c) Schenkungssteuern,
d) Abgabe zur Arbeitslosenhilfe, und zwar unter folgenden Voraussetzungen:
a) Die Heiratsbeihilfe darf frühestens beim Ausscheiden aus dem Arbeitnehmerverhältnis gezahlt werden;
b) die Arbeitnehmerin muß dem Arbeitgeber ihre bevorstehende Verheiratung durch Uebergabe einer standesamtlichen Bescheinigung über das Aufgebot glaubhaft machen;
c) der Arbeitgeber ist verpflichtet, dem Finanzamt davon Mitteilung machen, wenn er steuerfreie Heiratsbeihilfen gewährt. Im einzelnen hat er den Namen und Wohnsitz der Arbeitnehmerin und ihres zukünftigen Ehemannes, sowie den Betrag der Heiratsbeihilfe anzugeben.
2. Nachträglich fällt die Steuerbefreiung fort, wenn die Ehe nicht innerhalb eines Monats nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitnehmerverhältnis geschlossen wird.
In diesem Falle muß die Lohnsteuer, Ehesta/rds- hilfe und Abgabe zur Arbeitslosenhilfe nach Ablauf eines Monats seit Empfang der Heiratsbeihilfe nachgezahlt werden.
a) Die Nachzahlung hat in Form des Steuer- abzugs vom Arbeitslohn zu erfolgen, wenn die Arbeitnehmerin wieder im Betrieb des Arbeitgebers tätig ist, von dem sie die Heiratsbeihilfe erhalten hat.
b) Ist sie nicht mehr in diesem Betriebe tätig, so hat die Arbeitnehmerin nach Ablauf eines Monats seit Empfang der Heiratsbeihilfe die Lohnsteuer und Ehestandshilfe unmittelbar an das Finanzamt und die Abgabe zur Arbeitslosenhilfe unmittelbar an die Krankenkasse abzuführen.
3. Den Finanzämtern ist zur Pflicht gemacht, in geeigneter Weise zu überwachen, ob die Voraussetzungen, unter denen die Steuerfreiheit für Heiratsbeihilfen gewährt ist, bestehen bleiben und erforderlichenfalls die geeigneten Maßnahmen zur nachträglichen Einziehung der Steuern zu treffen." Oie Eingliederung der evangelischen
Jugend in die Hitler-Jugend.
EPH. Nach Mitteilung des Reichsjugendpfarrers wird der Abschluß der Eingliederung der eogl. Jugendverbände in die HI. lediglich in einem Gottesdienst von HI., Jungvolk und BDM. Sonntag, 4. März, erfolgen. Nach einer Anweisung der Reichsjugendführung sollen HI., BDM. und Jungvolk an ihren Standorten in würdiger Form versammelt werden und die Uebertragung des um 9 Uhr im Berliner Dom stattfindenden Gottesdienstes anhören. Von der Ansprache des Reichsbischofs und des Reichsjugendführers am gleichen Tage und einer Feier mit sämtlichen Fahnen in der ursprünglich vorgesehenen Form ist Abstand genommen worden. Der Reichsjugendführer wird in einem besonderen Tagesbefehl' zum 4. März, der durch die gesamte Presse gehen wird, die neuen Kameraden willkommen heißen.
Äornotrzen.
— Tageskalender für Freitag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Viktor und Viktoria". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Flucht vor dem Gestern". — VHC. Gießen, 20.15 Uhr im Hopfeld: Monatsversammlung.
** Von der Landesuniversität. Entlassen wurde mit dem Inkrafttreten der neuen Verfassung der Landesunioersität Gießen am 15. Oktober 1933 der ordentliche Professor Dr. Rudolf Herzog aus dem Amte des Kanzlers der Landesuniversität Gießen unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten ausgezeichneten Dienste.
** D i e heutige Stadttheatervorstellung fällt aus! Das Stadttheaterbureau macht im heutigen Anzeigenteil darauf aufmerksam, daß die heutige Vorstellung „Hokuspokus" ausfällt.
** Wer i ft der Finder? Das Gaupreffeamt teilt mit: Der Pg. Christian Eichhorn, Bensheim, Mitgliedsnummer 70 720, hat beim Treffen der „Alten Garde" in Frankfurt a. M. am 24. Februar das große Ehrenzeichen der „Alten Garde" verloren. Sollte dasselbe aufgefunden werden, so wird gebeten, es bei der Gau-Geschäftsführung, Frankfurt a. M., Adolf Hitler-Haus, abzugeben.
** Falsche Fünf- und Zweimarkstücke in Umlauf. Trotz häufiger Warnung in der Presse gelingt es den Falschmünzern immer wieder, Falschgeld abzusetzen. Neuerdings laufen wieder Zwei- und Fünfmarkstücke um, die leicht als gefälscht zu erkennen sind. Bei den Zweimarkstücken handelt es sich vorwiegend um gegossene Stücke, die an ihrer schlechten Versilberung, ihrem grauen Aussehen und groben Fehlern auf den Schauseiten, als auch an der Randriffelung leicht erkennbar sind. Beim Fallen auf den Boden zerspringen diese Stücke. Unter den falschen Fünfmarkstücken erscheint in-letzter Zeit besonders eine Prägung, die an vielen Fehlern der Beschriftung und an der scharfen Randriffelung erkennbar ist. Der in der Prägung dargestellte Eichenbaum zeigt links oben einen dürren Ast, der eine 5 darstellt. Diese 5 ist größer und bedeutend stärker als bei echten Stücken. Die Fälschung besteht anscheinen aus einer Silberlegierung und trägt die Jahrezahl 1931 D. Die Ziffern 1 der Jahreszahl stehen nach links geneigt. Es wird auf größte Aufmerksamkeit hingewiesen.
** Oeffentliche Bücherhalle. Im Februar wurden 1284 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Literaturgeschichte 6, Zeitschriften 19, Gedichte und Dramen 7, Erzählende Literatur 831, Jugendschriften 143, Länder- und Völkerkunde 100, Kulturgeschichte 8, Geschichte und Biographie 91, Kunstgeschichte 4, Naturwissenschaft und 'Technologie 30, Heer- und Seewesen 7, Haus- und Landwirtschaft 5, Gesundheitslehre 4, Religion und Philosophie 5, Staatswissenschaft 21, Sprachwissenschaft 1, Fremdsprachliches 2 Bände. Nach auswärts kamen 33 Bände.
** Der Wandervogel HöhenflugGie- ß e n, Ortsgruppe des Westerwaldvereins e. hielt — wie man uns berichtet — in seinem Vereinslokal Caf6 Ebel seine diesjährige Hauptversammlung ab, die sehr gut besucht war. Aus dem Bericht des Vereinsführers ging hervor, daß im vergangenen Jahre sehr viel geleistet worden ist. U. a. sei besonders erwähnt, daß 25 Wanderungen zustande kamen, darunter eine viertägige Wanderung nach Thüringen. Zugunsten der Stiftung für Opfer der Arbeit wurde ein Theaterabend veranstaltet, der einen guten Erfolg hatte. Der seitherige Vereinsführer Georg Mader wurde als Ortsgruppenleiter bestätigt. Er bestimmte feine Mitarbeiter. Nach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten wurde die Versammlung mit einem dreimaligen Sieg-Heil auf unseren Führer Adolf Hitler und Reichspräsident von Hindenburg geschlossen.
Schafft Arbeitsplätze für Lehrlinge und Junggehilfen!
Der Treuhänder der Arbeit Dr. Lüer, der Landesobmann der NSBO. und Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront Willi Becker und der Gebietsführer der Hitlerjugend Kramer erlassen folgenden
Aufruf:
Alle Führer der Betriebe tragen mit uns gemeinsam die Sorge um die Erziehung und das Schicksal der Heranwachsenden Jugend. Unverhältnismäßig vielen Schulentlassenen gilt es in diesem Jahre eine Stelle als' Lehrling zu verschaffen. Die auslernenden Lehrlinge sollen als Jung- g e h i l f e n weiterbeschäftigt werden, damit erworbenes Können der Volksgemeinschaft nicht verloren geht, sondern ihr vertieft und erweitert zugute kommt.
Die Betreuung und Förderung der Lehrlinge und Gehilfen ist jedoch nicht nur eine Frage wirtschaftlicher Augenblickserwägungen. Denn in der Disziplinierung unserer deutschen Arbeitsjugend liegt zugleich ein großes Stück politische Zukunft beschlossen.
Aus dieser Erkenntnis heraus hat auch der „Haupt- ausschuß für Berufserziehung beim Rhein-Maini- schen Industrie- und Handelstag, Sitz Frankfurt a. M.", der von der Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront für Hessen und Hessen-Nassau mitge- tragen wird und sich auf die Mitwirkung der Hitlerjugend stützt, seine erste und vordringlichste Aufgabe darin gesehen, einen ausschlaggebenden Teil der Schulentlassenen in zweckentsprechend eingerichteten Berufserziehungswerkstätten durch eine fog. VorIehre mit dem Arbeitsleben zu verbinden. Auf diese Weise erhalten zu Ostern 1934 allein in Frankfurt a. M., Mainz und Darmstadt fast 900
junge Menschen, für die keine ordentliche Lehrstelle zur Verfügung steht, eine mustergültige n a - t i o n a l s o z i a l i st i s ch e A r b e i t s s ch u l u n g. Freudig und dankbar erkennen wir bei dieser Gelegenheit an, daß die Vertreter der Industrie den Bemühungen des Hauptausschusses für Verufser- ziehung nicht nur großes Verständnis entgegen- gebracht, sondern auch die Verwirklichung seiner Absichten durch Bereitstellen der Mittel ermöglicht haben.
Da trotz der Vorlehre eine erhebliche Zahl der aus der Schule zu Entlassenden bis heute noch wenig Aussicht auf Unterbringung in der Wirtschaft hat, richten wir hiermit an alle Betriebsführer die dringende Mahnung,
weitere Lehrstellen und neue Junggehilfen- (Gefellen-) Stellen zu schaffen, soweit es die Wirtschaftslage irgend gestattet.
Wie schon angedeutet, darf dabei nicht der augenblickliche Bedarf an Arbeitskräften entscheidend sein, sondern es muß für kommende wirtschaftliche Entwicklungen Vorsorge getroffen werden.
Durch diese dringliche Aufforderung hoffen wir, nicht nur der rhein-mainischen Wirtschaft zu dienen, die bisher immer bewiesen hat, daß sie in allen Angelegenheiten, bei denen es sich um die politische Verantwortung handelt, gewillt ist, beispielhaft voranzugehen. Wir hoffen, dadurch auch die Sorge vieler Eltern um die Zukunft ihrer Kinder zu verringern. Wir hoffen schließlich, der Jugend selbst den Weg zu ebnen für eine hingebungsvolle Arbeit am Aufbau des neuen Reichs.
Meldungen von Lehrstellen find sofort an die Lehrstellenvermittlungen der Arbeitsämter oder der Deutschen Angestelltenschaft zu richten.
Genoffenschasts-AuWen im Dritten Reich.
Versammlung der Vertreter der Kredit- und Warengenoffenschasten in Gießen.
Der Ländliche Genvssens ch a f t s d e r = band Rhein-Main-Neckar e. V. Frankfurt a. M. im Reichsnährstand — Landesbauernschaft Hessen-Nassau, Hauptabteilung IIL — hatte für gestern nachmittag die Verwaltungsorgane der Kredit- und W a r e n g e n o s s e n s ch a f t e n im Bezirk Gießen zu einer Versammlung in das Cafe Leib eingeladen.
Stabsleiter Beck-Frankfurt a. M.
begrüßte die Teilnehmer, insbesondere den landwirtschaftlichen Kreisfachberater D ö r r s ch u ck, und führte sodann u. a. aus, es gebe jetzt nur noch Genossenschaften im Bezirk der Landeshauptabteilung III der Landesbauernschaft Hessen-Nassau des Reichsnährstandes. Alle anderen Organisationen seien ausgeschaltet. Die Genossenschaft sei einer der bedeutendsten Faktoren im Reichsnährstand. Für die Genossenschaften fei es Aufgabe, sich hundertprozentig einzusetzen. Sie arbeiteten bisher stets im Interesse der Gemeinschaft, gegen den Wucher und für die Unterstützung des wirtschaftlich Schwachen. Alle Arbeit vollziehe sich nunmehr unter einheitlicher Führung.
Der hauplabkeilung III innerhalb der Landes- bauernschafl Hessen-Nassau gehörten gegenwärtig insgesamt etwa 2054 Genossenschaften der verschiedensten Art an.
Für die zu leistende Arbeit bedürfe es einer positiven Einstellung aller zu den bevorstehenden Aufgaben. In Zukunft dürfe es innerhalb der Vorstände und der Aufsichtsräte nur noch tätige Mitglieder geben. Im übrigen müsse die Jugend zur Arbeit in den Genossenschaften geschult und herangezogen werden. Gegenwärtig sei man bestrebt, junge Revisoren, die aus dem Bauernstand heroor- gehen, heranzubilden, um Kräfte an der Hand zu haben, die mit den Dingen in engster Berührung stehen. Intensive Werbung müsse für die Schaffung von Spareinlagen einsetzen. Besonders brauche man den Kleinsparer. Für das Kreditgeschäft gelte die alte Forderung: Sicherheit. Was nicht einwandfrei gesichert sei, müsse dauernd kontrolliert werden. Im Genossenschaftswesen müsse, wie im nationalsozialistischen Staate, äußerste Disziplin herrschen. Verpflichtungen müßten restlos erfüllt werden. Böswillige Schuldner verdienten keine Unterstützung.
In Zukunft werde mit der Schaffung eines Warklverbandes zu rechnen fein. Der gesamte Warenverkehr werde dann über diesen Warktverband geleitet werden. Der Bauer werde sich klar entscheiden müssen, ob er in Zukunst mit dem christlichen Landhandel oder mit der Genossenschaft arbeiten wolle. Es werde in Zukunft kein Gegeneinanderausspielen mehr geben.
Mit Nichtmitgliedern dürfe kein Geschäft mehr gemacht werden. Jeder müsse Pflichten übernehmen, wenn er Rechte für sich in Anspruch nehmen wolle. Die ganze Arbeit gehe im Interesse des Bauern darauf hinaus, den Markt zu einer regelmäßigen, wohlabgewogenen Beschickung zu führen. Das ländliche Versicherungswesen werde eine klare Regelung erfahren. Die aufgebrachten Prämiengelder dürften in Zukunft nicht mehr an irgend welche rein kapitalistische Unternehmungen gehen und schließlich in das Ausland wandern, .sondern müßten dem Bauernstand erhalten bleiben. (Lebhafter Beifall!)
Or. Hillemann-Zrankfurt a. M.
als Vertreter des Ländlichen Genossenschaftsverbandes Rhein-Main-Neckar sprach sodann über die neuen B i l a n z v o r s ch r i st e n. Die Veröffentlichung der Bilanzen müsse nach wie vor geschehen. Für die Folge müßten in der Bilanz auch die Gewinn- und Verlustrechnung, die Giroverbindlich- keiten, die unechten und echten Rückstellungen, sowie fällige Pflichteinzahlungen auf Geschäftsanteile erscheinen. Schulden der Vorstands- und Aufsichts- s?^mitglieder seien besonders auszuweisen. Für amtliche Genossenschaften würden neue Muster- c?"Un?^n herausgegeben, die anzuerkennen seien. Für die Zukunft müsse nicht nur der Vorstand Ü . rn auch der Aufsichtsrat entlastet werden. Die' Revlsionsmethoden würden nicht grundsätzlich ge- andert. Zusammenschlüsse örtlicher Genossenschaften mußten, wenn die sachliche Notwendigkeit vorliege unbedingt vollzogen werden. Persönliche Gegensätze oder Berücksichtigung eigener Vorteile dürften Iber Einigung in keinem Falle entgegenftehen^
lieber aller Arbeit stehe das Interesse des gesamten deutschen Bauernstandes.
Direktor Eidtmann-Frankfurt a. M.
von der Landesbauernkasse Rhein-Main-Neckar sprach im weiteren Verlaufe der Versammlung über die genossenschaftliche Geldwirtschaft. Die Kreditorganisationen seien das Rückgrat der Genossenschaften. Das Arbeitsfeld für die Kreditgenossenschaften fei durch die verschiedenen Neuregelungen auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Wertevermittlung riesengroß geworden und müsse aus diesem Grunde ganz besonders straff organisiert sein, wenn das allgemeine Vertrauen erhalten bleiben und auf breite Basis gestellt werden solle. Große Aufgaben seien insbesondere auf dem Gebiete der Bewirtschaftung der Milch, der Eier, des Obstes und des Gemüses zu erfüllen. Besonders stark werde sich der Ueberweisunasverkehr entwickeln. Das erfordere, daß alle Aufklärung in den Dörfern in die Tat umgesetzt werde, wenn eine reibungslose Arbeit gewährleistet werden solle.
In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit den Voraussetzungen für Die Krediterteilung durch die Landesbauernkasse, ferner mit Fragen der Steuergutscheine und deren Verwertung.
Er betonte die unbedingte Notwendigkeit, daß die Genossenschaften ihren Verpflichtungen aus einzuholenden Außenständen nachzukommen versuchen müßten.
Die Landesbauernkasse könne lediglich Hilfsstellung leisten anderseits verbürge sie sich für alle Spareinlagen, die bei ihr eingezahlt würden. Alles Streben müsse darauf aerichtet sein zu eigenem Kapital zu kommen. Im Kreditverkehr müsse unbedingt Ordnung herrschen, anderseits müsse man aber auch vom Gläubiger im gegebenen Falle Nach- stcht erwarten dürfen. Man hoffe, demnächst auch zu einer Zinssenkung zu kommen. Für die Kreditgewährung sei für die Folge nicht mehr nur der Sachwert allein als Sicherung maßgebend, sondern vor allem die Persönlichkeit des Kreditnehmers. Das setze voraus, daß man zu einer geiftigen Umformung komme, zur absoluten Ehrlichkeit zurückkehre.
Direktor Strasburger-Krankfurt a. M. sprach sodann über den genossenschaftlichen War enverkehr. Das Jahr 1933 habe, so führte er u. a. aus, eine gute Ernte, insbesondere m Weizen, gebracht. Die Preisfrage für die landwirtschaftlichen Produkte, insbesondere für Getreide, fei schwer zu lösen gewesen. Seit dem 1. Oktober habe der Bauer aber einen Anspruch auf einen Festpreis. Es werde auch auf dem Getreidemarkt zu völlig einheitlichen Regelungen kommen, da ja alle verarbeitenden Kreise angehalten seien harmonisch zusammenzuarbeiten. Vor allem sei jetzt der Erzeuger geschützt Der Bauer habe berechtigten Anspruch darauf, daß er innerhalb eines geregelten Bedarfs seine Ware richtig bezahlt erhalte. Der Fettplan solle die Landwirtschaft aum Anbau von wirtschaftseigenem Futter veranlassen, solle den Fettpflanzen- und Maisanbau fordern. Es solle auch der Anbau der Sojabohne in Deutschland versucht werden. Eine große Rolle werde auch die Süßlupine zu spielen haben.
Die voraussehung für die Materialbeschaffung in der Landwirtschaft seien aber immer gesunde Kreditverhältnisse.
Durch die bewußte Planung in der Wirtschaft müsse es zu einer Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Bauern kommen. In der Behandlung der Schuldner werde man sich nach wie vor aller Rücksicht befleißigen. Die bäuerliche Hauptgenossenschaft stelle schon jetzt eine mächtige Organisation dar wie sie in diesem Ausmaß von bestimmter Seite nie für möglich gehalten worden wäre. Alle Arbeit aber gelte dem Wohl des Bauern und damit des Vaterlandes.
Rechts- und Steuerberater Or. Hamm sprach in einem kurzen Vortrag über die gesetz. l'chen Bestimmungen des Sondervollstreckungsschutzes für Erbhöfe und eine Reihe weiterer eintägiger Fragen. (Wir weisen darauf hin, daß diese Themen im „Gießener Anzeiger" schon wiederholt behandelt wurden, so daß sich ein näheres Eingehen auf diesen Vortrag erübrigt. Die Red.) Inzwischen traf der Laudeshauptabteilungsleiter III
Pg. Wirth ein und begrüßte die Versammlung. Als letzter Redner sprach
Diplom-Landwirt
Or. Haak-Irankfurt a. M.
über das wichtige Gebiet der Absatzfragen. Alle Gesetzgebung habe, so führte er u. a. aus, den Zweck, den Jnlandmarkt zu ordnen. Die Zeit, da der Jnlandmarkt zugunsten des Auslandsmarktes vernachlässigt werde, sei vorbei. Man könne den Markt auf zweierlei Weife ordnen: durch die Einführung von Mindest- oder Festpreisen, außerdem aber durch Marktregulierung. Lange Zeit seien die Preise geftaüet worden von Leuten, die mit der Bauernschaft nur sehr lose Verbindung hatten.
Ein gerechter Preis für den Erzeuger bedeute immer einen vertretbaren Preis gegenüber dem Verbraucher.
Die Reichsgefetzgebung mache die Gesetze nicht für Grüppchen, sondern für den gesamten Bauernstand. Einige Härten würden sich Dabei nicht vermeiden lassen. In der E i e r e r f a f f u n g bahnten sich
Gedenket der hungernden Vögel!
völlig klare Verhältnisse an. Die Genossenschaften würden die hauptsächlichsten Träger der Eierbewirtschaftung fein. Die Frage des Viehabsatzes fei Lebensfrage für den Bauern unseres Wirtschaftsgebietes. Die gesetzliche Regelung des Viehabsatzes werde nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Jn Zukunft müsse die ganze Vieherzeugung durch die Genossenschaft erfaßt werden.
Erfassung und Verkauf müßten dabei ebenfalls, wie bei der Milch und den Eiern, klar getrennt sein. Hier gebe es noch viel Arbeit. Mit den Genossenschaften könne alle Arbeit bewältigt werden.
Stabsleiter Beck
forderte in seiner Schlußansprache auf, alle lauen Mitglieder der Genossenschaften zu wirklichen Genossenschaftlern zu erziehen, damit das Wollen der Hauptabteilung III verwirklicht werden könne. Die Hauptabteilung III müsse vorbildlich in der Landesbauernschaft Hessen-Nassau und die Landesbauernschaft vorbildlich im Reichsnährstand werden.
Mit einem dreifachen Sieg-Heil! auf den Reichspräsidenten, auf den Volkskanzler und den Landesbauernführer wurde die Versammlung geschlossen.
Gewinnauszug
5. Klaffe 42. Preußisch-Süddeutsche (268. Predß.) Staats-Lotterie
Ohne Gewähr Nachdruck verboten
Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II
18. Ziehungstag 28. Februar 1934
3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen
2 Gewinne zu 10000 M. 106926
4 Gewinne ,u 5000 M. 299574 313918
6 Gewinne,u 3000 M. 40972 79604 91399
6 Gewinn« zu 2000 M. 68007 311886 384610
20 Gewinne xu 1000 M. 104089 112064 136373
185224 193038 211600 280275 286246 300602 360999
54 Gewinne za 500 M. 191 7718 65143 98955 105455 108688 112268 113553 120556 132783
136142 151254 153512 154187 167412 193278
229002 239942 247609 250648 280993 309855
332710 357123 366662 369924 397628
390 Gewinne zu 300 M. 2185 3566 4645 6831 6975 10364 15208 17257 18456 19849 19964
24423 25381 26478 28008 28935 30521 31797
33484 35676 37703 42465 44270 44630 44758
61727 53123 55036 57168 60617 60980 62462
65569 67230 67568 68640 69039 69214 69293
73946 75129 76273 77653 84390 85093 86798
88597 89319 91257 95058 95894 98026 100723 102596 102776 103156 108110 111377 117825
118642 119033 119929 121780 127902 132244
138925 144091 145015 145565 147300 148717
152941 155177 155675 157101 158758 161200
162745 163205 163713 165027 166646 173654
174731 178880 181723 182582 185006 187198
188700 188928 194123 200971 202350 203019
205362 208840 209174 213986 214771 215061
215327 215603 223225 223830 224102 226286
226567 228147 228913 230440 237382 240613
242913 243998 245237 246167 248958 250213
250765 251354 251508 251732 252169 255345
257043 258995 260923 268045 268983 271451
273021 274837 276074 276102 277613 277615
283866 284212 288803 289060 290202 291160
292172 293714 293968 294080 295619 295847
298014 299462 299745 303238 304206 306305
307635 308710 310588 313706 313841 314380
314734 318063 320737 322599 323367 323744
323969 326212 330224 332900 332919 333581
337003 341877 349036 350788 352227 354462
357396 361543 364004 365101 368593 368710
378922 379001 379172 381086 383481 384176
384920 387516 394597 398130
18. Ziehungstag 28. Februar 1934
1126 73214 74307 159546
138321
212159
3176 5717
340834 49998
14950
107366
302644
25223
34489
57109
80576
19926
34186
43800
66342
96620
12744
29724
38024
59135
83819
56887
187318
317747
31348
40112
60318
93386 104640 126076 144535 156210 174312
180917
203236 211428 218433 229435 236994 253464
268810 284895 312085 328240 345816 363461
375920
22092
34260
50993
73203
102067
105274
130403 146484
167207
177268
192475 207469
212446
227830
231472
238550
260543
278789
290235
322430
332990
351278
370882
378754
102111
109860 131125 148300 168793
177459 193957
208073 212997
227834 232963
242993 263597 280437 295560 322509 334947 356140 372240 397839
103058 118410 134875 152023 172176 180400 198915 208432 216363 227985 233434 243253 264582 280814 305249 325787 340475 356202 374789
398194
15435 30632 39866 60024 92379
104356 120186 137786 152495 172658 180639 200824 210279 216672 228529 234883 244443
267871 282217
308708 326642 343534 362838
375738
24724
132292
313483
104746 129988 145961
165415 176890
181457 206444 212033 218449 229847 237249 258001
275949 285178 314437 331247 347770 369936 376233
25241
37348
59078
83295
54084 80802 113305
10 Gewinn« zu 3000 M. 173942 291326
16 Gewinne zu 2000 M. 236014 241367 330399
12 Gewinne zu 1000 Q2L 247332 248122 261716
36 Gewinne zu 500 M. 71632 91507 102694
217318 242001 300892 343826 372272 399067
302 Gewinne zu 300 W.
15508 ----- ----- -
3n bei heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen
20 Tagesprämien.
Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu fe 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II:
9166 24306 48926 124491 161661
237601 255207 339084
185987 228397
Im Gewinnrabe verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je 75000, 4 zu je 80000, 10 zu je 10000, 74 zu je 5000, 122 zu je 3000, 222 zu je 2000, 888 zu je 1000, 1142 zu je 500, 7806 zu je 800 und 240 Tagesprämien zu je 1000 Mark.
Bei Wundsein: Penaten-Creme
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