gleichermaßen auf ber Seele brannte.
In entsagungsvoller, schweigender Erfüllung ber soldatischen Berufspflichten erhielt sich der Soldat Den felsenfesten, unerschütterlichen Glauben an bie Stunde der politischen Befreiung. In der Reich s» wehr offenbarte sich in all den Jahren der politischen Wirrnis und Schwäche ein Vorbild echter, nationaler Volksgemeinschaft im besten Sinne. In ihr sanden sich Sohne aller Stände im Willen zur Landesverteidigung und zur Abwehr des bolschewistischen Chaos zusammen, ym Reichsheer galten die Gesetze unbedingten Gehorsams, unverbrüchlicher Kameradschaft unb unangefochtener Anerkennung bes Führertums. Der Geist ber Selbstverleugnung, bes persönlichen Einsatzes, der Unterordnung und ber ganzen Hingabe würbe
Wehrhaftigkeit unb bie echten Solbatentugenden die heutige Staatsführung leiten unb in Zukunft bas ganze Volk burchbringen werben. Der Waffenträger in ber Wehrmacht, ber politische Solbat in ber SA. unb bie junge Generation in ber Hitlerjugend stehen Schulter an Schulter in gleicher Treue zum Führer unb seinem Werk, in gleicher Hingabe für bie Ausgaben im neuen Zeitalter deutscher Geschichte. Es gibt nichts, was bie Staatsführung unb bie Wehrmacht trennen könnte. Nationalsozialistisches Denken ist im Reichsheer früher heimisch gewesen, als es nach außen in Erscheinung trat.
Der beutsche Solbat ersehnte stets Den totalen Staat, bie wahre Volksgemeinschaft aller Deutschen, seine Arbeit galt ja ausschließlich nur Deutschlanb ohne jeben Eigennutz. Desgleichen war echter Sozialismus schon immer im Heere heimisch, ba gerabe hier bie Begriffe ber Volksgemeinschaft, Kameradschaft unb bes Eigenwertes verwirklicht würben. Der Wert ber Persönlichkeit wirb nach Charakterstärke unb Können bestimmt. Nicht barauf, was man ist, sonbern barauf, wie man ist, kommt es an. Unb so schieb bas Heer schon immer im Gegensatz zu anberen Berufen versagenbe Persönlichkeiten ohne Rücksicht auf Dienstzeit unb Dienstalter aus seinen Reihen aus. Vorurteile von Hoch unb Niebrig schlossen schon bie Gemeinsamkeit ber Ausgabe, ber Kamerabschaft unb bas wirklich burchgesührte Führerprinzip aus. In ber Rassenfrage wirkte bas Reichsheer im Sinne oerebelter Menschenzucht. Durch Belehrung unb Vorträge würbe im Solbaten ber Sinn für reine Rasse geweckt. Heiratsgenehmigung erhielt ber Solbat nur nach Vorlage eines ärztlichen Gesundheitszeugnisses. Die Jubenfrage schieb für bas Heer von selbst aus, als einem Stanb, ber bem jüdischen Geist nicht lag.
Als Instrument ber inneren Politik, als ultima ratio ber Staatsgewalt, ist ber Solbat zurückgetreten unb seinen eigentlichen rein militärischen Aufgaben zurückgegeben, ber Arbeit für ben Schutz bes Lanbes gegen ben äußeren Feinb. Dem neuen Staat braucht bie Wehr-
Sine Abordnung der Skagerrak-Ehrenwache beim Führer.
Der Führer empfing in ber Reichskanzlei eine Aborbnung von Offizieren unb Mannschaften des Äeuzers „Köln", bie zum Berliner Skagerrak-Wachkommando ber Reichsmarine gehörten. Rechts vom Kanzler ber Chef ber Marineleitung, Abmiral Roeder
Feldwebel unb Musikmeister-Anwärter Seifen* roth vom Ausbildungs-Bataillon bes Infanterie- Regiments Nr. 15 in Marburg, ber bie Reifeprüfung bei ber Staatlichen Akabemischen Hochschule für Musik mit Auszeichnung beftanb, mürbe hierfür burch bie von ber Preußischen Akademie ber Künste für hervorragende Leistungen preußischer Kunsthochschüler gestiftete Mebaille ausgezeichnet.
macht keinen inneren Rückhalt mehr zu geben, bissen sichern bie politischen Solbaten Aböls Hitlers in ber SA.
Wenn bie beutsche Revolution 1933 sich ohne jebe aktive Mitwirkung ber Wehrmacht vollzoaen hat, so hat ber beutsche Solbat nicht etwa abseits ge* ftanben. Gerabe burch ihre Stellung mit Gewehr bei Fuß würbe bie Wehrmacht für bie Revolution eine ber stärksten Stützen. Unb so sagte ber Führer auf ber Stahlhelmführertagung 1933 in HannoverL „Wir wollen auch besonbers unserer Armee geben*


